#21

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.04.2014 21:25
von manifest 20 | 314 Beiträge

Richtig Angst hat ich mal .Am Abend vor dem Abgangstag wurde endlos gesoffen.Am Morgen waren zwei ei/kei-strichtaschen mit leeren Pullen im LO hinterm Fahrersitz.Sie in der Kompanie zu entsorgen war immer ein problem.
Dan kam ein Offz. der bis zu, wars die Post oder der Bus ,mitfahren wollte. Dem Fahrer und mir wurde ganz anders.Wenn bloß nichts klimpert.
Mit viel gespielten Husten,ist alles gut gegangen.
gruss andreas


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#22

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.04.2014 22:20
von Gelöschtes Mitglied
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@Bahndamm 68 ...bitte das bunte Gepinsel unterlassen... Farbtöpfe nutzen hier nur die Admins[/quote]

Kann man so schnell Kariere machen?[/quote]
Hallo Bürger der DDR,
wie soll ich das verstehen, ich bitte um Übersetzung für die Karriere


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#23

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.04.2014 15:24
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Greso im Beitrag #18
@Steffen 52,ich mache keinen Scherz.Das war 1956 in Dingelstedt,und wir durften nicht im Zimmer , nicht auf den Fluren und nicht auf dem kompletten Gelände rauchen.Nur auf diesem kleinen Fleck wo wir stehen und rauchen.Wir hatten ja kaum Zeit.
Das war an der Grenze ganz das Gegenteil.
Gruß Greso


17 Jahre nach dir war man in Mönchhai so lieb und ließ uns hinter der Baracke (die erste vorne vom Tor aus gesehen) unsere Fluppen reinziehen.
Die Raucherinsel da machte aber einen so steinalten Eindruck, glaube da haben schon die Totenkopfmänner die da mal mal gehaust haben ihren Tabak inhaliert.


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#24

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.04.2014 16:50
von Greso | 2.377 Beiträge

Richtig: Grenzwolf62,die waren auch mal da.
Ich war in der letzten.(1Komp.) und deine war die 3Komp.?oder???
Als wir entlassen wurden,kamen wir noch zwei Tage nach Mönchhai zurück und da war ich in deiner Baracke.
Da haben wir unsere Zigarren gedampft.Das war 1967 März.
Gruss Greso


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#25

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.04.2014 10:33
von Harry | 5 Beiträge

Hallo, bevor es wieder an die Arbeit geht schnell mein größtes Angsterlebnis bei den GT. An der U Schule hatten wir natürlich auch Wache. Weiß nicht warum, aber ich hatte jedes mal die Mitternachtswache von 22.00 - 02.00. Beim letzten Mal im Herbst war es zu dieser Zeit stockfinster. auf dem Schießplatz im Wald hörte ich wahnsinnige Geräusche. Zuerst konnte ich sie nicht deuten. aber dann hörte ich Schweinegrunzen. Da bin bin beinahe vor Angst zur Salzsäule erstarrt. wie gesagt gesehen hab nichts nur gehört. Später am Kanten Hatte ich eigentlich nie Angst,nur öfters mal ein tüchtig mulmiges Gefühl. so das wars kurz. Tschüs bis zum nächsten Besuch auf Dieser Seite.


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#26

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.04.2014 18:54
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Greso im Beitrag #24
Richtig: Grenzwolf62,die waren auch mal da.
Ich war in der letzten.(1Komp.) und deine war die 3Komp.?oder???
Als wir entlassen wurden,kamen wir noch zwei Tage nach Mönchhai zurück und da war ich in deiner Baracke.
Da haben wir unsere Zigarren gedampft.Das war 1967 März.
Gruss Greso


82 war Mönchai eigentlich gar kein regulärer Ausbildungsstandort mehr, da war eigentlich nur die Sicherungskompanie, wir wurden da einquartiert weil in Halberstadt kein Platz für uns war, sag mal zum Glück, ab und an mussten wir auch in Halberstadt Wache schieben und paar Tage da "wohnen", einfach gräuslich diese Knollen-Burg mit den Neubau-Soldatensilos, nee, war schon relativ gut da im Huywald wenn man die 6 Monate Ausbildungs-Schliff bei den GT auch nur schwer ansatzweise als gut deklarieren kann.


