#141

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 12:33
von Gelöschtes Mitglied
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Ich möchte mal etwas zurückblättern und das Thema "Rechtfertigung für sittlich-moralisches Fehlverhalten" nochmals aufgreifen. Und ich wage als Außenstehender mal den Versuch einer Deutung, wissend, dass ich völlig daneben liegen kann:

Aus meiner Sicht war eines der Ziele der SED, den "idealen", also kommunistischen Menschen zu schaffen: Fleißig, selbstlos, das Gemeinwohl über die Eigeninteressen stellend. Vorbildlich in jeder Beziehung. Und dazu gehörte auch ein einwandfreies Verhalten im Privatbereich - und nicht etwa Schmuddelsex mit einer willfährigen Geliebten. Dass die Menschen, abgesehen von wenigen Idealisten, so nicht sind und auch nicht so gemacht werden können, dass sie ihre eigenen Interessen sehr wohl zu wahren wissen (und das galt wohl auch für die SED-Mitglieder), das hat offensichtlich keinen so sonderlich gestört.

Wie gesagt, es ist nur der Versuch, solche Vorkommnisse für mich erklärlich zu machen. Ich weiß aber, dass ich nicht an, sondern durch die Decke gegangen wäre, hätte man Gleiches mit mir praktiziert.


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#142

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 12:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #140
Die Nachwendezeit ist ein eigenes Thema denke ich.

Also bringe ich es mal auf den Punkt. War nicht das sozialistische Bewußtsein bis 1989 maßgebend und nicht das politische Bewußtsein? Und schon da schieden sich die Geister. Die guten in die SED mit entsprechender Bewährungszeit als Kandidat. Und der Rest?

Und wer gehört nicht gerne zu den Guten?

LG von der Moskwitschka


Ja das Bewusstsein, ob nun politisch oder sozialistisch, gegen Ende der Achtziger müssten eigentlich auch die Mehrzahl der SED-Genossen sich bewusst gewesen sein das die DDR unter ihrer sturen Parteiführung irgendwohin trudelt, aber gewiss nicht zum Sieg.
Sicherlich schwierig Veränderung von unten zu wagen wenn jahrelang nur das euphorische Abklatschen der Erleuchtungen des "Rates der Götter" gefordert wurde, von der unterschwelligen Angst zu stolpern gar nicht zu reden.
Mir schwingt immer der Wende-Klagespruch von vorher beherzt argumentierenden Genossen im Ohr - "Oh wie hat man uns verarscht".
Habe mich über solche Sprüche immer etwas gewundert, denn in solch einer Art verarscht zu werden setzt wohl eine gewisse Bereitschaft dazu voraus.


zuletzt bearbeitet 10.02.2014 14:49 | nach oben springen

#143

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 14:00
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #136
Zitat von DoreHolm im Beitrag #134

Einer der vielen, vielen kleinen Sargnägel für die Wirtschaft (und das polit. Bewustsein der Bevölkerung) !



Ich finde schon, dass die SED und ihre Funktionäre, ein ganz großer Sargnagel für die DDR war und nicht nur für die Wirtschaft.

Wie meinst'n das mit dem polit. Bewustsein der Bevölkerung? Gab es da einen Unterschied zwischen Bevölkerung und SED - Mitgliedern? Oder hatte die "Bevölkerung" gar keins?

LG von der Moskwitschka


Grün: Ich fühle mich nicht zu dieser Sorte Funktionäre gehörig, die Du hier vielleicht meinst. Leider hatten gerade solche, die Du meinst, das Sagen. Hatte es schon mal geschrieben in Zusammenhang für die Gründe des Scheiterns. Weil die Wirtschaft vor den Baum gefahren wurde, fuhr letztlich auch die gesamte DDR vor den Baum. Die Ökonomie, die Wirtschaft, war m.E. das A und O von allem, alles andere Negative resultierte mehr oder weniger daraus.
unter "politischen Bewustsein" verstehe ich die Gesamteinstellung zur bestehenden Gesellschaft, also zuvorderst der Eigentumsfrage und daran anschließend aller anderen Erscheinungen und Gegebenheiten, ob die befürwortet, toleriert und akzeptiert oder abgelehnt werden, also alles, was man so mit der Endung ......politik versieht (Kulturpolitik, Bildungspolitik, Militärpolitik, Sozialpolitik, Jugendpolitik, Sportpolitik, Wirtschaftpolitik, Außen- Innenpolitik u.s.w.).



zuletzt bearbeitet 10.02.2014 14:02 | nach oben springen

#144

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 14:07
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #137
Wieder bein schönes Thema was mir gefällt, könnte auch was tippen, habe viele Genossen kennen gelernt.
Staune aber wie viele user damals kleine Kritiker der großen Partei waren.
Wie viele wählen von euch jetzt die Linke?



Ja, es war eben nicht eine einheitliche und gleichgeschaltete Masse ohne eigene Meinung, wie gern von manchem so dargestellt.

