#741

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 12:09
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #739
dies wollen diese Einrichtung oftmals aber nicht.


Genau das ist der Punkt.



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#742

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 12:09
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #732

Ich hatte das bereits berichtigt ! Das war das letzte Mal das ich auf etwas von Dir antworte.( SET800) Es lohnt nicht und ist der Mühe nicht Wert.



Hallo,
pardon bitte, deinen Beitrag #723 hatte ich übersehen....

gruß



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#743

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 12:13
von Gelöschtes Mitglied
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Was hier manchmal über die Opfer der politischen Verfolgung geschrieben wird, denken hier noch einige sie sitzen im Gerichtssaal des Bezirksgerichtes Berlin ,der DDR . Nun sagt noch HSH war kein Stasigefängnis .
Ihr verhöhnt diese Menschen , Was dort von den Mitarbeiter während der Führungen erzählt wird ist alles Lüge ,fehlt nur noch hier . MfG ratata


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#744

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 12:19
von Gert | 12.356 Beiträge

@Merkur
das ist so auch nicht richtig#740 ( hast du überhaupt eine solche Führung mitgemacht? ) bei meiner Führung wurde auch aus einer Zeit berichtet, die vor der Verantwortung des MfS lag, nämlich in der Verantwortung des KGB oder NKWD, wie auch immer diese terroristische Vereinigung hiess.
Der Führer hat eine klare Trennlinie gezogen, ich glaube es wurde auch das Übergabedatum gesagt ich kann es aber nicht mehr genau definieren ( muss so ca. Ende 40er Jahre - 1950 gewesen sein) Meine Führung wurde von einem ehemaligen Insassen erklärt, der sehr sachlich und glaubwürdig alles erklärte und auch aus seiner persönlichen Erfahrung berichtete. Ich hatte keine Gründe daran zu zweifeln und das ist und bleibt mein Beurteilungsmaßstab.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 07.03.2014 12:22 | nach oben springen

#745

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 12:20
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #743
Nun sagt noch HSH war kein Stasigefängnis .



Warum sollte das jemand sagen ? Das MfS war ein gesetzlich und staatlich legitimiertes Untersuchungsorgan. Damit oblag dem MfS die Aufgabe, entsprechend der Zuständigkeit den Verdacht einer Straftat begründende Handlungen allseitig aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Und zur dieser Untersuchung verfügte es über Untersuchungshaftanstalten.



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#746

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 12:35
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #744

@Merkur
das ist so auch nicht richtig ( hast du überhaupt eine solche Führung mitgemacht? ) bei meiner Führung wurde auch aus einer Zeit berichtet, die vor der Verantwortung des MfS lag, nämlich in der Verantwortung des KGB oder NKWD, wie auch immer diese terroristische Vereinigung hiess.
Der Führer hat eine klare Trennlinie gezogen, ich glaube es wurde auch das Übergabedatum gesagt ich kann es aber nicht mehr genau definieren ( muss so ca. Ende 40er Jahre - 1950 gewesen sein) Meine Führung wurde von einem ehemaligen Insassen erklärt, der sehr sachlich und glaubwürdig alles erklärte und auch aus seiner persönlichen Erfahrung berichtete. Ich hatte keine Gründe daran zu zweifeln und das ist und bleibt mein Beurteilungsmaßstab.




Ich habe bereits an mehreren Führungen in verschiedenen UHA der Bezirke (Rostock, Magdeburg, Potsdam) und in der zentralen UHA in HSH (mehrfach) teilgenommen. Über die dortigen Erklärer möchte ich nicht hier nicht generell urteilen. Ich empfinde es aber als wichtig, dass die Menschen, die dort Führungen realisieren, außer ihren persönlichen Empfindungen und Erlebnissen auch grundlegende Kenntnisse über historische Zusammenhänge und die Arbeit des MfS besitzen sollten. An Objektivität, die bei ehemaligen Insassen kaum vorhanden sein kann, wage ich gar nicht zu denken.
Es geht mir lediglich um die von Dir ins Spiel gebrachte Trennlinie. Es gibt für mich auch immer ein davor und ein danach, für Dich nur ein davor. Und genau darum geht es.