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#27

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.04.2014 19:10
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #3
Angst an der Grenze gab es nicht, hatten ja einen Hund (Hündchen) dabei.



Echte Sorgen, wenn nicht sogar etwas Angst, gab es dann in den 70-ern, als es um Pershing II und SS 20 ging,
Wettrüsten in einer neuen Dimension.
Es klang in den Medien oft so, als wäre es bereits 10 vor 12 .



Hallo!
Angst?,eigentlich nicht,aber ein ungutes Gefühl war schon dabei,wenn man nachts auf einen Friedhof verbringen mußte.Hatte aber meinen treuen Begleiter dabei,mein treuer Diensthund,ein echter Kamerad.Nach vielen Jahren,denke ich heute noch immer an ihn.Er war immer wie ein Freund,wir haben uns über alles unterhalten.War ich mal traurig,kam er sofort kuscheln.
Gruß Rei


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#28

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.04.2014 22:45
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #23
Zitat von Greso im Beitrag #18
@Steffen 52,ich mache keinen Scherz.Das war 1956 in Dingelstedt,und wir durften nicht im Zimmer , nicht auf den Fluren und nicht auf dem kompletten Gelände rauchen.Nur auf diesem kleinen Fleck wo wir stehen und rauchen.Wir hatten ja kaum Zeit.
Das war an der Grenze ganz das Gegenteil.
Gruß Greso


17 Jahre nach dir war man in Mönchhai so lieb und ließ uns hinter der Baracke (die erste vorne vom Tor aus gesehen) unsere Fluppen reinziehen.
Die Raucherinsel da machte aber einen so steinalten Eindruck, glaube da haben schon die Totenkopfmänner die da mal mal gehaust haben ihren Tabak inhaliert.Hallo @Grenzwolf62


Da hatten wir unseren ersten Ausgang.Sarstedter Warte 03.03.66
Gruß Greso


zuletzt bearbeitet 11.04.2014 22:47 | nach oben springen

#29

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.04.2014 23:03
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Greso im Beitrag #28
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #23
Zitat von Greso im Beitrag #18
@Steffen 52,ich mache keinen Scherz.Das war 1956 in Dingelstedt,und wir durften nicht im Zimmer , nicht auf den Fluren und nicht auf dem kompletten Gelände rauchen.Nur auf diesem kleinen Fleck wo wir stehen und rauchen.Wir hatten ja kaum Zeit.
Das war an der Grenze ganz das Gegenteil.
Gruß Greso


17 Jahre nach dir war man in Mönchhai so lieb und ließ uns hinter der Baracke (die erste vorne vom Tor aus gesehen) unsere Fluppen reinziehen.
Die Raucherinsel da machte aber einen so steinalten Eindruck, glaube da haben schon die Totenkopfmänner die da mal mal gehaust haben ihren Tabak inhaliert.Hallo @Grenzwolf62


Da hatten wir unseren ersten Ausgang.Sarstedter Warte 03.03.66
Gruß Greso

@Greso, noch kurz vor der Nachtruhe, ein schönes Bild von einer damaligen DDR Gaststätte . Gute Nacht!!
Grüsse Steffen52


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#30

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.04.2014 23:18
von Greso | 2.377 Beiträge

@ steffen52,ja das war ein angenehmes Lokal.
Weil du die Nachtruhe gleich antreten wirst:Wir mussten noch die Bettdecke anheben wenn der Kapo trillerte-Nachtruhääää und ins Zimmer kam
Schlaf schön Greso


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#31

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.04.2014 23:18
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Greso im Beitrag #28
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #23
Zitat von Greso im Beitrag #18
@Steffen 52,ich mache keinen Scherz.Das war 1956 in Dingelstedt,und wir durften nicht im Zimmer , nicht auf den Fluren und nicht auf dem kompletten Gelände rauchen.Nur auf diesem kleinen Fleck wo wir stehen und rauchen.Wir hatten ja kaum Zeit.
Das war an der Grenze ganz das Gegenteil.
Gruß Greso


