#61

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 17:40
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #60
[quote=seaman|p325410]
Das wirst Du natürlich besser vom "Hörensagen"kennen.
Kenne etliche NSW-Fahrer die sich in den Flottenbereich Nord-Ostsee versetzen liessen um ihren Familien näher zu sein.Man tauschte sogar.
Richtig ist,ein junger Seemann,ungebunden,möchte in die weite Welt.Der hat auch meist noch keine Ehefrau die mitreisen könnte.
Aber,warum sollte man sein Kind bei möglichen Ein-Monatsreisen länger alleine lassen?
seaman




Das kenne ich nicht vom Hörensagen sondern weil ich die beteiligten Personen kenne und die Situation damals miterlebt habe.
An dem Jungen sind die 6 Monate keineswegs spurlos vorüber gegangen.
Es hat Monate gedauert bis zwischen dem Jungen und seiner Mutter wieder ein halbwegs normales Verhältnis entstand.
Er hat ihr das auch nie richtig verziehen.
Das war der Preis den der Junge zahlen musste für eine solche Reise, die für normale DDR Bürger so unerreichbar war wie eine Reise zum Mond.
Aber ein Hartzer kann sich eine solche Reise heute auch nicht leisten. Stimmts Rostocker?[/quote]

Man Schnatter da stimme ich Dir zu--kenne Leute--die können sich nicht mal ne Reise von Rostock Toitenwinkel nach Warnemünde leisten. Oder ein Nachbar von mir der Hartz4 bezieht--die Reise aus den Harz nach Thüringen unerschwinglich zu seinen Eltern. Und Abmelden muss er sich auch noch auf den Amt--die wollen ja wissen woher er die Kohle hat.
Aber das ist nun OT--zurück zu Seefahrt. Und alle die nun fürchterlich leiden mussten.


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#62

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 17:51
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #61
An welchem letzten Neubau 1989/90 warst Du beteiligt?

seaman


Bin 1986 Dezember von der Werft in den Harz gegangen. Größere Schiffe an denen ich beteildigt war, für die eigene Reederei, waren die Karl Marx und Friedrich Engels von Typ Schnellfrachter. Beteildigt war ich an Schweißarbeiten,Luke4 und Maschienenraum. Als gelernter Schiffbauschlosser war die Hauptaufgabe--die Verlegung der Hilfsdieselleitungen und der Hauptmaschiene, Kühlräume verblechen,sowie Rohrverkleidung in den Luken,hinzu kam in den Aufbauten--die Überprüfung der einzelnen Decks auf Gasdichtigkeit.


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#63

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 18:12
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Da kann ich mich noch als älteres Kind bzw. jüngeren Jugendlichen erinnern, daß ich immer die wöchentlichen Mitteilungen über die Standorte der Handeslflotte in unserer Tageszeitung las. War untergliedert in: 1. Im Heimathafen, 2. in welchem fremdem Hafen vor Anker, 3. auf Fahrt nach ...., 4. auf Fahrt von .... auf Heimatkurs. Das waren Namen. Im Atlas oder auf dem Globus habe ich dann immer gesucht, wo diese fremden Häfen so liegen.



der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#64

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 18:32
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #54
Zitat von seaman im Beitrag #49
[quote=der glatte|p325370
Wie war das geregelt? Wie war das denn wenn DDR-Bürger eine Reise mit solch einem Schiff (Handelsschiff) unternahmen, brauchten sie einen Pass? Bestimmt nur wenn sie das Schiff im Ausland verlassen durften, sonst bewegte man sich ja auch auf hoher See oder in fremden Häfen auf DDR-Gebiet.
Was wurde bei einem Landgang vom jeweiligen Land an Papieren verlangt? Brauchte man einen Impfpass mit eventuell benötigten Impfungen, wo bekam man die? Wer besorgte das Visum wenn nötig?

