#21

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 23.11.2013 19:06
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #20
Zitat von Lutze im Beitrag #11
Zitat von Arnstädter im Beitrag #10
einen Zwang die DDR zu verlassen ? Ich denke mal ,ein Großteil der flüchteten war doch auch durch die Verblendung
der westdeutschen Medien geschuldet.

damals wie heute - das eine Waschpulver wäscht nicht weißer als das andere. -
- recht haben und Recht bekommen,sind zweierlei Schuhe -

und die nicht rüber wollten,
haben sich von Karl-Eduard verblenden lassen
Lutze

@Lutze
Und die schon drüben waren haben sich vom Löwenthal verblenden lassen!


ja,der Karl-Eduard von Schn.......
wie hieß der weiter?,da war mein Fernseher schon aus
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#22

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 23.11.2013 19:07
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Du bist aber früh schlafen gegangen,oder war die Wohnung kalt?


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#23

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 23.11.2013 19:18
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #22
Du bist aber früh schlafen gegangen,oder war die Wohnung kalt?

Was heißt früh? Karl (Edi) kam nach der Sendung "Aus alten Filmen" Ca.21.20 h


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#24

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 23.11.2013 19:39
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #22
Du bist aber früh schlafen gegangen,oder war die Wohnung kalt?

wie kommst du auf eine kalte Wohnung?
Lutze


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#25

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 23.11.2013 19:57
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Es gibt leider nur wenige ehrliche und schlüssige Antworten darauf, ob man nach dem Verlassen der DDR auch tatsächlich den Fluchtinstinkt, gespeist aus Rastlosigkeit, Freiheitsdrang, Neugier, Konsumdenken oder was auch immer abgelegt hat oder ob er möglicherweise sogar angeboren ist, was man bei zahlreichen "Auf- Und- Davon" - Serien fast schon annehmen könnte.
Wieviele von den Geflüchteten sind auch wirklich in der neuen Heimat bedingungslos glücklich geworden, bzw. war das gefundene Glück ursächlich nur im Kapitalismus zu haben, war die grenzenlose Freiheit die einzige bzw. wichtigste Vorbedingung für eine stark verbesserte Lebensperspektive oder hätte man durch den Neuanfang in einer anderen DDR- Stadt das Gleiche erreicht und hat es eben deshalb nicht ausgereicht, weil man in einer solchen Stadt im Gegensatz zum Westen die Biografie nicht einfach abschütteln konnte wie einen Fladen Dreck am Gummistiefel.
Ich kann nur auf Basis eines guten Bekannten aus dem Kinderkurheim Kraushübel (M.- Rautenkranz), mit dem ich bis vor wenigen Jahren noch Kontakt hatte und zweier Autobiografien ( S. Schädlich, K. Aehnlich) eine vorsichtige Wertung dieser konkreten Personen wagen und bei allen kommt genau das zum Ausdruck, was ich einen angeborenen Fluchtinstinkt oder zumindest eine angeborene diffuse Rastlosigkeit nennen würde.
Jene Protagonistin ("Wenn die Wale an Land gehen") begab sich auf die Suche nach einer alten Liebe ins ferne New York, beschrieb dort das relative (materielle) Elend in dem jene Musikerbekanntschaft aus alten Tagen, die schon zur Vorwendezeit in die BRD geflüchtet war (ohne Bescheid zu sagen) mit seinem lockeren Bekanntenkreis lebte (...jemand aus dem Haus brachte immer mal Essen rauf...ansonsten lebte man von der Hand in den Mund...von Wohlstand keine Spur...normale Wohnungen sind unbezahlbar dort usw.).
Es gab dort eben alles was man 1985 in Leipzig Connewitz auch hätte haben können, nur eben in Freiheit.

Und genau so etwas erschließt sich mir nicht, hat man verdrängt warum man einst mal geflüchtet war, ist die innere Enttäuschung so riesig, daß man sie gar nicht mehr zum Ausdruck bringen kann oder ist mein Horizont des geradlinigen, disziplinierten und bedingungslos vertragstreuen Ex- Genossen dermaßen beschränkt, daß er zwischen den Zeilen gar nichts mehr zu lesen vermag ?