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#747

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 13:01
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Als ich mir Hoheneck angeschaut habe war gar kein Führer dabei, da habe ich einfach die Baulichkeit auf mich wirken lassen ohne abgelenkt zu werden, beim Beschauen des Kaßberg-Gefängnisses hatte ich einen wirklich guten Freund dabei der dort 1973 inhaftiert war, also sozusagend Privatführung, beides bei Tagen des offenen Denkmals da keine offiziellen Gedenkstätten, also fast im Urzustand.
Ist vielleicht besser sich so ein eigenes Bild zu machen als durch solche offiziellen Gedenkstätten mit Bildungsauftrag durchgeleitet zu werden.


zuletzt bearbeitet 07.03.2014 13:04 | nach oben springen

#748

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 13:02
von turtle | 6.961 Beiträge

Es war doch immer so, wer gerade das Sagen hat Einfluss darauf was gehört werden soll.
Bei meinen Besuchen in Buchenwald hörte ich auch nichts von der Weiternutzung nach 45.
Die Guten waren fast nur die kommunistischen Widerstandskämpfer. Was von Schnitzler vermittelte war doch auch sehr einseitig. Wenn damals in unserer Schulklasse Widerstandskämpfer von ihrem Kampf gegen den Faschismus oder von den internationalen Brigaden in Spanien erzählten war das sicherlich auch nicht alles so gewesen. Die Wahrheit ? Was ist die Wahrheit? Meine Wahrheit ist nicht unbedingt die Deine oder Deine. Und doch lassen uns auch Erzählungen in denen nicht alles gesagt oder verzerrt wiedergegeben wird Unrecht erkennen. Man muss auch mal mit um die Ecke denken, oder einfach mal sein Gehirn dabei mitbenutzen. Ich persönlich versuche wenigstens sachlich zu bleiben. Aber ohne Fehler bin ich bestimmt auch nicht immer. Es kann schon vorkommen das nach einer langen Zeit einige Erinnerungen verblassen und etwas dazu kommt was man von woanders übernommen hat. Nicht einmal in böser Absicht, man glaubt selber daran das es so war. Trotz allem Ehre wem Ehre gebührt. Dem Widerstandskämpfer und dem der Unrecht egal wo anprangert.
Dem politischen Häftling in der DDR gebührt die Anerkennung mindestens genauso. Menschen ohne Rückrat und Mitläufer ohne eigene Meinung gibt es doch mehr als genug.
Mir ist der Nichtangepasste fast schon Rebell lieber.


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#749

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 13:36
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #746
Zitat von Gert im Beitrag #744

@Merkur
das ist so auch nicht richtig ( hast du überhaupt eine solche Führung mitgemacht? ) bei meiner Führung wurde auch aus einer Zeit berichtet, die vor der Verantwortung des MfS lag, nämlich in der Verantwortung des KGB oder NKWD, wie auch immer diese terroristische Vereinigung hiess.
Der Führer hat eine klare Trennlinie gezogen, ich glaube es wurde auch das Übergabedatum gesagt ich kann es aber nicht mehr genau definieren ( muss so ca. Ende 40er Jahre - 1950 gewesen sein) Meine Führung wurde von einem ehemaligen Insassen erklärt, der sehr sachlich und glaubwürdig alles erklärte und auch aus seiner persönlichen Erfahrung berichtete. Ich hatte keine Gründe daran zu zweifeln und das ist und bleibt mein Beurteilungsmaßstab.




Ich habe bereits an mehreren Führungen in verschiedenen UHA der Bezirke (Rostock, Magdeburg, Potsdam) und in der zentralen UHA in HSH (mehrfach) teilgenommen. Über die dortigen Erklärer möchte ich nicht hier nicht generell urteilen. Ich empfinde es aber als wichtig, dass die Menschen, die dort Führungen realisieren, außer ihren persönlichen Empfindungen und Erlebnissen auch grundlegende Kenntnisse über historische Zusammenhänge und die Arbeit des MfS besitzen sollten. An Objektivität, die bei ehemaligen Insassen kaum vorhanden sein kann, wage ich gar nicht zu denken.
Es geht mir lediglich um die von Dir ins Spiel gebrachte Trennlinie. Es gibt für mich auch immer ein davor und ein danach, für Dich nur ein davor. Und genau darum geht es.

rot mark. Ich verstehe nicht, warum du das so herausstellst , ist das etwa ein Problem ?


