#1

Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:03
von harzstreuner | 45 Beiträge

GK Silkerode 1987/88: RTL Kreisgrenze WBS/NDH, LTL Ziegenberg (südl. Zwinge), FüSt an Straße Bartolfelde-Bockelnhagen, Grenzlinie ca. 21 km. In dieser Zeit nach bisherigem Wissen: 1x1 "Fahnenflucht", 1x2 Grenzdurchbruch O/W, keine Festnahme. Viel Schweiß, kein Blut! Wenn sonst noch was los war in diesem Abschnitt, auch vor und nach 1987, schreibt es hier rein!


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
zuletzt bearbeitet 06.01.2014 01:11 | nach oben springen

#2

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:09
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Weißt Du genaueres von den Grenzdurchbrüchen bzw FF.
Wenn ja kannst Du darüber berichten?
Stamme auch aus der Ecke Südharz von Bartholfelde ca 10km weg freundwärts.

MfG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#3

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:09
von harzstreuner | 45 Beiträge

Im Sommer 1987 war ein Grenzdurchbruch zweier ortskundiger ehemaliger Grenzer in einem unbesetzten Grenzabschnitt der GK Silkerode (zwischen der Straße BB und dem PP 38 nahe Weilrode) erfolgreich. Sie unterquerten K2 und GSZ in unmittelbarer Nähe des GSZ-Tors an der Straße Bockelnhagen-Bartolfelde durch ein Wasserdurchlaßrohr. Das im Rohr befindliche Sperrgitter verdrehten sie in Flußrichtung, und konnten so hindurchschlüpfen. Danach marschierten sie in der Deckung des Waldes, der sich vom GSZ bis zum Kolonnenweg erstreckt, entlang des Wasserlaufs der Bartolfelder Eller. Der Kolonnenweg schneidet hier zwei tiefe Schluchten. Entweder durch aufheulende Motoren oder lautes Stiefelklappern wären hier evtl. durchhandelnde Grenzer aufgefallen. Schließlich überkletterten sie den vorderen GZ, und dies so anständig (waren halt Grenzer), daß nicht mal Spuren auf dem K6 zu finden waren, und nach allen Erfolglosen erst der Regimentskommandeur die Spurensuche beendete, nachdem er direkt zwischen K6 und GZ entlanggegangen und dort Erdspuren im Streckmetall festgestellt hatte.
Erst die Rückmeldung von drüben machte auf diesen Grenzdurch aufmerksam!

In der Folge mußten die Gakl alle Wasserdurchlässe dokumentieren und mit Signaltechnik sichern, und die Kontrolle der Wasserdurchlässe wurde Bestandteil der Kontrolle K2 und K6. Vielleicht hat man später noch stabilere Konstruktionen davor gesetzt, zu meiner Zeit blieben sie ein Schwachpunkt, denn nur die festgerosteten Schrauben verhinderten die Demontage der eingesetzten Gitter. Es gab in diesem ewig feuchten Abschnitt viele Wasserdurchlässe, öfters floß das Wasser nach heftigen Regenfällen auch direkt über die Kontrollstreifen, einmal hatte die Geröllflut auch ein Gitter herausgerissen.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
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#4

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:17
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge im Forumsbereich Flucht und Fluchtversuche

schau mal hier rein könnte interessant für Dich sein

MfG Batrachos


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zuletzt bearbeitet 06.01.2014 01:18 | nach oben springen

#5

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:18
von harzstreuner | 45 Beiträge

ich stell das mal der Vollständigkeit halber aus meiner "Vorstellung" hier mit rein:

"Schreiber": Hallo Harzstreuner, sei gegrüßt hier im Forum ich war in der Nachbarkomponie Weilrode aber lange vor Dir 1976/77 als Schreiber.
Ich habe da mal eine Frage die Führungsstelle gehörte damals zur GK Weilrode da war noch Battalionssicherung.
Ich musste öfter KS laufen bis zu Eurer GK da war unsere LTL vom Battalion."

