#81

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 07.11.2013 05:59
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Morjen,

eigentlich wollte ich hier ja nichts mehr schreiben, aber Casi hat es auf den Punkt gebracht. Eine Vermietung muss sich rechnen, so dass Geld für Sanierungen oder Reparaturen übrig bleibt. Das war eben in der untergegangenen DDR nicht der Fall.

DoreHolm hat in einem anderen Fred mal was dazu geschrieben, wimre 8 Familienhaus gekauft weil eben diese eine Wohnung frei war. Preis 25 000 M der DDR, Mieteinnahmen 4500 M p.A, Belastung 4000 M p.A, Überschuß 500 M. Weiß gar nicht, ob in diesen 4000 M die Gebühren für Wasser und Müllabfuhr dabei war, evtl. war der Überschuß dadurch noch geringer.

Nun soll mir mal einer erzählen wie man für 500 M der DDR eine Fassade gestrichen oder das Dach gedeckt bekommt. Die 500 M sind doch schon für evtl. Kleinreparaturen weg, Klempner, Elektriker, etc.weg. Das da nichts übrig war für neue Fenster oder Modernisierung ist ja wohl klar, vom fehlenden Material mal ganz abgesehen.

Von daher: Man hatte ja auch als privater Vermieter überhaupt keine Chance, Sanierungen oder Modernisierungen durchzuführen, es rechnete sich nicht und es gab kaum Material und kaum Handwerker.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#82

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 07.11.2013 10:56
von Gelöschtes Mitglied
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Diese Quersubventionierung war aus meiner Sicht eines der "Grundübel" der untergegangenen DDR: Die Preise für bestimmte Waren und Dienstleistungen (zu denen auch die Wohnngsmiete gehörte) waren politisch gewollt so niedrig festgelegt, dass Kostendeckung kaum oder gar nicht erreicht wurde und damit natürlich auch das Geld für Sanierungsmaßnahmen nicht vorhanden war. Kompensiert werden sollte dies durch - aus meiner Sicht - grotesk hohe Preise für alles, was auch nur im Entferntesten das Etikett "Luxus" trug.

Eine solche Mischkalkulation kann funktionieren - wenn an beiden Stellschrauben eine permanente Feinjustierung erfolgt. Ich lasse mich gerne korrigieren, aber aus meiner (Wessi)Sicht ist das nicht oder in nicht ausreichendem Maße geschehen. Und sie kann auch nur dann funktionieren, wenn sich alle Beteiligten verantworungsbewusst verhalten - was der menschlichen Natur zumindest teilweise widerspricht.

Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Diskussion mit meinem Cousin ganz kurz nach der Wende: Er hatte auf einem Gartengrundstück - ca. 750 m von der nächsten Wohnbebauung entfernt - zwei Garagen gebaut und diese für 25 M pro Monat vermietet. Für die von seiner Mutter genutzten Wohnung zahlte er 60 M an Miete. Es hat einige Zeit gedauert, bis er das Missverhältnis zwischen den Baukosten einer Garage und denen einer zentral beheizten Wohnung nicht nur erkannt, sondern sich auch über die sich abzeichnenden Konsequenzen (Mieterhöhung für die Wohnung seiner Mutter) im klaren war.

Für ihn galt, was vermutlich für viele gegolten hat: Das, was gut und billig ist, soll so bleiben - und das, was teuer und nicht so toll ist, soll durch Westprodukte ersetzt werden. Dass dadurch der gesamten Mischkalkulation der Boden entzogen wurde, hat er kurze Zeit später leidvoll erfahren müssen.


der glatte und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 07.11.2013 13:40
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich glaube in der Zeit so um die Mitte der 80er Jahre hatte man im Prenzlauer Berg vollkommen die Übersicht verloren. Vermutlich häuften sich auch extrem die Mängelanzeigen in den Beständen, man konnte die Hilflosigkeit bei den Leuten der KWV förmlich spüren.

Doch in Sachsen war das mit der KWV nicht anders. Als ich dort 1984 weg bin, hatten meine Eltern noch immer kein Bad. Zimmer waren vorhanden, dort hätte man ein Badezimmer einbauen können, ging aber nicht, weil der Schornstein nur noch aus übereinandergestapelten Ziegeln bestand, der regelmäßig umfiel. Gott sei Dank ein Flachdach, sonst hätte es noch größeren Schaden gegeben. Nun muss ich dazu sagen, dass unser Wohnhaus in Meißen ein sogenanntes "Treuhandgrundstück" war. Bitte nicht verwechseln, das hatte nichts mit der späteren Treuhand-Gesellschaft zu tun.

Es handelte sich dabei um ein Grundstück, wo es zwar einen Privateigentümer gab, der aber in der BRD wohnte. Noch vor dem Mauerbau nach FFM gegangen und das Haus zurückgelassen. Enteignet wurde das Haus nicht, sondern sogar unter Denkmalschutz gestellt, weil erstes Haus in Triebischtal überhaupt. Einst Gasthof und Weinschank, dann Bäckerei und Weinschank, später nur Bäckerei und dann nur noch Wohnhaus. Wir zahlten unsere Miete 19,40 Mark auf ein Treuhandkonto mit dem Namen Schmieders Erben. Ob diese Erben je etwas von unserer Miete gesehen haben, mag ich bezweifeln.

Dagegen gab es auch keine Aussicht auf Reperaturen am Haus, erst wenn wirklich Gefahr bestand, stellte man nach vielen Monaten etwas Geld zur Verfügung. Wir hatten auch noch Doppelfenster, welche man im Herbst noch zusätzlich einhängte. Mein Vater hatte diese Fenster noch gut im Griff, obwohl die schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Immer frische Farbe und mit Holzkitt ausgebessert, allerdings sind sie dann einmal beim Aushängen im Frühjahr wörtlich in den Händen zerfallen. Das war dann natürlich ein Theater.
Man hat dann in der Not "neue" Fenster eingebaut, die zum Haus optisch gar nicht passten und man noch extra ein Stück vermauern musste. Es waren eben Fenster, die gerade greifbar waren. Hauptsache ein Fahnenhalter war schon dran! Unser Haus war schon kein schöner Anblick mit dem Schadhaften Putz und nun durch die modernen Fenster zusätzlich eine lustige Erscheinung.