Wahlverhalten: I.d.R. links, einmal (Bürgermeisterwahl,also Personenwahl CDO, was ich Jahre später bereut haben) ein- oder zwei mal auch SPD aus wahlstrategischen Gründen). NIE FDP und NIE Grüne, die haben mir zu viel Tunnelblick.



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#145

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 14:17
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #141
Ich möchte mal etwas zurückblättern und das Thema "Rechtfertigung für sittlich-moralisches Fehlverhalten" nochmals aufgreifen. Und ich wage als Außenstehender mal den Versuch einer Deutung, wissend, dass ich völlig daneben liegen kann:

Aus meiner Sicht war eines der Ziele der SED, den "idealen", also kommunistischen Menschen zu schaffen: Fleißig, selbstlos, das Gemeinwohl über die Eigeninteressen stellend. Vorbildlich in jeder Beziehung. Und dazu gehörte auch ein einwandfreies Verhalten im Privatbereich - und nicht etwa Schmuddelsex mit einer willfährigen Geliebten. Dass die Menschen, abgesehen von wenigen Idealisten, so nicht sind und auch nicht so gemacht werden können, dass sie ihre eigenen Interessen sehr wohl zu wahren wissen (und das galt wohl auch für die SED-Mitglieder), das hat offensichtlich keinen so sonderlich gestört.

Wie gesagt, es ist nur der Versuch, solche Vorkommnisse für mich erklärlich zu machen. Ich weiß aber, dass ich nicht an, sondern durch die Decke gegangen wäre, hätte man Gleiches mit mir praktiziert.



Grün: Mir ist es im Nachhinein unverständlich, wie sehr sich das Politbüro und willige "wissenschaftliche Berater" so sehr was selbst vormachen konnten. Dieses Thema, warum es auf absehbare Zeit nichts werden konnte mit dem Kommunismus, hatten wir schon. Möglicherweise wurde die These "das Sein bestimmt das Bewustsein" so dogmatisch gesehen, daß lediglich die soziale Sicherheit, ein gewisser materieller Wohlstand, Bildungschanchen und Freizeitaktivitäten genügen, um schon innerhalb ein- oder zwei Generationen den "Neuen Menschen" entstehen zu lassen, der, wie Du es so sagtst, uneigennützig zum Wohle der Gemeinschaft wirkt. Das es nicht so war, wurde m.E. verdrängt oder auf nur ganz wenige noch nicht politisch Unreife reduziert.



thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#146

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 22:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #112
Zitat von KARNAK im Beitrag #110
Sicher weil diese Leute noch WIRKLICH wussten was vorher war und man nach diesem VORHER zu neuen Ufern aufbrechen wollte.Weil man das Gefühl der Euphorie erlebt ,den Gedanken jetzt nehmen wir unser Glück selbst in die Hand,die Erinnerung daran hält sicher lange vor.Meine Generation hat das nie erlebt,die Parteibürokratie,Parteiborniertheit,Parteiarroganz hatte längst die Oberhoheit erlangt,EIGENTLICH hat das alles fast keiner mehr so richtig ernst genommen,EIGENTLICH hat fast jeder sein eigenes Ding gemacht,wir sind von "glühenden Kämpfern für den Sieg des Sozialismus"zu kleinen konservativen Spießern im vermeintlichen Sozialismus verkommen und den führenden Genossen scheint das auch ganz lieb gewesen zu sein,mit solchen hat man keine Probleme und das man selbst alles richtig macht,davon schien man überzeugt gewesen zu sein,Altersstarrsinn nennt man das wohl.Entsprechend verklärt waren das wohl für uns"Die Mühen der Ebenen",so hat man es mir zumindest erklärt.In Wirklichkeit war es einer der Nägel zu unserem Sarg.


Daran ist sehr viel Wahres.
Ich schrieb eingangs von Vorbildern im Bahnbetriebswerk, die mich zum schnellen Eintritt in die SED ermuntert hatten.
Jener Kaderleiter und Kassierer erzählte genau diese Geschichten vom Aufbruch, angefangen von der Jugendlok "Siegfried Widera", von dem ich vorher nie gehört hatte über legendäre Jubiläumsfeiern bis hin zum Titel "Hervorragendes Jugendkollektiv der DDR" der Triebfahrzeugunterhaltung.
Das war nicht vergleichbar mit der Aktivistennadel oder dem Abzeichen für Gutes Wissen, sondern ein Leuchtturm.
Der konnte einen anstecken und ich wollte auch dorthin und bekam jeglichen Rückhalt für meine FDJ- Arbeit.
Im weiteren Verlauf stellte ich allerdings fest, daß es für die kleinen Kortschagins schon zu spät war, es grassierte sehr viel Unzufriedenheit, die ich mir nur teilweise erklären konnte zumal sie fast immer materiell basiert war, wie das fehlende Auto, gammliges Obst im Laden oder der Mangel an modischer Kleidung.
Ich versuchte immer wieder zu propagieren, daß wir das Bahnbetriebswerk sind und den Lokeinsatz nach besten Kräften zu regeln hatten und andere an ihrer Front auch ihr Bestes geben würden.
In den monatlichen Anleitungen der FDJ- Sekretäre in der Kreisstadt war dieses Engagement ja auch auf anderen Sektoren spürbar aber eben leider mit immer mehr nachlassender Tendenz mit der ernüchternden nachträglichen Bilanz, wie naiv diese Frontparolen im Alltag rüberkommen sein müssen.