17 Jahre nach dir war man in Mönchhai so lieb und ließ uns hinter der Baracke (die erste vorne vom Tor aus gesehen) unsere Fluppen reinziehen.
Die Raucherinsel da machte aber einen so steinalten Eindruck, glaube da haben schon die Totenkopfmänner die da mal mal gehaust haben ihren Tabak inhaliert.Hallo @Grenzwolf62


Da hatten wir unseren ersten Ausgang.Sarstedter Warte 03.03.66
Gruß Greso


Wir durften nur durch den Wald nach Dingelstedt, waren zwei Kneipen, eine davon war verboten weil der Wirt etwas angenagt war in Bezug auf GT und DDR allgemein und die andere, naja, für ein Bierchen hat es gereicht.
Hieß das Nest nicht sogar sinnigerweise Sargstädt?


zuletzt bearbeitet 11.04.2014 23:23 | nach oben springen

#32

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.04.2014 23:27
von Greso | 2.377 Beiträge

In Mönchhai hatten wir eine Frau,die uns Flaschenbier verkaufte.Die nannten wir ,,Nasenbär" wegen der riesigen Nase.


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#33

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.04.2014 09:21
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.493 Beiträge

Moin, von mir mal was: während meiner Grundausbildung war unsere Kompanie zur verstärkten Grenzsicherung bei Dömitz im Hinterland eingesetzt, die Ausbildungskompanie wurde Abends 21.00 Uhr verteilt, waren als 3-er Posten eingesetzt und hatten entweder feste Punkte von wo aus wir beobachten sollten bzw. bekamen wir feste Strecken zugeteilt welche wir als 3-er Posten zu absolvieren hatten. Bei so einer "Streife" war es auch mal möglich, daß sich zwei begegnen... So kam es fast zu einem Vorkommnis: In einer fast Mondlosen etwas diesigen Frühherbstnacht in der man so gut wie nichts sehen konnte, lag der eine Posten im Strassengraben und beobachtete während ein 3-er Posten gedeckt und leise in dessen Richtung handelte... Bei dem Beobachtungsposten war ein Nachtblinder dabei, der konnte nicht mal bei Dämmerung was sehen...hinzu kam, daß er unwahrscheinlich ängstlich war, als wir als handelnder Posten dann rann waren ist er aufgesprungen und hat durchgeladen, da wir die ganze Zeit mit einer Parolenabfrage rechneten, schrie ich die Parolenantwort, obwohl keiner nach einer fragte, wir 3 haben uns blitzschnell auf dem Boden verteilt, ein beherzter Kamerad wollte ihm von hinten die Waffe wegnehmen, er hatte große Mühe, der hatte sich total verkramft an dem Ding, dabei stellt er fest, daß die Waffe noch immer entsichert war, durchgeladen war sie eh noch....!! Das ging alles verdammt schnell, da kann man mal sehen was Angst haben auslösen kann. Der war völlig aufgelöst und hat bis zum Morgen gebraucht wieder runter zu kommen.
Da bei diesem Vorkommnis nur wir als Soldaten beteiligt waren, wurde noch in der selben Nacht vereinbart, darüber Stillschweigen zu bewahren.

Ich hatte keine Zeit um Angst zu bekommen...., klar hatte man irgendwie Schiss gehabt.. zumal man wußte ja mehr oder weniger wußte, dass da Kameraden sind, und man glaubt es nicht, wenn man hört wenn der andere durchläd... ist für mich grotesk
ich hab nur gewartet, das er den Finger krum macht und in die Dunkelheilt ballert

mir ist noch erinnerlich, daß alle Bewegungen wie in Zeitlupe abliefen, daß einem dies selbst auffällt, dass man fast starr ist bei seinen Handlungen.

gruß h.