.
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#750

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 14:16
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #736
Wenn heute Herr XY an solch einer Führung teilnimmt und dies dem "Führer" mitteilt, bekommt man sinngemäß die Antwort, "dies glauben sie doch selbst nicht".
Na da ist die Antwort dann aber gaaaanz einfach: Was man weiß braucht man nicht glauben! Na wie auch immer.
Neben der Zellentür sind ja für die Läufer diese briefkastenähnlichen Fächer mit (u.a.) den Angaben zu den Zelleninsassen auf solchen farbigen Täfelchen. Da könnte man ja mal Fragen, ob die 'Forscher' von Knabes Gnaden schon mal ermittelt haben, welche Angaben da wie 'kodiert' wurden.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 07.03.2014 14:16 | nach oben springen

#751

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 14:50
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #746
Ich habe bereits an mehreren Führungen in verschiedenen UHA der Bezirke (Rostock, Magdeburg, Potsdam) und in der zentralen UHA in HSH (mehrfach) teilgenommen. Über die dortigen Erklärer möchte ich nicht hier nicht generell urteilen. Ich empfinde es aber als wichtig, dass die Menschen, die dort Führungen realisieren, außer ihren persönlichen Empfindungen und Erlebnissen auch grundlegende Kenntnisse über historische Zusammenhänge und die Arbeit des MfS besitzen sollten. An Objektivität, die bei ehemaligen Insassen kaum vorhanden sein kann, wage ich gar nicht zu denken.
Es geht mir lediglich um die von Dir ins Spiel gebrachte Trennlinie. Es gibt für mich auch immer ein davor und ein danach, für Dich nur ein davor. Und genau darum geht es.

ad grün markiert: Prinzipiell stimme ich Dir in diesem Punkt zu. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass gerade hier im Forum oft von bestimmten Forumsteilnehmern Fragen wie die folgenden gestellt werden: Hast Du das selbst erlebt? Ging es Dir schlecht? Wurdest Du vom MfS belästigt?
Vielfach wird dann argumentiert, dass es eigentlich "fast niemanden" gab dem es schlecht ging oder der vom MfS belästigt wurde. Das kann ich, wenn nicht nur persönlich Erlebtes relevant ist, künftig nicht gelten lassen.

Interessant ist diese Thematik natürlich auch in Bezug auf die Arbeitsweise des MfS. Einerseits tönt es regelmäßig "Jeder wusste nur das, was zu seiner Arbeit unmittelbar notwendig war", andererseits wollen ehemalige MfS-Mitarbeiter genau wissen, dass das, was ein ehemaliger "Client" des MfS aus eigenem Erleben erzählt, nicht wahr ist. Auch hier imho wieder ein "Konflikt" zw. persönlich Erlebtes und "Allgemeinwissen".

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#752

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 15:21
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Ich sehe den Konflikt als Zeitzeuge, als selbst Betroffene eigentlich darin, das das selbst erlebte nicht geglaubt und angezweifelt wird, wenn man bei der Wahrheit bleibt. Ohne etwas dazuerfinden oder etwas verharmlosen oder verschweigen. So ist es mir selbst ergangen bei der Schilderung meiner Haftzeit.
Die einen werfen mir vor das ich alles übertreibe, das ich mich selbst in eine Opferrolle stelle um Mitleid zu bekommen. Die anderen werfen mir vor das ich alles verharmlose, etwas verschweige und mich selbst nicht genug in eine Opferrolle stelle. Es ging sogar so weit, das mir ein Stockholm-Syndrom angedichtet wurde, oder das ich dafür bezahlt werde um etwas zu verharmlosen.
Jeder versucht nur mich in seinem Sinne politisch zu vereinnahmen, und anderen wird es da nicht besser gehen. Und was dann auf der Strecke bleibt ist die Wahrheit. Aber die interessiert doch sowieso die wenigsten, jede Seite versucht solche Berichte für sich politisch auszuschlachten.
Wirkliche uneingeschränkte Zustimmung bekomme ich eigentlich nur von Leuten die das alles ebenfalls selbst erlebt haben, also ehemaligen politischen Häftlingen.
LG Anja


http://kaube-blog.de/


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#753

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 16:03
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #745
Zitat von ratata im Beitrag #743
Nun sagt noch HSH war kein Stasigefängnis .



