#341

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:24
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #322
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #319
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #318
Jeder der @Lutze kennt, weiß, dass er Quellen weder zitiert oder verlinkt. Daher finde ich es schon eigenartig, dass er jetzt hier festgengelt werden soll.

Fakt ist doch, dass nach der Wende unzählige Papiersäcke mit geschredderten Unterlgen gefunden werden, die noch heute rekonstruirt werden. Da ist mir schon fast egal wo -ob in Berlin, Rostock, oder Magdeburg.

Weil ich aber neugierig bin, bin ich auf die Suche gegangen und habe etwas anderes gefunden. Kein Bericht über geschredderte Unterlagen, sondern über Urnen von gestorbenen Häftlingen, die man auf einem Dachboden gefunden hat:

1957 sind im Grabfeld U 18 des Chemnitzer Friedhofes 136 Urnen anonym vergraben worden, darunter die Urnen von 32 Frauen und drei Kindern aus der Frauenhaftanstalt Hoheneck, die dort auf dem Dachboden gefunden wurden.

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

An der Stelle höre ich auf zu suchen.

LG von der Moskwitschka


Danke an @Moskwitschka für Deine intensive Sucharbeit.

Ich habe mich in dieses erschütternde Dolument

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

eingearbeitet !

Meine Frage an die User aus der MfS-Fraktion :

Handelt es sich bei diesem Dokument nach ihrem Dafürhalten um ein rachsüchtiges Hetzblatt ehemaliger DDR-Feinde,-
oder könnt ihr wenigstens in Teilen diesem Dokument einen Wahrheitsgehalt zusprechen ?



ja klar , können wir alle
bis jetzt dachte ich auch es gibt keine dummen fragen , wurde ich hier nicht eines besseren belehrt .
was ist das ziel dieser ausgrabungen , selbst wenn es wahr wäre und ein depp dies auch noch ins netz stellen würde ?
das ziel ist doch hier und jetzt ehemalige mitarbeiter des mfs die sich hier im forum öffentlich zur diskussion stellen zu verunglimpfen und auf eigener nachfrage zur heutigen situation abzulenken um den nach -wende - freiheitsgedanken rechnung zu tragen?
dabei wissen die schreiberlinge hier doch selbst ,das das mfs im gegensatz zu heutigen geheimdiensten weisenknaben waren .
das mfs der ddr war damals einer der besten geheimdinste der welt und ich glaube auch das viele sachen nicht in ordnung waren ,wie es bei allen geheimdiensten eben so ist .
aber allen mitarbeitern dieses mfs , die mit sicherheit keine straftäter sind und waren, nach solch einer langen zeit, so einer hexenjagt ,und das selbst hier im forum zuzumuten , ist schon beispielhaft ??
vielleicht sollte man bei gewissen beiträgen die pauschalisierungen und damit verleumdungen , besser kontrollieren (straftatbestand)
wenn wir die bösewichter und schergen der ehemaligen ddr waren und heute noch sind , die das volk damals geknebelt haben , sollte man auch die jenigen nicht vergessen die jenen staat gewollt oder nicht an den grenzen verteidigt haben ?(gt ,vopos ,abv, ect.) ?
es gibt bestimmt viele hier die um ausreden nicht verlegen sind???


@frank

Warum so unsachlich ?

Deine Antwort ist ja nun weder sachlicher noch ist sie klüger als die Fragen der Anderen !

Diskussion sieht jedenfalls in meinen Augen anders aus , als wie immer nur sich selbst verteidigen und mit ausgestreckten Fingern auf die Anderen zeigen....

Ein schönen Ostermontag wünsche ich..


....................................
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#342

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:31
von Gert | 12.354 Beiträge

@Merkur da bist du aber froh, dass du diesen Fall ausgegraben hast. Das MfS ist natürlich bei dieser bewaffneten Geiselnahme der strahlende Sieger


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#343

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:33
von hexenmeister67 | 148 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #342
@Merkur da bist du aber froh, dass du diesen Fall ausgegraben hast. Das MfS ist natürlich bei dieser bewaffneten Geiselnahme der strahlende Sieger






Ich sehe da keinen Sieger. Einer ist tot der andere hat ein Mensch auf den gewissen deutet auf zwei Verlierer hin



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#344

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:33
von berlin3321 | 2.518 Beiträge

Zitat
Ein Toter, der auf das Konto der Staatssicherheit geht.