Übrigens, nach der Wende war dann ein Erbe wieder da und hat meinen Vater angemachtund gefragt, warum er denn solche blöden Fenster eingebaut und dabei den Charakter der Fassade verdorben hat. Er sollte die fenster auf eigene Kosten wieder entfernen. Nicht einmal sind diese Leute zu DDR-Zeiten aufgetaucht und hatten sich das Haus angesehen oder darum gekümmert! Nun flotte Sprüche klopfen mit Großsanierung und alle Mieter müssen raus,weil nun Eigentumswohnungen geschaffen werden. Na klar, die Eigentumswohnungen wurden auch geschaffen, ohne Sanierung. Man hat den bisherigen Mietern die sanierungsbedürftigen Wohnungen zum Kauf angeboten. Nach dem Motto: "Ihr habt das Haus vergammeln lassen, ihr habt nun DM, fangt an und schafft euch Werte. Naja, gekauft hat den Fuchsbau damals keiner. Inzwischen aber doch mehrfach verkauft, steht das Haus immer noch, zwar saniert aber fast leer.

Jedenfalls will ich damit sagen, dass es auch solche Treuhandgrundstücke gab, wo praktisch Reperaturen scheiterten wegen der Eigentumsverhältnisse. Ich hatte immer gedacht, dass man Häuser wo der Besitzer in der BRD lebte, enteignete. Es muss also Ausnahmen gegeben haben und wenn man dann in solche einem Hause wohnte, wurde nur das Allernötigste getan. Das hatt sicher die schlechte Situation nicht einfacher gemacht.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#84

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 07.11.2013 16:37
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #63
meine erste Wohnung war sehr praktisch,
Plattenbau,Einraum-Wohnung,5 Stock,
das Sofa wurde abends zum Bett hergerichtet,
der Fernseher stand so,man konnte aus allen Ecken
auf den Fernseher schauen,selbst aus der Badewanne heraus,
und äußerst billig,etwas über 40 DDR-Mark an Miete bezahlt,
den Mietvertrag habe ich heute noch,falls es keiner glauben sollte
Lutze

meine Lohnzettel von DDR-Zeit habe ich auch noch ()


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#85

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 07.11.2013 17:13
von Hapedi | 1.877 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #84
Zitat von Lutze im Beitrag #63
meine erste Wohnung war sehr praktisch,
Plattenbau,Einraum-Wohnung,5 Stock,
das Sofa wurde abends zum Bett hergerichtet,
der Fernseher stand so,man konnte aus allen Ecken
auf den Fernseher schauen,selbst aus der Badewanne heraus,
und äußerst billig,etwas über 40 DDR-Mark an Miete bezahlt,
den Mietvertrag habe ich heute noch,falls es keiner glauben sollte
Lutze

meine Lohnzettel von DDR-Zeit habe ich auch noch ()


der Mietpreis ist ja o.k. aber beim Sender umstellen aus der Badewanne steigen , ich weis nicht . Gut es gab ja höchstens 2 maximal 4 Sender.

Gruß Hapedi



Lutze und hundemuchtel 88 0,5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#86

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 07.11.2013 17:30
von Perle | 106 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #83
Ich glaube in der Zeit so um die Mitte der 80er Jahre hatte man im Prenzlauer Berg vollkommen die Übersicht verloren. Vermutlich häuften sich auch extrem die Mängelanzeigen in den Beständen, man konnte die Hilflosigkeit bei den Leuten der KWV förmlich spüren.

Doch in Sachsen war das mit der KWV nicht anders. Als ich dort 1984 weg bin, hatten meine Eltern noch immer kein Bad. Zimmer waren vorhanden, dort hätte man ein Badezimmer einbauen können, ging aber nicht, weil der Schornstein nur noch aus übereinandergestapelten Ziegeln bestand, der regelmäßig umfiel. Gott sei Dank ein Flachdach, sonst hätte es noch größeren Schaden gegeben. Nun muss ich dazu sagen, dass unser Wohnhaus in Meißen ein sogenanntes "Treuhandgrundstück" war. Bitte nicht verwechseln, das hatte nichts mit der späteren Treuhand-Gesellschaft zu tun.

Es handelte sich dabei um ein Grundstück, wo es zwar einen Privateigentümer gab, der aber in der BRD wohnte. Noch vor dem Mauerbau nach FFM gegangen und das Haus zurückgelassen. Enteignet wurde das Haus nicht, sondern sogar unter Denkmalschutz gestellt, weil erstes Haus in Triebischtal überhaupt. Einst Gasthof und Weinschank, dann Bäckerei und Weinschank, später nur Bäckerei und dann nur noch Wohnhaus. Wir zahlten unsere Miete 19,40 Mark auf ein Treuhandkonto mit dem Namen Schmieders Erben. Ob diese Erben je etwas von unserer Miete gesehen haben, mag ich bezweifeln.

Dagegen gab es auch keine Aussicht auf Reperaturen am Haus, erst wenn wirklich Gefahr bestand, stellte man nach vielen Monaten etwas Geld zur Verfügung. Wir hatten auch noch Doppelfenster, welche man im Herbst noch zusätzlich einhängte. Mein Vater hatte diese Fenster noch gut im Griff, obwohl die schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Immer frische Farbe und mit Holzkitt ausgebessert, allerdings sind sie dann einmal beim Aushängen im Frühjahr wörtlich in den Händen zerfallen. Das war dann natürlich ein Theater.
Man hat dann in der Not "neue" Fenster eingebaut, die zum Haus optisch gar nicht passten und man noch extra ein Stück vermauern musste. Es waren eben Fenster, die gerade greifbar waren. Hauptsache ein Fahnenhalter war schon dran! Unser Haus war schon kein schöner Anblick mit dem Schadhaften Putz und nun durch die modernen Fenster zusätzlich eine lustige Erscheinung.

Übrigens, nach der Wende war dann ein Erbe wieder da und hat meinen Vater angemachtund gefragt, warum er denn solche blöden Fenster eingebaut und dabei den Charakter der Fassade verdorben hat. Er sollte die fenster auf eigene Kosten wieder entfernen. Nicht einmal sind diese Leute zu DDR-Zeiten aufgetaucht und hatten sich das Haus angesehen oder darum gekümmert! Nun flotte Sprüche klopfen mit Großsanierung und alle Mieter müssen raus,weil nun Eigentumswohnungen geschaffen werden. Na klar, die Eigentumswohnungen wurden auch geschaffen, ohne Sanierung. Man hat den bisherigen Mietern die sanierungsbedürftigen Wohnungen zum Kauf angeboten. Nach dem Motto: "Ihr habt das Haus vergammeln lassen, ihr habt nun DM, fangt an und schafft euch Werte. Naja, gekauft hat den Fuchsbau damals keiner. Inzwischen aber doch mehrfach verkauft, steht das Haus immer noch, zwar saniert aber fast leer.

