#61

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 16:09
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #45

Bei langfristigen Auslandskadern(NSW) der DDR wurde der Beitrag vom Lohnkonto abgebucht.



Auch wenn ich nicht dabei war.
Aber selbst in meiner Firma, einem modernen Kombinat, wurde bis in die 80er das Gehalt "bar auf die Kralle" ausgezahlt und für Beiträge (Gewerkschaft z. B.) kam deswegen ein Kassierer mit der Kassette rum.............


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 08.02.2014 16:10 | nach oben springen

#62

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 16:13
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #61
Zitat von seaman im Beitrag #45

Bei langfristigen Auslandskadern(NSW) der DDR wurde der Beitrag vom Lohnkonto abgebucht.



Auch wenn ich nicht dabei war.
Aber selbst in meiner Firma, einem modernen Kombinat, wurde bis in die 80er das Gehalt "bar auf die Kralle" ausgezahlt und für Beiträge (Gewerkschaft z. B.) kam deswegen ein Kassierer mit der Kassette rum.............



Das habe ich doch garnicht bestritten und kann es auch nicht anders wissen.
Kannte das Verfahren Abbuchung vom Konto aus der Praxis ab 1972.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 16:27 | nach oben springen

#63

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 16:14
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #58
@Moskwitscha, habe Deine Frage gelesen und möchte mal aus meinen Erlebten, was dazu schreiben. Ich hatte mit der Frage, Eintritt in die SED, eigentlich auch so meine Gewissensprobleme! Mein Elternhaus, von seitens meines Vaters,war für die große Sache des Sozialismus und so wollte er auch mich erziehen. Meine Mutter sah diese Dinge etwas anders, deshalb wurde ich natürlich 2 Gleisig erzogen. Mein Vater kam aus den Krieg und wollte voll durch starten, er ging zur Polizei und verhaftete Schieber und klein Kriminelle, er stand auch dazu, doch leider wurde bekannt das er in englischer Kriegsgefangenschaft war und da war es mit der Polizei vor bei! Das erzählte er mir und das machte mich schon als Jugendlichen stutzig und wir hatten darüber viele Auseinandersetzungen. Doch er sagte das war so und hielt zur Stange! Dann kam die Zeiten wo man auf den Tanzsaal ging und sich Radio Luxemburg rein zog, schon hatte ich mit ihm das nächste Problem, weißt du wie die Texte übersetzt heißen( er war Englischlehrer und Staatsbürgerkundenlehrer, darüber schrieb ich schon mal)er sagte es mir und was das für ein Hirnloser Text sei. Was mich nicht interessierte, sondern nur die Musik. Es ging weiter in der Schule, hatte mir mit viel Mühe und Umwegen ein Paar Jeans(Levis) besorgt und eine Plastetüte mit HB Werbung darauf, Tüte musste ich umstülpen , so das nur noch das innere weiße zu sehen war und nach Hause die Hose wechseln. Was kam der Direktor rief meinen Vater an und dann ging es los. Als Sohn eines Lehres und Parteigenossen, das kann doch nicht sein! Nun kannst Du Dir ja vorstellen was da so alles ablief! Nun hatte ich natürlich mit den Genossen der SED ein Problem b.z.w. mit dem System und das zog sich so durch mein Leben in der DDR. Auch auf der Arbeit lies ich die Genossen Werber abblitzen, zum Kummer meines Vaters( ich muss ab und zu noch lächeln, wen ich daran denke, wie oft ich Sonntags allein in der Küche essen mußte, weil ich mich wieder mit meinen Vater politisch angelegt hatte, denn er lies keine andere Meinung gelten).
Dazu kam noch das ich in der Verwandschaft einen hochrangigen MfS Offizier hatten, der es beinahe geschafft hatte meine Hochzeit platzen zu lassen(Mein Verlobte hatte Westverwandschaft und die sollten an der Feier mit teilnehmen, haben dann 2 mal gefeiert, einmal mit der buckligen Verwandschaft und dann mit den Wessis)! Schlimm war für mich auch das der Herr Genosse Offizier einen Erzeuger hatte, der nach dem Krieg in der Westzone
blieb und als er verstorben war, seinen leiblichen Sohn ein kleines D-Mark Vermögen hinterließ . Mit ablehnen was nix, sondern plötzlich war meiner Frau ihre Westverwandschaft gut genug, um die Summe auf ihr Konto zu nehmen und immer wen von seiner Seite etwas gebraucht wurde mussten sie über Genex in die DDR schicken ,zu Dritte, also zu uns! Gönnerhaft viel auch mal ein Stück Lux Seife für uns ab! Es gibt noch mehr Dinge die mich von dem Eintritt in die SED abgehalten haben, auch wen ich oft dazu getränkt wurde! Soviel zu diesem Thema von meiner Seite!
Grüsse Steffen52



