#1

das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 27.10.2013 22:14
von Hans55 | 762 Beiträge

Hallo,Leute!
Wer hat eigentlich mal ,während seines aktiven Wehrdienstes eine Urlaubsüberschreitung begangen und welche Strafe gab es dafür?
Also,ich hab es immer pünktlich zurück geschafft!


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#2

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 01:10
von HP6666 | 191 Beiträge

In Halle hab ich mal einen Zug Richtung Berlin verpaßt ( unser Zug aus NDH hatte Verspätung ) . Da sind wir nach Leipzig , um von dort weiterzufahren .
Auch den haben wir nicht erreicht . Stempel hab ich mir überall geben lassen . Jedenfalls kam ich mit 2 h Verspätung in Treptow an . Fahndung war schon ausgelöst - am S-Bahnhof kam man mir schon entgegen . Da meine Stempel " Lückenlos " waren , gab es für mich keine Bestrafung .

HP6666


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#3

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 06:31
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Ich dufte mal mal einen Überfälligen zurückholen, welche Strafe der bekam weiß ich nicht mehr.

Trabant 601 Kübel (2)


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#4

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 08:23
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,Leute!
Wer hat eigentlich mal ,während seines aktiven Wehrdienstes eine Urlaubsüberschreitung begangen und welche Strafe gab es dafür?
Also,ich hab es immer pünktlich zurück geschafft!

Hallo Hans,

wenn ich mich recht entsinne, hatte man die Einheit zu informieren, "sofern dies möglich war". Das war eine rechte Gummiformulierung, mit der man gut leben konnte, wenn man sich die flächendeckende Ausstattung mit Telefonen in der DDR vor Augen hält. Trotzdem ging auch das. Ich habe als Diensthabender in der Einheit mehrere solcher Anrufe erhalten. Die genannten Gründe waren ausgefallene, verpasste oder verspätete Züge, aber auch Erkrankungen. Da die Sache nicht überhand nahm, gab es dabei in der Regel wenig Ärger. Vielleicht mal einen Anschiss vom Kompaniechef oder einmal Extra-Reviere vom Hauptfeld, aber schlimmer war das bei uns nie. Wenn es wirklich zu einer fragwürdigen Verspätung kam, wurde zunächst gemeldet. Danach lag die Entscheidung beim Operativen Diensthabenden im Regiment. Wenn es da aktuell gerade Vorkommnisse irgendwo bei den Grenztruppen gegeben hatte, dann wurde die Sache mal etwas strenger gehandhabt und auch mal eine Lage ausgerufen. Aber dazu ist mir nichts konkretes mehr in Erinnerung. Wie gesagt, ich erinnere mich noch an ein paar Anrufe.

Ich selbst war übrigens fast immer pünktlich oder saß in Zügen, in denen auch viele andere die gleiche Richtung hatten. Da war selbst eine eklatante Verspätung kein Problem, da irgendwie die Nachricht über die Verspätung in die entsprechende Einheit kam. Ich glaube auch, dass da der Terz bei Überschreitung der Ausgangszeit schon in den Knochen steckte. Da war der Ärger selbst bei kleineren Verspätungen ja richtig groß (Meldung an den OvD, morgens Meldung an den Kompaniechef, Antreten etc.). Da wagte man sich beim Urlaub schon fast nicht mehr, drüber nachzudenken.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#5

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 08:32
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Aus dem Urlaub war ich eigentlich immer Pünktlich zurück, hatte noch so viel Zeit. Das ich am Standort noch in die Kneipe einkehren konnte, das tat ich aus dem Grund. Um abzuwarten,bis die Kompanie zum Dienst raus fuhr. Denn man wusste ja nie,was auf einen bei der Rückkehr aus dem Urlaub bevorstand. Aber meistens war man zu Objektwache mit eingeteilt oder musste mit raus zu Kontrollstreife.
Als ich dann als Resi noch mal am Kanten war, bin ich mal mit 2 Kameraden etwas später aus dem Ausgang zurück gekommen. Man- hat man da einen Auflauf veranstaltet, als wir ins Objekt kamen-stand die Kompanie schon Gewehr bei Fuß auf den Hof. Grund--wir hatten in unseren Suff nicht den direkten Weg zum Objekt genommen, sondern erst ein Stück Richtung Kanten und dann abgebogen zu Kompanie. Und das hat der Posten der Objektwache hatte und nur den Hauptweg zum Dorf einsehen konnte, dann gemeldet. Naja was war die Bestrafung--für die beiden Kameraden, 4 Wochen Urlaubs und Ausgangssperre--bei mir kam garnichts nur ein du du. Denn meine Zeit als Resi, war knapp 2 Wochen später um.