Gruß Reiner


Klar benötigte man einen Reisepass sonst wäre doch nie eine Einreise ins Ausland möglich gewesen.
Natürlich benötigte man international aktuelle Impfpässe.Einreiseformalitäten wurden nach landesüblichen Vorschriften abgewickelt.
Ein Reisepass in der DDR zu bekommen war den üblichen Modalitäten unterworfen.
So manche Ehefrau eines DDR-Seemanns wurde um ihre Mitreise durch Verweigerung eines Passes gebracht.
Schuld war dabei nicht unbedingt das MfS,sondern oft missgünstige und neidische Arbeitskollegen des Betriebes,die ihrer Kollegin die Reise nicht gönnten.Auch die Kaderleitung eines Betriebes musste zustimmen.
Aber frage doch einfach mal Furry zu diesem Thema, der dienstlich auf DSR-Schiffen unterwegs war.
seaman



manch Arbeitskollege war auf so einer Traumreise neidisch?,
das kann ich zwar nachvollziehen,
beeinflußte sowas bei so einer See-Reise wirklich?,
da bin ich ratlos,
zwei meiner Kollegen sind Anfang 1989 zu ihrer Verwandschaft
in die Bundesrepublik gefahren,ich habe mich für Sie gefreut,
nur gefragt hat mich keiner
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 24.01.2014 18:33 | nach oben springen

#65

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 18:38
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #65
Zitat von DoreHolm im Beitrag #54
Zitat von seaman im Beitrag #49
[quote=der glatte|p325370
Wie war das geregelt? Wie war das denn wenn DDR-Bürger eine Reise mit solch einem Schiff (Handelsschiff) unternahmen, brauchten sie einen Pass? Bestimmt nur wenn sie das Schiff im Ausland verlassen durften, sonst bewegte man sich ja auch auf hoher See oder in fremden Häfen auf DDR-Gebiet.
Was wurde bei einem Landgang vom jeweiligen Land an Papieren verlangt? Brauchte man einen Impfpass mit eventuell benötigten Impfungen, wo bekam man die? Wer besorgte das Visum wenn nötig?

Gruß Reiner


Klar benötigte man einen Reisepass sonst wäre doch nie eine Einreise ins Ausland möglich gewesen.
Natürlich benötigte man international aktuelle Impfpässe.Einreiseformalitäten wurden nach landesüblichen Vorschriften abgewickelt.
Ein Reisepass in der DDR zu bekommen war den üblichen Modalitäten unterworfen.
So manche Ehefrau eines DDR-Seemanns wurde um ihre Mitreise durch Verweigerung eines Passes gebracht.
Schuld war dabei nicht unbedingt das MfS,sondern oft missgünstige und neidische Arbeitskollegen des Betriebes,die ihrer Kollegin die Reise nicht gönnten.Auch die Kaderleitung eines Betriebes musste zustimmen.
Aber frage doch einfach mal Furry zu diesem Thema, der dienstlich auf DSR-Schiffen unterwegs war.
seaman



manch Arbeitskollege war auf so einer Traumreise neidisch?,
das kann ich zwar nachvollziehen,
beeinflußte sowas bei so einer See-Reise wirklich?,
da bin ich ratlos,

zwei meiner Kollegen sind Anfang 1989 zu ihrer Verwandschaft
in die Bundesrepublik gefahren,ich habe mich für Sie gefreut,
nur gefragt hat mich keiner
Lutze


Grün: Neidisch sein kann noch nicht entscheidend sein, ob eine Befürwortung oder Unbedenklichkeit ausgesprochen wird. Entscheidend wird es dann, wenn es sich bei dem mißgünstigen, neidischen oder auch nur ängstlichen Kollegen um den leitenden Vorgesetzten, den Fachdirektor, handelt. Der kann Dir sehr wohl so eine Reise link machen. So wir mir damals der Chef der MfS-Bezirksverwaltung Erfurt sagte, ist dieser die entscheidende Person. Wenn der sein o.k. gibt, fährt der Kollege, wenn nicht, fährt er eben nicht. Das MfS, so der MfS-Chef, entscheidet nur in sehr seltenen Fällen selbst darüber.



