#381

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 11:53
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #371
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #369
Dein Mund ist schon ganz ausgefranst von immer der selben Frage.


Überhaupt nicht @schnatterinchen Pfeifen geht noch ganz gut. Diese Doku haben hoffentlich viele gesehen und bildet daher eine gute Diskussionsgrundlage für die vielen, die eine Haftanstalt nie von innen gesehen haben, weder als Häftling noch als Dienst tuender.

LG von der grenzgaengerin



@grenzgaengerin , ich habe auf deinen Tip hin die Sendung angeschaut. Wenn ich sie mit meinem Besuch und der Führung durch HSH vergleiche, so wirkte der Film harmlos auf mich. Es ist die Aura, es ist die Athmosphäre die im Film fehlt. Wenn man dort ist spürt man förmlich, dass das ein Ort ist, wo viel schlechtes getan wurde, wo Menschen mit bösen Absichten anderen böses angetan haben. So etwas kann man im Film nicht rüberbringen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#382

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 12:14
von Moskwitschka (gelöscht)
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@Gert das kann auch nicht in einer Dokumentation in 45 min geleistet werden. Ein wenig ist aber für mich persönlich doch rüber gekommen. Durch den Bericht einer Zeitzeugin, die sehr sachlich darüber berichtet hat, dass sie keinen einzigen Mithäftling gesehen hat, aber nachts die anderen gehört hat.

LG von der grenzgaengerin


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#383

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 12:37
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Und genau so habe ich ihn auch erlebt. Es ist vielleicht noch hinzu zu Fügen das auf dem Transport Rauchverbot galt. Tabakwaren durfte man zwar mit sich führen aber keine Streichhölzer. Ich hatte mir ein Paar im Schuhabsatz versteckt und eine Reibefläche. So konnte ich trotzdem rauchen :-)

Andreas


http://kaube-blog.de/


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#384

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 12:40
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #382
@ Durch den Bericht einer Zeitzeugin, die sehr sachlich darüber berichtet hat, dass sie keinen einzigen Mithäftling gesehen hat, aber nachts die anderen gehört hat.
LG von der grenzgaengerin


Waren die Untersuchungshäftlinge völlig isoliert und hatten keinen Hofgang mit anderen?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#385

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 12:46
von Moskwitschka (gelöscht)
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Bei mir sind auch einige Fragen offen geblieben.

Wie war der Kontakt zur "Außenwelt". Konnte man seinen Familienangehörigen schreiben? Wurden sie bei der Verlegeung von einer in eine andere Haftanstalt informiert?

Wie war das mit der anwaltlichen Vertretung geregelt? Hatte jeder Häftling einen Anwalt an seiner Seite?

LG von der grenzgaengerin


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#386

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 12:59
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #385
Bei mir sind auch einige Fragen offen geblieben.

Wie war der Kontakt zur "Außenwelt". Konnte man seinen Familienangehörigen schreiben? Wurden sie bei der Verlegeung von einer in eine andere Haftanstalt informiert?

Wie war das mit der anwaltlichen Vertretung geregelt? Hatte jeder Häftling einen Anwalt an seiner Seite?

LG von der grenzgaengerin



Monatlich durften 20 Zeilen geschrieben werden, wurde natürlich kontrolliert. Verboten war über Straftat oder Haftbedingungen zu schreiben. Da man Besuchszeit hatte konnte man den Angehörigen natürlich mitteilen wo man ist. Spätestens nach Einlieferung in eine Haftanstalt wurde gesagt wo man ist.
In der U Haft hatte ich jeden Tag Hofgang. Der lief wie folgt ab. Raustreten vor der Zelle stehen bleiben. Danach kontrollierter Zulauf zum Hof. Da waren im Kreis Markierungen in gewissen Abständen . Der Erste blieb an der bestimmten Markierung stehen, dann der Nächste usw, Die Markierungen waren so angebracht das der Abstand genügend auseinander war, damit man nicht flüstern oder zustecken konnte, Wenn alle da waren ging es bei Einhalten des Abstandes zum Vordermann immer schön im Kreis herum. Zurück in die Zelle genauso ,immer schön Abstand halten.


zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:01 | nach oben springen

#387

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:04
von WernerHolt (gelöscht)
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@grenzgaengerin

was mich ein wenig wundert ist folgendes ,es hat niemand den beitrag #62 beachtet. alle deine fragen stehen hier schon im forum geschrieben und wurden auch beantwortet
MkG
HG


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#388

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:07
von Gert | 12.367 Beiträge

in der Führung in HSH wurde gesagt, dass die U Häftlinge keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten, also Schreibverbot, Besuch durfte nicht empfangen werden. Keine Bücher, keine Zeitungen. Sie wussten nicht wo sie waren. Wenn sie außerhalb der Zellen durch die Gänge gingen wurden Begegnungen mit anderen Häftlingen dadurch unterbunden, dass sie bei dem Treffpunkt mit dem Gesicht zur Wand stehen bleiben mussten. Das wurde mit einem Ampelsystem in den Gängen geregelt. Also ich denke, das ist Isolationsfolter. Wenn nicht, was ist dann Isolationsfolter?


.
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zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:07 | nach oben springen

#389

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:09
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #380
Ohne Effekthascherei.

Stimmt, Du schriebest ja auch was von Effekten fassen *breites_grins*
(Tschuldschung @Schildkröt, nicht persönlich nehmen, aber den konntsch mir ni verkneifen, hättsch mal besser sollen, odär?)

Doch das während der Ermittlungen kein Kontakt (auch über Dritte) zu eventuellen Mittätern aufgebaut werden kann, macht ja aus ermittlungstaktischer Sicht durchaus Sinn. Das für den Inhaftierten eine solche Kommunikationsarmut eine zusätzliche psychologische Belastung darstellt, steht andererseits genauso außer Frage. Und nur die Wenigsten (die Masse waren ja Ersttäter) kannten Möglichkeiten wie Klopfen oder Bello.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:11 | nach oben springen

#390

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:11
von WernerHolt (gelöscht)
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ich empfehle auch noch mal dieses thema Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

auch in diesem thread stehen viele sachen beantwortet da


zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:12 | nach oben springen

#391

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:17
von Moskwitschka (gelöscht)
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@WernerHolt

Ich habe meine Fragen unter dem Eindruck der gestrigen Doku geschrieben.

Und soll ich mal ehrlich sein? Als ich in #62 "Röntgengerät" gelesen habe, bin ich darüber hinweg gegangen. Ich bin nicht so sehr an den Details von Bananensteckern und anderen technischen Geräten interssiert, sondern eher daran, was hat es aus den Menschen gemacht - den ehemaligen Häftlingen und ihren Bewachern und Vernehmern.

So kann ich auch nicht recht der Aussage des Leiters von HSH glauben, dass das alles spurlos an seinen Mitarbeitern vorbei gegangen ist.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:19 | nach oben springen

#392

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:25
von passport | 2.642 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #381
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #371
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #369
Dein Mund ist schon ganz ausgefranst von immer der selben Frage.


Überhaupt nicht @schnatterinchen Pfeifen geht noch ganz gut. Diese Doku haben hoffentlich viele gesehen und bildet daher eine gute Diskussionsgrundlage für die vielen, die eine Haftanstalt nie von innen gesehen haben, weder als Häftling noch als Dienst tuender.

LG von der grenzgaengerin



@grenzgaengerin , ich habe auf deinen Tip hin die Sendung angeschaut. Wenn ich sie mit meinem Besuch und der Führung durch HSH vergleiche, so wirkte der Film harmlos auf mich. Es ist die Aura, es ist die Athmosphäre die im Film fehlt. Wenn man dort ist spürt man förmlich, dass das ein Ort ist, wo viel schlechtes getan wurde, wo Menschen mit bösen Absichten anderen böses angetan haben. So etwas kann man im Film nicht rüberbringen.




