#21

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 21:03
von Wahlhausener | 270 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #3
Ich war einer der Betroffenen. Als ich von der Amnestie hörte erkundigte ich mich beim Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen. Die Antwort wenn ich die Genehmigung zur Einreise und Empfang eines Visums in die DDR bekomme, kann ich davon ausgehen das mir nichts passiert. Allerdings eine Garantie gibt es nicht.
Bei meiner 1.Einreise 1973 nach meiner Flucht (1968) hatte ich doch an der Grenze ein etwas mulmiges Gefühl. Die Passkontrolle kam mir wie eine Ewigkeit vor. Aber man wünschte mir eine gute Weiterreise.


Dieses mulmige Gefühl habe ich bei jeder Einreise nach Deutschland Von den Schlüpferdurchwühlern vom Zoll wird nämlich jeder Einreisende unter Generalverdacht gestellt.


Signatur gelöscht...


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#22

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 22:02
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von RalphT im Beitrag #19
Moin @Gert und @turtle,

man "verabschiedet" sich aus der DDR. Nach Monaten oder Jahren der Flucht möchte man verständlicherweise seine Verwandten, Bekannten mal wiedersehen. Jetzt stellt sich die Frage: Einreisen riskieren oder lieber da bleiben wo man gerade ist. Eurer Reisedrang war anscheinend größer. Hattet Ihr auch einen Plan "B", falls das Ganze nach hinten losgeht oder frei nach dem Motto: Sekt oder Selters. Gab es ein Pro und Kontra einer Einreise. Habt Ihr die Gründe mit Verwandten, Bekannten aus dem Westen vorher diskutiert oder abgesprochen?



mein Reisedrang , meine Familie wieder zu sehen war schon groß. Die DDR interessiert mich weniger aber natürlich war ich gespannt darauf, was sich in den 7 1/2 Jahren dort verändert hatte. Es war schon ein komisches Gefühl, dort wieder anzukommen.Bei Freunden und Bekannten war das Hallo natürlich groß, musste viel erzählen. Plan B hatte ich eigentlich nicht, weil ich auf die Aussage des innerdeutschen Ministeriums vertraute, wenn sie einen Berechtigungsschein für das Visum ausstellen, kann man fahren. Mein logischer Verstand sagte mir, dass sie nicht solche Gesetze verabschieden und dann genau gegenteilig handeln. Der Mensch im Ministerium sagte am Schluss noch, wenn etwas passieren sollte so habe sie den Schutz der Ständigen Vertretung in Berlin, wir kümmern uns um sie. Das hat mich beruhigt. Die Einreise war auch ganz normal und korrekt. Als ich aber die Wartburg von der Autobahn sah, da kamen mir doch ein paar Freudentränen. Ich war auch mit meiner jungen Familie, unser 1.Sohn war 2 Jahre, unterwegs. Obendrein hatte ich meine erstes neues Auto gekauft, einen orangefarbenen Audi 80, ein ganz neues Modell, der wurde im November 1972 geliefert.Das Auto hatte ich aber schon Monate zuvor bestellt, weil ich eine neue Stelle angetreten hatte mit viel Aussendienst, für den ich das Auto brauchte, also nicht um in der Zone auf den Putz zu hauen. Auch hätte ich ohne das Kleinkind keine Genehmigung mit Auto bekommen. Wir hätten mit der Bahn fahren müssen. Natürlich war meine Familie froh und begeistert, dass es mir innerhalb weniger Jahre so gut geht. ( Start war mit 50 Ostmark und einer vom Stacheldraht zerrissenen Hose.) Ja so war das damals, lange ist es her.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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CASI und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.03.2014 22:03 | nach oben springen

#23

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 22:06
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #22
Zitat von RalphT im Beitrag #19
Moin @Gert und @turtle,

man "verabschiedet" sich aus der DDR. Nach Monaten oder Jahren der Flucht möchte man verständlicherweise seine Verwandten, Bekannten mal wiedersehen. Jetzt stellt sich die Frage: Einreisen riskieren oder lieber da bleiben wo man gerade ist. Eurer Reisedrang war anscheinend größer. Hattet Ihr auch einen Plan "B", falls das Ganze nach hinten losgeht oder frei nach dem Motto: Sekt oder Selters. Gab es ein Pro und Kontra einer Einreise. Habt Ihr die Gründe mit Verwandten, Bekannten aus dem Westen vorher diskutiert oder abgesprochen?