@steffen52
ein schönes Beispiel für das gespaltene Ich vieler DDR Bürger, eine Sprache nach aussen und eine für intern. Ich habe das auch schon als Heranwachsender in der 2.Hälfte 50er Jahre und später kennengelernt. Als ich Jahre nach meiner Flucht das "gelobte Land" wieder besuchen konnte, beobachtete ich, dass sich das noch verschärft und verfeinert hatte. Eine Schizophrenie sondersgleichen und natürlich verlogen bis dahinaus. Ich konnte das nie, deshalb haben sie mich auch nicht lieb gehabt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#64

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 16:24
von schulzi | 1.759 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #61
Zitat von seaman im Beitrag #45

Bei langfristigen Auslandskadern(NSW) der DDR wurde der Beitrag vom Lohnkonto abgebucht.



Auch wenn ich nicht dabei war.
Aber selbst in meiner Firma, einem modernen Kombinat, wurde bis in die 80er das Gehalt "bar auf die Kralle" ausgezahlt und für Beiträge (Gewerkschaft z. B.) kam deswegen ein Kassierer mit der Kassette rum.............


Das stimmt aber ich kenne diese Variante der Abbuchung bei Auslandsmonteuren des Spinnereimaschienenbau.Wir mussten am Geldtag immer mit Lohnzettel in die Parteileitung und dort wurde nach Tabelle der zu zahlende Betrag errechntet.Nach der Umsellung auf EDV waren die Listen schon fertig und wir mussten nur noch bezahlen.


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#65

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 16:28
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Ja, das konnte losgehen, wenn die Firma soweit war.

Erst dann habe ich mir ein Girokonto zugelegt - mit wenig Begeisterung.
Naja, man hat sich schnell dran gewöhnt


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
nach oben springen

#66

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 17:09
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Meine Eltern waren SED - Mitglieder aus beruflichen Gründen. Die berufliche Karriere stand halt im Vordergrund - 3 Jahre Algerien. Ich war in der Zeit in Internaten des MfAA untergebracht. Zuerst in KWH und dann in Oranienburg. Zu Hause wurde offen darüber gesprochen...warum und wieso...
Für mich war es keine so schöne Zeit, ich hätte gerne auf die finanziellen Zuwendungen verzichtet um bei meiner Familie zu sein.

In meinem Institut kam mein Chef irgendwann auf mich zu und fragte ob ich nicht Kandidatin der SED werden möchte, er selber war kein Mitglied - er kam aus dem Eichsfeld und kath.. Ich lächelte ihn an und sagte: Lustig, dass Sie ausgerechnet mich das fragen...er antwortete: "Ich muss".
Damit hatte sich das Thema auch erledigt.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

seaman und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#67

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 18:54
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #46
für eure Antworten möchte ich mich bedanken,
eine Frage habe ich noch dazu,
als SED-Mitglied bekam man auch das SED-Abzeichen,
hat einer dieses Abzeichen mal verloren?,
gab es gleich Ersatz?,
ich habe drei verschiedene Ausführungen davon,
das eine Abzeichen ist mit einem Gewinde versehen
Lutze


@Lutze , hier was zum" Parteiabzeichen". Also ich halte mich raus, mein Gewissen ist so rein wie meine Seele! Beitrag # 77 "Versorgungsoasen" (4)


nach oben springen

#68

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 20:55
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #43
eben keiner da.


