#21

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 16:04
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #17
Zitat von Alfred im Beitrag #16
Zitat von Pit 59 im Beitrag #15
Alfred Leider kann man Dein Eingestelltes Schreiben nicht Lesbar Vergrössern,jedenfalls Ich nicht,da kommt irgendwie "Error"


Werde es heute mal neu einscannen.
Jetzt muss ich erst mal mit dem Hund ....


Bitte Alfred.... NEIN!!! Das arme Tier.....



Jeder definiert Tierliebe halt anders.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#22

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 16:12
von Schreiberer | 210 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #4
Die Überlegung einer Option des präventiven Erstschlags gab es.

... jeden Freitag Abend nach 17:00 Uhr, wo ihr eure Kasernen verlassen und abgeschlossen habt, und brav und unbewaffnet zu Hause saßest.

Hallo ,

genau das habe ich mich einmal gewagt zu sagen und das Ende von allen war, das ich mich von einem besser "Wessi" belehren lassen musste.

Ja leider war das Anlass für mich , etwas kürzer zu treten.

MfG der Schreiberer


uffz_nachrichten hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 16:39
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Ist ja richtig nett von der Bundeswehr, dass die Verteidigungspläne immer an der innerdeutschen Grenze halt machten. Spätestens hier sind wohl leise Zweifel erlaubt. Aber eigentlich fangen die schon vorher an.

außerdem, wie ich in einem anderen Beitrag schon schrieb:

An der OHS (dürfte 1980 gewesen sein) hat mal jemand bei einem Vortrag eines Generals der Landstrkr. gefragt. "Ich habe gehört, die NVA könnte in zwei Tagen in Paris sein?" Darauf hat der geantwortet "Glauben Sie wirklich, das wir so langsam sind?".

War schon ein wenig übertrieben, oder der Wunsch war Vater des Gedankens.

friedliche Grüße Andreas


zuletzt bearbeitet 09.11.2013 16:52 | nach oben springen

#24

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 17:38
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #15
Alfred Leider kann man Dein Eingestelltes Schreiben nicht Lesbar Vergrössern,jedenfalls Ich nicht,da kommt irgendwie "Error"



Hier der Auszug.


zuletzt bearbeitet 09.11.2013 17:38 | nach oben springen

#25

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 23:19
von Gelöschtes Mitglied
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Mir ist es - mit Verlaub - sch...egal, wer welches Szenario 1960 in der Schublade liegen hatte, ob ein Angriff als "Vorwegverteidigung auf feindlichem Gebiet" oder als "Aggression und Angriff auf ein friedliebendes Volk" einerseits oder als "Verteidigung der westlichen Werte und Freiheiten" andererseits tituliert wurde, mir ist es sch...egal, wie stark wer war:Und mir ist auch sch...egal, ob die Truppen des Warschauer Vertrages in 2 oder 7 Tagen am Rhein gewesen wären oder ob Posen innerhalb einer Woche "befreit" worden wäre.

Fakt bleibt, dass Deutsche auf Deutsche geschossen hätten.
Fakt bleibt, es Millionen Tote gegeben hätte. Und zwar nicht irgendwo auf der Welt, sondern hier. Bei uns. Deutsche. Und zugegeben auch ein paar Ausländer.
Fakt bleibt, dass weite Teile Deutschlands durch den Einsatz von taktischen Atomwaffen - und zwar von beiden Seiten abgefeuert - auf Jahrhunderte unbewohnbar geblieben wären.

Ganz ehrlich: Bei diesem Szenario ist mir sch...egal, wer wie stark war. Denn verreckt wären verdammt viele von uns - rechts und links der Elbe.
.


Damals87, Lutze, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40, Stuelpner, harzstreuner und LO-Fahrer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 23:28
von eisenringtheo | 9.159 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #25
(..)
Fakt bleibt, dass Deutsche auf Deutsche geschossen hätten.
Fakt bleibt, es Millionen Tote gegeben hätte. Und zwar nicht irgendwo auf der Welt, sondern hier. Bei uns. Deutsche. Und zugegeben auch ein paar Ausländer.
Fakt bleibt, dass weite Teile Deutschlands durch den Einsatz von taktischen Atomwaffen - und zwar von beiden Seiten abgefeuert - auf Jahrhunderte unbewohnbar geblieben wären.
(...)
.

Fakt ist auch, dass es viele sogenannte Stellvertreterkriege an anderen Orten auf der Welt gab - ganz ohne Kernkraftwaffeneinsätze..
Theo


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#27

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 23:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #26

Fakt ist auch, dass es viele sogenannte Stellvertreterkriege an anderen Orten auf der Welt gab - ganz ohne Kernkraftwaffeneinsätze..
Theo


Das ist richtig, Theo.
Allerdings mit dem kleinen, aber feinen Unteschied: Ih denke nicht, dass ein Angriff der Truppen des Warschauer Vertrages auf ein NATO-Land - oder umgekehrt - ein lokal begrenzter Konflikt geblieben wäre: WK 3 erscheint mir da doch wahrscheinlicher.


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#28

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 00:15
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #27
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #26

Fakt ist auch, dass es viele sogenannte Stellvertreterkriege an anderen Orten auf der Welt gab - ganz ohne Kernkraftwaffeneinsätze..
Theo


Das ist richtig, Theo.
Allerdings mit dem kleinen, aber feinen Unteschied: Ih denke nicht, dass ein Angriff der Truppen des Warschauer Vertrages auf ein NATO-Land - oder umgekehrt - ein lokal begrenzter Konflikt geblieben wäre: WK 3 erscheint mir da doch wahrscheinlicher.



mit sicherheit hätte so ein konflikt im desaster geendet !
die streitkräfte der ehemaligen DDR waren mit sicherheit keine angriffsarmeen !!
wer hat in seiner laufbahn eine angriffshandgranate geworfen ?
ich nur eine zur verteidigung !!
das der 'große bruder' mit allen mitteln und unterstützung des warschauer vertrages konventionell haushoch überlegen war
müßte auch hier jedem klar sein !
dennoch ist es zu keinem angriff beiderseits gekommen , der atomaren abschreckung geschuldet !!
gott sei dank hat keiner diesen 'knopf' gedrückt !!!!



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#29

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 01:03
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #28
Zitat von Dandelion im Beitrag #27
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #26

Fakt ist auch, dass es viele sogenannte Stellvertreterkriege an anderen Orten auf der Welt gab - ganz ohne Kernkraftwaffeneinsätze..
Theo


Das ist richtig, Theo.
Allerdings mit dem kleinen, aber feinen Unteschied: Ih denke nicht, dass ein Angriff der Truppen des Warschauer Vertrages auf ein NATO-Land - oder umgekehrt - ein lokal begrenzter Konflikt geblieben wäre: WK 3 erscheint mir da doch wahrscheinlicher.



mit sicherheit hätte so ein konflikt im desaster geendet !
die streitkräfte der ehemaligen DDR waren mit sicherheit keine angriffsarmeen !!
wer hat in seiner laufbahn eine angriffshandgranate geworfen ?
ich nur eine zur verteidigung !!
das der 'große bruder' mit allen mitteln und unterstützung des warschauer vertrages konventionell haushoch überlegen war
müßte auch hier jedem klar sein !
dennoch ist es zu keinem angriff beiderseits gekommen , der atomaren abschreckung geschuldet !!
gott sei dank hat keiner diesen 'knopf' gedrückt !!!!


In unserer Einheit wurde grundsätzlich die Angriffshandgranate RGD-5 für scharfe Übungen verwendet. Die Verteidigungshandgranaten waren relativ ungeeignet, wegen der grösseren Splitterwirkung(Radius) und wurden deshalb bei uns nicht verwendet. 25m Splitterwirkung bei Angriffshandgranaten halte ich auch bei Übungen für gesünder, als die 200m Splitterradius bei einer Verteidigungshandgranate. Vor allem wenn ich daran denke, was da so für "Spezialisten" dieses Spielzeug in die Hände bekommen haben.

Hier gibt es noch die komplette Dienstvorschrift zum Handgranatengebrauch bei der NVA:
http://www.lexpev.nl/downloads/a0501482h...nutzung1980.pdf


exgakl, eisenringtheo und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.11.2013 01:10 | nach oben springen

#30

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 05:33
von diefenbaker | 584 Beiträge

Ich schließe mich allen Beiträgen an, die sagen, dass wir uns glücklich schätzen können nicht ausprobiert zu haben, wie gut ein Angriff funktioniert hätte, egal in welche Richtung.

Trotzdem stellt sich mir die Frage, was Kielmansegg vor dem Welt-Interview gefrühstückt hat, dass er die 48h Vorwarnzeit für einen Angriff des Warschauer Paktes so einfach im Raum stehen lässt. Es gibt Szenarien, die gingen von einer Vorwarnzeit von 6 bis 7 Tagen aus. Zu beachten in diesem Zusammenhang auch die Rolle der westlichen MVM in der DDR (die sowjetischen im Westen wohl gleichermaßen). Eine wesentliche Aufgabe bestand darin, bei den täglichen Touren auf Anzeichen für eine über das übliche Maß hinausgehende Einsatzbereitschaft und Vorbereitungen in dieser Richtung zu achten. Zielsetzung: Eine möglichst lange Vorwarnzeit für einen möglichen Angriff zu haben.

Wolfgang



eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 13:51
von ehem. Hu | 466 Beiträge

http://www.vorharz.net/media/historie/siegfried_lautsch.pdf

hier die Ansichten vom lautsch etwas konkreter und somit schon relativierter:

"Bezeichnend hierfür ist, dass auch in den Planungen
des Jahres 1983 keineswegs die Absicht bestand, diese Planungen
ohne vorherige verlässliche Erkenntnisse über gegnerische
Angriffsabsichten in die Tat umzusetzen. Vielmehr
ging es darum, einem überraschenden Angriff des Gegners
zuvorzukommen."

friedliche Grüße Andreas


zuletzt bearbeitet 10.11.2013 18:44 | nach oben springen

#32

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 16:28
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

das ist in diesem Zusammenhang auch sehr aufschlussreich

http://einestages.spiegel.de/static/topi...erhinderte.html


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#33

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 11:50
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #11
Uns wurde mal die Aussage : Den Aggressor auf seinem eigenen Territorium vernichten" oder so ähnlich. Hatte vor längerer Zeit schon mal in einem anderen Thread dazu geschrieben. Damit war tatsächlich ein Präventivschlag gemeint, wenn die Vorbereitungen auf gegnerischer Seite keine andere Schlussfolgerung mehr zulassen. Militärs wissen, was alles dazugehört, zu den Symptomen, die eine solche Diagnose als äußerst wahrscheinlich erscheinen lassen. Das hätte die BW- und die NATO-Soldaten aber nicht Freitag abend zu Hause beim Bierchen erwischt, denn dann wären sie nämlich auch schon voll aufmunitioniert auf dem Weg zu ihren Bereitstellungsräumen, Urlaub passe, Reservisten eingezogen, Politiker aus dem Urlaub zurück, Versorgungsdepots aktiviert und psychologische Kriegführung massiv gesteigert u.a.


Das hat man uns im Grenzausbildungsregiment 1986 in noch einer anderen Variante erläutert: Es sollte, - anders als 1941 beim Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion, - unbedingt verhindert werden, daß die einmarschierenden gegnerischen Truppen erst weit ins eigene Hinterland vordrängen, und dort Truppenteile und Infrastruktur vernichteten. Sondern die Verteidigung durch die Truppen des Warschauer Vertrags sollte möglichst unmittelbar hinter der Grenze den Einmarsch zum Stehen bringen, um dann, mit unzerstörter Logistik und intaktem Nachschub, recht zügig in die militärische Offensive zu wechseln.
Mit dieser Offensive, so die Logik dieser Strategie, wäre dann der Aggressor zurückzuschlagen, und "auf seinem eigenen Territorium zu vernichten". Wobei mit dieser Formulierung das Zurücktragen der kriegerischen Auseinandersetzung in das Herkunftsland des Aggressors, und Ausschaltung von dessen Truppen und Infrastruktur gemeint war, - also analog der Eroberung und Besetzung Deutschlands durch die Alliierten zum Ende des 2. Weltkriegs. Nicht zuletzt sollte auch die eigene Zivilbevölkerung so geschont und stattdessen die des Aggressors von den kriegerischen Handlungen betroffen werden.

Somit gehörte diese Formulierung mit zur Strategie der Abschreckung.

Übergeordnetes Thema dieser Politschulungsreihe war damals, welche Funktionen die Grenztruppen im Falle einer militärischen Aggression gegen die DDR bzw. den Warschauer Pakt zu übernehmen hätten. Die Grenztruppen sollten als erste, wenn auch schwache Barriere dienen, und waren dazu mit allerlei Zweit-Bewaffnung, u.a. Granatwerfern und Panzerbüchsen ausgestattet, die im Grenzdienst ja kaum sinnvolle Verwendung gefunden haben dürften. Ein solcher Verteidigungseinsatz etwa fünf Kilometer hinter der Grenze wurde dann auch einmal von der Grenzkompanie geübt. Viel Lärm um Nichts. Wahrscheinlich hätte ein bewaffneter Helikopter mit ein paar Raketen gereicht, um unsere "Verteidigungsstellung" auszulöschen. Luftverteidigungswaffen hatten wir nicht.

Im Grenzausbildungsregiment wurde damals erzählt, daß in einer der Fahrzeughallen auch Panzerfahrzeuge ständen, in Folie eingeschweißt, für den "Ernstfall".
Wobei ich in Bezug auf "Ernstfall" das mulmige Gefühl hatte, daß die Infanterie der vorderen Linien, denen die Grenztruppen im "Ernstfall" zugeordnet waren, einfach nur plattgewalzt worden, und die "Aggression" mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen atomaren Konflikt eskaliert wäre. Also aus die Maus. Für alle.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
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#34

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 11:59
von Marder | 1.413 Beiträge

Es gab und gibt viele Planspiele auf beiden Seiten, wie sowas ablaufen kann. Die Realität hält sich meisst nicht daran.
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
Alfred, SCORN, harzstreuner, werner und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 12:08
von Passer | 74 Beiträge

Zitat von harzstreuner im Beitrag #33
Zitat von DoreHolm im Beitrag #11
Uns wurde mal die Aussage : Den Aggressor auf seinem eigenen Territorium vernichten" oder so ähnlich. Hatte vor längerer Zeit schon mal in einem anderen Thread dazu geschrieben. Damit war tatsächlich ein Präventivschlag gemeint, wenn die Vorbereitungen auf gegnerischer Seite keine andere Schlussfolgerung mehr zulassen. Militärs wissen, was alles dazugehört, zu den Symptomen, die eine solche Diagnose als äußerst wahrscheinlich erscheinen lassen. Das hätte die BW- und die NATO-Soldaten aber nicht Freitag abend zu Hause beim Bierchen erwischt, denn dann wären sie nämlich auch schon voll aufmunitioniert auf dem Weg zu ihren Bereitstellungsräumen, Urlaub passe, Reservisten eingezogen, Politiker aus dem Urlaub zurück, Versorgungsdepots aktiviert und psychologische Kriegführung massiv gesteigert u.a.


Das hat man uns im Grenzausbildungsregiment 1986 in noch einer anderen Variante erläutert: Es sollte, - anders als 1941 beim Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion, - unbedingt verhindert werden, daß die einmarschierenden gegnerischen Truppen erst weit ins eigene Hinterland vordrängen, und dort Truppenteile und Infrastruktur vernichteten. Sondern die Verteidigung durch die Truppen des Warschauer Vertrags sollte möglichst unmittelbar hinter der Grenze den Einmarsch zum Stehen bringen, um dann, mit unzerstörter Logistik und intaktem Nachschub, recht zügig in die militärische Offensive zu wechseln.
Mit dieser Offensive, so die Logik dieser Strategie, wäre dann der Aggressor zurückzuschlagen, und "auf seinem eigenen Territorium zu vernichten". Wobei mit dieser Formulierung das Zurücktragen der kriegerischen Auseinandersetzung in das Herkunftsland des Aggressors, und Ausschaltung von dessen Truppen und Infrastruktur gemeint war, - also analog der Eroberung und Besetzung Deutschlands durch die Alliierten zum Ende des 2. Weltkriegs. Nicht zuletzt sollte auch die eigene Zivilbevölkerung so geschont und stattdessen die des Aggressors von den kriegerischen Handlungen betroffen werden.




Umgangssprachlich hieß es dann Vorwärts-Verteidung... Kann sich einer an diesen Ausdruck noch erinnern?

Passer


1981-1984 MFS PKE
1985-1989 MFS Abt. VI/OLZ/Fahndung
1990 Fahndungsoffizier GBK (GT)
1990-1991 Kontrolloffizier f. Rückbau d. Grenzanlagen

François Mitterrand: "Ich war das Produkt meiner Erziehung und meines Milieus!"
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#36

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 12:25
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von harzstreuner im Beitrag #33
Zitat von DoreHolm im Beitrag #11
Uns wurde mal die Aussage : Den Aggressor auf seinem eigenen Territorium vernichten" oder so ähnlich. Hatte vor längerer Zeit schon mal in einem anderen Thread dazu geschrieben. Damit war tatsächlich ein Präventivschlag gemeint, wenn die Vorbereitungen auf gegnerischer Seite keine andere Schlussfolgerung mehr zulassen. Militärs wissen, was alles dazugehört, zu den Symptomen, die eine solche Diagnose als äußerst wahrscheinlich erscheinen lassen. Das hätte die BW- und die NATO-Soldaten aber nicht Freitag abend zu Hause beim Bierchen erwischt, denn dann wären sie nämlich auch schon voll aufmunitioniert auf dem Weg zu ihren Bereitstellungsräumen, Urlaub passe, Reservisten eingezogen, Politiker aus dem Urlaub zurück, Versorgungsdepots aktiviert und psychologische Kriegführung massiv gesteigert u.a.


Das hat man uns im Grenzausbildungsregiment 1986 in noch einer anderen Variante erläutert: Es sollte, - anders als 1941 beim Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion, - unbedingt verhindert werden, daß die einmarschierenden gegnerischen Truppen erst weit ins eigene Hinterland vordrängen, und dort Truppenteile und Infrastruktur vernichteten. Sondern die Verteidigung durch die Truppen des Warschauer Vertrags sollte möglichst unmittelbar hinter der Grenze den Einmarsch zum Stehen bringen, um dann, mit unzerstörter Logistik und intaktem Nachschub, recht zügig in die militärische Offensive zu wechseln.
Mit dieser Offensive, so die Logik dieser Strategie, wäre dann der Aggressor zurückzuschlagen, und "auf seinem eigenen Territorium zu vernichten". Wobei mit dieser Formulierung das Zurücktragen der kriegerischen Auseinandersetzung in das Herkunftsland des Aggressors, und Ausschaltung von dessen Truppen und Infrastruktur gemeint war, - also analog der Eroberung und Besetzung Deutschlands durch die Alliierten zum Ende des 2. Weltkriegs. Nicht zuletzt sollte auch die eigene Zivilbevölkerung so geschont und stattdessen die des Aggressors von den kriegerischen Handlungen betroffen werden.

Somit gehörte diese Formulierung mit zur Strategie der Abschreckung.

Übergeordnetes Thema dieser Politschulungsreihe war damals, welche Funktionen die Grenztruppen im Falle einer militärischen Aggression gegen die DDR bzw. den Warschauer Pakt zu übernehmen hätten. Die Grenztruppen sollten als erste, wenn auch schwache Barriere dienen, und waren dazu mit allerlei Zweit-Bewaffnung, u.a. Granatwerfern und Panzerbüchsen ausgestattet, die im Grenzdienst ja kaum sinnvolle Verwendung gefunden haben dürften. Ein solcher Verteidigungseinsatz etwa fünf Kilometer hinter der Grenze wurde dann auch einmal von der Grenzkompanie geübt. Viel Lärm um Nichts. Wahrscheinlich hätte ein bewaffneter Helikopter mit ein paar Raketen gereicht, um unsere "Verteidigungsstellung" auszulöschen. Luftverteidigungswaffen hatten wir nicht.

Im Grenzausbildungsregiment wurde damals erzählt, daß in einer der Fahrzeughallen auch Panzerfahrzeuge ständen, in Folie eingeschweißt, für den "Ernstfall".
Wobei ich in Bezug auf "Ernstfall" das mulmige Gefühl hatte, daß die Infanterie der vorderen Linien, denen die Grenztruppen im "Ernstfall" zugeordnet waren, einfach nur plattgewalzt worden, und die "Aggression" mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen atomaren Konflikt eskaliert wäre. Also aus die Maus. Für alle.



Warst du in Halberstadt?
Es hieß das die Freunde nebenan unterirdisch diese eingeschweißten Panzer für den Tag X in Reserve hätten.


zuletzt bearbeitet 23.03.2014 12:25 | nach oben springen

#37

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 12:52
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #36


Warst du in Halberstadt?
Es hieß das die Freunde nebenan unterirdisch diese eingeschweißten Panzer für den Tag X in Reserve hätten.
Dieses Gerücht hielt sich bei uns auf der Knolle 1981 auch hartnäckig,zu verifizieren war es für uns Muschkoten natürlich nicht.

ek40


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#38

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 13:16
von damals wars | 12.113 Beiträge

Ich dachte immer der:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Rupp
hat den dritten Weltkrieg verhindert.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#39

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 14:05
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #34
Es gab und gibt viele Planspiele auf beiden Seiten, wie sowas ablaufen kann. Die Realität hält sich meisst nicht daran.
Mit freundlichen Grüßen Marder


Das ist eine gute Erkenntnis. Ich hoffe, sie wird auch bei gegenwärtigen "Planspielen" berücksichtigt.

Zitat von Passer im Beitrag #35

Umgangssprachlich hieß es dann Vorwärts-Verteidung... Kann sich einer an diesen Ausdruck noch erinnern?
Passer


Ja, kenne ich (noch). Allerdings in einem anderen Zusammenhang.

Deutschlands Interessen sollen beispielsweise weit "vorne" am Hindukusch verteidigt werden:
"Es ist völlig klar, daß die SPD, aber auch die Union, die FDP und weite Teile der Grünen mit der klaren Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung stehen. Dennoch bleibe ich dabei: Die Interessen Deutschlands werden auch am Hindukusch verteidigt."
Peter Struck in der FASZ, ca. 2009;
zuvor war er bundesdeutscher Verteidigungsminister 2002 - 2005 und vehementer Befürworter der Wehrpflicht, - aber für sich selbst hat er sie bequem "umgangen".

BuPrä Horst Köhler hatte das noch etwas deutlicher formuliert: Er sprach auf dem Rückflug aus Afghanistan - noch frei und ohne Manuskript, - vor Journalisten, brachte dabei Auslandseinsätze der Bundeswehr in Zusammenhang mit ungehindertem Zugang zu Rohstoffquellen. Wurde aber unmittelbar danach zurückgetreten, "mit sofortiger Wirkung", wie er - nun ähnlich Schabowski vom Zettel ablesend - hinzufügte.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
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#40

RE: Waren wir so stark?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 23.03.2014 19:19
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #36

Im Grenzausbildungsregiment wurde damals erzählt, daß in einer der Fahrzeughallen auch Panzerfahrzeuge ständen, in Folie eingeschweißt, für den "Ernstfall".

Warst du in Halberstadt?
Es hieß das die Freunde nebenan unterirdisch diese eingeschweißten Panzer für den Tag X in Reserve hätten.


Nein, Grenzwolf62, ich war ins GAR Eisenach "eingeladen". Ein Fähnrich vom Kfz-Park, bei dem wir arbeiteten, erwähnte eher so nebenbei, daß die Panzerfahrzeuge jährlich von Angehörigen eines Panzerregiments der NVA gewartet würden. Deshalb glaube ich, daß die eingeschweißten Fahrzeuge mehr als nur ein Gerücht waren. Gesehen habe ich sie aber nicht. Zu Ausbildungszwecken hatte die Grenztruppe an den OHS und Uffz-Schulen aber tatsächlich einige eigene Kampfpanzer. Auf den TÜP haben wir nur an Schrottpanzern geübt.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
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