#61

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 12:09
von Gelöschtes Mitglied
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Mal allgemein gesagt , wer hat denn seinen Polit so geliebt . Wir hatten einen Polit den hat man nur gemerkt .wenn er den KC vertrat . Zur Rotlichtbestrahlung waren die Politoffiz. in der Grundausbildung damals doch mehr angehauchter . Denk ich 69 noch daran als man uns eintrichtern wollte wie beschissen das Leben im Westen sei , da haben wir aber mal den Dampf abgelassen . Wenn die Filme über die Revanchisten treffen der BRD gezeigt wurden , haben wir im Tackt mit den Füßen aufgetreten . Dafür durften wir dann raustreten und uns zusammen scheißen lassen.
Warum auch immer hatten wir in der Grenzkompanie einen Polit ,der wurde vom Regiment eingesetzt . Er führte bei uns die Rotlichtbestrahlung durch . Manchmal war er Kumpel , aber wie er wirklich war , lernten wir kennen , als ein Uffz. und ein Soldat sich absetzten . Da hat er sich über diese Jungs so ausgelassen. Welchen Wortschatz und aber auch wie er sie bezeichnete . Ne.... , seine ware Kinderstube hat er uns gezeigt .
Als wir nachmittags zur Auswertung der Flucht unterrichtet wurden , da hatte er uns gesagt wie man sich bei solchen Situationen gegenüber dem Flüchtigen verhält . Mit dem Seitengewehr abstecken , erschlagen , mit dem Koppel erwürgen .
Denn es hat sich herausgestellt , der Soldat musste vor dem Uffz . die Grenze überwinden . Er saß am späten Nachmittag wieder im Interzonenzug von Helmstedt nach Marienborn . Als konnte man uns genau sagen wie die Flucht erfolgte. MfG ratata


zuletzt bearbeitet 30.01.2014 12:13 | nach oben springen

#62

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 12:11
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #53
Ich weiß ja nicht wie das war wo geschlossene Formationen mit militärischem Tamtam zum GD ausrückten, da war die "Trennung" vielleicht auch etwas intensiver, hatten ein anderes, individuelleres System, bei uns war der Gruppenführer-Uffz. einfach auch nur ein normaler Grenzer der mit dir auf dem Turm oder im Wald hockte.

Hallo Grenzwolf
Sehe die Sache genau so, mir ging es nicht anders wie auch den anderen Grenzern


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#63

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 12:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ratata im Beitrag #61
Mal allgemein gesagt , wer hat denn seinen Polit so geliebt . Wir hatten einen Polit den hat man nur gemerkt .wenn er den KC vertrat .
Zur Rotlichtbestrahlung waren die Politoffiz. in der Grundausbildung damals doch mehr angehauchter . Denk ich 69 noch daran als man uns eintrichtern wollte wie beschissen das Leben im Westen sei , da haben wir aber mal den Dampf abgelassen . Wenn die Filme über die Revanchisten treffen der BRD gezeigt wurden , haben wir im Tackt mit den Füßen aufgetreten . Dafür durften wir dann raustreten und uns zusammen scheißen lassen.
Warum auch immer, hatten wir in der Grenzkompanie einen Polit ,der wurde vom Regiment eingesetzt . Er führte bei uns die Rotlichtbestrahlung durch . Manchmal war er Kumpel , aber wie er wirklich war , lernten wir kennen , als ein Uffz. und ein Soldat sich absetzten . Da hat er sich über diese Jungs so ausgelassen. Welchen Wortschatz und aber auch wie er sie bezeichnete . Ne.... , seine ware Kinderstube hat er uns gezeigt .
Als wir nachmittags zur Auswertung der Flucht unterrichtet wurden , da hatte er uns gesagt wie man sich bei solchen Situationen gegenüber dem Flüchtigen verhält . Mit dem Seitengewehr abstecken , erschlagen , mit dem Koppel erwürgen .
Denn es hat sich herausgestellt , der Soldat musste vor dem Uffz . die Grenze überwinden . Er saß am späten Nachmittag wieder im Interzonenzug von Helmstedt nach Marienborn . Also konnte man uns genau sagen wie die Flucht erfolgte. MfG ratata


Warum er wieder zurück wollte , keine Ahnung , Es war schon fast Mitternacht , da war er bei uns in der Kompanie und hat seine pers. Sachen abgeholt . ratata


zuletzt bearbeitet 30.01.2014 12:16 | nach oben springen

#64

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 13:11
von Eddy | 83 Beiträge

Eine sehr interessante Diskussion, die ich aus der Sicht eines ehemaligen Politoffiziers durchaus verstehen kann. Es ist vieles richtiges geschrieben und auch gemutmaßt. @Reinmann schreibt aus eigenen Erfahrungen und die sind für mich sehr interessant, weil eigentlich ganz anders gelaufen als bei mir. Nun schreibt Ihr über die Grenzer, Einheiten die unmittelbar mit dem "Gegner" direkten Kontakt hatten, wie auch die Volksmarine. Extreme Fälle mit Todesfolge sind immer Stunden der Wahrheit in der Praxis. Theorie und Praxis sind aber nun mal eine Einheit, sollten es sein, wenn es um ein Ziel geht.
Ich habe ja in meiner Vorstellung schon geschrieben, dass ich nach meiner Ernennung zum Schiffsmaschinenoffizier erst ein Jahr in der Truppe war ehe ich nach Berlin zur Heranbildungslehrgang für Politoffiziere geschickt wurde. Als ich zurück in die Truppe kam, hieß es Politoffizier auf einem RS-Boot. Ich war aber noch nie vorher auf einem RS-Boot. Unsicherheit, was wird, wie ist der Kommandant eingestellt, wie ist die Besatzung? Ich machte den Fehler und ging einfach an Bord um mich umzusehen, da erhielt ich das erste Kontra vom Kommandanten. Es wird sich grundsätzlich an Bord gemeldet und nicht jeder kann hier durch spazieren und, und, und. Roter Kopf, jawohl und wegtreten, und das als Oberleutnant. Der Kommandant war Kaleu. Eigeninitiative war hier fehl am Platz. Da ich aber einer der wenigen Politoffiziere war, die an Bord kamen, hielt sich alles in Grenzen. Planstellen waren da aber Kader fehlten. So wurde ich die rechte Hand des Abteilungspolitoffiziers und wurde auf allen vier Booten im Seeeinsatz eingesetzt, wo es eben sein musste, sollte. Der Vorteil dieser Maßnahme war, ich lernte vier Besatzungen, vier unterschiedliche Besatzungen kennen, die alle auf ihre Art die Aufgaben erfüllten.
Als Boots-Polit führte ich auch den Politunterricht mit den Matrosen (alles SaZ) durch, der Kommandant mit den Unteroffizieren. Als Vorbereitung dieser Schulung gab es monatlich eine Vorschulung der Schulungsgruppenleiter (SGL) durch den Propagandisten der Politabteilung der Brigade. Die Schulungshefte für den SGL waren anders aufgebaut als die Lesehefte zum gleichen Thema für die Schulungsteilnehmer. Es waren Fragen / Antworten zum Thema erfasst, die man anwenden konnte. Anfangs tat ich das auch aber mit der Zeit versuchte ich das vorgegebene Thema mehr und mehr mit der Praxis zu verbinden. Fragen und Meinungen, die Urlauber von zu Hause mitbrachten, zur Ökonomie, zur Lage im Land und ähnliches, versuchte ich zu erläutern, was mir manchmal verdammt schwer fiel, weil dazu nichts im ND stand. Aber das Auseinandersetzen mit diesen Problemen führte irgendwie zu einem Vertrauensverhältnis. Als ich ein Jahr später in der Politabteilung für die Planung der politischen Arbeit in der Brigade verantwortlich war, versuchte ich die Themen der Parteiarbeit auf solche Geschichten auszurichten. Es gelang mir selten, weil von der Politabteilung der Flottille eine Orientierung nicht erfüllt wurde, ging es den normalen Trott. Nun war ich aber Teilnehmer an der GWW im Stab, die durch den Stabschef selbst durchgeführt wurde. Jetzt fiel es mir eigentlich zum ersten Mal auf, dass beim Klassikerstudium (Marx und Lenin, Engels ganz selten) immer bestimmte Seiten vorgegeben wurden. Ich fragte mich immer warum? Bald fand ich die Antwort, es wurden nur Zitate und Textausschnitte genannt, die gut zum Thema passten, las man weiter und vollständig, kam oft etwas ganz anders hinter raus. Persönlich zu Hause mussten wir ja das ND als Pflichtzeitung haben, ich bestellte mir damals noch den "Sputnik" und die "Neue Zeit", beides Zeitschriften aus dem Russischen übersetzt und frei käuflich. Als Gorbi an die macht kam wurde der "Sputnik" in der DDR verboten und die "Neue Zeit" nicht mehr geliefert. Warum? Da standen Artikel drin, die sich mit dem Sozialismus und Kommunismus auseinander setzten, die auf ganz andere Probleme hinwiesen als man sie uns beibrachte. Das nutzte ich natürlich mehr als die eintönig vorgegebenen Themen. Selbst in der "Schule der sozialistischen Arbeit", die ich im RD in meinen letzten vier Jahren in einem Frauenkollektiv der Klubgaststätte durchführte, nutzte ich diese als Aufhänger für die Problemdiskussion. Manchmal war es verdammt schwer, der Realität ins Auge zu sehen aber aufgeben, zweifeln - NEIN.
Vielleicht generell etwas zum Politoffizier. Er ist wie jeder andere Offizier auch ein ausgebildeter Spezialist, einer, dessen Handwerkszeug der Mund und die Tat sind. Fachspezialisten haben Waffen, Geräte und was weiß ich, da ist es konkret. Beim Politoffizier ist nichts greifbares da, nur seine Person.
Noch zwei Beispiele aus meiner Arbeit als PO. Als ich 1978 bis 1983 bei KTS in der Politabteilung war, nahm ich auch an Ausbildungsmaßnahmen der Besatzungen teil. Bein anfallenden Maschinenwechsel, ein Alle-Manns-Manöver, griff ich mit zu, lag im Bordanzug im Maschinenraum und löste Schrauben oder befestigte sie. Ich war ja ausgebildet auf diesem Gebiet. Die Jungs erkannten das an und ich wurde ein begehrter Gesprächspartner nach Dienst auf den Kammern. Als ich noch in der 5. RTS-Brigade war, stand Seeausbildung für die RS-Boote an. Ich stieg wie immer auf "meinem" Boot ein, der Kommandant konnte gut mit mir und ich mit ihm. Als wir auf offener See waren kam der Befehl zum Raketenangriff, wir hatten das schon zisch Mal trainiert und ich hatte es schon zisch Mal erlebt. Plötzlich sagte der Kommandant, PV Du sollst mich ersetzen wenn ich ausfalle, also fahr Du den Raketenangriff. Er gab das Kommando "PV übernimmt die Schiffsführung!" und der Steuermann trug es im Bordbuch ein. Man hatte ich weiche Knie, musste sie aber der Glaubhaftigkeit wegen steif durchdrücken. Schweiß im Hacken, nasse Hände und es ging los. Meine Kommandos (in Russisch natürlich) kamen etwas unverständlich aber die Besatzung wusste um was es ging. Ich fuhr diesen Angriff mit einigen kleinen Fehlern in der Sprache aber letztlich wurde das Ziel erreicht (theoretisch).
Zu meinen Aufgaben als Mitarbeiter der Politabteilung gehörte auch, das Stimmungs- und Meinungsbild der Besatzungen zu erfassen und an die Flottille weiter zu melden. So kamen auf meinen Tisch Informationen, die nach Außenpolitik, Innenpolitik, militärische Aufgabenerfüllung und allgemeines unterteilt wurden. Auch Fragen, die aus den Besatzungen kamen, leitete ich weiter. Meist kam aber keine bzw. nur unzureichende Antworten zurück. In den RD hatte ich einige Politoffiziere aus den Einheiten als Informanten, wo man genau merkte wer steht zu seinen Informationen und wer nicht. Durch meine persönlichen Kontakte zu den Einheiten konnte ich bestimmte Sachen besser einschätzen.
Fazit: Ein Politoffizier, egal in welcher Kommandohöhe, hat zu allen Angehörigen der Einheit Kontakt zu haben und nicht nur zu den Offizieren. Wer so seinen Dienst als PO versehen hat, hat eigentlich seine Aufgabe erfüllt. Die praktischen Kontakte mit Schiffen und Booten der Bundesmarine, die Überflüge von Flugzeugen der NATO unterstützten natürlich die theoretische Arbeit. Wem flatterte das Herz nicht, wenn ein "Starfighter" im Sturzflug aus der Sonne auf das Boot zurast? Wer bleibt kalt, wenn ein unseemännisches Manöver der Gegenseite das eigene Schiff und dessen Besatzung gefährdet? Wir mussten ja still halten und durften nichts unternehmen, später durften wir die Ari-Waffen mit richten, allerdings ohne eingelegte Munition. Das wussten aber die anderen nicht. Jedes Schiff, jedes Boot war schließlich ein kleines Stück Territorium der DDR.
Bei Gelegenheit schreibe ich noch ein paar Stories aus unserem Alltag.
Eddy


Der lebende Zeitzeuge ist der Alptraum eines Historikers.
seaman, Hotte2333, Damals87, passport, Lutze, Rainman2, Duck, DoreHolm, Winch, Harzwanderer, 80er und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#65

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 13:44
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Eddy im Beitrag #64

Fazit: Ein Politoffizier, egal in welcher Kommandohöhe, hat zu allen Angehörigen der Einheit Kontakt zu haben und nicht nur zu den Offizieren. Wer so seinen Dienst als PO versehen hat, hat eigentlich seine Aufgabe erfüllt. Die praktischen Kontakte mit Schiffen und Booten der Bundesmarine, die Überflüge von Flugzeugen der NATO unterstützten natürlich die theoretische Arbeit. Wem flatterte das Herz nicht, wenn ein "Starfighter" im Sturzflug aus der Sonne auf das Boot zurast? Wer bleibt kalt, wenn ein unseemännisches Manöver der Gegenseite das eigene Schiff und dessen Besatzung gefährdet? Wir mussten ja still halten und durften nichts unternehmen, später durften wir die Ari-Waffen mit richten, allerdings ohne eingelegte Munition. Das wussten aber die anderen nicht. Jedes Schiff, jedes Boot war schließlich ein kleines Stück Territorium der DDR.

Eddy


Etwas OT:

Nicht nur im militärischen Bereich gab es Politoffiziere.
So fuhren zum Beispiel bei der Handelsflotte der DDR ebenfalls Besatzungsmitglieder in dieser Dienststellung.
Zum Anfang nannten sich diese GdK(Gehilfe des Kapitäns) später dann Politoffizier.
Da die Schiffe der DSR und ihre Besatzungen vielfach sich in Regionen befanden die mit komplizierten Aufgabenstellungen verbunden waren und auch viele praktische Erkenntnisse für den Einzelnen brachten,war auch hier die theoretische Arbeit begünstigt.
Man erlebte die Theorie in der Praxis,mit der Erkenntnis,dass garnicht alles so falsch ist was in den Unterlagen der Parteischulungen vorgegeben war.
Scheinangriffe durch NATO-Flieger und Schiffe waren da noch das kleinere Übel.
An anderer Stelle hier im Forum habe ich bereits über Minenanschläge/Versenkung(Arendsee),Yom-Kippur-Krieg(Syrien),Chile 1973,Bombardierungen Vietnam,Angola,Beirut,Mocambique,Minentreffer Rotes Meer u.v.m. berichtet.
Hinzu kam noch,viele erlebten live Not und Elend in der Welt.Man sah den Kapitalismus als Gesellschaftsform mit anderen Augen,ohne die Fehlentwicklungen innerhalb der DDR aus dem Blick zu verlieren und kritisch zu hinterfragen.
Diese Bezüge fehlten sicher einfach bei trockenen Politschulungen bei den GT.
So unterschieden sich unsere Tätigkeiten im Vergleich zum militärischen Bereich.

seaman


Lutze, Rainman2, DoreHolm, Eddy, passport und harzstreuner haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.01.2014 16:24 | nach oben springen

#66

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 14:06
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #65


[...]

Nicht nur im militärischen Bereich gab es Politoffiziere.

[...]



Unsere westliche Zivilisation ( sie verurteilt Politik-Kommissare im « Reich der Roten » ) hat auch ihre politischen Kontrolleure. Als Lektüre sollte « The Third Man: Life at the Heart of New Labour » von Peter Mandelson sehr interessant sein.

Die öffentliche Kommunalverwaltung in Frankreich ist sehr politisiert. Die korrekte Karte der herrschenden Partei ist oft notwendig, um in einem Rathaus zu arbeiten. Der Kabinettsdirektor hat manchmal mehr Macht als ein Stadtdirektor. Er ist, das sagten mir verschiedene Leute, in den Sitzungen der Beamten am Tisch und kontrolliert die Diskussionen. Ich las das auch in Büchern, geschrieben von ehemaligen Beamten.

Das ist eine Frage der Funktion. Die Integrität der Personen ist eine andere Frage. Und ein drittes Problem ist die Überzeugung.

Wer sich gegen diese Regeln wehrt oder diese Welt der politischen Obstruktion verlässt, stürzt oft tief (sozial), denn ein anderes Lager ( Partei oder Administration ) wird kein Vertrauen haben.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#67

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 14:27
von damals wars | 12.204 Beiträge

Der Polit führte die Kompanie genauso in den Grenzdienst wie der Kompaniechef und sein Stellvertreter,
er hatte in der Beziehung keine Sonderstellung.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 14:36
von Duck | 1.741 Beiträge

@ Eddy Hallo Eddy ich habe mal eine Frage, wann wurde an Bord russisch gesprochen? Bei sämtlichen Befehlen oder nur bei bestimmten Manövern, wie der von Dir erwähnte Raketenangriff?


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#69

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 14:43
von Eddy | 83 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #68

@ Eddy Hallo Eddy ich habe mal eine Frage, wann wurde an Bord russisch gesprochen? Bei sämtlichen Befehlen oder nur bei bestimmten Manövern, wie der von Dir erwähnte Raketenangriff?

Die Kommandosprache auf See war generell Russisch, die Verbindung mit dem OP-Dienst, mit der Brigade, Boote untereinander, egal, alles Russisch. An Bord des Bootes wurde natürlich im innerbetrieblichen Leben Deutsch gesprochen.
Eddy


Der lebende Zeitzeuge ist der Alptraum eines Historikers.
Duck hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 18:24
von PF75 | 3.294 Beiträge

In der Abk. hatten wir einen Polit,der stand kurz vor der rente und hatte alles nicht so verbissen gesehen,diskutierte auch gern mit unseren studierten und mitgliedern der blockparteien ,Ansonsten gab er auch desöfteren Storys aus den 50-igern und vom Mauerbau zum besten.
In der GK ging man als EK meistens nur zum monatlichen polituntericht,an der täglichen API nahmnur das 2.Diensthalbjahr teil außer unser stellv.KC machte dieveranstaltung ,da gabs immer mal was zum ablachen.
Fazit : polit konnte man überleben.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 18:43
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

bitte löschen


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 30.01.2014 18:51 | nach oben springen