@DoreHolm wenn du so widerwillig in die SED "geschleift" wurdest, warum hast du dann später noch zusätzlich Funktionen übernommen ? Klingt für mich nicht so überzeugend. Ich wäre dann eher auf dem Status " Mitläufer" stehen geblieben, wenn ich mich mal gedanklich auf deinen Stuhl setzen darf[/quote]

Gertchen, wenn Du alles richtig gelesen hast, wirst Du bemerkt haben, daß ich durchaus überzeugt war. Ich sehe darin keinen prinzipiellen Widerspruch, von der grundsätzlichen Richtigkeit des gesellschaftlichen Weges überzeugt und trotzdem nicht in der SED zu sein. Als ich dann drin war, habe ich mich dann auch eingebracht und ich denke im nachhinein, daß ich auch ein kleines bischen was in der Firma bewegt habe, praktisch, also für die Firma und politisch, indem ich weitestgehend versucht habe, nicht hohle Phrasen zu klopfen sondern mit sachlichen Argumenten zu arbeiten. So war ich einige Jahre FDJ-Sekretär, neben den unumgänglichen Stunden des FDJ-Lehrjahres haben wir vor allem ein "frohes Jugendleben" entfaltet. Wanderungen, Radtouren, zwei mal mit dem Zelt im Harz. Da haben viele noch Jahre danach geschwärmt (bei mir hat das in meiner ersten Ehe fast zur Scheidung geführt. Ich hätt´s durchziehen sollen, aus heutiger Sicht). Daß ich auch ideologisch nicht ganz erfolglos war (habe Argumente immer versucht, an allgemein bekannten Tatsachen zu erklären), vermute ich daraus, daß so mancher, der mich zur Wende angegiftet hat, Jahre später ein ganz normaler Kollege war, mit dem man sich angenehm über Vergangenes unterhalten konnte und ich wenn ich später in die Firma kam und ein mich noch kennender Kollege/in kommt über den Hof: großes Hallo, wie gehts u.s.w. Eine Kollegin bei mir aus dem Labor, Christin, Eichsfeld, CDU-Mitglied, war dermaßen enttäusch von ihren Parteimitglieder, daß sie zeitweise sogar die PDS gewählt hatte, wie sie mir erzählte.
[/quote]

Zitat



OK, wir haben einen sehr unterschiedlichen familiären Hintergrund. Daher werden wir bei unterschiedlichen Weltanschauungen bleiben.
Meine Eltern haben die Politik der SED sehr kritisch verfolgt und das auch uns als Kindern erklärt. So bin ich aufgewachsen mit ständigen Existenzängsten, dass mein Vater seine Arbeitsgrundlage als selbständiger Handwerksmeister verliert, weil er in den 50 ern von ständigen Schikanen wie Sondersteuer, zeitweise Entzug der Lebensmittelkarten usw. berichtete.
Wenn ich es mir genau überlege, war der 17.Juni 53 kein guter Tage für uns. Warum, danach lockerte die SED ihre schikanöse Politik vorübergehend und meine Eltern blieben mit uns da. Hätte man die harte Politik gegen Selbständige beibehalten, wäre meine ganze Familie vor der Mauer weg gewesen. Nach dem Mauerbau ging die alte Tour weiter und 1974 haben sei seinen Handwerksbetrieb eliminiert. Meine Eltern haben es sehr bereut, vor allem als sie sahen welch erfolgreichen Weg ich hier eingeschlagen hatte. Das zur Politik dieser Partei, die für mich keine Partei war, die die Interessen ihrer Bürger vertrat.
Noch etwas in eigener Sache. Deine joviale, herablassende Art , mich mit Gertchen anzureden gefällt mir nicht. Ich empfinde das als respektlos und von einer Überheblichkeit, wie sie einem jüngeren gegenüber einem Älteren nicht zusteht.

Werde mich bessern. Allerdings was "jüngeren gegenüber einem Älteren" betrifft, dürften die paar Jahre zwischen uns praktisch keinen Unterschied darstellen.

