#341

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 30.03.2014 20:35
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #338
Es gibt einen Unterschied zwischen Soldaten und Söldnern! Die wenigsten Soldempfänger dürften Söldner sein!

Interessanter (Denk-)Ansatz, der Söldner ist also ein qualifizierter Soldat? Und den Gedanken mal weitergesponnen, also es gab nicht nur Parteisoldaten sondern auch Partei-Söldner? Na da wäre dann noch eine Menge 'aufzuarbeiten', um mal beim Thema zu bleiben


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#342

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 30.03.2014 20:39
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #339


dieser rot mark. Begriff wird aber nur dazu verwendet um gegnerische oder nicht genehme bewaffnete Soldaten zu diffamieren,


nun @Gert, da wage ich einen Einspruch. Im Internet kann man folgende Definition ergooglen:

Eine Legaldefinition des Söldners findet sich in Artikel 47 des ersten Zusatzprotokolls von 1977 zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte, den Genfer Konventionen:[2]

Als Söldner gilt,

wer im Inland oder Ausland zu dem besonderen Zweck angeworben ist, in einem bewaffneten Konflikt zu kämpfen,
wer tatsächlich unmittelbar an Feindseligkeiten teilnimmt,
wer an Feindseligkeiten vor allem aus Streben nach persönlichem Gewinn teilnimmt und wer von oder im Namen einer am Konflikt beteiligten Partei tatsächlich die Zusage einer materiellen Vergütung erhalten hat, die wesentlich höher ist als die den Kombattanten der Streitkräfte dieser Partei in vergleichbarem Rang und mit ähnlichen Aufgaben zugesagte oder gezahlte Vergütung,
wer weder Staatsangehöriger einer am Konflikt beteiligten Partei ist noch in einem von einer am Konflikt beteiligten Partei kontrollierten Gebiet ansässig ist,
wer nicht Angehöriger der Streitkräfte einer am Konflikt beteiligten Partei ist und
wer nicht von einem nicht am Konflikt beteiligten Staat in amtlichem Auftrag als Angehöriger seiner Streitkräfte entsandt worden ist.

In Art. 1 Abs. 1 der Konvention zur Eliminierung des Söldnerwesens in Afrika findet sich eine nahezu identische Definition. Diese Konvention hat aber nur regionale Bedeutung.


SCORN


zuletzt bearbeitet 30.03.2014 20:40 | nach oben springen

#343

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 30.03.2014 20:48
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #341
Zitat von SCORN im Beitrag #338
Es gibt einen Unterschied zwischen Soldaten und Söldnern! Die wenigsten Soldempfänger dürften Söldner sein!

Interessanter (Denk-)Ansatz, der Söldner ist also ein qualifizierter Soldat?........


in der heutigen Praxis ist es wohl tatsächlich so dass viele Söldner ehemalige Angehörige von Elite-und Komandoeinheiten aller möglichen Länder sind! Von daher kann man schon sagen dass sie oftmals besser qualifiziert sind als der normale Militärangehörige der regulären Armeen! Ich treffe diese Aussage mal völlig ohne ein Wertung des Söldnerberufs. Ich kenne "solche und solche" in dieser Branche. Das sprengt aber den Rahmen dieses Threads.

SCORN


zuletzt bearbeitet 30.03.2014 20:50 | nach oben springen

#344

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 30.03.2014 20:58
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #332
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #324
dass Kinderwagen auf den Gleisen standen habe ich nicht selbst gesehen, wurde durch Mitarbeiter der damaligen Spezialeinheit K9 berichtet.

Siehste, so entstehen Gerüchte, vom Hörensagen. Ich trau mich jetzt garnichtmehr zu fragen, woher oder besser gesagt woran Du einen Angehörigen einer Diensteinheit IX erkannt haben möchtest. Nee, lieber frage ich Dich mal nach einem möglichst emotionslos geschilderten Ablauf des Abends aus Deiner Sicht.

@94,
die Kollegen der Diensteinheit IX habe ich nicht erkannt, sondern wir waren ein jahr später Kollegen


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#345

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 30.03.2014 22:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Haste vielleicht heute noch Kontakt zu ihm? Und wenn ja, kann er die Aussage 'Kinderwagen auf den Geleisen' referenzieren?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#346

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 31.03.2014 12:55
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #340

Solaten ,- besonders die von der NVA waren die Guten ,- die den wahrlich fetten Wehrsold ( 70,- ALU´s) nur widerwillig annahmen...


Hattest du nur ne Teilzeitstelle ?

http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 31.03.2014 12:56 | nach oben springen

#347

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 31.03.2014 14:12
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #346
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #340

Solaten ,- besonders die von der NVA waren die Guten ,- die den wahrlich fetten Wehrsold ( 70,- ALU´s) nur widerwillig annahmen...


Hattest du nur ne Teilzeitstelle ?

http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm




Nöö ,- Vollzeitstelle rundum die Uhr !

Aber 1969 blieben nach Abzug der Zwangsabgaben für die Armeerundschau und die Junge Welt und noch irgendwelcher Quark genau 70,- Ostmark fürs fette Landserleben übrig.....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#348

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 31.03.2014 14:52
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #347
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #346
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #340

Solaten ,- besonders die von der NVA waren die Guten ,- die den wahrlich fetten Wehrsold ( 70,- ALU´s) nur widerwillig annahmen...


Hattest du nur ne Teilzeitstelle ?

http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm




Nöö ,- Vollzeitstelle rundum die Uhr !

Aber 1969 blieben nach Abzug der Zwangsabgaben für die Armeerundschau und die Junge Welt und noch irgendwelcher Quark genau 70,- Ostmark fürs fette Landserleben übrig.....


Hallo Ostlandritter
Diese Revolverblätter habe ich schon 1967 nicht gelesen hatte damals um die 80 Mark .


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#349

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 02.04.2014 21:58
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Daß die Aufarbeitung der DDR- Geschichte ein Dauerbrenner ist zeigen immer wieder neu erscheinende Romane mit autobiografischen Ansätzen wie ich sie z. B. regelmäßig lese.
Im Moment lese ich " Das halbe Haus", ein herzerfrischender Roman der gespickt ist mit Mißmut, Verzweiflung und Rebellion des Autors (Gunnar Cynybulk) im Zusammenhang mit seinem DDR- Biografieanteil.
Bis heute kann ich es nicht fassen, woran man sich damals alles hochziehen konnte, Dinge die wir Normalbürger mit einem Schulterzucken hingenommen und mitgemacht haben, lösten bei ihm eine Privatrevolution aus, wie z. B. Frauentagsfeiern im Betrieb oder die Zivilschutzübungen der Schulkinder, deren Sinn er nicht verstehen konnte und erst recht nicht, warum es das in seinem Labor auch geben mußte, da man bei einem Atomschlag sowieso hinüber war und deshalb auch nichts unternehmen braucht um nur mal zwei Beispiele zu nennen.
Seine einzigen guten Tage waren die unbeschwerten Feiern im Freundeskreis bei denen man alles Elend drumherum vergessen konnte, wenngleich auch hier bereits die Spitzel dabei waren, wie Originalprotokolle (im Buch abgedruckt) belegten.
Natürlich ist so etwas eine Riesenenttäuschung, was solche Personen 25 Jahre danach noch zum Schreiben veranlassen mag, jedoch muß man dabei die Fluchtpläne und mißglückten halbherzigen Fluchtversuche mit dem Geschehen in Zusammenhang bringen.
Die Strategien zur Übersiedlung ins gelobte Nachbarland waren damit aber nicht erschöpft, so z. B. versuchte man mittels der Ausreise der gerade 60 gewordenen Mutter die Behörden dahingehend zu beeinflussen, daß der Nachzug des Sohnes nunmehr der Familienzusammenführung dienen würde, wobei dessen Sohn wiederum an einer Karriere als Zehnkämpfer eines Leipziger Sportclubs bastelte und mit zunehmenden Alter dem System mehr und mehr zugewandt war, mithin ein gewaltiges Konfliktpotential.
Bemerkenswert auch der zupackende Pfaffe, der dem Protagonisten während des Kohleeimerschleppens die Teilnahme an der Christenlehre schmackhaft machen wollte, obwohl er andererseits auch dem Staat noch Chancen einräumte, weil seine Tochter nun nicht mehr an Zivilschutzübungen teilnehmen mußte und es ja immerhin schon Reiseerleichterungen gegeben habe.
Er als Gottesmensch war tasächlich der Meinung, daß die Kunst der kleinen Schritte und ein konstruktiver Umgang mit der eigenen Aggression besser auf die Gesellschaft wirken würde als wenn man sie pausenlos attackierte, soll doch der kleine Jacob mit seinem Vater einmal vorbeikommen...
Für mich sind die Perspektiven der anderen Seite immer wieder interessant, nur komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, daß genau solche Personen auch heute immer wieder anecken würden und ihre Unzufriedenheit in die Welt hinaus tragen.
Möglicherweise befinden wir uns gesellschaftspolitisch gar nicht in einer Höherentwicklung sondern lediglich im Kreisverkehr, die Zeit wird es zeigen.
Und nur mal nebenbei sind mir persönlich halbe Häuser immer noch lieber als die verlassenen unverkäuflichen Ruinen im verlassenen und desillusionierten Osten, meiner Heimat.
Hier noch ein paar Rezensionen zum Buch http://www.amazon.de/Das-halbe-Haus-Gunn...k/dp/3832197230



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#350

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:02
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Lieber Hackel, ich versteh ja deine Überzeugung, aber bitte tippe das nächste mal was über einen Pfarrer und nicht was über einen Pfaffen.


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#351

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:18
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von thomas 48 im Beitrag #350
Lieber Hackel, ich versteh ja deine Überzeugung, aber bitte tippe das nächste mal was über einen Pfarrer und nicht was über einen Pfaffen.


Das ist das alte Leiden, man vergißt manchmal diese "Feinheiten". Nur leider ist das Problem auf beiden "Seiten" präsent. Wie oft werden damals "systemnahe" Menschen durch herabwürdigende Ausdrücke belastet?
Wobei ich ehrlich gesagt auch eher zu dem Begriff "Pfaffe" neige. Der begriff "Pfaffe" selber ist nicht herabwürdigend (lt. Wiki), nur durch den gebrauch seit dem Bauernkrieg hat er ein "geschmäckle".


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#352

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:21
von Pit 59 | 10.158 Beiträge

Der Begriff Pfaffe (von lat. papa, „Vater“) war im Gegensatz zum Mönch eine Bezeichnung für einen Geistlichen (Weltgeistlichen vgl. (Weltpriester)). Der Begriff wurde ursprünglich für römisch-katholische Priester oder Geistliche in würdevoller Bedeutung, oft auch allgemein für eine Person, die nach einer geistlichen Regel lebt, verwendet. Im Mittelalter waren schließlich fast allein die Geistlichen gebildet.

Seit der Reformation der Kirche durch Martin Luther wurde „Pfaffe“ zunehmend zu einer mehr abfälligen Bezeichnung.


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#353

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:22
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #350
Lieber Hackel, ich versteh ja deine Überzeugung, aber bitte tippe das nächste mal was über einen Pfarrer und nicht was über einen Pfaffen.


Lieber Thomas, ich habe aus dem Buchinhalt zitiert und der Autor hat möglicherweise mit seiner Wortwahl auch seine Voreingenommenheit gegenüber der Kirche zum Ausdruck bringen wollen.
Leider vermochte ich ohne Wikipedia nicht einzuschätzen, inwiefern das eine abfällige Bezeichnung ist, dort jedenfalls lese ich nun, daß es in der Tat seit der Reformation wohl eine Herabwürdigung ist, kann aber nicht jedes Wort vorher auf die Goldwaage legen, gelobe aber Besserung.
Ich bin in der selben Stadt wie der große Reformator Luther geboren, an dem kratzt man übrigens neuerdings auch ganz gern einmal herum wegen seiner antijüdischen Propaganda und seiner auch ansonsten kraftvollen Kommunikation im Sinne der reinen Provokation.
Das müssen wir aber andernorts ausdiskutieren, wenn Bedarf besteht.



thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#354

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:24
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #351
Zitat von thomas 48 im Beitrag #350
Lieber Hackel, ich versteh ja deine Überzeugung, aber bitte tippe das nächste mal was über einen Pfarrer und nicht was über einen Pfaffen.


Das ist das alte Leiden, man vergißt manchmal diese "Feinheiten". Nur leider ist das Problem auf beiden "Seiten" präsent. Wie oft werden damals "systemnahe" Menschen durch herabwürdigende Ausdrücke belastet?
Wobei ich ehrlich gesagt auch eher zu dem Begriff "Pfaffe" neige. Der begriff "Pfaffe" selber ist nicht herabwürdigend (lt. Wiki), nur durch den gebrauch seit dem Bauernkrieg hat er ein "geschmäckle".



Alles kein Grund zur Aufregung, ich bin hier auch noch immer Genosse und nehme es niemanden krumm, wenn er nicht differenzieren mag.



thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#355

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:37
von Pit 59 | 10.158 Beiträge

Es hat ja alles mit Aufarbeitung zu tun,und zur Kirche kann ja jeder stehen wie er will. Ich muss mich jedenfalls nicht beim Lieben Gott Bedanken für das Brot auf dem Tisch,dafür muss ich Arbeiten und das Bezahlen.
Meine Mutter war ein sehr gläubiger Mensch,und Ihren Spruch "Junge versündige Dich nicht" werde ich nie Vergessen. Sie hat auch immer für das Katholische Krankenhaus gespendet.Als sie dann selbst Krank wurde und die Hilfe des "Hernn" gebraucht hätte ,war er auch nicht da.Sie ist dann mit 50 Jahren an Brustkrebs Verstorben.
Also von mir aus kann jeder,wenn es sein muss auch 2mal am Tag zur Kirche gehen.Ich nicht.


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#356

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 03.04.2014 09:55
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #355
Es hat ja alles mit Aufarbeitung zu tun,und zur Kirche kann ja jeder stehen wie er will. Ich muss mich jedenfalls nicht beim Lieben Gott Bedanken für das Brot auf dem Tisch,dafür muss ich Arbeiten und das Bezahlen.
Meine Mutter war ein sehr gläubiger Mensch,und Ihren Spruch "Junge versündige Dich nicht" werde ich nie Vergessen. Sie hat auch immer für das Katholische Krankenhaus gespendet.Als sie dann selbst Krank wurde und die Hilfe des "Hernn" gebraucht hätte ,war er auch nicht da.Sie ist dann mit 50 Jahren an Brustkrebs Verstorben.
Also von mir aus kann jeder,wenn es sein muss auch 2mal am Tag zur Kirche gehen.Ich nicht.


Als ich vor nunmehr acht Jahren aus dem Staatsbetrieb DB Railion vor der Zeitarbeit in meine neue Firma geflüchtet bin, erfuhr ich dort, daß ich ab sofort für einen 30% höheren Stundenlohn und erheblich bessere sozialen Bedingungen, wie Bahncard 100, Lunchpakete, 3-4- Sterne Unterkünfte usw. eingestellt werden sollte, mithin eine deutliche Überschreitung meiner Erwartungen, wenn auch um den Preis der weitgehenden gesellschaftlichen Entwurzelung von meiner Heimatregion, aber dafür konnte die neue Firma ja nichts.
Deren Eigentümer und Geschäftsführer konnte ich damals noch persönlich kennen lernen und bekam dabei mit, daß die tatsächlich nach dem Servieren des Mittagessens die Hände zum Gebet falteten.
Unsere damalige Diensteinteilerin schrieb zu dieser Zeit einmal auf ihrer Internetseite, daß sie jeden Sonntag für ihre Jungs (also uns Lokführer !!) betete, daß wir immer heil zurück kommen mögen von unseren Fahrten.
Das hat selbst diesen grobschlächtigen Südharzhackel gerührt und seine Sicht auf die Religion, der er übrigens zu keiner Zeit feindseelig, ja nicht mal skeptisch gegenüberstand, verändert.
Zwar bin ich nach wie vor Lichtjahre von einem Kirchenbesuch entfernt, hatte aber als Kind auch die Christenlehre kennen gelernt.
Fakt ist, daß meine religiösen Chefs mir näher stehen als diese weißkragenkriminellen Vorstandsassis wie Mehdorn und sein Team welche waren, die sich selbst die Gehälter versechsfachten und ihre Knechte in die Zeitarbeit drücken wollten mit bekanntem Ausgang (stark eingebrochene Marktanteile im Güterverkehr nach dem personellen Exodus).
So gesehen habe ich selbst zur Religion noch mehr Vertrauen als in unsere selbst ernannten Wirtschaftseliten.



94 und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.04.2014 10:04 | nach oben springen

#357

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 04.04.2014 14:54
von ABV | 4.203 Beiträge

Roland Jahn sagte in einem Interview, " dass es gelingen muss, ein Klima zu schaffen, in der jeder ohne Angst, völlig offen über seine Vergangenheit reden kann." Ein sehr kluger Satz! Hält doch die Angst vor persönlichen und/ oder beruflichen Nachteilen, tatsächlich viele Menschen davon ab, öffentlich zu eigenen Irrtümern und Fehlhandlungen zu stehen. Was nützt es, wenn die Öffentlichkeit erfährt was XY im Herbst 1989 gedacht oder getan hat, wenn anschließend eine "kläffende Meute", die nicht selten nur von der eigenen Sch..... ablenken möchte, über ihn herfällt?
Genau an diesem Punkt dreht sich die Aufarbeitung nämlich im Kreis! Solange die Aufarbeitung von den Medien dominiert wird, denen es nicht selten darauf ankommt möglichst viele reißerische Schlagzeilen zu produzieren, statt sachlich und vernünftig das Gespräch zu suchen, wird die Forderung des Herrn Jahn leider nicht zur Realität werden.
Oder? Seht ihr das anders?

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#358

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 04.04.2014 15:17
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #357
Roland Jahn sagte in einem Interview, " dass es gelingen muss, ein Klima zu schaffen, in der jeder ohne Angst, völlig offen über seine Vergangenheit reden kann." Ein sehr kluger Satz! Hält doch die Angst vor persönlichen und/ oder beruflichen Nachteilen, tatsächlich viele Menschen davon ab, öffentlich zu eigenen Irrtümern und Fehlhandlungen zu stehen. Was nützt es, wenn die Öffentlichkeit erfährt was XY im Herbst 1989 gedacht oder getan hat, wenn anschließend eine "kläffende Meute", die nicht selten nur von der eigenen Sch..... ablenken möchte, über ihn herfällt?
Genau an diesem Punkt dreht sich die Aufarbeitung nämlich im Kreis! Solange die Aufarbeitung von den Medien dominiert wird, denen es nicht selten darauf ankommt möglichst viele reißerische Schlagzeilen zu produzieren, statt sachlich und vernünftig das Gespräch zu suchen, wird die Forderung des Herrn Jahn leider nicht zur Realität werden.
Oder? Seht ihr das anders?

Gruß an alle
Uwe


ein Roland Jahn waren für viele Menschen in der DDR doch egal,
es stimmt,im nachhinein denkt man gründlicher darüber nach,
und weit vor dem Mauerfall?,die wenigsten haben sich getraut,
den Mund aufzumachen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#359

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 04.04.2014 15:31
von ABV | 4.203 Beiträge

Darum geht es doch gar nicht@Lutze. Sondern um die Möglichkeit ein Klima zu schaffen, in der jeder ohne Angst über seine Vergangenheit reden kann!
Manch einer würde auch dann noch schweigen. Oder lügen. Solchen Leuten ist eben nicht zu helfen! Aber es es gibt sehr viele, die einfach auf ein entsprechendes Signal warten, um endlich reden zu können. Die Aufarbeitung der Vergangenheit würde davon nur profitieren!

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#360

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 04.04.2014 15:49
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #359
Darum geht es doch gar nicht@Lutze. Sondern um die Möglichkeit ein Klima zu schaffen, in der jeder ohne Angst über seine Vergangenheit reden kann!
Manch einer würde auch dann noch schweigen. Oder lügen. Solchen Leuten ist eben nicht zu helfen! Aber es es gibt sehr viele, die einfach auf ein entsprechendes Signal warten, um endlich reden zu können. Die Aufarbeitung der Vergangenheit würde davon nur profitieren!

Gruß Uwe

und vor der Wende?,
wie dachte man über solche Menschen?,
viele hat man verachtet,
dieses Gefühl kannte ich
Lutze


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