#21

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.11.2013 13:08
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #3
Angesichts der Rechentechnik stellt sich die Frage, gab es beim MfS schon das papierlose Büro?
Und in den letzten Tagen der Menschheit ähm... des MfS haben sie dann Bits und Bytes verbrannt?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#22

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.11.2013 17:59
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #21
Zitat von damals wars im Beitrag #3
Angesichts der Rechentechnik stellt sich die Frage, gab es beim MfS schon das papierlose Büro?
Und in den letzten Tagen der Menschheit ähm... des MfS haben sie dann Bits und Bytes verbrannt?
cheers matloh



Für das papierlose Büro war die Zeit noch nicht reif, unabhängig davon über wie modere Technik man 1989 verfügt haben mag.

Das führt mich aber zu einer anderen Fragestellung in diesem Zusammenhang. In den 80er Jahren habe ich in West-Berlin für eine Technologiefirma gearbeitet, die auch Systeme in Ost-Berlin betreut hat. Der Kunde hat als Außenhandel firmiert, wahrscheinlich zu KoKo gehört und die Hardware am Embargo vorbei in den Osten geschleust.
In Kenntnis dieses Sachverhaltes hat meine Frau bei einer Grenzabfertigung an der Bornholmer Straße, als es da zu Verzögerungen gekommen ist, einen Uniformierten gefragt, ob sie Probleme mit ihren xyz-Computern hätten. Etwas überraschend war die Reaktion gar nicht so zugeknöpft wie üblich sondern mündete in die Gegenfrage, woher sie denn wüsste, dass man xyz-Computer habe.

Deshalb hier mal von mir die Frage an die Insider, war bei der DDR-Grenzabfertigung schon Computertechnik im Ensatz?

Wolfgang



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#23

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.11.2013 18:04
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #22
Zitat von matloh im Beitrag #21
Zitat von damals wars im Beitrag #3
Angesichts der Rechentechnik stellt sich die Frage, gab es beim MfS schon das papierlose Büro?
Und in den letzten Tagen der Menschheit ähm... des MfS haben sie dann Bits und Bytes verbrannt?
cheers matloh



Für das papierlose Büro war die Zeit noch nicht reif, unabhängig davon über wie modere Technik man 1989 verfügt haben mag.

Das führt mich aber zu einer anderen Fragestellung in diesem Zusammenhang. In den 80er Jahren habe ich in West-Berlin für eine Technologiefirma gearbeitet, die auch Systeme in Ost-Berlin betreut hat. Der Kunde hat als Außenhandel firmiert, wahrscheinlich zu KoKo gehört und die Hardware am Embargo vorbei in den Osten geschleust.
In Kenntnis dieses Sachverhaltes hat meine Frau bei einer Grenzabfertigung an der Bornholmer Straße, als es da zu Verzögerungen gekommen ist, einen Uniformierten gefragt, ob sie Probleme mit ihren xyz-Computern hätten. Etwas überraschend war die Reaktion gar nicht so zugeknöpft wie üblich sondern mündete in die Gegenfrage, woher sie denn wüsste, dass man xyz-Computer habe.

Deshalb hier mal von mir die Frage an die Insider, war bei der DDR-Grenzabfertigung schon Computertechnik im Ensatz?
Wolfgang



Laut Aussage des Users - PKE - testete die Güst Drewitz im Oktober 1989 auf einer Einreisespur eine Computergestützte Abfertigung. Naja und im November war ja das alles dann Geschichte.


passport


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#24

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.11.2013 14:38
von RUnger | 66 Beiträge

