#61

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 12:36
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #59
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #57
Zitat von Rostocker im Beitrag #56


Soll es aber von Seite von Fahnenflüchtigen gegeben haben.



Du hast aber nach unterbinden gefragt.



Also fragen wir so--Wenn man von jemanden bedroht wird. Beispiel-Posten oder Postenführen,der Fahnenflucht begehen will.Und man hat die möglichkeit dieses auch mit Anwendung der Schußwaffe zu verhindern. Was würde man tun?



In dem Fall wäre mir persönlich wichtiger gewesen das mein Sohn mit Vater aufwächst und keine Schule nach mir benannt wird.
Wenn möglich hätte ich um Fesselung mit Koppel oder dem Tragegestell gebeten und das ich ein Veilchen verpasst bekomme, hätte besser ausgesehen für die Untersuchung danach.


wellensittich hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.03.2014 12:39 | nach oben springen

#62

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 12:43
von Gert | 12.354 Beiträge

hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#63

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 13:11
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#64

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 13:43
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #59

Also fragen wir so--Wenn man von jemanden bedroht wird. Beispiel-Posten oder Postenführen,der Fahnenflucht begehen will.Und man hat die möglichkeit dieses auch mit Anwendung der Schußwaffe zu verhindern. Was würde man tun?


Hallo,
also wenn ich bedroht wurden wäre, gab es für damals keine Frage.
Egal von wem bedroht!
Fahnenflucht oder auch Flucht zu unterbinden war ich auf jeden fall bereit.
Ob ich das dann mit aller Konsequenz durchgezogen hätte, kann ich
zum Glück nicht berichten.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#65

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 13:50
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62

...Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte....



....,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,.....Lutze

@Lutze
lies doch mal richtig bevor du Unsinn schreibst und Dir wieder Schelte einhandelst.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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zuletzt bearbeitet 30.03.2014 13:50 | nach oben springen

#66

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 13:50
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
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Lutze


@Lutze: Gert wollte damit ausdrücken, dass ihm bei einer eventuellen Wehrdienstverweigerung 1 1/ 2 Jahre Gefängnis gedroht hätten. Er hat nicht den Wehrdienst mit dem Gefängnis verglichen. Und die Gründe seiner späteren Flucht, sollten dir auch nicht entgangen sein.

Gruß Uwe


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#67

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 14:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
Lutze


mein lieber Lutze, ich erkläre dir gern den Wortinhalt des Wortes alternativ , okay?
Also ich schrieb, dass ich der Wehrpflicht nachkommen musste, weil die DDR ein solches Gesetz verabschiedet hat. Wenn ich das verweigert hätte, wäre ein Gerichtsprozess in Gang gesetzt worden und ich hätte 1 1/2 Jahre Gefängnis bekommen. Das Gefängnis war also die Alternative zur Wehrpflicht, falls man verweigerte. Im Gegensatz zu unserer Bundesmutti war meine Situation nicht alternativlos.
Hast du das nun verstanden ? Wenn nicht kannst mich gerne noch mal anschreiben, wenn das noch nicht klar ist.


.
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#68

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 14:51
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #67
Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
Lutze


mein lieber Lutze, ich erkläre dir gern den Wortinhalt des Wortes alternativ , okay?
Also ich schrieb, dass ich der Wehrpflicht nachkommen musste, weil die DDR ein solches Gesetz verabschiedet hat. Wenn ich das verweigert hätte, wäre ein Gerichtsprozess in Gang gesetzt worden und ich hätte 1 1/2 Jahre Gefängnis bekommen. Das Gefängnis war also die Alternative zur Wehrpflicht, falls man verweigerte. Im Gegensatz zu unserer Bundesmutti war meine Situation nicht alternativlos.
Hast du das nun verstanden ? Wenn nicht kannst mich gerne noch mal anschreiben, wenn das noch nicht klar ist.


einen Eid hast du gebrochen,das habe ich verstanden
Lutze


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#69

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 14:56
von turtle | 6.961 Beiträge

Irgendwie hinkt die das Thema. Es sind über 23 Jahre seit dem Ende der DDR vergangen. Der Mensch lernt immer dazu. Unser Wissen auch über die DDR ist nicht mehr das von vor der „Wende.“ Ehrlicher würde es sein zu unterscheiden wie war das für mich damals mit einer Fahnenflucht. Da glaube ich schon das die Mehrheit der Grenzer eine Republikflucht als Verbrechen ansahen und eine Fahnenflucht erst recht. Ständig eingetrichterte Ideologie hinterlässt ihre Spuren, und lässt uns erst im Nachhinein vieles anders Verstehen. Deshalb besser nachgefragt sahst Du damals eine Fahnenflucht anders als heute. Da glaube ich schon dass sich die Sichtweite bei den meisten verändert hat. Eine gewisse Trotzreaktion könnte mit bei Grenzthemen eine Rolle spielen. Das Image der Grenzer hat nach der Wende sehr gelitten. Sie wurden teilweise als willige Handlanger eines Unrechtssystems hingestellt, und entsprechend gemieden. Da kann ich schon Bitterkeit verstehen. Viele von Ihnen tun sich heute noch schwer sich als Grenzer zu outen, oder nach dem Motto nun erst recht. Lasst uns lieber zusammen aufpassen, dass eine solche Grenze nie wieder gibt. Solange es aber Zeitzeugen gibt haben beide Seiten das Recht ihre Sichtweite darzustellen. Nur so können wir besser Verstehen. Es ist schon lange Zeit aufeinander zuzugehen und die restlichen Schranken in den Köpfen abzubauen. Schon ist der Grenzer ein Mensch, auch der Fahnenflüchtige oder der Flüchtling. Um es mal klar zu sagen für mich war ein Grenzer damals dieser willige Handlanger eines Staates welchen ich ablehnte. Heute ist er der Mensch wie jeder andere. Ich habe auch dazu gelernt,vor allem zugehört was er zu sagen hatte.


ABV, grenzgänger81, DoreHolm, Heinz R., exgakl, Ostlandritter und CAT haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.03.2014 14:57 | nach oben springen

#70

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 15:00
von WernerHolt (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #68

einen Eid hast du gebrochen,das habe ich verstanden
Lutze


wieso hat er seinen fahneneid gebrochen? er hat seinen wehrdienst erfüllt, wurde nach erfüllung dessen ehrenhaft entlassen und damit hat es sich. oder?


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 15:06
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #68
Zitat von Gert im Beitrag #67
Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
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mein lieber Lutze, ich erkläre dir gern den Wortinhalt des Wortes alternativ , okay?
Also ich schrieb, dass ich der Wehrpflicht nachkommen musste, weil die DDR ein solches Gesetz verabschiedet hat. Wenn ich das verweigert hätte, wäre ein Gerichtsprozess in Gang gesetzt worden und ich hätte 1 1/2 Jahre Gefängnis bekommen. Das Gefängnis war also die Alternative zur Wehrpflicht, falls man verweigerte. Im Gegensatz zu unserer Bundesmutti war meine Situation nicht alternativlos.
Hast du das nun verstanden ? Wenn nicht kannst mich gerne noch mal anschreiben, wenn das noch nicht klar ist.


einen Eid hast du gebrochen,das habe ich verstanden
Lutze



Nein Lutze, Gert hat ganz brav seinen Wehdienst an der Grenze bis zum Schluss abgeleistet. Und ist ganz normal entlassen worden.
Man hat ihm wegen seiner Ausbildung viele Steine in den Weg gelegt und darum ist er später abgehauen.
.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 15:09
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
Lutze

Hallo Lutze
Die Schulausbildung und Lehrausbildung war auch im Westen kostenlos .


Gert, Ostlandritter und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#73

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 15:10
von ABV | 4.202 Beiträge

Früher, damit meine ich die Zeit bis 1990, waren Republikflüchtlinge für mich auch so etwas wie Verräter. Vor allem die, die sich nach einer gelungenen Flucht noch stolz in den Medien zeigten. Heute sehe ich das völlig anders! Auch das vielfach vorgebrachte Argument," dass der Staat DDR den Geflüchteten doch so viel geboten hätte."
Was denn? Schulbildung und Berufsausbildung sollte doch zur Normalität in Europa gehören! Das ist aber kein Argument, die Leute ein Leben lang an eben diesen Staat zu binden. Alles andere, beispielsweise die angeblichen großzügigen Sozialleistungen, haben sich im Laufe der Zeit auch als riesiger Propagandafake erwiesen. Manche haben es eher erkannt, ich eben erst später. Heute kann ich aber aus voller Überzeugung Turtle zustimmen: wir sollten alle gemeinsam aufpassen, dass solch eine bescheuerte Grenze nie wieder unser Land teilt!
Alles andere, vor allem die Frage ob jemand damals einen Eid gebrochen hat und zum "Verräter" wurde, ist "Schnee von gestern. "

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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linamax, Gert, turtle, Ostlandritter, andyman, grenzgänger81, DoreHolm, Svenni1980, Harra318, Heinz R., CAT und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.03.2014 15:11 | nach oben springen

#74

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 15:17
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #71
Zitat von Lutze im Beitrag #68
Zitat von Gert im Beitrag #67
Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
Lutze


mein lieber Lutze, ich erkläre dir gern den Wortinhalt des Wortes alternativ , okay?
Also ich schrieb, dass ich der Wehrpflicht nachkommen musste, weil die DDR ein solches Gesetz verabschiedet hat. Wenn ich das verweigert hätte, wäre ein Gerichtsprozess in Gang gesetzt worden und ich hätte 1 1/2 Jahre Gefängnis bekommen. Das Gefängnis war also die Alternative zur Wehrpflicht, falls man verweigerte. Im Gegensatz zu unserer Bundesmutti war meine Situation nicht alternativlos.
Hast du das nun verstanden ? Wenn nicht kannst mich gerne noch mal anschreiben, wenn das noch nicht klar ist.


einen Eid hast du gebrochen,das habe ich verstanden
Lutze



Nein Lutze, Gert hat ganz brav seinen Wehdienst an der Grenze bis zum Schluss abgeleistet. Und ist ganz normal entlassen worden.
Man hat ihm wegen seiner Ausbildung viele Steine in den Weg gelegt und darum ist er später abgehauen.
.


bei den @Gert möchte ich mich entschuldigen,
ich habe einiges falsch verstanden
Lutze


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#75

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 16:34
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #62
hier wird viel das Wort Verrat in den Mund und genommen. Verrat ist für mich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt und ich dieses Vertrauen missbrauche. Zu dem Staat DDR hatte ich kein Vertrauen und er zu mir noch viel weniger ( siehe die ganze Schnüffelei der Stasi bis in die GK )
Die DDR hat mit der Wehrpflicht mich gezwungen ( alternativ 1 1/2 Gefängnis ) mit der Waffe in der Hand bestimmte nicht gewünschte Personenbewegungen an ihrer Grenze zu unterbinden. Als Freiwilliger hätte ich das nicht getan. Insofern werte ich die Flucht vom Grenzdienst in der DDR auch nicht als Verrat. Wenn ich niemanden in der DDR zurückgelassen hätte, der durch eine Flucht Schwierigkeiten bekäme, hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken die erst beste Chance damals genutzt .


eine Schulausbildung hattest du, eine Lehrausbildung hattest du,
alles kostenlos,
die Wehrpflicht mit Gefängnis zu vergleichen,
finde ich unangebracht,ein Gefängnis von innen nicht gesehen,
dann macht man sich vom Acker,ein toller Grenzsoldat warst du
Lutze


Jaja ,- der liebe gute Staat der Werktätigen,- alles war kostenlos - und dafür wurde Dank eingefordert,-
erinnert mich verdammt an das Geschwätz der Parteisekretäre dazumals....
Schul - und Lehrausbildung sind in Mitteleuropa , so wie in Deutschland , kostenlos -
eine Riesenfrechheit war es ,- von Ausreisewilligen die Erstattung der Ausbildungskosten einzufordern.
Und als Argument für späteres Wohlverhalten dient meines Wissens diese "alleskostenlosFloskel" nur noch alten Betonköpfen,-
die einfach nicht begreifen - das die gute alte DDR ein Pumpobjekt mit begrenzter Halbwertzeit war...


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Gert, grenzgänger81 und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 17:47
von Gelöschtes Mitglied
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Wo sind denn eigentlich die Stolzen Grenzer hier im Forum , bisher melden sich nur ehemalige Grenzer , die nicht zu allem Huuuraaaaa sagen .
Mir kommt es manchmal so , als müssten wir uns für unseren Verhalten hier verantworten . ratata

Hat sich jemals einer mal Gedanken gemacht , wie so wurde denn ein Grenzsoldat einfach erschossen . Was ist denn vorher zwischen den beiden Grenzern im Gespräch gelaufen .????


85 bis 86 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.03.2014 17:54 | nach oben springen

#77

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 17:49
von damals wars | 12.177 Beiträge

Ich glaube nicht, das die Verräter vorher ihrenPosten/ Postenführer gefragt haben, ob die ihre Familie noch mal sehen wollen?
Für einen Mord braucht man ein gewisses Maß an Heimtücke, die so etwas ausschließt!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#78

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 18:41
von utkieker | 2.922 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #52
Füge mal eine Frage hinzu. Ist zwar etwas schwierig zu beantworten. Weil viele aus heutiger Sicht- ja schon immer Wiederstandskämpfer waren und ja gezwungen wurden Grenzdienst zu leisten, sowie sich ja heute irgendwie rechtfertigen müssen.
Also mal die Frage---Wer hätte denn eine Fahnenflucht unterbunden,auch mit Anwendung der Schußwaffe ?

Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte ich geschossen, muß es aber im Bereich von Spekulation versetzen. Im Fall der Fahnenflucht mit Geiselnahme war die Anwendung der Schußwaffe keinesfalls geboten, um das Leben der Geisel nicht in Gefahr zu bringen. Andererseits war der zurückgelassene Posten häufig der Depp, dem der Fahnenflüchtige zuvor den Schlagbolzen aus der Waffe entfernt hatte und auch der Sündenbock für die Militärgerichtsbarkeit. Schwach ist der Trost, wenn man lebendig in Schwedt einsitzt statt tot auf dem Kolonnenweg zu liegen, denn Militärknast ist wohl das Fegefeuer im Dieseits.
Ich glaube in der Kompanie hatte man mehr Verständnis für den zurückgebliebenen Posten als für den Fahnenflüchtigen. Verrat ich weiß nicht, was soll der Fahnenflüchtige schon preis geben?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#79

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 19:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Im Fall des mißlungenen Schusses bei Flucht, ich meine das er daneben ging, konnte ja nicht herausgearbeitet werden was konkret mit den Soldaten passierte die dadurch einen flüchten ließen, wie ist es denn in dem Fall das einer sich ergab weil eine durchgeladene Waffe auf ihn gerichtet war?
Ich meine, was willst du denn da noch groß machen außer dich abknallen zu lassen.
Hast du da nach Einschätzung der Oberen strafwürdig versagt oder sahen die das auch so das den Märtyrer zu geben eigentlich sinnlos war?
Als Posten konntest du ja noch weniger machen weil du ja laut DV sowieso immer den anderen Mann im Rücken haben solltest.


zuletzt bearbeitet 30.03.2014 19:23 | nach oben springen

#80

RE: als Grenzsoldat die DDR verraten

in Grenztruppen der DDR 30.03.2014 19:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #72
Die Schulausbildung und Lehrausbildung war auch im Westen kostenlos.

Und in einigen Fällen sogar umsonst.

Zitat von Pitti53 im Beitrag #43
Du doch nicht etwa mit Hintergedanken damals?? Ne wa?

Nee, also nicht direkt. Mag jetzt irgendwie komisch klingen, aber das wäre für mich Verrat gewesen. Zumal ja mich dieser Staat nicht nur kostenlos studieren lassen wollte, sondern damit dieses Studium nicht umsonst ist es mir sogar noch mit einen Stipendium finanzieren wollte. Nur irgendwie war er dann, als es soweit war nimmer da. Also ich habe mich an den Teil der Abmachung gehalten!
Ob ich nun allerdings meinem Wissen um den pioniertechnischen Ausbau und das Grenzregime an der Staatsgrenze West im späteren Verlauf meiner DDR-Biografie (also wenn es diese dann so gegeben hätte) mal genutzt hätte, na das verweise ich mal in den Bereich der Spekulation zumal ja auch die 'Balkanroute' möglich gewesen wäre.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 30.03.2014 19:48 | nach oben springen



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