[/quote]



nach oben springen

#69

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:16
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #49
Gibt es eigentlich irgendwo eine glaubhafte Statistik wie viele ECHTE Angehörige der AK Mitglied der SED waren?Sagen wir mal 1985.Ich befürchte nämlich fast,die Zahl wäre sehr ernüchternd.Es war doch einfach so,wenn Du in der DDR etwas erreichen wolltest,Karriere machen wolltest,einen bestimmten Weg in bestimmten Einrichtungen des Landes einschlagen wolltest musstest Du einfach in die SED.Viele,sehr viele haben das einfach getan,es hat sie weltanschaulich nicht umgebracht,war für sie keine "Todsünde","peinlich" war es ihnen allzuoft aber schon,deswegen kam das flächendeckende Tragen des Abzeichens mehr und mehr aus der Mode,wurde nicht mit der Mitgliedschaft hausieren gegangen."Glühende Kommunisten"waren die Wenigsten.Und die "Werber"für die Partei der AK,allzuoft waren sie in "Zugzwang",von ihnen wurden"Erfolgsmeldungen"erwartet,da zählte die statistische Zahl,wurde nicht viel hinter fragt,Selbst die Frage der Kandidatenzeit und die Bürgen,wurden dem Kandidaten ohne große Probleme auch gestellt,waren doch nur eine Formfrage.


Das wird schwierig mit der Statistik. Vielfach wurde der Kandidat vorher zum "Arbeiter" gemacht, damit die Zusammensetzung prozentual etwa den Vorgaben entsprach. Das wissen nur die Mitglieder in den nicht ganz so großen BPOs, wer denn wirklich Arbeiter war. Rein aus dem Gedächtnis würde ich bei uns auf ca. 50% tippen. Die Statistik stimmte schon dann nicht mehr, wenn der als Jugendlicher Aufgenommene später studierte und nicht mehr Arbeiter in diesem Sinne war. Was die Mitgliedschaft als Voraussetzung zur Karriere betrifft, hatte ich hier schon mal was geschrieben. In unserer Fachschulklasse etwas über 20) waren nur zwei SED-Mitglieder und einer wurde in dieser Zeit noch Kandidat. Alle waren aber durch ihre Betriebe zum Studium (Fernstudium) delegiert worden, d.h. die Firma hatte Interesse daran, diesen Kollegen/in zum Ing. ausbilden zu lassen. Da war eine Mitgliedschaft zweitrangig. Bei Direktstudenten, die sich bewarben, kann es möglicherweise etwas anders gewesen sein, aber Bedingung war es mit Sicherheit auch nicht. An den frischgebackenen Ing. wurde allerdings oft später die Frage gestellt, ob er denn nicht eintreten würde. Das war dann der Punkt, an dem der soziale Status frisiert werden mußte, wenn der Anteil an Angestellten oder Akademikern schon am oberen Limit lag.
Was das Tragen des "Bonbon" betrifft,, kam es auch wieder auf die Funktion an. Vom einfachen Arbeiter wurde das wimre nie regelrecht verlangt. Ich selbst trug es zu offiziellen Anlässen (Betriebsfeier, Empfänge u.ä.), wenn Anzug angesagt war. Aber nur im Anzug ist wohl nicht mal ein höherer Leiter ständig rumgelaufen. Bei Tätigkeiten, bei denen Anzug als Pflicht galt (Behörden u.s.w.) wurde wohl im Dienst immer das Abzeichen getragen.
Von den Ausführungen kenne ich drei. Das mit dem Gewinde, welches durch ein im Revers mit der kleinen Rückplatte angebracht war, das mit der Sicherheitsnadel und das mit der Anstecknadel,



zuletzt bearbeitet 08.02.2014 21:18 | nach oben springen

#70

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:23
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #19
Zitat von polsam im Beitrag #18

@polsam
wie kamst du mit dem Widerspruch zurecht, das dir der Besuch der Offiziersschule verwehrt wurde von einer Partei, der du angehörtest, obwohl du u mit 2 Bürgen aufgenommen wurdest, mit der Begründung deine Frau hat Verwandte in der Bundesrepublik ?
Mit dieser Entscheidung hat man ein Misstrauen gegen deine Person dokumentiert, für das du nicht einmal selbst verantwortlich warst, sondern dritte. Ich hätte einer Partei, der ich angehörte und die mir gegenüber so auftritt, das Parteibuch vor die Füsse geschmissen.


