#121

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 19:17
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.


Mir wurden diese Mitgliedsbücher von den ehemals "härtesten" Mitgliedern nachts heimlich unter der Dienstzimmertür durchgeschoben!!

Sogar in meinem privaten Postkasten fand ich sie...Das war damals für mich unterste Schublade!


Pit 59 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#122

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 19:23
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.


Die ganz "schlauen", haben damit gewartet und nach dem 9. Novemeber ihr Parteiabzeichen für 5 DM verschleudert.

LG von der grenzgaengerin


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#123

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 19:32
von Marder | 1.413 Beiträge

Naja ich kann schlussendlich nicht mitreden. Ich war und bin in keiner Partei. Mein Vater WAR in einer Partei und sagte DAS WAR DIE FALSCHE. Danach auch nie wieder in einer gewesen.

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#124

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 19:47
von schulzi | 1.759 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #121
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.


Mir wurden diese Mitgliedsbücher von den ehemals "härtesten" Mitgliedern nachts heimlich unter der Dienstzimmertür durchgeschoben!!

Sogar in meinem privaten Postkasten fand ich sie...Das war damals für mich unterste Schublade!

Da ich in der BPO-Leitung war lagen die Parteibücher bei mir entweder vor den Gaderobenschrank oder auf meiner Feilbank die "guten Genossen"hatten nicht einmal den mumm sie selber in der Parteileitung abzugeben


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#125

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 19:57
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Die Parteimitgliedsbücher mussten zur Wende nicht abgegeben werden. Die Parteigruppen und Grundorganisationen lösten sich zum Teil selbst auf. Manche blieben auch zusammen und versuchten, weiterzumachen wie zuvor. Aber die zentrale Steuerung ging zunächst verloren. Im Januar 1990 bekamen wir an der Militärpolitischen Hochschule die Information, dass die weitere Mitarbeit in der Partei (zu dem Zeitpunkt bereits SED-PDS) nicht mehr im Rahmen des Dienstes und auch nicht mehr innerhalb der Dienstgebäude möglich war. Wer Interesse an einer weiteren Mitgliedschaft hatte, konnte Mitglied einer Wohnparteiorganisation in Berlin Grünau werden. Einige Interessente, damals auch ich, schlossen sich zusammen und organisierten zentral, dass eine entsprechende Anmeldung und die Ausgabe neuer Mitgliedsbücher erfolgte. Das funktionierte weitestgehend auf der Basis persönlicher Bekanntschaften. Ich wusste weder damals noch weiß ich es heute, wieviele Offiziere diesen Weg noch mitgegangen sind. Ich hatte jedenfalls die Information in meine Studiengruppe gegeben, was nur dazu führte, dass zwei meiner Mitstudenten ihre alten Parteibücher bei mir abgaben. Ich hatte keinen, an den ich sie weitergeben konnte, also habe ich sie heute noch.

Aus der SED-PDS trat ich nach einigen Monaten wieder aus. Das, was ich für meine politische Heimat gehalten hatte, war mit der Wende verlorengegangen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 13.10.2013 20:01 | nach oben springen

#126

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 20:07
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #120
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.

Hallo Pit
Aber natürlich nicht von Dore Holm . Der hat es bestimmt heute noch .


Du liegst wieder mal, wie so oft, völlig daneben. Abgegeben habe ich es, nachdem eine unfruchtbare Diskussion mit den anwesenden Genossen auf der Stadtbezirksleitung mir das als ratsam erscheinen ließ. Manchmal habe ich mich allerding etwas geärgert, ob mein Entschluss nicht doch etwas voreilig war. Ich hätte gern wieder mitgemischt, unter den Realos dieser Partei. Wirst Du nicht verstehen, vermute ich. Ist auch egal.



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#127

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 20:17
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Aus der SED-PDS trat ich nach einigen Monaten wieder aus. Das, was ich für meine politische Heimat gehalten hatte, war mit der Wende verlorengegangen.

So empfand ich es auch, zumal sich in der PDS wieder die einfanden, die für mich zu den Betonköpfen zählten. Außerdem war ich dermaßen enttäuscht, als mir bewusst wurde, wie ich missbraucht worden war. Außerdem war mir klar, dass mein Traum kein Erlebensfall mehr werden wird.

Nun, seit ich hier in dem Forum drin bin, ist mir bewusst geworden, dass ich wieder aktiver werden muss. Die BRD braucht eine starke Linke, sonst leidet die Demokratie.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


DoreHolm, Schmiernippel, Pitti53, schulzi und Udo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#128

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 20:31
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Das von @Rainman2 und @4.Zug 4.Kompanie GAR-40 geschilderte kann ich sozusagen aus zweiter Hand bestätigen; was die politische Heimat betrifft.

