#41

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 08:01
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo an alle!
In der besagten Radiosendung wird ja sogar davon gesprochen, dass der Major P. einen Gefreiten während des Grenzdienstes!!!, vergewaltigt haben soll. Also nicht nur eine "harmlose" sexuelle Belästigung. Sondern ein Verbrechen! Angeblich hätte das Opfer seinem Vater, einem höheren Stasi-Offizier, von der Tat erzählt. Deshalb sei Major P., unter dem Vorwand der Übernahme einer höheren Aufgabe, von seinem Posten als KC abgelöst worden.
Mir erscheint die Vergewaltigungsgeschichte arg an den Haaren herbeigezogen. Und noch dazu voller Klischees. Unter dem Motto: wäre das einem anderen Soldaten passiert, dessen Vater nicht bei der Stasi war, hätte kein Hahn danach gekräht.
Der Vorwurf der sexuellen Belästigung an sich ist schon schlimm genug! Sollte das tatsächlich nur ein vorgeschobener Grund gewesen sein um den durchgeknallten Major P. von seinem Posten, auf dem er Verantwortung über junge Menschen trug, abzuziehen, dann wäre das der makabere Schlusspunkt, eines ohnehin makaberen Trauerspiels!
Aber was wäre die andere Alternative gewesen? Das bisherige Verhalten des Majors anzuprangern, vor allen Bediensteten auszuwerten und den Kerl angemessen bestrafen?
Theoretisch ja! Praktisch jedoch unmöglich! Weil damit das Prinzip der Grenzsicherung, inklusive des Schusswaffengebrauchs gegen flüchtige Personen an sich, offen zur Disposition gestellt worden wäre. So etwas konnte und wollte sich die Grenztruppenführung nicht leisten.
Mich überrascht es nicht, dass der Major P. die Todesschüsse auch noch viele Jahre später verteidigte. Solch ein verbohrtes Verhalten findet man bei vielen ehemaligen Militärs. Dahinter steckt meines Erachtens die Unfähigkeit sich selbst gegenüber einzugestehen, viele Jahre des Lebens einer letztendlich unsinnigen, verbrecherischen Sache geopfert zu haben. Und, nicht zuletzt, selbst zum Verbrecher geworden zu sein.
Es ist schon traurig, wenn man, am Ende des Lebens, solch eine Bilanz ziehen muss.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Harsberg, linamax, Lutze, thomas 48, josy95 und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#42

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 08:42
von SET800 | 3.090 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #38

Schau Dir die Statistiken an wie viele Arbeitnehmer kaputt gemacht werden, Burnout ist mit der größte Anteil derer die in EU Rente gehen.



XXXXXXX



zuletzt bearbeitet 19.12.2013 09:11 | nach oben springen

#43

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 08:48
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #41
Hallo an alle!
In der besagten Radiosendung wird ja sogar davon gesprochen, dass der Major P. einen Gefreiten während des Grenzdienstes!!!, vergewaltigt haben soll. Also nicht nur eine "harmlose" sexuelle Belästigung. Sondern ein Verbrechen! Angeblich hätte das Opfer seinem Vater, einem höheren Stasi-Offizier, von der Tat erzählt. Deshalb sei Major P., unter dem Vorwand der Übernahme einer höheren Aufgabe, von seinem Posten als KC abgelöst worden.
Mir erscheint die Vergewaltigungsgeschichte arg an den Haaren herbeigezogen. Und noch dazu voller Klischees. Unter dem Motto: wäre das einem anderen Soldaten passiert, dessen Vater nicht bei der Stasi war, hätte kein Hahn danach gekräht.
Der Vorwurf der sexuellen Belästigung an sich ist schon schlimm genug! Sollte das tatsächlich nur ein vorgeschobener Grund gewesen sein um den durchgeknallten Major P. von seinem Posten, auf dem er Verantwortung über junge Menschen trug, abzuziehen, dann wäre das der makabere Schlusspunkt, eines ohnehin makaberen Trauerspiels!
Aber was wäre die andere Alternative gewesen? Das bisherige Verhalten des Majors anzuprangern, vor allen Bediensteten auszuwerten und den Kerl angemessen bestrafen?
Theoretisch ja! Praktisch jedoch unmöglich! Weil damit das Prinzip der Grenzsicherung, inklusive des Schusswaffengebrauchs gegen flüchtige Personen an sich, offen zur Disposition gestellt worden wäre. So etwas konnte und wollte sich die Grenztruppenführung nicht leisten.
Mich überrascht es nicht, dass der Major P. die Todesschüsse auch noch viele Jahre später verteidigte. Solch ein verbohrtes Verhalten findet man bei vielen ehemaligen Militärs. Dahinter steckt meines Erachtens die Unfähigkeit sich selbst gegenüber einzugestehen, viele Jahre des Lebens einer letztendlich unsinnigen, verbrecherischen Sache geopfert zu haben. Und, nicht zuletzt, selbst zum Verbrecher geworden zu sein.
Es ist schon traurig, wenn man, am Ende des Lebens, solch eine Bilanz ziehen muss.

