#81

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:55
von Fritze (gelöscht)
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Ja wie das Leben so spielt ! 1990 hatte ich mir vorgenommen ,in keine Partei oder Organisation mehr einzutreten .
Das ging nicht ! Ich wollte angeln gehen ! Immer nur mit Tages-oder Wochenkarten war zu umständlich und auch zu teuer . Ich wurde regelrecht genötigt in den Angelverein . Da dachte ich ,stopp mal woher kennste das ?
Die Treffen der Dorfgemeinschaft waren Ende der 90er Jahre sehr kurzweilig und ich engagierte mich bei Veranstaltungen und deren Vorbereitungen.
Dann gings wieder los ,"warum willste denn nicht Mitglied werden ? " OK ,der Beitrag für den Bürgerverein war im Jahr ,wie der frühere SED-Beitrag für einen Monat .Sogar Personen aus meinem Umfeld wurden beauftragt mich dahingehend zu bearbeiten .Wohlgemerkt , im achso tolerantem Rheinland im Jahr 1999 .
Alles kommt wieder ,gewollt oder ungewollt !
Nicht nur auf Grund meiner Tätigkeit bin ich mittlerweile in keinem Verein mehr .
Heute gehe ich kaum noch auf Veranstaltungen und meine Angelausflüge beschränken sich auf Urlaub .

brodel brodel...


Pitti53 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#82

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:02
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #74
Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Zitat von steffen52 im Beitrag #58
@Moskwitscha, habe Deine Frage gelesen und möchte mal aus meinen Erlebten, was dazu schreiben. Ich hatte mit der Frage, Eintritt in die SED, eigentlich auch so meine Gewissensprobleme! Mein Elternhaus, von seitens meines Vaters,war für die große Sache des Sozialismus und so wollte er auch mich erziehen. Meine Mutter sah diese Dinge etwas anders, deshalb wurde ich natürlich 2 Gleisig erzogen. Mein Vater kam aus den Krieg und wollte voll durch starten, er ging zur Polizei und verhaftete Schieber und klein Kriminelle, er stand auch dazu, doch leider wurde bekannt das er in englischer Kriegsgefangenschaft war und da war es mit der Polizei vor bei! Das erzählte er mir und das machte mich schon als Jugendlichen stutzig und wir hatten darüber viele Auseinandersetzungen. Doch er sagte das war so und hielt zur Stange! Dann kam die Zeiten wo man auf den Tanzsaal ging und sich Radio Luxemburg rein zog, schon hatte ich mit ihm das nächste Problem, weißt du wie die Texte übersetzt heißen( er war Englischlehrer und Staatsbürgerkundenlehrer, darüber schrieb ich schon mal)er sagte es mir und was das für ein Hirnloser Text sei. Was mich nicht interessierte, sondern nur die Musik. Es ging weiter in der Schule, hatte mir mit viel Mühe und Umwegen ein Paar Jeans(Levis) besorgt und eine Plastetüte mit HB Werbung darauf, Tüte musste ich umstülpen , so das nur noch das innere weiße zu sehen war und nach Hause die Hose wechseln. Was kam der Direktor rief meinen Vater an und dann ging es los. Als Sohn eines Lehres und Parteigenossen, das kann doch nicht sein! Nun kannst Du Dir ja vorstellen was da so alles ablief! Nun hatte ich natürlich mit den Genossen der SED ein Problem b.z.w. mit dem System und das zog sich so durch mein Leben in der DDR. Auch auf der Arbeit lies ich die Genossen Werber abblitzen, zum Kummer meines Vaters( ich muss ab und zu noch lächeln, wen ich daran denke, wie oft ich Sonntags allein in der Küche essen mußte, weil ich mich wieder mit meinen Vater politisch angelegt hatte, denn er lies keine andere Meinung gelten).
Dazu kam noch das ich in der Verwandschaft einen hochrangigen MfS Offizier hatten, der es beinahe geschafft hatte meine Hochzeit platzen zu lassen(Mein Verlobte hatte Westverwandschaft und die sollten an der Feier mit teilnehmen, haben dann 2 mal gefeiert, einmal mit der buckligen Verwandschaft und dann mit den Wessis)! Schlimm war für mich auch das der Herr Genosse Offizier einen Erzeuger hatte, der nach dem Krieg in der Westzone
blieb und als er verstorben war, seinen leiblichen Sohn ein kleines D-Mark Vermögen hinterließ . Mit ablehnen was nix, sondern plötzlich war meiner Frau ihre Westverwandschaft gut genug, um die Summe auf ihr Konto zu nehmen und immer wen von seiner Seite etwas gebraucht wurde mussten sie über Genex in die DDR schicken ,zu Dritte, also zu uns! Gönnerhaft viel auch mal ein Stück Lux Seife für uns ab! Es gibt noch mehr Dinge die mich von dem Eintritt in die SED abgehalten haben, auch wen ich oft dazu getränkt wurde! Soviel zu diesem Thema von meiner Seite!