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zuletzt bearbeitet 24.01.2014 18:39 | nach oben springen

#66

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 19:23
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #64
Da kann ich mich noch als älteres Kind bzw. jüngeren Jugendlichen erinnern, daß ich immer die wöchentlichen Mitteilungen über die Standorte der Handeslflotte in unserer Tageszeitung las. War untergliedert in: 1. Im Heimathafen, 2. in welchem fremdem Hafen vor Anker, 3. auf Fahrt nach ...., 4. auf Fahrt von .... auf Heimatkurs. Das waren Namen. Im Atlas oder auf dem Globus habe ich dann immer gesucht, wo diese fremden Häfen so liegen.



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#67

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 19:30
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #67
Zitat von DoreHolm im Beitrag #64
Da kann ich mich noch als älteres Kind bzw. jüngeren Jugendlichen erinnern, daß ich immer die wöchentlichen Mitteilungen über die Standorte der Handeslflotte in unserer Tageszeitung las. War untergliedert in: 1. Im Heimathafen, 2. in welchem fremdem Hafen vor Anker, 3. auf Fahrt nach ...., 4. auf Fahrt von .... auf Heimatkurs. Das waren Namen. Im Atlas oder auf dem Globus habe ich dann immer gesucht, wo diese fremden Häfen so liegen.






Ja, das waren Klänge, diese exotischen Orte. War auch Down Under mal dabei oder die USA ?



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#68

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 19:40
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #68
Zitat von seaman im Beitrag #67
Zitat von DoreHolm im Beitrag #64
Da kann ich mich noch als älteres Kind bzw. jüngeren Jugendlichen erinnern, daß ich immer die wöchentlichen Mitteilungen über die Standorte der Handeslflotte in unserer Tageszeitung las. War untergliedert in: 1. Im Heimathafen, 2. in welchem fremdem Hafen vor Anker, 3. auf Fahrt nach ...., 4. auf Fahrt von .... auf Heimatkurs. Das waren Namen. Im Atlas oder auf dem Globus habe ich dann immer gesucht, wo diese fremden Häfen so liegen.






Ja, das waren Klänge, diese exotischen Orte. War auch Down Under mal dabei oder die USA ?



Ja,
waren auch mit dabei.
Ende der 70er Baltimore,Philadelphia,New Orleans.....
Ebenso Sydney.

seaman


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#69

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 19:56
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Noch eine Frage zu #69 von seaman: Die große Anerkennungswelle durch NSW-Staaten war ja etwa zwischen 72 u. 74. Gab es da vor einer diplomatischen Anerkennung irgendwelche Probleme oder zu beachtende Besonderheiten, wenn die Schiffe der DDR Häfen der Länder anliefen, die die DDR noch nicht diplomatischn anerkannt hatten ? Wenn ja, wie wurde dann verfahren ?



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#70

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 20:07
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von seaman im Beitrag #69
Zitat von DoreHolm im Beitrag #68
Zitat von seaman im Beitrag #67
Zitat von DoreHolm im Beitrag #64
Da kann ich mich noch als älteres Kind bzw. jüngeren Jugendlichen erinnern, daß ich immer die wöchentlichen Mitteilungen über die Standorte der Handeslflotte in unserer Tageszeitung las. War untergliedert in: 1. Im Heimathafen, 2. in welchem fremdem Hafen vor Anker, 3. auf Fahrt nach ...., 4. auf Fahrt von .... auf Heimatkurs. Das waren Namen. Im Atlas oder auf dem Globus habe ich dann immer gesucht, wo diese fremden Häfen so liegen.






Ja, das waren Klänge, diese exotischen Orte. War auch Down Under mal dabei oder die USA ?