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zuletzt bearbeitet 12.04.2014 15:52 | nach oben springen

#34

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.06.2014 15:45
von Lassiter | 102 Beiträge

hallo steffen 52,
dann hättest du mal 1962 in dingelstedt sein müssen unter der regie von hptm.peters als battl chef und ultn piotrowski,der war zug führer in der uffz komp,der hat uns geschliffen das uns das wasser im ar... kochte,als dann zur maiparade gehen sollte haben wir den ganzen tag nur maschieren geübt bis zum umfallen,stillstehen usw.der hat keine rücksicht auf verluste genommen er wollte der beste zug seinund das mit allen mitteln

Zitat von steffen52 im Beitrag #16
Zitat von Greso im Beitrag #15
Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #6
Angst in der ersten Grenznacht
In Dingelstedt, in der Ausbildung wurden wir begrüßt vom Kompaniechef – Leutnant – mit den Worten, „Es war schon immer ein Glück in die erste Kompanie zukommen“, entsprechend war der Drill ein halbes Jahr lang.
In Hötensleben angekommen am ersten Tag, nach zwei Stunden, Grenzbesichtigung am Tag und gegen 18Uhr das Gleiche noch einmal, jedoch in den Abendstunden.
Um 22Uhr begann meine erste Nachtschicht im letzten Abschnitt von Hötensleben, im Haidholz. Wir hatten vom Absitzen vom LO noch ca. 300-400m zu laufen. Das ablösende Postenpaar kam uns entgegen. Alles OK, keine Vorkommnisse, es war ein fliegender Wechsel.
Hatten wir so einen Wechsel in der Ausbildung gelernt, NEIN. Am Postenplatz angekommen machte mein Postenführer Meldung im Führungsbunker – keine besonderen Vorkommnisse.
Was nun kam, kann ich nicht wieder vergessen und in mir brach eine Welt zusammen.
Er übergab mir den Grenzmeldehörer und sagte, dass ich mich nun alle 20-30min im Führungsbunker melden sollte. So, und jetzt lege ich mich ins Gras zum Schlafen. Wir haben gestern im Grenzgebiet und dann weiter auf dem Zimmer Abschied gefeiert. Ich bin tot müde. Er trete sich herum und legte sich hinter den Panzerbunker in das Gras und schlief fast drei Stunden.
Ich fand keine Worte.
Wie hatte man uns vorbereitet auf den Grenzdienst, die Notwendigkeit, die Wichtigkeit, die Aufmerksamkeit. Jetzt die Realität, in der ersten Nacht, alles wie vom Erdboden verschwunden.
Ich kann nicht mehr aufzählen, was mir alles so durch den Kopf gegangen ist. Ich kauerte vor den Panzerbunker mich ins Gras, von Müdigkeit keine Spur, nur Angst und Bangen, dass keine Streife und kein Flüchtling kommen würde. Was war das für eine Dienstauffassung?.
Ich zitterte am ganzen Körper, die Waffe griffbereit an der Hüfte. Wollte oder konnte ich überhaupt schießen, so einsam und verlassen, nur ab und zu Windgeräusche.
War es nun von ihm ein Test, wie ich mich allein verhalten würde oder wollte er selbst das Weite suchen, all das und jenes ging mir durch den Kopf. Mit zitternder Stimme machte ich meine Meldungen im Führungsbunker, Gott sei Dank keine weiteren Rückfragen.
Ich hatte ganz einfach große Angst in dieser ersten Nacht.
Er kam dann nach ca. drei Stunden verschlafen wieder auf mich zu und wir unterhielten uns, über Gott und die Welt.
Eine Situation, die man nicht wieder vergisst.


Ja Bahndamm 68,so war das bei uns. Raucherinsel 1Komp.
Das haste gesehen,wenn du aus dein Stubenfenster geschaut hast.
Greso

@Greso, wie so Raucherinsel? Durftet ihr auf der Bude nicht rauchen? Für die Zeit eigentlich ungewöhnlich! Oder ist das ein Scherz von dir?
Grüsse Steffen52


