#121

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 19:45
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #119
Zitat von Eisenacher im Beitrag #117
Zitat von Alfred im Beitrag #98
Zitat von Eisenacher im Beitrag #96
Bei bewiesener Unschuld könnte es einen Freispruch gegeben haben. Ein Ausweg war in dem Fall auch eine Absprache zwischen Verteidiger, Richter, Staatsanwaltschaft und Angeklagten. Das nannte sich z.B. "Verurteilung mit einem öffentlichen Tadel ohne Eintrag in das Strafregister". Da brauchte der Staat keine Haftentschädigung zu zahlen und der Angeklagte galt nicht als vorbestraft.


Wenn Mann / Frau unschuldig war, gab es auch keinen Tadel oder ähnliches.


Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit. Da gibt es schon Unterschiede zur Theorie.




Ich kenne keinen Richterspruch wo mitgeteilt wurde, dass der Angeklagte unschuldig ist aber eine Strafe bekam.


Natürlich gab es so etwas nicht. Es war eben ein Kompromiss. Da verzichtet der Gegner jeweils auf seine Forderungen. Die Ermittlungsbeamten und der Staatsanwalt stand nicht deppert da, das er einen Unschuldigen eingesperrt hatte und der Angeklagte war zufrieden das er frei kam.
Ein Kompromiss ist wenn jeder denkt, er hat das größere Stück des Kuchens abbekommen.


nach oben springen

#122

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 19:46
von Hans | 2.166 Beiträge

Ach so, vergessen-Andi-----wenn Du kannst und es passt- schau Dir´s an. Ja- es wohnt nicht jeder in HschH.
Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#123

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 19:46
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Zitat
Dieses Führungspersonal in dieser Einrichtung, sind das ehemalige Insassen?



Der Referent der Gruppe mit der ich da war war so um die 70. Angeblicher Insasse.

Auf die frage nach der Alarmanlage mit dem 2 poligen Kabel und dem einpoligen Bananenstecker gab´s keine Antwort.

Und was hat der angebliche, nicht bewiesene Vorwurf an Gysi, er hätte 5 Mio € der SED nach der Wende verschwinden lassen mit HSH zu tun? Ich meine, rein gar nichts. Gehört da nicht hin.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#124

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 19:50
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Zitat
angemeldeter Führung- sind Mitarbeiter des Hauses



War bei meiner Gruppe nicht so. Wir waren angemeldet, über den Bundestag (politische Bildungsreise). Die Referenten waren angebliche Insaffen.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#125

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 19:57
von Hans | 2.166 Beiträge

Nicht Referent und Zeitzeuge verwechseln ! Referieren wie Vortrag halten , können -zumindest einige der Zeitzeugen - einer war übrigens echt gut.
Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#126

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 19:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von berlin3321 im Beitrag #123

Zitat
Dieses Führungspersonal in dieser Einrichtung, sind das ehemalige Insassen?


Der Referent der Gruppe mit der ich da war war so um die 70. Angeblicher Insasse.

Auf die frage nach der Alarmanlage mit dem 2 poligen Kabel und dem einpoligen Bananenstecker gab´s keine Antwort.

Und was hat der angebliche, nicht bewiesene Vorwurf an Gysi, er hätte 5 Mio € der SED nach der Wende verschwinden lassen mit HSH zu tun? Ich meine, rein gar nichts. Gehört da nicht hin.

Mfg Berlin



Ist eventuell auch zu komplex, wenn der alte Mann dort in einer Zelle gesessen hat ist sein Detailwissen über so einen Bananenstecker vielleicht etwas begrenzt.
Ich meinte es ja auch eher allgemeiner, also ob dort wissentlich und gewollt Unwahrheiten übermittelt werden.
Das besagtes Detailwissen eventuell mangelhaft ist wäre eine andere Sache.


nach oben springen

#127

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 20:04
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #118
Dieses Führungspersonal in dieser Einrichtung, sind das ehemalige Insassen?
Lese ja oft Kritik das dort gelogen würde das sich die Balken biegen, nun gut, aber vom Alter her müssten das ja auch schon reifere Damen und Herren sein und ich frage mich ob die nun wirklich allen einen vom Pferd erzählen.
Welchen Antrieb sollten die denn dazu haben, als Zeitzeuge sollte man sich ja als solcher verhalten und halt einfach erlebtes wiedergeben.