Ja,
waren auch mit dabei.
Ende der 70er Baltimore,Philadelphia,New Orleans.....
Ebenso Sydney.

seaman


@seaman, eine Seefahrt die ist lustig die ist fein, muss sagen da bist Du in Deinen Element! Ist ehrlich gemeint!!!
Grüsse Steffen52


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#71

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 20:18
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #70
Noch eine Frage zu #69 von seaman: Die große Anerkennungswelle durch NSW-Staaten war ja etwa zwischen 72 u. 74. Gab es da vor einer diplomatischen Anerkennung irgendwelche Probleme oder zu beachtende Besonderheiten, wenn die Schiffe der DDR Häfen der Länder anliefen, die die DDR noch nicht diplomatischn anerkannt hatten ? Wenn ja, wie wurde dann verfahren ?


Da gab es auch noch die Ostseemesse---auf den Messegelände in Schutow--als Kinder sind wir immer gerne hingegangen.Gabs immer einige Sachen gratis.


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 20:27
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #70
Noch eine Frage zu #69 von seaman: Die große Anerkennungswelle durch NSW-Staaten war ja etwa zwischen 72 u. 74. Gab es da vor einer diplomatischen Anerkennung irgendwelche Probleme oder zu beachtende Besonderheiten, wenn die Schiffe der DDR Häfen der Länder anliefen, die die DDR noch nicht diplomatischn anerkannt hatten ? Wenn ja, wie wurde dann verfahren ?


Oh,
dieses Thema ist sehr umfangreich um es mit ein paar Sätzen zu beantworten.
So wie es durch den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik schwierig war Geschäftsverbindungen aufzubauen so war es auch mitunter für Besatzungsmitglieder mit Restriktionen verbunden.Die einzigen Vertreter aus der DDR in den jeweiligen Ländern bestanden mitunter nur aus 3 Mann und nannten sich Handelsvertretung.Auch durch einen schrittweise sich verbessernden Handel entwickelten sich zwischenstaatliche Beziehungen die dann in diplomatische Beziehungen mündeten.DDR-Seeleute wurden in dieser Zeit auch als Diplomaten mit Seefahrtsbuch bezeichnet.

seaman.


Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.01.2014 20:27 | nach oben springen

#73

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 20:38
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #73
Zitat von DoreHolm im Beitrag #70
Noch eine Frage zu #69 von seaman: Die große Anerkennungswelle durch NSW-Staaten war ja etwa zwischen 72 u. 74. Gab es da vor einer diplomatischen Anerkennung irgendwelche Probleme oder zu beachtende Besonderheiten, wenn die Schiffe der DDR Häfen der Länder anliefen, die die DDR noch nicht diplomatischn anerkannt hatten ? Wenn ja, wie wurde dann verfahren ?


Oh,
dieses Thema ist sehr umfangreich um es mit ein paar Sätzen zu beantworten.
So wie es durch den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik schwierig war Geschäftsverbindungen aufzubauen so war es auch mitunter für Besatzungsmitglieder mit Restriktionen verbunden.Die einzigen Vertreter aus der DDR in den jeweiligen Ländern bestanden mitunter nur aus 3 Mann und nannten sich Handelsvertretung.Auch durch einen schrittweise sich verbessernden Handel entwickelten sich zwischenstaatliche Beziehungen die dann in diplomatische Beziehungen mündeten.DDR-Seeleute wurden in dieser Zeit auch als Diplomaten mit Seefahrtsbuch bezeichnet.

seaman.


