#41

RE: Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2013 09:53
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #40
Zitat von DoreHolm im Beitrag #39
Tja, geht zwar jetzt langsam am Thema vorbei, aber ich war auch so ein Knallfrosch. Sprengmeister war einer meiner Berufswünsche, als Spitznamen wurd ich zeitweise "Dynamit Ede" genannt. Ich hatte vor längerer Zeit schon mal ausfühlich darüber geschrieben. Elektrische Zündung, chemische Zeitzündung, Aufschlagzünder, Unterwassersprengung, alles hatte ich gemacht und funktionierte technisch sehr zuverlässig und berechenbar.
Als ich, viel später, bei einer Aufräumaktion eine Flasche mit ca. 30 ml einer etwas öligen Flüssigkeit im Stahl-Müllbehälter (wie damals so üblich, die Großen mit dem aufschiebbaren Deckel)in diesen Container versenke, der eben im Winter wegen heißer Asche immer so vor sich hinqualmte, mittels einer nicht beabsichtigten Explosion demolierte, wußte ich, wie leicht Dinitroglykol herstellbar ist, welche Wirkung es hat und wie es u.a. zu zünden ist.
Das war mir mit dem Moment klar, als ich den Kanonenschlag auf der Straße hörte und überall die Asche rumliegen sah. Der Container wurde nach ein paar Tagen durch die Müllabfuhr ausgetauscht und es wurde auch nicht nachgeforscht. Da ging mir ganz schön die Muffe.

Übrigens, Gelatine-Donarit ist Dinitroglykol mit einem gewissen Quantum Kollodiumwolle oder Schießbaumwolle sozusagen gelatiniert, also es entsteht aus dem DNG ein gelartiger und somit besser handhabbarer Sprengstoff, der im Bergbau/Steinbruch für härteste Sachen eingesetzt wird.


Trotz OT, die DDR-Chemiebaukästen, kennst du sicherlich Dore, konnte man da in Hinsicht auf einen etwas größeren Knall was anfangen?
Wir haben immer wenn die KG's mit einer Übung durch waren die abgebrannten Nebeltöpfe eingesammelt, da war unten ordentlich Knallmaterial "Schwarzpulver?) drin


Meinst Du wirklich, daß das Schwarzpulver war, die Reste in den Nebeltöpfen ? Normalerweise wäre das abgebrannt, wenn einmal entzündet. Ich weiß z.B., daß in den Übungshandgranaten, die dicken schwarzen Rollen, nur der innere Einsatz der Knallkörper war. Die dicke Hülle war mit feinen Eisenspänen gefüllt, damit das Gewicht wie bei einer Echten erreicht wurde. Diese konntest Du normalerweise in der Hand behalten, denn es platzten nur die beiden Endstücken heraus.
Die Chemiebaukästen kenne ich. Das war eines der besten Weihnachtsgeschenke meiner Eltern, damals in der 7.Klasse, 1959. Als Feuerwerkerei waren nur Wunderkerzen als Anleitung im Experimentierheft möglich. Fe-Pulver und Kaliumpermanganat waren drin, auch Schwefelpulver. Also größere Knaller waren da m.E. nicht möglich, es sei denn, man hätte die Mischung ordentlich verdämmt, also in einer geschlossenen Stahlhülse. Das wären dann S-Pulver, KMnO4 und Holzkohle z.B., also ähnlich wie beim richtigen Schwarzpulver, nur eben das KMnO4 als Oxydator statt KNO3. Kann mich aber nicht erinnern, will es auch nicht abstreiten, daß auch Kaliumnitrat in dem Kasten war. Die Mengen waren aber gering. Alles Röhrchen mit maximal 30,-g würde ich sagen. Alles Andere haben ich mir später dazugekauft. Damals konnte man fast alles noch kaufen. Es gab in Erfurt eine Drogerie, die belieferte auch die Schulen. Da war ich Stammkunde.
Kürzlich habe ich meine ganzen Restchemikalien ausrangiert. Als ich das einem Chemiker aus meiner alten Firma erzählte, geriet er in´s Schwärmen. Der experimentiert heute auch noch privat. Habe ihm eine Liste zusammengestellt, was ich abgebe. Da waren etliche Sachen dabei, für die es keinen Marktpreis gibt, weil die gar nicht mehr offiziell verkauft werden. Habe mal in einem Hobbychemiker-Forum gesurft. Es ist ein Leid. Dermaßen Restriktionen beim Erwerb, weil, es könnte ja jemand daraus Sprengstoffe oder Drogen herstellen. Bin froh, daß ich wenigstens noch Salzsäure bekomme, um meine Gesteine von Kalkkrusten zu reinigen. Das alles betrachte ich auch als eine Art Entmündigung der EU-Bürger durch die EU-Behörden. Kenne das aus meiner beruflichen Tätigkeit. Bin mit Klebstoffen und Lösungsmitteln umgegangen, die meine Kunden kaufen und verarbeiten (z.B. nicht brennbare Klebstoffe unter Tage) und die Tri enthalten. Das zählt als Gift. Ich dürfte diesen Klebstoff aber nicht mal privat kaufen. Nicht mal unseren guten Helmitex 1526 (früher Chemisol L 1526), weil der Toluol enthält. Welch ein Schwachsinn.



