#221

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 21:59
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?


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#222

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:01
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #219
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.


Und wenn keiner zu den Grenztruppen gegangen wäre, hätte es nicht mal Grenztruppen gegeben.



Na @Alfred, so ein paar 150%-ige wie Du wird es doch schon gegeben haben, die von der Idee des Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus überzeugt waren. Lass es mal 10 oder 20% der DDR-Bevölkerung gewesen sein. Da hätte sich doch sicher was organisieren lassen, mit der Grenzsicherung.



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#223

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:03
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?



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#224

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:03
von damals wars | 12.150 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #222
Zitat von Alfred im Beitrag #219
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.


Und wenn keiner zu den Grenztruppen gegangen wäre, hätte es nicht mal Grenztruppen gegeben.



Na @Alfred, so ein paar 150%-ige wie Du wird es doch schon gegeben haben, die von der Idee des Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus überzeugt waren. Lass es mal 10 oder 20% der DDR-Bevölkerung gewesen sein. Da hätte sich doch sicher was organisieren lassen, mit der Grenzsicherung.



studfri, so tolerant wie Du bist, wärst Du doch ein 200%iger gewesen!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#225

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:04
von 94 | 10.792 Beiträge

Sowas wie Alfred am Kanten? Nee, der war schon dort wo er war ganz gut aufgehoben *grins*

Und Du 'Student!', heut isses mal wieder besonders schlimm, hä?
Du arbeitest Dich aber schon auch mal durch ein Thema durch, statt immer noch 'ne Baustelle aufzureißen; Ja? Schön!
Dann wäre der nächste Suchbegriff 'Erstaussprache'.
Fragen?! Keine! Ausführung!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#226

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:05
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #215
...
Danke Dore! Rot wäre dann meine nächste Frage gewesen. War eigentlich allgemein bekannt, das man auch ohne Repressalien "Nein" sagen konnte?
Ich krieg das für mich immer noch nicht enttüddelt: Wenn man "Nein" sagte, war man quasi direkt an der Grenze nicht verwendungsfähig. Wenn ich es nicht gepackt habe, dann doch auf einen GV zu schießen, war ich doch eigentlich auch nicht verwendungsfähig......ich hab halt nur später auf eine andere Art "Nein" gesagt.......warum dann in diesem Fall Bestrafung? Könnt ihr mir folgen?

Hallo Schuddel,

mir fällt da der Bericht eines Südstaatensoldaten ein, der am Angriff am dritten Tag von Gettysburg mitgemacht hat (Picketts Charge). Den Soldaten war klar, die müssen gleich eine Meile über offenes Gelände mitten in das Feuer der Unionsartillerie und der in Deckung liegenden Schützen. Er sagte sinngemäß: Allen war klar, was passieren wird, und trotzdem sind wir auf Befehl angetreten und losmarschiert. Die Waffe hinzuwerfen und Nein zu sagen - so tapfer war keiner.

Interessant, es gehörte für ihn nicht die Tapferkeit dazu, mit der Masse in den Tod zu gehen, sondern sich aus der Masse herauszuheben und Leben zu wollen.

Der Gedanke scheint mir hier in dem Zusammenhang zu dem Nein zum Schusswaffeneinsatz interessant. Bin ich bereit, mich aus der Masse hervorzuheben? Denn dann verliere ich auch den Schutz, den die Masse mir bieten kann.

Ein weiterer Gedanke dazu ist, dass es sich hier um eine forcierte Entscheidung (im Prinzip eine Manipulationstechnik) handelte. Der Soldat kam aus dem Ausbildungsregiment, wo er jede Unteroffizierslitze zu grüßen hatte. Er kam nach einem Tag herumfahren und Unsicherheit, wie und wo es weitergeht mit ihm, müde in der Grenzkompanie an und erfuhr, er geht heute noch mit in den Nachtaufzug oder am nächsten Morgen in die Frühschicht (so schnell musste das gehen). Er wird zu einem Offizier befohlen (Zugführer oder höher), der befehlsgemäß die Aussprache lt. Befehl 44 mit ihm zu führen hat. Das ist die Situation. Und nun kommt diese Frage. Alle Zweifel, Ängste, Unsicherheiten sind in dem jungen Menschen. Und nur eines scheint zunächst Sicherheit zu geben: Die Masse. Es hätte sehr viel Mut und Selbstbewusstsein dazu gehört, an dieser Stelle Nein zu sagen. Darauf wurde spekuliert. Das diese Spekulation u.U. bewusst erfolgte, untersuchte ich erst in meiner Diplomarbeit 1990. Vorher war das halt ein Befehl ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#227

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:07
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #223
Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?

Tschuldigung - wußte nicht das höhere Dienstgrade erst ab Offizier gelten.


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#228

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:08
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #223
Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?


Das war mir doch völlig schnuppe, wieviel Offiziere es in der Kompanie gab.


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#229

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #220
Zitat von Rainman2 im Beitrag #216
Hallo @Schuddelkind ,

hier treffen verschiedene Zeiten und Vorschriften und Haltungen aufeinander.

Ich denke mal, dass der User rei die Vergatterung und nicht die Vereidigung meinte.

Die Angst vor Schwedt war allgegenwärtig, nicht nur was das Schießen, Nichtschießen oder Danebenschießen betraf. Es gab übrigens auch Vorgesetzte, die die Angst vor Schwedt gezielt schürten. Und das war, richtig gemacht, wirksamer als jede Politschulung. Wobei auch schon die Androhung von Arrest reichte, den man ja nachdienen musste. Jeder wollte pünktlich nach Hause und hatte Angst, das etwas dazwischenkam. Alles, was diese Angst bestätigte, wurde bereitwilliger aufgenommen als das Gegenteil (siehe Theorie der kognitiven Dissonanz). Das ist die eine Seite und da ging es eben auch um die mögliche Frage, was passiert, wenn ich einen Grenzdurchbruch nicht verhindere und man mir nachweist, dass ich ihn hätte verhindern können. Die Antworten wären von Seiten der Vorgesetzten zu den verschiedenen Zeiten unterschiedlich ausgefallen, was aber nichts an der Ungewissheit und somit Angst der Unterstellten änderte (hatten wir an anderer Stelle schon ausführlich diskutiert z.B.: Wann darf man sich schon als Opfer fühlen? ).

Die Sache mit der Frage, ob man bereit wäre, im Dienst die Schusswaffe einzusetzen, war im Befehl 44 verankert. Wenn ein Angehöriger der Grenztruppen in eine Grenzsichernde Einheit versetzt wurde, musste ihm vor seinem ersten Grenzdienst diese Frage gestellt werden und nur bei Bejahung durfte er im Grenzdienst eingesetzt werden. Wenn er nein sagte, musste er von der Grenze weg versetzt werden (Bataillons- oder Regimentsstab). So zumindest hätte es Ende der 70er und in den 80er Jahren laufen sollen. Dass das aber auch nicht überall so lief, dass teilweise die Frage nicht gestellt wurde, oder bei Verneinung trotzdem der Einsatz im Grenzdienst erfolgte, hatten wie hier im Forum schon mehrfach festgestellt und diskutiert (u.a. Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern (12) ).

ciao Rainman




Das war tatsächlich so? Das bedeutet in der Konsequenz: Alles was da rumlief am "Kanten" definitiv jeder hatte vorher angegeben, dass er schießen würde!? Das gibt dann aber sehr zu denken und mich macht es betroffen.



das musst du nicht so eng sehen. Natürlich hätte jeder mal geschossen, aber schiessen und Treffen sind zweierlei Dinge. Ich war bestimmt kein Freund dieses Staates, aber ich war gezwungen als Wehrpflichtiger. Und meine Annahme , dass bei einem Kontakt mit einem Grenzverletzer schon unser Anblick für Disziplin sorgte hatte sich bei der einzigen Festnahme, die ich erlebte, bestätigt. Wir zeigten ihm nur unser Kaschi und er war ganz brav.
Dies war die gleiche Situation, die deine französischen Landsleute z.B 1961 in Algerien erlebten. Sie mussten ihren Service bei der Armee ableisten und hatten sicher auch keinen Bock, sich in Feuergefechte mit den Algeriern zu verstricken- Manchmal ist es eben besser im Leben , eine Frau zu sein, aber nur manchmal.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#230

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:10
von damals wars | 12.150 Beiträge

Meine Kompanie hatte 4 Offiziere, KC, 2 Stelli und ein U boot!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
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#231

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:10
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #228
Zitat von studfri im Beitrag #223
Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?


Das war mir doch völlig schnuppe, wieviel Offiziere es in der Kompanie gab.