"harzstreuner": Ja, damals muß die LTL in einem Waldstück verlaufen sein, das Hessenwinkel bzw. Hessenhuy heißt, und in dem die Grenzlinie fast rechtwinklig nach Süden abknickte, um dann bis Zwinge entlang des Bachs Schmalau zu verlaufen.
1987 hatten wir Kompaniesicherung, und der FüSt-Turm an der Straße BB war der einzige im Abschnitt. Ein weiterer stand auf dem Wolfsberg südlich Zwinge, schon etwa 250 Meter links außerhalb unseres Abschnitts, und muß Jahre zuvor die FüSt auch für den Bereich Zwinge / Silkerode gewesen sein.
Die GK Weilrode gehörte 1987 zum 3. Bataillon, also Hinterlandssicherung. Wir sind immer an der GK vorbei in unseren Abschnitt gefahren, hatten aber mit den Grenzern von dort keinen Kontakt. Nur einmal bin ich nachts am Bohlweg (am K2 Richtung Limlingerode) auf einen Zug der GK Weilrode getroffen.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
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#6

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:24
von harzstreuner | 45 Beiträge

ich stell das mal der Vollständigkeit halber aus meiner "Vorstellung" hier mit rein:

"RudiEK89": "Dann willkommen im Forum @Harzstreuner,
in deiner Zeit war ich als Uffz. und Ufw. in Silkerode und habe die Vorkommnisse in deiner Vorstellung selbst mitgemacht.
Bis später. Andreas"

"harzstreuner": Rudi, auch wenn wir wenig miteinander zu tun hatten, kann ich mich doch gut an dich erinnern. War schon ungewöhnlich, ein UaZ als KGsi auf der Glocke! Da hast du doch vorher bestimmt noch eine spezielle Ausbildung mitgemacht.
Da du auch dabeigewesen sein müßtest, habe ich hier gleich eine konkrete Frage an dich:

Weißt du oder ein anderer hier im Forum, was im Abschnitt Silkerode im Spätherbst 1987 los war, als abends die ganze Kompanie Grenzalarm hatte, und die Posten am Kolonnenweg zwischen Bornberg und Straße Bartolfelde-Bockelnhagen auf Sichtweite verteilt wurden?
Es war schon ziemlich kalt, und wir lagen die ganze Nacht durch regungslos in der Abriegelung am Kolonnenweg, abseits der GMN-Säule und ohne zu wissen, was eigentlich los ist. Im Morgengrauen sah ich sehr viele unbekannte AGT im Gelände und Kolonnen von Truppentransport-Lkw fremder Einheiten auf der Straße BB, die wohl seitlich und am GSZ abgeriegelt und das Gelände durchkämmt hatten. Beim Abmarsch aus der GK hieß es noch "versuchter bewaffneter Grenzdurchbruch" am Schäferdenkmal, am Ende blieben nur Gerüchte von Verwechselung von Wild mit vermeintlichen Grenzverletzern (Warnschuß), bis Ballerei aus Übermut, - konkrete Aussagen und eine Auswertung gab es nicht, oder ich habe sie verpaßt.
Hier im Forum habe ich bisher nur einen Hinweis gefunden, von einem Grenzer einer anderen Einheit, der mit Suchhund im Einsatz war, dem zufolge hier auch ein Grenzdurchbruch erfolgt sein soll. Vielleicht weiß ja auch einer von Gegenüber Näheres, schließlich müßte ja jede erfolgte Flucht zumindest dem Ereignis nach bekannt geworden sein.