#72

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 18:53
von damals wars | 12.204 Beiträge

Beim Studium der Klassiker trat immer dasselbe Problem auf: Man las was; dachte sich, da kann ich mitgehen und dann wurde der Satz zerrissen, weil ihn der Renegat Kautsky ausgesprochen hatte. Wer so etwas von vornherein erkannte, war schon ein Genie.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#73

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 19:00
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Das Problem war doch, daß nur die "Klassiker" vermittelt wurden an Philosophie. Der "Rest" galt als untaugliche Vorläufer.
Die Nachfolger (immerhin waren 100 Jahre vergangen!) wurden völlig verschwiegen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.01.2014 19:01 | nach oben springen

#74

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 19:23
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Mal zu dem Thema, aber auch ein wenig OT: Ich hab hier ja schon gelesen, das es durchaus Soldaten gab, die zwar den Wehrdienst ableisteten, sich aber weigerten, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Wie stand ein Polit einem solchen Soldaten gegenüber? Wurde das so akzeptiert oder hat man eher versucht den "Burschen" auf Kurs zu bringen?


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#75

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 19:33
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Die waren doch in einer Sondertruppe, den "Spatensoldaten" und galten sicherlich als unbelehrbar.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 19:35
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #74
Mal zu dem Thema, aber auch ein wenig OT: Ich hab hier ja schon gelesen, das es durchaus Soldaten gab, die zwar den Wehrdienst ableisteten, sich aber weigerten, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Wie stand ein Polit einem solchen Soldaten gegenüber? Wurde das so akzeptiert oder hat man eher versucht den "Burschen" auf Kurs zu bringen?

An der Grenze war dieses Thema nicht Sache des Politoffiziers, da war die Abt. 2000 zuständig.
Auch ich musste mir die Frage gefallen lassen, ob ich auf meinen Vater schießen würde, wenn er versuchen würde die Grenze zu überwinden.
Wer keine Waffe in die Hand nehmen wollte, ging zur "Spatenbrigade", die Gräben ausgeschachtet haben (z.B. für Kabel).
Ob diese Truppe einen Polit hatten, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#77

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 19:41
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #76
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #74
Mal zu dem Thema, aber auch ein wenig OT: Ich hab hier ja schon gelesen, das es durchaus Soldaten gab, die zwar den Wehrdienst ableisteten, sich aber weigerten, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Wie stand ein Polit einem solchen Soldaten gegenüber? Wurde das so akzeptiert oder hat man eher versucht den "Burschen" auf Kurs zu bringen?

An der Grenze war dieses Thema nicht Sache des Politoffiziers, da war die Abt. 2000 zuständig.
Auch ich musste mir die Frage gefallen lassen, ob ich auf meinen Vater schießen würde, wenn er versuchen würde die Grenze zu überwinden.
Wer keine Waffe in die Hand nehmen wollte, ging zur "Spatenbrigade", die Gräben ausgeschachtet haben (z.B. für Kabel).
Ob diese Truppe einen Polit hatten, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.


Rudi, ich meine mal einen Beitrag gesehen zu haben, wo zumindest gesagt wurde, dass die Spatensoldaten Politunterricht hatten. Den dürfte dann ein Polit-Offizier gehalten haben. oder?


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#78

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 20:11
von 94 | 10.792 Beiträge

Oder ein anderer 'befähigter' 'Vorgesetzter'. Also so blöd wie's och klingen mag, die Szene aus NVA kommt der Realität schon ziemlich nahe. Die Spatis waren aber schon was 'Besonders', kannten sie doch keine Diensthalbjahre und damit auch keinen Ansatz einer E-Bewegung. Einige haben sich im Netz zusammengefunden und lassen dort sogar ihren ehemals Major und Offizier für kulturpolitische Arbeit im Stab des PiBB Mukran zu Wort kommen, einfach mal reinschauen ...
http://www.proraer-bausoldaten.de/html/lothar_kuhne1.html

Ansonsten gab es auch am Kanten 'Totalverweigerer', also irgendwie zumindest. In Vitze hatte es mal einen Grundwehrdiener, der ist irgendwie durch alle Raster gefallen, der hat echt keine Waffe angerühert. War so bissel ein Catch-22-Typ, aber in der Küche gings mit ihm.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Lutze und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.01.2014 20:12 | nach oben springen

#79

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 20:19
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #76
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #74
Mal zu dem Thema, aber auch ein wenig OT: Ich hab hier ja schon gelesen, das es durchaus Soldaten gab, die zwar den Wehrdienst ableisteten, sich aber weigerten, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Wie stand ein Polit einem solchen Soldaten gegenüber? Wurde das so akzeptiert oder hat man eher versucht den "Burschen" auf Kurs zu bringen?

An der Grenze war dieses Thema nicht Sache des Politoffiziers, da war die Abt. 2000 zuständig.
Auch ich musste mir die Frage gefallen lassen, ob ich auf meinen Vater schießen würde, wenn er versuchen würde die Grenze zu überwinden.
Wer keine Waffe in die Hand nehmen wollte, ging zur "Spatenbrigade", die Gräben ausgeschachtet haben
(z.B. für Kabel).
Ob diese Truppe einen Polit hatten, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.


Solche Frage wurde uns, zumindest mir, in dieser äußerst hypothetischen Schärfe nie gestellt. Da wurde vor der Versetzung von der GAK an den Kanten
nur gefragt, ob man bereit wäre, im Fall des Falles auch die Waffe anzuwenden und zu schießen. Diese Frage hatten wir, glaube ich, schon mal in einem anderen Thread. In einer GK gab es m.E. keine Waffenverweigerer. Die wären gar nicht erst bis dahin gekommen, es sei denn, das wäre ihnen erst später eingefallen.
Was mich aber mal im Politunterricht gefragt wurde, das war:" Genosse, was machen Sie, wenn Sie nach Hause kommen und Ihre Eltern gucken Westfernsehen ?" Meine Antwort: "Da gucke ich mit". Diese Frage war mir so dermaßen saublöd, da konnte ich gar nicht anders antworten. Weiß aber nicht mehr, wie es ausgegangen war. Vermutlich großer Vortrag vom Polit vor den Kameraden.



grenzgänger81 und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: versagte Polit-Offiziere

in Grenztruppen der DDR 30.01.2014 20:22
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #78
Oder ein anderer 'befähigter' 'Vorgesetzter'. Also so blöd wie's och klingen mag, die Szene aus NVA kommt der Realität schon ziemlich nahe. Die Spatis waren aber schon was 'Besonders', kannten sie doch keine Diensthalbjahre und damit auch keinen Ansatz einer E-Bewegung. Einige haben sich im Netz zusammengefunden und lassen dort sogar ihren ehemals Major und Offizier für kulturpolitische Arbeit im Stab des PiBB Mukran zu Wort kommen, einfach mal reinschauen ...
http://www.proraer-bausoldaten.de/html/lothar_kuhne1.html

Ansonsten gab es auch am Kanten 'Totalverweigerer', also irgendwie zumindest. In Vitze hatte es mal einen Grundwehrdiener, der ist irgendwie durch alle Raster gefallen, der hat echt keine Waffe angerühert. War so bissel ein Catch-22-Typ, aber in der Küche gings mit ihm.


@94 , vielen Dank für die Info! Da muss ich leider nochmal nachhaken, weil es mich persönlich interessiert. Ein Totalverweigerer am Kanten? Stellte der nicht ein Sicherheitrisiko da? Und mit Wissen der Abt.2000? Oder ist da einer durchs Raster gefallen? Hatte der KC davon Kenntnis? Wie verhielten sich die anderen Kameraden ihm gegenüber?


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