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#35

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.06.2014 23:02
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lassiter im Beitrag #34
hallo steffen 52,
dann hättest du mal 1962 in dingelstedt sein müssen unter der regie von hptm.peters[/rot] als battl chef und [rot]ultn piotrowski,der war zug führer in der uffz komp,der hat uns geschliffen das uns das wasser im ar... kochte,als dann zur maiparade gehen sollte haben wir den ganzen tag nur maschieren geübt bis zum umfallen,stillstehen usw.der hat keine rücksicht auf verluste genommen er wollte der beste zug seinund das mit allen mitteln
Zitat von steffen52 im Beitrag #16
Zitat von Greso im Beitrag #15
Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #6
Angst in der ersten Grenznacht
In Dingelstedt, in der Ausbildung wurden wir begrüßt vom Kompaniechef – Leutnant – mit den Worten, „Es war schon immer ein Glück in die erste Kompanie zukommen“, entsprechend war der Drill ein halbes Jahr lang.
In Hötensleben angekommen am ersten Tag, nach zwei Stunden, Grenzbesichtigung am Tag und gegen 18Uhr das Gleiche noch einmal, jedoch in den Abendstunden.
Um 22Uhr begann meine erste Nachtschicht im letzten Abschnitt von Hötensleben, im Haidholz. Wir hatten vom Absitzen vom LO noch ca. 300-400m zu laufen. Das ablösende Postenpaar kam uns entgegen. Alles OK, keine Vorkommnisse, es war ein fliegender Wechsel.
Hatten wir so einen Wechsel in der Ausbildung gelernt, NEIN. Am Postenplatz angekommen machte mein Postenführer Meldung im Führungsbunker – keine besonderen Vorkommnisse.
Was nun kam, kann ich nicht wieder vergessen und in mir brach eine Welt zusammen.
Er übergab mir den Grenzmeldehörer und sagte, dass ich mich nun alle 20-30min im Führungsbunker melden sollte. So, und jetzt lege ich mich ins Gras zum Schlafen. Wir haben gestern im Grenzgebiet und dann weiter auf dem Zimmer Abschied gefeiert. Ich bin tot müde. Er trete sich herum und legte sich hinter den Panzerbunker in das Gras und schlief fast drei Stunden.
Ich fand keine Worte.
Wie hatte man uns vorbereitet auf den Grenzdienst, die Notwendigkeit, die Wichtigkeit, die Aufmerksamkeit. Jetzt die Realität, in der ersten Nacht, alles wie vom Erdboden verschwunden.
Ich kann nicht mehr aufzählen, was mir alles so durch den Kopf gegangen ist. Ich kauerte vor den Panzerbunker mich ins Gras, von Müdigkeit keine Spur, nur Angst und Bangen, dass keine Streife und kein Flüchtling kommen würde. Was war das für eine Dienstauffassung?.
Ich zitterte am ganzen Körper, die Waffe griffbereit an der Hüfte. Wollte oder konnte ich überhaupt schießen, so einsam und verlassen, nur ab und zu Windgeräusche.
War es nun von ihm ein Test, wie ich mich allein verhalten würde oder wollte er selbst das Weite suchen, all das und jenes ging mir durch den Kopf. Mit zitternder Stimme machte ich meine Meldungen im Führungsbunker, Gott sei Dank keine weiteren Rückfragen.
Ich hatte ganz einfach große Angst in dieser ersten Nacht.
Er kam dann nach ca. drei Stunden verschlafen wieder auf mich zu und wir unterhielten uns, über Gott und die Welt.
Eine Situation, die man nicht wieder vergisst.


Ja Bahndamm 68,so war das bei uns. Raucherinsel 1Komp.
Das haste gesehen,wenn du aus dein Stubenfenster geschaut hast.
Greso

@Greso, wie so Raucherinsel? Durftet ihr auf der Bude nicht rauchen? Für die Zeit eigentlich ungewöhnlich! Oder ist das ein Scherz von dir?
Grüsse Steffen52





Wie ist das mit "Klarnamen" hier im Forum?