mein Reisedrang , meine Familie wieder zu sehen war schon groß. Die DDR interessiert mich weniger aber natürlich war ich gespannt darauf, was sich in den 7 1/2 Jahren dort verändert hatte. Es war schon ein komisches Gefühl, dort wieder anzukommen.Bei Freunden und Bekannten war das Hallo natürlich groß, musste viel erzählen. Plan B hatte ich eigentlich nicht, weil ich auf die Aussage des innerdeutschen Ministeriums vertraute, wenn sie einen Berechtigungsschein für das Visum ausstellen, kann man fahren. Mein logischer Verstand sagte mir, dass sie nicht solche Gesetze verabschieden und dann genau gegenteilig handeln. Der Mensch im Ministerium sagte am Schluss noch, wenn etwas passieren sollte so habe sie den Schutz der Ständigen Vertretung in Berlin, wir kümmern uns um sie. Das hat mich beruhigt. Die Einreise war auch ganz normal und korrekt. Als ich aber die Wartburg von der Autobahn sah, da kamen mir doch ein paar Freudentränen. Ich war auch mit meiner jungen Familie, unser 1.Sohn war 2 Jahre, unterwegs. Obendrein hatte ich meine erstes neues Auto gekauft, einen orangefarbenen Audi 80, ein ganz neues Modell, der wurde im November 1972 geliefert.Das Auto hatte ich aber schon Monate zuvor bestellt, weil ich eine neue Stelle angetreten hatte mit viel Aussendienst, für den ich das Auto brauchte, also nicht um in der Zone auf den Putz zu hauen. Auch hätte ich ohne das Kleinkind keine Genehmigung mit Auto bekommen. Wir hätten mit der Bahn fahren müssen. Natürlich war meine Familie froh und begeistert, dass es mir innerhalb weniger Jahre so gut geht. ( Start war mit 50 Ostmark und einer vom Stacheldraht zerrissenen Hose.) Ja so war das damals, lange ist es her.





@Gert

Wo hast Du denn dieses gelesen oder mitgeteilt bekommen ?


passport


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#24

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 22:12
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #23
Zitat von Gert im Beitrag #22
Zitat von RalphT im Beitrag #19
Moin @Gert und @turtle,

man "verabschiedet" sich aus der DDR. Nach Monaten oder Jahren der Flucht möchte man verständlicherweise seine Verwandten, Bekannten mal wiedersehen. Jetzt stellt sich die Frage: Einreisen riskieren oder lieber da bleiben wo man gerade ist. Eurer Reisedrang war anscheinend größer. Hattet Ihr auch einen Plan "B", falls das Ganze nach hinten losgeht oder frei nach dem Motto: Sekt oder Selters. Gab es ein Pro und Kontra einer Einreise. Habt Ihr die Gründe mit Verwandten, Bekannten aus dem Westen vorher diskutiert oder abgesprochen?