Jedenfalls will ich damit sagen, dass es auch solche Treuhandgrundstücke gab, wo praktisch Reperaturen scheiterten wegen der Eigentumsverhältnisse. Ich hatte immer gedacht, dass man Häuser wo der Besitzer in der BRD lebte, enteignete. Es muss also Ausnahmen gegeben haben und wenn man dann in solche einem Hause wohnte, wurde nur das Allernötigste getan. Das hatt sicher die schlechte Situation nicht einfacher gemacht.

Gruß Reiner



Hallo,

meine erste Wohnung bekam ich Anfang 1986 erst nach unzähligen Eingaben ans Amt für Wohnraumlenkung in Magdeburg in diesem ,,roten kommunistischen Staat``. Es war eine 1 Raumneubauwohnung (16 qm)mit Kochnische im Wohnzimmer. Vorher ,,durfte´´ ich noch fast 3 Jahre von 1980 - 1983 an der Grenze dienen. Dort habe ich mit meiner jetzigen Frau von 1987- 1991 gewohnt. Als sich 1991 der Nachwuchs einstellte ,sind wir dann umgezogen.

Gruß Perle


zuletzt bearbeitet 07.11.2013 17:30 | nach oben springen

#87

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 11.11.2013 17:39
von der glatte | 1.356 Beiträge

Hallo in die Runde,
nun ist er fertig, der zweite Teil meiner Wohnungsgeschichte.

Also, nach den Pannen hatte ich noch immer keine Wohnung für meine kleine Familie und wanderte am nächsten Dienstag, den mir schon bekannten Weg zur KWV. Klar, ich hatte dicke Backen nach den Luftnummern. Dabei hatte ich wohl bei meinem Gegenüber eine Schalter umgelegt, denn der machte nun auf stur. „Tut mir leid, ich habe nichts für Sie, fragen sie einfach einmal wieder nach!“ Da war nichts zu machen.

Jedenfalls kroch ich an diesem Abend fast heulend in mein Zimmer bei den Schwiegereltern und beruhigte mich erst, als ich meinen kleinen Christian im Kinderbett beim Schlafen zusah. Alles war fast wieder gut, doch es sollte noch ganz anders kommen. Als meine Frau und ich am Abend unser Abendbrot in der gemeinsamen Küche vorbereiteten, kam ihre Mutter dazu und machte mir Vorwürfe, weil ich keine Wohnung bekommen hatte. Naja, bei mir gingen die Sicherungen völlig durch und wir beide jonglierten mit den schönsten Schimpfwörtern der deutschen Sprache herum. Fazit: Eine halbe Stunde später war ich Obdachlos, sie hatte mich achtkantig rausgeschmissen! Ein halbes Jahr nach meinen ersten Auftritt in Berlin, stand ich nun wieder mit einem Koffer auf der Dimitroffstraße, war zwar nicht mehr der Neue und trotzdem war wieder einmal alles neu für mich. Ein Anruf im Betrieb versorgte mich mit Urlaub und dann ab zum Bahnhof Lichtenberg, um wieder nach Sachsen zu meinen Eltern zu fahren. Der Zug nach Dresden war gerade weg und ich hatte nun etwas Zeit um meinen Stress zu ertränken. Die Mitropa auf der Galerie machte es möglich. Nun, der nächste Zug musste etwas früher abgefahren sein, denn ich kam zu spät auf dem Bahnsteig an. Also, wieder rein in die Mitropa. Inzwischen war dort meine Frau aufgetaucht und wollte mich zurückholen, oder wenigstens mitfahren. Allerdings war ich kein konstruktiver Ansprechpartner mehr, denn meine Trostbiere zeigten schon Wirkung. Ich fuhr also nach Meißen und kam dort fast nüchtern am Morgen an. Meine Frau und Christian folgten mir und waren gegen Mittag bei meinen Eltern. Gemeinsam überlegten wir nun in Ruhe.
Wir schrieben einen Brief an den Oberbürgermeister von Berlin und schilderten unsere Erlebnisse bei der KWV und die gesamte nun eingetretene Situation. Wir baten wörtlich um Hilfe. Den Brief schickten wir von Meißen aus nach Berlin. Meine Frau fuhr mit Christian später wieder zurück nach Berlin und ich wollte noch einige Tage bei meinen Eltern bleiben, obwohl ich wieder bei Schwiegereltern willkommen war. Jeden Abend rief ich an, doch schon am vierten Abend kam Bewegung in die Sache. Wir hatten Post aus dem Roten Rathaus + Termin für ein Gespräch bekommen. Ich also gleich wieder nach Berlin und am nächsten Tag gingen wir alle drei ins Rote Rathaus. Dort bin ich dann zum ersten Male mit einem „Paternosteraufzug“ gefahren. Eine Dame stellte sich vor und sagte, dass sie damit beauftragt wurde uns mit einer entsprechenden Wohnung zu versorgen. Wir gehen hier erst auseinander, wenn Sie eine Wohnung haben die Ihnen gefällt, sagte sie noch. Das waren ganz andere Töne als bisher gewohnt. Sie machte uns einige Vorschläge und wir einigten uns auf zwei Wohnungen zur Besichtigung am nächsten Tag. Eine Wohnung war in Mitte, die andere in Marzahn. Beide standen leer und konnten sofort bezogen werden. Wir also am nächsten Tag los zur Besichtigung. Beide Wohnungen waren Zweiraum-Wohnungen, die in Mitte mit Balkon, die in Marzahn leider ohne Balkon. Wir hatten uns dann sofort für Marzahn entschieden, obwohl die Wohnung in Mitte mit einer Gasheizung und einem großen Bad, auch nicht schlecht war. Allerdings viel Straßenlärm und kaum Spielplatz sowie Kindergarten. Alles das befand sich in Marzahn vor dem Haus und die große Kaufhalle war um die Ecke. Ich rief bei der Dame im Roten Rathaus an und gab unsere Entscheidung für Marzahn bekannt. Sie sagte mir das es in Ordnung geht und wenn ich es schaffen würde noch bis 18 Uhr ins Rathaus zu kommen, dann macht sie inzwischen die Wohnraumzuweisung fertig. Wieder ein Staunen, so schnell konnte es gehen! Also, ich wieder auf die Straßenbahn und ins Rathaus, dort lag für mich alles bereit. Nach fünf Minuten hatte ich meine Zuweisung in den Händen. Die Frau sagte noch zu mir, damit gehen sie gleich morgen früh zur Wohnungsverwaltung am Springpfuhl und machen dort ihren Mietvertrag, sie sind dort bereits von mir angemeldet worden. Bitte rufen sie mich sofort an, wenn es Probleme gibt, sagte sie noch. Obwohl keine Sprechstunde war, bekam ich am nächstem Tag den Mietvertrag und hatte eine Stunde später die Schlüssel zur Wohnung in den Händen, war überglücklich und konnte es nicht fassen.
WIR HATTEN EINE WOHNUNG!