Gruß Uwe



Bravo, Uwe,

Du hast es sehr gut formuliert. Es muss wirklich extrem schlimm sein, dies festzustellen, aber ich behaupte - es gibt 1000 Ausflüchte und 1000 Gründe für solche Leute, die Sinnlosigkeit nicht festzustellen, und sei es nur, dass sie sagen, sie hätten mitgewirkt, den Frieden zu erhalten. Dabei haben wir da doch im Spiel der Großmächte keine Rolle gespielt. Menschlich gesehen ist dieses Festhalten an den alten Idealen des Arbeitslebens dieser Militärs doch beinahe verständlich und sollte man da, um den Kreis zum Titel des Threads wieder zu schließen, nicht auch psychologische Hilfe anbieten?


ABV und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 09:02
von berlin3321 | 2.513 Beiträge

Zitat
Eignet sich also ganz gut um einen Krankheitsgewinn einzufahren.



Merkst Du eigentlich die Einschläge noch? Geht´s noch tiefer unter die Gürtellinie? Selten jemanden erlebt der derart verbohrt ist, der alles in Frage stellt und schön redet.

Wo ist hier der Kotzsmily?

Ich wünsche es dir von Herzen, dass Du nie in eine Situation kommst in der Du psychologische Hilfe benötigst. Diese Behauptung ist ein Schlag ins Gesicht all derer die damit in EU Rente gehen mussten. Lt Deiner Argumentation alles Simulanten und arbeitscheues Gesindel?

Dreck der es nicht verdient? Wenn wir schon dabei sind, dass Fatique Syndrom ist noch besser zur EU Rente geeignet.

Ich könnten den ganzen Tag kotzen.........sei froh, wenn Du gesund bist. Pfui Deibel.

Berlin (ohne MfG)


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#45

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 09:05
von berlin3321 | 2.513 Beiträge

Zitat
um den Kreis zum Titel des Threads wieder zu schließen, nicht auch psychologische Hilfe anbieten?



Ja, sollte man. Nur bringt das nicht (wie auch bei manchem User) wenn die Bereitschaft nicht da ist und der Betroffene die Hilfe innerlich ablehnt.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#46

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 09:06
von furry | 3.562 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #42
Hallo,
eine manchen unschön vorkommende mögliche Erklärung: "burnout" lässt sich weder mit Blutbild, Atemvolumen-Test, Belastungs-EKG, Kernspin oder Röntgenaufnahmen sicher ausschließen..... Eignet sich also ganz gut um einen Krankheitsgewinn einzufahren.



Demzufolge ist alles was mit den z.Z. vorhandenen Möglichkeiten nicht mess- oder nicht darstellbar ist, nicht vorhanden.
Irgendwie verdammt, wenn überhaupt, kurz gedacht.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#47

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 09:09
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht. Aber: ich fürchte, dass die Masse der Betroffenen diese Hilfe vehement ablehnen würde! Weil das ja ein erstes Eingeständnis des Versagens wäre. Solange es an innerer Einsicht fehlt, wäre selbst die beste psychologische Hilfe unwirksam.
Dessen ungeachtet hätte es solche Angebote, für ehemalige "Staatsbedienstete der DDR", gegen müssen. Denn viele sind gerade nicht mit den Veränderungen klar gekommen und regelrecht daran zerbrochen.
Mir fällt da spontan das Beispiel eines früheren MfS-Mitarbeiters aus der KD Seelow ein. Der Mann hatte schon Ende Oktober 1989, das bevorstehende endgültige Aus der DDR vorausgesagt. " Weil die Karre so tief im Dreck steckt, dass sie keiner mehr herausbekommt". Ein Zustand, den er und andere aus der Dienststelle, bereits seit Jahren haben kommen sehen. Nach der Auflösung der KD ist er sofort aus der SED ausgetreten. Weil er einfach mit dem " ganzen Mist" nichts mehr zu tun haben wollte. Ihm gelang es auch, recht schnell wieder eine Arbeit zu finden. Als Kraftfahrer in einem Betrieb. Trotzdem ist der danach in den Alkohol abgerutscht. Weil er einfach nicht damit zu Recht kam, Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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Speedbus und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 09:25
von berlin3321 | 2.513 Beiträge

@ SET 800:

Absolut OT:

Du meinst mit anderen Worten, die an Fatique Syndrom leidenden MS- und Krebspatienten spinnen, weil ist ja nicht messbar?