Gedenkstätten müssen auch finanziert werden, da spielt natürlich der Träger und seine politische Richtung eine Rolle. Da kann es schon vorkommen Einflussnahme auf Zeitzeugen zu nehmen. Nur gehörtes wird dann mit Erlebten vermischt. Nicht wenige denken ,wird schon stimmen was ich erzähle.
Dazu noch einige alte Zeilen von mir.

Als Zeitzeuge bekam ich eine Einladung für 150 Euro etwas über meine Haftzeit in der DDR zu erzählen.. Im Vorfeld wurde mir gesagt ,was wichtig wäre zu erzählen. Folter, Erniedrigungen etc. . Ich verneinte dies und das .Na aber gehört haben sie doch sicher davon ? Das schon, na dann können sie das auch erzählen ,es sind doch keine Lügen. Nun ich wollte nur erzählen was ich erlebte. Nach meiner Verhaftung tagelang Schlafentzug ,und Vernehmungen .Aber danach war Ruhe. Körperliche Schmerzen wurden mir nicht zugefügt. Und einmal abgesehen von einem fiesen Wärter wurde ich den Umständen entsprechend fair behandelt. Eine erneute Einladung als Zeitzeuge bekam ich nie wieder. Mist keine Nebenverdienst mehr.


Lutze, Feliks D., DoreHolm, Hans und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.11.2013 20:05 | nach oben springen

#128

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 20:05
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #126
Zitat von berlin3321 im Beitrag #123

Zitat
Dieses Führungspersonal in dieser Einrichtung, sind das ehemalige Insassen?


Der Referent der Gruppe mit der ich da war war so um die 70. Angeblicher Insasse.

Auf die frage nach der Alarmanlage mit dem 2 poligen Kabel und dem einpoligen Bananenstecker gab´s keine Antwort.

Und was hat der angebliche, nicht bewiesene Vorwurf an Gysi, er hätte 5 Mio € der SED nach der Wende verschwinden lassen mit HSH zu tun? Ich meine, rein gar nichts. Gehört da nicht hin.

Mfg Berlin


Ist eventuell auch zu komplex, wenn der alte Mann dort in einer Zelle gesessen hat ist sein Detailwissen über so einen Bananenstecker vielleicht etwas begrenzt.
Ich meinte es ja auch eher allgemeiner, also ob dort wissentlich und gewollt Unwahrheiten übermittelt werden.
Das besagtes Detailwissen eventuell mangelhaft ist wäre eine andere Sache.



Dann dürfen sich diese "Führer" aber wirklich nur zu selbst erlebten äußern, ohne Ausnahme.


nach oben springen

#129

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.11.2013 20:16
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #127
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #118
Dieses Führungspersonal in dieser Einrichtung, sind das ehemalige Insassen?
Lese ja oft Kritik das dort gelogen würde das sich die Balken biegen, nun gut, aber vom Alter her müssten das ja auch schon reifere Damen und Herren sein und ich frage mich ob die nun wirklich allen einen vom Pferd erzählen.
Welchen Antrieb sollten die denn dazu haben, als Zeitzeuge sollte man sich ja als solcher verhalten und halt einfach erlebtes wiedergeben.


Gedenkstätten müssen auch finanziert werden, da spielt natürlich der Träger und seine politische Richtung eine Rolle. Da kann es schon vorkommen Einflussnahme auf Zeitzeugen zu nehmen. Nur gehörtes wird dann mit Erlebten vermischt. Nicht wenige denken ,wird schon stimmen was ich erzähle.
Dazu noch einige alte Zeilen von mir.

Als Zeitzeuge bekam ich eine Einladung für 150 Euro etwas über meine Haftzeit in der DDR zu erzählen.. Im Vorfeld wurde mir gesagt ,was wichtig wäre zu erzählen. Folter, Erniedrigungen etc. . Ich verneinte dies und das .Na aber gehört haben sie doch sicher davon ? Das schon, na dann können sie das auch erzählen ,es sind doch keine Lügen. Nun ich wollte nur erzählen was ich erlebte. Nach meiner Verhaftung tagelang Schlafentzug ,und Vernehmungen .Aber danach war Ruhe. Körperliche Schmerzen wurden mir nicht zugefügt. Und einmal abgesehen von einem fiesen Wärter wurde ich den Umständen entsprechend fair behandelt. Eine erneute Einladung als Zeitzeuge bekam ich nie wieder. Mist keine Nebenverdienst mehr.