"RudiEK89": "Das weiß ich noch genau, weil ich auf der Fürst war. Ich hoffe, dass ich die andern User nicht langweile.
Am späten Nachmittag löste ein GSZ Feld kurzzeitig aus. Ich informierte den UVD unseren (Waff.-Uffz.) A-Gruppe Objekt Grenzalarm.
Minuten später meldete sich der Stellv. GK Hptm. Wö.. und meinte, es wäre gerade Parteiversammlung und er würde eine Streife zur Kontrolle 2m Streifen rausschicken.
Ich stellte die A - Gruppe Gelände 45 Grad zum ausgelösten Bereich. Sie konnten sich auf Grund des Geländes nicht sehen. Die A - Gruppe Objekt hätte den Zwischenrum zu gemacht.
Das Postenpaar, dass den 2 m ablief, meldete keine Spuren. Kurz darauf viel ein Schuss, den ich als Jagdschuss im Buch der Fürst registrierte.
Dann kam offen über Funk "Grenzdurchbruch" PP weiß ich nicht mehr.
Daraufhin habe ich den UVD angewiesen, Kompanie Grenzalarm auszulösen. Minuten später meldete sich der Gefreite am GMN und teilte mit, dass der GV auf Grund des Schusses zurück gewichen ist. Darüber informierte ich den KC Urb.. Die Nachbarkompanien wurden ebenfall informiert.
Nun war es so, dass ein UaZ diese Lage nicht führen durfte. Ich wurde abgeleöst von Hptm. Mä.. und SFfw. Rauschen...
Diese beschwerten sich erstmal darüber, dass ich nicht jede Toröffnung in das Buch auf der Fürt eingetragen hatte.
Ich war froh, einen gestandenen Gefreiten an meiner Seite gehabt zu haben, der auf der Karte die Abriegelung mit Magneten nachvollzog.
Nachdem ich abgelöst wurde, begab ich mich in die Abrieglung. In der Nacht wurden wir abgelöst und in die GK gefahren.
Gegen Mittag fand die Auswertung durch den Regimentskommandeur im Beisein vom Batallioner "Don Krawallo" statt.
Der Posten schoss wirklich auf Wild in der Dämmerung und die Hubschrauber in den Morgenstunden fanden auch keinen GV auf den Bäumen."


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
zuletzt bearbeitet 06.01.2014 02:13 | nach oben springen

#7

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 01:54
von harzstreuner | 45 Beiträge

und diese Frage hole ich der Vollständigkeit halber aus meiner "Vorstellung" hier mit rein:

"Schreiber": "Was mir noch einfiel zu meiner Zeit hatten wir öfters Luftraumverletzung im linken oberen Zipfel der Karte. Gab das zu Deiner Zeit auch noch?"

"harzstreuner": Über dem Hessenwinkel hatte 1987 eine Alouette beim Abfliegen der Grenze mal etwas "abgekürzt".
Und dann war 1988 auf dem Ziegenberg südl. Zwinge bei starker Bewölkung einmal ein Düsenjet-Geräusch über uns, von West nach Ost, ohne daß ich was sehen konnte. Habe das auch sofort der FüSt so gemeldet. Kam aber keine Rückmeldung.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
Schreiber hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.01.2014 02:14 | nach oben springen

#8

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 06.01.2014 20:27
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Danke für den neuen Thread.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#9

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 07.01.2014 22:10
von harzstreuner | 45 Beiträge

Hallo Grauer,
Danke für die Karte mit höherer Auflösung, werde sie überarbeiten, aber bis zum 10. schaffe ich es nicht.