(rot mark)

@Hackel39, die sprichwörtlichen Messen waren für die kleinen "Kortschagins", wie Du Dich und andere damals schon ewig Gestrige selbst so treffend bezeichnest, spätestens da gesungen, als der Mordbube Spitzbart großmäulig den bundesrepublikanischen Kapitalismus, damals noch soziale Marktwirtschaft, überholen wollte ohne ihn einzuholen. Obwohl jeder real und weitblickende Mensch wusste, vielleicht der Spitzbart Ulbricht sogar selbst, das auf Grund der Ausplünderungstaktik der Wirtschaft der DDR durch den s. g. großen Bruder Sowjetunion noch nicht einmal das Einholen des bundesrepublikanischen Lebenstandards möglich war.

Und wenn ich mich an solche Strategen erinnere, wie Du sie nach eigenen Beschreibungen warst, mit ihren tollen Sprüchen von Jugendloks oder wie Lokomotivpflegemethode nach Lunin, @Hackel, dann geht bei mir ein Leuchtturm an. Aber einer mit ständig rotem Licht!

Und eines kann ich Dir versprechen, wir beide wären damals schon aneinandergeraten, und das vom Feinsten! Nur hätte ich damals wesentlich vorsichtiger sein müssen, um Deine "rückwärtigen Dienste" nicht auf den Hacken zu bekommen. Bei der Rbd (Reichsbahndirektion) Magdeburg nannte man diese netten Herren wohl die Abt. 5, wenn ich mich recht erinnere.

Aber eins kann ich Dir auch noch versprechen, ich hätte voller Häme und Ironie jedesmal, wenn Du mir über den Weg gelaufen wärst, das Lied von der Partei angestimmt, die immer Recht haben wollte. Und besonders dann hätte ich gern und laut gesungen, wenn euch Strategen mal wieder kräftig was mißlungen wär und ihr euch wie so oft vor der Mehrheit der Leute, der Kollegen voll zum Löffel gemacht habt.

Es ist schön, heute so darüber denken zu können, das es einem immer noch ein Lächeln über die Lippen huschen läßt, wie sich doch Menschen damals voll zum Drops gemacht haben und das heute noch vehement verteidigen wollen...

Die Partei, die Partei...,
ja die hat immer Recht...!

Läuft gerade bei mir gerade zur emotionalen Rückbesinnung und Inspiration für diesen Beitrag auf You Toube im Hintergrund.

Wunderschöne Komik!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
Gert und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.02.2014 23:05 | nach oben springen

#147

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 10.02.2014 23:21
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #146
Zitat von Hackel39 im Beitrag #112
Zitat von KARNAK im Beitrag #110
Sicher weil diese Leute noch WIRKLICH wussten was vorher war und man nach diesem VORHER zu neuen Ufern aufbrechen wollte.Weil man das Gefühl der Euphorie erlebt ,den Gedanken jetzt nehmen wir unser Glück selbst in die Hand,die Erinnerung daran hält sicher lange vor.Meine Generation hat das nie erlebt,die Parteibürokratie,Parteiborniertheit,Parteiarroganz hatte längst die Oberhoheit erlangt,EIGENTLICH hat das alles fast keiner mehr so richtig ernst genommen,EIGENTLICH hat fast jeder sein eigenes Ding gemacht,wir sind von "glühenden Kämpfern für den Sieg des Sozialismus"zu kleinen konservativen Spießern im vermeintlichen Sozialismus verkommen und den führenden Genossen scheint das auch ganz lieb gewesen zu sein,mit solchen hat man keine Probleme und das man selbst alles richtig macht,davon schien man überzeugt gewesen zu sein,Altersstarrsinn nennt man das wohl.Entsprechend verklärt waren das wohl für uns"Die Mühen der Ebenen",so hat man es mir zumindest erklärt.In Wirklichkeit war es einer der Nägel zu unserem Sarg.


