#41

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 16:18
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
Überstunden waren kein Problem und man war nach der Arbeit [........] ausgeruht genug war, um mit privaten Initiativen noch mal voll durchzustarten



Sorry, machst Du Dir da nicht was vor?

Nur mal etwas aus "meinem Wessileben": 8 Std ganz normal abgerissen und dann noch 10- 12 Std mit dem LKW von HH nach Essen oder Berlin. War alles kein Problem. Da war ich noch keine 30.

Mit Mitte 40 auch noch nicht, mit Ende 40, Anfang 50 wurden dann die Schichten (14 ! verschiedene Anfangs- und Endzeiten) + Überstunden schon manchmal zur Qual. Dazu kam bei mir eine Krankheit, die mir die EU Rente einbrachte.

Ich meine, dass die genannten privaten Initiativen ganz einfach der Jugend geschuldet waren und das nicht unbedingt den anderen Arbeitsbedingungen geschuldet waren.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#42

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 16:59
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #41

Zitat
Überstunden waren kein Problem und man war nach der Arbeit [........] ausgeruht genug war, um mit privaten Initiativen noch mal voll durchzustarten


Sorry, machst Du Dir da nicht was vor?

Nur mal etwas aus "meinem Wessileben": 8 Std ganz normal abgerissen und dann noch 10- 12 Std mit dem LKW von HH nach Essen oder Berlin. War alles kein Problem. Da war ich noch keine 30.

Mit Mitte 40 auch noch nicht, mit Ende 40, Anfang 50 wurden dann die Schichten (14 ! verschiedene Anfangs- und Endzeiten) + Überstunden schon manchmal zur Qual. Dazu kam bei mir eine Krankheit, die mir die EU Rente einbrachte.

Ich meine, dass die genannten privaten Initiativen ganz einfach der Jugend geschuldet waren und das nicht unbedingt den anderen Arbeitsbedingungen geschuldet waren.

MfG Berlin



Nein Berlin, die Belastung kommt heute beruflicherseits aus einer ganz anderen Ecke, an unregelmäßige Schichten mit open end- Charakteristik bin ich seit jeher gewöhnt und wenn überhaupt ich bei der Nachttour durch hänge, dann habe ich nach neun Stunden Anreise zum Startbahnhof Basel nochmal 3-4 h auf den Zug aus Italien warten müssen, um dann weitere 10-11 h nach Aachen zu fahren, da werden manchmal die Grenzen gezogen und früher waren es hin und wieder dichte Abfolgen der Hammerschichten mit 350 km Laufleistung im Geschwindigkeitsbereich 50, 60, 70 km/h...das alles hält sich die Waage.
Das große Problem heute sind die Jobber, Leute, die erst auf Druck der Hartzgesetze ins Arbeitsleben zurückgedrängt wurden und hier reihenweise schlapp machen, indem sie die Züge fallen lassen, wenn sie gerade keinen Bock mehr haben und trotzdem damit durchkommen, Leute die es mangels Fleiß und Durchhaltevermögen bei der DR bestenfalls zum Hemmschuhleger oder Lokwart gebracht hätten und deren Unvermögen wir echten Eisenbahner Tag für Tag ausbügeln müssen.
Aber auch die ständige Erreichbarkeit macht einen zu schaffen, Vorbereitungsarbeiten für neue Projekte von zu Hause aus und eben auch die extrem langen Arbeitswege, einhergehend mit toter Zeit zwischen den Diensten in Hotels und Pensionen fernab der Heimat, was eben nicht jedermanns Sache ist, verbunden mit der Gewissheit, daß es im Osten keine vergleichbaren beruflichen Perspektiven mehr geben wird.
Die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit merkt man an sich als Lokführer in meinem Alter noch nicht, das mag auf dem Bau oder am Hochofen anders sein, fakt ist, daß die Parameter der Jugend in meine Nachbewertung schon eingepreist sind und ich sage Dir, mit den Kollegen von damals dessen Alter ich heute habe würde ich sofort tauschen wollen, um meine Restlaufzeit bis zur Rente in der "alten" Zeit zu absolvieren.
Aber als Rentner sind wir ja wieder gleich und so nehme ich mit einem passenden Song http://www.youtube.com/watch?v=kfGDsjdc_1Q im Gepäck diese Distanz in Angriff, was bleibt mir auch, es gibt Schlimmeres, aber die DDR gehörte nicht dazu.



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zuletzt bearbeitet 24.11.2013 18:06 | nach oben springen

#43

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 18:34
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Moin Hackel,

ich stimme Dir uneingeschränkt zu das sich die Belastungen im Job arg geändert haaben.

Ich hatte es ja an anderer Stelle schon geschildert, 15 Jahre Kfz- Pannendienst. Der Arbeitgeber hat uns immer mehr Aufgaben gegeben aber die Arbeitszeit wird ja nicht mehr. Was blieb? Überstunden, denn die Qualität sollte ja auch nicht leiden.

Das wiederum hatte zur Folge, der Vorgesetzte stellte die Frage wo die Std. herkommen.

Insgesamt muss man sagen das sich die Arbeitswelt negativ verändert hat, insbesondere in den letzten 10 Jahren.

Erste Betriebe haben erkannt das man auch den älteren Mitarbeiter braucht und das dieser Mitarbeiter eine altersgerechte Arbeit benötigt. Die Bahn gehört leider nicht dazu.

MfG Berlin

Edit: Ergänzung


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zuletzt bearbeitet 24.11.2013 18:35 | nach oben springen

#44

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 18:55
von Vogtländer (gelöscht)
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Nun,die Bahn sucht ja.Aber die ganzen Rahmenbedingungen sinds.
Hatte mich ja in Husum beworben und war Ende September zum Gespräch.Bis jetzt keine Antwort!Laut einer Freundin von dort oben aus dem entsprechenden BR regen die Kollegen sich schon auf über die Führungsetage,sprich Personalbüro,weil Leute ja gebraucht werden,auch welche,die schon an der entsprechenden Technik dran waren und nicht mehr extra eingearbeitet werden müssen.Soweit zum Fachkräftemangel in diesem Lande und der Mehrbelastung.Und wehe,Du willst noch paar Scheine machen.Die sollen doch alle schön vonne Agentur bezahlt werden!
Ps:
Es suchen ja nicht nur die DB,auch bei den Privaten schlägt man zumTeil die Hände übern Kopp zusammen und sagt sich: Chaosland Deutschland!


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zuletzt bearbeitet 24.11.2013 18:57 | nach oben springen

#45

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 19:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #44
Nun,die Bahn sucht ja.Aber die ganzen Rahmenbedingungen sinds.
Hatte mich ja in Husum beworben und war Ende September zum Gespräch.Bis jetzt keine Antwort!Laut einer Freundin von dort oben aus dem entsprechenden BR regen die Kollegen sich schon auf über die Führungsetage,sprich Personalbüro,weil Leute ja gebraucht werden,auch welche,die schon an der entsprechenden Technik dran waren und nicht mehr extra eingearbeitet werden müssen.Soweit zum Fachkräftemangel in diesem Lande und der Mehrbelastung.Und wehe,Du willst noch paar Scheine machen.Die sollen doch alle schön vonne Agentur bezahlt werden!
Ps:
Es suchen ja nicht nur die DB,auch bei den Privaten schlägt man zumTeil die Hände übern Kopp zusammen und sagt sich: Chaosland Deutschland!


Zwar sind wir im Moment auf einer Umleitung unterwegs aber gerade die DB als Staatsbetrieb spiegelt die Arbeitskultur dieser Republik wider, es wird mit Ängsten und Szenarien jongliert um das Personal zum Zwecke der verschärften Ausbeutung gefügig zu machen.
Als Kulisse dienen die weitgehend machtlosen und (mit Kündigungsschutz und regelmäßigen Freistellungen) gleichgeschalteten Betriebsräte, die man inzwischen mit dem FDGB als angeblichen Interessenvertreter der DDR- Werktätigen bezüglich ihrer formalen (nämlich wertlosen) Befugnisse durchaus vergleichen kann.
Die Leistungsbemessung der Bahn kann von einer Woche auf die andere entsprechend der notwendigen Argumentationsstrategie mittels Produktionsverschiebungen (Leipziger Personal fährt verstärkt nach Nürnberg...das Nürnberger nicht mehr nach Leipzig sondern nach München usw.) beliebig manipuliert werden, das Spiel ist längst durchschaut allein die Manager im fernen Sonytower glauben, daß man auf die Strategie der Bahn überhaupt noch einen Pfifferling setzt aber sie ist eben auch ein Spiegel dieser verkommenen Wirtschaftswelt und das wirklich Schlimme daran ist, daß der Staat alleiniger Herrscher über das Bahnunwesen ist und keinen Ausweg mehr kennt.
So wie es im Moment aussieht, könnte es sogar einen politischen Auftrag zur Zerstörung der Bahn geben, amerikanische Verhältnisse sind schließlich auch anderswo schon in Mode gekommen, wo es darum ging Daseinsfürsorge des Staates zurückzubauen, das geht hier aber zu weit.
Im Moment sind mal wieder ein paar Brücken marode und die weihnachtliche Betteltour zu den Steuerzahlern kann wieder beginnen.
Aber vielleicht sind ja einstürzende Brücken in den Westen nicht mal das Schlimmste, was uns passieren könnte, dann können die ostdeutschen Eisenbahnlegionäre dort nicht mehr die Preise versauen.



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#46

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 21:31
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #43
Moin Hackel,

ich stimme Dir uneingeschränkt zu das sich die Belastungen im Job arg geändert haaben.

Ich hatte es ja an anderer Stelle schon geschildert, 15 Jahre Kfz- Pannendienst. Der Arbeitgeber hat uns immer mehr Aufgaben gegeben aber die Arbeitszeit wird ja nicht mehr. Was blieb? Überstunden, denn die Qualität sollte ja auch nicht leiden.

Das wiederum hatte zur Folge, der Vorgesetzte stellte die Frage wo die Std. herkommen.

Insgesamt muss man sagen das sich die Arbeitswelt negativ verändert hat, insbesondere in den letzten 10 Jahren.

Erste Betriebe haben erkannt das man auch den älteren Mitarbeiter braucht und das dieser Mitarbeiter eine altersgerechte Arbeit benötigt. Die Bahn gehört leider nicht dazu.

MfG Berlin

Edit: Ergänzung




Ja was soll's Normerhöhungen durch die Hintertür mit dem einzigen Unterschied zu '53, daß sie nicht als Parteibeschluß daherkamen und es heute keinen Westen mehr gibt, in den man flüchten könnte.
Zum Glück haben wir den Vorteil, daß wir unsere Arbeitszeit sehr wohl dem Einkommen anpassen (strecken) könnten, sollte der Arbeitgeber die 10:45 h- Kalkulation eines Transitzuges mit 600 km Laufweg durch Deutschland von der Planvorgabe reduzieren wollen, dazu braucht es weder Proteste noch Gewerkschaften erst recht nicht, wenn man von vornherein schon einen Arbeitgeber hat, der so seriös ist, das gar nicht erst zu versuchen, weil er unsere Arbeit im Gegensatz zum DB- Konzern wertschätzt.



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#47

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 21:37
von Vogtländer (gelöscht)
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Man siehts schon am Geldbeutel!


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#48

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 25.11.2013 01:25
von andyman | 1.880 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #40

Zitat
In diesem Jahr gab es über 100 Badetote an den Küsten von M-V das sagt wohl alles.


Wo hast Du denn die Zahl her?

2012 waren es nur um die 30, Bundesweit 383.

Im Mai 4 ! in der Ostsee, waren dann im Juni, Juli und August jeweils 30? die restlichen 4 im August?

Ich war im Juni und Juli an der Küste M-V und meine, es wären da 17 gewesen, bin mir aber sicher das es keine 70 waren.
Quelle:http://www.ksta.de/panorama/unfaelle-meh...4,23690360.html

MfG Berlin


Hallo.Hab ich aus einer örtlichen Zeitung,nach Recherche von mir waren es ca.20, in ganz M-V viel mehr aber da sind auch alle anderen Gewässer dabei.http://www.focus.de/panorama/welt/freize...id_1097902.html
Danke für die Aufmerksamkeit,ändert aber nicht die Aussage von mir Wasser hat keine Balken.LGandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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