Warum sollte das jemand sagen ? Das MfS war ein gesetzlich und staatlich legitimiertes Untersuchungsorgan. Damit oblag dem MfS die Aufgabe, entsprechend der Zuständigkeit den Verdacht einer Straftat begründende Handlungen allseitig aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Und zur dieser Untersuchung verfügte es über Untersuchungshaftanstalten.


@Merkur , das ist richtig aus der Sicht des MfS, denn das MfS war der Handlanger der SED. Und in der SED wurden die Gesetze zusammengeschustert, die zur absoluten Machtsicherung dieser Monopolpartei aus Sicht der Parteigranden notwendig war. Diese §§, die das politische Strafrecht in der DDR bildeten, waren überwiegend verbrecherisch und gegen die Opposition gerichtet. Die Verantwortung lag bei der SED, nicht beim MfS. Ich rede hier nicht von Hühnerdieben und ähnlichem, ich rede von z.B. § 213 und solchen §§


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#754

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 16:38
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #738
Zitat von Merkur im Beitrag #735
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #734
Mir persönlich geht es bei solchen Gedenkstätten um unsachliche und fehlerhafte "Darbietung" der Geschichte.


...oder einfach das Weglassen von Fakten. Ich habe z. B. noch nie gehört, dass bei Führungen erwähnt wurde, dass es noch lange Zeit nach 1990 bzw. bis zum heutigen Zeitpunkt Personen gab/gibt, die schon in UHA des MfS einsaßen und dies in den Haftanstalten der Bundesrepublik auch noch taten bzw. aktuell immer noch tun. Solche Dinge werden geflissentlich übersehen, da sie nicht in die verordnete Geschichtsschreibung passen. Aber auch diese Fakten gehören dazu.



@Merkur natürlich gibt es solche. Nach der Wiedervereinigung wurden doch nicht alle Gefangenen frei gelassen. Mörder und solche Leute, die Lebenslänglich hatten, sitzen natürlich weiter im Knast. Jedoch Politische ( ich weiss die gab es aus eurer Sicht nicht ) wurden sofort frei gelassen, wenn ich recht erinnere noch zu DDR Zeiten.
Mit HSH gibt es einen Zeitschnitt und der liegt sicher gleichauf mit dem Datum Auflösung MfS. Warum sollte also ein Führer in dieser Gedenkstätte
sich darüber Gedanken machen, was nach dem Schließen dieses besonderen Gefängnisses weiterhin in Gefangnissen Gesamt - D 's passiert ?
Das ist doch eine ganz andere "Baustelle"


sofort freigelassen?,
wann ist für sofort gewesen?,
ein Freund von mir wurde erst im Dezember 89 freigelassen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#755

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 16:58
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #753
Zitat von Merkur im Beitrag #745
Zitat von ratata im Beitrag #743
Nun sagt noch HSH war kein Stasigefängnis .



Warum sollte das jemand sagen ? Das MfS war ein gesetzlich und staatlich legitimiertes Untersuchungsorgan. Damit oblag dem MfS die Aufgabe, entsprechend der Zuständigkeit den Verdacht einer Straftat begründende Handlungen allseitig aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Und zur dieser Untersuchung verfügte es über Untersuchungshaftanstalten.