Daran ist sehr viel Wahres.
Ich schrieb eingangs von Vorbildern im Bahnbetriebswerk, die mich zum schnellen Eintritt in die SED ermuntert hatten.
Jener Kaderleiter und Kassierer erzählte genau diese Geschichten vom Aufbruch, angefangen von der Jugendlok "Siegfried Widera", von dem ich vorher nie gehört hatte über legendäre Jubiläumsfeiern bis hin zum Titel "Hervorragendes Jugendkollektiv der DDR" der Triebfahrzeugunterhaltung.
Das war nicht vergleichbar mit der Aktivistennadel oder dem Abzeichen für Gutes Wissen, sondern ein Leuchtturm.
Der konnte einen anstecken und ich wollte auch dorthin und bekam jeglichen Rückhalt für meine FDJ- Arbeit.
Im weiteren Verlauf stellte ich allerdings fest, daß es für die kleinen Kortschagins schon zu spät war, es grassierte sehr viel Unzufriedenheit, die ich mir nur teilweise erklären konnte zumal sie fast immer materiell basiert war, wie das fehlende Auto, gammliges Obst im Laden oder der Mangel an modischer Kleidung.
Ich versuchte immer wieder zu propagieren, daß wir das Bahnbetriebswerk sind und den Lokeinsatz nach besten Kräften zu regeln hatten und andere an ihrer Front auch ihr Bestes geben würden.
In den monatlichen Anleitungen der FDJ- Sekretäre in der Kreisstadt war dieses Engagement ja auch auf anderen Sektoren spürbar aber eben leider mit immer mehr nachlassender Tendenz mit der ernüchternden nachträglichen Bilanz, wie naiv diese Frontparolen im Alltag rüberkommen sein müssen.






(rot mark)

@Hackel39, die sprichwörtlichen Messen waren für die kleinen "Kortschagins", wie Du Dich und andere damals schon ewig Gestrige selbst so treffend bezeichnest, spätestens da gesungen, als der Mordbube Spitzbart großmäulig den bundesrepublikanischen Kapitalismus, damals noch soziale Marktwirtschaft, überholen wollte ohne ihn einzuholen. Obwohl jeder real und weitblickende Mensch wusste, vielleicht der Spitzbart Ulbricht sogar selbst, das auf Grund der Ausplünderungstaktik der Wirtschaft der DDR durch den s. g. großen Bruder Sowjetunion noch nicht einmal das Einholen des bundesrepublikanischen Lebenstandards möglich war.

Und wenn ich mich an solche Strategen erinnere, wie Du sie nach eigenen Beschreibungen warst, mit ihren tollen Sprüchen von Jugendloks oder wie Lokomotivpflegemethode nach Lunin, @Hackel, dann geht bei mir ein Leuchtturm an. Aber einer mit ständig rotem Licht!

Und eines kann ich Dir versprechen, wir beide wären damals schon aneinandergeraten, und das vom Feinsten! Nur hätte ich damals wesentlich vorsichtiger sein müssen, um Deine "rückwärtigen Dienste" nicht auf den Hacken zu bekommen. Bei der Rbd (Reichsbahndirektion) Magdeburg nannte man diese netten Herren wohl die Abt. 5, wenn ich mich recht erinnere.

Aber eins kann ich Dir auch noch versprechen, ich hätte voller Häme und Ironie jedesmal, wenn Du mir über den Weg gelaufen wärst, das Lied von der Partei angestimmt, die immer Recht haben wollte. Und besonders dann hätte ich gern und laut gesungen, wenn euch Strategen mal wieder kräftig was mißlungen wär und ihr euch wie so oft vor der Mehrheit der Leute, der Kollegen voll zum Löffel gemacht habt.

Es ist schön, heute so darüber denken zu können, das es einem immer noch ein Lächeln über die Lippen huschen läßt, wie sich doch Menschen damals voll zum Drops gemacht haben und das heute noch vehement verteidigen wollen...

Die Partei, die Partei...,
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josy95



Thomas, sehr schöner Post. Freue mich, so etwas von dir zu lesen. Klartext.

LG Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#148

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 01:28
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #146
...
@Hackel39, die sprichwörtlichen Messen waren für die kleinen "Kortschagins", wie Du Dich und andere damals schon ewig Gestrige selbst so treffend bezeichnest, spätestens da gesungen, als der Mordbube Spitzbart großmäulig den bundesrepublikanischen Kapitalismus, damals noch soziale Marktwirtschaft, überholen wollte ohne ihn einzuholen. Obwohl jeder real und weitblickende Mensch wusste, vielleicht der Spitzbart Ulbricht sogar selbst, das auf Grund der Ausplünderungstaktik der Wirtschaft der DDR durch den s. g. großen Bruder Sowjetunion noch nicht einmal das Einholen des bundesrepublikanischen Lebenstandards möglich war.

Und wenn ich mich an solche Strategen erinnere, wie Du sie nach eigenen Beschreibungen warst, mit ihren tollen Sprüchen von Jugendloks oder wie Lokomotivpflegemethode nach Lunin, @Hackel, dann geht bei mir ein Leuchtturm an. Aber einer mit ständig rotem Licht!

Und eines kann ich Dir versprechen, wir beide wären damals schon aneinandergeraten, und das vom Feinsten! Nur hätte ich damals wesentlich vorsichtiger sein müssen, um Deine "rückwärtigen Dienste" nicht auf den Hacken zu bekommen. Bei der Rbd (Reichsbahndirektion) Magdeburg nannte man diese netten Herren wohl die Abt. 5, wenn ich mich recht erinnere.