Den Krebspatienten wird Zyostatika durch die Venen gepumpt, sie werden mit Isotronen und Neutronen und was weiß ich noch alles, beschossen mit dem Ziel, dass schnell teilende Zellen absterben. Durch absterben der Zellen entstehen Gifte im Körper, zum anderen werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen.

Es ist unbekannt warum es bei dieser Behandlungsmethode zum Fatique Syndrom kommt.

Und Du behauptest nun die vollen einen Gewinn aus ihrer Krankheit ziehen? Na super.

Ich würde gern mit Dir tauschen und wieder arbeiten, meine Frau sicher auch. Denn die hat noch 6 Monate zu leben.

Pfui Deibel.

Berlin

Edit: Ergänzt


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 19.12.2013 09:30 | nach oben springen

#49

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 10:31
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #48
@ SET 800:

Absolut OT:

Du meinst mit anderen Worten, die an Fatique Syndrom leidenden MS- und Krebspatienten spinnen, weil ist ja nicht messbar?

Den Krebspatienten wird Zyostatika durch die Venen gepumpt, sie werden mit Isotronen und Neutronen und was weiß ich noch alles, beschossen mit dem Ziel, dass schnell teilende Zellen absterben. Durch absterben der Zellen entstehen Gifte im Körper, zum anderen werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen.

Es ist unbekannt warum es bei dieser Behandlungsmethode zum Fatique Syndrom kommt.

Und Du behauptest nun die vollen einen Gewinn aus ihrer Krankheit ziehen? Na super.

Ich würde gern mit Dir tauschen und wieder arbeiten, meine Frau sicher auch. Denn die hat noch 6 Monate zu leben.

Pfui Deibel.

Berlin

Edit: Ergänzt



@Berlin,

hast Du nicht schon genug Kummer und Elend an der Backe, musst Du nun auch noch versuchen, solch einen User ernst zu nehmen, dabei schadest Du Dir doch nur. Lass den doch quaken, es ist eh nur dummes Zeug.
Ich wünsche Dir, dass Du diese verdammt harte Zeit anständig überstehst und wenigstens noch diese Zeit für Deine Frau voll da bist. Lass Dich nicht unterkriegen und vor allem, lass Dich nicht nerven, hast so schon genug..
Dir trotzt allem ein, unter diesen Umständen angenehmes und so schön als es eben möglich ist, friedliches Weihnachtsfest zu wünschen, ist mir eine Herzensangelegenheit, Berlin...

der Rüganer


Rothaut hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 10:39
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #47
Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht. Aber: ich fürchte, dass die Masse der Betroffenen diese Hilfe vehement ablehnen würde! Weil das ja ein erstes Eingeständnis des Versagens wäre. Solange es an innerer Einsicht fehlt, wäre selbst die beste psychologische Hilfe unwirksam.
Dessen ungeachtet hätte es solche Angebote, für ehemalige "Staatsbedienstete der DDR", gegen müssen. Denn viele sind gerade nicht mit den Veränderungen klar gekommen und regelrecht daran zerbrochen.
Mir fällt da spontan das Beispiel eines früheren MfS-Mitarbeiters aus der KD Seelow ein. Der Mann hatte schon Ende Oktober 1989, das bevorstehende endgültige Aus der DDR vorausgesagt. " Weil die Karre so tief im Dreck steckt, dass sie keiner mehr herausbekommt". Ein Zustand, den er und andere aus der Dienststelle, bereits seit Jahren haben kommen sehen. Nach der Auflösung der KD ist er sofort aus der SED ausgetreten. Weil er einfach mit dem " ganzen Mist" nichts mehr zu tun haben wollte. Ihm gelang es auch, recht schnell wieder eine Arbeit zu finden. Als Kraftfahrer in einem Betrieb. Trotzdem ist der danach in den Alkohol abgerutscht. Weil er einfach nicht damit zu Recht kam, Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Denke,
es gab Menschen,die hätten eher psychologische Hilfe benötigt.