mein Reisedrang , meine Familie wieder zu sehen war schon groß. Die DDR interessiert mich weniger aber natürlich war ich gespannt darauf, was sich in den 7 1/2 Jahren dort verändert hatte. Es war schon ein komisches Gefühl, dort wieder anzukommen.Bei Freunden und Bekannten war das Hallo natürlich groß, musste viel erzählen. Plan B hatte ich eigentlich nicht, weil ich auf die Aussage des innerdeutschen Ministeriums vertraute, wenn sie einen Berechtigungsschein für das Visum ausstellen, kann man fahren. Mein logischer Verstand sagte mir, dass sie nicht solche Gesetze verabschieden und dann genau gegenteilig handeln. Der Mensch im Ministerium sagte am Schluss noch, wenn etwas passieren sollte so habe sie den Schutz der Ständigen Vertretung in Berlin, wir kümmern uns um sie. Das hat mich beruhigt. Die Einreise war auch ganz normal und korrekt. Als ich aber die Wartburg von der Autobahn sah, da kamen mir doch ein paar Freudentränen. Ich war auch mit meiner jungen Familie, unser 1.Sohn war 2 Jahre, unterwegs. Obendrein hatte ich meine erstes neues Auto gekauft, einen orangefarbenen Audi 80, ein ganz neues Modell, der wurde im November 1972 geliefert.Das Auto hatte ich aber schon Monate zuvor bestellt, weil ich eine neue Stelle angetreten hatte mit viel Aussendienst, für den ich das Auto brauchte, also nicht um in der Zone auf den Putz zu hauen. Auch hätte ich ohne das Kleinkind keine Genehmigung mit Auto bekommen. Wir hätten mit der Bahn fahren müssen. Natürlich war meine Familie froh und begeistert, dass es mir innerhalb weniger Jahre so gut geht. ( Start war mit 50 Ostmark und einer vom Stacheldraht zerrissenen Hose.) Ja so war das damals, lange ist es her.





@Gert

Wo hast Du denn dieses gelesen oder mitgeteilt bekommen ?


passport


das habe ich nicht gelesen sondern so mitten aus dem Leben in Erinnerung. Kurz danach hat man diese Einschränkung abgeschafft aber Weihnachten 1972 war sie noch in Kraft. Ohne das Kleinkind hätten wir mit der Bahn fahren müssen.


.
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#25

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 22:17
von passport | 2.628 Beiträge

@Gert

Die Verwandtschaft meiner Großtmutter sind schon in den 60ziger Jahren bei Besuchsreisen mit den privaten PKW eingereist. Da gab es keine Einschränkung. Man musste es nur auf den Antrag vermerken.


passport


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 22:43
von Sperrbrecher | 1.653 Beiträge

Zitat von RalphT im Beitrag #19
Gab es ein Pro und Kontra einer Einreise. Habt Ihr die Gründe mit Verwandten, Bekannten aus dem Westen vorher diskutiert oder abgesprochen?

Selbstverständlich habe ich mich nicht nur bei Freunden und Bekannten, sondern auch bei Dienststellen erkundigt, die über intimere Kenntnisse von den Fahndungen der DDR-Behörden verfügten (oder zumindest glaubte/hoffte ich, dass sie darüber Kenntnisse besaßen). Nach deren Auskunft konnte/durfte man sich auf die Amnestieregelung der DDR verlassen, was sich dann ja auch als zutreffend erwiesen hat.

Meinen ersten Besuch machte ich (mit BRD-Pass) in Ostberlin. Etwas mulmig war mir schon zumute, zudem ich bei der Rückreise feststellen musste, dass die im Visum eingetragene Passnummer falsch war (Zahlendreher). Ich war jedenfalls heilfroh, als ich wieder unbeschadet westlichen Boden betreten konnte.

In der Zukunft war ich dann etwas "mutiger" geworden und habe mich häufig in die alte Heimat nach Dresden getraut. Wechselweise mit dem BRD-Pass oder als Westberliner im Rahmen des Passierscheinabkommens, mit dem Personalausweis.

Wie ich dann später aus meiner Akte ersehen konnte, hat man mich bei meinen Besuchen trotzdem nicht aus dem Blick verloren und ist mir auf allen meinen Wegen in Dresden auf den Fersen geblieben. Alle Personen mit denen ich mich getroffen oder die ich besucht habe, wurden durch das MfS akribisch durchleuchtet. Man hat also weder Mühe noch Kosten gescheut, um meine Kontakte zu kontrollieren. Ein Oberleutnant und ein Hauptmann des MfS haben mich mit ihren PKW "begleitet" und einige Filme vollgeknipst und allerhand Papier mit ihren Berichten beschrieben.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#27

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 22:57
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #26
Zitat von RalphT im Beitrag #19
Gab es ein Pro und Kontra einer Einreise. Habt Ihr die Gründe mit Verwandten, Bekannten aus dem Westen vorher diskutiert oder abgesprochen?