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#6

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 08:43
von Duck | 1.741 Beiträge

Wer unsere geliebte Reichsbahn noch kennt, weiss ja das es meistens Verspätungen gab, obwohl das heute auch nicht viel anders ist. Die Rückfahrt von Berlin in die Rhön war immer ein kleines Abenteuer. Meistens ist es so gelaufen wenn ich im Zug war und wir sind in Halle oder Leipzig angekommen, hatten die Jungs die aus der Richtung Dresden kamen und dort umsteigen mussten, schon unsere GK in Erbenhausen benachrichtigt. Wenn wir dann endlich in Meinigen angekommen sind, wartete schon das nächste Problem auf uns, es war nämlich garnicht so einfach ein Taxi nach Erbenhausen zu bekommen, mitten in der Nacht wollte da nämlch keiner mehr rausfahren:-((


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 15:32 | nach oben springen

#7

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 08:44
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zumindest auf den Bahnhöfen gab es ja Telefon, also einfach angerufen und Bescheid gesagt das man später kommt.


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#8

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 08:51
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi
Also so schlecht war die DR doch gar nicht. Da gab es bei Aufsichten, in der Auskunft und sogar bei der Trapo diesen berühmten ,kleinen Vordruck, "Bestätigung über Zugverspätungen" . War zu meiner Armeezeit recht hilfreich. Da ich aber Eisenbahner war, mußte ich nicht extra in die Auskunft o.ä.--Ich hatte zwei oder drei davon "vorrätig" . Hab ich die mal gebraucht?-Weiß ich jetzt gar nicht mehr.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#9

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 11:23
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Hi Leute, ja Hans ich erinnere mich ich habe in Halberstadt ziemlich oft diese Vordrucke benutzen müssen.(Vielmehr deine Kollegen haben sie ausgefüllt).
Der letzte Bus war dann auch meist weg, der Schreiber hat mich dann immer abgeholt.


gruß h.


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#10

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 28.10.2013 17:02
von PF75 | 3.292 Beiträge

Während der Ausbildung in Potsdam hatte sich mal einer während des Ausgangs nach hause verzogen (wohnte irgendwo in der näheren Umgebung ) und den letzten Zug verpass.
In der Kompanie angerufen "ich komme morgen Früh " ,da mußte der Polit mit einem LKW hinfahren und ihn abholen.
Es gab glaub ich ein paar Tage Bau und Übernahme der Transportkosten (waren ein paar hundert mark gewesen )


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#11

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 29.10.2013 12:26
von VNRut | 1.485 Beiträge

Während meiner Ausbildung in Oranienburg hatte ein Kamerad aus unserer Kompanie, der irgendwo in Thüringen gewohnt hatte, eine Urlaubsübertretung weil er kurz vor Berlin im Zug eingeschlafen und in Richtung Ostsee weiter fuhr. Jedenfalls wurde bei uns Alarm ausgelöst bis ihn eine MPI-Streife kurz vor Rostock aufgriff. Er bekam eine mehrtägige Haftstrafe aufgebrummt. Die Höhe der Strafe lag aber daran, weil er hoch alkoholisiert die Streife beleidigte und Dresche anbot. Zu diesem Fall kam später noch ein Wachvergehen (Schusswechsel am Muni-Park) so das er ausgegliedert wurde und die Grenze nie sah. Er soll seine Restzeit als Heizer in Oranienburger Schloss abgesessen haben.

Gruß Wolle


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#12

RE: das würde mich mal interessieren

in Grenztruppen der DDR 29.10.2013 13:24
von Otto | 14 Beiträge

Ich bin wegen des harten Winter 86/87 nach einem Urlaub in Saalfeld gestrandet, kein Zug fuhr mehr. An der Telefonzelle bildete sich eine Schlange, jeder Grenzer wollte in seiner Kompanie anrufen. Irgendwann kamen dann mehrere LO und W50 und wir wurden in unsere Bataillone verteilt. Dort durften wir dann bis 8 Uhr ausschlafen und wurden dann auf unsere Kompanien verteilt. Das Schlimmste an der ganzen Sache aber war die Ungewissheit über eventuelle Taschenkontrollen im Bataillon . Der ganze Alkohol wurde sicherheitshalber auf der Fahrt vernichtet. Dementsprechend ging es mir dann natürlich nicht besonders gut.


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