#21

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 23.10.2013 22:53
von ddr-bürger (gelöscht)
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Ich bin ein Gegner der Todesstrafe, egal für welches Verbrechen. Zu oft irrte schon die Justiz oder wurde in die Irre geführt.

Bewußt wurde mir das Thema durch eine Doku über Teske (war ja der letzte Hingerichtete). Ich finde das ist für mich der übelste Punkt in der Vergangenheit der DDR. Mich verbindet gedanklich noch vieles mit dem Staat DDR, aber Todesstrafen ist das letzte.
Leider in einem Land das sich Humanismus auf die Fahnen geschrieben hatte.


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#22

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 23.10.2013 23:04
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #10
18.02.2009 | 18. Februar 1949: Letzte zivile Hinrichtung in der BRD

Am 28. Januar 1948 erschoss Richard Schuh einen Mann, der ihn mit seinem Laster mitgenommen hatte. Schuh wollte die Reifen des Lasters auf dem Schwarzmarkt verkaufen.
Er wurde jedoch schnell gefasst und am Landgericht Tübingen zum Tode verurteilt.

Der damalige Justizminister von Württemberg-Hohenzollern war Carlo Schmid. Dieser hatte das Thema Todesstrafe in einer Kabinettssitzung angesprochen, weil im Land fünf Todesurteile zur Vollstreckung anstanden. Im Protokoll der Sitzung ist hierzu vermerkt: 'Er (Schmid) vertritt den Standpunkt, dass man in allen Fällen begnadigen solle. Die Vollstreckung der Todesstrafe sei nicht mehr zeitgemäß und stelle eine Degradierung der menschlichen Gesellschaft dar.'

Unglücklicherweise für Schuh behandelte das Kabinett Schuh's Gnadengesuch ohne Carlo Schmid, da dieser sich zu diesem Zeitpunkt in Bonn aufhielt und mit an dem neuen Grundgesetz der Bundesrepublik arbeitete.

Gebhard Müller, damaliger Regierungschef des Landes und späterer Bundesverfassungspräsident, war grundsätzlich Todesstrafenbefürworter. Er lehnte das Gnadengesuch Schuh's ab.

Am Morgen des 18. Februar 1949 – heute vor 60 Jahren – wurde Richard Schuh als letzter Mensch in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund eines Urteils eines Zivilgerichts hingerichtet.

Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. In diesem heißt es in Artikel 102: 'Die Todesstrafe ist abgeschafft.'

Ausnahme bildete hier Westberlin: Durch den Viermächtestatus galt das Grundgesetz hier nur bedingt und die Todesstrafe wurde erst am 14.3.89 abgeschafft. Theoretisch konnten bis zu diesem Zeitpunkt Alliierte noch Todesurteile aussprechen. Die Westalliierten hatten bis Anfang der 50er Jahre noch 486 Todesurteile gegen NS-Verbrecher vollstrecken lassen. Der letzte Westberliner, der hier am 12. Mai 1949 nach einem Urteil eines deutschen Gerichts hingerichtet wurde, war der Raubmörder Berthold Wehmeyer.

In der ehemaligen DDR wurde die Todesstrafe erst am 17. Juli 1987 abgeschafft. Der letzte Hingerichtete hier war der Stasi-Hauptmann Werner Teske. Er wurde am 26. Juni 1981 als Spion in Leipzig durch einen Kopfschuss hingerichtet.

Frage: War im Militärstrafrecht der BRD die Todesstrafe vorgesehen?

rot mark.
zu diesem Datum gab es noch keine Bundesrepublik Deutschland. Baden Würtemberg war französische Besatzungszone.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#23

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 23.10.2013 23:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Habe heute die Doko der letzten Nacht ( MDR ) über die Hinrichtungsstelle Leipzig gesehen. Alle Todesurteile, die dort vollstreckt wurden, hielten einer rechtsstaatlichen Überprüfung nach der Wende nicht stand. Ein Beispiel wurde genannt. Ein Ex Hauptmann der DDR Grenztruppen flüchtete von Thüringen nach Bayern.(1960) Er wollte seine Frau und Kind nachholen, über die grüne Grenze. Ein Stasispitzel verriet ihn und die Stasi stellte ihm eine Falle an de rGrenze. Alle Beteiligten wurden festgenommen.In einem großen Schauprozess des Landgerichtes Erfurt wurde er zum Tode verurteilt. Hauptvorwurf Spionage für die USA. Der Vorwurf konnte durch keinerlei Beweise untermauert werden. Er wurde 1994 rehabilitiert, sehr witzig
Die Todesstrafe wurde durch einen Aktenvermerk Mielke " einverstanden" verhängt und ausgeführt. Das nennt man Staatsterrorismus.


