#41

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 13:34
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Mein Heimgang war unspektakulär, da ich der einzige aus der Kompanie war der Heim ging.
War mir auch ganz lieb so, das ganze Gängergedöns ging mir ohnehin auf den Zeiger und der übermässige Alkoholkonsum, mit dem einher gehenden Krach sowieso, das ist mir bis heute unangenehm.
Wie das von statten ging, weis ich leider nicht mehr genau, klar auch, weils unspektakulär war.
Am Tag vorher, war ich noch die Hunde füttern bis spät Abends, es war ja Sommer und es musste Abends nochmal getränkt werden.
Am Heimgangstag hab ich glaube noch den LO schick gemacht, dann halt alles abgeben, Knarre und die Designerklamotten.
Wie ich Heim kam weis ich nicht mehr.
Ich dächte man fuhr mich nach Nordhausen oder zum Bus in Klettenberg.
Erst im Zug hab ich dann noch paar Heimgänger getroffen, waren aber nur wenige, wahrscheinlich auch nur die, die überall verteilt waren
Die kompletten Kompanien der "Zwischnekotzer" waren wohl längst weg.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#42

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 14:04
von bendix | 2.642 Beiträge

Mein Heimgang war etwas anders,nicht so wie ich ihn mir vorstellte.
Einige Tage zuvor wurde ich für eine EK-Schlägerei(unverschuldet in gewissem Sinne) zu 2 Tagen Knast verurteilt, so kam ich auch um meine letzte Schicht und die Zigarre auf dem KS,was mich aber nicht wirklich ärgerte.
Der Vormittag des Entlassungstages selbst war mit Strasse fegen in Schwarzkombi und rumgegammel erfüllt...
Meine Zimmerkollegen packten die Tasche mit den persönlichen Sachen,den Rest in die Zeltplane.Dann sah ich vom Knastfenster aus wie sie heimfuhren,welche auf den LKW,andere wiederum latschten zivil durch die Wache.
Dann war auch ich an der Reihe,die Zeltplane geschultert ,die Reisetasche in der Hand ging ich zur Abgabe und .....
Tschüß.
Mein Abholer wartete schon am Tor,schmunzelte als ich ihm sagte warum ich mich "verspätete".
Ein freundliches Lebewohl gab es noch für die Wache und dann auf nimmer wiedersehen Groß Glienicke.
Was ich damals fühlte ,dachte? Ich weis es nicht mehr...meine Gedanken waren wohl schon zu Hause

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#43

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 16:41
von Freienhagener | 3.869 Beiträge

Beim letzten Appell war nur Hochstimmung:

"Die Neuen mußten sich nach dem Absitzen vom LKW W 50 mit dem Rücken zum Eingang aufstellen und machen einen betretenen Eindruck. Der Block der angehenden Gefreiten formierte sich gegenüber mit dem Gesicht zum Ausgang und schaute zugleich traurig und froh auf die Heimgänger rechts an der Garage. An der 4. Seite nahmen mit dem Rücken zum Kompaniegebäude die Vorgesetzen Aufstellung. Der Kompaniechef hielt eine Ansprache und seine Führungsmannschaft schaute mehr oder weniger bedeppert drein. Die Heimgänger strahlten als einzige und bestiegen nach dem Appell das von den Neuen verlassene Fahrzeug und fuhren für immer davon. " (aus meinen Erinnerungen)

Es folgten Besinnlichkeit und Routine - zuletzt Ernüchterung, ohne was getrunken zu haben, nachdem die Zugreise schier endlos war.

Schon vorher, als Zivilist, bekam man zwei mal im Jahr die tolle Stimmung mit, bei denen, die tagsüber heimkehrten. Wir wollten nur noch mal anstoßen. Aber als wir endlich im Leipziger Hauptbahnhof eintrafen, war gerade Ausschankschluß. So sind wir nur müde auseinandergegangen.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 19.07.2014 16:41 | nach oben springen

#44

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 19:20
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !

Meine Entlassung war am 24.10.1979 im GR42 in Blankenfelde . Wir kamen dort so um die Mittagszeit mit dem W50 an , dann gings
an die Klamottenabgabe . Da wir ja noch die neue Uniform mit Schlips und Hemde bekommen hatten wurde aber ganz genau geschaut
das nichts fehlte oder beschädigt war . Ein paar ganz Schlaue hatten aber den sogenannten Lumpenball in den Einheiten veranstaltet
Das wurde dann teuer ! eine neue Uniformjacke kostete so um 80 Mark ,das ist bei mir noch so hängengeblieben . Wir mussten alles
abgeben auch die Turnschuhe ,Trainingsanzug sogar noch die eingeschweißte Unterwäsche aus dem Teil I . Was ich haben wollte hab
ich mir schon vorher organisiert ( Postentaschen ,Wattekombi ) war fürs Motorad wunderbar . Es wurden große Reden gehalten sowie
einige Beförderungen meist bei den UaZ vorgenommen . So gegen 16:00 Uhr bekamen wir die Austragung im WDA und konnten dann
selbstständig nun Richtung Heimat ziehen . Meine Eltern holten mich in dem alten 600 er Trabi ab , im Auto hab dann gleich AFN den
Amisender eingestellt , na da haben aber einige doof geschaut .
Tja und Grenztruppen ade war angesagt , den PA gabs es dann ein paar Tage später auf dem VPKA zurück . Dort wurden gleich die Werber
wieder aktiv , aber man war fürs erste von Uniform bedient .

Viele Grüße

der küchenbulle


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#45

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 20:48
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat
das von den Neuen verlassene Fahrzeug und fuhren für immer davon.



...mit deutlich entlasteten Federn am W50


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 21:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zu meiner Zeit wurde kein Sportzeug abgegeben. Die Trainingsanzüge wurden bei einer Rauferei in Fetzen gerissen. Turnhose, Turnhemd und Schuhe haben viele an die Bäume im Abschnitt genagelt. Meine Postenführerbalken habe ich auf drei Kreuzen abgelegt, welche ich kurz vor der Werra im SA 4 bei meiner letzten Schicht in den K6 gescharrt habe. Was nicht unbedingt mit nach Hause musste, wurde verschenkt oder entsorgt. Überzählige Uniformteile/Ausrüstungsteile wie Tragegestelle, Taschenlampen, GMN-Verlängerungskabel, Luftkissen, Grenzerradios usw. wurden vererbt. Erinnerungsstücke habe ich nicht behalten. Orden und Ehrenzeichen dem Altmetall zugeführt. Nur die Fotos von der Wandzeitung haben die 37 Jahre in meinem Album gut überstanden. Ansonsten jede Menge Erinnerungen die jetzt wieder hervorgekramt werden. Das Langzeitgedächtnis scheint besser zu funktionieren als das Kurzzeitgedächtnis.

Der Hesselfuchs


CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.07.2014 21:14 | nach oben springen

#47

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.07.2014 21:18
von rotrang (gelöscht)
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Ja liebe Freunde mein Abgang liegt nun 43 Jahre zurück. Nichts war mit Aufregung,alles normal abgelaufen, in Dömitz den 1. Konsum aufgesucht und dann mit den Kumpels zum Zug getorkelt ,ab ging die Heimreise es wurde die längste Bahnfahrt meines Lebens, sie dauerte 24 Stunden, von Dömitz nach Loitz in Südschweden


hundemuchtel 88 0,5 und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.07.2014 21:19 | nach oben springen