Grüsse Steffen52


Grün: Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.


@DoreHolm, bist Du wirklich der Meinung, ihre Doppelmoral war ihnen nicht bewusst gewesen? Wenn ich einen gefestigten Standpunkt zu einer Sache habe, kann man , ich denke muss man, wenn auch noch so super Angebot ( dazu noch als OSL des MfS) ablehnen!!! Die Politik war und bleibt eine Hure!!
Grüsse Steffen52


Lila: Das es ihnen nicht bewust war, habe ich nicht geschrieben, sondern daß Ihnen die Wirkung auf andere nicht bewust war (oder auch egal war). Klar, ab einer bestimmten Summe wird von so manchem ihr bisher ehernes Prinzip über den Haufen geworfen. Da ist die Schwelle unterschiedlich. Er hätte m.E. aber das Erbe ganz klar annehmen sollen, das hat m.E. nichts mit einem ungefestigten Standpunkt zu tun, und nicht über diese Umwege mauscheln. Immerhin kamen auf diese Weise Devisen in´s Land. Bei uns gab es einen ähnlichen Fall. Wir waren zeitweise mit zwei anderen Firmen im Kombinat zusammengelegt. Die Ehefrau des BPO-Sekretärs (hauptamtlich) hatte in Kanada ein Erbschaft von ca. 2 Mio gemacht (weiß nicht mehr, ob das Kanad. $ oder DM waren). Der hatte auch eine Menge Neider in allen Ebenen, vom einfachen Arbeiter bis in Stadtleitungskreise. Eine Kollegin von mir meinte, der muß doch als Genosse das Geld an den Staat abgeben. Der blanke Neid guckte ihr aus den Augen. Er hat dann ganz klar gesagt, daß nicht er, sondern seine Frau das Geld geerbt hat. Über Genex hatte er sich einen Golf gekauft. Wieder so ein neiderweckendes Objekt. Na und ? Übrigens, er hat mich ganz energisch abblitzen lassen, als ihn mal vorsichtig fragte, ob ich ein paar DM eintauschen könnte (brauchte das für mein Hobby zum Rohmaterialkauf). War mir dann doch etwas peinlich. Aus dieser Sicht sollte man als nicht den Fehler machen, einem SED-Mitglied, auch wenn es Hauptamtliches ist, jegliche materielle Interessiertheit abzusprechen bzw. nicht zu gönnen.



zuletzt bearbeitet 08.02.2014 22:04 | nach oben springen

#83

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:13
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #73
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #72
[quote=DoreHolm|p331033] Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



Das waren keine Einzelfälle. Könnte auch ein Lied davon singen aus dem etwas ferneren Familienkreis. Das war aber nicht der Grund oder Ursache, warum die SED gescheitert ist.

LG von der Moskwitschka



also doch von den kommunistischen Sympathisanten, nur bla bla,bla ! So sind wir es gewohnt


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#84

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:18
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Harra318 im Beitrag #83


also doch von den kommunistischen Sympathisanten, nur bla bla,bla ! So sind wir es gewohnt


Schublade auf, rein mit mir, Schublade zu.

Was können zusätzliche Einzelbeispiele noch bewirken? Nur die Neugierde befriedigen und die Diskussion in eine Sackkasse lenken. Am Fakt der Doppelmoral diesbezüglich wird es nichts ändern. Und von mir aus hätten sie doppelt soviel Westkram haben können, wenn ....