Also war es generell möglich, auch ganz normal solche Häfen anzulaufen, die Ladung zu löschen, neue Ladung aufzunehmen, Wasser, Proviant und Treibstoff zu bunkern, die behördlichen Angelegenheiten zu regeln (ohne Einbeziehung der BRD-Vertretung) und was noch alles dazugehört ?



zuletzt bearbeitet 24.01.2014 20:39 | nach oben springen

#74

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 20:39
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #74
Zitat von seaman im Beitrag #73
Zitat von DoreHolm im Beitrag #70
Noch eine Frage zu #69 von seaman: Die große Anerkennungswelle durch NSW-Staaten war ja etwa zwischen 72 u. 74. Gab es da vor einer diplomatischen Anerkennung irgendwelche Probleme oder zu beachtende Besonderheiten, wenn die Schiffe der DDR Häfen der Länder anliefen, die die DDR noch nicht diplomatischn anerkannt hatten ? Wenn ja, wie wurde dann verfahren ?


Oh,
dieses Thema ist sehr umfangreich um es mit ein paar Sätzen zu beantworten.
So wie es durch den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik schwierig war Geschäftsverbindungen aufzubauen so war es auch mitunter für Besatzungsmitglieder mit Restriktionen verbunden.Die einzigen Vertreter aus der DDR in den jeweiligen Ländern bestanden mitunter nur aus 3 Mann und nannten sich Handelsvertretung.Auch durch einen schrittweise sich verbessernden Handel entwickelten sich zwischenstaatliche Beziehungen die dann in diplomatische Beziehungen mündeten.DDR-Seeleute wurden in dieser Zeit auch als Diplomaten mit Seefahrtsbuch bezeichnet.

seaman.


Also war es generell möglich, auch ganz normal solche Häfen anzulaufen, die Ladung zu löschen, neue Ladung aufzunehmen, Wasser, Proviant und Treibstoff zu bunkern, die behördlichen Angelegenheiten zu regeln (ohne Einbeziehung der BRD-Vertretung) und was noch alles dazugehört ?



Das ist richtig.

seaman


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#75

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 20:57
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #71
Zitat von seaman im Beitrag #69
Zitat von DoreHolm im Beitrag #68
Zitat von seaman im Beitrag #67
Zitat von DoreHolm im Beitrag #64
Da kann ich mich noch als älteres Kind bzw. jüngeren Jugendlichen erinnern, daß ich immer die wöchentlichen Mitteilungen über die Standorte der Handeslflotte in unserer Tageszeitung las. War untergliedert in: 1. Im Heimathafen, 2. in welchem fremdem Hafen vor Anker, 3. auf Fahrt nach ...., 4. auf Fahrt von .... auf Heimatkurs. Das waren Namen. Im Atlas oder auf dem Globus habe ich dann immer gesucht, wo diese fremden Häfen so liegen.






Ja, das waren Klänge, diese exotischen Orte. War auch Down Under mal dabei oder die USA ?



Ja,
waren auch mit dabei.
Ende der 70er Baltimore,Philadelphia,New Orleans.....
Ebenso Sydney.

seaman


@seaman, eine Seefahrt die ist lustig die ist fein, muss sagen da bist Du in Deinen Element! Ist ehrlich gemeint!!!
Grüsse Steffen52



Das Thema Seefahrt hatten wir schon mal im Forum:

Geschichten aus der Seefahrt

seaman


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#76

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 21:17
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #48
Demnach war es wohl doch nicht ein Eiserner Vorhang sondern eher einer mit winzigen Löchern.
Warum habe ich davon nichts mitbekommen?

Es gab ja vom DDR-Reisebüro jedes Jahr so eine Art Katalog (eher eine Art Zeitung), welche über die Reisen ins Ausland (SW) informierte. Die habe ich mir oft im ehemaligen Haus des Reisens am Alex geholt. Das war aber auch schon ein Akt für sich. Denn diese Kataloge waren kaum erhältlich, wenn weg dann weg, wie die Wochenpost oder das Magazin. Im Katalog standen dann die Reisetermine, man suchte sich etwas aus und berwarb sich dafür. Später kam dann eine Antwort vom Reisebüro, meist war das bei mir eine Absage. Na klar, dann musste man noch das passende Kleingeld besitzen, denn schon zwei Wochen Nessebar in Bulgarien, waren ganz schön teuer. Was ich aber sagen will, Reisen in die NSW, waren dort im Katalog nicht zu finden. Auch die Arkona fand ich dort nicht aufgeführt. Da muss es noch ganz andere Kataloge gegeben haben, die aber für den "normalen Werktätigen" nicht zugänglich waren. Oder man teilte solche Reisen von "Oben" zu.