Grün: Nicht jeder hatte solches Rückgrad, vermute ich. Leichtes Geld und je monströser die Schilderungen, desto gespannter die Zuhörer. Nebenbei steht man noch als Held da und fühlt sich wichtig und interessant. Wie einige der altgedienten Weltkriegs-Soldaten. So einen hatten wir in unserem Betrieb in unserer Brigade, wenn er vom Russlandfeldzug erzählte und den Partisanenjagden. Der müßte über hundert Jahre als sein, wenn man das alles zusammenzählt, wo er wie lange schon gedient hatte. Es wurde mal vermutet, daß der nur in der Küche war und die Erzählungen der Landser verdichtet und als seine eigenen ausgegeben hat. Menschen (manche eben) sind so.



zuletzt bearbeitet 07.11.2013 20:17 | nach oben springen

#130

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 08:53
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #46
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #42
Zitat von passport im Beitrag #41
Zitat von Duck im Beitrag #40
Zitat von Eisenacher im Beitrag #36
Zitat von Lutze im Beitrag #23
Zitat von Vogtländer im Beitrag #16
Und vergiss die Badelatschen für die Duschzelle nicht!

Badelatschen kannte ich im DDR-Strafvollzug nicht,
von einigen Mitgefangenen erfuhr ich,
das sie in Hohenschönhausen bessere Haftbedingungen
hatten,als manch andere Strafanstalten,
Waldheim hatte zum Beispiel einen sehr schlechten Ruf
Lutze


Das in HSH auf strenge Isolierung geachtet wurde und wenn die Lampe auf dem Flur eingeschaltet wurde, kein anderer U-Häftling da passieren durfte habe ich auch von Menschen gehört, die dort waren. Aber eben auch wie Lutze schon schrieb, die ansonsten besseren Haftbedingungen, bezüglich Verpflegung und Zustand der Verwahrräume und sanitären Bedingungen, als in anderen DDR-Haftanstalten. Jedenfalls in den 80er Jahren.
In der Stalinzeit war es sicher etwas ungemütlicher dort. Notlicht und nächtlicher Kontrollgang mit kurzzeitigem Licht einschalten, gibt es in allen Haftanstalten auch heute .



Ich denke das zählte auch zur Taktik, die Häftlinge durften z.B. auch tagsüber auf dem Bett liegen bleiben, was ja wohl in "normalen Haftanstalten" er unüblich war, dafür waren denn des öffteren bis spät in die Nacht die Vernehmungen. Die meisten Häftlinge wurden isoliert, den einzigen Ansprechpartner den sie hatten war der Vernehmer.



@Duck

Unsinn, die klassische Arbeitszeit im MfS war wie Überall üblich von 08.00 - bis 17.00 Uhr.
Ausnahmen waren, beziehe das mal auf meine Tätigkeit auf einer Güst, vorläufige Festnahmen mit sofortiger Venehmung egal welche Uhrzeit.

passport


Ich bin mir sicher, dass man immer den größten Wert drauf gelegt hat, dass die Häftlinge ausgeschlafen zur Vernehmung erschienen..............



Und ich bin mir sicher das hier mehr als Unsinn geschrieben wird. Einerseits beziehe ich Quellen ein die darüber in Büchern geschrieben haben und ausserdem kenne ich einen MA der Abt. IX BVfS MD aus alten WE-Tagen.


passport



Was hab ich neulich hier im Forum doch gleich gelesen........."Der Zeitzeuge ist der Feind des Historikers"...........hier mal ein Zeitzeugenbericht:

"Nachtvernehmungen
Als Waffe in ihrem „Kampf“ diente den Vernehmungsoffizieren zunächst
einmal schon die offensichtlich systematisch auf Kontrast angelegte äußere
Situation: Eben noch extrem karge Zelle: Pritsche, stinkender Kübel.
Dann üppig eingerichtetes Vernehmerzimmer: Teppich, geschnitzter Renaissance-
Bücherschrank, blutrote schwellende Couchgarnitur mit Sesseln.
Inmitten dieser Pracht ein Bretterhocker, von dem aus ich, geblendet
durch eine helle, auf mich gerichtete Schreibtischlampe, meine Vernehmer
nur schemenhaft sehen konnte.
Deren gab es nämlich zwei, die im Wechsel ein gut einstudiertes Rollenspiel
vor mir ablaufen ließen: Der Ältere, ein Major, pflegte geradezu
betulich, fast väterlich zu mir zu sprechen. Das klang etwa so: „Nun hören
Sie doch mal zu, Zahn, überlegen Sie sich doch mal: Sie sitzen doch auf
dem falschen Dampfer da drüben im Westen. Mit Ihrer Intelligenz müßten
Sie doch längst erfaßt haben, daß sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen
läßt. Hier können Sie zum Frieden und Fortschritt beitragen,
wenn Sie uns helfen.“ Und zwischendurch dann, aus dem Hintergrund,
eine scharfe Stimme. Sie kam von einem jüngeren Mann mit asketischem
Gesicht: „Mensch, Sie verdammter Verbrecher, wenn Sie jetzt den Koffer
nicht auspacken, dann werden Sie ein alter Mann, bis Sie hier wieder rauskommen.“
Und wieder der Ältere: „Ach, Genosse, komm, der ist doch
ganz vernünftig, mit dem brauchst Du nicht so zu reden, laß mal mich
machen.“ Es sollte wohl auf mich so wirken, als ob der ältere Genosse mir
geradezu wohlwollte.
Das war das Szenario der ersten drei Nächte. Die Vernehmung dauerte bis
zum Morgengrauen. Dann brachte mich der telefonisch herbeigerufene
Posten zurück in meine Zelle. Müde streckte ich mich auf der Holzpritsche
aus, schlief sofort ein, vorschriftsmäßig auf dem Rücken liegend,
die Hände über der Pferdedecke haltend. Aber dann kam gleich das laut
auf dem Gang gebrüllte Kommando „Aufstehen“. In der Zelle gleißendes
Licht über der Tür, draußen Schließgeräusche und das Knallen schwerer
Riegel. Ja, ich mußte aufstehen. MUSSTE."
22 Kopf u. Seifert 1972, S. 10.
[url][http://www.berlin.de/imperia/md/content/...le=bd5_2011.pdf][/url]


Intellektuelle spielen Telecaster
Duck hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.11.2013 08:54 | nach oben springen

#131

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:01
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #61
Mahlzeit, Gemeinde......
Bevor wir "aufeinander los gehen"---- Mal das: Ich warte Schuddels Beitrag ab--weil mich interressirt, wie Schuddel---Ausreichend vorgewarnt von Allen Seiten--das ganze sieht und beschreibt.
Wann gehst du hin, Schuddelkind? Ich glaub, Du mußt dann einen längeren Kommentar schreiben.
Übrigens - vieleicht bin ich ja durch und durch Idealist- ich glaub daran, das wir hier- na wenigstens die meisten von uns-, durchaus an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema interresiert sind.
73 Hans


Kann ich noch nicht genau sagen, Hans. Das WoMo ist gerade im Winterschlaf, aber vielleicht machen wir demnächst mal einen Wochenendtripp nach Berlin. Ich werde auf jedenfall alle meine Eindrücke und das Erlebte ausführlich schildern!


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#132

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:10
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #130
Zitat von passport im Beitrag #46
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #42
Zitat von passport im Beitrag #41
Zitat von Duck im Beitrag #40
Zitat von Eisenacher im Beitrag #36
Zitat von Lutze im Beitrag #23
Zitat von Vogtländer im Beitrag #16
Und vergiss die Badelatschen für die Duschzelle nicht!

Badelatschen kannte ich im DDR-Strafvollzug nicht,
von einigen Mitgefangenen erfuhr ich,
das sie in Hohenschönhausen bessere Haftbedingungen
hatten,als manch andere Strafanstalten,
Waldheim hatte zum Beispiel einen sehr schlechten Ruf
Lutze


Das in HSH auf strenge Isolierung geachtet wurde und wenn die Lampe auf dem Flur eingeschaltet wurde, kein anderer U-Häftling da passieren durfte habe ich auch von Menschen gehört, die dort waren. Aber eben auch wie Lutze schon schrieb, die ansonsten besseren Haftbedingungen, bezüglich Verpflegung und Zustand der Verwahrräume und sanitären Bedingungen, als in anderen DDR-Haftanstalten. Jedenfalls in den 80er Jahren.
In der Stalinzeit war es sicher etwas ungemütlicher dort. Notlicht und nächtlicher Kontrollgang mit kurzzeitigem Licht einschalten, gibt es in allen Haftanstalten auch heute .



Ich denke das zählte auch zur Taktik, die Häftlinge durften z.B. auch tagsüber auf dem Bett liegen bleiben, was ja wohl in "normalen Haftanstalten" er unüblich war, dafür waren denn des öffteren bis spät in die Nacht die Vernehmungen. Die meisten Häftlinge wurden isoliert, den einzigen Ansprechpartner den sie hatten war der Vernehmer.