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#24

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 23.10.2013 23:17
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Todesstrafe abgeschafft???
Die Todesstrafe in der EU wurde in Artikel 1 des Lissaboner Vertrages abgeschafft und in Artikel 2 wieder eingeführt. Fast wie bei einem Versicherungsvertrag.. Zuerst steht das alles versichert ist und dann kommen die 40Seiten Ausnahmeregeln.
Im Kriegszustand oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr, sowie bei Volksaufständen ist die Todestrafe innerhalb der EU weiter rechtmäßig.
http://conventions.coe.int/treaty/ger/treaties/html/114.htm


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#25

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 23.10.2013 23:34
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich meine die Todesstrafe gehört heute nicht mehr in ein Strafgesetzbuch.


ACRITER ET FIDELITER


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#26

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 00:58
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#27

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 09:13
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #12
Meine Meinung ist heute, Todesstrafe ist unmenschlich, egal, welches Verbrechen begangen wurde.




Die Straftaten mancher Täter waren auch unmenschlich, ich kann mich an einen speziellen Fall erinnern, leider fällt mir der Name nicht mehr ein. Der Betreffende war in der SS gewesen und hat in den sogenannten Einsatzgruppen im Warschauer Getto mitgewirkt, wo er auch hunderte von Zivilisten, darunter auch viele Kinder umgebracht hat, würdest Du bei einen solchen Täter auch sagen das die Todesstrafe unmenschlich ist? Ich sage dazu er hat das bekommen was er verdient hat.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#28

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 09:58
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi...
Ganz Kurz zu #23 : Alle? Hagedorn wurde auch in Leipzig hingerichtet. Ich glaube, den Eltern der drei ermordeten Kinder kann man damit nicht kommen .
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#29

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 10:15
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Todesstrafe ist und bleibt inhuman. Der Delinquent sollte im schlimmsten Fall bis an sein Lebensende für die Gesellschaft schuften, aber nicht sterben.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#30

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 10:37
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #29
Todesstrafe ist und bleibt inhuman. Der Delinquent sollte im schlimmsten Fall bis an sein Lebensende für die Gesellschaft schuften, aber nicht sterben.


Ja, so denken wir heute. Doch geht es hier um die Hinrichtungsstätte Leipzig und da wäre interessant, wie damals gedacht wurde. Und da bin ich ehrlich, zu DDR - Zeiten war es aus mehreren Gründen schwierig sich mit der Todesstrafe in der DDR auseinander zu setzen. Erstens hatte ich keinen Einblick in die Gesetzgebung. Zweitens waren mir keine Details bekannt über konkrete Fälle bekannt. Und wenn man etwas über Todesurteile gehört hat, aus welcher Quelle auch immer, dann war das Gehörte für mich in erster Linie unbegreiflich. Hinzu kommt, dass man kaum einen Gesprächspartener hatte, mit dem man sich sachlich darüber unterhalten konnte - eben wegen der fehlenden Informationen.

LG von der grenzgaengerin


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#31

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 10:39
von ddr-bürger (gelöscht)
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Kein Tod macht die Opfer wieder lebendig oder die Tat ungeschehen. Die Angehörigen der Opfer erfahren eine "kurze Befriedigung" durch die Hinrichtung.
Nur es besteht ein Zusammenhang zwischen Opfer und Täter (durch die Tat) und wird nicht auch das Opfer mahnend in Erinnerung bleiben, wenn der Täter ein "eingeschränktes" Leben in Haft verbringt, statt nach seiner Hinrichtung in Vergessenheit gerät? Jetzt bitte keine Diskussion hier über Haftbedingungen, das will ich nicht anregen.

