#101

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 16:24
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #98
Zitat von diefenbaker im Beitrag #95

Zitat von Feliks D.


Komisch, denn bei mir gehörte eine gewisse Öffentlichkeitsarbeit zur Tätigkeit aber ich war ja auch nicht OKE. Es gibt sicher noch einige ehem. Arbeitskollektive die sich an den netten jungen Herren erinnern können der da über den Kollegen XYZ referierte.



Bei dieser Vorlage fällt mir wieder ein, dass ich auch mal so ein Kollege xyz war.

Nach meiner Inhaftierung haben zwei MfS-MA mit meinem ehem. Arbeitskollektiv eine Aussprache initiiert, um den Vorgang auszuwerten.
Lt. Protokoll haben meine ehem. Kollegen auch brav Selbstkritik geübt, dass sie gewisse Anzeichen nicht erkannt hätten und dementsprechend versäumt wurde entgegenzuwirken. Insgesamt bin ich aber ganz gut dabei weggekommen.

Gruss Wolfgang


Na das ist doch super das wir hier glatt einen Zeugen haben, nicht das Karnak nachher noch wieder Zweifel hat. Hatte mich schon gewundert dass diese Art der Öffentlichkeitsarbeit bisher auf den 4 Seiten noch nicht erwähnt wurde.


Na gut,einigen wir uns wenigstens darauf,dass wir da wohl unterschiedliche Auffassungen zur Definition für den Begriff Öffentlichkeitsarbeit haben.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#102

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 16:38
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #100
Zitat von KARNAK im Beitrag #93
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #72
Für mich schwer vorstellbar, da hat sich doch keiner mehr getraut den Mund aufzumachen oder einen Witz zu erzählen, wenn Du dabei warst und Deine Tätigkeit allen bekannt war.
Von der Wendezeit spreche ich nicht, sondern von der Zeit vorher (bis 1969).


Also ich war von 1978 bis zum Schluss dabei,was vorher war kann ich nicht beurteilen.Was das Mund aufmachen angeht, Du hast da eine wilde Vorstellung vom Leben in der DDR....

Hierbei übersiehst Du geflissentlich, dass ich ebenfalls (bis 1969) in diesen Lande gelebt habe und mein Wissen nicht nur aus Büchern und Filmen beziehe, sondern aus eigenen Erleben , aber wie sagte schon ein Klassiker Eurer Lehre: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein".

Zitat
...und so hatte ich und meine Familie eine durchaus gute Zeit in diesem Land.

Das ist mir schon klar, daran dürfte niemand zweifeln. Trotzdem hätte ich nicht mit Dir tauschen wollen.


Gut,dann wirst Du wohl diese andere DDR erlebt haben,die ich so nicht kenne,zumindest nicht so dramatisch wie manchmal dargestellt.1969 war ich 12 Jahre aus,vielleicht habe ich die Dinge bis dahin auch nicht so empfunden und später hat es sich geändert oder ich hatte einfach Glück,keine Ahnung.
Und was das tauschen angeht,darum geht es nicht.Sicher,aus heutiger Sicht würde ich auch nicht zurücktauschen wollen,mich in die alte DDR zurückwünschen weil es da so viel besser war.Mein Ansatz war und ist die Betrachtung der damaligen konkret historischen Situation und da bleibe ich dabei,trotz aller Diktatur,ich hatte eine gute Zeit in dem Land,konnte ein glückliches und vom Prinzip zufriedenes und erfülltes Leben führen,das auch durchaus vor und trotzmeines Mfs-Daseins und mir ist einfach nicht die Erkenntnis erinnerlich von massenhaft unglücklichen,gedemütigten und verschüchterten Menschen umgeben gewesen zu sein.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 25.04.2014 16:39 | nach oben springen

#103

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 17:21
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Steht Dir ja frei, es gut gefunden zu haben. Man sollte das gegenteilige Empfinden aber nicht ins Lächerliche ziehen. Genug Leute hatten auch keine so tolle Zeit.