@Duck

Unsinn, die klassische Arbeitszeit im MfS war wie Überall üblich von 08.00 - bis 17.00 Uhr.
Ausnahmen waren, beziehe das mal auf meine Tätigkeit auf einer Güst, vorläufige Festnahmen mit sofortiger Venehmung egal welche Uhrzeit.

passport


Ich bin mir sicher, dass man immer den größten Wert drauf gelegt hat, dass die Häftlinge ausgeschlafen zur Vernehmung erschienen..............



Und ich bin mir sicher das hier mehr als Unsinn geschrieben wird. Einerseits beziehe ich Quellen ein die darüber in Büchern geschrieben haben und ausserdem kenne ich einen MA der Abt. IX BVfS MD aus alten WE-Tagen.


passport



Was hab ich neulich hier im Forum doch gleich gelesen........."Der Zeitzeuge ist der Feind des Historikers"...........hier mal ein Zeitzeugenbericht:

"Nachtvernehmungen
Als Waffe in ihrem „Kampf“ diente den Vernehmungsoffizieren zunächst
einmal schon die offensichtlich systematisch auf Kontrast angelegte äußere
Situation: Eben noch extrem karge Zelle: Pritsche, stinkender Kübel.
Dann üppig eingerichtetes Vernehmerzimmer: Teppich, geschnitzter Renaissance-
Bücherschrank, blutrote schwellende Couchgarnitur mit Sesseln.
Inmitten dieser Pracht ein Bretterhocker, von dem aus ich, geblendet
durch eine helle, auf mich gerichtete Schreibtischlampe, meine Vernehmer
nur schemenhaft sehen konnte.
Deren gab es nämlich zwei, die im Wechsel ein gut einstudiertes Rollenspiel
vor mir ablaufen ließen: Der Ältere, ein Major, pflegte geradezu
betulich, fast väterlich zu mir zu sprechen. Das klang etwa so: „Nun hören
Sie doch mal zu, Zahn, überlegen Sie sich doch mal: Sie sitzen doch auf
dem falschen Dampfer da drüben im Westen. Mit Ihrer Intelligenz müßten
Sie doch längst erfaßt haben, daß sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen
läßt. Hier können Sie zum Frieden und Fortschritt beitragen,
wenn Sie uns helfen.“ Und zwischendurch dann, aus dem Hintergrund,
eine scharfe Stimme. Sie kam von einem jüngeren Mann mit asketischem
Gesicht: „Mensch, Sie verdammter Verbrecher, wenn Sie jetzt den Koffer
nicht auspacken, dann werden Sie ein alter Mann, bis Sie hier wieder rauskommen.“
Und wieder der Ältere: „Ach, Genosse, komm, der ist doch
ganz vernünftig, mit dem brauchst Du nicht so zu reden, laß mal mich
machen.“ Es sollte wohl auf mich so wirken, als ob der ältere Genosse mir
geradezu wohlwollte.
Das war das Szenario der ersten drei Nächte. Die Vernehmung dauerte bis
zum Morgengrauen. Dann brachte mich der telefonisch herbeigerufene
Posten zurück in meine Zelle. Müde streckte ich mich auf der Holzpritsche
aus, schlief sofort ein, vorschriftsmäßig auf dem Rücken liegend,
die Hände über der Pferdedecke haltend. Aber dann kam gleich das laut
auf dem Gang gebrüllte Kommando „Aufstehen“. In der Zelle gleißendes
Licht über der Tür, draußen Schließgeräusche und das Knallen schwerer
Riegel. Ja, ich mußte aufstehen. MUSSTE."
22 Kopf u. Seifert 1972, S. 10.
[url][http://www.berlin.de/imperia/md/content/...le=bd5_2011.pdf][/url]



Lies doch einfach mal meinen Hinweis im Beitrag 50.
Da steht doch deutlich wie es sich verhielt.
Das o.g. spielte in welchen Jahr ?
Wenn es Herrn Zahn betrifft, dann war dies 1953.


nach oben springen

#133

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:13
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #115
Zitat von Duck im Beitrag #65
Zitat von passport im Beitrag #59
Zitat von Duck im Beitrag #54
Zitat von WernerHolt im Beitrag #49
Zitat von berlin3321 im Beitrag #47
Hmmm, wüsste Feliks da evtl. NäheresÜ

Mfg Berlin


mit großer sicherheit sogar und er hat es hier im forum sogar schon mehrmals niedergeschrieben


Das ist die eine Seite der Medaille und wie sieht die andere aus? Wenn hier von bestimmter Seite alles angezweifelt wird was die andere Seite (die der ehemaligen Insassen) erzählt, wie glaubwürdig ist denn Felix Aussage dazu, da steht nun mal Aussage gegen Aussage. Wen soll man Glauben den ehemaligen Tätern oder den Opfern?