Stimmt.

Zitat
Hätte aber nicht jedes andere bewaffnete Organ auf der Welt genau so gehandelt ?



Das wäre möglich. Es könnte aber auch sein das man ihn hätte laufen lassen. Deine Frage Merkur, ist Spekulatius. Mit dieser Art der Schönfärberei kommen wir nicht weiter.

Man kann alles schönreden wenn man will.

MfG Berlin


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ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#345

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:37
von ABV | 4.202 Beiträge

Da das MfS ein Geheimdienst war, zumindest trifft das auf Teile des MfS zu, dürften die typisch geheimdienstlichen Vorfälle eher im Fokus des Interesses stehen. Das Vorgehen an der GÜST trägt eher polizeilichen Charakter.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#346

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:44
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #345
Da das MfS ein Geheimdienst war, zumindest trifft das auf Teile des MfS zu, dürften die typisch geheimdienstlichen Vorfälle eher im Fokus des Interesses stehen. Das Vorgehen an der GÜST trägt eher polizeilichen Charakter.

Gruß Uwe


Die Überschrift lautet "wieviele Tote gehen auf das Konto der Staatssicherheit". Nun sollen nur noch "die typisch geheimdienstlichen Vorfälle eher im Fokus des Interesses" stehen. Was ist das denn ? Fangen wir jetzt an zu trennen ?
Beim Fall Niering habe ich mich ganz klar an das Ausgangsthema gehalten. Das stört einige, da es wohl nicht der erhoffte Effekt mit den erhofften Fällen war. Mal sehen, ob die anderen Fälle genehm sind.



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#347

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:53
von ABV | 4.202 Beiträge

Nein Merkur! Aber du weißt selbst, dass es bei den Diskussionen nicht um solche Vorfälle wie an der GÜST geht. Sondern eher um so genannte " nasse Angelegenheiten". Außerhalb jeglicher Legalität.

Gruß Uwe


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#348

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:54
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #344

Zitat
Ein Toter, der auf das Konto der Staatssicherheit geht.


Stimmt.

Zitat
Hätte aber nicht jedes andere bewaffnete Organ auf der Welt genau so gehandelt ?



Das wäre möglich. Es könnte aber auch sein das man ihn hätte laufen lassen. Deine Frage Merkur, ist Spekulatius. Mit dieser Art der Schönfärberei kommen wir nicht weiter.

Man kann alles schönreden wenn man will.

MfG Berlin




Hallo,

was ist denn hier "schönreden" oder "Schönfärberei" ?

Hier wurden doch nur Fakten genannt und da die Kräfte der PKE nun mal zum MfS gehörten, passt dies doch zum Thema.

Sicher ist es immer Spekulation, was passiert wenn Fall XY eintreten sollte. Aber die Frage nach einer entsprechenden Reaktion darf doch wohl gestellt werden.


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#349

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 16:48
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ABV im Beitrag #329
Zitat von damals wars im Beitrag #328
Für mich stellt sich außerdem die Frage, wieviele Kundschafter für den Frieden haben den ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt?
Bei den Grenzern ist das ja gut dokumentiert.
Sicher würde bei der Klärung dieser Frage ein Blick in die Akten der anderen Seite helfen.


Wäre es nicht besser, wenn wir uns in der Diskussion auf die vom MfS zu verantwortenden Todesfälle konzentrieren würden? Die Frage ob " Kundschafter für den Frieden" in ihren jeweiligen Einsatzgebieten ums Leben kamen, sollte in einem eigenen Thread diskutiert werden. Ansonsten liefern wir ein Musterbeispiel, wie vom eigentlichen Thema wegdiskutiert wird.

Gruß Uwe



Tot ist tot, egal ab pro oder kontra. Wieder einmal die einseitige Litanei.


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#350

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 16:55
von ABV | 4.202 Beiträge

Wieso einseitig? Niemand hindert dich oder jemand anderes einen Thread zum Thema " getötete Kundschafter des Friedens" zu eröffnen. Dort können wir dann über dieses Thema reden. In diesem Thread geht es um die vom MfS zu verantwortenden Todesfälle. Dieses ganze Hin und her mag ja für diesen oder jenen objektiv erscheinen. Es birgt aber auch die Gefahr, dass man sich dadurch den Vorwurf der Ablenkung einhandelt.