Zunächst wurden nach Abschluß Akten archiviert. Wenn sich aus Sicherheitsgründen eine Weiterbearbeitung ergab, konnte man die archivierten Dinge wieder aus der Abt XII holen. Es gab ja manchmal auch Ablagen von verschiedenen Abteilungen und auch anverschiedenen Stellen(XII der BV´s oder XII des MfS). Bei einer Speicherüberprüfung n der XII kamen die Ablageregistraturnummern bzw. bei aktiven Bearbeitungen die Abteilungsvermerke zurück.
Im MfS bestand als Erstes eine Überprüfung in der XII zur debatte, um Parallelbearbetungen zu vermeiden bzw. zur Koordinierung der Bearbeitungsmaßnahmen.
Wie gesagt, diese Ablage hatte nichts mit der der heutigen BStU zu tun, da alles irgendwie Personen zugeordnet wurde. Es gab ja manchmal nur VSH-Materialien in den DE-VSH= Vorverdichtung,Suche, Hinweise.

MfG R. Unger



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#25

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2013 01:22
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von RUnger im Beitrag #20
Leute

Ich stimme den meisten Antworten auch zu, daß das, was archviert war, kaum vernichtet weden konnte. In dem Archiv unserer XII der BV lagen abgelegte IM-Akten, abgelegte OPK und OV, alte DV und dazugehöriges,abgelegte Untersuchungsvorgänge und abgelegte Gerichtsakten, abr auch Dinge anderer staatlicher Organe. Bei Auflösung 89 wurden die meisten aktiven IM-Akten,OPK,OV usw. auch noch abgelegt. Alles andere VSH-Mareial, aktuelle Reisedinge, allgemeine Dinge wurden danach, als nichts mehr archiviert werden konnte geschrettert, zerrissen und meistens in die BV abtransportiert, als das auch nicht mehr ging vieles im Ofen verbrannt. Grund: die KD solte ja am.... ans Forum bzw. den Staatsanwalt" besenrein" übergeben werden.
In andere DE mag das vielleicht etwas anders abgelaufen sein.

MfG R. Unger


Habe ich das richtig verstanden, dass Ihr in der KD erst mit der Vernichtung von Akten begonnen habt, als der Dienstweg in Richtung Archivierung usw. nicht mehr funktionierte?
Wurde der KD Leiter mit dem Problem alleine gelassen oder gab es noch Anweisungen von der BV?

Wolfgang



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#26

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.11.2013 15:21
von RUnger | 66 Beiträge

Hallo Leute

Richtig mit den Bits&Bytes. Gab es bei uns auf KD nicht. Digitale Speicher wie ZPDB konnten wir nur über Berlin mit Papier anfordern.Für die anderen wichtigen Speicher XII, M,PZF und VI gab es ja entsprechende Formulare. Was sonstige Akten betraf gab es ja eine festgelegte Aktenurdnung, angefangen von VSH-Materialien, IM-Akten,OPK,UV,UV,Gerichtsakten und Akten anderer staatlicher Stellen.
Manchmal konnte man aus der XII auch nur noch verfilmtes Aktenmaterial erhalten. Inwieweit solches vor den Übergaben vernichtet wurden steht in den Sternen und darüber können nur die dort Tätigen Auskunft geben.

MfG R. Unger



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#27

RE: Aktenführung im MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.11.2013 15:33
von RUnger | 66 Beiträge

Hallo Wolfgang

Im Normalfall wurden abgelegte Akten in der XII archiviert. Das lief über die AI. Zur Wendezeit, also Zeit der Verunsicherung und Unsicherheiten, ob ins AfNS übernommen oder nicht bestanden schon tüchtige Unklarheiten und es wurde ja auch schon von direkter Auflösung gesprochen. Da war schon für den Leiter und den BdL das Problem, was mit den IM bzw. den operativen Materialien und VSH-Materialien wird. Bei der Auflösung des MfS und Schaffung des MfS kam die zentrale Weisung Akten zu archivieren und nicht aktenmäßiges Material zu vernichten. Also wurde noch archviert und abgelegt,Materialien der VSH in die BV verbracht und das Übrige geschreddert oder verbrannt.
Zu dieser Zeit war ich oft nicht auf KD und habe andere DE in der BV wachmäßig unterstützt.

MfG R. Unger



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