#48

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.08.2014 20:13
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Ich schau grade auf meinen Zähler und ich sehe, es entsteht grade mein 1000.Beitrag. Nun, dies soll nicht irgendein 08-15-Beitrag sein, wenn dann schon
etwas ausführlicher. Der Tag meines Heimganges war der 28.April 1988. soweit ich weiß, war dies ein Dienstag. Nun, alles warf ja seine Schatten vorraus.
Es begann mit dem Einrücken unserer Nachfolger in unsere Kompanie. Soweit ich weiß, war dies eine Woche vorher oder eher??? Jedenfalls wurde das Bandmaß nicht mehr geschnitten. Es war eine knappe Zeit, meinen Nachfolger in die wichtigsten Dienstgepflogenheiten einzuführen, ich wusste das aus eigener Erfahrung. Man kam mit Theorie vollgestopft von der Keimschmiede (bei uns Perleberg) und war in praktischen Dingen nahezu hilflos. Bei eben diesem meinen Nachfolger war dies ganze noch etwas komplizierter, er wurde nicht bei den GT eingesogen, er kam als frischgebackener Uffz von einer Uffz-Schule der NVA. Er hatte immerhin die gelbe Waffenfarbe der Nachrichten. Aber wie das funktionieren konnte, war mir ein Rätsel.
Unsere Schränke hatten wir für unsere Nachfolger ausgeräumt, dessen Inhalt hatten wir in einem aus unserer Zeltplane geknüpften Sack gepackt. Unter anderem auch diesmal hochoffiziell und erlauf unsere Zivilsachen! So lebten wir in dieser Übergangszeit wie Camper. Auch hatten wir wegen der Mehrfachbelegung die Betten aufgebockt. Natürlich schliefen wir Es unten, die neuen oben. In dem Jahr gab es ein Novum: es gab 2 E-Generationen! Uffze, die für ein Studium immatrikuliert waren, bekamen 2 Monate geschenkt, anstatt im Oktober 88 gingen sie schon im August nach Hause. Aber dies nur am Rande.
Mein Nachfolger erwies sich als sehr gelehrig und war in die wichtigsten Dinge gut einzuweisen. Ganz wichtige Sachen waren zu erledigen, zum Beispiel das Ab-Knieen an markanten Gebietsabschnitten. Dies hatte zu geschehen, wenn man wissentlich zum letzten Mal an einer bestimmten Stelle Dienst tat. Man ging auf die Kniee, vollführte eine Handlung, die aussah, wie ein moslemisches Gebet und rief laut: "Nie wieder!"
Als ich dies an der linken Trennungslinie tat, wurden wir von westlicher Seite beobachtet und gehört. Ein anderer Posten, der diesem Ritual beiwohnte,
meinte dazu: "Moregn steht bei denen in der Zeitung: Verdächtige Kulthandlungen bei den Grenztruppen."
Die Übergabe des gesamten technischen Gerätes, was mir anvertraut war, erfolgte im Rahmen einer sogenannten Wartung 6 (Jahreswartung), geleitet
vom Regiment. Ein Novum bei mir, als ich 2,5 Jahre zuvor übernahm, hinterlies mir mein Vorgänger ein Chaos, dies wollte man nun verhindern.
Ich weiß sogar noch, ich bekam eine Note, eine 3, weil ein Funkverstärker nicht funktionierte. Ich protestierte zwar, aber im Grunde war mir das Wurst.
Am Vorabend des großen Tages (nach Dienstschluss) bekamen wir die Reservistenmedaiile. Ein anderer Uffz (mit dem ich seinerzeit damals ankam) und ich bekamen es in Silber, alle anderen in Bronze. Ganz bewusst sagte ich nicht die Dankesformel: "Ich diene der Deustchen Demokratischen Repunlik." sondern einfach nur "Danke." Ich hätte ja korrekt sagen müssen "diente" Und das hätte sich nun wirklich blöd angehört.
Der Rest des Abends wurde mit dem Unterschreiben der Gängertücher verbracht. Die Es unterschrieben im Mittelkreis, der Rest auf dem Rest des Tuches. Es wurde mit dem echten und soweit vorhanden, mit dem Spitznamen unterschrieben. Auch das Gästebuch unserer Stammkneipe wurde unterschrieben. Dass an diesem Abend das eine oder andere Getränk konsumiert wurde, versteht sich.
Irgendwann am Morgen wurde ich von einem Abschiedsgeang einiger Kumpels geweckt, bevor diese zum Dienst mussten. Es war nett gemeint, klang aber grausam. Es war irgendwas mit "good bye..."(Wäre interessant, was heute der Herr Bohlen zu sagen würde)
Nach dem Frühstück stand der letzte Akt an: Der B/A-Apell mit Abgabe. Davor tat sich ein Problem auf: "Meine Filzstiefel waren geklaut worden!"
Aber der Spieß wusste Abhilfe: Er gab mir welche aus schwarzen Beständen, die ich dann ebenso abgab. Ich weiß gar nicht, ob wir bis zum Mittagessen blieben. Jedenfalls bekamen wir noch vom Spieß eine Militärfahrkarte in unseren Heinamtort. Wir wurden noch belehrt, dass wir bis 24:00 Angehörige GT seien, wohl um Alkoholexzessen und somit verbundenen Ärger mit den Streifen vorzubeugen. Zum Schluß zogen wir noch einmal durch die Kompanie und verabschiedeten uns von denen, bei denen wir noch nicht waren. Zum Schluß waren wir beim KC. Ihm war anzusehen, dass ihm der Abschied nicht leicht fiel.
Den großen LO-Transprort mit großem Gejohle bei der Hinausfahrt machten wir nicht mit, wir 2 Uffze bekamen einen Trabi-Chauffeur nach Heiligenstadt ins Regiment, wo es nochmal eine Extra-Verabschiedung geben sollte. Am Iberg angekomen standen wieder LKW-Ladungen mit Neuen, die nicht die 1 oder 2 Wochen zuvor bei uns eingezogen waren. Wir begrüßten sie mit: "Wir wünschen euch viel Spaß, wir haben es hinter uns."
Im Stabsgebäude lief uns unser ehemaliger StKC über den Weg, der 4 Monate zuvor versetzt worden war: "Was ist jetzt los, sagt blos, ihr wollt die Flocke machen?" Dann liefen mir noch mein ehemaliger OOZ Nachrichten und der Kommandeur über den Weg und sagten "Auf Wiedersehen".
Darauf hatte ich zwar keinen Bock, zumindest nicht dienstlich, aber wie ich es gelernt hatte, antwortete ich brav: "Danke, Genosse......."
Die Abschiedsveranstaltung war etwas blablabla, wir erhielten die offizielle Entlassungsurkunde. Im geheimen hatten wir noch gehofft, zur Entlassung zum Unterfeld befördert zu werden, wie allgemein üblich. Da aber das GR4 zu dieser Zeit, was Beförderungen anbetraf, relativ geizig war, blieb diese aus. War uns aber eigentlich auch Wurst. Nach der Zeremonie blieb noch zeit für einen kleinen Bummel durch Heiligenstadt und dann ging es zum Bahnhof, von dort mit dem Zug bis Leinefelde. Während dieser ganzen Zeit banden wir uns die Tücher nicht um. Wir konnten schlecht den Beliebtheitsgrad der Grenztruppen bei anderen an diesem Tage zu entlassenen und bei der Bevölkerung einschätzen. In Leinefelde saßen wir eine Weile im Bahnhofsrestaurant. Hier trafen wir dann doch auf die "Mukker" (ist dieser Begriff richtig für NVA oder bedeutete er was anderes?)
Aber alles blieb friedlich.
Der D-Zug nach Halle fuhr ein, in den wir einstiegen. Wir setzten uns in 1.Klasse-Abteil. Die Nachlösegebühr beim Schaffner zahlten wir mit einem Lächeln. In Sangerhausen war dann für mich Aussteigen angesagt, zur letzten Etappe meiner Heimfahrt. Der andere Uffz hatte noch eine Weile zu fahren, er musste nach Torgau.
So, dies waren meine letzten Stunden bei den GT. Die über 1000 Tage waren zuende.
Aber eines kann ich euch versprechen, dieser 1000.Beitrag wird nicht mein letzter sein!