Trotz aller möglichen "rationalen" Eklärungen (im Kapitalismus gibt es auch Todesstrafe, pol. Todesstrafen wurden in jedem System verhängt), macht mich das Thema sehr betroffen. Es ist keine Rechtfertigung "der Klassenfeind hat das auch getan", es ist eine Schwäche und Schande das dann genauso zu "händeln".
Das ist vein Punkt an dem ich mich ganz klar von der Rechtssprechung der DDR distanziere. Und das Beispiel von Hinrichtungen an SS Offizieren hinkt für mich. Das war eine Situation nach einem weltweiten Völkermord, Brutalität und Grausamkeiten gehörten zum Alltag. Das nach einem solchen Krieg die Justiz auch extrem ist, ist kein Wunder. Nur hier sprechen wir von einer Zeit ohne diese Extreme, bzw. sie sollten überwunden sein....

Ich bin gegen jede Todesstrafe, in jedem Land und in jeder Gesellschaftsform.


4.Zug 4.Kompanie GAR-40, Kimble, Jobnomade, Damals87 und furry haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 10:45
von schnatterinchen (gelöscht)
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"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)


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#33

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 10:46
von Uleu | 528 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #29
Todesstrafe ist und bleibt inhuman. Der Delinquent sollte im schlimmsten Fall bis an sein Lebensende für die Gesellschaft schuften, aber nicht sterben.


Im Sinne ob man sie vollstreckt, ja. Wenn ich mir aber ansehe dass Unschuldige wahllos in Kaufhäusern zerbombt und erschossen werden, willkürlich Sarin in einer Tokioter U-Bahn freigesetzt wird - der Beispiele gibt es leider zuviele - wünschte ich mir manchmal es gäbe sie noch als Abschreckung.
Und was unsere eigene Geschichte angeht ... es ist richtig diese mit dem Wissen von heute zu sehen und zu bewerten, wir sollten aber trotzdem nicht vergessen dass es eine andere Zeit war, eben Geschichte ist. Sonst müsste man die katholische Kirche als einen der grössten Massenmörder der Geschichte anklagen, die Inquisition.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#34

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 10:48
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Der Staat hat die Aufgabe die Gesellschaft vor Straftätern zu schützen. Es muss die Verhältnismäßigkeit der Strafe zur Straftat gegeben sein. Ist eine Möglichkeit gegeben, die Bevölkerung wirkungsvoll vor dem Straftäter auf Dauer zu schützen , bin ich auch gegen die Todesstrafe. Die Frage ist nur ob das immer möglich ist. Bei bestimmten Einzelexemplaren der menschlichen Rasse, ist vielleicht auch nur die physische Auslöschung das einzige wirkungsvolle Mittel, um weitere Schäden abzuwenden.


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#35

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:01
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #32

"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)



Hallo Schnatterinchen,

nenne doch bitte den Autor dieser Worte.
Ich erinnere mich irgendwie, dass sie Erich Mielke so gesagt haben soll.
Irgendwo gelesen - ich war bei besagter Sitzung nicht dabei. Hätte mich da sicher auch etwas fehl am Platze gefühlt.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#36

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:15
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #31
Kein Tod macht die Opfer wieder lebendig oder die Tat ungeschehen. Die Angehörigen der Opfer erfahren eine "kurze Befriedigung" durch die Hinrichtung.
Nur es besteht ein Zusammenhang zwischen Opfer und Täter (durch die Tat) und wird nicht auch das Opfer mahnend in Erinnerung bleiben, wenn der Täter ein "eingeschränktes" Leben in Haft verbringt, statt nach seiner Hinrichtung in Vergessenheit gerät? Jetzt bitte keine Diskussion hier über Haftbedingungen, das will ich nicht anregen.

Trotz aller möglichen "rationalen" Eklärungen (im Kapitalismus gibt es auch Todesstrafe, pol. Todesstrafen wurden in jedem System verhängt), macht mich das Thema sehr betroffen. Es ist keine Rechtfertigung "der Klassenfeind hat das auch getan", es ist eine Schwäche und Schande das dann genauso zu "händeln".
Das ist vein Punkt an dem ich mich ganz klar von der Rechtssprechung der DDR distanziere. Und das Beispiel von Hinrichtungen an SS Offizieren hinkt für mich. Das war eine Situation nach einem weltweiten Völkermord, Brutalität und Grausamkeiten gehörten zum Alltag. Das nach einem solchen Krieg die Justiz auch extrem ist, ist kein Wunder. Nur hier sprechen wir von einer Zeit ohne diese Extreme, bzw. sie sollten überwunden sein....