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#104

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 17:36
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #99

Sorry, ich hab's noch nicht verstanden...
X hatte etwas angestellt und wurde inhaftiert. S (von der StaSi) hat dann mit den Kollegen des X gesprochen und ihnen klar gemacht, dass sie Mitschuld an der Misere Tragen? War das das Szenario?
Wenn ja: Inwiefern trug das zur Öffentlichkeitsarbeit bei? Wussten die Kollegen des X dann mehr über die StaSi?

cheers matloh


Hast Du doch super verstanden.

Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit?

1. Ihr, die Kollegen, seid nicht wachsam genug gewesen, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu erkennen und bereits im Keim zu bekämpfen. Ihr habt dem Klassenfeind zuviel Raum gegeben. Das darf nicht wieder vorkommen. Wenn das nächste Mal einer außerhalb der Norm läuft, rechtzeitig melden!

2. Wir vom MfS mussten einschreiten (weil Ihr es soweit habt kommen lassen), um Schlimmeres zu verhindern. Wir sind die Guten.

Verbrechensprävention läuft doch heute noch unter Öffentlichkeitsarbeit, vielleicht war das auch als Brückenbau nützlich, um den nächsten IM zu rekrutieren und ja, die Kollegen wussten dann mehr über die StaSi weil sie gelernt haben, welch nützliche, notwendige ja unersetzliche Rolle das MfS bei der Sicherung des Friedens, der Arbeiter- und Bauernmacht usw. spielt. Wer daran je gezweifelt haben sollte, kann jetzt Asche auf sein Haupt streuen.

Gruss Wolfgang



Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 17:42
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #103
Steht Dir ja frei, es gut gefunden zu haben. Man sollte das gegenteilige Empfinden aber nicht ins Lächerliche ziehen. Genug Leute hatten auch keine so tolle Zeit.

Das habe ich nicht geschrieben,das ich es"gut gefunden habe",ich habe geschrieben ich hatte eine gute Zeit in dem Lande und das ich die hatte,dazu habe ich auch einen eigenen Beitrag geleistet,habe mir das Leben so organisiert,manche sagen auch "in seine Nische eingerichtet" dass heißt nicht,dass ich alles gut gefunden habe,ich finde auch heute nicht alles gut,führe trotzdem ein gutes und zufriedenes Leben in diesem Land, indem ich gewisse Gegebenheiten akzeptiere,mich nicht ständig daran reibe,da ich sie sowieso nicht grundlegend ändern kann und versuche mir es ansonsten gut gehen zu lassenMag ja das Leben eines Spiesers sein,aber sind wir nicht FAST alle Spieser,die paar wenigen Anderen,ich ziehe durchaus den Hut vor denen und ihrer Kraft,ich befürchte fast mir fehlt die einfach.
Ansonsten kann ich eigentlich nicht erkennen,dass ich gegenteiliges Empfinden zur Vergangenheit(Deiner Vergangenheit)lächerlich gemacht hätte,kann ich gar nicht,da ich sie nicht kenne.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 25.04.2014 17:45 | nach oben springen

#106

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 17:46
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #101
Na gut,einigen wir uns wenigstens darauf,dass wir da wohl unterschiedliche Auffassungen zur Definition für den Begriff Öffentlichkeitsarbeit haben.


Deine lautet wie?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#107

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 17:48
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #104
Zitat von matloh im Beitrag #99

Sorry, ich hab's noch nicht verstanden...
X hatte etwas angestellt und wurde inhaftiert. S (von der StaSi) hat dann mit den Kollegen des X gesprochen und ihnen klar gemacht, dass sie Mitschuld an der Misere Tragen? War das das Szenario?
Wenn ja: Inwiefern trug das zur Öffentlichkeitsarbeit bei? Wussten die Kollegen des X dann mehr über die StaSi?

cheers matloh


Hast Du doch super verstanden.

Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit?

1. Ihr, die Kollegen, seid nicht wachsam genug gewesen, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu erkennen und bereits im Keim zu bekämpfen. Ihr habt dem Klassenfeind zuviel Raum gegeben. Das darf nicht wieder vorkommen. Wenn das nächste Mal einer außerhalb der Norm läuft, rechtzeitig melden!

2. Wir vom MfS mussten einschreiten (weil Ihr es soweit habt kommen lassen), um Schlimmeres zu verhindern. Wir sind die Guten.