Später habe ich dann von den Mietern im Haus erfahren, dass diese Wohnung schon drei Jahre leer stand. Eine Familie sollte dort einziehen, bestand allerdings angeblich dann doch auf Ausreise und zog nie ein.
Kleinere Probleme gab es dann natürlich auch noch mit dem Umzug. Auto-Trans-Berlin gab uns einen Termin in einem halben Jahr. Glücklicherweise gab es ja noch die privaten Umzugsfirmen, welche auch Klaviere und Pianos transportierten. Dort bekam ich einen Termin gleich eine Woche später. Nun konnten wir auch unseren Ehekredit in Anspruch nehmen und etwas an Möbel einkaufen. Eine glückliche Zeit in der guten alten Platte begann.

Die geheimnisvolle Dame aus dem Rathaus ging bei uns unter den Namen „Rettungsengel“ in die Familiengeschichte ein. Hatte sie doch damals unsere Ehe gerettet. Wir riefen noch einmal dort an und baten um einen Termin, damit wir uns für die Hilfe bedanken könnten. Sie sagte nur: „Nein, wenn sie nun eine glückliche Familie geworden sind, ist das für uns Dank genug.“ Danach legte sie auf.

In solchen Stunden konnte man wirklich in Versuchung geraten und glaubte zeitweise sogar an den Sozialismus. Jedenfalls habe ich es damals so empfunden.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#88

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 09.12.2014 15:37
von bingernhier | 246 Beiträge

Es war in den grauen Tagen des November 1987 in Berlin.
Ich habe noch in der Wohnung meiner Eltern gelebt und war bereits im 6. Monat schwanger. Mein damaliger Freund und ich haben beschlossen, zur KWV zu gehen um eine Wohnung für uns "3" zu beantragen. Gesagt getan. Die Dame in der Verwaltung fragte uns, ob wir verheiratet sind. Natürlich nicht.
Dann hat sie geantwortet "Bringen Sie erst mal ihr Kind auf die Welt. Dann haben Sie auch einen Anspruch auf eine Wohnung"
Das war das letzte mal, das ich diese Hallen betreten habe.
Ich bin mit dieser Aussage zu meiner Arbeitsstelle in die LPG und habe sie davon unterrichtet. Mir sagte man dort,:
"Na wären sie doch gleich zu uns gekommen. Wir haben für sie eine Wohnung auf einen Bauernhof."Es konnte garnicht schnell genug gehen, daß wir dort einziehen. Es war ein altes Bauernhaus in Falkenberg (Berlin) Über 2 Etagen hatten wir 2,5 Zimmer 1 Küche 1 Bad und einen großen Keller.
Wir durften sogar auf ein Stück Land kostenlos Obst u. Gemüse anbauen. Natürlich hatten wir kein Warmwasser aus Wand und auch keine Fernheizung, aber durch Holz hacken und Kohle schleppen blieben wir gesund.
Dieses Haus gehörte mit Grundstück zur LPG. Ein Jahr später hat die LPG einen Häusertausch mit ACZ Falkenberg gemacht. Natürlich war das Haus auch dabei. Wir durften aber noch drin wohnen bleiben.
im Jahre 89 kam unser 2. Kind auf die Welt und da war die Wohnung zu klein. Im Haus hat noch eine 2. Familie gewohnt, die auch auf der LPG tätig waren. Wir hatten dadurch keinen Platz mehr.
Was nun, ja auf die KWV hatten wir keine Lust. Mein (dann auch schon verheirateter) Mann ist dann zu seinem Arbeitgeber um nach einer größeren Wohnung Ausschau zu halten. Er hat auch eine in Hellersdorf bekommen. Wir schauten uns diese Wohnung an und leider hatte sie nur 3 Zimmer.
Auch etwas zu klein für 4 Personen. Wir unterhielten uns mit meinen Eltern darüber und sie sagten:" Nichts einfacher als das, wir wollten sowieso aus unsere 4-Raum ausziehen" Letzt endlich haben meine Eltern die 3-Raum Wohnung in Hellersdorf genommen und wir die 4-Raum Wohnung meiner Eltern. Das war 1990.Später erfuhr ich, das die Familie die in Falkenberg im Bauernhaus noch gewohnt hat auch ausziehen mußte, da die Alteigentümer aus der BRD ihr Eigentum zurück haben wollte.
Jedesmal, wenn ich da vorbeifahre, sehe ich im Vorgarten noch meine Rosenstöcke stehen. Das ist wohl das einzige, was von mir dort übrig blieb.
Eins habe ich noch vergessen, diese Wohnung hat damals 48 qm gehabt und 48,-Mark gekostet. Natürlich konnte man bei solch einer Miete nichts reparieren. Wir haben auch vieles selber gemacht.

Nun sind wir auch aus der 4-Raum Wohnung ausgezogen, da diese für uns auch zu groß geworden ist, nach dem unsere Kinder ausgezogen sind.
Aber das gehört nicht mehr in die DDR-Zeit hinein.

L:G: bingernhier


der glatte und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#89

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 09.12.2014 18:55
von Gelöschtes Mitglied
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Meine erste Wohnung bekam ich mit 18 Jahren in Dresden Trachenberge in einen Flachbau,im Hinterhaus.
2 Zimmer,Wasser auf den Flur,Toilette im Vorderhaus..Ofen in der Stube defekt. In der kleinen Küche ging der Küchenherd in die Knie,weil die Beine durch gerostet waren.Ab und zu viel mal etwas Putz von der Decke.Das Dach hatte nur eine Holzdecke,darauf lag die Dachpappe.
So war meine erste eigene Wohnung.
Rei