Habe hier zunächst die unschärfere Karte als Arbeitskarte mit hochgeladen:
Der GSZ-Verlauf im Bereich Zwinge und Silkerode ist geändert auf Stand 1987.
Tor 47 zur Ziegelei Zwinge (in der Karte neben BT Ziegelei) und Kolonnenweg im Bereich Zwinge-Ellertal ist geändert.
Die LTL und RTL ist geändert, die RTL entspricht damaliger und heutiger Kreisgrenze Nordhausen.
Alle passierbaren GSZ-Tore sind eingezeichnet. Einige wurden nur für Wald- und Feldarbeiten genutzt.
Tor-Nummern, Postenpunkte mit Bezeichnung und Nummer, Erdbunker, sowie Grenzsäulen mit Nummern werde ich noch nachtragen. Vielleicht finde ich dafür eine noch genauere Karte.
Dazu sind alle BT eingezeichnet, insgesamt 5 plus FüSt. Außer BT Ziegelei (tagsüber fast ständig besetzt) und FüSt an Straße BB galt aber 1987 für alle anderen BT "Betreten verboten" wegen Baufälligkeit.
Den blauen runden BT habe ich gelöscht, den gab es dort nicht (mehr). Stattdessen habe ich in der Nähe den BT Brandkopf eingezeichnet, der könnte zuvor mal FüSt gewesen sein.
Im Hinterland ist ein Postenpunkt "Weißer Stein" mit eingezeichnet, dort hängt eine sehr gute Wanderkarte. Im Buswartehäuschen unterhalb Silkerode auch.
1987/88 gab es im Abschnitt nur temporär Hundetrassen bei GSZ-Bauarbeiten. Im Bereich an der Hohen Straße gab es einen reichlich morbiden Kfz-Sperrgraben. Die großen Erdlocher am Kolonnenweg sind Erdfälle (Südharz-Karstgebiet). Der GSZ war durchgehend vom Typ GSSZ II ohne ÜS-1.
Im Bereich ehemaliger Bahnhof Zwinge gab es eine Lichtertrasse, um das Ellertal auszuleuchten. Das GSZ-Feld südlich Zwinge (ab Tor 48 im Ellertal bis LTL) verfügte zusätzlich noch über Rundumleuchten und Signalhorn. Interessant waren die drei Sperrwerke an der Eller, zwei im GSZ-Verlauf an der Weilröder und der Geröder Eller, und eins im vorderen Grenzzaun für die vereinigte Eller. Oberhalb des Ellertals gibt es auch heute noch die Aussichtsplattform auf niedersächsischer Seite, Zufahrt über Brochthausen. Wenn die nicht zugewachsen ist, hat man dort einen guten Blick über den ehemaligen Grenzstreifen. Die Ziegelei in Zwinge stand sehr nahe an der Grenze und lag einschließlich Feldbahn und Tongrube im Schutzstreifen zwischen GSZ und vorderem Grenzzaun bzw. dort waren ca. 300 m Grenzmauer, wie in Berlin, aufgebaut. Zwischen Betriebsgelände und Kolonnenweg war noch ein ungesicherter gewöhnlicher Maschendrahtzaun, und in Verlängung zum Tor 47 war in diesem Zaun nochmal ein Tor. Die Ziegelei ist 1991 verkauft und stillgelegt worden. Das Betriebsgelände ist heute abgesperrt, stehen Solarpaneele darauf.
Faktisch zu sehen ist aber von den Grenzanlagen so gut wie nichts mehr, die GKs und die FüSt stehen noch, der Kolonnenweg ist erhalten. aber stellenweise überwuchert. Zur Zeit ist er zwischen GK Silkerode und Straße BB für geländegängige Pkw passierbar, sind aber steile Stellen dabei. (Ich bewundere heute zutiefst unsere "Stoffhunde", die Trabant-Kübel, die mit 26 PS und Spalttablettenreifen dieses Gelände "gerockt" haben.) Um von dort weiter auf dem Kolonnenweg nach rechts bis Nüxei zu kommen, muß man über niedersächsisches Gebiet ausweichen bis hinter Brandkopf, dann geht es wieder. Unter den Kolonnenwegplatten gibt es natürlich noch die Wasserdurchlässe, die auch unterhalb K6-Kontrollstreifen und Grenzzaun durchgingen. Aber bitte nicht für "Agentenschleusen" halten, denn darin hätten sich die Unauffälligen auffällig dreckig gemacht.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
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#10

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 07.01.2014 22:18
von harzstreuner | 45 Beiträge

hier die Karte


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
Schreiber und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.01.2014 22:23 | nach oben springen

#11

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 07.01.2014 23:44
von suentaler | 1.923 Beiträge

Hallo harzstreuner,
vielen Dank für deine Mühe.
Ich werde versuchen die Angaben, die Ihr auf der Karte liefert, parallel dazu in GoogleEarth zu übertragen.


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#12

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 08.01.2014 09:42
von Gelöschtes Mitglied
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So sah es im Abschnitt der GK Silkerode im Oktober 2013 aus:
- Kaserne der GK Silkerode, heute in Nutzung als Betriebsfläche (und gut in Schuß !)
- Ehemaliger Bahnhof in Zwinge (quasi aus dem Gleisbett heraus aufgenommen), links verlief die Mauer.
- Ehemalige Ziegelei Zwinge, aufgenommen von der Straße Brochthausen-Zwinge, auf Höhe Kolonnenweg.
- Blick vom Standort Straße Brochthausen-Zwinge, Höhe KW in Richtung Süden (Ziegenberg).
- Blick vom Standort Straße Brochthausen-Zwinge, Höhe KW in Richtung Nordosten zur Allerburg.

mfG U.