zuletzt bearbeitet 14.04.2013 09:54 | nach oben springen

#42

RE: Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2013 13:15
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Meinst Du wirklich, daß das Schwarzpulver war, die Reste in den Nebeltöpfen ?

Keine Ahnung und ist verdammt lang her, 37 Jährchen bestimmt.
Die Papp-Dinger hatten doch am Boden so etwas wie eine Reibfläche, nehme an zum Zünden und wenn du die harte Pappe direkt darüber aufgepult hattest war dort drin oft ein Rest von einem dunklen Pulver was ordentlich zündelte.
Hab das mal in einer Blechschachtel entzündet und von der Helligkeit der Flamme eine Weile nichts mehr gesehen, die Schachtel brannte sich dann in ein Holzbrett ein, eigentlich wie Magnesium.
Man was haben wir einen Blödsinn gemacht, aber wir wollten alles erkunden, bin auch so auf das Pulver gestoßen weil ich wissen wollte wie der Topf funktioniert, hab ihn faktisch dazu seziert
Bei der Armee dann habe ich diesen Papp-Nebeltopf nicht gesehen, weiß gar nicht mehr wie da Rauch gebastelt wurde.
Aber nu weiter mit Schdasi, sorry für OT.


zuletzt bearbeitet 14.04.2013 13:24 | nach oben springen

#43

RE: Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2013 13:26
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #42
Meinst Du wirklich, daß das Schwarzpulver war, die Reste in den Nebeltöpfen ?

Keine Ahnung und ist verdammt lang her, 37 Jährchen bestimmt.
Die Papp-Dinger hatten doch am Boden so etwas wie eine Reibfläche, nehme an zum Zünden und wenn du die harte Pappe direkt darüber aufgepult hattest war dort drin oft ein Rest von einem dunklen Pulver was ordentlich zündelte.
Hab das mal in einer Blechschachtel entzündet und von der Helligkeit der Flamme eine Weile nichts mehr gesehen, die Schachtel brannte sich dann in ein Holzbrett ein, eigentlich wie Magnesium.
Man was haben wir einen Blödsinn gemacht, aber wir wollten alles erkunden, bin auch so auf das Pulver gestoßen weil ich wissen wollte wie der Topf funktioniert, hab ihn faktisch dazu seziert
Bei der Armee dann habe ich diesen Papp-Nebeltopf nicht gesehen, weiß gar nicht mehr wie da Rauch gebastelt wurde.



Dann meinst Du was Anderes. Die Dinger, die ich meine, hatten ein Bändche dran, an dem gezogen wurde und dann das Ding weggeworfen. Sollte also so ähnlich funktionieren wie eine richtige Handgranate, also mit Abziehen und wegwerfen.
Die mit der Reibfläche, die wir hatten, waren die Knallkörper "D". Andere kennen ich leider nicht.



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#44

RE: Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2013 22:19
von Kimble | 397 Beiträge

Ja wir sind wirklich schon wieder OT, sind aber auch zu schön diese alten Erinnerungen.
Dachte schon nur ich habe so was aus Blödsinn angestellt.

Als Thüringer möchte ich noch anmerken:

KNO3 war bei uns ein Privat- Import aus dem schönen Thüringen.
Im Norden der Republik war das Zeugs einfach nicht zu bekommen.

Aber in Thüringen lagen die Tüten in jeder Kaufhalle in der Gewürzecke. So in 50 gr Einheiten wimre.
Bei Fragen sagte man einfach der Tante in der Kaufhalle "zum Fische einlegen". Hat aber nie einer gefragt.
"Meine Mutti will am Sonntag mal wieder lecker Hund machen" wäre vermutlich als Antwort auch ok gewesen.

Schwefelstangen zum Klöße schwefeln, ja die gab es leider auch nur in Thüringen.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
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