Gab es eventuell auch schon Reisen in die NSW-Länder, welche die lieben Angehörigen im Westen mit harten Devisen für den DDR-Bürger bezahlen konnten? So eine Art "Travel-Genex"? Könnte ich mir vorstellen, dass man auf solche Art auch Plätze auf der Arkona buchen konnte.

Buchen und Reisen waren ja in der DDR zwei ganz verschiedene Schuhe! Wer Buchen konnte, durfte ja unter Umständen nicht Reisen. Wie war das geregelt? Wie war das denn wenn DDR-Bürger eine Reise mit solch einem Schiff (Handelsschiff) unternahmen, brauchten sie einen Pass? Bestimmt nur wenn sie das Schiff im Ausland verlassen durften, sonst bewegte man sich ja auch auf hoher See oder in fremden Häfen auf DDR-Gebiet.
Was wurde bei einem Landgang vom jeweiligen Land an Papieren verlangt? Brauchte man einen Impfpass mit eventuell benötigten Impfungen, wo bekam man die? Wer besorgte das Visum wenn nötig?

Gruß Reiner


Hallo Reiner,

Ja, das "Haus des Reisens" war die Anlaufstelle Nummer eins. Von einem (Hochglanz-)Katalog im heutigen Sinne kann man eher nicht sprechen. Das war so ein Heftchen aus dem damals "üblichen Papier", aber der Inhalt war interessant. Die Sowjetunion, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, CSSR, und die Mongolei waren dort als Reiseziele vertreten.
Cuba, Vietnam und (selten) KDVR kenne ich eher als Reiseziele, die über den FDGB zu buchen waren. Für Jugoslawien mußte man wieder einen anderen Weg beschreiten...
Wenn man so eine Reise plante, dann begannen die Vorbereitungen in der Regel ein halbes Jahr vorher (inkl. Beantragung der Visa).
Mit Frachtschiffen waren Angehörige meiner Familie in Ägypten und China, aber es war nicht so komfortabel. Dafür erheblich günstiger als die Karibik-Fahrten der Arkona, wie seaman schon schrieb. Zumal bei diesen Fahrten der Aufenthalt auf Cuba auf wenige Tage begrenzt war. Hauptsächlich verbrachte man den Urlaub auf See.

Gruß,

Kurt


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 21:35
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Konnte man eigentlich (theoretisch) auch auf Binnenschiffen mitfahren? Sagen wir mal, Familienangehörige, und durften die dann evtl. auch ins kapitalistische Ausland mit?


zuletzt bearbeitet 24.01.2014 21:36 | nach oben springen

#78

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 21:52
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #78
Konnte man eigentlich (theoretisch) auch auf Binnenschiffen mitfahren? Sagen wir mal, Familienangehörige, und durften die dann evtl. auch ins kapitalistische Ausland mit?


Soweit mir bekannt ist waren manche Ehefrauen an Bord von DDR-Binnenschiffen sogar beruflich tätig.Fuhren also als Ehepaare (Schiffsführer und Ehefrau).
Wenn ich mich recht erinnere habe ich dies mitunter in Hamburg bzw. Rotterdam/Bremen? erlebt.

seaman


zuletzt bearbeitet 24.01.2014 21:55 | nach oben springen

#79

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 21:59
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Ich meinte als Gäste, nicht als dienstliche Mitfahrt.


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#80

RE: Mit der MS Arkona in die weite Welt

in Leben in der DDR 24.01.2014 22:05
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #80
Ich meinte als Gäste, nicht als dienstliche Mitfahrt.


Darüber ist mir nichts bekannt.

seaman


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