seaman


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#51

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 11:11
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #47
Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht.(...)Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe

Und wie hätte das geschehen sollen? Sofern der Vorwurf der "sozialistische Vorbelastung" Grund für die Abneigung und den Hass der Verwandten und Bekannten ist, wie soll man damit umgehen? Mit der Rolle des Sündenbocks zu leben, ist nicht einfach, besonders dann wenn man nach reiflicher Prüfung der eigenen Vergangenheit zum Schluss kommt, dass man durch seine eigene konkrete Tätigkeit weder subjektiv noch objektiv eine Schuld an den Verbrechen trägt, die sich im Auftrag oder mit Duldung des "Systems" ereignet haben.
Theo


ABV und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 12:09
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #51
Zitat von ABV im Beitrag #47
Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht.(...)Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe

Und wie hätte das geschehen sollen? Sofern der Vorwurf der "sozialistische Vorbelastung" Grund für die Abneigung und den Hass der Verwandten und Bekannten ist, wie soll man damit umgehen? Mit der Rolle des Sündenbocks zu leben, ist nicht einfach, besonders dann wenn man nach reiflicher Prüfung der eigenen Vergangenheit zum Schluss kommt, dass man durch seine eigene konkrete Tätigkeit weder subjektiv noch objektiv eine Schuld an den Verbrechen trägt, die sich im Auftrag oder mit Duldung des "Systems" ereignet haben.
Theo


Jemand, der solchermaßen seine Vergangenheit reflektiert hat, braucht fast keinen Psychologen mehr oder vielleicht einen dazu, der ihm hilft das verkehrte "Sündebockgefühl" loszuwerden. Heißt, sich trennen von Leuten, die ihm dieses Gefühl vermitteln, und wenn es der engster Familienkreis ist. Und sich dann Menschen suchen, die sich ebenfalls auseinandersetzen, zuhören, Verständnis und Akzeptanz haben - z.B. in einem Internet-Forum?

Uwes Beispiel oben beschreibt ja jemanden, der meint, Zeit seines Lebens vergeudet zu haben und darüber so in Verzweiflung gerät, dass er dem Alkohol das Feld überlässt. Hier wäre sicherlich ein psychologische Betreuung sehr angebracht und wichtig gewesen. Denn ich persönlich glaube, dass das Gefühl von Unsinnigkeit am schwersten im Leben auszuhalten ist.
Das Leben ist in jeder Sekunde etwas wert, auch mit 60 Jahren. Versagen und Irrtümer der Vergangenheit müssen nicht das ganze weitere Leben bestimmen.
Reden, reden, reden, sich alles von der Seele reden in einem vertrauten und geschützten Umfeld und jemanden der einem hilft, das innere Chaos zu ordnen, so dass man immer nochmal neu anfangen kann. Das hätte dieser Mann nämlich mit Sicherheit gekonnt, hätte er die entsprechende psych. Begleitung gehabt.
.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 12:12
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #51

Gruß Uwe

Und wie hätte das geschehen sollen? Sofern der Vorwurf der "sozialistische Vorbelastung" Grund für die Abneigung und den Hass der Verwandten und Bekannten ist, wie soll man damit umgehen? Mit der Rolle des Sündenbocks zu leben, ist nicht einfach, besonders dann wenn man nach reiflicher Prüfung der eigenen Vergangenheit zum Schluss kommt, dass man durch seine eigene konkrete Tätigkeit weder subjektiv noch objektiv eine Schuld an den Verbrechen trägt, die sich im Auftrag oder mit Duldung des "Systems" ereignet haben.
Theo[/quote]