Wenn es doch eine einfache Frage ist: 7 (KC, Stellv., Polit, 4 Zugführer)

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#232

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:13
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #227
Zitat von studfri im Beitrag #223
Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?

Tschuldigung - wußte nicht das höhere Dienstgrade erst ab Offizier gelten.


Ja dass Unteroffiziere da auch ständig rumgerannt sind im "Handlungsraum", dass wusste ich auch.Und die Gackl´s waren ja Fähnriche und auch die wurden jeden Tag auf Wanderschaft geschickt. Ist ja nicht so, dass ich gar nichts weis von den Verhältnissen an der ehemaligen Grenze.



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#233

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:14
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #231
Zitat von Rostocker im Beitrag #228
Zitat von studfri im Beitrag #223
[quote=Mike59|p329753][quote=studfri|p329743]Und nun stelle man si
Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?


Das war mir doch völlig schnuppe, wieviel Offiziere es in der Kompanie gab.


Wenn es doch eine einfache Frage ist: 7 (KC, Stellv., Polit, 4 Zugführer)

ciao Rainman

Laut STAN, aber die Wirklichkeit sah meist anders aus. Keine Leute, keine Leute.


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#234

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:15
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #230
Meine Kompanie hatte 4 Offiziere, KC, 2 Stelli und ein U boot!


Das warst Du, was? Hast dich immer langsam vollaufen lassen und bist dann auf Tauchstation gegangen.



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#235

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:16
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #231
Zitat von Rostocker im Beitrag #228
Zitat von studfri im Beitrag #223
Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?


Das war mir doch völlig schnuppe, wieviel Offiziere es in der Kompanie gab.


Wenn es doch eine einfache Frage ist: 7 (KC, Stellv., Polit, 4 Zugführer)

ciao Rainman



kan es sein dass es 8 sind ? Da schlich bei uns immer einer rum, im Range eines Leutnants, der angeblich auf der Gehaltsliste der Stasi war, aber unsere Uniformfarben trug. Ihr nanntet ihn später 2000 er, diese Bezeichnung gab es offenbar 1963 noch nicht


.
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#236

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:19
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #215
Zitat von DoreHolm im Beitrag #213
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #209
Also, ich muss mal kurz eine OT-Frage stellen: Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wurde jeder GWDler vor Versetzung ins Grenzregiment gefragt, ob er bereit wäre, im Fall des Falles die Waffe einzusetzen, also zu schießen. Wurde das verneint, erfolgte ohne irgendwelche Repressalien der Einsatz in den nachgeschalteten Grenzkompanien, quasi in der Etappe. Soweit richtig?
Wurde der Waffeneinsatz bejaht, erfolgte der Einsatz am Kanten. Was ich nicht begreife, ist, warum dann Soldaten immer Angst hatten, nach Schwedt zu müssen, wenn sie daneben geschossen hätten. Galt da das Prinzip" Du hast einmal ja gesagt, also must du das Ding auch bis zum bitteren Ende durchziehen"?


Schuddel, kann zwar nur für meine Erfahrungen in der relativ frühen Zeit am Kanten sprechen, aber bei uns war es so. Zum Ende der Grundausbildung wurde jeder gefragt, ob er bereit sei, als letztes Mittel die Waffe einzusetzen. Von "Totschießen" wurde wimre nicht gesprochen, aber jeder wußte, was es im Endeffekt bedeutete. Wer klar sagte, daß er nicht zum letzten Mittel bereit wäre, blieb ohne irgendwelche Nachteile in der Ausbildungskompanie und hatte, da dann schon Vize, nicht das schlechteste Leben hatten, nachdem die Pisser einrücken mußten. Warum nur ein so geringer Teil Nein sagte, frag mich was Einfacheres. "wird schon nicht so kommen, ist doch selten, den GV kriegen wir schon vorher (ein Klappern mit dem MPi-Schloss bewirkte da schon Wunder), hoffe, daß bei mir keiner kommt, ein "Nein" könnte mir Nachteile bringen (die es aber nicht gab, es wurde jeder individuell befragt) und sicher waren auch einige dabei, die überzeugt waren, daß ein GV eben ein Verbrecher sei. Ich zählte mich eher, rückblickend, zu denen, die die mögliche Endkonsequenz verdrängte und davon ausging, das es bei mir wohl nicht passierte. War ja auch so, daß es bei der Anzahl der Grenzer, die von 61 bis 89 am Kanten waren, nur eine Promille-Anteil getroffen hat, in diese sche... Situation kamen, gezielt zu schießen.
Was Schwedt betrifft, war uns das schon ein Begriff, aber ich muß ehrlich sagen, nicht so ein Angstwort, wie es vielleicht später empfunden wurde.



Danke Dore! Rot wäre dann meine nächste Frage gewesen. War eigentlich allgemein bekannt, das man auch ohne Repressalien "Nein" sagen konnte?
Ich krieg das für mich immer noch nicht enttüddelt: Wenn man "Nein" sagte, war man quasi direkt an der Grenze nicht verwendungsfähig. Wenn ich es nicht gepackt habe, dann doch auf einen GV zu schießen, war ich doch eigentlich auch nicht verwendungsfähig......ich hab halt nur später auf eine andere Art "Nein" gesagt.......warum dann in diesem Fall Bestrafung? Könnt ihr mir folgen?


Es waren wimre auch im Vorfeld keine Nachteile angekündigt, wenn man Nein sagte. Natürlich ist das so, daß dann doch der Eine oder andere die Flöhe husten hört und sich Nachteile einredet, die im drohen könnten. War aber nicht so. Du siehst aber schon an den anderen beiträgen, daß es verschiedene Versionen gab, abhängig vom Offizier, der die Befragung durchführte und abhängig von der Zeit. Ich glaube rainman hat´s geschrieben und wenn ich´s richtig verstanden habe, wurde das Gespräch erst in der GK geführt. bei uns war es ganz klar noch in der Ausbildungseinheit.
Der mich befragende Offz. hat ganz normal mit mir gesprochen und ich kann mich nicht an eine aufgebaute Drohkulisse erinnern. Wenn ich mal wieder meinen Kumpel besuche, werde ich den mal fragen, wie es bei ihm war. Er ist schon nach drei Monaten GA an den Kanten versetzt worden.



Schuddelkind hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#237

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:19
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #235
Zitat von Rainman2 im Beitrag #231
Zitat von Rostocker im Beitrag #228
Zitat von studfri im Beitrag #223
Zitat von Mike59 im Beitrag #221
Zitat von studfri im Beitrag #217
Und nun stelle man sich mal vor, nur jeder 2. hätte "nein" gesagt. Da hätten die wahrscheinlich einpacken können mit ihrem Grenzregime, oder die höheren Dienstgrage hätten sich da selbst hinstellen müssen.

Mann wir standen da sowie schon und einen General hättest du da auch nur zu Weihnachten gesehen.
Hast du gedacht wir sind nach Hause ins Bett und die armen GWDler mußten allein in die dunkle kalte Nacht. Also echt was für Vorstellungen hast du?



Warst Du Offizier bei den Grenztruppen? Wieviele hatte eine Kompanie? 8 denke ich, oder?


Das war mir doch völlig schnuppe, wieviel Offiziere es in der Kompanie gab.


Wenn es doch eine einfache Frage ist: 7 (KC, Stellv., Polit, 4 Zugführer)

ciao Rainman



kan es sein dass es 8 sind ? Da schlich bei uns immer einer rum, im Range eines Leutnants, der angeblich auf der Gehaltsliste der Stasi war, aber unsere Uniformfarben trug. Ihr nanntet ihn später 2000 er, diese Bezeichnung gab es offenbar 1963 noch nicht

Der war für 4 oder mehr GKs verantwortlich, somit wären das laut STAN 7,25 oder noch geringer nach dem Komma. Also noch immer unter 8 oder?
Und nicht sind - sondern waren.


Gert und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.02.2014 22:23 | nach oben springen

#238

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:19
von damals wars | 12.150 Beiträge

Ein U- Boot war ein Unterleutnant, ich war Uffz.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
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http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#239

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:26
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #238
Ein U- Boot war ein Unterleutnant, ich war Uffz.



warst du auch einer von den Stasi Leuten ?


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#240

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 05.02.2014 22:27
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #238
Ein U- Boot war ein Unterleutnant, ich war Uffz.



Ich dachte schon, Du wärest bei einer Bootskompanie. Die "Süßwassermatrosen" der Bootskompanie in unserem Regiment (Havelgrenze) wurden nur die "U-Boot-Fahrer" genannt, weil sie sich mal bei Spielereien selbst versenkt hatten



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