#81

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 05:39
von Waldmeister | 149 Beiträge

@Streckmetall

Es war ja teilweise auch so, daß der Arbeiter, welcher in der Produktion in Schichten mit Zuschlägen arbeitete, einen wesentlich höheren Lohn als der angestellte Ingenieur bspw. auf der Werft bekam. Oder der Meister nur unwesentlich mehr oder sogar weniger am Ende bekam. Deshalb hat so mancher von einer weiteren Qualifikation abgesehen. Natürlich hinkt der Vergleich, da die Arbeitsumstände sehr unterschiedlich sind. Trotzdem wurde damit auch die Wichtung Arbeiterklasse/Intelligenz manifestiert.

Waldmeister


User, der keine Fremdzitate für sein Selbstwertgefühl benötigt.
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#82

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 08:12
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #8
Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik wurden 1949 von den jeweiligen Siegermächten als Retortenstaaten gegründet und waren von 1949 bis 1989 komplett von ihnen abhängig. Eine Folge staatlich gelenkter Wirtschaft im Ostblock ist, dass wirtschaftliche Ineffektivät, Mangelwirtschaft und Korruption aufblüht, denn die Mächtigen haben kein Interesse ihren Einfluss zu verlieren., sondern sie wollen ihn festigen, mit wirkungsvollem Einsatz der Sicherheitskräfte. Jeder der Kritik übt, und ist sie noch so berechtigt, stellt deshalb eine Bedrohung dar und wird bekämpft. Die DDR und die anderen sozialistischen Staaten verharrten deshalb in einer wirtschaftlichen Kältestarre und je länger sie bestand, desto grösser wurde das Wohlstandsgefälle zum Westen. Ende der achtziger Jahre folgte der Bankrott und die Insolvenzerklärung zuerst der UdSSR und anschliessend aller anderen sozialistischer Staaten in Europa.
Theo


Nur mit einem"klitzekleinen" Unterschied. Die Mehrheit der Bürger der jungen Bundesrepublik standen hinter ihrem neuen Staat und hinter den Bürgern der DDR standen die Russen. Bis 1989. Wären die schon 1950 abgezogen, wäre dieser Staat DDR kolabiert. Wenn die westlichen Besatzer abgezogen wären hätte der westdeutsche Staat sicher weiter bestanden.
Die existenzielle Abhängigkeit der DDR von der SU war viel größer als die der BRD von den USA, obwohl in der DDR Propaganda über die BRD stets von der Kolonie Amerikas gesprochen hatte.
In der jungen DDR galt die SED im Volk als "Russenpartei".


CASI und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 09:53
von Rostocker | 7.733 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #82
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #8
Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik wurden 1949 von den jeweiligen Siegermächten als Retortenstaaten gegründet und waren von 1949 bis 1989 komplett von ihnen abhängig. Eine Folge staatlich gelenkter Wirtschaft im Ostblock ist, dass wirtschaftliche Ineffektivät, Mangelwirtschaft und Korruption aufblüht, denn die Mächtigen haben kein Interesse ihren Einfluss zu verlieren., sondern sie wollen ihn festigen, mit wirkungsvollem Einsatz der Sicherheitskräfte. Jeder der Kritik übt, und ist sie noch so berechtigt, stellt deshalb eine Bedrohung dar und wird bekämpft. Die DDR und die anderen sozialistischen Staaten verharrten deshalb in einer wirtschaftlichen Kältestarre und je länger sie bestand, desto grösser wurde das Wohlstandsgefälle zum Westen. Ende der achtziger Jahre folgte der Bankrott und die Insolvenzerklärung zuerst der UdSSR und anschliessend aller anderen sozialistischer Staaten in Europa.
Theo


Nur mit einem"klitzekleinen" Unterschied. Die Mehrheit der Bürger der jungen Bundesrepublik standen hinter ihrem neuen Staat und hinter den Bürgern der DDR standen die Russen. Bis 1989. Wären die schon 1950 abgezogen, wäre dieser Staat DDR kolabiert. Wenn die westlichen Besatzer abgezogen wären hätte der westdeutsche Staat sicher weiter bestanden.
Die existenzielle Abhängigkeit der DDR von der SU war viel größer als die der BRD von den USA, obwohl in der DDR Propaganda über die BRD stets von der Kolonie Amerikas gesprochen hatte.
In der jungen DDR galt die SED im Volk als "Russenpartei".



Ja wären--sind sie aber nicht. Sie führen ihren Drohnenkrieg von Deutschland aus weiter. Die Besatzer


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#84

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 09:57
von schnatterinchen (gelöscht)
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Was hat das jetzt mit der absoluten wirtschaftlichen-militärischen und politischen Abhängigkeit der DDR zur Sowjetunion zu tun?


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#85

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 10:03
von Rostocker | 7.733 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #84
Was hat das jetzt mit der absoluten wirtschaftlichen-militärischen und politischen Abhängigkeit der DDR zur Sowjetunion zu tun?