Verbrechensprävention läuft doch heute noch unter Öffentlichkeitsarbeit, vielleicht war das auch als Brückenbau nützlich, um den nächsten IM zu rekrutieren und ja, die Kollegen wussten dann mehr über die StaSi weil sie gelernt haben, welch nützliche, notwendige ja unersetzliche Rolle das MfS bei der Sicherung des Friedens, der Arbeiter- und Bauernmacht usw. spielt. Wer daran je gezweifelt haben sollte, kann jetzt Asche auf sein Haupt streuen.

Gruss Wolfgang

Ist das jetzt Zynismus,oder verstehst Du das unter Öffentlichkeitsarbeit?
Und Felix gefällt es,Gott.Aber vielleicht gefällt ihm ja nur der Zynismus,ich hoffe zumindest darauf.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#108

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 17:55
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #106
Zitat von KARNAK im Beitrag #101
Na gut,einigen wir uns wenigstens darauf,dass wir da wohl unterschiedliche Auffassungen zur Definition für den Begriff Öffentlichkeitsarbeit haben.


Deine lautet wie?

Na ja,erstmal sage ich,dass hier angeführte Beispiel zur Öffentlichkeitsarbeit,auch Deines, des Mfs,dass Du als Bestätigung für das Vorhandensein eben dieser Öffentlichkeitsarbeit siehst,entspricht nun nicht unbedingt meinen Vorstellungen von solcher ArbeitEs fällt mir auch ehrlich gesagt schwer zu glauben,dass Du oder irgend ein anderer das als solche empfindet.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#109

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 18:20
von damals wars | 12.204 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #64
Zitat von seaman im Beitrag #62


http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...publicationFile

seaman



Das ist eine hilfreiche Seite, da habe ich auch schon viel gelesen und heruntergeladen. Nur ist es nicht immer ganz leicht, gezielt einen bestimmten Sachverhalt schnell zu finden.

Grüsse


"VertraulicheVerschlusssache VVS MfS o008-10/84 – 349.Ausf., Bl. 1–8 "
für eine Öffentlichkeitsarbeit ziehmlich untauglich....


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#110

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.04.2014 18:25
von damals wars | 12.204 Beiträge

Literatur war zu DDR Zeiten auch eine Bück- Dich- Ware,
Ein Teil des unsichtbaren Visier bekam ich nur als Paperback.
Habe ich dann in Merseburg binden lassen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#111

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.04.2014 00:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #108
Na ja,erstmal sage ich,dass hier angeführte Beispiel zur Öffentlichkeitsarbeit,auch Deines, des Mfs,dass Du als Bestätigung für das Vorhandensein eben dieser Öffentlichkeitsarbeit siehst,entspricht nun nicht unbedingt meinen Vorstellungen von solcher ArbeitEs fällt mir auch ehrlich gesagt schwer zu glauben,dass Du oder irgend ein anderer das als solche empfindet.


Manchmal frage ich mich warum man dein Talent nicht schon früher entdeckt hat, ein weiterer Stellvertreter des Ministers wäre doch wohl noch drin gewesen.

Zitat von wiki
Das Hauptziel der externen Public Relations ist der strategische Aufbau einer Beziehung zwischen Organisationen einerseits und externen Stakeholdern anderseits, um Sympathie und Verständnis dieser Gruppen gegenüber der Organisation zu erzeugen.



Es ist doch einleuchtend dass mit Öffentlichkeitsarbeit nicht das Offenlegen von Struktur und Arbeitsweise staatlicher Organe gemeint ist, sondern eine grundlegende Information über das Wirken und die Notwendigkeit dieser Organe um so auch eine gewisse Zustimmung der Bevölkerung zu erreichen.

Grundlage dieser Art von Öffentlichkeitsarbeit war die StPO, die das Arbeitskollektiv als soz. Menschengemeinschaft ja als einen möglichen Verfahrensteilnehmer definierte und so auch die Rechte der Werktätigen an der Mitwirkung am Strafverfahren festschrieb. Mithin hatte ich also grsdl. zu jedem meiner in einem EV bearbeiteten Beschuldigten eine entsprechende Beurteilung des Arbeitskollektives anzufordern und zur Akte zu nehmen.