Aber eins kann ich Dir auch noch versprechen, ich hätte voller Häme und Ironie jedesmal, wenn Du mir über den Weg gelaufen wärst, das Lied von der Partei angestimmt, die immer Recht haben wollte. Und besonders dann hätte ich gern und laut gesungen, wenn euch Strategen mal wieder kräftig was mißlungen wär und ihr euch wie so oft vor der Mehrheit der Leute, der Kollegen voll zum Löffel gemacht habt.

Es ist schön, heute so darüber denken zu können, das es einem immer noch ein Lächeln über die Lippen huschen läßt, wie sich doch Menschen damals voll zum Drops gemacht haben und das heute noch vehement verteidigen wollen...

Die Partei, die Partei...,
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Läuft gerade bei mir gerade zur emotionalen Rückbesinnung und Inspiration für diesen Beitrag auf You Toube im Hintergrund.

Wunderschöne Komik!

josy95

Hallo Josy,

dann bin ich also auch ein "ewig Gestriger"? Na schön. Hauptsache es amüsiert Dich.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#149

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 17:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #148
dann bin ich also auch ein "ewig Gestriger"?

Na klar, genauso wie Jeder, der sich mit Inhalten versucht in einem Forum über Geschichte einzubrigen, wird ganz selbstverständlich vom Rezipienten als 'Gestriger' wahrgenommen. Das ist nun mal die 'Gefahr' in welche sich Josy dann aber genau so begibt. Das 'ewig' allerdings bezieht sich bestimmt auf Deine Kabeltrommel, also es gibt Gestrige im Grundwehrdienst, Gestrige auf Zeit und ebend Ewiggestrige. Und dann natürlich noch die ewig ungedient Gestrigen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


jecki09 und Rainman2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#150

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 18:10
von Moskwitschka (gelöscht)
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Na dann gehe ich mal im Apothekerschrank Staub wischen und schau gleich mal nach, ob noch Schubladen frei sind. Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg? (16) Wieviele werden noch gebraucht? 4?

LG von der Moskwitschka


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#151

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 18:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Ahh, na dann ...
Nach dem zweiten Gödelschen Unvollständigkeitssatz ist es leider unmöglich, die Widerspruchsfreiheit eines Systems aus im selbst heraus zu beweisen. Deswegen ist da schon der Versuch sinnlos. Damit nehme ich Deinen Widerspruch zur Kenntnis und ..., na und Du bekommst dann schonema bestimmt eine Einzel-Schublade *frech_angrins* Ansonsten wäre ich für insgesamt sieben Kategorien. Bis zu dieser Größenordnung soll(te) ein gesunder menschlicher Verstand abzählbare Items auf einen Blick erfassen können.Bei mehr Items neigt unser so gut auf Mustererkennung evolutioniertes Hirn dann wieder zur Clusterbildung, das heißt es werden Kategorien zu Metakategorien zusammengefaßt. Da könnte es dann einen Schubladen-Genossen geben. (Genosse: entstammt dem Althochdeutschen ginoz "jemand, der mit einem anderen etwas genießt, Nutznießung hat" *) Und achso, ich reiße da auch mal einen Verweis aus dem Kontext, oder erkennst Du da einen Zusammenhang *noch_frecher_angrins*
Die Partei...die Partei, die hat immer Recht..... #37

*) http://de.wiktionary.org/wiki/Genosse


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#152

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 18:55
von ABV | 4.204 Beiträge

Fiktives Gespräch zwischen einem im heutigen Deutschland geborenen und aufgewachsenen jungen Mann und einem fünfzigjährigen ehemaligen DDR-Bürger und Mitgliedes der SED . Der junge Mann interessiert sich für politische Themen und möchte mehr über die einst "führende Partei" der DDR erfahren. Nennen wir sie der Einfachheit halber Kevin und Willi......

Kevin:
Willi, du warst Mitglied der SED. Der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland. Kannst du mir etwas über deine Beweggründe verraten, ausgerechnet in diese Partei einzutreten?