@Merkur , das ist richtig aus der Sicht des MfS, denn das MfS war der Handlanger der SED. Und in der SED wurden die Gesetze zusammengeschustert, die zur absoluten Machtsicherung dieser Monopolpartei aus Sicht der Parteigranden notwendig war. Diese §§, die das politische Strafrecht in der DDR bildeten, waren überwiegend verbrecherisch und gegen die Opposition gerichtet. Die Verantwortung lag bei der SED, nicht beim MfS. Ich rede hier nicht von Hühnerdieben und ähnlichem, ich rede von z.B. § 213 und solchen §§




@Gert lass uns doch mal bei der UHA HSH alles ausklammern, was irgendwie politischen Charakter hat. Sei es versuchte Republikflucht u.ä. .... es ist zweifelsfrei so, dass sich das MfS auch um "normale" Straftaten gekümmert hat.. damit meine ich keine Hühnerdiebe... sondern eher Brandstiftung, Raub, Mord und andere Dinge... davon wirst Du nie während einer Führung hören, man lässt also den Besucher dort bewusst im Glauben, dass die Haftanstalt nur geschaffen wurde um ausschließlich Regimegegner zu inhaftieren.
Es ist nicht meine Absicht in dieser HInsicht irgendwas schön zu reden, schlimm genug, das es 40 Jahre solch Gesetze wie den §213 gab, aber mich würde in dem Zusammenhang wirklich mal interessieren ob es Zahlen und Statistiken gibt, die gesichert belegen, welche Häftlinge mit welchen Straftaten dort inhaftiert waren.
Bei der Führung am vergangenen Samstag hat man m.E. bewusst alles auf die Stufe Stasi/politische Gefangene reduziert.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#756

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 17:00
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #754
Zitat von Gert im Beitrag #738
Zitat von Merkur im Beitrag #735
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #734
Mir persönlich geht es bei solchen Gedenkstätten um unsachliche und fehlerhafte "Darbietung" der Geschichte.


...oder einfach das Weglassen von Fakten. Ich habe z. B. noch nie gehört, dass bei Führungen erwähnt wurde, dass es noch lange Zeit nach 1990 bzw. bis zum heutigen Zeitpunkt Personen gab/gibt, die schon in UHA des MfS einsaßen und dies in den Haftanstalten der Bundesrepublik auch noch taten bzw. aktuell immer noch tun. Solche Dinge werden geflissentlich übersehen, da sie nicht in die verordnete Geschichtsschreibung passen. Aber auch diese Fakten gehören dazu.



@Merkur natürlich gibt es solche. Nach der Wiedervereinigung wurden doch nicht alle Gefangenen frei gelassen. Mörder und solche Leute, die Lebenslänglich hatten, sitzen natürlich weiter im Knast. Jedoch Politische ( ich weiss die gab es aus eurer Sicht nicht ) wurden sofort frei gelassen, wenn ich recht erinnere noch zu DDR Zeiten.
Mit HSH gibt es einen Zeitschnitt und der liegt sicher gleichauf mit dem Datum Auflösung MfS. Warum sollte also ein Führer in dieser Gedenkstätte
sich darüber Gedanken machen, was nach dem Schließen dieses besonderen Gefängnisses weiterhin in Gefangnissen Gesamt - D 's passiert ?
Das ist doch eine ganz andere "Baustelle"


sofort freigelassen?,
wann ist für sofort gewesen?,
ein Freund von mir wurde erst im Dezember 89 freigelassen
Lutze


einfach mal gründlich lesen @Lutze .....


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#757

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 17:44
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #755
Zitat von Gert im Beitrag #753
Zitat von Merkur im Beitrag #745
Zitat von ratata im Beitrag #743
Nun sagt noch HSH war kein Stasigefängnis .



Warum sollte das jemand sagen ? Das MfS war ein gesetzlich und staatlich legitimiertes Untersuchungsorgan. Damit oblag dem MfS die Aufgabe, entsprechend der Zuständigkeit den Verdacht einer Straftat begründende Handlungen allseitig aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Und zur dieser Untersuchung verfügte es über Untersuchungshaftanstalten.