Sofern es die Art der strafbaren Handlung, Dienstanweisungen, gesetzlichen Vorgaben und ermittlungstaktischen Überlegungen zuließen war eine Kollektivberatung abzuhalten. In derartigen Versammlungen informierte ich dann über die strafbare Handlung des XYZ, allgemein über deren Aufdeckung, sowie ihrer Verwerflichkeit und schädlicher Auswirkung auf unsere soz. Menschengemeinschaft und ihr Staats- und Gesellschaftssystem. Ich habe stets versucht diese in einer möglichst ungezwungen Atmosphäre abzuhalten um eine möglichst offene bzw. lebendige Diskussion über XYZ und seine Handlung in Gang zu bringen. Am Ende stand dann immer die Frage ob das Kollektiv zuversichtlich sei XYZ wieder aufnehmen und erzieherisch auf ihn einwirken zu können, und dementsprechend auch bereit wäre vor Gericht für XYZ zu bürgen

Ich würde dies eindeutig als Öffentlichkeitsarbeit definieren, da dies einer der wenigen Momente war in denen das MfS sich und sein Wirken den Menschen offen zu erkennen gab. Ich stellte mich dort immer deutlich als MA des MfS vor, während ich mich sonst mit meiner K-Marke auswies, und versuchte, als junger Idealist der ich damals war, durch meine Schilderungen Zustimmung und Verständnis für unsere Arbeit und die soz. Gesetzlichkeit zu generieren.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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Damals87 und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#112

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.04.2014 00:35
von Mike59 | 7.979 Beiträge

gelöscht - passt nicht


zuletzt bearbeitet 26.04.2014 00:45 | nach oben springen

#113

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.04.2014 10:41
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #111
Zitat von KARNAK im Beitrag #108
Na ja,erstmal sage ich,dass hier angeführte Beispiel zur Öffentlichkeitsarbeit,auch Deines, des Mfs,dass Du als Bestätigung für das Vorhandensein eben dieser Öffentlichkeitsarbeit siehst,entspricht nun nicht unbedingt meinen Vorstellungen von solcher ArbeitEs fällt mir auch ehrlich gesagt schwer zu glauben,dass Du oder irgend ein anderer das als solche empfindet.


Manchmal frage ich mich warum man dein Talent nicht schon früher entdeckt hat, ein weiterer Stellvertreter des Ministers wäre doch wohl noch drin gewesen.

Zitat von wiki
Das Hauptziel der externen Public Relations ist der strategische Aufbau einer Beziehung zwischen Organisationen einerseits und externen Stakeholdern anderseits, um Sympathie und Verständnis dieser Gruppen gegenüber der Organisation zu erzeugen.


Es ist doch einleuchtend dass mit Öffentlichkeitsarbeit nicht das Offenlegen von Struktur und Arbeitsweise staatlicher Organe gemeint ist, sondern eine grundlegende Information über das Wirken und die Notwendigkeit dieser Organe um so auch eine gewisse Zustimmung der Bevölkerung zu erreichen.

Grundlage dieser Art von Öffentlichkeitsarbeit war die StPO, die das Arbeitskollektiv als soz. Menschengemeinschaft ja als einen möglichen Verfahrensteilnehmer definierte und so auch die Rechte der Werktätigen an der Mitwirkung am Strafverfahren festschrieb. Mithin hatte ich also grsdl. zu jedem meiner in einem EV bearbeiteten Beschuldigten eine entsprechende Beurteilung des Arbeitskollektives anzufordern und zur Akte zu nehmen.

Sofern es die Art der strafbaren Handlung, Dienstanweisungen, gesetzlichen Vorgaben und ermittlungstaktischen Überlegungen zuließen war eine Kollektivberatung abzuhalten. In derartigen Versammlungen informierte ich dann über die strafbare Handlung des XYZ, allgemein über deren Aufdeckung, sowie ihrer Verwerflichkeit und schädlicher Auswirkung auf unsere soz. Menschengemeinschaft und ihr Staats- und Gesellschaftssystem. Ich habe stets versucht diese in einer möglichst ungezwungen Atmosphäre abzuhalten um eine möglichst offene bzw. lebendige Diskussion über XYZ und seine Handlung in Gang zu bringen. Am Ende stand dann immer die Frage ob das Kollektiv zuversichtlich sei XYZ wieder aufnehmen und erzieherisch auf ihn einwirken zu können, und dementsprechend auch bereit wäre vor Gericht für XYZ zu bürgen