LG von der Moskwitschka


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#85

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:22
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #84
Zitat von Harra318 im Beitrag #83


also doch von den kommunistischen Sympathisanten, nur bla bla,bla ! So sind wir es gewohnt


Schublade auf, rein mit mir, Schublade zu.

Was können zusätzliche Einzelbeispiele noch bewirken? Nur die Neugierde befriedigen und die Diskussion in eine Sackkasse lenken. Am Fakt der Doppelmoral diesbezüglich wird es nichts ändern. Und von mir aus hätten sie doppelt soviel Westkram haben können, wenn ....

LG von der Moskwitschka


na dann sprich mal weiter


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#86

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:26
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #82
Zitat von steffen52 im Beitrag #74
Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Zitat von steffen52 im Beitrag #58
@Moskwitscha, habe Deine Frage gelesen und möchte mal aus meinen Erlebten, was dazu schreiben. Ich hatte mit der Frage, Eintritt in die SED, eigentlich auch so meine Gewissensprobleme! Mein Elternhaus, von seitens meines Vaters,war für die große Sache des Sozialismus und so wollte er auch mich erziehen. Meine Mutter sah diese Dinge etwas anders, deshalb wurde ich natürlich 2 Gleisig erzogen. Mein Vater kam aus den Krieg und wollte voll durch starten, er ging zur Polizei und verhaftete Schieber und klein Kriminelle, er stand auch dazu, doch leider wurde bekannt das er in englischer Kriegsgefangenschaft war und da war es mit der Polizei vor bei! Das erzählte er mir und das machte mich schon als Jugendlichen stutzig und wir hatten darüber viele Auseinandersetzungen. Doch er sagte das war so und hielt zur Stange! Dann kam die Zeiten wo man auf den Tanzsaal ging und sich Radio Luxemburg rein zog, schon hatte ich mit ihm das nächste Problem, weißt du wie die Texte übersetzt heißen( er war Englischlehrer und Staatsbürgerkundenlehrer, darüber schrieb ich schon mal)er sagte es mir und was das für ein Hirnloser Text sei. Was mich nicht interessierte, sondern nur die Musik. Es ging weiter in der Schule, hatte mir mit viel Mühe und Umwegen ein Paar Jeans(Levis) besorgt und eine Plastetüte mit HB Werbung darauf, Tüte musste ich umstülpen , so das nur noch das innere weiße zu sehen war und nach Hause die Hose wechseln. Was kam der Direktor rief meinen Vater an und dann ging es los. Als Sohn eines Lehres und Parteigenossen, das kann doch nicht sein! Nun kannst Du Dir ja vorstellen was da so alles ablief! Nun hatte ich natürlich mit den Genossen der SED ein Problem b.z.w. mit dem System und das zog sich so durch mein Leben in der DDR. Auch auf der Arbeit lies ich die Genossen Werber abblitzen, zum Kummer meines Vaters( ich muss ab und zu noch lächeln, wen ich daran denke, wie oft ich Sonntags allein in der Küche essen mußte, weil ich mich wieder mit meinen Vater politisch angelegt hatte, denn er lies keine andere Meinung gelten).
Dazu kam noch das ich in der Verwandschaft einen hochrangigen MfS Offizier hatten, der es beinahe geschafft hatte meine Hochzeit platzen zu lassen(Mein Verlobte hatte Westverwandschaft und die sollten an der Feier mit teilnehmen, haben dann 2 mal gefeiert, einmal mit der buckligen Verwandschaft und dann mit den Wessis)! Schlimm war für mich auch das der Herr Genosse Offizier einen Erzeuger hatte, der nach dem Krieg in der Westzone
blieb und als er verstorben war, seinen leiblichen Sohn ein kleines D-Mark Vermögen hinterließ . Mit ablehnen was nix, sondern plötzlich war meiner Frau ihre Westverwandschaft gut genug, um die Summe auf ihr Konto zu nehmen und immer wen von seiner Seite etwas gebraucht wurde mussten sie über Genex in die DDR schicken ,zu Dritte, also zu uns! Gönnerhaft viel auch mal ein Stück Lux Seife für uns ab! Es gibt noch mehr Dinge die mich von dem Eintritt in die SED abgehalten haben, auch wen ich oft dazu getränkt wurde! Soviel zu diesem Thema von meiner Seite!

Grüsse Steffen52


Grün: Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.


@DoreHolm, bist Du wirklich der Meinung, ihre Doppelmoral war ihnen nicht bewusst gewesen? Wenn ich einen gefestigten Standpunkt zu einer Sache habe, kann man , ich denke muss man, wenn auch noch so super Angebot ( dazu noch als OSL des MfS) ablehnen!!! Die Politik war und bleibt eine Hure!!
Grüsse Steffen52


Lila: Das es ihnen nicht bewust war, habe ich nicht geschrieben, sondern daß Ihnen die Wirkung auf andere nicht bewust war (oder auch egal war). Klar, ab einer bestimmten Summe wird von so manchem ihr bisher ehernes Prinzip über den Haufen geworfen. Da ist die Schwelle unterschiedlich. Er hätte m.E. aber das Erbe ganz klar annehmen sollen, das hat m.E. nichts mit einem ungefestigten Standpunkt zu tun, und nicht über diese Umwege mauscheln. Immerhin kamen auf diese Weise Devisen in´s Land. Bei uns gab es einen ähnlichen Fall. Wir waren zeitweise mit zwei anderen Firmen im Kombinat zusammengelegt. Die Ehefrau des BPO-Sekretärs (hauptamtlich) hatte in Kanada ein Erbschaft von ca. 2 Mio gemacht (weiß nicht mehr, ob das Kanad. $ oder DM waren). Der hatte auch eine Menge Neider in allen Ebenen, vom einfachen Arbeiter bis in Stadtleitungskreise. Eine Kollegin von mir meinte, der muß doch als Genosse das Geld an den Staat abgeben. Der blanke Neid guckte ihr aus den Augen. Er hat dann ganz klar gesagt, daß nicht er, sondern seine Frau das Geld geerbt hat. Über Genex hatte er sich einen Golf gekauft. Wieder so ein neiderweckendes Objekt. Na und ? Übrigens, er hat mich ganz energisch abblitzen lassen, als ihn mal vorsichtig fragte, ob ich ein paar DM eintauschen könnte (brauchte das für mein Hobby zum Rohmaterialkauf). War mir dann doch etwas peinlich. Aus dieser Sicht sollte man als nicht den Fehler machen, einem SED-Mitglied, auch wenn es Hauptamtliches ist, jegliche materielle Interessiertheit abzusprechen bzw. nicht zu gönnen.

@DoreHolm, ist ging um das Thema, SED ja oder nein. Mein nein zu der Mitgliedschaft in die SED, wollte ich hier ein bringen um der Verständnis halber mit meinen erlebten Dingen in der Sache.Ich hoffe Du hast meinen Beitrag im Vorfeld gelesen und auch das mit meiner Hochzeit? Wenn ein gestandener hoch gestellter Mitarbeiter des MfS, nicht in der Lage ist sich ca.5 Stunden mit einfachen Arbeitern aus der BRD an einen Tisch zu setzen und das als geschulter Mann, der also für jede Art der Auseinandersetzung geschult wurde,oh wie traurig für diese Firma! Aber dann wen es was gibt, die Hand ohne Skrupel auf zu halten und alle Prinzipien über Bord zu werfen, das war halt eben einer der vielen Gründe um Nein zu sagen! Ich hoffe Du verstehst mich nun? Die Devisen den Staat zu geben ja oder nein, gehört für mich auch mit zum Thema, wie stehe ich zu diesen System, mache ich bloss mit um etwas zu erreichen oder bin ich überzeugt von diesem Staat!! Du wirst sagen, Steffen, du wiederholst dich, aber die Politik ist ,war und bleibt eine Hure!!
Grüsse Steffen52


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#87

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:38
von frank | 1.753 Beiträge

war vor meiner zeit beim Mfs natürlich kein SED - mitglied !
erst ca ein jahr bei dieser 'mafia' bin ich dann in sie übergetreten !!
hatte damals als jugentlicher mit politik wie beschrieben nicht viel am 'hut' !!
wurde wie viele also automatisch zum 'mitglied' ohne funktion !!
logisch , wenn mann bedenkt man dient dem staat !!
schulungen oder 'abzeichen' wurden als notwendiges 'übel' betrachtet !
trotzdem standen wir zu unserem staat und haben auch alle aufgaben voll erfüllt !!
und vor allem waren wir menschen , die für menschen da waren , egal welcher partei !!!



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#88

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:38
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Harra318 im Beitrag #85

LG von der Moskwitschka

na dann sprich mal weiter


Das wäre nur ein Vorwurf von mir.

Die Doppelmoral einzelner Mitglieder so wie ich @DoreHolm verstanden habe , ist mir zu einfach. Aber sei es drum.

LG von der Moskwitschka

EDIT


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 22:40 | nach oben springen

#89

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:40
von seaman | 3.487 Beiträge

Wenn ich das hier alles so richtig einordne,mutierte die vom Staat DDR angestrebte entwickelte sozialistische Persönlichkeit zu einem ganz normalen Spießer.
Hin und her gerissen,zwischen einer geheuchelten SED-Mitgliedschaft zum eigenen beruflichen Emporkommen,immer auf der Jagd nach Westklamotten,zwischen Lux-Seife und Westkacheln an der Wand in der Datsche,
Intershop und geheucheltem Mitläufertum.
Meine keinen persönlich und würde mich gerne bei dieser Einschätzung korrigieren lassen.

seaman


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.02.2014 22:52 | nach oben springen

#90

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:42
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #26
Und es gab dafür einen speziellen SED-Sonder-Sicherheitskugelschreiber,keine Ahnung warum




@KARNAK, was waren das für Teile, Gegenstände? Nie davon etwas gehört oder scherzt Du jetzt?

So wie ich.

Kannte nur die letzten SED- Parteiabzeichen, die ab etwa Sommer 1989 in der s. g. Konsumgüterproduktion im ehem. VEB Bodeta Süßwaren in Oschersleben produziert wurden. Es waren SED- Parteiabzeichen aus Gelantine. Die konnte man im Gefahrfall hinterschlucken, ohne Verdauungsprobleme zu bekommen oder ggfls. auf einer Röntgenaufnahme doch noch als SED- Genosse enttarnt zu werden...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#91

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:48
von jecki09 | 422 Beiträge

Ich wurde Kandidat der SED noch während meiner Lehre zum Werkzuegmacher. Da hatte ich mich bereits entschieden BO zu werden. Die Aufnahme als Mitglied während des 1. Ausbildungsjahres an der OHS war dann eigendlich reine Formsache.

Zum Anfang dachte ich auch, dass man - z.B. bei Missständen - etwas mit verändern könnte. Aber dann musste ich schnell lernen, dass die Partei selbst, nichts anderes als fast immer auch nur der verlängerte oder zweite Dienstweg war oder wurde. Das war frustrierend.


seaman, schulzi, DoreHolm und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:55
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #89
Wenn ich das hier alles so richtig einordne,mutierte die vom Staat DDR angestrebte entwickelte sozialistische Persönlichkeit zu einem ganz normalen Spießer.
Hin und her gerissen,zwischen einer SED-Mitgliedschaft zum eigenen beruflichen Emporkommen,auf der Jagd nach Westklamotten,zwischen Lux-Seife und Westkacheln an der Wand in der Datsche.
Intershop und geheucheltem Mitläufertum.
Meine keinen persönlich und würde mich gerne bei dieser Einschätzung korrigieren lassen.

seaman



@seaman,ich gehe mal davon aus, das Du mich mit meinen Beitrag meinst, wenn nicht auch nicht so schlimm, aber was ich schreibe habe ich erlebt und will das nicht auf alle SED_ Mitglieder abwälzen! Es gab bestimmt auch viele die für ihre Sache standen und vielleicht auch keine Abstriche gemacht haben, aber leider gab es auch genug von der anderen Sorte und leider haben diese Leute nicht dazu bei getragen mich für dieses System zu begeistern! Aber viele Dinge im Leben der DDR haben sich nun mal um die Sachen gedreht, hast du das ich habe das. Geld spielte keine große Rolle!
Beziehung ist das halbe Leben, auch heute noch! Leider musste ich nach den lesen meiner Akte, das ich auch diesen Leuten die mich angeschwärzt hatten, viele Sachen für ihr Haus oder Laube besorgt habe! Das war halt der Dank( ich dachte es waren Freunde) aber leider wurde ich später des besseren belehrt!
Grüsse steffen52


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#93

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 22:59
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #89

Meine keinen persönlich und würde mich gerne bei dieser Einschätzung korrigieren lassen.

seaman




Bitte,
ich habe Beispiele gebracht,die es sicher tausendfach(und mehr) gab.
Auch die Gründe sind nachvollziehbar.
Wirklich,bitte nicht persönlich nehmen.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 23:02 | nach oben springen

#94

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 23:02
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #89
Wenn ich das hier alles so richtig einordne,mutierte die vom Staat DDR angestrebte entwickelte sozialistische Persönlichkeit zu einem ganz normalen Spießer.
Hin und her gerissen,zwischen einer geheuchelten SED-Mitgliedschaft zum eigenen beruflichen Emporkommen,immer auf der Jagd nach Westklamotten,zwischen Lux-Seife und Westkacheln an der Wand in der Datsche.
Intershop und geheucheltem Mitläufertum.
Meine keinen persönlich und würde mich gerne bei dieser Einschätzung korrigieren lassen.

seaman





@seaman, m Grunde brauchst Du Deine Einschätzung nicht korregieren. Die hat den berühmten Nagel schon ganz gut auf seinen Kopf getroffen!

Gut Ausnahmen gab und gibt es überall. Gab es auch in der SED. Die echten und ehrlich- aufriichtigen Genossen, wo Wort und Tat 100% stimmten, konnten man mit der Lupe suchen. Das Fatale oder besser Küriose daran, ich, der von dieser Partei schon in jungen Jahren nichts gehalten hat, mir waren diese 100%- Genossen größtenteils symphatisch, sind sie bis heute noch. Vermutlich lag das an ihrer Ehrlichkeit und Geradlinigkeit. Unser Staatsbürgerkundelehrer im ehem Reichsbahn- AW Halberstadt war einer davon. Wenn er von seinem Wesen, seinem Charackter auch nicht die Respektsperson war, er war aber Mensch, er konnte Zuhören, er konnte schweigen. Er hatte für alles und jeden ein offenes Ohr. Möchte nicht die Hand ins Feuer legen, aber mit großer Sicherheit kein IM- MfS - Ohr...

Für die Zählung dieser Art SED- Mitglieder reichte in meinem Umfeld aber locker eine Hand.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 23:06
von 94 | 10.792 Beiträge

Zum Thema Dokumentenstift, mit solchen Teilen wurden auch handschriftliche Einträge im PA zum Beispiel bei Umzug gemacht. Könnte das Teil so ausgesehen haben? Falls nicht, war ebay.de/itm/201003359265 ein Fake.

Angefügte Bilder:
$_1.JPG

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 23:11 | nach oben springen

#96

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 23:10
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von seaman im Beitrag #93
Zitat von seaman im Beitrag #89

Meine keinen persönlich und würde mich gerne bei dieser Einschätzung korrigieren lassen.

seaman




Bitte,
ich habe Beispiele gebracht,die es sicher tausendfach(und mehr) gab.
Auch die Gründe sind nachvollziehbar.
Wirklich,bitte nicht persönlich nehmen.

seaman



@seaman, habe ich nicht, bin ja nicht pingelig! Ist schon in Ordnung! Wir sind doch , hoffe ich, alle erwachsene Menschen die einiges im Leben durch gemacht haben und da haut uns nichts mehr aus dem Ruder, wünsche Dir eine angenehme Nachtruhe und bis Morgen,
Tschüss!!
Grüsse Steffen52


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 23:40
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #94
Zitat von seaman im Beitrag #89
Wenn ich das hier alles so richtig einordne,mutierte die vom Staat DDR angestrebte entwickelte sozialistische Persönlichkeit zu einem ganz normalen Spießer.
Hin und her gerissen,zwischen einer geheuchelten SED-Mitgliedschaft zum eigenen beruflichen Emporkommen,immer auf der Jagd nach Westklamotten,zwischen Lux-Seife und Westkacheln an der Wand in der Datsche.
Intershop und geheucheltem Mitläufertum.
Meine keinen persönlich und würde mich gerne bei dieser Einschätzung korrigieren lassen.

seaman





@seaman, m Grunde brauchst Du Deine Einschätzung nicht korregieren. Die hat den berühmten Nagel schon ganz gut auf seinen Kopf getroffen!

Gut Ausnahmen gab und gibt es überall. Gab es auch in der SED. Die echten und ehrlich- aufriichtigen Genossen, wo Wort und Tat 100% stimmten, konnten man mit der Lupe suchen. Das Fatale oder besser Küriose daran, ich, der von dieser Partei schon in jungen Jahren nichts gehalten hat, mir waren diese 100%- Genossen größtenteils symphatisch, sind sie bis heute noch. Vermutlich lag das an ihrer Ehrlichkeit und Geradlinigkeit. Unser Staatsbürgerkundelehrer im ehem Reichsbahn- AW Halberstadt war einer davon. Wenn er von seinem Wesen, seinem Charackter auch nicht die Respektsperson war, er war aber Mensch, er konnte Zuhören, er konnte schweigen. Er hatte für alles und jeden ein offenes Ohr. Möchte nicht die Hand ins Feuer legen, aber mit großer Sicherheit kein IM- MfS - Ohr...Für die Zählung dieser Art SED- Mitglieder reichte in meinem Umfeld aber locker eine Hand.

josy95


auch wenn ich gestehen muß, nicht sehr grosses interresse damals in sachen politik , gehabt zu haben ,
ist doch 'rot mark' voller wiedersprüche !!!
also , mir waren die 100 prozentigen immer suspekt !!!



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#98

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 09.02.2014 00:21
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von jecki09 im Beitrag #91
Ich wurde Kandidat der SED noch während meiner Lehre zum Werkzuegmacher. Da hatte ich mich bereits entschieden BO zu werden. Die Aufnahme als Mitglied während des 1. Ausbildungsjahres an der OHS war dann eigendlich reine Formsache.

Zum Anfang dachte ich auch, dass man - z.B. bei Missständen - etwas mit verändern könnte. Aber dann musste ich schnell lernen, dass die Partei selbst, nichts anderes als fast immer auch nur der verlängerte oder zweite Dienstweg war oder wurde. Das war frustrierend.

und ich dachte , das bei beruflichen kollegen etwas mehr 'niveau' vorhanden ist !!!???




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#99

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 09.02.2014 07:31
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #95
Zum Thema Dokumentenstift, mit solchen Teilen wurden auch handschriftliche Einträge im PA zum Beispiel bei Umzug gemacht. Könnte das Teil so ausgesehen haben? Falls nicht, war ebay.de/itm/201003359265 ein Fake.

Könnte schon sein nur das sich das SED-Symbol auf dem Stift befand.Und was war das Besondere an solch einem Dokumentenstift?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#100

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 09.02.2014 07:36
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #87
war vor meiner zeit beim Mfs natürlich kein SED - mitglied !
erst ca ein jahr bei dieser 'mafia' bin ich dann in sie übergetreten !!
hatte damals als jugentlicher mit politik wie beschrieben nicht viel am 'hut' !!
wurde wie viele also automatisch zum 'mitglied' ohne funktion !!
logisch , wenn mann bedenkt man dient dem staat !!
schulungen oder 'abzeichen' wurden als notwendiges 'übel' betrachtet !
trotzdem standen wir zu unserem staat und haben auch alle aufgaben voll erfüllt !!
und vor allem waren wir menschen , die für menschen da waren , egal welcher partei !!!

Das heißt also Du bist sofort Kandidat geworden und nach einem Jahr Mitglied,anderes hätte man auch gar nicht "durchgehen" lassen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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