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


hundemuchtel 88 0,5, 94, andyman, Rothaut, exgakl, Adam, seaman und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.08.2014 20:14 | nach oben springen

#49

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2014 19:22
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Danke Tommi,

schöner Bericht.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#50

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2014 20:21
von Kurt | 933 Beiträge

Ich weiß noch, daß ich am Vorabend des eigentlichen Entlassungstages gehen konnte. Nach Abgabe aller Sachen beim Spieß, mußten wir noch für ca. eine Stunde die Toiletten putzen. Der Spieß nahm alles genauestens ab.
Wahrscheinlich wollte er seine Ruhe und ließ uns deshalb früher gehen.
Dann ließ er uns in Zivilklamotten antreten. Ich erhielt mein Reservistenabzeichen in Silber und das E-Tuch in Folie und muß zugeben, daß ich danach nur noch weg wollte. Deshalb habe ich weder Unterschriften gesammelt noch am Saufgelage teilgenommen, sondern bin sofort Richtung KdL marschiert und nach Hause gefahren.


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#51

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2014 14:06
von plochin | 3 Beiträge

kann mich noch dunkel erinnern, hatten am tag vor der entlassung noch ne auszeichnung als bestes bataillion, wurden mit nem w 50 zur feierstunde abgeholt , es wurde ne rede geredet , unser oberst ja.... war kurz zuvor zum generalleutnant befördert worden,wir mussten im stechschritt(niemals vorher geübt und dementsprechent lächerlich sah es aus) vorbeimarschieren und dann gings schnurstracks in das festgebäude zum buffet, natürlich haben wir uns strategisch günstig an den tisch der dem buffet am nächsen war platziert und als die hohen herren mit der ersten runde am buffet fertig waren, kamen wir , jeder zwei teller und los gings, zwischendurch die bedienung die mit dem klaren nicht gegeizt hat,ziemlich angeheitert gings auf den w 50 zurück in die kompanie ,die man spätabends erreichte und natürlich auf seinem abschiedessen bestand , naürlich gabs keins mehr, war ja schon spät, stattdessen bekamen wir ein paar büchsen pfirsiche , die natürlich gleich mit unseren restbeständen an alkohol gemischt wurden, so wurde die nacht durchgemacht , früh beizeiten die klamotten in der kleiderkammer abgegeben , zivilkleidung wurde umgehend angelegt was dann natürlich vom kc mit einem verzweifelndem kopfschütteln quittiert wurde,,, endlich wurde es mittag und ab ging die fahrt von großburschla nach mühlhausen, natürlich nicht ohne vorher dem posten am kompanietor noch shcnell seine bandmaßschnipsel ins gesicht zu pusten und dem uffz der heulend auf dem klo sass ein paar tröstende wort zuzurufen , dann verabschiedung in mühlhausen und mit nem trabi von nem kameraden zurück nach halle , ende und aus ;-)