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#90

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 09.12.2014 19:24
von Gert | 12.354 Beiträge

das sind interessante Geschichten , die ich hier über die Wohnungssuche in Ostberlin und der DDR lese. Da wird mir erst mal heute klar, was ich mir mit meiner Flucht aus der DDR auch erspart habe. Gut, mein Start in der Bundesrepublik war in Sachen Wohnung auch nicht so optimal, ich war ein "möblierter Herr" in der Anfangszeit, ich habe dann in einem Jugendwohnheim gewohnt, da gings hoch her bis ich rausflog. Wir hatten Party gemacht und die Musik zu laut aufgedreht ( da waren die Stones gerade en vogue,z.B. i can't get no satisf. ... rauf und runter gespielt. Es herrschte in den 60er Jahren auch noch eine Wohnungsknappheit aber nicht so krass , wie das hier vom Osten geschildert wurde. 5 Jahre nach meiner Flucht bekam ich dann eine schöne 3 Zimmerwohnung, Neubau Erstbezug, klassische Platte der " Neuen Heimat ", aber mit Fernheizung, Bad, alles dabei. Meine junge Familie war total glücklich in dieser neuen Wohnung. Und 9 Jahre danach haben wir unser Häuschen gebaut, in dem wir immer noch leben. Natürlich über die Jahre immer mal modernisiert, z.B. neue Heizung, statt Teppich Parkett und kürzlich Bad und Gäste WC komplett neu nach 35 Jahren. Ich musste nie Kohlen schleppen, nie Asche runterschleppen, Ofen anheizen usw., insgesamt immer recht komfortabel gewohnt. Dafür bin ich sehr dankbar, wenn ich die Probleme dagegenhalte, die die Forenteilnehmer hier beschrieben haben.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
der glatte, Svenni1980 und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.12.2014 19:25 | nach oben springen

#91

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 09.12.2014 19:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #83
Ich glaube in der Zeit so um die Mitte der 80er Jahre hatte man im Prenzlauer Berg vollkommen die Übersicht verloren. Vermutlich häuften sich auch extrem die Mängelanzeigen in den Beständen, man konnte die Hilflosigkeit bei den Leuten der KWV förmlich spüren.

Doch in Sachsen war das mit der KWV nicht anders. Als ich dort 1984 weg bin, hatten meine Eltern noch immer kein Bad. Zimmer waren vorhanden, dort hätte man ein Badezimmer einbauen können, ging aber nicht, weil der Schornstein nur noch aus übereinandergestapelten Ziegeln bestand, der regelmäßig umfiel. Gott sei Dank ein Flachdach, sonst hätte es noch größeren Schaden gegeben. Nun muss ich dazu sagen, dass unser Wohnhaus in Meißen ein sogenanntes "Treuhandgrundstück" war. Bitte nicht verwechseln, das hatte nichts mit der späteren Treuhand-Gesellschaft zu tun.

Es handelte sich dabei um ein Grundstück, wo es zwar einen Privateigentümer gab, der aber in der BRD wohnte. Noch vor dem Mauerbau nach FFM gegangen und das Haus zurückgelassen. Enteignet wurde das Haus nicht, sondern sogar unter Denkmalschutz gestellt, weil erstes Haus in Triebischtal überhaupt. Einst Gasthof und Weinschank, dann Bäckerei und Weinschank, später nur Bäckerei und dann nur noch Wohnhaus. Wir zahlten unsere Miete 19,40 Mark auf ein Treuhandkonto mit dem Namen Schmieders Erben. Ob diese Erben je etwas von unserer Miete gesehen haben, mag ich bezweifeln.

Dagegen gab es auch keine Aussicht auf Reperaturen am Haus, erst wenn wirklich Gefahr bestand, stellte man nach vielen Monaten etwas Geld zur Verfügung. Wir hatten auch noch Doppelfenster, welche man im Herbst noch zusätzlich einhängte. Mein Vater hatte diese Fenster noch gut im Griff, obwohl die schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Immer frische Farbe und mit Holzkitt ausgebessert, allerdings sind sie dann einmal beim Aushängen im Frühjahr wörtlich in den Händen zerfallen. Das war dann natürlich ein Theater.
Man hat dann in der Not "neue" Fenster eingebaut, die zum Haus optisch gar nicht passten und man noch extra ein Stück vermauern musste. Es waren eben Fenster, die gerade greifbar waren. Hauptsache ein Fahnenhalter war schon dran! Unser Haus war schon kein schöner Anblick mit dem Schadhaften Putz und nun durch die modernen Fenster zusätzlich eine lustige Erscheinung.

Übrigens, nach der Wende war dann ein Erbe wieder da und hat meinen Vater angemachtund gefragt, warum er denn solche blöden Fenster eingebaut und dabei den Charakter der Fassade verdorben hat. Er sollte die fenster auf eigene Kosten wieder entfernen. Nicht einmal sind diese Leute zu DDR-Zeiten aufgetaucht und hatten sich das Haus angesehen oder darum gekümmert! Nun flotte Sprüche klopfen mit Großsanierung und alle Mieter müssen raus,weil nun Eigentumswohnungen geschaffen werden. Na klar, die Eigentumswohnungen wurden auch geschaffen, ohne Sanierung. Man hat den bisherigen Mietern die sanierungsbedürftigen Wohnungen zum Kauf angeboten. Nach dem Motto: "Ihr habt das Haus vergammeln lassen, ihr habt nun DM, fangt an und schafft euch Werte. Naja, gekauft hat den Fuchsbau damals keiner. Inzwischen aber doch mehrfach verkauft, steht das Haus immer noch, zwar saniert aber fast leer.

Jedenfalls will ich damit sagen, dass es auch solche Treuhandgrundstücke gab, wo praktisch Reperaturen scheiterten wegen der Eigentumsverhältnisse. Ich hatte immer gedacht, dass man Häuser wo der Besitzer in der BRD lebte, enteignete. Es muss also Ausnahmen gegeben haben und wenn man dann in solche einem Hause wohnte, wurde nur das Allernötigste getan. Das hatt sicher die schlechte Situation nicht einfacher gemacht.

Gruß Reiner


Die Häuser von ex DDR Bürgern oder Bürgern die noch vor der Gründung der DDR in die Westzonen gingen wurden nicht enteignet. Mit welchem Recht auch? Sie standen unter Treuhandverwaltung der DDR und die wenigen Reparaturen wurden aus den geringen Mieteinnahmen finanziert. Nun nach der Wende kamen die Eigentümer wieder und verlangten zu Recht ihre Häuser zurück.
Du beklagst ,dass der Eigentümer deinen Vater angemacht hat, warum er so blöde Fenster eingebaut hat . Hätte ich auch gedacht, aber nicht gesagt. Die meisten Westdeutschen waren doch Jahrzehnte weg und hatten keine Ahnung, was da mit ihren Häusern geschieht. Sie wussten nichts von den "Hungermieten ", von denen man nicht mal einen Ziegelstein kaufen konnte, sie wussten nichts von der Unfähigkeit dieses Staates, Baumaterial zu produzieren und bereit zu stellen, sie wussten nichts davon, dass der Treuhänder unfähig war, die Häuser zu erhalten.
Mit diesem Grundwissen werden solche Fragen natürlich gestellt, wenn man nach so langer Zeit wiederkommt. Kannst du dich da in die Lage des Alteigentümers versetzen?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#92

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 09.12.2014 19:51
von Gelöschtes Mitglied
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n


zuletzt bearbeitet 16.12.2014 19:59 | nach oben springen

#93

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 15:49
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #91
Zitat von der glatte im Beitrag #83
Ich glaube in der Zeit so um die Mitte der 80er Jahre hatte man im Prenzlauer Berg vollkommen die Übersicht verloren. Vermutlich häuften sich auch extrem die Mängelanzeigen in den Beständen, man konnte die Hilflosigkeit bei den Leuten der KWV förmlich spüren.

Doch in Sachsen war das mit der KWV nicht anders. Als ich dort 1984 weg bin, hatten meine Eltern noch immer kein Bad. Zimmer waren vorhanden, dort hätte man ein Badezimmer einbauen können, ging aber nicht, weil der Schornstein nur noch aus übereinandergestapelten Ziegeln bestand, der regelmäßig umfiel. Gott sei Dank ein Flachdach, sonst hätte es noch größeren Schaden gegeben. Nun muss ich dazu sagen, dass unser Wohnhaus in Meißen ein sogenanntes "Treuhandgrundstück" war. Bitte nicht verwechseln, das hatte nichts mit der späteren Treuhand-Gesellschaft zu tun.

Es handelte sich dabei um ein Grundstück, wo es zwar einen Privateigentümer gab, der aber in der BRD wohnte. Noch vor dem Mauerbau nach FFM gegangen und das Haus zurückgelassen. Enteignet wurde das Haus nicht, sondern sogar unter Denkmalschutz gestellt, weil erstes Haus in Triebischtal überhaupt. Einst Gasthof und Weinschank, dann Bäckerei und Weinschank, später nur Bäckerei und dann nur noch Wohnhaus. Wir zahlten unsere Miete 19,40 Mark auf ein Treuhandkonto mit dem Namen Schmieders Erben. Ob diese Erben je etwas von unserer Miete gesehen haben, mag ich bezweifeln.

Dagegen gab es auch keine Aussicht auf Reperaturen am Haus, erst wenn wirklich Gefahr bestand, stellte man nach vielen Monaten etwas Geld zur Verfügung. Wir hatten auch noch Doppelfenster, welche man im Herbst noch zusätzlich einhängte. Mein Vater hatte diese Fenster noch gut im Griff, obwohl die schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Immer frische Farbe und mit Holzkitt ausgebessert, allerdings sind sie dann einmal beim Aushängen im Frühjahr wörtlich in den Händen zerfallen. Das war dann natürlich ein Theater.
Man hat dann in der Not "neue" Fenster eingebaut, die zum Haus optisch gar nicht passten und man noch extra ein Stück vermauern musste. Es waren eben Fenster, die gerade greifbar waren. Hauptsache ein Fahnenhalter war schon dran! Unser Haus war schon kein schöner Anblick mit dem Schadhaften Putz und nun durch die modernen Fenster zusätzlich eine lustige Erscheinung.

Übrigens, nach der Wende war dann ein Erbe wieder da und hat meinen Vater angemachtund gefragt, warum er denn solche blöden Fenster eingebaut und dabei den Charakter der Fassade verdorben hat. Er sollte die fenster auf eigene Kosten wieder entfernen. Nicht einmal sind diese Leute zu DDR-Zeiten aufgetaucht und hatten sich das Haus angesehen oder darum gekümmert! Nun flotte Sprüche klopfen mit Großsanierung und alle Mieter müssen raus,weil nun Eigentumswohnungen geschaffen werden. Na klar, die Eigentumswohnungen wurden auch geschaffen, ohne Sanierung. Man hat den bisherigen Mietern die sanierungsbedürftigen Wohnungen zum Kauf angeboten. Nach dem Motto: "Ihr habt das Haus vergammeln lassen, ihr habt nun DM, fangt an und schafft euch Werte. Naja, gekauft hat den Fuchsbau damals keiner. Inzwischen aber doch mehrfach verkauft, steht das Haus immer noch, zwar saniert aber fast leer.

Jedenfalls will ich damit sagen, dass es auch solche Treuhandgrundstücke gab, wo praktisch Reperaturen scheiterten wegen der Eigentumsverhältnisse. Ich hatte immer gedacht, dass man Häuser wo der Besitzer in der BRD lebte, enteignete. Es muss also Ausnahmen gegeben haben und wenn man dann in solche einem Hause wohnte, wurde nur das Allernötigste getan. Das hatt sicher die schlechte Situation nicht einfacher gemacht.

Gruß Reiner


Die Häuser von ex DDR Bürgern oder Bürgern die noch vor der Gründung der DDR in die Westzonen gingen wurden nicht enteignet. Mit welchem Recht auch? Sie standen unter Treuhandverwaltung der DDR und die wenigen Reparaturen wurden aus den geringen Mieteinnahmen finanziert. Nun nach der Wende kamen die Eigentümer wieder und verlangten zu Recht ihre Häuser zurück.
Du beklagst ,dass der Eigentümer deinen Vater angemacht hat, warum er so blöde Fenster eingebaut hat . Hätte ich auch gedacht, aber nicht gesagt. Die meisten Westdeutschen waren doch Jahrzehnte weg und hatten keine Ahnung, was da mit ihren Häusern geschieht. Sie wussten nichts von den "Hungermieten ", von denen man nicht mal einen Ziegelstein kaufen konnte, sie wussten nichts von der Unfähigkeit dieses Staates, Baumaterial zu produzieren und bereit zu stellen, sie wussten nichts davon, dass der Treuhänder unfähig war, die Häuser zu erhalten.
Mit diesem Grundwissen werden solche Fragen natürlich gestellt, wenn man nach so langer Zeit wiederkommt. Kannst du dich da in die Lage des Alteigentümers versetzen?


@Gert
In deren Lage? Nee eher nicht, denn diese müssen bestimmt mehr als erschrocken gewesen sein. Aber eventuell hatten sie aber auch nichts anderes erwartet?

Fakt ist, die Verantwortlichen in der DDR haben das Haus auch mit verkommen lassen, aber das Haus hatte ja auch Eigentümer. Wer also nicht enteignet wurde konnte ja auch nichts zurück haben wollen, denn er war ja die ganze Zeit immer noch der Besitzer? Heißt es nicht "Eigentum verpflichtet"?

Also, die Eigentümer wussten nach Deiner Meinung nicht was mit ihren Häusern geschieht, sie wussten nichts von den Hungermieten und sie wussten nichts von der Unfähigkeit eines DDR-Staates und der Unfähigkeit der Treuhänder, die IHR Haus verwaltet haben??? Stand das nicht täglich in Eurer Presse???

Verstehe ich nicht ganz! Ist schon eine blöde Sache was da gelaufen ist.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#94

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #93
Zitat von Gert im Beitrag #91
Zitat von der glatte im Beitrag #83
Ich glaube in der Zeit so um die Mitte der 80er Jahre hatte man im Prenzlauer Berg vollkommen die Übersicht verloren. Vermutlich häuften sich auch extrem die Mängelanzeigen in den Beständen, man konnte die Hilflosigkeit bei den Leuten der KWV förmlich spüren.

Doch in Sachsen war das mit der KWV nicht anders. Als ich dort 1984 weg bin, hatten meine Eltern noch immer kein Bad. Zimmer waren vorhanden, dort hätte man ein Badezimmer einbauen können, ging aber nicht, weil der Schornstein nur noch aus übereinandergestapelten Ziegeln bestand, der regelmäßig umfiel. Gott sei Dank ein Flachdach, sonst hätte es noch größeren Schaden gegeben. Nun muss ich dazu sagen, dass unser Wohnhaus in Meißen ein sogenanntes "Treuhandgrundstück" war. Bitte nicht verwechseln, das hatte nichts mit der späteren Treuhand-Gesellschaft zu tun.

Es handelte sich dabei um ein Grundstück, wo es zwar einen Privateigentümer gab, der aber in der BRD wohnte. Noch vor dem Mauerbau nach FFM gegangen und das Haus zurückgelassen. Enteignet wurde das Haus nicht, sondern sogar unter Denkmalschutz gestellt, weil erstes Haus in Triebischtal überhaupt. Einst Gasthof und Weinschank, dann Bäckerei und Weinschank, später nur Bäckerei und dann nur noch Wohnhaus. Wir zahlten unsere Miete 19,40 Mark auf ein Treuhandkonto mit dem Namen Schmieders Erben. Ob diese Erben je etwas von unserer Miete gesehen haben, mag ich bezweifeln.

Dagegen gab es auch keine Aussicht auf Reperaturen am Haus, erst wenn wirklich Gefahr bestand, stellte man nach vielen Monaten etwas Geld zur Verfügung. Wir hatten auch noch Doppelfenster, welche man im Herbst noch zusätzlich einhängte. Mein Vater hatte diese Fenster noch gut im Griff, obwohl die schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Immer frische Farbe und mit Holzkitt ausgebessert, allerdings sind sie dann einmal beim Aushängen im Frühjahr wörtlich in den Händen zerfallen. Das war dann natürlich ein Theater.
Man hat dann in der Not "neue" Fenster eingebaut, die zum Haus optisch gar nicht passten und man noch extra ein Stück vermauern musste. Es waren eben Fenster, die gerade greifbar waren. Hauptsache ein Fahnenhalter war schon dran! Unser Haus war schon kein schöner Anblick mit dem Schadhaften Putz und nun durch die modernen Fenster zusätzlich eine lustige Erscheinung.

Übrigens, nach der Wende war dann ein Erbe wieder da und hat meinen Vater angemachtund gefragt, warum er denn solche blöden Fenster eingebaut und dabei den Charakter der Fassade verdorben hat. Er sollte die fenster auf eigene Kosten wieder entfernen. Nicht einmal sind diese Leute zu DDR-Zeiten aufgetaucht und hatten sich das Haus angesehen oder darum gekümmert! Nun flotte Sprüche klopfen mit Großsanierung und alle Mieter müssen raus,weil nun Eigentumswohnungen geschaffen werden. Na klar, die Eigentumswohnungen wurden auch geschaffen, ohne Sanierung. Man hat den bisherigen Mietern die sanierungsbedürftigen Wohnungen zum Kauf angeboten. Nach dem Motto: "Ihr habt das Haus vergammeln lassen, ihr habt nun DM, fangt an und schafft euch Werte. Naja, gekauft hat den Fuchsbau damals keiner. Inzwischen aber doch mehrfach verkauft, steht das Haus immer noch, zwar saniert aber fast leer.

Jedenfalls will ich damit sagen, dass es auch solche Treuhandgrundstücke gab, wo praktisch Reperaturen scheiterten wegen der Eigentumsverhältnisse. Ich hatte immer gedacht, dass man Häuser wo der Besitzer in der BRD lebte, enteignete. Es muss also Ausnahmen gegeben haben und wenn man dann in solche einem Hause wohnte, wurde nur das Allernötigste getan. Das hatt sicher die schlechte Situation nicht einfacher gemacht.

Gruß Reiner


Die Häuser von ex DDR Bürgern oder Bürgern die noch vor der Gründung der DDR in die Westzonen gingen wurden nicht enteignet. Mit welchem Recht auch? Sie standen unter Treuhandverwaltung der DDR und die wenigen Reparaturen wurden aus den geringen Mieteinnahmen finanziert. Nun nach der Wende kamen die Eigentümer wieder und verlangten zu Recht ihre Häuser zurück.
Du beklagst ,dass der Eigentümer deinen Vater angemacht hat, warum er so blöde Fenster eingebaut hat . Hätte ich auch gedacht, aber nicht gesagt. Die meisten Westdeutschen waren doch Jahrzehnte weg und hatten keine Ahnung, was da mit ihren Häusern geschieht. Sie wussten nichts von den "Hungermieten ", von denen man nicht mal einen Ziegelstein kaufen konnte, sie wussten nichts von der Unfähigkeit dieses Staates, Baumaterial zu produzieren und bereit zu stellen, sie wussten nichts davon, dass der Treuhänder unfähig war, die Häuser zu erhalten.
Mit diesem Grundwissen werden solche Fragen natürlich gestellt, wenn man nach so langer Zeit wiederkommt. Kannst du dich da in die Lage des Alteigentümers versetzen?


@Gert
In deren Lage? Nee eher nicht, denn diese müssen bestimmt mehr als erschrocken gewesen sein. Aber eventuell hatten sie aber auch nichts anderes erwartet?