Hattest Du nicht das Thema von Besatzern ins spiel gebracht.


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#86

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 10:17
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Waldmeister im Beitrag #81
@Streckmetall
Es war ja teilweise auch so, daß der Arbeiter, welcher in der Produktion in Schichten mit Zuschlägen arbeitete, einen wesentlich höheren Lohn als der angestellte Ingenieur bspw. auf der Werft bekam. Oder der Meister nur unwesentlich mehr oder sogar weniger am Ende bekam. Deshalb hat so mancher von einer weiteren Qualifikation abgesehen. Natürlich hinkt der Vergleich, da die Arbeitsumstände sehr unterschiedlich sind. Trotzdem wurde damit auch die Wichtung Arbeiterklasse/Intelligenz manifestiert.
Waldmeister


Halllo,
auch ganz praktishc gerechtfertigt, Lohn nach gezeigtem Einsatz, nicht sosehr formal begründet. Und für Mesiter, Ärzte und Ingenieure galt ja, die Asubildung wurde staatlich bezahlt. In bürgerlichen Gesellschaften MUSS die intelligenz gut bezahlt werden um denen die Ausbildung wiederum ihrer Kinder zu ernmöglichen.

Reproduktionskosten der Arbeitskraft, in welchem Umfang zwischen privat und staatlich das geschieht hat Asuwirkung auf die ( nötige ) Lohnhöhe.

Und in Gesellschaften mit wenig Kindenr ist das ein dringendes Thema. Wenn im Extremfall Harzies 4 Kinder haben und Akademiker als "Sozialstaatstrittbrettfahrer" nur 0,5 dann wird ein Lohn ausreichend für eine Familie mit 4 Kindern an einen Single zum volskwirtschaftlichen Problem!



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#87

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 10:36
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #85
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #84
Was hat das jetzt mit der absoluten wirtschaftlichen-militärischen und politischen Abhängigkeit der DDR zur Sowjetunion zu tun?


Hattest Du nicht das Thema von Besatzern ins spiel gebracht.



Sag mal Rostocker, merkst du nicht das deine Art von "Argumentation" damals schon den Leuten in der DDR auf den Sack gegangen ist und nicht funktioniert hat?


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#88

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 10:42
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #82

In der jungen DDR galt die SED im Volk als "Russenpartei".



Kannst Du dazu bitte eine Quelle nennen? Ich höre den Begriff zum ersten Mal.

LG von der grenzgaengerin


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#89

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 13.01.2014 10:46
von schnatterinchen (gelöscht)
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Mache ich gerne später, habe jedoch gerade nicht das Buch zur Hand.

http://books.google.de/books?id=FYWWhg8R...npartei&f=false


Hier mal auf die Schnelle ein Link. Ist aber nicht das Buch welches ich meine.


zuletzt bearbeitet 13.01.2014 10:54 | nach oben springen

#90

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 14.01.2014 17:40
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #88


LG von der grenzgaengerin



Macht der Gewohnheit....


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#91

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 14.01.2014 18:15
von damals wars | 12.205 Beiträge

Das ist doch geklaut aus http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Revolut...9Ft_ihre_Kinder von Wolfgang Leonhard.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#92

RE: Was hat die DDR umgebracht?

in DDR Staat und Regime 26.01.2014 13:42
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Streckmetall im Beitrag #79
[quote=Hackel39|p321213][...]

Das meiste, was ich von dir in diesem Thread gelesen habe, würde ich vorbehaltlos unterschreiben, aber die oben
zitierte Passage hinterlässt einen etwas unangenehmen Beigeschmack. Zum einen reibe ich mich hier ein wenig an
dem Ausdruck Plebs, der ja doch recht abwertende Konnotationen hat - wobei ich allerdings auch nicht sicher
bin, ob du das wirklich abwertend gemeint hast.

Vielleicht lese ich hier auch mehr raus, als du eigentlich sagen wolltest (in dem Fall: sorry), aber ich
habe den Eindruck, als wolltest du die Hauptverantwortung am Untergang der DDR dem unterschlagenden
"kleinen" Mann zuschieben, während die Unterschlagungen des Führungspersonals vertretbar gewesen
wären. Dem möchte ich aus zwei Gründen widersprechen:

1. die von dir selbst erwähnte Vorbildfunktion der Leiter:
Wenn man nicht nur mit Amtsautorität, bzw. Einschüchterung führen will, sondern die Untergebenen auch
zur gemeinsamen Zielverfolgung motivieren und ideologisch überzeugen will, dann ist das Führen durch
Vorbild eine notwendige Bedingung. Eine Regelverletzung, die im Handeln eines Vorgesetzten entdeckt
wird, wird in der Wahrnehmung des Untergebenen viel stärker gewichtet als eine bei Gleichgestellten beobachtete
Regelverletzung. Versagt die Moral der Führungsriege, wird die Moral der zu ihr Aufschauenden wie ein
Kartenhaus in sich zusammenfallen. ("Warum soll ich mich noch zurückhalten, wenn sich sogar schon diejenigen
selbst bedienen, die größere moralische / sozialistische Verantwortung tragen, als ich selbst?"). Aufgrund dieser
Hebelwirkung ist der von dir erwähnte Flächenbrand keine Schuld der unteren Ränge - das Streichholz haben
vielmehr die oberen Ränge angezündet. Natürlich gab es zahlenmäßig viel weniger Leiter als einfache Arbeiter,
aber daraus zu schließen, dass die Unterschlagungen der ersteren der Wirtschaft weniger schadeten, als die
Selbstbereicherungen der letzteren, ist nur bei sehr direkter Sichtweise korrekt, greift aber bei fairer Analyse viel
zu kurz.

2. die sozialistischen / kommunistischen Grundsätze:
Die nur gering unterschiedliche Entlohnung einfacher und leitender Arbeiter war von den Planern genau so gewollt.
Sie mag aus kapitalistischer Sicht ungerecht erscheinen, entspricht aber meiner Meinung nach der kommunistischen
Weltsicht, in der alle grundsätzlich gleich sind und jeder gemäß seiner eigenen Fähigkeiten für das Gemeinwohl
arbeitet. Da hier die entscheidende Motivation des Werktätigen nicht in der Maximierung seines individuellen
Wohlstandes anzusetzen ist, sondern vielmehr in der Maximierung des kollektiven Wohlstandes, sollte die
fast gleiche Entlohnung eigentlich kein Problem darstellen. Wie realistisch eine solche Sichtweise ist, steht auf einem
ganz anderen Blatt - aber der entscheidende Punkt ist, dass eine Führungsschicht, die dieses Entlohnungssystem
bemängelt und sich sogar zur obengenannten "Vorteilsnahme" aufgrund ihrer höheren Leistungserbringung berechtigt
fühlt, ganz offensichtlich nicht die Fähigkeit besitzt, kommunistisch zu handeln. Setzen wir den Akzent auf die
Ungerechtigkeit einer solchen Entlohnung, heißt das nichts anderes, als den Kommunismus mit kapitalistischen
Maßstäben zu bewerten. Wir betrachten den Kommunismus dann gar nicht mit den Maßstäben und Wertvorstellungen,
die er eigentlich voraussetzt. Ertappen wir uns bei einer solchen Denkweise, beweisen wir uns damit also quasi nur selbst,
dass wir aufgrund unserer natürlichen Veranlagungen nicht zur Erschaffung einer kommunistischen Welt imstande sind.


Gruß
Streckmetall



Nun @Streckmetall , da ich selbst dem Plebs angehöre und auch mit 48 noch keine Flügel habe, um abzuheben, ist diese Bezeichnung in der Tat nicht allzu verbissen zu sehen.
Wenn ich hier schreibe stelle ich mir immer eine gemütliche Kneipenatmosphäre mit netten Leuten vor und keinen Plenarsaal mit oberkorrekten Akademikern u.a. Eliten, an deren Adresse man nur perfekt ausgeschliffenes Vokabular richten kann.
Auch sehe ich bei der Problematik mit dem Leiter immer nur die Personen vor mir, mit denen ich damals zu tun hatte.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an meine Geschichte mit dem Bahn- Ehepaar, das aus den Abfällen der Betriebskantine (Dienstort mit ca. 500 Eisenbahnern) um die 5-6 Schweine groß fütterte und verkaufte und somit einen zusätzlichen Jahreslohn erwirtschafteten.
Dagegen kam selbst der Leiter nicht an, die Begründungen der Köchin und des Heizers waren hanebüchen (Abmachungen mit bereits verstorbenen Leitern, Entsorgungsproblematik, Wurstsuppe wurde mitgebracht u.v.a.) und sie setzten sich gegen ihn durch, alles blieb wie gehabt, die ortsansässige LPG bekam die Abfälle nicht (die hätte womöglich dann eine andere Privatperson abgefangen), das war ein Kampf gegen Windmühlen, für Leute die es ehrlich meinten und so wurde der Leiter auch irgendwann zum Plebs und langte auch hin und wieder mal zu, genaueres will ich hier nicht bringen, das sprengt den Rahmen.
Aber diese Resignation junger Kader u.a. Absolventen war auch ein Sargnagel für die gekenterte Republik und es ist extrem wichtig, hier eine Chronologie aufzustellen und im Falle meines Bahnbetriebs komme ich per Saldo eben auf eine Mitschuld der kleinen Leute und verwahre mich davor angesichts der geringen Einkommensunterschiede nur auf die Großen zu zeigen, Moral hin oder her.
Deinen letzten Satz unterstreiche ich ausdrücklich, womöglich nahm diese durchökonomisierte Verhaltensweise irgendwann auch beim letzten Sozialisten überhand, womöglich begann dieser Prozeß auch schon zu der Zeit in der man den Krieg einigermaßen aus dem Blickfeld verloren hatte.



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