Meine Eltern traten 1991 oder '92 sehr ernst vor mich hin um mir eine sehr wichtige Entscheidung mitzuteilen. Erst dachte ich sie wollen sich auf ihre alten Tage scheiden lassen ......., gut eine "Scheidung" war es auch fast denn sie teilten mir mit das sie beide aus der inzwischen zur PDS gewordenen SED ausgetreten sind weil sie sich mit dieser Partei nicht mehr identifizieren konnten ......

Soweit wie ich es am Rande mitbekam entwickelten sich einige von denen welche ich persönlich für Hardliner und Edelkommunisten gehalten habe in Richtungen welche genau diametral; ideologisch/politisch, zu dem lag wofür sie in der DDR doch mit "Herzblut" gekämpft haben.
Ich kann es nachvollziehen und akzeptiere es wenn jemand mit der SED und deren Ideologie abgeschlossen hat aber was ich nicht verstehe ist das sich jemand nicht nur in rechtsextreme Richtung entwickeln kann sondern auch noch in solcher Partei aktiv mitmischt .....
Da frag ich mich wirklich hat er mir und allen Anderen früher etwas vorgemacht? Und das war ein 200% Genosse der jedem der von Linie abwich gewaltig Knüppel zwischen die Beine warf ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Schmiernippel, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#129

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 20:36
von Marder | 1.413 Beiträge

Na schaue mal hier wie aus einem Erzlinken genau das Gegenteil wird

http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Mahler

Son Vogel ist mir mehr als suspekt.

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#130

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 21:10
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #127
Aus der SED-PDS trat ich nach einigen Monaten wieder aus. Das, was ich für meine politische Heimat gehalten hatte, war mit der Wende verlorengegangen.

So empfand ich es auch, zumal sich in der PDS wieder die einfanden, die für mich zu den Betonköpfen zählten. Außerdem war ich dermaßen enttäuscht, als mir bewusst wurde, wie ich missbraucht worden war. Außerdem war mir klar, dass mein Traum kein Erlebensfall mehr werden wird.

Nun, seit ich hier in dem Forum drin bin, ist mir bewusst geworden, dass ich wieder aktiver werden muss. Die BRD braucht eine starke Linke, sonst leidet die Demokratie.




Bist du dir auch (ganz) sicher @4.Zug 4.Kompanie GAR-40 ,das Überlingen deine gewünschte Wahlheimat sein sollte. Hast du dich auch garantiert nicht in der Himmelsrichtung geirrt, als etwas in dir sagte, ich brauche Luftveränderung. Moskau liegt woanders.


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#131

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 21:14
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #128
Das von @Rainman2 und @4.Zug 4.Kompanie GAR-40 geschilderte kann ich sozusagen aus zweiter Hand bestätigen; was die politische Heimat betrifft.

Meine Eltern traten 1991 oder '92 sehr ernst vor mich hin um mir eine sehr wichtige Entscheidung mitzuteilen. Erst dachte ich sie wollen sich auf ihre alten Tage scheiden lassen ......., gut eine "Scheidung" war es auch fast denn sie teilten mir mit das sie beide aus der inzwischen zur PDS gewordenen SED ausgetreten sind weil sie sich mit dieser Partei nicht mehr identifizieren konnten ......

Soweit wie ich es am Rande mitbekam entwickelten sich einige von denen welche ich persönlich für Hardliner und Edelkommunisten gehalten habe in Richtungen welche genau diametral; ideologisch/politisch, zu dem lag wofür sie in der DDR doch mit "Herzblut" gekämpft haben.
Ich kann es nachvollziehen und akzeptiere es wenn jemand mit der SED und deren Ideologie abgeschlossen hat aber was ich nicht verstehe ist das sich jemand nicht nur in rechtsextreme Richtung entwickeln kann sondern auch noch in solcher Partei aktiv mitmischt .....
Da frag ich mich wirklich hat er mir und allen Anderen früher etwas vorgemacht? Und das war ein 200% Genosse der jedem der von Linie abwich gewaltig Knüppel zwischen die Beine warf ......

Gruß
Nostalgiker


Rot: Es ist eine zwar späte, aber es ist eine Lebenserfahrung: Vertraue nie jemanden, der überdurchschnittlich für eine Idee öffentlich eintritt und andere, weniger Enthusiastische, dafür kritisiert. Zur Wende habe ich auch nicht schlecht gestaunt. Hatte es schon mal in einem anderen Thema geschrieben. Diejenigen, von denen ich eine Abgabe des Buches als erste erwartet habe, waren die Letzten. Unsere Parteisekretärin, Abschluss Bezirksparteischule (1 Jahr) war eine der Ersten, die das Buch abgaben. Ich muß ihr aber zugestehen, daß sie es nicht wegen ideologischer Kehrtwendung tat, sondern weil sie schlicht und einfach wegen der 180°-Wendung unseres Betriebsdirektors und ihres Arbeitsplatzes tat. Eines Direktors, der einen ziemlioch diktatorischen Leitungsstil pflegte, ohne daß das entsprechende Fachwissen dahinter stand und der sich noch kurz vorher um Wiederaufnahme in die SED bemüht hatte und neuerdings "schon immer dagegen gewesen" war. Solche Leute hatte ich mal als charakterlose Gesellen bezeichnet.
Soll ja vorgekommen sein: erst braun, dann eine Weile rot und dann schwarz.
Eine Kollegin von mir, aus dem Eichfeld, Katholikin, immer pro-CDU, erzählte mir einige Jahre nach der Wende, daß sie dermaßen entäuscht von ihrern
CDU-mitgliedern sei. Wort und Tat waren unvereinbar. Kürzlich sagte sie mir, daß sie desöfteren die Linke gewählt hat. Nun auch nicht mehr, aber auf keinen Fall mehr CDU.



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#132

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 13.10.2013 21:42
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@grenzgaengerin - die feige Masse bewegte sich wohl auf allen Ebenen des politischen und gesellschaftlichen Lebens der DDR. Sie ist auch heute noch zu feige es zuzugeben.

@Nostalgiker - Parteibeiträge wurden auch auf Jahresendprämie und Bergmannstreueprämie gezahlt.

Vierkrug


seaman, Pitti53 und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#133

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 05:18
von student | 89 Beiträge

Ich habe mein Parteidokument bei meinem Austritt behalten, und ausgetreten bin ich, nachdem ich als Delegierter zum Sonderparteitag gewesen bin. Dort habe ich zwei Dinge zu ahnen begonnen: 1. Diese SED ist tatsächlich so, wie ich sie schon immer eingeschätzt habe (Zitat HA I vom 3.4.75: "Er brachte zum Ausdruck, daß der Marxismus-Leninismus bei uns zu dogmatisch ausgelegt wird und verglich dieses mit der ideologischen Manipulierung des faschistischen Systems in Deutschland."), und 2. was sich da als neue Führungsspitze etabliert, hat nur ein Ziel: sich zu etablieren im neuen politischen System, und dazu werden Leute gebraucht, die mit ihrer Wählerstimme und ihrem Einsatz dafür sorgen, daß die Etablierten die Annehmlichkeiten von Parlamentariern genießen können, weil freies Mandat und demokratischer Zentralismus in weiten Bereichen identisch sind. Ein gewähltes Parteigremium konnte sich ebenso den Teufel um die Meinung der "einfachen" Mitglieder scheren wie heute ein Parlamentarier um die Angelegenheiten seiner Wähler. Ich habe meine Parteistrafen gerne kassiert (es ging bis zur strengen Rüge), weil ich mir damit selbst bewiesen habe, daß man mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halten muß, sofern man bereit ist, die Konsequenzen zu tragen. Ich habe die SED in drei Bereichen erlebt: Grenztruppen, Staatsapparat und Volkswirtschaft, also Produktion. Und überall habe ich erlebt, wie vielfältig das Spektrum der Mitglieder ist, vom verträumten Idealisten bis zum skrupellosen Karrieristen, und ich muß sagen, daß noch nie so viele mit ihrem persönlichen Opportunismus und vielleicht auch zu einem gewissen Teil mit ihrer politischen Naivität dafür gesorgt haben, daß sich so wenige von ihnen abgrenzen und und sich über sie erheben konnten, obwohl sie stets das Gegenteil beteuerten. Ich habe gestern gehört, was die Preisträgerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels sagte. Sie berichtete von einem Kommunisten, der zusammen mit seiner Frau ins Gulag kam. Er meldete sich freiwillig an die Front und kämpfte dort für sein Land, während seine Frau im Lager umkam. Nach dem Krieg rehabilitierte man ihn mit den Worten: "Deine Frau können wir Dir nicht zurückgeben, aber wir geben dir dein Parteibuch zurück." In der Arroganz dessen und darin, daß er glücklich war, sein Parteidokument zurückzuerhalten, liegt die Gemeinheit des Systems ebenso wie die Tragik derer, die daran geglaubt haben. Dort, wo anderswo "Arbeit macht frei" gestanden hat, stand im Gulag "Mit eiserner Faust zwingen wir die Menschheit zum Glück". Schöner kann man das Wesen des Systems nicht beschreiben, und als Atheist schwöre ich bei Gott, daß ich froh bin, sehr zeitig daran gezweifelt zu haben.


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#134

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 06:23
von schulzi | 1.759 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #125
Die Parteimitgliedsbücher mussten zur Wende nicht abgegeben werden. Die Parteigruppen und Grundorganisationen lösten sich zum Teil selbst auf. Manche blieben auch zusammen und versuchten, weiterzumachen wie zuvor. Aber die zentrale Steuerung ging zunächst verloren. Im Januar 1990 bekamen wir an der Militärpolitischen Hochschule die Information, dass die weitere Mitarbeit in der Partei (zu dem Zeitpunkt bereits SED-PDS) nicht mehr im Rahmen des Dienstes und auch nicht mehr innerhalb der Dienstgebäude möglich war. Wer Interesse an einer weiteren Mitgliedschaft hatte, konnte Mitglied einer Wohnparteiorganisation in Berlin Grünau werden. Einige Interessente, damals auch ich, schlossen sich zusammen und organisierten zentral, dass eine entsprechende Anmeldung und die Ausgabe neuer Mitgliedsbücher erfolgte. Das funktionierte weitestgehend auf der Basis persönlicher Bekanntschaften. Ich wusste weder damals noch weiß ich es heute, wieviele Offiziere diesen Weg noch mitgegangen sind. Ich hatte jedenfalls die Information in meine Studiengruppe gegeben, was nur dazu führte, dass zwei meiner Mitstudenten ihre alten Parteibücher bei mir abgaben. Ich hatte keinen, an den ich sie weitergeben konnte, also habe ich sie heute noch.

Aus der SED-PDS trat ich nach einigen Monaten wieder aus. Das, was ich für meine politische Heimat gehalten hatte, war mit der Wende verlorengegangen.

ciao Rainman

Danke Raiman ,bei mir war es ähnlich von rund 250 Mitgliedern der SED in der Leipziger Baumwollspinnerei waren wir zum Schluß nur noch cirka 25-30 ,wir mussten uns auf beschluss der SbL auflösen und uns in der für uns zuständigen WPO anmelden.Da kam für mich die erkenntnis das ,das nicht mehr meine Politische Heimat ist und schickte meine Mitgliedskarte an die Stadtleitung derSED-PDS


zuletzt bearbeitet 14.10.2013 06:30 | nach oben springen

#135

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 08:58
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #126
Zitat von linamax im Beitrag #120
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.

Hallo Pit
Aber natürlich nicht von Dore Holm . Der hat es bestimmt heute noch .


Du liegst wieder mal, wie so oft, völlig daneben. Abgegeben habe ich es, nachdem eine unfruchtbare Diskussion mit den anwesenden Genossen auf der Stadtbezirksleitung mir das als ratsam erscheinen ließ. Manchmal habe ich mich allerding etwas geärgert, ob mein Entschluss nicht doch etwas voreilig war. Ich hätte gern wieder mitgemischt, unter den Realos dieser Partei. Wirst Du nicht verstehen, vermute ich. Ist auch egal.


Hallo
Ist mir eigentlich auch egal .


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#136

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 09:33
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #135
Zitat von DoreHolm im Beitrag #126
Zitat von linamax im Beitrag #120
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.

Hallo Pit
Aber natürlich nicht von Dore Holm . Der hat es bestimmt heute noch .


Du liegst wieder mal, wie so oft, völlig daneben. Abgegeben habe ich es, nachdem eine unfruchtbare Diskussion mit den anwesenden Genossen auf der Stadtbezirksleitung mir das als ratsam erscheinen ließ. Manchmal habe ich mich allerding etwas geärgert, ob mein Entschluss nicht doch etwas voreilig war. Ich hätte gern wieder mitgemischt, unter den Realos dieser Partei. Wirst Du nicht verstehen, vermute ich. Ist auch egal.


Hallo
Ist mir eigentlich auch egal .


Aber klar doch. Wir wissen doch, was wir voneinander zu halten haben, gelle ?



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#137

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 09:37
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #136
Zitat von linamax im Beitrag #135
Zitat von DoreHolm im Beitrag #126
Zitat von linamax im Beitrag #120
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.

Hallo Pit
Aber natürlich nicht von Dore Holm . Der hat es bestimmt heute noch .


Du liegst wieder mal, wie so oft, völlig daneben. Abgegeben habe ich es, nachdem eine unfruchtbare Diskussion mit den anwesenden Genossen auf der Stadtbezirksleitung mir das als ratsam erscheinen ließ. Manchmal habe ich mich allerding etwas geärgert, ob mein Entschluss nicht doch etwas voreilig war. Ich hätte gern wieder mitgemischt, unter den Realos dieser Partei. Wirst Du nicht verstehen, vermute ich. Ist auch egal.


Hallo
Ist mir eigentlich auch egal .


Aber klar doch. Wir wissen doch, was wir voneinander zu halten haben, gelle ?


Aber natürlich , nämlich überhaupt nichts .


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#138

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 09:45
von exgakl | 7.235 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #137
Zitat von DoreHolm im Beitrag #136
Zitat von linamax im Beitrag #135
Zitat von DoreHolm im Beitrag #126
Zitat von linamax im Beitrag #120
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.

Hallo Pit
Aber natürlich nicht von Dore Holm . Der hat es bestimmt heute noch .


Du liegst wieder mal, wie so oft, völlig daneben. Abgegeben habe ich es, nachdem eine unfruchtbare Diskussion mit den anwesenden Genossen auf der Stadtbezirksleitung mir das als ratsam erscheinen ließ. Manchmal habe ich mich allerding etwas geärgert, ob mein Entschluss nicht doch etwas voreilig war. Ich hätte gern wieder mitgemischt, unter den Realos dieser Partei. Wirst Du nicht verstehen, vermute ich. Ist auch egal.


Hallo
Ist mir eigentlich auch egal .


Aber klar doch. Wir wissen doch, was wir voneinander zu halten haben, gelle ?


Aber natürlich , nämlich überhaupt nichts .


@linamax wir freuen uns hier alle, dass Du im Forum so aktiv bist... ich würde Dich aber bitten zum Thema zu schreiben und uns hier nicht mit Deinen sinnfreien Kommentaren zu nerven, solltest Du mit anderen Usern Probleme haben kläre es bitte per PN!

exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.10.2013 09:45 | nach oben springen

#139

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 09:56
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #138
Zitat von linamax im Beitrag #137
Zitat von DoreHolm im Beitrag #136
Zitat von linamax im Beitrag #135
Zitat von DoreHolm im Beitrag #126
Zitat von linamax im Beitrag #120
Zitat von Pit 59 im Beitrag #119
Na Lutze, was willst Du jetzt hören ? Ich vermute mal so. Wer zur Wendezeit sein Mitgliedsbuch nicht abgegeben hat, ist jetzt automatisch Mitglied in der Linken und bezahlt dort wohl auch seinen Beitrag. Das wird ähnlich sein wie in der CDU. Wie es in der ehemaligen LDPD oder NDPD oder Bauernpartei ist, weiß ich nicht.@Dore Holm

Abgegeben ist gut,sehr gut Dore. Du wirst es auch wissen das die Bücher und Abzeichen Massenweise bei den Montagsdemos vor die Türen der Kreissleitungen geflogen sind.Heldenhaft war das nicht.

Hallo Pit
Aber natürlich nicht von Dore Holm . Der hat es bestimmt heute noch .


Du liegst wieder mal, wie so oft, völlig daneben. Abgegeben habe ich es, nachdem eine unfruchtbare Diskussion mit den anwesenden Genossen auf der Stadtbezirksleitung mir das als ratsam erscheinen ließ. Manchmal habe ich mich allerding etwas geärgert, ob mein Entschluss nicht doch etwas voreilig war. Ich hätte gern wieder mitgemischt, unter den Realos dieser Partei. Wirst Du nicht verstehen, vermute ich. Ist auch egal.


Hallo
Ist mir eigentlich auch egal .


Aber klar doch. Wir wissen doch, was wir voneinander zu halten haben, gelle ?


Aber natürlich , nämlich überhaupt nichts .


@linamax wir freuen uns hier alle, dass Du im Forum so aktiv bist... ich würde Dich aber bitten zum Thema zu schreiben und uns hier nicht mit Deinen sinnfreien Kommentaren zu nerven, solltest Du mit anderen Usern Probleme haben kläre es bitte per PN!

exgakl


Und wieder wird mit zweierlei Maß gemessen .


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#140

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 14.10.2013 10:02
von seaman | 3.487 Beiträge

Über die Art der Parteistrafe stimmte die Grundorganisation ab.
Es kam auch vor,dass es bei diesen Abstimmungen Enthaltungen und Gegenstimmen gab und mitunter die Ergebnisse knapp ausfielen.

seaman


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