Theo,
der Vorwurf der "sozialistischen Vorbelastung", was soll dies sein?
Ich denke eher, in dem Beispiel von Uwe wurde dem Mann der Vorwurf, Mitarbeiter des MfS gewesen zu sein, zum Verhängnis und wenn er denn mit voller Überzeugung da tätig war, dann ist für ihn schon etwas weggebrochen, was mal der Inhalt seines Lebens gewesen ist.
Und dieses Wegbrechen des Lebensinhaltes, dies kann man doch psychologisch betreuen, mit ihm einen anderen Lebensinhalt suchen, ihn dabei begleiten usw., wenn er denn will....
Soz. Vorbelastung per se, ist keinem dergestalt angelastet worden, dass er sich umbringen musste.
Ich kenne ein Dutzend NVA- Offiziere, ab Hauptmann aufwärts, die erfolgreich neu gestartet sind und die ihre sozialistische Überzeugung nicht über Bord geworfen haben, trotzdem aber knallharte Geschäftsleute geworden sind. Sicher sind sie zu Anfang ihrer neuen Tätigkeit wieder Klinken putzen gegangen und wenn der ehemalige Genosse Oberstleutnant von Firma zu Firma lief und Werbeartikel feil geboten hat, dann hat er sich keinen Zacken aus der imaginären Krone gebrochen, sondern seine Firma aufgebaut, von der heute die ganze Familie exzellent leben kann.
Nur man muss eben etwas tun und nicht mehr auf Befehle von irgendwo warten...
Und nur zu klagen, dass nun alles was man im Leben als Sinn hatte, weggebrochen ist, dies hilft garantiert nicht weiteer, auch mit der besten Betreuung nicht.


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#54

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 12:29
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #52
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #51
[quote=ABV|p314873]Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht.(...)Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Reden, reden, reden, sich alles von der Seele reden in einem vertrauten und geschützten Umfeld und jemanden der einem hilft, das innere Chaos zu ordnen, so dass man immer nochmal neu anfangen kann.



Barbara,
so ist die Theorie......
Die Praxis war anders.

seaman


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#55

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 12:41
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #54
Zitat von Barbara im Beitrag #52
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #51
[quote=ABV|p314873]Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht.(...)Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Reden, reden, reden, sich alles von der Seele reden in einem vertrauten und geschützten Umfeld und jemanden der einem hilft, das innere Chaos zu ordnen, so dass man immer nochmal neu anfangen kann.



Barbara,
so ist die Theorie......
Die Praxis war anders.

seaman




Erläutere deinen Einwand bitte mal ein wenig.
.


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#56

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 12:47
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #50
Zitat von ABV im Beitrag #47
Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht. Aber: ich fürchte, dass die Masse der Betroffenen diese Hilfe vehement ablehnen würde! Weil das ja ein erstes Eingeständnis des Versagens wäre. Solange es an innerer Einsicht fehlt, wäre selbst die beste psychologische Hilfe unwirksam.
Dessen ungeachtet hätte es solche Angebote, für ehemalige "Staatsbedienstete der DDR", gegen müssen. Denn viele sind gerade nicht mit den Veränderungen klar gekommen und regelrecht daran zerbrochen.
Mir fällt da spontan das Beispiel eines früheren MfS-Mitarbeiters aus der KD Seelow ein. Der Mann hatte schon Ende Oktober 1989, das bevorstehende endgültige Aus der DDR vorausgesagt. " Weil die Karre so tief im Dreck steckt, dass sie keiner mehr herausbekommt". Ein Zustand, den er und andere aus der Dienststelle, bereits seit Jahren haben kommen sehen. Nach der Auflösung der KD ist er sofort aus der SED ausgetreten. Weil er einfach mit dem " ganzen Mist" nichts mehr zu tun haben wollte. Ihm gelang es auch, recht schnell wieder eine Arbeit zu finden. Als Kraftfahrer in einem Betrieb. Trotzdem ist der danach in den Alkohol abgerutscht. Weil er einfach nicht damit zu Recht kam, Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Denke,
es gab Menschen,die hätten eher psychologische Hilfe benötigt.

seaman




Wer und aus welchen Gründen?
.


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#57

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 13:13
von berlin3321 | 2.513 Beiträge

@ Rüganer: Danke für Deine Worte, es wird schon...... und weglaufen kann ich davor nicht und will ich auch nicht.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#58

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 13:17
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #56
Zitat von seaman im Beitrag #50
Zitat von ABV im Beitrag #47
Hallo Rüganer!
Solchen Menschen psychologische Hilfe anzubieten, die sie unzweifelhaft bitter nötig haben, wäre mehr als angebracht. Aber: ich fürchte, dass die Masse der Betroffenen diese Hilfe vehement ablehnen würde! Weil das ja ein erstes Eingeständnis des Versagens wäre. Solange es an innerer Einsicht fehlt, wäre selbst die beste psychologische Hilfe unwirksam.
Dessen ungeachtet hätte es solche Angebote, für ehemalige "Staatsbedienstete der DDR", gegen müssen. Denn viele sind gerade nicht mit den Veränderungen klar gekommen und regelrecht daran zerbrochen.
Mir fällt da spontan das Beispiel eines früheren MfS-Mitarbeiters aus der KD Seelow ein. Der Mann hatte schon Ende Oktober 1989, das bevorstehende endgültige Aus der DDR vorausgesagt. " Weil die Karre so tief im Dreck steckt, dass sie keiner mehr herausbekommt". Ein Zustand, den er und andere aus der Dienststelle, bereits seit Jahren haben kommen sehen. Nach der Auflösung der KD ist er sofort aus der SED ausgetreten. Weil er einfach mit dem " ganzen Mist" nichts mehr zu tun haben wollte. Ihm gelang es auch, recht schnell wieder eine Arbeit zu finden. Als Kraftfahrer in einem Betrieb. Trotzdem ist der danach in den Alkohol abgerutscht. Weil er einfach nicht damit zu Recht kam, Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Denke,
es gab Menschen,die hätten eher psychologische Hilfe benötigt.

seaman




Wer und aus welchen Gründen?
.


Reden ,reden bedeutet doch,dass man sich austauschen kann.
Im vertrauten Umfeld,mit Freunden oder Verwandten.Das hatte nicht jeder.
Im Gegenteil,persönliche Strukturen brachen weg,binnen Stunden.Beruflich und privat incl.physischer Bedrohungen.
Mit einer selbst geknüpften Schlinge am Gefängnisgitter in der Nacht denkt man nicht an psychologische Betreuung.Gab es die damals überhaupt in der Form?
seaman


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#59

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 13:29
von SET800 | 3.090 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #44

Zitat
Eignet sich also ganz gut um einen Krankheitsgewinn einzufahren.


Lt Deiner Argumentation alles Simulanten und arbeitscheues Gesindel?





Genau das gibt mein Satz, mein Beitrag weder logisch noch zwischen den Zeilen her.

Eignet sich ganz gut ist NICHT die Aussage alles Simulanten.

Anders betrachtet, wenn jeder Chirurg nach einem Existus auf dem Tisch den Beruf aufgeben würde hätten wir keine Chirurgen mehr, und der Beruf des Feuerwehrmannes oder Bestatter hätte auch massive Personallücken. Denke auch an leitende Mineure im Tunnelbau,, Steiger im Bergbau und Grubenwehrler. Es gibt viele Bereich in den leider es Todesfälle nach Entscheidungen gab die ohne Schuld nach besten Wissen gefällt wurden, es aber zum Beruf gehört das mit Stärke zu tragen..



zuletzt bearbeitet 19.12.2013 13:38 | nach oben springen

#60

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 13:46
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von SET800 im Beitrag #59
Zitat von berlin3321 im Beitrag #44

Zitat
Eignet sich also ganz gut um einen Krankheitsgewinn einzufahren.


Lt Deiner Argumentation alles Simulanten und arbeitscheues Gesindel?





Genau das gibt mein Satz, mein Beitrag weder logisch noch zwischen den Zeilen her.

Eignet sich ganz gut ist NICHT die Aussage alles Simulanten.

Anders betrachtet, wenn jeder Chirurg nach einem Existus auf dem Tisch den Beruf aufgeben würde hätten wir keine Chirurgen mehr, und der Beruf des Feuerwehrmannes oder Bestatter hätte auch massive Personallücken. Denke auch an leitende Mineure im Tunnelbau,, Steiger im Bergbau und Grubenwehrler. Es gibt viele Bereich in den leider es Todesfälle nach Entscheidungen gab die ohne Schuld nach besten Wissen gefällt wurden, es aber zum Beruf gehört das mit Stärke zu tragen..




Mit anderen Worten - wenn Grenzsoldat xyz im Dienst an der Staatsgrenze der souveränen DDR als letztes Mittel um den Facharbeiter uvw im Staat zu behalten, den uvw erschossen hat, dann muss er das auch mit Stärke tragen... genauso souverän wie sein Staat es trug... der vertuschte es, nur Soldat xyz konnte nichts vertuschen, dem kamen nachts die Gespenster oder sonstwas...

SET800, du hast eine ganz seltsame Einstellung zu Menschen und eine ganz vorbildliche zur DDR und deren Machterhalt... Willst Du noch einen Orden oder warum trittst du hier so zynisch in Erscheinung, dass dein Posting schon ein Moderator löschen muss, weil es eine Beleidigung kranker Menschen darstellt?


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