@ Gert
Wie Schlau warst du mit 21-22 Jahren? Hast du da schon alle Dinge im Zusammenhang gesehen, ich glaube doch wohl nicht.
Mit dem Wissen und der Lebenserfahrung von heute kann ich auch Sprüche klopfen.

Für mich war das damals kein Widerspruch. Man hat mir die "Notwendigkeit" des Verzichts auf die Fachschule erläutert und hat mir einen Weg aufgezeichnet, der meinen persönlichen Interessen entsprach.

Heute sage ich mir, es war vielleicht garnicht so schlecht. Ich habe die Wende unbeschadet und sauber überstanden, habe meine Anpaasungsfortbildung mit doch recht ordentlichen Ergebnissen absolviert und bin verbeamtet worden.
Auf Grund meines Alters war dann allerdings in unserem Bundesland kein Schulbesuch mehr möglich.




(rot mark)

Wer mich auch hier etwas besser kennt, weiß, das ich weder eingebildet bin noch unter sonstigen Bildungsalüren leide..., aber @Polsam, ich war, und das behaupte ich, ohne Wissen und Lebenserfahrung von heute damals, wie doch einige andere auch, ganz genau gewusst zu haben, was die SED ist. Es war die Reife eher eine Lebenserfahrung schon in ganz jungen Jahren, wie sie vielleicht nicht gerde der Durchschnitt der (jungen) DDR- Bürgers erleben musste. Ich war nicht der Durchschnítt - ich wa ein ideologisch geziehlt verpöhntes Kapitalistenkind. Und das hat man mich trotz aller gegenteiligen Beteuerungen hart, ganz hart spüren lassen. Und damit hat sich mein Bewußtsein sehr früh ausgeprägt: SED - nein, Danke!

Bin nachher aus persönlich- entwicklungstaktisch- beruflichen Gründen einer dieser s. g. Blockparteien beigetrteten und bekenne mich auch heute noch schuldig.

Bloß wofür...???

Möchte damit auchnausdrücken, das wohl einige auch in jüngeren Jahren schon ganz gut wussten, was die SED war.
M. Ea. eine perfide und völlg von Stalinisten gesteuerte diktatorische Zusammenrottung.
Zur Tarnung (und Verdummung breiter Massen) ausgestattet mit einem Antlitz von Humanismus, Gerechtigkeit oder auch Sozial (-lismus) genannt. Deshalb auch der hochtrabende Name; Soziaslistische... . Davon war diese Partei meilenweit entfernt...

josy95[/quote]

einige parteien im 'heute', ebenfalls !!!