Angefügte Bilder:
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#13

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.01.2014 01:30
von harzstreuner | 45 Beiträge

... und hier die Grenzanlagen um Zwinge nochmal präziser.
Der Kolonnenweg ist rot, die Grenzzäune sind grün eingezeichnet.
Bei der genauen LTL am GSZ bin ich mir unsicher, ich glaube, da war irgendwo eine GSZ-Feldtrennung, an der wir mit der Kontrolle K2 begonnen haben, es kann aber auch am Tor 52 gewesen sein. Weißt du das noch, Rudi? Die Nummern der Postenpunkte wurden mal geändert bzw. verschoben, sodaß z. Bsp. der PP Ziegelei zuvor die Nr. 50 hatte.
Das Hintergrundbild ist eine Satellitenaufnahme von 1996. Da kann man sich noch an der Landschaft orientieren.



Suentaler, ich vermute du willst eine *.kmz-Datei für GoogleEarth erstellen.
Habe zuwenig Kenntnisse, wie man das macht. Also, viel Spaß dabei. Das ist Teamwork!


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.01.2014 02:01 | nach oben springen

#14

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.01.2014 17:37
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von harzstreuner im Beitrag #13
... und hier die Grenzanlagen um Zwinge nochmal präziser.
Der Kolonnenweg ist rot, die Grenzzäune sind grün eingezeichnet.
Bei der genauen LTL am GSZ bin ich mir unsicher, ich glaube, da war irgendwo eine GSZ-Feldtrennung, an der wir mit der Kontrolle K2 begonnen haben, es kann aber auch am Tor 52 gewesen sein. Weißt du das noch, Rudi? Die Nummern der Postenpunkte wurden mal geändert bzw. verschoben, sodaß z. Bsp. der PP Ziegelei zuvor die Nr. 50 hatte.
Das Hintergrundbild ist eine Satellitenaufnahme von 1996. Da kann man sich noch an der Landschaft orientieren.



Suentaler, ich vermute du willst eine *.kmz-Datei für GoogleEarth erstellen.
Habe zuwenig Kenntnisse, wie man das macht. Also, viel Spaß dabei. Das ist Teamwork!

Wir haben zu in unserer Dienstzeit mit der Kontrolle K2 am Tor 52 begonnen. Die Nachbarkompanie Ecklingerode kontrollierte den K2 auch bis zum
Tor 52.
Übrigens hast du die Karte mit deinen Eintragungen in den ziemlichen "Originalzustand" versetzt.
Ich versuche jetzt noch eine topographische Karte (VS-NfD) aus diesem Bereich, mit Hinterland natürlich, aufzutreiben. Da ist ja die Grenzlinie
durch damalige Fachleute dokumentiert.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#15

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.01.2014 18:01
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von harzstreuner im Beitrag #13
...( ... )

Suentaler, ich vermute du willst eine *.kmz-Datei für GoogleEarth erstellen.
Habe zuwenig Kenntnisse, wie man das macht. Also, viel Spaß dabei. Das ist Teamwork!


Richtig ...... und ich hab schon damit begonnen.


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#16

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 17.01.2014 00:25
von harzstreuner | 45 Beiträge

Ein aufschlußreiches Fundstück:

Und ein besonderes Datum!
Aber an diesem Tag gab es nicht mehr Urlaub oder Dienstfrei (beides in Zeile 9 zusammengefaßt) als sonst,
die Stärkemeldung gibt also in etwa die übliche Belegung der Grenzkompanie Silkerode wieder.
Trotzdem erscheint mir die Zahl von 56 im Grenzdienst eingesetzten Kräften (Zeile 13) zu hoch. Nach meiner Erinnerung waren je Schicht je 1 Doppelposten "Rechts", Ziegelei Zwinge, FüSt, sowie 2 Doppelposten als Alarmgruppe-Gelände eingesetzt, nehme ich jetzt noch bestenfalls 4 Doppelposten für Kontrolle K2 und Postenkontrolle hinzu, sowie bestenfalls 9 GAkl als Einzelposten (ZF der GAkl, ein Offz., war an diesem Tag DHO), komme ich auf 47 Kräfte im Grenzdienst pro Tag ... oder es sind auch alle in Bereitschaft befindlichen Kräfte mit inbegriffen, und es waren an diesem besonderen Tag ein paar Kräfte mehr im Einsatz.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
zuletzt bearbeitet 17.01.2014 02:24 | nach oben springen