Die Geschichte mit dem Ex- Kameraden aus dem Kurheim in Siegmund Jähns Heimatort ist relativ ähnlich, er schwärmte in seiner DDR- Zeit immer davon, daß Sangerhausen bald Großstadt werden würde und dann alles viel lebendiger werden soll, daß er sich schon auf seine Ausflüge zum Motocross in die CSSR freute und wo er wieder auf Weiberjagd zu gehen gedachte in nächster Zukunft, der war das komplette Gegenteil von mir aber trotz allem ein guter Freund, mit dem man tiefgründige Gespräche führen konnte und der meinen Horizont doch ein klein wenig erweitern konnte.
Irgendwann als Hackel schon Genosse war kam nach langer Zeit Post aus Westberlin und wir schrieben uns noch jahrelang ellenlange Briefe aber zu einem Wiedersehen ist es nie mehr gekommen, der Alltag hatte alles überrollt, ich glaube aber ich war dran mit Schreiben, es ist aber nie wieder zu einem Treffen gekommen.
In Westberlin selbst war er wohl als Lebenskünstler unterwegs, er antwortete nur zurückhaltend auf meine Fragen nach Beruf, Familie und Co., er sei mal hier mal da, wenn ihm was gefiel jobbte er bis er keine Lust mehr hatte, er hatte eben alles, was er in der DDR nicht haben konnte und ich blieb ziemlich ratlos zurück und weiß auch nicht, ob er nun die Regel oder die Ausnahme unter den Flüchtlingen war.



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#26

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 23.11.2013 19:58
von Gelöschtes Mitglied
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Also ich kann nur dazu sagen , erst kam " Willi Schwabe " die Rumpelkammer -er im Rock mit der Laterne Fernsehen der DDR -20 Uhr Montagsabend, dann wurde die Wohnung kalt , es folgte Karl Eduard von Schni .. Der Pleitegeier auf den Ostantennen .

Der Weg in die Freiheit war für viele die es geschafft haben ,wohl nicht so einfach . Über eure Wege sollte man nicht den Stab brechen .MfG ratata


zuletzt bearbeitet 23.11.2013 20:04 | nach oben springen

#27

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 04:51
von andyman | 1.880 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #5
Man muß manchmal staunen, wie dilletantisch sich so manch ein Zeitgenosse für die Flucht über die Ostsee vorbereitet hat. Für diesen Zweck brauchte man noch nicht ein mal die Grenzbrigade Küste, sondern gut ausgebildete Rettungsschwimmer!

Gruß Hartmut!

Hallo. So isses,die Ostsee ist nun mal kein Ententeich, trotz der relativ lockeren Bewachung(hier ist nicht der grenznahe Bereich gemeint) gelang nicht vielen eine Flucht über das Meer.Warum?Sieht man sich die Erfolgsaussichten an wird die Chance es zu schaffen sehr klein(schlechtes Wetter,Kälte Wind in unberechbarer Richtung,sehr lange Distanzen,Flüchtlinge konnten auch in Sichtweite der rettenden Küste noch aufgebracht werden)außerdem schlechte Kenntnisse und Vorbereitung taten ein Übriges.In diesem Jahr gab es über 100 Badetote an den Küsten von M-V das sagt wohl alles.LGandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#28

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 05:27
von Vogtländer (gelöscht)
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Lutze,Du darfst Dir sicher sein,das nicht Sudel-Ede,sondern die holde Damenwelt und meine Eltern mich zum Dableiben verleiteten.


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#29

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 05:32
von West_Tourist (gelöscht)
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Manche mussten die DDR gegen ihren Willen verlassen. Sie hatten sich Partei und Staat angelegt. Sie waren für die DDR Staatsfeinde NR.1. Diese Leute wurden teils mit Gewalt aus der DDR abgeschoben. Im Interzonenzug im Abteil angekettet. Ander der Grenze über die Weisse Linie gejagt. Alle anderen die selbst Ausreiseanträge gestellt hatten, wollten nicht mehr in der DDR leben. Aus persönlichen, politischen und wirtschaftlichen Gründen. Ein häufiger Grund war auch Wohnungsmangel. Auf eine Plattenbauwohnung mussten sie zulange warten. Viele wollten halt die Westliche Welt, wie im Westfernsehen. Da wo die Leute auf der Strasse alle immer irgendwie Glücklich lachen. So das man davon ausging das in BRD alles besser wie in DDR ist. Da wo angeblich Milch und Honig fliessen, das Westgeld auf der Strasse liegt. Wo man sich einen Gebrauchtwagen mit einem Monatslohn kaufen konnte. Anstatt in der DDR 10 Jahre auf die Plaste zu warten. Ich habe nur ein Leben, war häufig die Aussage von Ausreisewilligen. Die Anzahl der Ausreisewilligen war in der DDR vor schon lange vor Wende bei mind. 50%. Der Partei und Staatsführung war das wohl bekannt. Vorallem die Jungen Leute wollten damals weg aus der DDR. Auch weil viele nicht zur NVA wollten. Der 18 monatige Grundwehrdienst war damals in der DDR gefürchtet .


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#30

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 05:40
von Vogtländer (gelöscht)
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Beim letzten Satz wiederspreche ich Dir.In meinem Bekannten- und Verwandtenkreis fürchtete sich keiner vor den 18 Monaten.Nicht mal ich.
Jeder (in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis) sagte sich:Wird nicht einfach undesgibt bessres,aber eins weis ich dann wenigstens!Obs mit dem Mädel was taugt.
Und so ging es vielen.


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#31

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 06:10
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #30
Beim letzten Satz wiederspreche ich Dir.In meinem Bekannten- und Verwandtenkreis fürchtete sich keiner vor den 18 Monaten.Nicht mal ich.
Jeder (in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis) sagte sich:Wird nicht einfach undesgibt bessres,aber eins weis ich dann wenigstens!Obs mit dem Mädel was taugt.
Und so ging es vielen.


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#32

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 07:30
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Auch weil viele nicht zur NVA wollten. Der 18 monatige Grundwehrdienst war damals in der DDR gefürchtet .@West Tourist

Ach das ist Quatsch Man wusste das es nun einmal Pflicht war,hüben und drüben, das man nicht begeistert war ist auch Klar. Es gehörte nun mal zum Leben dazu,und geschadet hat es keinem,mir jedenfalls nicht.


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#33

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 08:31
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Speedbus im Beitrag #7
[....]
Das nicht einsehen wollen das man nicht dorthin kann, mein Horizont erweitern, die Welt entdecken, frei sein.
Den zwängen unterliegen zu müssen die einen damals klar gemacht wurden.
Das war mein Beweggrund diesen Staat den Rücken zu kehren.

Hallo @Speedbus,

Zunächst möchte ich mich für deine Einlassung bedanken.
Klar gab es Viele, die ihre persönliche Situation in der DDR als unbefriedigend ansahen aber was ist mir der Drang nach Freiheit wert? Vieleicht war es ja den Versuch wert das Regime auszutricksen. Und dennoch, deine Festnahme und die damit verbundene staatliche Unterbringung in eine Strafvollzugseinrichtung, war wohl noch das kleinere Übel als als 139. Maueropfer in den Geschichtsbüchern zu stehen. Todessehnsucht kann es wohl kaum gewesen sein.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#34

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 08:35
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.493 Beiträge

Guten Morgen, ich habe DEM Gwd viel abgewinnen können: man lernte mit wenig auszukommen, lernte kennen was echte Kameradschaft ist und richtig geradeauslaufen lernte ich dort auch

@ Pit 59, ganz im Ernst: Dort lernte ich, wie man andere Leute richtig einschätzt, dass man sich im richtigen/falschen Moment zurücknimmt,oder einfach mal schweigt. Das kommt mir heute noch zu Gute. Eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich niemals mehr missen möchte!

gruß hundemuchtel 88 0,5


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zuletzt bearbeitet 24.11.2013 08:36 | nach oben springen

#35

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 09:47
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von West_Tourist im Beitrag #29
Manche mussten die DDR gegen ihren Willen verlassen. Sie hatten sich Partei und Staat angelegt. Sie waren für die DDR Staatsfeinde NR.1. Diese Leute wurden teils mit Gewalt aus der DDR abgeschoben. Im Interzonenzug im Abteil angekettet. Ander der Grenze über die Weisse Linie gejagt. Alle anderen die selbst Ausreiseanträge gestellt hatten, wollten nicht mehr in der DDR leben. Aus persönlichen, politischen und wirtschaftlichen Gründen. Ein häufiger Grund war auch Wohnungsmangel. Auf eine Plattenbauwohnung mussten sie zulange warten. Viele wollten halt die Westliche Welt, wie im Westfernsehen. Da wo die Leute auf der Strasse alle immer irgendwie Glücklich lachen. So das man davon ausging das in BRD alles besser wie in DDR ist. Da wo angeblich Milch und Honig fliessen, das Westgeld auf der Strasse liegt. Wo man sich einen Gebrauchtwagen mit einem Monatslohn kaufen konnte. Anstatt in der DDR 10 Jahre auf die Plaste zu warten. Ich habe nur ein Leben, war häufig die Aussage von Ausreisewilligen. Die Anzahl der Ausreisewilligen war in der DDR vor schon lange vor Wende bei mind. 50%. Der Partei und Staatsführung war das wohl bekannt. Vorallem die Jungen Leute wollten damals weg aus der DDR. Auch weil viele nicht zur NVA wollten. Der 18 monatige Grundwehrdienst war damals in der DDR gefürchtet .


Das man jemand im Abteil angekettet hat ist wohl vorgekommen. Aber nicht so wie suggeriert. Der gute Mann hat eine Goldene Acht um die Handgelenke bekommen und ist im DDR-Knast gelandet. Abschiebung gegen Willen waren wohl nur einige seltene Fälle bei bekannten Abtrünnigen, in der Endphase der DDR, um die Anführer der Opposition zu entsorgen.
NVA-Grundwehrdienst als Ausreisegrund würde ich auch ausschließen. Da war eher das Eingesperrtsein, die relative Perspektivlosigkeit und das Begreifen das man sich auf der Seite der Verlierer befindet, der Hauptgrund für den Ausreisewunsch.
Das es einen gewissen Prozentsatz von DDR-Ausreisewilligen gab, die auch im goldenen Westen auf die Schnauze gefallen sind, ist richtig. Leistungsfähigkeit-und Bereitschaft sowie Durchsetzungsvermögen sind nun mal Grundlagen von Erfolg. An den menschlichen Eigenschaften hat sich durch das Überschreiten einer Grenze nichts geändert.


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#36

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 11:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Aus meinem damaligem Bekanntenkreis haben es zwei versucht als es noch nicht so ganz "Mode" war, also Mitte der 80er und sind auch dann drüben angekommen nach Zwischenaufenthalt im Knast.
Die waren beide ledig.
Glaube wenn man Frau und Kinder hatte relativierte sich die "Zwanghaftigkeit" die DDR zu verlassen stark nach unten.
Was sich dann am Ende abgespielt hat mit Prag u.ä. da verkneif ich mir mal eine Wertung, ich hätte jedenfalls meine Kinder nicht so einer Strapaze ausgesetzt.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.11.2013 11:18 | nach oben springen

#37

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 11:37
von 80er | 572 Beiträge

@ Hackel #25

Hackel, wären alle so gewesen, wie du, gäbe es die DDR womöglich noch.
Mit der Ideologie im Sozialismus war es aber ein wenig so, wie mit der des Christentums, wonach das Paradies erst nach dem Tod zu haben ist!
Zu deinem Leidwesen hat es in der Ehemaligen zu viele Atheisten gegeben, die schon vor dem Ableben nicht nur die Streusel vom Kuchen wollten und - auch, wenn ich mich nicht dazu zähle - ich kann sie verstehen und es wird diese materiell Orientierten auch zukünftig immer geben! Ob diese (Optimisten) das erreicht haben, was sie sich erträumten, sei dahingestellt, aber eine Chance hatten sie immerhin - vor ihrem Abgang!


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#38

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 12:43
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #37
@ Hackel #25

Hackel, wären alle so gewesen, wie du, gäbe es die DDR womöglich noch.
Mit der Ideologie im Sozialismus war es aber ein wenig so, wie mit der des Christentums, wonach das Paradies erst nach dem Tod zu haben ist!
Zu deinem Leidwesen hat es in der Ehemaligen zu viele Atheisten gegeben, die schon vor dem Ableben nicht nur die Streusel vom Kuchen wollten und - auch, wenn ich mich nicht dazu zähle - ich kann sie verstehen und es wird diese materiell Orientierten auch zukünftig immer geben! Ob diese (Optimisten) das erreicht haben, was sie sich erträumten, sei dahingestellt, aber eine Chance hatten sie immerhin - vor ihrem Abgang!


Am Ende des Lebens zählt die Summe der schönen Tage und es mag sein, daß die sich im Freizeitbereich meiner beiden gleich langen Biografieanteile DDR- Gesamtdeutschland noch die Waage gehalten haben, das Problem ist nur aktuell, daß es im Gegensatz zu früher in der Arbeitswelt nichts mehr zu lachen gibt und die Geselligkeitskomponente im Reichsbahnalltag zuweilen auch schon für paradiesische Zustände zu Lebzeiten sorgte.
Etwa ein Drittel des Lebens war immerhin Arbeitszeit, das sollte man in der Nachbewertung nicht unterschätzen auch wenn Lokführer damals wie heute mein Traumberuf war und ist und auch wenn ich heute zehnmal so viel verdiene wie früher auf meiner Rangierlok, ich hab zehnmal mehr gelacht zu dieser Zeit und es gab im Gegensatz zu heute Schichten, auf die ich mich noch gefreut hatte, die Gründe hatte ich andernorts schon dokumentiert aber was ich sagen will ist, daß ich dem Paradies in der DDR schon mal näher war, weil Arbeit und Freizeit nahezu eins waren, Überstunden waren kein Problem und man war nach der Arbeit zu 30-40 % aller Dienste (es gab auch schwere kilometerträchtige Hammerschichten) ausgeruht genug war, um mit privaten Initiativen noch mal voll durchzustarten, wie gesagt es war mein Arbeitsalltag und daß somit naturgemäß der Gegenwert des Geldes für die Konsumgüter des Westens einfach nicht erreichen konnte, war kein Problem für mich, da Konsum zu keiner Zeit mein primärer Lebensinhalt war.
Auch als ich am Jahresanfang 1989 die Stadt Hamburg mit Jugendtourist bereisen durfte und mir meine Verwandten mit denen ich mich in St. Georg verabredet hatte konkrete Austiegspläne (zum "hier" bleiben) aufzeichneten, hatte ich keinen Moment dran gedacht auch nur mit 0 % Risiko dort drüben zu bleiben und alles gegen meine Reichsbahnidylle einzutauschen.
Bleibt noch das Privatleben verbunden mit der Bilanz, daß man beispielsweise mal bezogen auf mein Hobby, dem Angelsport nie zuvor dermaßen mit hirnrissigen Regeln gegängelt, aus angeblichen Naturschutzgebieten vertrieben und mit Gebühren und Extrakosten tyrannisiert wurde wie im Hier und Heute.
Ich weiß, daß es nicht chic ist, so was zu schreiben ich tue es trotzdem und könnte innerhalb von 30 weiteren Minuten die komplette Bildschirmfläche zutexten, ich lasse es lieber weil es um nichts mehr geht.
Alles was dann nach der Wende und meiner endgültigen Wiedergeburt als DDR- Bürger 2005 kam, wertet diesen DDR- Biografieanteil so weit auf, daß er nach wie vor unheinholbar vorn liegt bezogen auf meine Bundesbürgerhistorie, das Paradies hab ich wohl schon hinter mir.



80er und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.11.2013 14:24 | nach oben springen

#39

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 14:40
von 80er | 572 Beiträge

Da kann ich dir als Angler nur noch dieses Bon Mot nachreichen:

"Mir ist wurscht, wie dein Vater heisst, solange ich hier angle
wird nicht über´s Wasser gelatscht!"


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: der Zwang, die DDR verlassen zu müssen?

in DDR Staat und Regime 24.11.2013 15:32
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
In diesem Jahr gab es über 100 Badetote an den Küsten von M-V das sagt wohl alles.



Wo hast Du denn die Zahl her?

2012 waren es nur um die 30, Bundesweit 383.

Im Mai 4 ! in der Ostsee, waren dann im Juni, Juli und August jeweils 30? die restlichen 4 im August?

Ich war im Juni und Juli an der Küste M-V und meine, es wären da 17 gewesen, bin mir aber sicher das es keine 70 waren.

Quelle:http://www.ksta.de/panorama/unfaelle-meh...4,23690360.html

MfG Berlin


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