Ich bin gegen jede Todesstrafe, in jedem Land und in jeder Gesellschaftsform.

Das könnte ich so nicht unterschreiben aber da hat wohl jeder seine eigene Meinung zu.
Zum anderen war diese Person kein Offizier sondern "nur" ein kleiner Dienstgrad gewesen und er wurde auch nicht gleich nach Kriegsende verurteilt, sondern erst nach seiner "Entdeckung" in der DDR, in den 60ziger Jahren. Da sein Gesicht durch einen schweren Betriebsunfall völlig entstellt war konnte er lange Zeit unerkannt bleiben.
Ich bin mit Sicherheit kein Verfechter der Todesstrafe aber wie sieht es denn hier mit der Gerichtsbarkeit aus? Es ist ja hier nicht so wie in Amerika wo "lebenslänglich" auch lebenslänglich heißt. Hier kann doch ein "Kindermörder" bei guter Führung schon nach 10 bis 15 Jahre wieder rauskommen. Ist das dann eine angemessene Strafe gewesen?Würdest Du auch so denken wenn Dein Kind sein Opfer gewesen wäre.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


zuletzt bearbeitet 24.10.2013 11:51 | nach oben springen

#37

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:17
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #35
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #32

"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)



Hallo Schnatterinchen,

nenne doch bitte den Autor dieser Worte.
Ich erinnere mich irgendwie, dass sie Erich Mielke so gesagt haben soll.
Irgendwo gelesen - ich war bei besagter Sitzung nicht dabei. Hätte mich da sicher auch etwas fehl am Platze gefühlt.

Gruss Hartmut


http://www.runde-ecke-leipzig.de/index.php?id=72


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#38

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:20
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #32

"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)



Du solltest schon die komplette Aussage von Herrn Mielke bringen.

Mielke selbst sah sich als Humanisten:




„..... Aber weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten als wie einen Banditen leben lassen, der also uns dann also die Toten bringt"


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.10.2013 11:23 | nach oben springen

#39

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:21
von Moskwitschka (gelöscht)
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Viele DDR-Bürger erfuhren überhaupt erst durch die Nachricht von ihrer Abschaffung verwundert von der blutigen Praxis in ihrem Staat. Honecker und der SED-Führung war die Meinung ihrer Untertanen allerdings ohnehin herzlich egal. Sie wollten mit der unerwarteten Kehrtwende nicht etwa zu Hause punkten, sondern vor allem bei der Öffentlichkeit im Westen: Vor allem anderen sollte mit dem "humanistischen, kulturvollen, historischen und weltpolitischen Schritt" gut Wetter für den bevorstehenden Besuch des Staatsratsvorsitzenden Honecker in der Bundesrepublik gemacht werden. Gezielt ließ die Ost-Berliner Regierung denn auch in Bonn streuen, das DDR-Fernsehen werde am Abend eine "interessante" Nachricht bringen.

Selten dürften so viele West-Politiker die "Aktuelle Kamera" geschaut haben wie an diesem Tag vor zwanzig Jahren. "Das ist schon toll, wie Honey seine Reisen vorbereitet", entfuhr es einem Bonner Unterhändler laut SPIEGEL

Erschienen auf SPIEGEL ONLINE am 13.07.2007


http://einestages.spiegel.de/external/Sh...48/l2/l0/F.html

LG von der grenzgaengerin


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#40

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Was wird wohl in diesem Manfred Smolka vorgegangen sein während der Zeit nach dem Urteil bis zur Vollstreckung?
Vorstellen kann man sich das wohl nicht.
Ein Mörder versteht diese Strafe vielleicht noch als Sühne, aber sein Leben nur als abschreckendes Beispiel aus politischen Gründen genommen zu bekommen, unfassbar.


zuletzt bearbeitet 24.10.2013 11:33 | nach oben springen


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