nach oben springen

#71

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:26
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #58
@Moskwitscha, habe Deine Frage gelesen und möchte mal aus meinen Erlebten, was dazu schreiben. Ich hatte mit der Frage, Eintritt in die SED, eigentlich auch so meine Gewissensprobleme! Mein Elternhaus, von seitens meines Vaters,war für die große Sache des Sozialismus und so wollte er auch mich erziehen. Meine Mutter sah diese Dinge etwas anders, deshalb wurde ich natürlich 2 Gleisig erzogen. Mein Vater kam aus den Krieg und wollte voll durch starten, er ging zur Polizei und verhaftete Schieber und klein Kriminelle, er stand auch dazu, doch leider wurde bekannt das er in englischer Kriegsgefangenschaft war und da war es mit der Polizei vor bei! Das erzählte er mir und das machte mich schon als Jugendlichen stutzig und wir hatten darüber viele Auseinandersetzungen. Doch er sagte das war so und hielt zur Stange! Dann kam die Zeiten wo man auf den Tanzsaal ging und sich Radio Luxemburg rein zog, schon hatte ich mit ihm das nächste Problem, weißt du wie die Texte übersetzt heißen( er war Englischlehrer und Staatsbürgerkundenlehrer, darüber schrieb ich schon mal)er sagte es mir und was das für ein Hirnloser Text sei. Was mich nicht interessierte, sondern nur die Musik. Es ging weiter in der Schule, hatte mir mit viel Mühe und Umwegen ein Paar Jeans(Levis) besorgt und eine Plastetüte mit HB Werbung darauf, Tüte musste ich umstülpen , so das nur noch das innere weiße zu sehen war und nach Hause die Hose wechseln. Was kam der Direktor rief meinen Vater an und dann ging es los. Als Sohn eines Lehres und Parteigenossen, das kann doch nicht sein! Nun kannst Du Dir ja vorstellen was da so alles ablief! Nun hatte ich natürlich mit den Genossen der SED ein Problem b.z.w. mit dem System und das zog sich so durch mein Leben in der DDR. Auch auf der Arbeit lies ich die Genossen Werber abblitzen, zum Kummer meines Vaters( ich muss ab und zu noch lächeln, wen ich daran denke, wie oft ich Sonntags allein in der Küche essen mußte, weil ich mich wieder mit meinen Vater politisch angelegt hatte, denn er lies keine andere Meinung gelten).
Dazu kam noch das ich in der Verwandschaft einen hochrangigen MfS Offizier hatten, der es beinahe geschafft hatte meine Hochzeit platzen zu lassen(Mein Verlobte hatte Westverwandschaft und die sollten an der Feier mit teilnehmen, haben dann 2 mal gefeiert, einmal mit der buckligen Verwandschaft und dann mit den Wessis)! Schlimm war für mich auch das der Herr Genosse Offizier einen Erzeuger hatte, der nach dem Krieg in der Westzone
blieb und als er verstorben war, seinen leiblichen Sohn ein kleines D-Mark Vermögen hinterließ . Mit ablehnen was nix, sondern plötzlich war meiner Frau ihre Westverwandschaft gut genug, um die Summe auf ihr Konto zu nehmen und immer wen von seiner Seite etwas gebraucht wurde mussten sie über Genex in die DDR schicken ,zu Dritte, also zu uns! Gönnerhaft viel auch mal ein Stück Lux Seife für uns ab! Es gibt noch mehr Dinge die mich von dem Eintritt in die SED abgehalten haben, auch wen ich oft dazu getränkt wurde! Soviel zu diesem Thema von meiner Seite!

Grüsse Steffen52


Grün: Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



nach oben springen

#72

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:32
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



Das waren keine Einzelfälle. Könnte auch ein Lied davon singen aus dem etwas ferneren Familienkreis. Das war aber nicht der Grund oder Ursache, warum die SED gescheitert ist.

LG von der Moskwitschka


nach oben springen

#73

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:38
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #72
Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



Das waren keine Einzelfälle. Könnte auch ein Lied davon singen aus dem etwas ferneren Familienkreis. Das war aber nicht der Grund oder Ursache, warum die SED gescheitert ist.