@Merkur , das ist richtig aus der Sicht des MfS, denn das MfS war der Handlanger der SED. Und in der SED wurden die Gesetze zusammengeschustert, die zur absoluten Machtsicherung dieser Monopolpartei aus Sicht der Parteigranden notwendig war. Diese §§, die das politische Strafrecht in der DDR bildeten, waren überwiegend verbrecherisch und gegen die Opposition gerichtet. Die Verantwortung lag bei der SED, nicht beim MfS. Ich rede hier nicht von Hühnerdieben und ähnlichem, ich rede von z.B. § 213 und solchen §§




@Gert lass uns doch mal bei der UHA HSH alles ausklammern, was irgendwie politischen Charakter hat. Sei es versuchte Republikflucht u.ä. .... es ist zweifelsfrei so, dass sich das MfS auch um "normale" Straftaten gekümmert hat.. damit meine ich keine Hühnerdiebe... sondern eher Brandstiftung, Raub, Mord und andere Dinge... davon wirst Du nie während einer Führung hören, man lässt also den Besucher dort bewusst im Glauben, dass die Haftanstalt nur geschaffen wurde um ausschließlich Regimegegner zu inhaftieren.
Es ist nicht meine Absicht in dieser HInsicht irgendwas schön zu reden, schlimm genug, das es 40 Jahre solch Gesetze wie den §213 gab, aber mich würde in dem Zusammenhang wirklich mal interessieren ob es Zahlen und Statistiken gibt, die gesichert belegen, welche Häftlinge mit welchen Straftaten dort inhaftiert waren.
Bei der Führung am vergangenen Samstag hat man m.E. bewusst alles auf die Stufe Stasi/politische Gefangene reduziert.

VG exgakl

@exgakl
rot mark. dann bleibt nicht mehr viel übrig, über was du dort reden kannst. Es ist wahrscheinlich, dass dort auch Schwerkriminelle einfuhren, aber nach allem was ich gesehen habe, gelesen habe, war das UHA HSH eine Schwerpunkthaftanstalt für pol. Gefangene. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Ich habe mal nach Zahlen gegooglet, es gibt keine verlässlichen Zahlen. Entweder hat das MfS keine Statistiken geführt ( was ich nicht annehme bei der "Bürokratiewut" die auch hier herrschte) oder sie sind während der Wende vernichtet worden. Schätzungen sprechen von 11.000 Insassen in HSH ohne Auftteilung in gewöhnliche Kriminelle und pol Gefangene.


.
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#758

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 17:46
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #753
Und in der SED wurden die Gesetze zusammengeschustert, die zur absoluten Machtsicherung dieser Monopolpartei aus Sicht der Parteigranden notwendig war. Diese §§, die das politische Strafrecht in der DDR bildeten, waren überwiegend verbrecherisch und gegen die Opposition gerichtet.


Hallo,
ja das war so, ist aber keine historische Einmaligkeit, daß REALE Regierungen, da sind teilweise die Militärs, demokratische Vorstellungen ignorieren um die Macht zu erhalten.

Frankreich 1958: In Paris versuchte Pflimlin die Legitimität seiner Regierung zu behaupten. Als Höhepunkt ihres Ungehorsams nahm das Militär ausgehend von Algerien Korsika in einem unblutigen Staatsstreich durch Fallschirmjäger ein. Das Militär plante ebenso die Landung von Fallschirmjägern in der Hauptstadt Paris. Die politischen Ereignisse kamen jedoch der Operation zuvor, als das französische Parlament unter dem Druck der Ereignisse Charles de Gaulle am 1. Juni 1958 mit der Bildung einer neuen Regierung und Verfassung beauftragte....

Griechenland: Am Morgen des 21. April 1967 kam es zum Putsch des Militärs in Griechenland und damit zu dessen Machtübernahme.

Chiele: Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile. Der drei Jahre zuvor demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende nahm sich das Leben, nachdem die Luftwaffe begonnen hatte, den Präsidentenpalast La Moneda zu bombardieren und Putsch-Militär in den Palast eingedrungen war.

Italien: Als Urheber des Anschlags war die linksextreme Terrororganisation Rote Brigaden benannt worden, die Täter wurden jedoch nie ermittelt. Casson fand zahlreiche auffällige Unstimmigkeiten in den früheren Untersuchungsergebnissen, die auf gezielte Manipulation und Beweisfälschung deuteten. Schließlich führten ihn seine Ermittlungen auf die Spur des eigentlichen Täters, des Rechtsextremisten Vincenzo Vinciguerra, der ein umfangreiches, folgenreiches Geständnis ablegte.[12]
Das Symbol der neofaschistischen Organisation Ordine Nuovo, deren Mitglied Vinciguerra war