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#52

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.11.2014 03:48
von G. Michael (gelöscht)
avatar

Zitat von Merlini im Beitrag #39
Mit den W 50 der die Neuen gebracht hat, wurden die Heimgänger nach der Verabschiedung auf dem Hof der GK ins Regiment nach Mühlhausen gefahren. Nach der Ausfahrt aus der Kompanie flogen alle Bestecke auf die Straße. Da hatten die Neuen auch gleich was zu tun. Für die ganz renitenten HG fuhr ein 66 Ikarus Bus von Kompanie zu Kompanie und dann nach Mühlhausen. Von unserer GK waren außer mir noch zwei dabei, weil wir der Kompanieführung den Handschlag verweigert hatten ( mit dem Spruch auf nimmer Wiedersehen). In Mühlhausen gab es einen Abschlussappell und noch einige Orden/Auszeichnungen. Dann mussten wir mitten auf dem Kasernenhof die Uniform ausziehen und auf einen Haufen werfen. Erst dann konnte Zivil angezogen werden. Dann gab es noch den Freifartschein und einen Verpflegungsbeutel. Danach wurden wir zum Bahnhof gefahren. Die Verpflegungsbeutel landeten bei Ausfahrt des Zuges fast alle zwischen den Gleisanlagen. In Erfurt habe ich mich aus dem chaotischen Haufen abgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, dass alle gut angekommen sind.


Merlini ich habe mich für Deinen Beitrag bedankt, weil Du eine Grunhaltung zum Ausdruck gebracht hast. Nu n weiß ich nicht genau ob ich zu diesem Thema
passe. Aber auch ein BU (Ofw.) wird mal entlassen, bei mir war das am 27.11. 86. Für die Klamottenabgabe hatte ich allerdings rund 2 Wochen Zeit, es
ging ja nicht nur um Uniform. Am Entlassungstag gab es noch ein Essen mit Regimentskommandeur, Stabschef und Polit.
Verabschiedet habe ich mich damals von meinen Unterstellten, Zivilbeschäftigten und von "meinen Artilleristen". Zu meinen eigentlichen Vorgesetzten
die mir ja so zugetan waren nicht ein Wort, raus und Tschüß.
Nicht nur einem Soldaten im GWD konnte man auf dieser Welt eine Hölle bauen. Mit dem Erscheinen meiner Hompage in 2013, wo ich meinen Lieblingsvorgesetzten als "Ekelpaket" bezeichnet habe, kam dann sofort Post, ich habs rausgenommen und gut ist.
Es gab da doch ein Titel "Ich beobachte Dich", de Jenossen schlafen nicht. Eins noch, durch meine Homepage konnte ich Kontakte wieder
herstellen,und das ist mir wichtig. Das geht vom Soldaten GWD, UaZ.,BU und Offiziere bis hin zum OSL.
Micha


zuletzt bearbeitet 26.11.2014 04:46 | nach oben springen

#53

RE: Wer weiß es noch?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.02.2015 09:57
von Geierfahrer-P3 | 18 Beiträge

Zu unserer Entlassung in Harra 04/83 weiß ich noch genau, daß der Alte die Truppe
komplett vom W 50 (Heimi) absitzen lassen wollte, sofern auch nur EIN Löffel in die
Toreinfahrt fiele. Also haben wir die Löffel und einige Kragenbinden auf der laaangen
Steigung in Richtung Lobenstein aus dem LKW geworfen . Von da aus ging es nach
Plauen zur offiziellen Verabschiedung und danach wurden wir zur Drachenhöhle Syrau
gefahren. Dort endlich konnten wir unsere Familie treffen und nach Hause fahren.

PS: ein GT-W 50 im Maßstab 1:87 steht in meiner Modellautosammlung heute noch !
der stand in unserer Bude auf der Gardinenstange (1,50 mtr lang) und rückte jeden
Tag einen Zentimeter vor ... er war das Bandmaß für MKF


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Gruß vom Geier und ... halt' aus !


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