Gebe ich Dir Recht Gert, das Menschen mit bösen Absichten und Taten wie Mörder, Brandstifter, Vergewaltiger und andere Hochkriminelle sich dort schlecht gefühlt haben. Wer gegen geltendes Recht und Ordnung verstösst, muß mit Konsequenzen rechnen. Das ist legitimes Recht eines jeden Staates. Es gibt in jeden Staat Institutionen die darüber wachen und Recht und Ordnung auch durchsetzen. Eine UHA oder ein Gefängnis ist nun mal kein Erholungsheim. Jede Haft oder Haftanstalt ist Bedrückend und unnormal. Das war so im Osten wie im Westen. Es gibt genug Berichte aus bundesdeutschen Haftanstalten und den dort herrschenden Zuständen.
Zitiere hier mal Peter Pfütze, Leiter IX/10-konsularische Betreuung von U-Häftlingen in HSH.

Zwischen den Diplomaten und Inhaftierten kam folgendes zur Aussprache:
Verpflegung, Tagesablauf, Gesundheit, ärztliche betreuung, Befindlichkeit, Kontakte zu RA und Angehörigen sowie ausserhalb der DDR zu klärende Probleme.

Ausgespart wurde.
Einzelheiten zur Straftat, Tatbeteiligte, Verhalten zum Tatvorwurf, vernehmungstaktische und kriminalistische Methoden, Mitwirkung von IM, Mitarbeiter des MfS(IX und XIV), Details der UHA, Häftlingstransporte und vorhandene Bewismaterialien.


passport


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#393

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:32
von passport | 2.642 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #388
in der Führung in HSH wurde gesagt, dass die U Häftlinge keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten, also Schreibverbot, Besuch durfte nicht empfangen werden. Keine Bücher, keine Zeitungen. Sie wussten nicht wo sie waren. Wenn sie außerhalb der Zellen durch die Gänge gingen wurden Begegnungen mit anderen Häftlingen dadurch unterbunden, dass sie bei dem Treffpunkt mit dem Gesicht zur Wand stehen bleiben mussten. Das wurde mit einem Ampelsystem in den Gängen geregelt. Also ich denke, das ist Isolationsfolter. Wenn nicht, was ist dann Isolationsfolter?




Unsinn,

Turtle und Ameisenferdinand haben aus ihrer Sicht aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten Details der UHA beschrieben. Feliks D. hat entsprechende Dokumente hier in das Forum eingebracht die das Gegenteil dieser Märchenerzähler in HSH belegen.


passport


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#394

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:47
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #388
in der Führung in HSH wurde gesagt, dass die U Häftlinge keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten, also Schreibverbot, Besuch durfte nicht empfangen werden. Keine Bücher, keine Zeitungen. Sie wussten nicht wo sie waren. Wenn sie außerhalb der Zellen durch die Gänge gingen wurden Begegnungen mit anderen Häftlingen dadurch unterbunden, dass sie bei dem Treffpunkt mit dem Gesicht zur Wand stehen bleiben mussten. Das wurde mit einem Ampelsystem in den Gängen geregelt. Also ich denke, das ist Isolationsfolter. Wenn nicht, was ist dann Isolationsfolter?




1964/65 bekam ich keine Zeitungen ,mit den Büchern weiß ich nicht mehr ganz genau ,ich habe jedenfalls keins gehabt. Später soll es aber Zeitungen und Bücher gegeben haben.Stimmt bei einer Begegnung mit anderen Häftlingen auf dem Weg zum Verhör zB musste das Gesicht zur Wand gedreht werden. Wurde aber auch nicht immer so genau befolgt .Schreibverbot hatte ich nur im Arrest ,auch gab es da keinen Besuch. Überhaupt im Arrest gab es keine sogenannten Vergünstigungen. Arrest erhielt ich weil ich mich zum Beispiel provokativ verhalten habe .


zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:48 | nach oben springen

#395

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:49
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von passport im Beitrag #392
das Menschen mit bösen Absichten und Taten wie Mörder, Brandstifter, Vergewaltiger und andere Hochkriminelle sich dort schlecht gefühlt haben.

Wenn ich das gestern richtig verstanden habe, dann waren allein über die Jahre in Hohenschönhausen 20.000 Menschen inhaftiert. Alles Mörder, Brandstifter, Vergewaltiger und andere Hochkriminelle ? Von anderen Untersuchungshaftanstalten ganz zu schweigen.

Das sind schon keine Märchen mehr, sondorn Horrorgeschichten. In was für einem Land habe ich gelebt?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:50 | nach oben springen

#396

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:56
von WernerHolt (gelöscht)
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wiedermal kochen die emotionen hoch .......................
mit @Feliks D. seiner erlaubnis zitiere ich ihn mal und markiere ein wenig

Zitat
Trotzdem muss man bei Tatsachen wie der Unterbringung, Behandlung und auch beim Ablauf der U-Haft bei der Wahrheit bleiben. Genau darum gehts doch aber hier, niemand bestreitet die Haft als solche und auch das viele (nicht alle) aus heutiger Sicht unschuldig gesessen haben wird nicht pauschal bestritten, aber wenn ich dann Schilderungen über die Haftbedingungen künstlich aufputsche, Details weglasse, andere Sachen übertreibe und teilweise auch echt Unwahrheiten (Aufschriften der Transporter, nicht wissen wo man ist, keine Belüftung, stundenlanges fahren usw.) in Umlauf bringe, dann ist bei allem Respekt vor den Opfern doch wohl auch eine Klarstellung erlaubt.

Eine UHA des MfS war kein FDGB-Ferienheim und das sollte sie auch nie sein, jedoch war sie (meistens) besser als die des MdI. Größter Nachteil für den Insassen war die Isolation, aber dann hören die Schauermärchen auch schon auf.

In der Anfangszeit bis so ca. 1965 waren die Verhältnisse sicher auch noch ganz andere, aber gerade ab 1980 waren die Verhältnisse wesentlich besser und es gab einheitliche Vorschriften die auch eingehalten wurden.

In der BV Neubrandenburg war die UHA bis zur Indienstnahme der neuen UHA am Sitz der BV NB(1985) in Neustrelitz (wie früher auch die BV bis 1980/81). Die UHA in Neustrelitz war ein ziemlich altes Bauwerk aus der Jahrhundertwende und dort waren die Haftbedingungen (Unterbringung --> nicht Behandlung) wirklich nicht sehr gut. Dies lag aber auch daran, das der Neubau in NB bereits geplant war und daher keine größeren Mittel mehr für die Modernisierung der UHA in NZ aufgewendet wurden. Diese wurde dann auch geschlossen.

Als dann in NB die neue UHA fertig war, stand ein neues modernes Gebäude zur Verfügung, dass sogar mit einer kompletten moderner medizinischer Station ausgestattet war.
Hier wurden die "Kunden" weder gefoltert noch Menschenunwürdig untergebracht, ganz das Gegenteil war der Fall.

Als Gegensatz dazu die "normale" Haftanstalt des MdI in Neutrelitz. Diese stammte noch aus Kaisers Zeiten und dementsprechend waren auch die Anlagen, Zellen usw., also absolut nicht dem Vergleich mit der UHA des MfS in NB gewachsen.

Sicher gab es Unterschiede zwischen den UHA's der einzelnen BV's, die in HRO war auch sehr gut aber es gab sicher auch noch ältere.

Die pauschale Verteufelung und die bewußt falsche Darstellung von Haftbedingen in der Abt. XIV kann und werde ich jedoch nicht gelten lassen.



zur der zeit hat feliks noch sehr offen und im detail eines IX berichtet.........das es teilweise unrecht gab bestreitet doch niemand ,kein einziger der mir bekannten MA hat dies jemals getan...........
ich lasse das mal so stehen
MkG
HG


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#397

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:57
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #393
Zitat von Gert im Beitrag #388
in der Führung in HSH wurde gesagt, dass die U Häftlinge keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten, also Schreibverbot, Besuch durfte nicht empfangen werden. Keine Bücher, keine Zeitungen. Sie wussten nicht wo sie waren. Wenn sie außerhalb der Zellen durch die Gänge gingen wurden Begegnungen mit anderen Häftlingen dadurch unterbunden, dass sie bei dem Treffpunkt mit dem Gesicht zur Wand stehen bleiben mussten. Das wurde mit einem Ampelsystem in den Gängen geregelt. Also ich denke, das ist Isolationsfolter. Wenn nicht, was ist dann Isolationsfolter?




Unsinn,

Turtle und Ameisenferdinand haben aus ihrer Sicht aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten Details der UHA beschrieben. Feliks D. hat entsprechende Dokumente hier in das Forum eingebracht die das Gegenteil dieser Märchenerzähler in HSH belegen.


passport



Zitat passport:Mörder, Brandstifter, Vergewaltiger und andere Hochkriminelle sich dort schlecht gefühlt haben

In HSH haben keine gewöhnlichen Kriminelle eingesessen, sondern nur politisch Verfolgte und Leute die für westliche Geheimdienste gearbeitet haben also Agenten. Letztere wussten, welches Risiko sie fahren, daher brauchen wir uns bei ihnen nicht aufhalten. Die politisch Verfolgten waren Menschen mit oftmals guter bis sehr Bildung, gutem sozialen Hintergrund und überhaupt nicht an solcher Art Gefängnisse gewöhnt. Die Art und Weise wie mit ihnen umgegangen wurde, hat sie sicherlich noch mehr verwirrt und geschockt, weil sie mit diesen prollhaften und brutalen Umgangsformen der dort Bediensteten im Gegensatz zu gewöhnliche Krimininellen mit Knasterfahrung nicht klar kamen. Eine zweite sicher sehr schmerzliche Erfahrung war für diese Leute, dass sie wegen "Vergehen" dort festgehalten wurden, die in zivilisierten Staaten überhaupt kein Delikt waren. Aber das war ja so gewollt, denn Menschenrechte in unserem Sinne, die auch in einer U-haft hier gelten, waren dort außer Kraft gesetzt. Aufgrund dieser Voraussetzungen war diese besonderen Athmosphäre zusammengesetzt. Dort wurden "Staatsfeinde" auf DDR Art "zusammengefaltet", dass sie vor Gericht kaum noch ihren Namen stammeln konnten. Ich habe einige Filme noch in der DDR gesehen wie mit diesen "Staatsfeinden" umgesprungen wurde. Ich kann nur sagen Roland Freisler hätte auch in der DDR Karriere gemacht. I
Passport, wasTurtle und der Ferdi erlebt haben, weiss ich nicht, kann ich auch nicht nachprüfen. Wird wohl so stimmen, denn den Peter kenne ich persönlich und ich vertraue ihm. Ich schreibe nur über meine Erfahrung mit dem Gefängnis in HSH, bzw dem was ich dort lernte.



edit fähler


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Kimble hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2013 13:59 | nach oben springen

#398

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:57
von Wolle76 (gelöscht)
avatar

@Grenzgängerin,

Das Problem ist nur das Ausstellungsstücke, Gebrauchsanweisungen eine ganz andere Geschichte erzählen wie Menschen. Jeder Mensch erzählt es aus seiner Sicht.


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#399

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 13:59
von Wolle76 (gelöscht)
avatar

@Gert,

Nur interessierte sich die "Stasi" nicht nur für Republikflüchtlinge sondern auch für schwerwiegende Straftaten.


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#400

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 04.12.2013 14:04
von Udo | 1.267 Beiträge

@ Gert
Dann hat ja Herr Knabe bei Dir genau das erreicht, was er bezweckte.


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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