Vinciguerra sagte aus, dass er von Personen aus dem Staatsapparat gedeckt worden sei und dass das Attentat Teil einer umfassenden Strategie gewesen sei, die Casson später als Strategie der Spannung bezeichnete. Casson ermittelte daraufhin weiter und deckte nach Recherchen in den Archiven des Militärgeheimdienstes SISMI 1990 die Existenz einer geheimen komplexen Struktur innerhalb des italienischen Staates auf.[12] Er fand heraus, dass Mitarbeiter des SISMI und dessen Vorgängers SID, zudem Neofaschisten und Teile des Gladio-Netzwerks von den 1960ern bis in die 1980er Jahre zahlreiche politisch motivierte Terroranschläge und Morde in Italien begangen hatten.

Oder direkt Grenada......

Also kommt bitte in der Realität an....



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#759

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 17:49
von exgakl | 7.237 Beiträge

und was hat das jetzt alles mit HSH und der DDR zu tun? Nee..... ich will es gar nicht wissen!


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#760

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 17:54
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #757
Zitat von exgakl im Beitrag #755
Zitat von Gert im Beitrag #753
Zitat von Merkur im Beitrag #745
Zitat von ratata im Beitrag #743
Nun sagt noch HSH war kein Stasigefängnis .



Warum sollte das jemand sagen ? Das MfS war ein gesetzlich und staatlich legitimiertes Untersuchungsorgan. Damit oblag dem MfS die Aufgabe, entsprechend der Zuständigkeit den Verdacht einer Straftat begründende Handlungen allseitig aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Und zur dieser Untersuchung verfügte es über Untersuchungshaftanstalten.


@Merkur , das ist richtig aus der Sicht des MfS, denn das MfS war der Handlanger der SED. Und in der SED wurden die Gesetze zusammengeschustert, die zur absoluten Machtsicherung dieser Monopolpartei aus Sicht der Parteigranden notwendig war. Diese §§, die das politische Strafrecht in der DDR bildeten, waren überwiegend verbrecherisch und gegen die Opposition gerichtet. Die Verantwortung lag bei der SED, nicht beim MfS. Ich rede hier nicht von Hühnerdieben und ähnlichem, ich rede von z.B. § 213 und solchen §§




@Gert lass uns doch mal bei der UHA HSH alles ausklammern, was irgendwie politischen Charakter hat. Sei es versuchte Republikflucht u.ä. .... es ist zweifelsfrei so, dass sich das MfS auch um "normale" Straftaten gekümmert hat.. damit meine ich keine Hühnerdiebe... sondern eher Brandstiftung, Raub, Mord und andere Dinge... davon wirst Du nie während einer Führung hören, man lässt also den Besucher dort bewusst im Glauben, dass die Haftanstalt nur geschaffen wurde um ausschließlich Regimegegner zu inhaftieren.
Es ist nicht meine Absicht in dieser HInsicht irgendwas schön zu reden, schlimm genug, das es 40 Jahre solch Gesetze wie den §213 gab, aber mich würde in dem Zusammenhang wirklich mal interessieren ob es Zahlen und Statistiken gibt, die gesichert belegen, welche Häftlinge mit welchen Straftaten dort inhaftiert waren.
Bei der Führung am vergangenen Samstag hat man m.E. bewusst alles auf die Stufe Stasi/politische Gefangene reduziert.

VG exgakl

@exgakl
rot mark. dann bleibt nicht mehr viel übrig, über was du dort reden kannst. Es ist wahrscheinlich, dass dort auch Schwerkriminelle einfuhren, aber nach allem was ich gesehen habe, gelesen habe, war das UHA HSH eine Schwerpunkthaftanstalt für pol. Gefangene. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Ich habe mal nach Zahlen gegooglet, es gibt keine verlässlichen Zahlen. Entweder hat das MfS keine Statistiken geführt ( was ich nicht annehme bei der "Bürokratiewut" die auch hier herrschte) oder sie sind während der Wende vernichtet worden. Schätzungen sprechen von 11.000 Insassen in HSH ohne Auftteilung in gewöhnliche Kriminelle und pol Gefangene.




Gert,

in welchen Zeitraum 11.000 ?


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