Ich würde dies eindeutig als Öffentlichkeitsarbeit definieren, da dies einer der wenigen Momente war in denen das MfS sich und sein Wirken den Menschen offen zu erkennen gab. Ich stellte mich dort immer deutlich als MA des MfS vor, während ich mich sonst mit meiner K-Marke auswies, und versuchte, als junger Idealist der ich damals war, durch meine Schilderungen Zustimmung und Verständnis für unsere Arbeit und die soz. Gesetzlichkeit zu generieren.


O.k.will ich durchgehen lassen.Ansonsten nicht schlecht Dein Gedanke mit dem stellv.Minister.Leider kommt der Vorschlag etwas spät.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#114

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.04.2014 11:33
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #111


Sofern es die Art der strafbaren Handlung, Dienstanweisungen, gesetzlichen Vorgaben und ermittlungstaktischen Überlegungen zuließen war eine Kollektivberatung abzuhalten. In derartigen Versammlungen informierte ich dann über die strafbare Handlung des XYZ, allgemein über deren Aufdeckung, sowie ihrer Verwerflichkeit und schädlicher Auswirkung auf unsere soz. Menschengemeinschaft und ihr Staats- und Gesellschaftssystem.




Was waren die konkreten Kriterien für das abhalten einer solchen Kollektivberatung und welche Dienstanweisung regelte das?
Wie muss ich mir den Ablauf vorstellen?
Ich höre heute zum ersten mal davon, aber gut, ich hatte mit der IX auch nicht weiter zu tun.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 26.04.2014 11:34 | nach oben springen

#115

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.04.2014 13:09
von ABV | 4.202 Beiträge

Seitens der Volkspolizei wurden nach meiner Erinnerung ebenfalls solche Kollektivberatungen durchgeführt. Meist dienten diese dazu, den Versammelten die begünstigenden Bedingungen für eine Straftat, zumeist bei Diebstahl von " sozialistischem Eigentum" um die Ohren zu hauen. Oder nach Unfällen, wenn der "Teufel Alkohol" mal wieder seine Finger im Spiel hatte. Die kollektiven Auswertungen der jeweiligen Straftat dienten quasi der Vorbeugung. Damit sich so etwas nicht wiederholt.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#116

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 01:36
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #114

Was waren die konkreten Kriterien für das abhalten einer solchen Kollektivberatung und welche Dienstanweisung regelte das?
Wie muss ich mir den Ablauf vorstellen?
Ich höre heute zum ersten mal davon, aber gut, ich hatte mit der IX auch nicht weiter zu tun.


andy


Du stellst Fragen nach so vielen Jahren, ich glaube fast dass es keine von Mielke erlassene DA war sondern eine Festlegung von Fister.

Konkretes Kriterium war der §102 (3) StPO, hier mal fix der Text.


Nach meinen Aufzeichnungen habe ich das damals wie folgt gehalten, ich gebe jetzt einfach einmal nur meine damaligen Stichpunkte wieder und setze heutige Anmerkungen in [...].

Zitat
Grsdl. Beteiligung der gesell. Kräfte gem. 102 [StPO], d.h. Mitteilung SV & Prot. der Kollektivber. anfordern (14T ab Anf., 7T Teiln.)

Unterbleibt wenn:

- Überg. an 58 [ §58 -> Übergabe an gesellschaftliches Gericht]
- 270 erw. [ § 270 -> Strafbefehl erwartet]

Nicht erforderlich wenn:

- gefähr. staatl. Sicherheit
- Nachahmer im Koll. [zum Beispiel AStA]
- kein geeignetes Koll. vorh.
- Koll. lehnt Mitw. ab
- Bekanntwerden der Handlung nicht im Intr. d. Gesellschaft, d. Geschädigten
- zuk. Erziehung jugendl. gefährdet

Eigene Teilnahme erf. wenn:

- SV [Sachverhalt], Beweisführung, rechtl. Würdigung besonders schwierig
- Bedingungen/Begünstigung der Straftat im Koll. liegen und auszuwerten sind
- wesentl. Zusammenh. der Straftat erläutert werden müssen um Koll. zu befähigen Straftat richtig zu bewerten
- staatl. Leiter oder Koll. um Teilnahme bitten



XYZ ist jetzt also bei mir im EV zur Bearbeitung angefallen und für mich ist ein hinreichender Tatverdacht gegeben. In dem Fall hätte ich nach 102(2) grsdl. eine entsprechende Mitteilung an die Leitung des Betriebs von XYZ über diesen Fall verfassen müssen, zumindest ab dem Zeitpunkt ab dem ich dadurch weitere Ermittlungen (mögl. Mittäter etc.) nicht mehr gefährdet sehe. In der Meldung war der Straftatsverdacht an sich bekannt zu geben, ob XYZ geständig ist oder den Vorwurf bestreitet und auch inwieweit und in welchem Umfang die Meldung bekanntgegeben werden darf. Dies sollte den entsprechenden gesellschaftlichen Kräften ihr Recht auf Mittwirkung im Verfahren ermöglichen, und die staatlichen Leiter dazu befähigen eventuelle Schlussfolgerungen in Bezug auf ihre Leitungstätigkeit zu ziehen.

Im Kopf habe ich dann mein obiges Prüfschema durchgespult und je nach Sachlage, d.h. wenn keine der oben angeführten Hinderungsgründe vorlagen, gleichzeitig mit der Mitteilung das Protokoll einer Kollektivberatung zu XYZ innerhalb von 14 Tagen zur Vorlage angefordert. Wenn ich meine eigene Teilnahme für erforderlich hielt habe ich um die Zusendung zweier Terminvorschläge innerhalb von 7 Tagen gebeten, um dann einen davon entsprechend mit meinem RL abgestimmt zu bestätigen.

Wie Du siehst waren die Gründe für die eigene Teilnahme recht auslegungsfähig und es ließen sich, wenn man dass so wollte, fast auch immer Gründe finden die einer Kollektivberatung entgegenstanden. Es war deshalb immer vom jeweiligen MA abhängig als wie sinnvoll er dieses Mittel erachtete. Es gab also Genossen die sich dieser Aufgabe sehr verschrieben hatten, und welche die es mehr als Belastung sahen. Insgesamt sollte man da schon ein gutes Mittel finden, andernfalls gab es ja noch die Erziehungstätigkeit des RL die Ausschläge in die eine oder andere Richtung korrigieren konnte.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
werner, Damals87 und diefenbaker haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2014 01:47 | nach oben springen

#117

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 17:56
von 94 | 10.792 Beiträge

RL könnte laut Wiki:Abkuerzungen Richtlinie bedeuten, nur dann machts irgendwie garkeinen Sinn.

P.S. was kürzt im Kontext Deiner Aufzeichnungen 'AStA' ab?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 18:00 | nach oben springen

#118

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 17:59
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #117
RL könnte laut Wiki:Abkuerzungen Richtlinie bedeuten, nur dann machts irgendwie garkeinen Sinn.


Ich biete Referatsleiter. Bin auf die Auflösung gespannt.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#119

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 18:03
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Entschuldigung, wird natürlich sofort nachgereicht.

AStA = Antragsteller [auf ständige] Ausreise
RL = hier in diesem Zusammenhang Referatsleiter


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#120

RE: Das MfS in der DDR-Öffentlichkeit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:40
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #111


Ich würde dies eindeutig als Öffentlichkeitsarbeit definieren, da dies einer der wenigen Momente war in denen das MfS sich und sein Wirken den Menschen offen zu erkennen gab. Ich stellte mich dort immer deutlich als MA des MfS vor, während ich mich sonst mit meiner K-Marke auswies, und versuchte, als junger Idealist der ich damals war, durch meine Schilderungen Zustimmung und Verständnis für unsere Arbeit und die soz. Gesetzlichkeit zu generieren.



Welche MfS-MA hatten eine K-Marke und bei welchen Gelegenheiten (... sonst ...) wurde diese benutzt und bei welchen der richtige Ausweis?

Gruss Wolfgang



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