LG von der Moskwitschka



nach oben springen

#74

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:41
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Zitat von steffen52 im Beitrag #58
@Moskwitscha, habe Deine Frage gelesen und möchte mal aus meinen Erlebten, was dazu schreiben. Ich hatte mit der Frage, Eintritt in die SED, eigentlich auch so meine Gewissensprobleme! Mein Elternhaus, von seitens meines Vaters,war für die große Sache des Sozialismus und so wollte er auch mich erziehen. Meine Mutter sah diese Dinge etwas anders, deshalb wurde ich natürlich 2 Gleisig erzogen. Mein Vater kam aus den Krieg und wollte voll durch starten, er ging zur Polizei und verhaftete Schieber und klein Kriminelle, er stand auch dazu, doch leider wurde bekannt das er in englischer Kriegsgefangenschaft war und da war es mit der Polizei vor bei! Das erzählte er mir und das machte mich schon als Jugendlichen stutzig und wir hatten darüber viele Auseinandersetzungen. Doch er sagte das war so und hielt zur Stange! Dann kam die Zeiten wo man auf den Tanzsaal ging und sich Radio Luxemburg rein zog, schon hatte ich mit ihm das nächste Problem, weißt du wie die Texte übersetzt heißen( er war Englischlehrer und Staatsbürgerkundenlehrer, darüber schrieb ich schon mal)er sagte es mir und was das für ein Hirnloser Text sei. Was mich nicht interessierte, sondern nur die Musik. Es ging weiter in der Schule, hatte mir mit viel Mühe und Umwegen ein Paar Jeans(Levis) besorgt und eine Plastetüte mit HB Werbung darauf, Tüte musste ich umstülpen , so das nur noch das innere weiße zu sehen war und nach Hause die Hose wechseln. Was kam der Direktor rief meinen Vater an und dann ging es los. Als Sohn eines Lehres und Parteigenossen, das kann doch nicht sein! Nun kannst Du Dir ja vorstellen was da so alles ablief! Nun hatte ich natürlich mit den Genossen der SED ein Problem b.z.w. mit dem System und das zog sich so durch mein Leben in der DDR. Auch auf der Arbeit lies ich die Genossen Werber abblitzen, zum Kummer meines Vaters( ich muss ab und zu noch lächeln, wen ich daran denke, wie oft ich Sonntags allein in der Küche essen mußte, weil ich mich wieder mit meinen Vater politisch angelegt hatte, denn er lies keine andere Meinung gelten).
Dazu kam noch das ich in der Verwandschaft einen hochrangigen MfS Offizier hatten, der es beinahe geschafft hatte meine Hochzeit platzen zu lassen(Mein Verlobte hatte Westverwandschaft und die sollten an der Feier mit teilnehmen, haben dann 2 mal gefeiert, einmal mit der buckligen Verwandschaft und dann mit den Wessis)! Schlimm war für mich auch das der Herr Genosse Offizier einen Erzeuger hatte, der nach dem Krieg in der Westzone
blieb und als er verstorben war, seinen leiblichen Sohn ein kleines D-Mark Vermögen hinterließ . Mit ablehnen was nix, sondern plötzlich war meiner Frau ihre Westverwandschaft gut genug, um die Summe auf ihr Konto zu nehmen und immer wen von seiner Seite etwas gebraucht wurde mussten sie über Genex in die DDR schicken ,zu Dritte, also zu uns! Gönnerhaft viel auch mal ein Stück Lux Seife für uns ab! Es gibt noch mehr Dinge die mich von dem Eintritt in die SED abgehalten haben, auch wen ich oft dazu getränkt wurde! Soviel zu diesem Thema von meiner Seite!

Grüsse Steffen52


Grün: Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.


@DoreHolm, bist Du wirklich der Meinung, ihre Doppelmoral war ihnen nicht bewusst gewesen? Wenn ich einen gefestigten Standpunkt zu einer Sache habe, kann man , ich denke muss man, wenn auch noch so super Angebot ( dazu noch als OSL des MfS) ablehnen!!! Die Politik war und bleibt eine Hure!!
Grüsse Steffen52


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#75

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:43
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Harra318 im Beitrag #73



Es gibt genug Strophen davon. Da muss ich nicht noch welche hinzufügen.

Jedenfalls habe viele, die keine Westkontakte haben durften, Mittel und Wege gefunden um an den geliebten Kaffee, billige Strumpfhosen usw. heranzukommen.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 21:45 | nach oben springen

#76

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:46
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #75
Es gibt genug Strophen davon. Da muss ich nicht noch welche hinzufügen.

Jedenfalls habe viele, die keine Westkontakte haben durften, Mittel und Wege gefunden um an den geliebten Kaffee, billige Strumpfhosen usw. heranzukommen.

LG von der Moskwitschka

wie viel Hasen haben in einer Strumpfhose platz


nach oben springen

#77

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:46
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #72
Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



Das waren keine Einzelfälle. Könnte auch ein Lied davon singen aus dem etwas ferneren Familienkreis. Das war aber nicht der Grund oder Ursache, warum die SED gescheitert ist.