Selbstverständlich habe ich mich nicht nur bei Freunden und Bekannten, sondern auch bei Dienststellen erkundigt, die über intimere Kenntnisse von den Fahndungen der DDR-Behörden verfügten (oder zumindest glaubte/hoffte ich, dass sie darüber Kenntnisse besaßen). Nach deren Auskunft konnte/durfte man sich auf die Amnestieregelung der DDR verlassen, was sich dann ja auch als zutreffend erwiesen hat.

Meinen ersten Besuch machte ich (mit BRD-Pass) in Ostberlin. Etwas mulmig war mir schon zumute, zudem ich bei der Rückreise feststellen musste, dass die im Visum eingetragene Passnummer falsch war (Zahlendreher). Ich war jedenfalls heilfroh, als ich wieder unbeschadet westlichen Boden betreten konnte.

In der Zukunft war ich dann etwas "mutiger" geworden und habe mich häufig in die alte Heimat nach Dresden getraut. Wechselweise mit dem BRD-Pass oder als Westberliner im Rahmen des Passierscheinabkommens, mit dem Personalausweis.

Wie ich dann später aus meiner Akte ersehen konnte, hat man mich bei meinen Besuchen trotzdem nicht aus dem Blick verloren und ist mir auf allen meinen Wegen in Dresden auf den Fersen geblieben. Alle Personen mit denen ich mich getroffen oder die ich besucht habe, wurden durch das MfS akribisch durchleuchtet. Man hat also weder Mühe noch Kosten gescheut, um meine Kontakte zu kontrollieren. Ein Oberleutnant und ein Hauptmann des MfS haben mich mit ihren PKW "begleitet" und einige Filme vollgeknipst und allerhand Papier mit ihren Berichten beschrieben.


Da wirst Du ja in den unterlagen auch eine Begründung finden, warum dies so war.

Standard war dies nicht. Dies wird bei der Zahl der Reisenden einleuchten.


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#28

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 00:27
von turtle | 6.961 Beiträge

Das mit der Überwachung musste ich auch in meinen Unterlagen lesen. Ziemlich genau war da vermerkt wann ich wo war und mit wem ich Kontakt hatte, Nur weil ein Blödmann von IM vermutete bzw., sagte ich hätte Kontakt zu Fluchthelfern. Hatte zwar einige Zeit in Westberlin gewohnt aber nie Kontakt mit solchen Leuten. Damals verkehrte ich in Leipzig im Havanna Club (Bar) Ich lernte da zwei kennen wir unterhielten uns über alles mögliche ,nur nicht über Politik. Das machte ich sowieso nicht mit Personen die ich nicht kannte, da war ich doch sehr misstrauisch. Die Personen waren im Fokus der Stasi. Die Stasi vermutete tatsächlich die nehmen Kontakt zu mir auf damit ich ihnen behilflich bin die DDR zu verlassen. Keine Ahnung ob der IM sich wichtig machen wollte. Vielleicht habe ich einmal doch eine Bemerkung gemacht die missverstanden wurde. Ich hätte jedenfalls nie versucht mit solchen Fluchthelfern in Kontakt zu kommen. Mir war klar was mir bei einer Verhaftung blühen würde. Außerdem mochte ich diese Leute nicht die nur denen Helfen womit sie Geld verdienen können. Kurz nach dem Mauerbau gab es noch Helfer ohne Eigennutz. Aber später fast nur gegen Geld.


Gert und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.03.2014 00:28 | nach oben springen

#29

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 01:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #27
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #26
... Ein Oberleutnant und ein Hauptmann des MfS haben mich mit ihren PKW "begleitet" und einige Filme vollgeknipst und allerhand Papier mit ihren Berichten beschrieben.
Da wirst Du ja in den unterlagen auch eine Begründung finden, warum dies so war.
Standard war dies nicht. Dies wird bei der Zahl der Reisenden einleuchten.

Hat ja vielleicht auch bisselwas mit der Fluchtroute zu tun, die war ja auch nicht 'Standard'. Und was nervt, jetztmal im Klartext, ist Dein sinnfreies Komentardazugegebe, welches allerdings bei Dir wohl Standard ist. Ausnahmsweise kam Content von Dir kam vor über 20 Beiträgen und das war auch noch eine Vollkopie von mfs-insider, was soll's?
Na und das ein normale VIer nix von einem (teil-)legendierten Zöllner mitbekam, na das ist doch wohl logisch. Und die Jungs von der VIII standen ja auch nicht mit laufenden Motor an den GÜSten rum, um OTF (on-the-fly) die Verfolgung aufzunehmen? Da könnte ja auch so eine 'erweiterte Zollkontrolle' für eine nahtlose Übergabe des zu Überwachenden sorgen, odär?

P.S. Da zeigt mir doch der Klick auf ein blinkendes links oben, die Kritik ist angekommen. Ob diese nun auch angenommen wird?
Ansonsten würde ich dann schon ganz gern konkret wissen, was nun gegen meine Interpretation der bisherigen preisgegebnen Fakten spricht und zwar in diesem Thread und NICHT per PN. Na da macht jetzt (zumindest für mich) die Funktion 'Nachrichten ignorieren von ...' jetzt Sinn, das probier ich glatt mal aus.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.03.2014 09:13 | nach oben springen

#30

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 11:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Wahlhausener im Beitrag #21
Zitat von turtle im Beitrag #3
Ich war einer der Betroffenen. Als ich von der Amnestie hörte erkundigte ich mich beim Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen. Die Antwort wenn ich die Genehmigung zur Einreise und Empfang eines Visums in die DDR bekomme, kann ich davon ausgehen das mir nichts passiert. Allerdings eine Garantie gibt es nicht.
[rot]Bei meiner 1.Einreise 1973 nach meiner Flucht (1968) hatte ich doch an der Grenze ein etwas mulmiges Gefühl. Die Passkontrolle kam mir wie eine Ewigkeit vor. Aber man wünschte mir eine gute Weiterreise.


Dieses mulmige Gefühl habe ich bei jeder Einreise nach Deutschland Von den Schlüpferdurchwühlern vom Zoll wird nämlich jeder Einreisende unter Generalverdacht gestellt.


da skann man so nicht sagen, da musst du doch etwas an dir haben, was die Neugier der Zöllner erregt. Ich reise auch viel, auch mit Flieger ins außereuropäische Ausland, bin noch nie von denen behelligt worden bei meiner Rückkehr.


.
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#31

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 11:37
von Udo | 1.258 Beiträge

Nennt sich "stichprobenweise Beschau".


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#32

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 11:42
von Sperrbrecher | 1.653 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #29
Hat ja vielleicht auch bisselwas mit der Fluchtroute zu tun, die war ja auch nicht 'Standard'. Und was nervt, jetztmal im Klartext, ist Dein sinnfreies Komentardazugegebe, welches allerdings bei Dir wohl Standard ist. Ausnahmsweise kam Content von Dir kam vor über 20 Beiträgen und das war auch noch eine Vollkopie von mfs-insider, was soll's?
Na und das ein normale VIer nix von einem (teil-)legendierten Zöllner mitbekam, na das ist doch wohl logisch. Und die Jungs von der VIII standen ja auch nicht mit laufenden Motor an den GÜSten rum, um OTF (on-the-fly) die Verfolgung aufzunehmen? Da könnte ja auch so eine 'erweiterte Zollkontrolle' für eine nahtlose Übergabe des zu Überwachenden sorgen, odär?

P.S. Da zeigt mir doch der Klick auf ein blinkendes links oben, die Kritik ist angekommen. Ob diese nun auch angenommen wird?
Ansonsten würde ich dann schon ganz gern konkret wissen, was nun gegen meine Interpretation der bisherigen preisgegebnen Fakten spricht und zwar in diesem Thread und NICHT per PN. Na da macht jetzt (zumindest für mich) die Funktion 'Nachrichten ignorieren von ...' jetzt Sinn, das probier ich glatt mal aus.

Hallo @94,
tut mir leid, aber ich kann Deinen kryptischen Beitrag nicht verstehen.
Könntest Du das, für jemanden wie mich mit durchschnittlicher Intelligenz, nochmal in verständliches Deutsch übersetzen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#33

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 12:19
von 94 | 10.792 Beiträge

Tschuldschung, da muß ich mal an der eignen Nase kratzen ... ich vergaß anscheinds das einige schreibende Teilnehmer neuer im Forum als einige behandelte Themen sind, war keine Absicht.

Also drösseln mer ma uff ...
Balkanroute war ja nun ein ganz neuralgischer Punkt für's MfS. Thema wurde mal diskutiert/angeschnitten ...
Tod an der verlängerten Mauer in Bulgarien
Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

Interesse entsprechend groß beim MfS zumal ja eine Flucht auf diesem Wege nun nicht sooo schwer durchzuführen war, wenn der Kontakt zum Fluchthelfer erstmal hergestellt war. Daraus begründet sich mMn dieser getriebene Aufwand. Zumal auf diesem Wege ja nun nicht der alimentepflichtige Arbeitsscheue das Land versuchte zu verlassen, sondern die Leute, welche dem Land dann wirklich fehlten, ich gebe mal als Stichwort 'Braindrain'.
Weiter ... die Line VI waren (u.a.) die Passkontrolleure in GT-Unform. Davon hat's Einige hier im Forum. Nun war aber ein Grundsatz 'Jeder erfährt nur das ... usw.' und deswegen kann ich die Aussagen in der Art 'Gabs nicht weil ich's damals nicht mitbekommen habe' einfach nicht ernst nehmen. Ich hoffe die Weinroten können das mir nachsehen. Insofern macht eine ausgedehnte Zollkontrolle mit zeitschindenen Schwätzchen dann schon Sinn, bis die Linie VIII, u.a. zuständig für Beschattung und Überwachung (jetzt mal ganz lapidar gesagt) am Start waren. Die Zöllner dürften dann echt gewesen sein, die da 'zusammenwirkten'. Heute würde man das Amtshilfe nennen.


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#34

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 12:21
von elster427 | 789 Beiträge

Dieses mulmige Gefühl habe ich bei jeder Einreise nach Deutschland Von den Schlüpferdurchwühlern vom Zoll wird nämlich jeder Einreisende unter Generalverdacht gestellt. [/quote]

Mal zur Richtigstellung, der DDR Zoll hat nicht wie Heute der West Zoll deine Sachen durchwühlt, man hat sich die Sachen zeigen lassen! Bedeutet ,der Reisende hat die Sachen vorgezeigt.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
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#35

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 12:56
von elster427 | 789 Beiträge

@94 er, möchte dir mal etwas zum Ablauf an der Güst erzählen. Wenn unser @Sperrbrecher an der Güst erschien, wußte kein Kontrolleur wer er war und das er an diesem Tag und dieser Zeit dort aufläuft. Operativ interessante Personen waren in unserer Fahndungskartei erfast.
Bei erkennung eines solchen Fahndungsobjektes wurde dieses durch den Fahnder an den Fahndungsrealisierer übergeben , welcher in seiner Realisiererkartei die entsprechende Karte mit den vorgegebenen Maßnahmen suchte und diese Maßnahmen durchsetzte. Bei Zollkontrollmaßnahmen wurde der DH Zugführer informiert , welcher dann den DH Zollzugführer in Kenntnis setzte , der wiederum den zuständigen Gruppenführer des Zolls die Maßnahmen weitergab.Um eine dekonspiration des F-Objektes zu vermeiden, mußte dies sehr zügig ablaufen. Jetzt noch einen speziellen Zoll MA zur abschöpfung heranzuziehen - auman , dan hätten wir gleich einen Fragebogen an die Person übergeben können.
Es ist zwar schön , wenn alle denken wir seien soooo gut gewesen - man sollte aber nicht immer denken das es nur um sich ging.
Zur Abt VIII noch kurz, die haben nicht jedes Auto begleitet was ihnen gemeldet wurde , wie auch. Deren Kräfte waren auch nicht unendlich.
Habe öffer am Telefon die Frage bekommen :Hast ein Auto? - Nein , warum? - Dann kannste ihm hinterherfahren!
mfg Jan


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#36

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 13:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Nee, da haste mich jetzt falsch verstanden, na das wäre ja echt mit der Schinken nach dem Wurst geworfen (oder umgekehrt). Nein, ich meine das die Zollkontrolle auf einen Bitte hin auf dem kleinen Dienstweg sozusagend etwas ausgedehnt wurde damit die VIIIer doch noch in die Puschen kommen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#37

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 13:11
von elster427 | 789 Beiträge

Schon klar, wäre aber alles nur über die Fahndung gelaufen.
mfg Jan


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#38

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 13:12
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #33
Insofern macht eine ausgedehnte Zollkontrolle mit zeitschindenen Schwätzchen dann schon Sinn, bis die Linie VIII, u.a. zuständig für Beschattung und Überwachung (jetzt mal ganz lapidar gesagt) am Start waren. Die Zöllner dürften dann echt gewesen sein, die da 'zusammenwirkten'. Heute würde man das Amtshilfe nennen.

Ja das hieß dann wohl OZW = Organisation des Zusammenwirkens.
Das was Du beschreibst hat schon etwas filmreifes, da könnte man schon schmunzeln. Dass eine Kontrolle so lange verzögert werden sollte, bis z. B. die VIII die entsprechende Info bekam, gab es auch - aber naturgemäß musste es dann schon um etwas gegangen sein und sicher nicht um einen "normalen" ehemaligen 213ner. Ich kann mich in diesem ZH eher an hochrangige Politiker erinnern, die auf dem Terretorium der DDR eher von unseren Personenschützern beschützt worden, als von deren. So eine Aktion ist mir im ZH mit Herrn Genscher im Kopf. Und ich sage es lieber schon an dieser Stelle: Das mit dem "Jeder erfährt nur das ... usw..." ist richtig. Manchmal frage ich mich auch, woher die Kollegen etwas ehemals zu wissen glaubten, was sie zumindest damals nicht wissen konnten/durften, aber in diesem Kontext (was die Grenzpassage angeht) kannst Du die Schilderungen von elster und (mit Verlaub) auch von mir einfach zur Kenntnis nehmen und bitte auch für richtig halten. Etwas anderes ist aus meiner Sicht alles, was vorher und nachher mit z. B. solchen Fahndungsobjekten geschah. Das wussten der VIer eben tatsächlich nicht, ging ihnen/uns auch nichts an. Manchmal hat man etwas mehr erfahren, wenn man einen kannte, der wieder einen kannte... wie im richtigen Leben.

friedliche Grüße Andreas


zuletzt bearbeitet 11.03.2014 13:19 | nach oben springen

#39

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 13:17
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #36
Nein, ich meine das die Zollkontrolle auf einen Bitte hin auf dem kleinen Dienstweg sozusagend etwas ausgedehnt wurde damit die VIIIer doch noch in die Puschen kommen.

Wie die Elster das schilderte war der exakte Dienstweg, der für manche Aktionen zu lange dauerte. I. d. R. hatte der Traktverantwortliche sich einen beim Zoll gegriffen, der in der Anfertigungsspur stand, und ihm mitgeteilt, dass das 5. Auto in der rechten Reihe einer tiefgründigen Kontrolle bedarf. Der Zöllner nickte unauffällig und das ging dann seinen sozialistischen Gang... oft im wahrsten Sinne des geflügelten Wortes.

friedliche Grüße Andreas


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#40

RE: als Flüchtling zu Besuch

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 13:21
von elster427 | 789 Beiträge

Da habt ihr Glück gehabt. In Drewitz war es mir als Fahndungsrealisierer nicht gestattet bei Zollmaßnahmen den Zollgruppenführer direkt zu informieren. Außnahme bildeten Avisierungen ohne Zollkontrollen , über welche der Zoll schon vorinformiert war.
mfg Jan


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