#17

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 18.01.2014 14:48
von harzstreuner | 45 Beiträge

Hier mal Teil 2 meiner Vorstellung:

Mir war und ist das Militärische unsympathisch. Ich hätte mir den Grundwehrdienst gerne erspart, wenn das möglich gewesen wäre. Für mich ist jegliche Form von Wehrpflicht und Verfolgung von Wehrpflichtverweigerung und Desertion ("Fahnenflucht") ebenso Unrecht wie die Erfindung "ungesetzliches Verlassen" ("Republikflucht"). Erfunden haben das, glaube ich, die deutschen Faschisten 1933 bzw. 1941, und zuvor in ähnlicher Form die Herren der Leibeigenen im Feudalismus.

"Dem in der sozialistischen Gesellschaft erzogenen Menschen ist das Soldatsein wesensfremd.", zitiert aus "Nebel fallen nicht von selbst" von Karl Wurzberger, DDR-Grenzerliteratur von 1972.

Also hieß es für mich: Einfach nur durchhalten. Erleichtert wurde mir das nach der Grundausbildung durch den "täglichen Auslauf" in einem von der Natur her sehr schönen Grenzabschnitt im Südharz und einen Kompaniechef, der "Sackstand" weitgehend unterdrückte. Danke!

Während ich 1988 noch dachte, daß ich dieses schöne Stückchen Landschaft mit dem Harz- und Brockenblick nie oder zumindestens so schnell nicht wieder sehen werde, konnte ich schon zwei Jahre später ungehindert, aber schwer beeindruckt einfach durchwandern, und auch jene Wege ablaufen, die quer durch den Schutzstreifen und über die Grenze führten. Damals standen noch Teile der Grenzzäune, die Säulen des GMN, und die vertrauten Unterstände mit den Spuren der Grenzer an den PP. Dieses schluchtenreiche Gelände, in dem ich geschwitzt und elend gefroren, unzählige Nächte durchwacht, das ich zu jeder Jahres- und Tageszeit kennengelernt habe, im Dauerregen, bei Gewitter, im Schneesturm und bei brütender Hitze, in dem ich übermüdet die Stunden gezählt habe und die vielen Kilometer Fußmarsch, und mir so häufig Gedanken gemacht habe über diese Grenze, nicht nur über "was wäre, wenn jetzt ...", - ist mir durch diesen "intimen" Umgang bis heute ein Stück Heimat geblieben.

Im August 2012, sozusagen zum 25jährigen, war ich wieder einmal im "Gelände", und habe sogar meinen Schlafsack auf dem einstmals Vorgelagerten ausgerollt, den Kopf im "Osten", die Füße im "Westen", einen Grenzstein mit eingemeißelter DDR als "Fernseh-Tisch". Bei Abendrot hinter dem Brocken und abertausenden Sternen am schwarzblauen Nachthimmel bin ich wieder mal ins Grübeln gekommen über die widersprüchlichen und absurden Geschichten, die man als Mensch unter diesem Himmel so mitmacht und erlebt.

Weil mich diese Grenze nie wieder losgelassen hat, bin ich immer an detaillierten Berichten von Zeitzeugen beider Seiten interessiert, zuletzt habe ich das Buch "Erlebnisse an der Grenze im Harz" von Rudolf Zietz durchstöbert, hier sind viele Ereignisse, Notizen und Bilder aus seiner langjährigen Grenzzolldienstzeit zusammengetragen.
Leider wird bei den meisten Berichten, Büchern und Filmen über die Grenze DDR-BRD immer wieder klar, daß ein objektiver Umgang, eine wissenschaftlich exakte Aufarbeitung fehlt, sei es, daß verschiedene Zeiten durcheinandergewürfelt, Berichte unwidersprochen aufgebauscht und verfälscht, Halbwissen in die vorgefaßte Richtung gebügelt, oder sich einfach nur in logisch unhaltbare Kombinationen verrannt wird. Offenbar spart man sich Lektoren, die zumindest die "groben Bolzen" revidieren, die teilweise schon "etwas helleren" Schulkindern auffallen, und leider die ganzen Berichte in ihrer Glaubwürdigkeit einschränken.
Das o.g. Buch ist ganz brauchbar, zumal es auch Materialien und Bilder aus Beständen der Grenztruppen enthält, einige "Bolzen" sind aber auch drin.
Sehr empfehlenswert finde ich das Buch "Geteilte Ansichten" (Aufbau-Verlag), eine um wissenschaftliche Exaktheit bemühte Dissertationsarbeit, die über Erinnerungsstätten und Spurensuche an der ehemaligen Grenze in die historische Tiefe vordringt und bisweilen "Zweifel an der Wahrhaftigkeit" einiger Darstellungen der Geschehnisse und differenzierte Ansichten zum Wesen der Grenze in den Text mit aufnimmt. Weitere Empfehlung: "Das Geheimnis des Rockensteins" von Karl Wurzberger, DDR-Grenzerliteratur (60er Jahre).

"An dieser unscheinbaren Linie in der Landschaft endet also fast alle Macht zweier riesiger Macht- und Militärblocks."
"Ausgerechnet solch grüne Jungs wie wir sollen sicherstellen, daß hier vorne nichts passiert." Grenzer "Elvis", Silkerode 1987

1996 habe ich einen "Republikflüchtigen" näher kennengelernt, der 1986 festgenommen wurde, als er ratlos vorm GSZ verharrte. 9 Monate Jugendknast. Wir haben viel über die Grenze geredet, denn ich war über Jahre an seiner Pflege beteiligt, als er an einer üblen Krankheit, die ihm keine Chance ließ, zugrunde ging. Das Sterben ist auch eine Grenze, ein unausweichlicher "Todesstreifen", für uns alle, egal, wie wir es anstellen.

"Leben braucht Werte / Freiheit braucht Wurzeln" Inschrift auf dem Friedhof Bockelnhagen

Unbedingt ergänzen muß ich zu diesen Zeilen, daß ich 1987/88 an der Grenze eingesetzt war, also zu Zeiten, in denen Minen und Selbstschußanlagen zurückgebaut waren, und ich mir ernsthaft eine spätere Jugendtourist-Reise in "den Westen" vorstellen konnte.

Fortsetzung möglich.
Jetzt werde ich erst mal "an der Karte" weiterarbeiten.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
RudiEK89, LO-Wahnsinn, Schreiber, gitarre52 und Ameise haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.01.2014 18:46 | nach oben springen

#18

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 18.01.2014 16:20
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Kompaniechef, der "Sackstand" sehr weitgehend unterdrückte

Ich habe versucht mit Hilfe eines weiteren Forumteilnehmers Kontakt herzustellen.
Mal sehen, ob sich Herr Ur... meldet.

Ich freue mich schon auf deine Fortsetzung.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Batrachos hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 18.01.2014 20:13
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Harzstreuner,
das finde ich mal ganz große Klasse, die Art von Deinen Empfindungen zu berichten. Mal nicht die Fortführung des "Kalten Krieges", sondern eine nüchtern wiedergegebene Darstellung. Ich persönlich freue mich schon auf die Fortsetzung.

mfG U.


LO-Wahnsinn und Hansteiner haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 18.01.2014 20:59
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von Grauer im Beitrag #19
Hallo Harzstreuner,
das finde ich mal ganz große Klasse, die Art von Deinen Empfindungen zu berichten. Mal nicht die Fortführung des "Kalten Krieges", sondern eine nüchtern wiedergegebene Darstellung. Ich persönlich freue mich schon auf die Fortsetzung.

mfG U.


Da schliesse ich mich gerne an, hast Du toll geschrieben @Harzstreuner


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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