#21

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 15:22
von Eddy | 83 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #19
... Es handelt sich bei diesem Schiff um V381 aus der 8.ESA. Gehörte zur 1.Flottille, versorgungstechnisch nach Wolgast. Dieses Schiff hatte einen A-Mast und dürfte das einzige dieser Art in der VM gewesen sein. Leider existieren keine Bilder. Vielleicht kannst Du noch etwas raus kriegen. ...

Taktische Nummern sind etwas genaues. V-381 war ein MSR des Projektes 89.2, der KONDOR-II-Klasse. Es war vom 01.06.1971 bis 02.10.1990 in Dienst und wurde 1993 nach Indonesien verkauft. Das Schiff trug die Nummern V-32, V-381 und letztlich V-811, es trug den Namen "WOLGAST". Besatzung 24 Mann, Geschwindigkeit 20 sm/h, Bewaffnung 2 x 25 mm Artillerie
Von dieser KONDOR-II-Klasse wurden insgesamt 28 Schiffe in Dienst gestellt, darunter zwei weitere V-Schiffe.

V-Nummern trugen alle Schiffe und Boote der 8. ESA (Erprobungsschiffsabteilung), damit trugen sie auch die Dienstflagge der Volksmarine. Schiffe und Boote mit W-Nummern gehörten zur Werfterbrobung und fuhren unter der DDR-Flagge.
Eddy


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#22

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 15:33
von Eddy | 83 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #20
Wieso wurde in dem offiziellen Nachruf drei 'Stabsmatrosen' noch als 'vermißt' gedenkt?
... In der ersten Version der Tafel wird ein Obermatrose Dannies, Jürgen erwähnt. Ich vermute mal vertippt beim Nachnamen, zumal ja auch Stabsmatrone geschrieben wurde. Bleibt aber immer noch die Frage, Stabs- oder Obermatrose?

Danke für den Hinweis, Finger waren wie einmal zu schnell.

Der Nachruf von Chef Volksmarine wurde unmittelbar nach dem Unfall veröffentlicht. Das Boot wurde aber erst am 05.09.1968 durch unsere Kampfschwimmer auf dem Grund der Ostsee gefunden und da waren noch drei Stabsmatrosen eingeschlossen. Es wurde allen Matrosen der Dienstgrad "Stabsmatrose" postum gegeben.


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#23

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 15:46
von 94 | 10.792 Beiträge

Das mit der posthumen Beförderung ist mir noch bissel unklar. Der Nachruf kann ja zeitlich vor dem ersten Stein eingeordnet werden?
Im Nachruf schon Stabs-, auf der Tafel dagegen noch Obermatrose. War das ein Grund mit, warum eine zweite Version von Tafel und Stein beschafft wurde?

Bissel oT, besonders pietätlos fand ich die Fotomontagen, wenn die posthume Beförderung eine Ernennung in die nächsthöhere Dienstgradgruppe war.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#24

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 16:35
von Eddy | 83 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #23
Das mit der posthumen Beförderung ist mir noch bissel unklar. Der Nachruf kann ja zeitlich vor dem ersten Stein eingeordnet werden?
Im Nachruf schon Stabs-, auf der Tafel dagegen noch Obermatrose. War das ein Grund mit, warum eine zweite Version von Tafel und Stein beschafft wurde? ...

Richtig, von dem ersten Stein hat man in unserer Traditionsarbeit nichts gehört. Überall steht zur Geschichte der 6. Flottille, dass das Denkmal erst am 30.08.1973 eingeweiht wurde. Eine richtige Antwort auf das WARUM haben wir bisher noch nicht gefunden. Wir vermuten, dass die Fehler auf der Tafel ein Grund waren (Obermatrose und Vorname Reimar statt Rainer)

Eddy


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#25

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 17:08
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #19
Dieses Schiff hatte einen
A-Mast und dürfte das einzige dieser Art in der VM gewesen sein. Leider existieren keine Bilder. Vielleicht kannst Du noch etwas raus kriegen. Gern auch PN



Darf man fragen warum es das einzige seiner Art gewesen sein soll? Wegen des Mastes? Aus beiden Projekten, MSR-kurz und MSR-lang gingen verschiedene Sonderprojekte hervor!


zuletzt bearbeitet 31.01.2014 17:22 | nach oben springen

#26

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 17:40
von chantre | 425 Beiträge

Ich kann mich nicht erinnern, daß weitere Schiffe der VM dieses markante Detail hatten. Aber ich lasse mich gern korrigieren.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#27

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 19:28
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #26
Ich kann mich nicht erinnern, daß weitere Schiffe der VM dieses markante Detail hatten. Aber ich lasse mich gern korrigieren.


ist denn dieses Detail auf dem Foto im Beitrag #21 zu sehen?


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#28

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 20:09
von chantre | 425 Beiträge

Nein, auf diesem Bild ist der A-Mast nicht zu sehen. ich weiß aber auch nicht, ob es sich bei diesem Schiff um V 381 oder nur um ein baugleiches handelt.
Der A-Mast am Heck ist ein sehr markantes Merkmal. Du findest ihn überwiegend auf Fischereifahrzeugen, z. b.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#29

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.01.2014 20:28
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #28
Nein, auf diesem Bild ist der A-Mast nicht zu sehen. ich weiß aber auch nicht, ob es sich bei diesem Schiff um V 381 oder nur um ein baugleiches handelt.
Der A-Mast am Heck ist ein sehr markantes Merkmal. Du findest ihn überwiegend auf Fischereifahrzeugen, z. b.




ich kann mich nicht an einen solchen Mast auf den Schiffen der ESA erinnern. Vielleicht hat man ihn ja nach 1990 aufgebaut um den Wünschen der Kunden welche die Schiffe übernahmen entgegen zu kommen! Ist eigentlich bekannt was aus den Schiffen der ESA wurde? Die der VSA gingen nach Estland und Spanien. In Spanien fährt die Jasmund heute noch als Alerta!


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#30

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 02.02.2014 19:51
von 94 | 10.792 Beiträge

Schönes Album (g664-.html); Danke @Eddy


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#31

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 02.02.2014 20:06
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@Eddy,

wann wurden die Tarantul der VM in Dranske stationiert? Kann es 1985 gewesen sein?


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#32

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 03.02.2014 10:11
von Eddy | 83 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #31
...
wann wurden die Tarantul der VM in Dranske stationiert? Kann es 1985 gewesen sein?

Hallo @GZB1,
ein Jahr vorher, wenn man den 31.10.1984 (iD-Stellung Schiff 1) als einen solchen Zeitraum benennen kann. Am 02.11.1984 wurde dann die 7. RS-Brigade gegründet (nach Auflösung der 7. TS-Brigade wurde die Truppenfahne übergeben), die dann wie folgt aufgefüllt wurde:
Schiff 2 am 16.01.1985
Schiff 3 am 05.10.1985
Schiff 4 am 12.02.1986
Schiff 5 am 28.10.1986
Eddy


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#33

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 03.02.2014 10:17
von Allmi | 144 Beiträge

Hatte nicht das Flugsicherungsboot so einen A-Mast ? (Ehem. Fischereifahrzeug)
Wenn Es denn 1990 noch in Dienst war.


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#34

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 03.02.2014 10:39
von chantre | 425 Beiträge

Das V 381 müßte ein MSR, Projekt 89.2, mit Namen Wolgast gewesen sein, also kein Flugsicherungsboot. Ich könnte mir vorstellen, dass der A-Mast etwas mit dem Räumgeschirr zu tun hatte. Vielleicht wollte man mal was Neues ausprobieren. Und 8.ESA war ja manchmal so geheim, da mußten die Besatzungen im Panzerschrank schlafen.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#35

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 03.02.2014 18:39
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ Eddy

Was ist das bei Mine 03 für ein Typ Mine ? kenne von meiner Reservistentätigkeit nur KB,KMD ( ? ) und Yam.


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#36

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 03.02.2014 19:12
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #34
Das V 381 müßte ein MSR, Projekt 89.2, mit Namen Wolgast gewesen sein, also kein Flugsicherungsboot. Ich könnte mir vorstellen, dass der A-Mast etwas mit dem Räumgeschirr zu tun hatte. Vielleicht wollte man mal was Neues ausprobieren. Und 8.ESA war ja manchmal so geheim, da mußten die Besatzungen im Panzerschrank schlafen.


nun, der letzte ACH der ESA, Fregattenkpt. H. ist noch gut beieinander! Ich kenne ihn persönlich. Im Sommer ist ein Treffen einer anderen Abteilung, da treffe ich ihn höchstwahrscheinlich. Ich werde mal fragen.