Fakt ist, die Verantwortlichen in der DDR haben das Haus auch mit verkommen lassen, aber das Haus hatte ja auch Eigentümer. Wer also nicht enteignet wurde konnte ja auch nichts zurück haben wollen, denn er war ja die ganze Zeit immer noch der Besitzer? Heißt es nicht "Eigentum verpflichtet"?

Also, die Eigentümer wussten nach Deiner Meinung nicht was mit ihren Häusern geschieht, sie wussten nichts von den Hungermieten und sie wussten nichts von der Unfähigkeit eines DDR-Staates und der Unfähigkeit der Treuhänder, die IHR Haus verwaltet haben??? Stand das nicht täglich in Eurer Presse???

Verstehe ich nicht ganz! Ist schon eine blöde Sache was da gelaufen ist.

Gruß Reiner


nein, das stand nicht täglich in der Presse und wenn die Eigentümer nicht mehr den Ort und das Eigentum besucht haben, wussten sie auch nicht genau, was dort eigentlich vorgeht. Darüber hinaus hätten sie die gleichen Schwierigkeiten gehabt, ihr "Eigentum" zu sanieren , instandzuhalten wie die DDR Bürger mangels Bautoffe etc., wenn sie es gewollt hätten. Und das natürlich vor dem Hintergrund, das ihnen die Rendite, die Verzinsung ihres Eigentum von der SED Monat für Monat gestohlen wurde. Denn die SED hat die Miete nicht weitergereicht nach Hamburg , München, Düsseldorf und wo die Eigentümer überall wohnten, sie hat es in die eigene Tasche gesteckt. So wie sie es auch mit Tausenden Firmen in der DDR gemacht haben, da war stehlen , rauben , enteignen angesagt, hatten sie ja alles von den russischen Genossen in Berlin Karlshorst gelernt. Aber man sieht sich im Leben immer 2 x und so kam es, dass Rückforderung gestellt wurden. Pech für die Leute, die sich im Glauben an die Ewigkeit des Kommunismus in diese Immobilien einmieteten, einkauften. Unrecht Gut gedeiht nicht, sagt der Volksmund.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#95

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:19
von rotrang (gelöscht)
avatar

nicht mehr den Ort und das Eigentum Gerd das ist doch nicht dein ernst?
Pech für die Leute. aber nach der Wende wußten sie es merkst Du nicht das da ein Widerspruch ist.


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#96

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:23
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ach @Gert machst Du es Dir da nicht ein wenig zu einfach?

Das sie die Eigentümer waren, das werden sie wohl gewusst haben, wenn man nicht Enteignet hatte. Wie das mit den Treuhandgrundstücken in der DDR lief, kann ich nicht genau sagen, was da an den Mieten rübergereicht wurde und was nicht. Viel kann es ja nicht gewesen sein bei der Miete und dann noch in Ostgeld. Dazu noch der Umtauschkurs von mindestens 1 : 10, ach nee, der Schwindelkurs war ja 1 : 1! Na große Sprünge waren da wohl wirklich nicht drin. Und wer da auch noch etwas in der DDR ausgefressen hatte oder mit dem Gesetzen der DDR in Konflikt kam, konnte sein Eigentum natürlich nicht immer besuchen, ist schon klar.

Sicherlich, einige wussten sicherlich auch nicht mehr, was Tante Elly im Osten noch für Werte hatte und erinnerten sich erst nach der Wende wieder daran. Das schöne am Gedächtnis sind eben immer die Lücken, oder?

Unrecht, welches meinst Du damit?

Gruß Reiner


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#97

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:24
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von rotrang im Beitrag #95
nicht mehr den Ort und das Eigentum Gerd das ist doch nicht dein ernst?
Pech für die Leute. aber nach der Wende wußten sie es merkst Du nicht das da ein Widerspruch ist.


wieso Widerspruch, Zeitscheine beachten!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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#98

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:26
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #97
Zitat von rotrang im Beitrag #95
nicht mehr den Ort und das Eigentum Gerd das ist doch nicht dein ernst?
Pech für die Leute. aber nach der Wende wußten sie es merkst Du nicht das da ein Widerspruch ist.


wieso Widerspruch, Zeitscheine beachten!


Nun mal ruhig @Gert, welche Zeitscheine meinst Du denn?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:28
von rotrang (gelöscht)
avatar

Zitat von Gert im Beitrag #97
Zitat von rotrang im Beitrag #95
nicht mehr den Ort und das Eigentum Gerd das ist doch nicht dein ernst?
Pech für die Leute. aber nach der Wende wußten sie es merkst Du nicht das da ein Widerspruch ist.


wieso Widerspruch, Zeitscheine beachten!

@Gerd: welche Zeitscheine. sicherlich meinst Du die Zeitschiene


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#100

RE: Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

in Leben in der DDR 10.12.2014 16:30
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #96
Ach @Gert machst Du es Dir da nicht ein wenig zu einfach?

Das sie die Eigentümer waren, das werden sie wohl gewusst haben, wenn man nicht Enteignet hatte. Wie das mit den Treuhandgrundstücken in der DDR lief, kann ich nicht genau sagen, was da an den Mieten rübergereicht wurde und was nicht. Viel kann es ja nicht gewesen sein bei der Miete und dann noch in Ostgeld. Dazu noch der Umtauschkurs von mindestens 1 : 10, ach nee, der Schwindelkurs war ja 1 : 1! Na große Sprünge waren da wohl wirklich nicht drin. Und wer da auch noch etwas in der DDR ausgefressen hatte oder mit dem Gesetzen der DDR in Konflikt kam, konnte sein Eigentum natürlich nicht immer besuchen, ist schon klar.

Sicherlich, einige wussten sicherlich auch nicht mehr, was Tante Elly im Osten noch für Werte hatte und erinnerten sich erst nach der Wende wieder daran. Das schöne am Gedächtnis sind eben immer die Lücken, oder?

Unrecht, welches meinst Du damit?

Gruß Reiner



du bist wohl auch ein Opfer der SED Propaganda, für die natürlich alle Menschen, die das Land verliessen, Kriminelle waren . Muss man nicht weiter kommentieren. Die Mieten sind tatsächlich nicht weitergeleitet worden an die Besitzer der Häuser. Dass die SED im Unrecht handelte, erklärt der Umstand, dass der Besitz von Immobilien nicht im Grundbuch gelöscht wurde von denen, die das Land verliessen. Muss ich dir Unrecht erklären, Diebstahl, Raub, grundlose Enteignung, all das was diese mafiöse Partei auf dem Kerbholz hatte ? Noch Fragen, Hauser ?


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zuletzt bearbeitet 10.12.2014 16:31 | nach oben springen



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