LG von der Moskwitschka


@Moskwitschka, es geht nicht um das scheitern der DDR, sondern um " Eintritt in die SED"! Das wolltest Du wissen und habe geantwortet, wie so und weshalb!! Ja oder Nein!
Grüsse Steffen52


nach oben springen

#78

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:51
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von steffen52 im Beitrag #77
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #72
Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



Das waren keine Einzelfälle. Könnte auch ein Lied davon singen aus dem etwas ferneren Familienkreis. Das war aber nicht der Grund oder Ursache, warum die SED gescheitert ist.

LG von der Moskwitschka


@Moskwitschka, es geht nicht um das scheitern der DDR, sondern um " Eintritt in die SED"! Das wolltest Du wissen und habe geantwortet, wie so und weshalb!! Ja oder Nein!
Grüsse Steffen52


Ich schrieb Scheitern der SED. Und die ist nicht zuletzt an ihren Mitgliedern, die in diese Partei eingetreten sind, gescheitert, oder?

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 21:51 | nach oben springen

#79

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Mal 'ne Frage an die Genossen Mitglieder, bevor es hier weiter oT am NICHT-Eintritt scheitert. Ingesamt wurden ja 4 Bürgschaften benötigt. Zwei für den Kandidaten und nochmal zwei zum Mitglied. Wurden da nach einem Jahr Kandidatenzeit die gleichen Bürgen genutzt?

P.S. und achso, muß ja schonemal üben und sparsam mit den eignen Beiträgen umgehen ...
Deswegen noch 'ne Frage, wann hab'ts das letztemal 1989 den Beitrag gezahlt?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 21:56 | nach oben springen

#80

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 21:54
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #78
Zitat von steffen52 im Beitrag #77
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #72
Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
Das waren solche Fälle von Doppelmoral, die politisch/ideologisch mehr kaputt gemacht haben, als diesen Leuten damals bewußt war.



Das waren keine Einzelfälle. Könnte auch ein Lied davon singen aus dem etwas ferneren Familienkreis. Das war aber nicht der Grund oder Ursache, warum die SED gescheitert ist.

LG von der Moskwitschka


@Moskwitschka, es geht nicht um das scheitern der DDR, sondern um " Eintritt in die SED"! Das wolltest Du wissen und habe geantwortet, wie so und weshalb!! Ja oder Nein!
Grüsse Steffen52


Ich schrieb Scheitern der SED. Und die ist nicht zuletzt an ihren Mitgliedern die in diese Partei eingetreten sind gescheitert.

LG von der Moskwitschka


@Moskwitschka, Parton, hatte mich verschrieben, meinte nicht DDR, sondern SED. Nimmst auch alles ganz genau, ist schon Okay!
Grüsse Steffen52


nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Auf Grenzstreife (Zoll)
Erstellt im Forum Bundesgrenzschutz BGS von krelle
4 26.11.2016 09:24goto
von utkieker • Zugriffe: 392
Bilder aus der Kindheit
Erstellt im Forum DDR Zeiten von PKE
8 08.06.2016 18:59goto
von PKE • Zugriffe: 1199
Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein
Erstellt im Forum DDR Staat und Regime von ABV
16 09.05.2016 16:47goto
von der alte Grenzgänger • Zugriffe: 1290
Griechenland - gestern - heute - morgen
Erstellt im Forum Themen vom Tage von
969 08.05.2016 22:10goto
von eisenringtheo • Zugriffe: 31184
Eintritt in eine Blockpartei
Erstellt im Forum DDR Zeiten von thomas 48
2 10.02.2014 13:55goto
von Eisenacher • Zugriffe: 297
„Rock am Denkmal" mit den Scorpions live in Höttensleben
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Angelo
2 22.07.2011 23:31goto
von Musiker12 • Zugriffe: 654

Besucher
16 Mitglieder und 64 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Erinnerung
Besucherzähler
Heute waren 2181 Gäste und 118 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14367 Themen und 557797 Beiträge.

Heute waren 118 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen