#41

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:00
von Moskwitschka (gelöscht)
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@Barbara

Im Internat, das zu einer Spezialschule zur Vorbereitung auf das Russischlehrerstudium gehörte, war Dienstag Russisch - Sprech - Tag. Ob das der Sprachentwicklung dienen sollte, bezeifle ich heute. In einem fast nur von Mädchen bewohnten Internat war es der stillste Tag der Woche. Kein Winder, das wir in der Umgebung als Mädchenkloster bezeichnet wurden.

In der Öffentlichkeit mit meiner russischen Mutter russisch zu sprechen, kam für mich nur im äußersten Notfall in Frage. Wenn ich mich mit ihr gestritten habe. Ansonsten bin ich gerne den dummen Blicken der anderen aus dem Weg gegangen und habe mit ihr nur deutsch gesprochen.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 18.11.2013 19:09 | nach oben springen

#42

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:01
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #33
Zitat von Pit 59 im Beitrag #31
Eines weiss ich ganz genau,mit Englisch kommste um die ganze Welt,mit Russisch keine hundert meter


Das glaubst aber auch nur Du. Mittlerweile ist Chinesisch ein absolutes Muss.

LG von der grenzgaengerin




Ach ja, bezüglisch des "unbrauchbaren Russisch" mal ein Erlebnis. Als wir in Hongkong zu tun hatten, wurden wir wiederholt gefragt, warum wir kein Russisch können. Dort war Russisch wegen umfangreicher Fernost-Handelsbeziehungen wirklich eine wichtige Fremdsprache. Und komme mal heute in die internationalen Touristenzentren. Z.B. nach Hurghada/Ägypten. Die Beschriftungen in Arabisch, Russisch und Englisch, manchmal nicht mal Englisch, sondern nur Arabisch und Russisch. Wie in Gretna Green/Schottland: Englisch und Japanisch.



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#43

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:04
von Lutze | 8.039 Beiträge

im "vier Tore Hotel" in Neubrandenburg lagen englische Zeitungen aus,
hin und wieder bin ich mit einem Wörterbuch dortgewesen,
ich wollte wissen,von was die Engländer alles so berichten,
Englisch for you gab es zu Ulbrichts Zeiten im Fernsehen der DDR
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#44

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:22
von schnatterinchen (gelöscht)
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Englisch for you im Fernsehn , hab ich nachmittags zu Hause aus Ermangelung anderer Sendungen öfters mal geguckt.
Später dann auch in der Schule.
Nur das Tom und Peggy , ich glaube so hießen die zwei hübschen, for peace and socialism gefightet haben kam mir damals schon eher spanisch vor.


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:28
von der glatte | 1.356 Beiträge

Russisch konnte ich oft gebrauchen, gerade nach der Wende. Wir hatten oft Neumieter aus der ehemaligen SU und die hatten dann meist einen Dolmetscher dabei, der selbst einen brauchte. Auch ein Kollege von mir, der Jahre an der Trasse war, konnte sich gut mit den Leuten unterhalten. Dabei hatte ich in der Schule immer die schlechtesten Zensuren in Russisch. Es ist allerdings erstaunlich, was so noch alles hängengeblieben ist. Na ja, schnell sprechen dürfen die Leute nicht, aber sonst. Ich war sogar einmal in einem Theaterstück, das nur in russischer Sprache gespielt wurde, Der Bär. Erstaunlich, doch konnte ich vieles verstehen.

Ach so, mein Lieblingswort auf Russiech ist "Sehenswürdigkeiten". Bitte einmal übersetzen!

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#46

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:29
von furry | 3.580 Beiträge

Auf dem anderen Kanal kam immer am Sonntag vor dem Western "Wolter and Conny".


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#47

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:31
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Englisch for you im Fernsehn , hab ich nachmittags zu Hause aus Ermangelung anderer Sendungen öfters mal geguckt.
Später dann auch in der Schule.
Nur das Tom und Peggy , ich glaube so hießen die zwei hübschen, for peace and socialism gefightet haben kam mir damals schon eher spanisch vor.

Tom = Alan Clarke
Peggy = Valerie Lester

Zitat
Zweieienhalb Jahre, nachdem der Sprachlehrgang �Russisch f�r Sie� seine Premiere im Fernsehen hatte, ging im September 1966 der Fernseh-Sprachkurs �English for you� auf Sendung. Er bestand aus 51 Folgen und richtete sich vornehmlich an Sch�ler der Klassenstufen 7 und 8, aber auch an Erwachsene. Inhalte der Sendungen waren neben gebr�uchlichen Alltagsszenen auch Situationen aus dem Alltag im kapitalistischen Gro�britannien. So wurde auf die Schwierigkeiten der Gewerkschaftst�tigkeit ebenso eingegangen wie auch auf soziale Probleme.

Moderiert wurde �English for you� von Diana Loeser, die bereits in den 50er Jahren in die DDR �bergesiedelt war. Sie begr��te die Zuschauer stets mit der Wendung �Hello, viewers. This is another lesson of English for you�. Ihr korrektes �u�eres mit dezentem Kost�m und typischer 60er Jahre Brille wurde zum unvergesslichen Fernseherlebnis. In den Spielszenen wirkte das englische Paar Tom und Peggy in den Hauptrollen mit. Beide Schauspieler, Alan Clarke und Valerie Lester, lebten in den 60er Jahren in der DDR. Einige wenige Szenen wurden an Originalschaupl�tzen in London und Coventry gedreht.

Neben den gespielten Szenen bestand die Lektion aus Aussprache- und grammatischen �bungen, die von Diana Loeser geleitet wurden. Zur Darstellung von Kerns�tzen und grammatischen Ph�nomenen diente eine Flanelltafel, an die W�rter und S�tze angeheftet wurden, sowie gezeichnete Standbilder, die zur Wiederholung des in der Spielszene behandelten Wortschatzes dienten. �Say after me, please�, war eine h�ufige verwendete Aufforderung Diana Loesers zum Nachsprechen wichtiger Wendungen.

Ab 1978 wurde �English for you� neu �berarbeitet (53 Folgen, ebenfalls schwarz/wei�) ausgestrahlt und mit einem neuen Lektor (ebenfalls aus Gro�britannien) und einem neuen Schauspielerpaar (�Dave und Jenny�) besetzt. Die Struktur von Dialogen und Studioszenen wurden weitestgehend beibehalten, allerdings wurden mehr Spielszenen als vorher in Gro�britannien gedreht. Die Sendungen wurden bis 1989 mehrmals w�chentlich (je 3 Ausstrahlungen pro Klassenstufe) gesendet.


Quelle: http://www.husfl.net/DDR-F/tv-diverse.htm


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#48

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:33
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #45
Russisch konnte ich oft gebrauchen, gerade nach der Wende. Wir hatten oft Neumieter aus der ehemaligen SU und die hatten dann meist einen Dolmetscher dabei, der selbst einen brauchte. Auch ein Kollege von mir, der Jahre an der Trasse war, konnte sich gut mit den Leuten unterhalten. Dabei hatte ich in der Schule immer die schlechtesten Zensuren in Russisch. Es ist allerdings erstaunlich, was so noch alles hängengeblieben ist. Na ja, schnell sprechen dürfen die Leute nicht, aber sonst. Ich war sogar einmal in einem Theaterstück, das nur in russischer Sprache gespielt wurde, Der Bär. Erstaunlich, doch konnte ich vieles verstehen.

Ach so, mein Lieblingswort auf Russiech ist "Sehenswürdigkeiten". Bitte einmal übersetzen!

Gruß Reiner


Dostoprimischatjelnosti


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zuletzt bearbeitet 18.11.2013 19:34 | nach oben springen

#49

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:34
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Ich wurde 1955 eingeschult und war 10jahre in der Schule. Die 9. und 10 . Klasse war noch etwas freiwillig, die Lehrer haben die Eltern besucht mit der Bitte die Kinder weiter in die Schule zu schicken. Einige Schüler haben uns verlassen und gingen lieber arbeiten.
Tut mir ja sehr leid aber ich wollte nie russisch lernen.
War aber einigemal in der SU, wo ich viel gesehen habe und mit der Bevölkerung gut auskam.
In der Walldorfschule hatte man noch vor paar Jahren ab der 1 Klasse russisch und englisch


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#50

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:37
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Englisch for you im Fernsehn , hab ich nachmittags zu Hause aus Ermangelung anderer Sendungen öfters mal geguckt.
Später dann auch in der Schule.
Nur das Tom und Peggy , ich glaube so hießen die zwei hübschen, for peace and socialism gefightet haben kam mir damals schon eher spanisch vor.


Genau und unser Teacher war Diana Loeser!
Mögen die Leute dort im Film etwas sozialistisch angehaucht gewesen sein. Trotzdem kaufte Tom in einer Folge Matchbox-Autos ein und die Verkäuferin führte die Autos auch noch vor. Da hätte ich fast geheult.

Gruß Reiner


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#51

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:38
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #48
Zitat von der glatte im Beitrag #45
Russisch konnte ich oft gebrauchen, gerade nach der Wende. Wir hatten oft Neumieter aus der ehemaligen SU und die hatten dann meist einen Dolmetscher dabei, der selbst einen brauchte. Auch ein Kollege von mir, der Jahre an der Trasse war, konnte sich gut mit den Leuten unterhalten. Dabei hatte ich in der Schule immer die schlechtesten Zensuren in Russisch. Es ist allerdings erstaunlich, was so noch alles hängengeblieben ist. Na ja, schnell sprechen dürfen die Leute nicht, aber sonst. Ich war sogar einmal in einem Theaterstück, das nur in russischer Sprache gespielt wurde, Der Bär. Erstaunlich, doch konnte ich vieles verstehen.

Ach so, mein Lieblingswort auf Russiech ist "Sehenswürdigkeiten". Bitte einmal übersetzen!

Gruß Reiner


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RICHTIG! Setzen!

Gruß Reiner


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#52

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 18.11.2013 19:40
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zwar nur Sekunden, aber immer hin:



LG von der grenzgaengerin


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#53

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 08:59
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

nun sind neben dem ursprünglichen Thema "Englischuntericht unter Ulbricht verboten" ein paar weitere Fragen aufgetaucht...
"Konnte man mit Russisch bzw Fremdsprachenkenntnissen in der DDR überhaupt im Allgemeinen etwas anfangen ?"
Ich krame mal in meinen Erlebnissen..

Nach dem Abi mit einigermassen brauchbaren Russisch - und Englisch-Kenntnissen wurde ich Student an der TU Dresden und der Russisch- und Englisch-Unterricht ging weiter. Ich hatte eine ganze Reihe ausländischer Mitstudenten, hauptsächlich aus osteuropäischen Ländern und Arabien / Afrika. Die brachten alle rudimentäre Deutschkenntnisse mit - der Unterricht wurde auch komplett in Deutsch abgehalten.
Im ersten Studienjahr wohnte ich als "Ausländerbetreuer" mit einem bulgarischen Kommilitonen zusammen - dieser hatte als Sohn eines Botschaftsangehörigen bereits etliche Jahre in Berlin verbracht und brachte gute Deutschkenntnisse mit. Bisweilen bekam ich von ihm ein paar bulgarische Texte in die Hand und stellte fest, dass meine Russisch-Kenntnisse das Verständnis des Bulgarischen erleichterten (gleiche Schriftsprache, viele ähnliche Worte).
Nach dem Studium: Meine erste Arbeitsstelle war eine Hochschule, in der Bibliothek gab es englischsprachige Fachzeitschriften - ich konnte sie lesen, ab und an musste ich mal etwas im Wörterbuch nachschlagen.
Russisch spielte ab und an noch eine Rolle: bei Datenblättern von irgendwelchen elektronischen Schaltkreisen oder Transistoren aus der SU. Damit kam ich in den folgenden Berufsjahren öfters in Berührung.
Sprechen in Russisch oder Englisch - das gab es so gut wie nie.... Ich war ja kein Reisekader.
Kontakte zu den in der DDR stationierten sowjetischen "Waffenbrüdern und Freunden" ?
Fehlanzeige: die wurden streng isoliert in ihren Kasernen gehalten.
Privat war ich ab und an in Polen und der Tschoslowakei - deshalb habe ich autodidaktisch ein wenig Polnisch und Tschechisch gelernt.
Einen Tschechisch-Touristenkurs bei einer Muttersprachlerin habe ich dann gegen Ende der 80er Jahre an der Volkshochschule besucht - davon ist noch allerhand hängengeblieben. Ich habs ja oft geübt. Russisch habe ich kaum mal gebraucht......Das war in Polen und der Tschechoslowakei nicht so beliebt - Prager Frühling und Solidarnosz haben dazu ihr's beigetragen.
Meine Englisch-Kenntnisse habe ich dann ab den 90er Jahren intensiv aufgefrischt und immer wieder angewendet. Das klappt inzwischen ganz gut...sonst würde ich im Beruf auch nicht lange "überleben".
Und - ich hab's immer wieder bedauert, dass ich in jungen Jahren nicht noch Französisch, Italienisch, Spanisch gelernt habe - da konnte ich doch noch nicht ahnen, dass ich meine Reiselust einmal ausleben würde.... Also blieb es auf diesem Gebiet bei autodidaktischen Versuchen - immer und immer wieder, bei jeder Reise.... mon dieu, c'est difficile...

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 19.11.2013 09:07 | nach oben springen

#54

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 10:40
von Kurt | 933 Beiträge

Meine Schulzeit fiel in die siebziger und achtziger Jahre. Insofern "off-topic", wie man heute sagt, denn Erich Honecker hatte Walter Ulbricht abgelöst.
An der POS hatten wir Russisch und später Englisch, die komplette Klasse. Danach, an der EOS, kamen Latein oder Polnisch hinzu.
Das Latinum legte ich erst am Anfang der 90er ab, um mein Abitur auf "Westniveau" zu heben.
Russisch konnte ich in der der SU recht gut anwenden. Englisch brauchte ich für mein Studium und Polnisch war mir (nach der Wende) nicht nur beim Einkauf auf den "Polenmärkten" von Nutzen, sondern ist es auch jetzt noch.
Ich bin froh, daß ich das DDR-Schulsystem durchlaufen durfte.


DoreHolm und Udo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 11:02
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Hatte es in #16 schon angerissen, das mit dem Englisch lernen. zusätzlich wollte ich auch mal Spanisch lernen, ist aber beim Wollen geblieben. Begonnen hatte ich Tschechisch, weil ich wegen Hobbykontakten und damit verbundenen Reisen zu Sammelexkursionen und Mineralienbörsen mit internationaler Beteiligung jährlich einigemale in die CSSR kam. Allerdings mußte ich nach wenigen Monaten mit dem Kurs aufhören, da ich in Schichten arbeiten mußte. Es ist aber noch so viel hängen geblieben, sodaß ich weiß, wie sie ausgesprochen werden, die Buchstaben mit den Häkchen und Schrägstrichen oben drauf. Ist nicht ganz unwichtig.
Einen hohen Stellenwert messe ich immer den wichtigsten Worten zu, wenn ich in´s Ausland komme. Ja, nein, bitte, danke, auf wiedersehen, guten Tag, eins, zwei, drei u.s.w. Es macht bei einem neuen Kunden einen ganz anderen ersten Eindruck, wenn man ihn nicht in z.B. Englisch, sondern in seiner Landessprache begrüßt. "Dobre den, pan xyz". Bisher konnte mir aber noch kein Einheimischer erklären, warum es im Polnischen z.B. heißt, "Dobre jitro, dobro notch, dobre wetscher, aber nicht dobre dchen, sondern dchen dobre, also genau umgekehrt (bitte verzeiht mir etwas verballhornte Schreibweise).
InTouristenzentren, wie z.B. in der Türkei und Ägypten, habe ich mir immer einen Satz zurechtgelegt, der aufdringliche Händler in den Basars augenblicklich zum Verstummen brachte. Erst den Mund offen, dann ein Grinsen und meine Ruhe hatte ich. Auf Türkisch kann ich es noch. Klingt etwa so: Haier teschekür. Heißt: Nein Danke. Die Händler meinen dann, daß ich schon öfter in der Türkei war und ihre Gepflogenheiten kenne und lassen mich dann in Ruhe die Auslagen ansehen. In Assuan hatte ich das auch mit Erfolg praktiziert. Einer der Händler sprach mich ganz verwundert auf deutsch an "Du sprichst arabisch ? " Da bin ich dann doch lieber weitergegengen, bevor er ich in ein Gespräch auf arabisch verwickelt werde, wo ich uralt ausgesehen hätte. Aber das war mal wieder etwas weg vom eigentlichen thema, zu dem m.E. allerdings schon alles gesagt schien.



Jobnomade und Kurt haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.11.2013 11:04 | nach oben springen

#56

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 11:09
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ich bin auch froh, daß ich zur Schule gehen durfte.
In der ersten Englischstunde hat uns die Lehrerin erklärt wie nützlich uns die Englische Sprache in unserem Berufsleben werden kann , da ja immer mehr Maschinen aus englischsprachigen Ländern zu uns kommen und wir dann die Gebrauchsanleitung lesen könnten.
Ich habe niemals eine Gebrauchsanleitung in englischer Sprache zu sehen bekommen.
Ja ja diese Verrenkungen damals waren schon putzig.
Etwas polnisch habe ich in Leipzig 2 Jahre V H gelernt , um meinen polnischen Freunden zu vorgerückter Feierstunde besser die unverbrüchliche polnisch-deutsche Freundschaft versichern zu können.
Polenmärkte haben mich nie interessiert.


Jobnomade und diefenbaker haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#57

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 11:22
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #56
Ich bin auch froh, daß ich zur Schule gehen durfte.
In der ersten Englischstunde hat uns die Lehrerin erklärt wie nützlich uns die Englische Sprache in unserem Berufsleben werden kann
, da ja immer mehr Maschinen aus englischsprachigen Ländern zu uns kommen und wir dann die Gebrauchsanleitung lesen könnten.
Ich habe niemals eine Gebrauchsanleitung in englischer Sprache zu sehen bekommen.
Ja ja diese Verrenkungen damals waren schon putzig.
Etwas polnisch habe ich in Leipzig 2 Jahre V H gelernt , um meinen polnischen Freunden zu vorgerückter Feierstunde besser die unverbrüchliche polnisch-deutsche Freundschaft versichern zu können.
Polenmärkte haben mich nie interessiert.



Hallo Schnatterinchen,
rot : ich auch !! Aber, ich glaube, das war sogar Pflicht
blau: die Lehrerin hatte doch Weitblick bewiesen !
grün: ich schon viele . Und im Zweifel lese ich dann lieber die englische und lache über die unglückliche deutsche Übersetzung .....
Ich sag hier blos mal: Elektronische Produkte aus Asien... ein weites Feld.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 19.11.2013 11:24 | nach oben springen

#58

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 12:29
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #53
nun sind neben dem ursprünglichen Thema "Englischuntericht unter Ulbricht verboten" ein paar weitere Fragen aufgetaucht...
"Konnte man mit Russisch bzw Fremdsprachenkenntnissen in der DDR überhaupt im Allgemeinen etwas anfangen ?"
Ich krame mal in meinen Erlebnissen..

Nach dem Abi mit einigermassen brauchbaren Russisch - und Englisch-Kenntnissen wurde ich Student an der TU Dresden und der Russisch- und Englisch-Unterricht ging weiter. Ich hatte eine ganze Reihe ausländischer Mitstudenten, hauptsächlich aus osteuropäischen Ländern und Arabien / Afrika. Die brachten alle rudimentäre Deutschkenntnisse mit - der Unterricht wurde auch komplett in Deutsch abgehalten.
Im ersten Studienjahr wohnte ich als "Ausländerbetreuer" mit einem bulgarischen Kommilitonen zusammen - dieser hatte als Sohn eines Botschaftsangehörigen bereits etliche Jahre in Berlin verbracht und brachte gute Deutschkenntnisse mit. Bisweilen bekam ich von ihm ein paar bulgarische Texte in die Hand und stellte fest, dass meine Russisch-Kenntnisse das Verständnis des Bulgarischen erleichterten (gleiche Schriftsprache, viele ähnliche Worte).
Nach dem Studium: Meine erste Arbeitsstelle war eine Hochschule, in der Bibliothek gab es englischsprachige Fachzeitschriften - ich konnte sie lesen, ab und an musste ich mal etwas im Wörterbuch nachschlagen.
Russisch spielte ab und an noch eine Rolle: bei Datenblättern von irgendwelchen elektronischen Schaltkreisen oder Transistoren aus der SU. Damit kam ich in den folgenden Berufsjahren öfters in Berührung.
Sprechen in Russisch oder Englisch - das gab es so gut wie nie.... Ich war ja kein Reisekader.
Kontakte zu den in der DDR stationierten sowjetischen "Waffenbrüdern und Freunden" ?
Fehlanzeige: die wurden streng isoliert in ihren Kasernen gehalten.
Privat war ich ab und an in Polen und der Tschoslowakei - deshalb habe ich autodidaktisch ein wenig Polnisch und Tschechisch gelernt.
Einen Tschechisch-Touristenkurs bei einer Muttersprachlerin habe ich dann gegen Ende der 80er Jahre an der Volkshochschule besucht - davon ist noch allerhand hängengeblieben. Ich habs ja oft geübt. Russisch habe ich kaum mal gebraucht......Das war in Polen und der Tschechoslowakei nicht so beliebt - Prager Frühling und Solidarnosz haben dazu ihr's beigetragen.
Meine Englisch-Kenntnisse habe ich dann ab den 90er Jahren intensiv aufgefrischt und immer wieder angewendet. Das klappt inzwischen ganz gut...sonst würde ich im Beruf auch nicht lange "überleben".
Und - ich hab's immer wieder bedauert, dass ich in jungen Jahren nicht noch Französisch, Italienisch, Spanisch gelernt habe - da konnte ich doch noch nicht ahnen, dass ich meine Reiselust einmal ausleben würde.... Also blieb es auf diesem Gebiet bei autodidaktischen Versuchen - immer und immer wieder, bei jeder Reise.... mon dieu, c'est difficile...

Gruss Hartmut





Die Frage des Thread-Themas kann man also getrost mit "Nein" beantworten", daher weiter OT?

Lieber Hartmut,

pas de problème :-)

Das Erlernen eine Fremdsprache ist eine Kompetenz, egal um welche Sprache es sich handelt, so sehe ich es auch. Und wer weiß wofür man sie mal gebrauchen kann....
Ich finde ja Deutsche vom Naturell her eher etwas gehemmt, heißt, sie wenden erworbene Sprachkenntnisse nicht an aus Angst, sich zu blamieren. Das ewig alte Problem der Deutschen, immer muss alles perfekt sein :-)

Für mich sind z.B. alle slawischen Sprachen äußerst mühsam, weil ich nur die Regelhaftigkeit der sich sehr stark ähnelnden Romanischen Sprachen gelernt habe. Aber weil ich mich inzwischen öfters in Kroatien aufgehalten habe und Dores Einstellung teile (in jedem Land ein paar wesentliche Wörter der Landessprache zu wissen, vielleicht ein bisschen Konjugation dazu) habe ich mich der kroatischen Sprache zungenbrechend ein wenig genähert, zur großen Freude meiner kroatischen Freunde. Und siehe da, neulich war ich Zeuge eines polnischen Gesprächs und verstand das ein oder andere Wort - hurra!

Bei mir zuhause hängt der Spruch an der Wand:
"Eine fremde Sprache zu lernen und gut zu sprechen gibt der Seele ein innere Toleranz." (irgendein Auerbach oder so)
Schön nicht wahr?

À bientôt !
Barbara


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#59

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 12:38
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #55
Hatte es in #16 schon angerissen, das mit dem Englisch lernen. zusätzlich wollte ich auch mal Spanisch lernen, ist aber beim Wollen geblieben. Begonnen hatte ich Tschechisch, weil ich wegen Hobbykontakten und damit verbundenen Reisen zu Sammelexkursionen und Mineralienbörsen mit internationaler Beteiligung jährlich einigemale in die CSSR kam. Allerdings mußte ich nach wenigen Monaten mit dem Kurs aufhören, da ich in Schichten arbeiten mußte. Es ist aber noch so viel hängen geblieben, sodaß ich weiß, wie sie ausgesprochen werden, die Buchstaben mit den Häkchen und Schrägstrichen oben drauf. Ist nicht ganz unwichtig.
Einen hohen Stellenwert messe ich immer den wichtigsten Worten zu, wenn ich in´s Ausland komme. Ja, nein, bitte, danke, auf wiedersehen, guten Tag, eins, zwei, drei u.s.w. Es macht bei einem neuen Kunden einen ganz anderen ersten Eindruck, wenn man ihn nicht in z.B. Englisch, sondern in seiner Landessprache begrüßt. "Dobre den, pan xyz". Bisher konnte mir aber noch kein Einheimischer erklären, warum es im Polnischen z.B. heißt, "Dobre jitro, dobro notch, dobre wetscher, aber nicht dobre dchen, sondern dchen dobre, also genau umgekehrt (bitte verzeiht mir etwas verballhornte Schreibweise).
InTouristenzentren, wie z.B. in der Türkei und Ägypten, habe ich mir immer einen Satz zurechtgelegt, der aufdringliche Händler in den Basars augenblicklich zum Verstummen brachte. Erst den Mund offen, dann ein Grinsen und meine Ruhe hatte ich. Auf Türkisch kann ich es noch. Klingt etwa so: Haier teschekür. Heißt: Nein Danke. Die Händler meinen dann, daß ich schon öfter in der Türkei war und ihre Gepflogenheiten kenne und lassen mich dann in Ruhe die Auslagen ansehen. In Assuan hatte ich das auch mit Erfolg praktiziert. Einer der Händler sprach mich ganz verwundert auf deutsch an "Du sprichst arabisch ? " Da bin ich dann doch lieber weitergegengen, bevor er ich in ein Gespräch auf arabisch verwickelt werde, wo ich uralt ausgesehen hätte. Aber das war mal wieder etwas weg vom eigentlichen thema, zu dem m.E. allerdings schon alles gesagt schien.



Bei der Besichtigung des unglaublich wundervollen alten Basars in Istanbul habe ich es so gemacht:
bevor noch ein Händler auf mich zustürzen konnte, bin ich auf diese - mit gezückter Kamera - zugestürzt mit den Worten "Tschock gysell = sehr schön". Ein leichtes Zwinkern in den Augen nach dem Motto "wir wissen doch wie's geht" haben sich daraus wunderschöne Gespräche entwickelt, dann in Englisch oder auch Deutsch. Ich bekam jede Menge Tee serviert, habe über die Kunst der Keramik-Kacheln, die ich sehr liebe, einiges gelernt und jede Menge Leckereien serviert bekommen.
Dem Taschen-Händler, der mich mit dem Hinweis auf seine elendig dahin vegitierende große Familie zum Kauf einiger nicht benötigter Taschen animieren wollte, habe ich mein eigenes soziales Elend vor Augen gehalten, indem ich mit meinem letzten Geld noch dies Istanbuler Reise finanzieren konnte. Haben wir anschließend beide gelacht....
Natürlich habe ich auch einiges in diesem Basar gekauft, natürlich überteuert, aber das Erlebnis war es mir allemal Wert :-)
.


DoreHolm und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.11.2013 12:40 | nach oben springen

#60

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 19.11.2013 12:48
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #52
Zwar nur Sekunden, aber immer hin:



LG von der grenzgaengerin


Diese Sendung ist mir aus der Schulzeit im Gedächtnis geblieben, als alter "Autofan"....

Ich habe Englisch dann aber auf gegeben. Sprachlich bin ich eine Niete und wollte vor der Berufswahl kein schlechte Note auf dem zeugnis, darum Abbruch.
Auch war ich faul und der Englischuntericht war meist am Nachmittag (zur Sendezeit) und die anderen haben dann schon am Mopet geschraubt...
Der Hauptgrund für den Unterricht waren bei mir, ich wollte die Song`s verstehen, nur das reicht als Motivation über jahre nicht aus.


zuletzt bearbeitet 19.11.2013 12:48 | nach oben springen


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