SCORN


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#37

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 04.02.2014 18:43
von Eddy | 83 Beiträge

Zitat von PF75 im Beitrag #35
....
Was ist das bei Mine 03 für ein Typ Mine ? kenne von meiner Reservistentätigkeit nur KB,KMD ( ? ) und Yam.

Diese Grundfernzündungsmine UDM-500 ist für den Einsatz gegen Überwasserschiffe aller Klassen bei einer Wassertiefe von 12 bis 50 Metern und gegen U-Boote in Wassertiefen bis 125 m bestimmt. Diese Minenart wird von Überwasserschiffen/-booten verlegt. Ihre Besonderheit ist ein hydro-akustisches Zündsystem mit gerichteter Wirkung. Bis Mitte der 80er Jahre konnte diese Mine mit den gebräuchlichen Räumgeräten nicht geortet werden. KTS-Boote konnten zwei dieser Minen ausstoßen, die TS-Boote SHERSHEN konnten sechs dieser Minen pro Boot legen. Diese Minen lösten akustisch aus, sprich über die Geräusche der Schiffspropeller/Schiffsschrauben. Ladung pro Mine 645 kg Sprengstoff, Gesamtgewicht 1.413 kg.

Minentransport vom Munitionslager
Eddy


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PF75 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.02.2014 18:41
von Eddy | 83 Beiträge

[[File:1969-08-20 Scheiben durch Hecksee TS raus Boot 984(2).jpg]]Wieder ein paar Erinnerungen bzw. ein kleiner Bericht unsere Boote betreffend.
Die LTS-Boote waren ja mit drei Mann Besatzung die kleinsten aber eben auch die Schnellsten der Ostsee. Diese Boote unterschieden sich in zwei Bauarten, einmal den "Wolgaster" (Projekt 63.300 ILTIS) und den "Berliner" (Projekt 68.200 HYDRA). Beide Boote war als Gleitboote gebaut, der "Wolgaster" aus Alu, der "Berliner" aus Mahagoniholz. Holz ist zwar traditionell im Schiffbau aber hat den Nachteil, muss nicht nur im Winter aus dem Wasser sondern auch im Sommer zum Austrocknen des Bootskörpers. Wenn das nicht gemacht wird, wird das Boote schwer wie ein Sack und verliert an Geschwindigkeit und die war ja eigentlich die Haupteigenschaft dieser Schnellboote. Beide Bootstypen kamen mit zunehmender Geschwindigkeit mit dem Bootskörper aus dem Wasser, bei Höchstfahrt lagen sie nur noch mit den Propellern im Wasser. Da ja die Ostsee bekanntlich sehr kurze Wellen hat, im Vergleich mit Nordsee und Atlantik mit ihrer langen Dünung, bestand natürlich die Gefahr, das die Propeller auch einmal während der Fahrt aus dem Wasser austauchten und dadurch die Drehzahl der Maschinen sofort weiter erhöht wurde, dass Gefahr für die Maschinen bestand. Dem wurde durch die Erprobung ein Riegel vorgeschoben und sogenannte Schnellschlussklappen in der Luftzufuhr der Maschinen eingebaut. Sobald sich die Drehzahl ungewollt erhöhte fielen diese Klappen zu und die Maschinen bekamen keine Luft mehr zugeführt, sie gingen aus. So wurden Maschinen und Bootskörper geschützt. Es ist bei grober See, bis See 3 waren die Boote normal einsetzbar, mehrmals vorgekommen, dass Boote über die Wellen sprangen und dadurch voran beschriebener Mechanismus in Kraft trat. Das andere Extrem war bei einem solchen Sprung mit dem Bug voraus in die nächste Welle einzutauchen. Sicherheitsgurte gab es nicht. Die Besatzung war zwar mit Kampfanzug See und Panzerhauben ausgerüstet, musste diese auch während der Fahrt tragen aber gegen Schläge war sie nicht besonders gut geschützt. Der Einsatz über See 3 kam aber Gott sei Dank sehr selten vor.
Einzelfahren waren für diese Boote nicht gestattet, ein Paar war die kleinste Einheit, dann kam die Gruppe (5 Boote) und letztlich die Abteilung (10 Boote). Für beide Bootstypen war die Torpedos die Hauptbewaffnung. Das besondere bei diesen kleinen Booten, der Ausstoß der Torpedos erfolgte nach hinten, im sogenannten Heckausstoß. Die Volksmarine war die einzige Marine der Welt, die diese Schussart serienreif einsetzte. Zur Erläuterung, die Torpedos wurden mit dem Antrieb nach hinten mit Druckluft ausgestoßen, dabei wurde durch einen Hebel die Maschine (Dampf-Druckluft-Antrieb) des Torpedos entriegelt, der Torpedo tauchte ins Wasser ein und dessen Maschine startete unmittelbar. Er bändelte sich auf die eingestellte Tiefe (bis 14 m möglich) ein und begann mit Höchstfahrt (ca. 50 kn) seine Strecke zum Ziel zurück zu legen (max. 8.000 m). Gezielt wurde mit dem gesamten Boot und der Effektivität wegen immer im Fächer geschossen. Das heißt, die zwei an Bord befindlichen Torpedos gingen im sehr kurzem Zeitintervall von Boot und rasten auf das Ziel zu. Länge des Torpedos 8 m, Kaliber 533 mm, Ladung 317 kg Sprengstoff.
Der "Berline" hatte aber noch andere Einsatzmöglichkeiten und er hatte drei Torpedorohre. Das mittlere Rohr wurde selten abgebaut, dafür aber die beiden äußeren. Einmal wurden sie ersetzt durch Minenhalterungen, drei auf jeder Seite oder zum anderen wurden sie ersetzt durch je acht Sitzplätze (Metallrohrrahmen mit Segeltuchbespannung) für Kampfschwimmer. Beim Kampfschwimmereinsatz wurden seitlich noch Schutzbleche angebaut, damit die Kampfschwimmer während der Überfahrt zum Absetzpunkt einmal nicht gesehen wurden und zum Anderen gegen die See geschützt waren. Abgesetzt wurden sie bei ca 24 kn (ca. 48 km/h). Selten wurde die vierte Variante, die Mannschaftstransportvariante gefahren. Dazu wurden alle drei Rohre entfernt und 24 Sitze aufmontiert. Das diente der Anlandung von Truppen der Infanterie, wurde meiner Kenntnis mach nur zweimal gefahren, bei "Waffenbrüderschaft 70" und einmal während einer Übung der VOF (Vereinte Ostsee Flotten = Baltische Rotbanner Flotte (BRF), Polnische Seekriegsflotte (PSKF) und Volksmarine (VM)).
Das diese und alle anderen Schnellboote nicht zur Grenzsicherung eingesetzt waren, habe ich in der Einleitung schon geschrieben. Wir wurden nur zur Unterstützung durch die 6. GBK angefordert, wenn deren Schiffe nicht schnell genug bei einem Grenzdurchbruch vor Ort seien konnten. Die eingesetzten Schnellboote, meist zwei TS-Boote der Bereitschaft, fuhren zum "Ziel" und umrundeten es mit höherer Geschwindigkeit bis die 6. GBK eintraf. Dieses Umrunden war für die betreffenden Personen im "Fluchtboot" sehr unangenehm. Gegen einander wirkende Wellen brachten das umkreiste Boot in unkontrollierbare Bewegungen. Ausnahmen waren natürlich Seenotrettungsfälle, hier wurde schnell und sofort geholfen, egal was der Grund der Seenotrettung war.
Eddy

Zeichnung eines LTS-Bootes 63.300

v.l. Torpedovariante 68.200, Minenvariante (ohne Minen) und Transportvariante


Der lebende Zeitzeuge ist der Alptraum eines Historikers.
exgakl, seaman und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.02.2014 18:44 | nach oben springen

#39

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.02.2014 19:09
von damals wars | 12.186 Beiträge

Danke für die tollen Fotos!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#40

RE: Die Stoßkräfte der Volksmarine

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.02.2014 08:40
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Eddy
Mal eine dumme Frage, ist aber eine ehrliche Frage
Du hast mal getippt, das euer Kapitän mit einem anderen Kapitän von der selben Flotte sich russisch unterhalten haben.
Warum war in einer deutschen Flotte russisch die ,, Befehlssprache?


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