Gruß Uwe


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#351

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 16:58
von Krepp | 533 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #320


.....Am 24.1.1955 erlitt sie beim Bücken nach einer Spindel eine schwere Kopfverletzung, fachgerechte Behandlung erhielt sie erst mehrere Tage später. Sie wurde dann nach Meusdorf verlegt, mehrfach operiert, Infektionen führten zum Wundstarrkrampf. Man äscherte sie ein, und die Urne wurde von Behörden in einem geheimgehaltenen Massengrab beigesetzt.[/i]


Leipzig - Meusdorf ist für mich ein Stück Heimat und war solange meine Großeltern noch lebten auch Lebensmittelpunkt. Ich weiß nicht wie oft ich mit dem grünen Fahrrad meines Großvaters in der Gegend unterwegs war, einerseits einfach nur so und dabei die aktuellsten Schlager trällernd. Oder zum Einkaufen für meine Großmutter. Nicht selten führte mein Weg an Dösen vorbei – der Irrenanstalt, wie es damals so hieß. Es war bedrückend dort vorbei zu fahren, ohne zu wissen, was hinter den Zäunen sich verbarg – „Irre“ eben. Daher trat ich damals um so schneller in die Pedalen, um dort wieder weg zu kommen.
Wenn ich heute solche Berichte lese, krampft sich bei mir alles zusammen. Nicht, dass ich irgendwelche Schuldgefühle habe, sondern, dass man damals nicht weiter über die „Irren“ nachgedacht hat. Wie denn auch. Selbst meine Großeltern werden nicht gewusst haben, dass dort nach hoher Wahrscheinlichkeit auch politische Strafgefangene behandelt wurden. Auf andere gerechtfertigten medizinischen Indikationen, die wahrscheinlich die Mehrheit ausmachten, will ich jetzt nicht eingehen. Nur eins – was war damals in Dösen „politisch“ und was war strafrechtlich oder medizinisch gerechtfertigt. Von den Bedingungen in solchen „Anstalten“ ganz zu schweigen. Offiziell hieß die Klinik damals Bezirkskrankenhaus für Psychiatrie Leipzig-Dösen




LG von der Moskwitschka


Hallo @Moskwitschka

das BKH für Psychiatrie hat meines Wissens nichts, aber auch garnichts mit dem
Haftkrankenhaus Meusdorf zu tun.
Siehe Googlemaps: der untere Bereich an der Leinestr. ist das/die alte wie auch derzeitige Haftkrankenhaus/Justizvollzugsanstalt.
Da sieht man auch deutlich die Mauer drumrum.
Der obere Bereich ist das damalige BKH für Psychiatrie. Heute fast komplett geschlossen wegen
Umzug an anderen Standort.

http://goo.gl/maps/s0cXr



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.04.2014 16:59 | nach oben springen

#352

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 17:02
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ABV im Beitrag #350
Wieso einseitig? Niemand hindert dich oder jemand anderes einen Thread zum Thema " getötete Kundschafter des Friedens" zu eröffnen. Dort können wir dann über dieses Thema reden. In diesem Thread geht es um die vom MfS zu verantwortenden Todesfälle. Dieses ganze Hin und her mag ja für diesen oder jenen objektiv erscheinen. Es birgt aber auch die Gefahr, dass man sich dadurch den Vorwurf der Ablenkung einhandelt.

Gruß Uwe


Es geht doch wohl ganz allgemein um Tote, die im Zusammenhang mit dem Wirken des MfS stehen. Nun wird dieser Aspekt sehr einseitig betrachtet. ich habe das Thema nicht eröffnet, nur auch hier die Frage "Wem nutzt es?".

Es geht doch hier schon lange nicht mehr um eine objektive Aufarbeitung des Thema "MfS" mit allen Schattierungen.


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#353

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 17:08
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #352
Zitat von ABV im Beitrag #350
Wieso einseitig? Niemand hindert dich oder jemand anderes einen Thread zum Thema " getötete Kundschafter des Friedens" zu eröffnen. Dort können wir dann über dieses Thema reden. In diesem Thread geht es um die vom MfS zu verantwortenden Todesfälle. Dieses ganze Hin und her mag ja für diesen oder jenen objektiv erscheinen. Es birgt aber auch die Gefahr, dass man sich dadurch den Vorwurf der Ablenkung einhandelt.

Gruß Uwe


Es geht doch wohl ganz allgemein um Tote, die im Zusammenhang mit dem Wirken des MfS stehen. Nun wird dieser Aspekt sehr einseitig betrachtet. ich habe das Thema nicht eröffnet, nur auch hier die Frage "Wem nutzt es?".

Es geht doch hier schon lange nicht mehr um eine objektive Aufarbeitung des Thema "MfS" mit allen Schattierungen.



Das ist auch verdammt schwierig! Woran meist beide Seiten Schuld haben. Die einen lassen sich von bloßen Vorurteilen leiten und verteilen pauschale Rundumschläge, während die anderen " mauern" oder relativieren.
Ich weiß auch nicht, wie man eine vernünftige Diskussion zu dem Thema hinbekommt. Oft genug versucht wurde es ja schon. Leider sind die Vorhaben ebenso oft gescheitert. Aus den bekannten Gründen.

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 21.04.2014 17:09 | nach oben springen

#354

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 17:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wie viele beliebige Tötungsdelikte und Verluste an Leben durch fahrlässige Unfälle, vermeidbare Havarieren oder Sabotage wurden denn durch die Tätigkeit des MfS vorbeugend verhindert? Diese Zahl dürfte die der hier in den Raum gestellten Fallkonstellation um einige tausend Fälle übersteigen!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
DoreHolm, Merkur, passport und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.04.2014 17:20 | nach oben springen

#355

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 17:24
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #354
Wie viele beliebige Tötungsdelikte und Verluste an Leben durch fahrlässige Unfälle, vermeidbare Havarieren oder Sabotage wurden denn durch die Tätigkeit des MfS vorbeugend verhindert? Diese Zahl dürfte die der hier in den Raum gestellten Fallkonstellation um einige tausend Fälle übersteigen!

in der "Freien Erde"(heute Nordkurier) habe ich damals
nichts darüber was gelesen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#356

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 17:52
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #355
Zitat von Feliks D. im Beitrag #354
Wie viele beliebige Tötungsdelikte und Verluste an Leben durch fahrlässige Unfälle, vermeidbare Havarieren oder Sabotage wurden denn durch die Tätigkeit des MfS vorbeugend verhindert? Diese Zahl dürfte die der hier in den Raum gestellten Fallkonstellation um einige tausend Fälle übersteigen!

in der "Freien Erde"(heute Nordkurier) habe ich damals
nichts darüber was gelesen
Lutze


Und was soll uns das sagen? Hast Du auch mal in "Glaube und Heimat" nachgeschaut? Evtl. stand ja da darüber etwas erwähnenswertes drin.


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#357

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 17:55
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Eine der Grundregeln des Diamat lautet:

„Die jeweilige Entwicklung einer bestimmten Ebene resultiert nicht aus einem harmonischen Fortschreiten, sondern entsteht durch den Konflikt und die Aktualisierung der jeweiligen, den entsprechenden Phänomenen innewohnenden Gegensätzlichkeiten, den „Grundwidersprüchen“.“

Insofern bin ich frohen Mutes, dass auch dieser Widerspruch zu einem Entwicklungssprung führt:

Zitat von Hufklaus im Beitrag #321

Die hier vorgenommene und m.E. vorsätzliche und beabsichtigte Polarisierung der Äußerungen von Usern beider Seiten, ich schließe mich ein, sollten nicht überstrapaziert werden, weil, das Geschehene ist nicht mehr zu leugnen und läßt sich auch nach mehr als 25 Jahren nicht umdeuteln, liebe betroffene Genossen!



Nach ein wenig Kritik, die dann sogar in Selbstkritik übergeht, sind es zum Schluss die „lieben Genossen“, die sich der Meinung des Herrn Huf anzupassen haben. Passiert das nicht im gewünschten (vollem) Umfang, so sind das - und dieses Wort wird inflationär verwendet - refexartige Verhaltensmuster.

Gleichwohl wünscht sich Huf
Zitat von Hufklaus im Beitrag #321
…, es gäbe hier im Forum mehr gemeinsame Threads, als "posthume Klassenkämpfe" deren historischen Ergebnissen wir heute alle gemeinsam aufsitzen...

sagt aber an anderer Stelle:
Zitat von Hufklaus im Beitrag RE: In den Raum gestellt - Thema: Der unendliche Kampf gegen die DDR-"Staatssicherheit" und der real existierende Verfassungsschutz
Mit Euch Dogmatikern wird es keine Aussöhnung geben!
. Na wenn das kein Klassenkampf ist.

Nun wie gesagt, ich habe da noch Hoffnung.

Zum eigentlichen Thema kann ich persönlich nichts Bemerkenswertes hinzufügen. Einerseits weil ich in keiner Weise in irgendwelche Handlungen eingebunden war, die letztlich dem Thema zugrunde liegen. Ich war sowohl bei den GT als auch beim MfS ausschließlich an der Grenze tätig und kann aus persönlichem Erleben nur darüber berichten. Dass manche ehemaligen Kollegen mit Bestimmtheit wissen, dass etwas definitiv nicht stattgefunden hat, lässt mich im Zusammenhang mit einem Geheimdienst auch aufhorchen. Es wäre ein schlechter Geheimdienst, bei dem man mal so eben über „hochbrisante Aktionen“ umfangreiche Unterlagen finden würde und somit der Unkehrschluss zulässig wäre: Was nirgends steht, hat auch nicht stattgefunden. Das naturgemäß genau das der Ansatzpunkt für die Gegenseite ist, in allem und jedem das Übel an sich zu sehen, versteht sich da eher von selbst. Insofern sind stichhaltige Beispiele zur eher wohl rhetorisch gemeinten Ausgangsfrage („wieviel…“) würdig zu diskutieren. Kommt ein solches Beispiel (dann auch noch von der „falsche“ Seite) ist es auch wieder nicht richtig.

Andererseits werde ich einen Teufel tun und mich hier für Handlungen, die tats. oder gar vermeintlich zum Tode von Menschen führten, sozusagen stellvertretend zu rechtfertigen. Das lasse ich mir von niemand aufzwingen. Für mich gilt weiterhin, dass jedes tatsächliche Opfer der Systemauseinandersetzung nach Ende des II: WK bedauernswert ist, wenngleich ich bei historischer Einordnung (ich weiß, was jetzt auch reflexartig kommen könnte…) im Rückblick durchaus Phantasien in dieser Richtung hatte. Es wundert mich z. B. heute noch, dass ein Weinhold die Wende noch erlebt hat. War das geheimdienstliche Humanität oder temporäres Unvermögen.

friedliche Grüße Andreas, der nun wirklich nur noch antwortet, wenn er einen Fakt zu einem Thema bringen kann und sich dieser Widersprüche erstmal entzieht.


ABV, DoreHolm und Gesamtdeutscher Kamerad haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#358

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 18:40
von turtle | 6.961 Beiträge

Wir drehen uns wie so oft bei gewissen Themen im Kreis. Wie viele Tote gehen auf das Konto der Staatssicherheit ?. Logisch wird sich niemand selber belasten und zum anderen wusste jeder immer nur soviel wie unbedingt nötig. Unser Wissen entnehmen wir Quellen die mehr oder weniger jetzt offen für alle zugänglich sind. Das da einiges unterschiedlich gesehen bzw. interpretiert wird ist doch nicht verwunderlich. Nestbeschmutzer möchte scheinbar auch keiner sein. Zu einem Ergebnis werden wir hier bestimmt nicht kommen. Wie viel Schuld die Stasi am Tod von Menschen hatte ? Ich weiß es nicht. Nur Unschuldig, nein das war die Stasi bestimmt nicht. War das der Verfassungsschutz oder BND immer?


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#359

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 18:51
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Um ehrlich zu sein, wir werden nie erfahren, wieviel Tote auf das Konto des MfS gehen. Schon bei Toten an der Grenze haben sie sich viel Mühe gegeben, die Tatsachen zu verschleiern. Um so mehr, wenn sie selbst jemanden um die Ecke gebracht haben.
Ein schönes Beispiel für Vertuschungsaktionen des MfS ist dieser Fall:
Gerald Thiem, ein Polier aus dem West-Berliner Bezirk Neukölln, dringt nach einem Feierabendumtrunk in die Ost-Berliner Grenzanlagen ein. Warum er dies tut, ist ungeklärt.
Die Grenzsoldaten geben insgesamt 177 Schuss auf ihn ab. Die Schützen erhalten am nächsten Tag das "Leistungsabzeichen der Grenztruppen" oder "Sachwertprämien".

Das MfS sorgt dafür, dass der gewaltsame Tod des West-Berliners Gerald Thiem nicht publik wird. Es ist das Jahr 1970: Die Bemühungen des SED-Staates um internationale Anerkennung sollen nicht gefährdet werden.

Im Westen gilt Thiem als verschollen und wird 1981 amtlich für tot erklärt. Seine Töchter erfahren erst 1994 die Wahrheit über seinen Tod, seine Frau ist inzwischen verstorben. "Dieses Leben in Ungewissheit war für uns die schlimmste Zeit", sagt eine Tochter.

Flucht und Vertuschung

Am späten Abend des 7. August 1970 läuft der West-Berliner Gerald Thiem in einem unübersichtlichen Grenzbereich durch die Sperren der Grenzanlagen im Umbau. Als ihn ein Grenzposten festnehmen will, läuft Thiem weiter und gerät in das Blickfeld anderer Grenzsoldaten. Sie eröffnen sofort das Feuer. Gerald Thiem bricht im Kugelhagel zusammen und stirbt.

Das MfS beobachtet zunächst die West-Presse. Die Zeitungen in West-Berlin berichten, dass Gerald Thiem als vermisst gilt und gesucht wird. Die nächtlichen Schüsse, die auch im Westteil der Stadt zu hören waren, werden mit seiner Person aber nicht in Verbindung gebracht. Das MfS sieht eine Chance, den Tod von Thiem zu verschweigen.

Die Generalstaatsanwaltschaft der DDR und die "Linie IX" des MfS sind die beiden wichtigsten Organe, die politische Strafermittlung durchführen. Sie vereinbaren, die "Leichensache als unbekannt" abzuschließen, und verwischen alle Spuren."
http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/DDRGes...tml?nn=2191216


Intellektuelle spielen Telecaster
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#360

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 18:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #294
Zitat von 94 im Beitrag #285
Und Alfred, willst Du jetzt in Abrede stellen das es mehr die Regel wie die Ausnahme war, das die Todesursache und -umstände bei Todesfällen in die das MfS involviert war, 'verschleiert' wurden?

Das stelle ich ganz deutlich und entschieden in Abrede, auch wenn ich nicht Alfred bin. Das MfS mag sicher in operativ begründeten Fällen in der Dokumentation Änderungen der Todesursache und -umstände angeregt und durchgesetzt haben. Aber:
Die Kriminalisten des Untersuchungsorgans des MfS waren jedes Jahr in die Untersuchung zahlreicher Tötungsdelikte und anderer unnatürlicher Todesfälle involviert. Und dort wurde nichts manipuliert. Warum auch ? Ganz im Gegenteil. Das MfS klärte die Todesursache und -umstände auf bzw. unterstützte die MUK der K maßgeblich.
Und genau das lilafett markierte versuchte ich mit 'verschleiert' zu beschreiben.

Doch nun noch ein anderes hier angerissenes Thema, der Lagerort der Säcke mit den vorvernichteten Unterlagen. Nicht das man von dem 'Dachboden' einen falschen Eindruck bekommt, hier mal ein Bild aus Magdeburg ...

Quelle: bbc.com

Ein Teil lagert auch noch in Berlin, da allerdings im Keller(-geschoß) ...

Quelle: Asbury&Asbury

Doch nun zurück zum Thema, @Merkur machte ja einen Anfang mit einem konkreten Beispiel, dem 5.Januar1974. Ich möchte dagegen mal den 10.März 1970 ansprechen, Stichwort Ehepaar Wehage. Dazu eine Frage: War das so ein operativ begründeter Fall, in dem in einigen offiziellen Dokumenten die Todesumstände verschleiert wurden? Wenn ja, warum? Oder was versprach man sich von dem erfundenen Autounfall bei Glatteis ohne Zeugen? Ein bissel 'dumdreist' finde ich da dann den legendierten Grund für diese erfundene Fahrt, die Besichtigung einer gemeinsamen Wohnung. War es doch gerade die magelnde Aussicht auf eine ebensolche, welche den Wehage zum Waffendiebstahl und einer Flugzeugentführung anregte.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.04.2014 18:56 | nach oben springen


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