Willi:
Nun ich könnte es mir jetzt sehr einfach machen und behaupten, dass man mich damals, 1987, zum Eintritt in die SED gezwungen hat. Das wäre nicht nur nicht ehrlich, sondern viel mehr noch völliger Blödsinn! Um dir diese Frage zu beantworten, fange ich am besten von vorn an: Als ich geboren wurde, gab es die DDR bereits fünfzehn Jahre. Ich wuchs in diesem Staat auf, ging dort zur Schule und verlebte, dass kann ruhig sagen, eine glückliche unbeschwerte Kindheit. Etwas anderes als den Sozialismus kannte ich nicht. Deutschland als Gesamtheit, war für mich nicht mehr als ein Begriff aus dem Geschichtsbuch! So wie für die Kinder heute die ehemaligen Königreiche Preußen oder Hannover.
Wie in der DDR üblich, ging zehn Jahre zu Schule, erlernte einen Beruf und riss dann meine obligatorischen achtzehn Monate Wehrdienst herunter. Als ich dann von der Armee zurück in den Betrieb kam, bot man mir ein Studium an. Ich fühlte mich geehrt. Die Betriebsleitung erachtete es als Selbstverständlichkeit, dass ich noch vor dem Beginn des Studiums in die SED eintrete. Was soll ich sagen? Ich fühlte mich ein weiteres Mal geschmeichelt! Kandidat der SED wird nun einmal nicht jeder, dachte ich jedenfalls. Außerdem bildete ich mir ein, als Mitglied der SED wirksamer auf Missstände hinweisen und an deren Beseitigung mithelfen zu können. Das in der DDR vieles nicht in Ordnung war, zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht selten gewaltige Lücken klafften, blieb auch mir nicht verborgen. Bloß zu meckern, auf den Staat zu schimpfen und sehnsuchtsvoll gen Westen zu schauen, erschien mir jedoch zu wenig.
Ich kann schon sagen, dass man bei mir in Punkto SED-Mitgliedschaft, "offene Türen einrannte". Politisch stand ich absolut links, fühlte mich als Kommunist. Heute zweifele ich jedoch daran ob ich überhaupt wusste was ein richtiger Kommunist ist. Zudenken gab mir ein Gespräch mit einem Nachbarn. Der wegen seiner kommunistischen Überzeugung von den Nazis ins KZ gesperrt wurde. Stolz berichtete ich ihn, dass ich meiner kommunistischen Überzeugung wegen, Kandidat der SED geworden bin. Der alte Mann sah mich traurig an und sagte darauf: Warum bist du dann nicht eine kommunistische Partei eingetreten, wenn du Kommunist bist?
Erst glaubte ich, dass mich der Alte verklapsen wollte. Erst Jahre später, nach 1989, ging mir auf was der Mann meinte: die SED hatte ihre eigenen Prinzipien und Ideale längst verraten.

Kevin: Wie lief denn die Aufnahme in die SED ab?

Willi: Wie gesagt, ich wurde zuerst ein so genannter Kandidat der SED. Das bedeutet, dass man zuerst einen Aufnahmeantrag stellen und zwei Bürgen erbringen muss.

Kevin: Bürgen?

Willi: Ja, Bürgen. In meinem Fall waren das zwei ältere Kollegen, die bereits viele Jahre der betrieblichen Parteigruppe angehörten. In einer Parteiversammlung wurde man den Mitgliedern als Kandidat vorgestellt. Anschließend stimmte die Versammlung über die Aufnahme als Kandidat ab. Nach einer einjährigen Bewährung als Kandidat, wurde man schließlich feierlich als Vollmitglied aufgenommen. Dazu gehörte auch die Übergabe von Parteibuch und Abzeichen

Kevin:
Die Aufnahmeprozedur unterscheidet sich für mich jetzt aber nicht wesentlich von denen heutiger, demokratischer Parteien.

Willi:
Theoretisch nicht! Praktisch gab es schon einige gravierende Unterschiede. Zum Beispiel: wer als Kandidat durchgeboxt werden sollte, der wurde auch durchgeboxt! Ich habe nie erlebt, dass irgend ein Mitglied gegen die Aufnahme eines Kandidaten gestimmt hätte. Ein Nein, sprich eine Gegenstimme, gab es nicht. Das war es auch, was bei mir ernsthafte Zweifel hervorrief.

Kevin:
Wann begannen denn diese Zweifel?
Willi:
Nach den ersten von mir live erlebten Parteiversammlungen.

Kevin:
Interessant! Schildere mir doch bitte den Ablauf einer SED-Parteiversammlung.

Willi:
Gerne! Parteiversammlungen fanden bei uns einmal im Monat statt. Zuerst hielt der Parteisekretär eine Eröffnungsrede. Die sich meist an aktuell politischen Themen orientierte. Der konkrete Wortlaut der Rede hing davon ab, ob es sich im ein innenpolitisches oder ein außenpolitisches Thema handelte. Beim letztgenannten wiederum davon, ob es sich auf Vorkommnisse in der westlichen Hemisphäre oder in der Welt des Sozialismus bezog.
Kurz und knapp: Ging es um die DDR oder ein anderes sozialistisches Land, triefte die Rede nur so vor Lobhudelei. Während im anderen Fall mit verbalen Angriffen nicht gespart wurde.
Der Eröffnungsrede konnten die übrigen Mitglieder über den Beitrag diskutieren.

Kevin:
Wo ist das Problem, wenn ihr diskutieren durftet?

Willi:
Das Problem bestand darin, dass die Diskussion keine Diskussion war! Sondern ein bloßes Nachbeten des zuvor gehörten. Inklusive eingestreuter Zustimmung. Obwohl der offiziell Zustimmende, in Wirklichkeit eine völlig andere Meinung hatte.

Kevin:
Das verstehe ich jetzt nicht! Man kann doch nicht öffentlich Zustimmung bekunden, obwohl man in Wahrheit völlig anderer Meinung ist! Falls man nicht unter Schizophrenie leidet! Oder Abgrundtief feige ist. Entschuldige bitte, aber dafür fehlt mir jedes Verständnis!

Willi:
Ich habe mir bereits gedacht, dass du das nicht verstehen kannst. Schizophrenie? Feigheit? Mag sein. Wir nannten das damals jedenfalls Parteidisziplin. Das ging so weit, dass wir unserer eigenen Meinung misstrauten. Die Partei war allwissend. Konnte sich also nicht irren. Wir einfachen Mitglieder konnten doch nicht klüger sein, als die Partei selbst.

Kevin (schüttelt den Kopf):
Aber du hast mir doch gesagt, dass du bereits früh bemerkt hast, was in der DDR so alles nicht in Ordnung ist. Du wolltest doch bei der Beseitigung der Misstände helfen? Misstände kann man aber nur beseitigen, wenn diese erkannt und offen benannt werden. So weit richtig? Wie lief so etwas innerhalb der Parteiversammlungen ab?

Willi ( schluckt verlegen):
Es hat sich kaum jemand gewagt, konkrete Misstände anzusprechen. Und falls doch, dann hat es sich bei den Misständen um Relikte des Kapitalismus zu handeln. Die schon bald überwunden sein werden. Keinesfalls durften die Ursachen in der DDR selbst, oder in der Politik der SED gesucht werden.
Ich habe ein einziges Mal erlebt, wie zwei Genossen wagten, die Lebensmittelversorgung in den Kaufhallen des Kreises zu kritisieren.
Die beiden wurden vom Parteisekretär sofort harsch gemaßregelt. Niemand von den Mitgliedern wagte es, ihnen beizustehen. Zumindest nicht während der Versammlung. Anschließend, draußen beim rauchen, ja da wurde ihnen anerkennend auf die Schultern geklopft. Jedenfalls solange der Parteisekretär nicht hinschaute. Die Verantwortlichen in der SED fürchteten nichts mehr, wie Fehlerdiskussionen.

Kevin:
Ich gebe es bald auf! Unter Fehlerdiskussion verstand man doch auch in der DDR, die Analyse von Fehlern. Zur Feststellung von Ursachen und deren Vermeidung. Richtig?

Willi:
Richtig!

Kevin:
Zum Teufel warum hatte denn die SED solch einen Schiss davor?

Willi ( kleinlaut):
Ist doch ganz einfach: weil dann herausgekommen wäre, dass die Ursache der vielen, vielen Fehler einzig und allein bei der SED, beziehungsweise deren Politik, liegt. Was eigentlich jeder wusste. Aber niemand sagen durfte.

Kevin:
Und wer es doch aussprach, wurde bestraft. Demnach ging es in der DDR wie in der berühmten Parabel von " Des Kaisers neue Kleider" zu. Das ist doch einfach nur pervers! Solch ein System konnte doch nur untergehen!

Willi:
Ja, wir haben den Karren mit offenen Augen gegen die Wand gefahren. Weißt du, die SED bezeichnete sich gern als "Partei neuen Typus". Man wollte dabei auch einen völlig neuen Menschentypus erschaffen. Der ideale Mensch sollte es werden. Und was kam dabei heraus: Haufenweise Duckmäuser und Opportunisten. Menschen ohne eigene Meinung und Rückgrat.

Kevin (nickt):
Danke erstmal fürs Gespräch. Ich muss das ganze erstmal verarbeiten. Richtig verstehen wie so etwas über Jahrzehnte einen Staat regieren konnte, werde ich das wohl nie.


Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Hackel39, Lutze, 94, exgakl, RudiEK89 und Udo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.02.2014 18:56 | nach oben springen

#153

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 19:21
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Sauber @ABV,dafür


DoreHolm und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#154

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 19:25
von Rüganer (gelöscht)
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Also @ABV, alle Achtung für dieses fiktive Gespräch. Genau so würde es laufen zwischen 2 sachlich bleibenden Diskutanten.
Mach Dir bitte die Mühe und entwickel noch so ein fiktives Gespräch, zwischen Willy und einem ex-DDR Bürger, der nicht in der Partei war, weil er eben anders als Willy aufwuchs, weil er nicht von seinen Eltern beeinflusst wurde und dann, nach der Armeezeit sah, dass vieles nicht stimmte, dass vieles nur unter anderen Vorzeichen ablief, als einige Jahre zuvor, weil er so viel hörte, was immer im ganz engen Kreis gesagt wurde. Weil er kein Kommunist sein wollte, trat er nicht in die Partei ein und als er dann noch im Betrieb erfuhr, dass der Klügere nur wegen fehlender Parteizugehörigkeit nicht den Posten bekam, sondern der Ungeeignetere, da wusste er, richtig gewesen, da nicht einzutreten. Dieses fiktive Gespräch und dazu dann noch der Kevin, dies wäre interessant...


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#155

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 19:38
von Lutze | 8.040 Beiträge

eine Frage fehlt von Kevin zum Schluß,
warum bist du nicht aus dieser Partei ausgetreten?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#156

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 20:36
von 94 | 10.792 Beiträge

Mann Lutzle, das erkennt man doch am Namen, unser Forumsromancier hat den Namen als Schlüssel für einen ab 1989 oder später Geborenen gebraucht. Und ein Kevin heißt ja nicht Lutz (Kurzform von Ludwig, deutlich vor 1970 geboren) und fragt einen Löcher in den Bauch, vielleicht verarbeitet der's ja erstmal.

Hier mal vollkommen oT die Stastiken zu den beiden Namen ...
http://www.beliebte-vornamen.de/6610-ludwig.htm
http://www.beliebte-vornamen.de/4981-kevin.htm

Du und Deine Fragen immer *trotzdem_grins*
Wobei die Frage ist ja berechtigt, hat vielleicht was mit (vielleicht auch falchverstandenen ?) Anstand und Ehrgefühl zu tun. Der Kortschgin ist ja auch nicht bei der ersten Widrigkeit umgefallen. Trotzdem dabei zu bleiben, das könnte auch mit einem (wiederum falschverstandene ?) Gefühl von Stärke was zu tun gehabt haben. Es soll ja auch in dieser Schublade, ähm Partei nicht nur Opportunisten (das sind die die immer mit dem Arsch ander Wand bei einem gewissen Barthel den Moschdt hole), sondern auch einige Idealisten gehabt haben, odär?
Wie war der Motivspruch für diese Idealisten? Ein Genosse hat nur ein Privileg, ... voranzugehen!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.02.2014 20:37 | nach oben springen

#157

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 21:09
von Lutze | 8.040 Beiträge

schöne Idealisten und ihre Privilegien,
ohne Scheuklappen hat man noch nicht mal die Wand gesehen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#158

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 21:18
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Bezüglich des fiktiven Gespräches meine Erfahrung: 1. Teil, also Aufnahme, Motivation u.s.w. o.k. so war es im Wesntlichen. 2. Teil, da muß ich etwas differenzieren. Geschilderter Ablauf von BPO-Veranstaltungen vorwiegend in größeren Betrieben so, kann ich mir gut vorstellen. Daß geschilderte Beispiel ist aber m.E. schon ziemlich krass, Maßregelungen schon beim Benennen von Versorgungsproblemen. Das dürfte selbst in größeren Firmen nicht die Regel gewesen sein. Mir fehlt da aber etwas die Erfahrung, weil ich als SED-Mitglied lediglich ein gutes halbes Jahr in einem Großbetireb tätig war und das auch in Schichten, also wenig von den BPO-Veranstaltungen mitbekommen habe.
Für kleinere Betriebe mit Nebenamtlichen war das wieder abhängig vom Realitätsbewustsein des BPO-Sekretärs und des Direktors (dieser wurde auch als "Erster Parteiarbeiter im Betrieb" bezeichnet). In meinem Fall zusätzlich noch, weil ich nicht an dieser Funktion geklebt habe und auch keiner an meinem Stuhl sägte (bis auf den letzten Direktor, der ca. 87 zu uns "strafversetzt" wurde). Letzterer war wegen Verantwortlichkeit für einen Großbrand (als Leiter ist man immer verantwortlich) mit einem Toten zum Einsitzen verurteilt worden, natürlich aus der SED raus und nur eine Amnestie hatte ihn vor dem Einrücken bewahrt. Zu uns versetzt, hatte er dann erneut den Antrag auf Aufnahme in die SED gestellt. Das Abstimmungsverhältnis war sehr knapp. Aber ich komme hier vom Hundertsten in´s Tausendste, deshalb gut erst mal.



Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#159

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 22:00
von manifest 20 | 314 Beiträge

Hallöchen

Hätte die SED eigentlich unbegrenzt Mitglieder aufgenommen??

Wen jeder der zum Parteieintritt gefragt,überzeugt, geschupst oder gedrängelt wurde J A gesagt hätte,( Mitglieder 10 mili.oder so ??)
Wollte man auch 97% wie bei den Wahlen oder hätte man irgendwo einen Aufnahmestopp ??
Genau wirds keiner wissen oder?

gruss andreas


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#160

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 11.02.2014 22:12
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Zitat von manifest 20 im Beitrag #159


Hallöchen

Hätte die SED eigentlich unbegrenzt Mitglieder aufgenommen??

Wen jeder der zum Parteieintritt gefragt,überzeugt, geschupst oder gedrängelt wurde J A gesagt hätte,( Mitglieder 10 mili.oder so ??)
Wollte man auch 97% wie bei den Wahlen oder hätte man irgendwo einen Aufnahmestopp ??
Genau wirds keiner wissen oder?

gruss andreas


Gute Frage, wo die Mitgliedsgrenze gewesen wäre. Ich vermute eher, das es so wie auch beim Konsum der Fall ist: Angebot und Nachfrage. Man wäre noch wählerischer gewesen und überzeugte, aber kritische Geister hätten es schwerer gehabt, einzutreten.



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