zuletzt bearbeitet 24.06.2014 23:04 | nach oben springen

#36

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.10.2014 23:57
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Ich möchte in t meinem Beitrag nicht auf die Angst im Grenzdienst eingehen, sondern das man im Grenzdienst in Wut geraten konnte, so ist es
mir passiert. Ich war mit meinem Posten, Grenzsoldat (Wehrpflichtiger) Gunther K. aus Zwickau im Postenbereich Teichgebiet, GK Markusgrün
eingesetzt. Jeder Grenzer weis, es gibt Postenbereiche in denen es schon seit Monaten keinerlei Vorkommnisse gab, dass ein herabfallender
Tannenzapfen zum Alarm führte.
Wir waren ca. 3 Stunden im Dienst. Da kam der Grenzsoldat Gunther auf die geniale Idee, Abwehrgriffe im Nahkampf mit Messer zu üben.
Ich muss zugeben, dass ich Trottel keine Einwände hatte.Dazu hatten wir die Bajonette der AK 47 in Anwendung. Die ersten Abwehrgriffe klappten.
Kraft meiner Wassersuppe als Postenführer beendete ich dies kriegerischen Nahkampfhandlungen. Ich drehte mich um und in diesem Augenblick
stieß er mit dem Bajonett mir in das rechte Schulterblatt.
Der Stich war nicht tödlich, auch nicht besonders tief. Aber das Ergebniss war, wir mussten den Vorfall dem UvD über das GMN melden.
Ich musste ja aus dem Grenzdienst ausgelösst werden. Die nachfolgenden Ereignisse im Telegrammstil. Ich wurde in das mir bekannte Krankenrevier
im GR Plauen gebracht, verblieb dort 14 Tage.Der Grenzsoldat wurde nach Befragungen in der Kompanie durch verantwortliche Offizier sofort
Entlassen. Ich habe in Folge von der ganzen Geschichte nichts mehr gehört. Nach dem ich wieder in der Kompanie angekommen war, wurde ich vom KC
mit ernster Mine empfangen und mit einem Verweis bedacht. Und in diesem Augenblick kroch in mir die Wut hoch. Aber nicht auf den Soldaten, sondern
auf mich selber. Das ich für die nächsten Jahre Grenzdienst die Lehern daraus gezogen habe, ist jedem bestimmt verständlich.


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#37

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.10.2014 00:11
von andyman | 1.880 Beiträge

@Grenzerhans
Unmut tut selten gut.Da hast du noch Glück gehabt,hätte dein Posten noch gesagt du wolltest abhauenLgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#38

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.10.2014 02:37
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Hallo andyman,
von der Sache her hast Du recht. Aber wenn mein Posten auf diese Idee gekommen wäre, muss ich sagen, dass hätte ihm keiner der verant-
wortlichen Offizier abgenommen. Diese These, die Du angesprochen hast, hatte auch kein Offizier aus einem anderen Sicherheitsdiensten ihm
abgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich Befehle und Aufträge der Kompanieleitung ausgeführt, ob alleine oder mit einem zweiten Grenzer,
bei denen ich hätte die Seiten wechseln können, was niemand in diesem Augeblick verhindern konnte.


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#39

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.10.2014 14:16
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

ob es Angst war kann ich heute nicht mehr sagen, aber auf jeden Fall ein sehr ungutes Gefühl.Es war Herbst 86,da sind zwei Russen aus ihrer Einheit in Blankenburg/Harz abgehauen,die waren wohl auchmal auf dem Brocken stationiert und so wurde bei uns verstärkte Grenzsicherrung ausgelöst.Es wurde uns gesagt,das das speziell ausgebildete Aufklärer wären und die hatten auch noch ihre Bewaffnung dabei.Wir sind damals mit Stahlhelm am Koppel in den Abschnitt raus und ich glaube so ordentlich und ruhig ist wohl kaum ein Dienst versehen wurden.Da wurde auf jedes Geräusch gehört,zur Hinterland Absicherung waren auch noch die ABK aus Halberstadt da,also da gab es wirklich Dienst nach Vorschrift und die Parole war eingeprägt.Da war man heilfroh als nach zwei Tagen alles wieder in normalen Bahnen ablief.

11/85-04/86 GAR Potsdam
04/86-04/87 in Schierke


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#40

RE: Das erste mal richtig Angst gehabt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.10.2014 11:04
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #36

... Der Stich war nicht tödlich, ...

Tatsächlich?!

Sonst eine schöne Story, danke!

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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