Wenn man Schwerverbrecher wie Brandstifter, Vergewaltigern, Mördern und anderen kriminellen Elementen mehr Glauben schenken will so ist das jeden seine Sache. Gut 95% dieses Personenkreises waren in HSH und anderen UHA des MfS zur Vernehmung untergebracht. Alles Opfer, oder ?
Nur 5% der Insassen von UHA,s des MfSwaren das, was man heute politisch Verfolgte nennt !

passport


Wie war das ?? Habe ich da irgendwas nicht mitgekriegt? Nur 5% waren in HSH politische Straftäter? Das andere waren *normale* Straftäter sagst Du? Ok dann sage ich nur Danke fürs Gespräch, es hat dann keinen Sinn für mich mehr über das Thema zumindestens mit Dir darüber weiterzudiskutieren.


die 5 % würde ich auf Politische Häftlinge
in den Strafvollzugsanstalten schätzen,das könnte hinkommen,
die meisten Delikte hatten was mit Diebstahl
oder Körperverletzung zu tun
Lutze


Das waren Beispiele Lutze, ich hätte auch schreiben können *Anschläge auf die Staatsgrenze der DDR*. Das mit den 5% glaube ich Dir, was normale U-Haftanstalten und Strafvollzugsanstalten betrifft. Im Falle von HSH handelte es sich wie schon mehrmals geschrieben um eine U-Haftanstalt die dem MfS unterstand und da bezweifle ich das dort nur 5 % Politische gesessen haben.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


nach oben springen

#134

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:23
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #131
Zitat von Hans im Beitrag #61
Mahlzeit, Gemeinde......
Bevor wir "aufeinander los gehen"---- Mal das: Ich warte Schuddels Beitrag ab--weil mich interressirt, wie Schuddel---Ausreichend vorgewarnt von Allen Seiten--das ganze sieht und beschreibt.
Wann gehst du hin, Schuddelkind? Ich glaub, Du mußt dann einen längeren Kommentar schreiben.
Übrigens - vieleicht bin ich ja durch und durch Idealist- ich glaub daran, das wir hier- na wenigstens die meisten von uns-, durchaus an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema interresiert sind.
73 Hans


Kann ich noch nicht genau sagen, Hans. Das WoMo ist gerade im Winterschlaf, aber vielleicht machen wir demnächst mal einen Wochenendtripp nach Berlin. Ich werde auf jedenfall alle meine Eindrücke und das Erlebte ausführlich schildern!


Ich denke Du wirst Dir später nicht von unseren "weinroten Zeitzeugen" einreden lassen das HSH nur eine ganz normale U-Haftanstalt war


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


nach oben springen

#135

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:32
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #132



Lies doch einfach mal meinen Hinweis im Beitrag 50.
Da steht doch deutlich wie es sich verhielt.
Das o.g. spielte in welchen Jahr ?
Wenn es Herrn Zahn betrifft, dann war dies 1953.


Verurteilung eines Schülers (1968)
Ein 15-jähriger Schüler aus Potsdam wurde wegen Staatsverleumdung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, nach § 220 des Strafgesetzbuches der DDR von 1968 verurteilt.
Aus den Akten geht hervor, dass der Staatssicherheitsdienst den Schüler insgesamt 36 Stunden vernommen hat. Das Verhör dauerte an einem der Vernehmungstage von 9:00 bis 22:40 und wurde lediglich durch eine Pause von 10 Minuten unterbrochen.

Desweiteren, schau mal bei folgenem Link nach, Seite 14, bei dem Originaldokument befinden sich die Vernehmungszeiten oben rechts. Das belegt schon mal, dass 8:00-17:00 wohl nicht immer eingehalten wurde.
http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Bildun...publicationFile


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#136

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:34
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #134
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #131
Zitat von Hans im Beitrag #61
Mahlzeit, Gemeinde......
Bevor wir "aufeinander los gehen"---- Mal das: Ich warte Schuddels Beitrag ab--weil mich interressirt, wie Schuddel---Ausreichend vorgewarnt von Allen Seiten--das ganze sieht und beschreibt.
Wann gehst du hin, Schuddelkind? Ich glaub, Du mußt dann einen längeren Kommentar schreiben.
Übrigens - vieleicht bin ich ja durch und durch Idealist- ich glaub daran, das wir hier- na wenigstens die meisten von uns-, durchaus an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema interresiert sind.
73 Hans


Kann ich noch nicht genau sagen, Hans. Das WoMo ist gerade im Winterschlaf, aber vielleicht machen wir demnächst mal einen Wochenendtripp nach Berlin. Ich werde auf jedenfall alle meine Eindrücke und das Erlebte ausführlich schildern!


Ich denke Du wirst Dir später nicht von unseren "weinroten Zeitzeugen" einreden lassen das HSH nur eine ganz normale U-Haftanstalt war



Hat in Bautzen schon nicht funktioniert .


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#137

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:35
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

@Grenzwolf62 Stimmt, Dein Einwand. Nur, der gute Mann erklärte uns die Alarmanlage.

@Hans Ist mir schon klar, Referent und Zeitzeuge. Der Referent war Insasse und Zeitzeuge. Eine hauptamtliche (?) Mitarbeiterin startete nur den Film.

Mfg Berlin

:


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#138

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:51
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

So sieht ein ehemaliger Häftling das Ganze: http://www.gea.de/nachrichten/politik/er...ert.1513961.htm


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#139

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 09:51
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #132
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #130
Zitat von passport im Beitrag #46
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #42
Zitat von passport im Beitrag #41
Zitat von Duck im Beitrag #40
Zitat von Eisenacher im Beitrag #36
Zitat von Lutze im Beitrag #23
Zitat von Vogtländer im Beitrag #16
Und vergiss die Badelatschen für die Duschzelle nicht!

Badelatschen kannte ich im DDR-Strafvollzug nicht,
von einigen Mitgefangenen erfuhr ich,
das sie in Hohenschönhausen bessere Haftbedingungen
hatten,als manch andere Strafanstalten,
Waldheim hatte zum Beispiel einen sehr schlechten Ruf
Lutze


Das in HSH auf strenge Isolierung geachtet wurde und wenn die Lampe auf dem Flur eingeschaltet wurde, kein anderer U-Häftling da passieren durfte habe ich auch von Menschen gehört, die dort waren. Aber eben auch wie Lutze schon schrieb, die ansonsten besseren Haftbedingungen, bezüglich Verpflegung und Zustand der Verwahrräume und sanitären Bedingungen, als in anderen DDR-Haftanstalten. Jedenfalls in den 80er Jahren.
In der Stalinzeit war es sicher etwas ungemütlicher dort. Notlicht und nächtlicher Kontrollgang mit kurzzeitigem Licht einschalten, gibt es in allen Haftanstalten auch heute .



Ich denke das zählte auch zur Taktik, die Häftlinge durften z.B. auch tagsüber auf dem Bett liegen bleiben, was ja wohl in "normalen Haftanstalten" er unüblich war, dafür waren denn des öffteren bis spät in die Nacht die Vernehmungen. Die meisten Häftlinge wurden isoliert, den einzigen Ansprechpartner den sie hatten war der Vernehmer.



@Duck

Unsinn, die klassische Arbeitszeit im MfS war wie Überall üblich von 08.00 - bis 17.00 Uhr.
Ausnahmen waren, beziehe das mal auf meine Tätigkeit auf einer Güst, vorläufige Festnahmen mit sofortiger Venehmung egal welche Uhrzeit.

passport


Ich bin mir sicher, dass man immer den größten Wert drauf gelegt hat, dass die Häftlinge ausgeschlafen zur Vernehmung erschienen..............



Und ich bin mir sicher das hier mehr als Unsinn geschrieben wird. Einerseits beziehe ich Quellen ein die darüber in Büchern geschrieben haben und ausserdem kenne ich einen MA der Abt. IX BVfS MD aus alten WE-Tagen.


passport



Was hab ich neulich hier im Forum doch gleich gelesen........."Der Zeitzeuge ist der Feind des Historikers"...........hier mal ein Zeitzeugenbericht:

"Nachtvernehmungen
Als Waffe in ihrem „Kampf“ diente den Vernehmungsoffizieren zunächst
einmal schon die offensichtlich systematisch auf Kontrast angelegte äußere
Situation: Eben noch extrem karge Zelle: Pritsche, stinkender Kübel.
Dann üppig eingerichtetes Vernehmerzimmer: Teppich, geschnitzter Renaissance-
Bücherschrank, blutrote schwellende Couchgarnitur mit Sesseln.
Inmitten dieser Pracht ein Bretterhocker, von dem aus ich, geblendet
durch eine helle, auf mich gerichtete Schreibtischlampe, meine Vernehmer
nur schemenhaft sehen konnte.
Deren gab es nämlich zwei, die im Wechsel ein gut einstudiertes Rollenspiel
vor mir ablaufen ließen: Der Ältere, ein Major, pflegte geradezu
betulich, fast väterlich zu mir zu sprechen. Das klang etwa so: „Nun hören
Sie doch mal zu, Zahn, überlegen Sie sich doch mal: Sie sitzen doch auf
dem falschen Dampfer da drüben im Westen. Mit Ihrer Intelligenz müßten
Sie doch längst erfaßt haben, daß sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen
läßt. Hier können Sie zum Frieden und Fortschritt beitragen,
wenn Sie uns helfen.“ Und zwischendurch dann, aus dem Hintergrund,
eine scharfe Stimme. Sie kam von einem jüngeren Mann mit asketischem
Gesicht: „Mensch, Sie verdammter Verbrecher, wenn Sie jetzt den Koffer
nicht auspacken, dann werden Sie ein alter Mann, bis Sie hier wieder rauskommen.“
Und wieder der Ältere: „Ach, Genosse, komm, der ist doch
ganz vernünftig, mit dem brauchst Du nicht so zu reden, laß mal mich
machen.“ Es sollte wohl auf mich so wirken, als ob der ältere Genosse mir
geradezu wohlwollte.
Das war das Szenario der ersten drei Nächte. Die Vernehmung dauerte bis
zum Morgengrauen. Dann brachte mich der telefonisch herbeigerufene
Posten zurück in meine Zelle. Müde streckte ich mich auf der Holzpritsche
aus, schlief sofort ein, vorschriftsmäßig auf dem Rücken liegend,
die Hände über der Pferdedecke haltend. Aber dann kam gleich das laut
auf dem Gang gebrüllte Kommando „Aufstehen“. In der Zelle gleißendes
Licht über der Tür, draußen Schließgeräusche und das Knallen schwerer
Riegel. Ja, ich mußte aufstehen. MUSSTE."
22 Kopf u. Seifert 1972, S. 10.
[url][http://www.berlin.de/imperia/md/content/...le=bd5_2011.pdf][/url]



Lies doch einfach mal meinen Hinweis im Beitrag 50.
Da steht doch deutlich wie es sich verhielt.
Das o.g. spielte in welchen Jahr ?
Wenn es Herrn Zahn betrifft, dann war dies 1953.


Hallo Alfred,
auf diesen Hinweisen steht ja das die Vernehmerzeit teilweise bis 24 Uhr ging, wenn ich das richtig interpretiert habe. Ich will ja nicht schon wieder Benzin ins Feuer gießen aber was in den Dienstanweisungen steht ist die eine Sache, was sich in Einzelfällen hinter den Wänden abgespielt hat ist eine andere. Unsere Zeitzeugin (ich weiß die lügt wenn sie den Mund aufmacht) erwähnte das das sogenannte *U-Boot* offziell in den 50ziger Jahren abgeschafft wurde und trotzdem wurden die Zellen ich betone in Einzelfällen noch bis in die Achtziger Jahren als Arrestzellen verwendet, auch die sogenannten Gummizellen haben sich dort unten befunden. Man erwähnte auch uns gegenüber das gerade die westlichen Insassen immer wieder drauf hingewiesen wurden, das sie über die Haftbedingungen gegenüber Ihren Anwälten und den Vertretern aus der "Ständigen Vertretung" nichts zu erzählen haben. Das nichts falsches erzählt wurde, wurde durch die Anwesenheit eines MfS-Offiziers bei diesen Gesprächen auch immer überprüft.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


nach oben springen

#140

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 08.11.2013 10:04
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #138
So sieht ein ehemaliger Häftling das Ganze: http://www.gea.de/nachrichten/politik/er...ert.1513961.htm


Du weist doch Schuddel alles Lüge, mich würde wirklich mal interessieren was ein ehemaliger MfS-Offizier erzählen würde, wenn er da eine Gruppe von Leuten übers Gelände führen würde.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


nach oben springen



Besucher
21 Mitglieder und 67 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 1190 Gäste und 96 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557147 Beiträge.

Heute waren 96 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen