#41

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:02
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #2
Rüge, Strenge Rüge, Ausschluß

P.S. die höchste Parteistrafe aber war der Hubschrauberrundflug in Lybien.
Achso, das wäre so ein Witz für diese Einleitung aus #163 gewesen, odär?


ist aber leider über den Falschen verhängt worden

Gruss Hartmut


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#42

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:13
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #28
Als Unwissender frage ich mal. Eine Parteistrafe konnte ja wohl nur jemand bekommen der auch in dieser Partei war oder???Daher konnte es doch den Meißten total egal sein oder??

MfG Marder




Ja, richtig.
Von den ca. 16,5 Mio DDR-Bürgern (Ende der 80er Jahre) waren ca. 2 Mio SED-Mitglieder - nicht gerade wenig.

Gruss von Hartmut
... der wegen kritischer Äusserungen mehrfach knapp an Parteistrafen vorbeigeschrammt ist.


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#43

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:20
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #27
Zitat von Lutze im Beitrag #5
mich würde interessieren,für welche Delikte Parteistrafen
ausgesprochen wurden
,vielleicht,das die eigene Tochter
oder Sohn einen Ausreiseantrag gestellt hat,
oder einen Fluchtversuch unternommen hat?,
wurde man da nicht als Genosse von den anderen
Parteimitgliedern geächtet
,
nach dem Motto,du hast deine Kinder falsch erzogen?
Lutze


rot:z.B. Trunkenheit im Grenzdienst

grün: nö...




Lila: Aus dem Saufgelage vom Abend vorher, also Restalkohol



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#44

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:21
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #39
Gut bei den Bewaffneten Organen war es etwas anders als drausen im zivilen Bereich da wurde es locker gesehen.Aus meiner Parteigruppe sollte einer eine Parteistrafe wegen dauernten Fremdgehen bekommen@schulzi

Eigentlich,jedenfalls für mich ist es doch nicht zu fassen,da mischt sich diese Partei in den intimsten Bereich eines Menschen ein
Naja ,auf der anderen Seite,wenn der Laden läuft kann man sich ja aus langer weile auch mal um Kleinigkeiten kümmern.

Das wusste ich noch nicht,woher auch,das sich diese Partei auch um so etwas kümmerte.

P.S. Jetzt ist mir aber klar warum mein SV immer noch die gleiche hat, das war Parteiauftrag



Hallo Pit59,

lies mal bitte hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote...Moral_und_Ethik

"9.Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten."
Damit wurde es begründet - und als SED-Mitglied warst Du verpflichtet, Vorbild für die andern zu sein.
Noch Fragen ?

Gruss Hartmut


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#45

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:26
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #31
Es war doch Strafe genug,wenn man in diesem "Club" Mitglied war......sich täglich diese Lügen anhören,nicht seine wirkliche Meinung kundtun dürfen,diese SED gesteuerte "Medienlandschaft" ertragen müssen.
Mir haben diese "Brüder" genug Knüppel zwischen die Beine geschmissen.
Als dann die Wende kam,hatte keiner von diesen Typen mehr sein "Bolchen" am Revers.
Da bis zum Schluß geweigert,in diesen Lügenclub einzutreten,wurde ich zwischendurch für 8 Wochen zur sogenannten Soz.Hilfe "belobigt".
Meine Meisterschule viel ins Wasser.
Aber darüber habe ich schon berichtet. -> Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt (4)



Grün: Alle Achtung vor Dir ! Ich ziehe den Hut. Nicht dabei gewesen sein und so fundiert Bescheid zu wissen, wie es da vorging.
Es wurden durchaus die eigenen meinungen gesagt, nicht nur zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und das wußten die Genossen auch, daß man in den Zeitungen zwischen den Zeilen lesen muß. Deshalb habe ich auch andere Quellen genutzt, so wie ich an diese rankam.



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#46

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:34
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #32
Zitat von exgakl im Beitrag #27


grün: nö...




Zumindest während solcher Versammlungen war ich des öfteren angewidert wer sich nun plötzlich alles berufen fühlte jetzt auch selbst noch einmal kräftig nachzutreten, und ich kenne, entgegen hier anderslautender Aussagen, auch noch aus dem Jahr 1987 eine Parteistrafe wegen eines außerehelichen Vergnügens.



Das kann ich mir in Eurer Truppe vorstellen. In der Industrie lief das schon lange moderater. Ein Genosse aus unserer BPO, Kraftfahrer, viele Kinder, verheiratet. Hatte auch ein Gschpusi. Normalerweise hat es keinen interessiert, bis auf einige parteilose Kollegen/Kolleginnen. Die drängten darauf, daß wir als Parteileitung endlich was Unternehmen. Wir waren also gezwungen, hier aktiv zu werden. Es erfolgte ein Gespräch mit ihm mit dem Resultat, daß es als genosse nicht angeht, zwei Frauen zu haben und er solle sich entscheiden. Entweder Schluss mit der Geliebten oder sich scheiden lassen. Ich kann es heute nicht mehr sagen, wie er sich entschieden hat, jedenfalls wir hatte etwas getan und es herrschte wieder Ruhe.
Schrieb es ja schon mal. Unser Chef mußte wegen Fremdgängerei beim MfS den Hut nehmen und war bei uns gelandet, als Chef.

Nachtrag: Wenn es sich um ein einmaliges Fremdgehen gehandelt hatte, haben sich zwar die Kollegen/innen eine Weile das Maul zerrissen und natürlich in dem Fall, daß ein SED-Mitglied beteiligt war, mit dem Finger auf ihn gezeigt und Empörung geheuchelt, aber sonst ist nichts passiert. Ich kann hier nur für meine Zeit in dieser Firma sprechen. Kommt eben immer auf die Toleranz und vernunft der jeweiligen staatlichen und politischen Leiter an.

Mal eine Frage: Wie war den das, wenn Mitglieder von Blockparteien beim außerehelichen Verhältnis erwischt wurden ?



zuletzt bearbeitet 10.10.2013 08:39 | nach oben springen

#47

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:43
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von ek40 im Beitrag #31
Es war doch Strafe genug,wenn man in diesem "Club" Mitglied war......sich täglich diese Lügen anhören,nicht seine wirkliche Meinung kundtun dürfen,diese SED gesteuerte "Medienlandschaft" ertragen müssen.
Mir haben diese "Brüder" genug Knüppel zwischen die Beine geschmissen.
Als dann die Wende kam,hatte keiner von diesen Typen mehr sein "Bolchen" am Revers.
Da bis zum Schluß geweigert,in diesen Lügenclub einzutreten,wurde ich zwischendurch für 8 Wochen zur sogenannten Soz.Hilfe "belobigt".
Meine Meisterschule viel ins Wasser.
Aber darüber habe ich schon berichtet. -> Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt (4)



Grün: Alle Achtung vor Dir ! Ich ziehe den Hut. Nicht dabei gewesen sein und so fundiert Bescheid zu wissen, wie es da vorging.
Es wurden durchaus die eigenen meinungen gesagt, nicht nur zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und das wußten die Genossen auch, daß man in den Zeitungen zwischen den Zeilen lesen muß. Deshalb habe ich auch andere Quellen genutzt, so wie ich an diese rankam.
@DoreHolm,hole dir bitte keine Beulen .......
Siehe rot: Mein Vater und auch ehem. (nette) Kollegen waren in diesem Verein,ich wusste sehr gut Bescheid!


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#48

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:44
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #43
Zitat von exgakl im Beitrag #27
Zitat von Lutze im Beitrag #5
mich würde interessieren,für welche Delikte Parteistrafen
ausgesprochen wurden
,vielleicht,das die eigene Tochter
oder Sohn einen Ausreiseantrag gestellt hat,
oder einen Fluchtversuch unternommen hat?,
wurde man da nicht als Genosse von den anderen
Parteimitgliedern geächtet
,
nach dem Motto,du hast deine Kinder falsch erzogen?
Lutze


rot:z.B. Trunkenheit im Grenzdienst

grün: nö...




Lila: Aus dem Saufgelage vom Abend vorher, also Restalkohol


@DoreHolm , ja es war Restalkohol... den anderen Rest haben unsere Soldaten vernichtet, und ich meine damit wirklich vernichtet, nicht etwa selbst getrunken, um uns nicht ans Messer zu liefern (betraf mich und einen Oberleutnant)... gute Männer hatten wir


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#49

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 08:50
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #39
Gut bei den Bewaffneten Organen war es etwas anders als drausen im zivilen Bereich da wurde es locker gesehen.Aus meiner Parteigruppe sollte einer eine Parteistrafe wegen dauernten Fremdgehen bekommen@schulzi

Eigentlich,jedenfalls für mich ist es doch nicht zu fassen,da mischt sich diese Partei in den intimsten Bereich eines Menschen ein
Naja ,auf der anderen Seite,wenn der Laden läuft kann man sich ja aus langer weile auch mal um Kleinigkeiten kümmern.

Das wusste ich noch nicht,woher auch,das sich diese Partei auch um so etwas kümmerte.

P.S. Jetzt ist mir aber klar warum mein SV immer noch die gleiche hat, das war Parteiauftrag


Grün: O.k. wenn diese intimsten Bereiche denn intim bleiben würden. Es wurde sich eingemischt, nicht weil er das getan hat, sondern weil er sich hat erwischen lassen und es dem äußeren Ruf dieser Organisation schädigt und die Parteilosen haben ganz genau hingesehen, wenn ein Genosse hier unmoralisch handelt. Es wurde den Genossen nicht hinterhergeschnüffelt, ob sie moralisch einwandfrei leben, aber wenn es dann offensichtlich wurde, mußte gehandelt werden. Aber wie hier schon rauskam, sehr unterschiedlich, je nachdem wie die Toleranzen der über ih zu Befindenden aussahen.



Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #49
Zitat von Pit 59 im Beitrag #39
Gut bei den Bewaffneten Organen war es etwas anders als drausen im zivilen Bereich da wurde es locker gesehen.Aus meiner Parteigruppe sollte einer eine Parteistrafe wegen dauernten Fremdgehen bekommen@schulzi

Eigentlich,jedenfalls für mich ist es doch nicht zu fassen,da mischt sich diese Partei in den intimsten Bereich eines Menschen ein
Naja ,auf der anderen Seite,wenn der Laden läuft kann man sich ja aus langer weile auch mal um Kleinigkeiten kümmern.

Das wusste ich noch nicht,woher auch,das sich diese Partei auch um so etwas kümmerte.

P.S. Jetzt ist mir aber klar warum mein SV immer noch die gleiche hat, das war Parteiauftrag


Grün: O.k. wenn diese intimsten Bereiche denn intim bleiben würden. Es wurde sich eingemischt, nicht weil er das getan hat, sondern weil er sich hat erwischen lassen und es dem äußeren Ruf dieser Organisation schädigt und die Parteilosen haben ganz genau hingesehen, wenn ein Genosse hier unmoralisch handelt. Es wurde den Genossen nicht hinterhergeschnüffelt, ob sie moralisch einwandfrei leben, aber wenn es dann offensichtlich wurde, mußte gehandelt werden. Aber wie hier schon rauskam, sehr unterschiedlich, je nachdem wie die Toleranzen der über ih zu Befindenden aussahen.

Siehe rot: mal wieder eine Pauschalisierung.
Mir als Parteiloser und sicherlich nicht nur mir, war es egal,total Schnuppe,was ein SED-Mann für Lebenswandel führte.
Egal ob der viel "Durscht" hatte oder wieviel Frauen.........
Es war sein Leben.
Da kenn ich aus meinem (Parteilosen) Umfeld niemanden,der an solchen Sachen Anstoß nahm.
Parteilose waren in dieser Beziehung doch auch nicht anders.....


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#51

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:08
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #50
Zitat von DoreHolm im Beitrag #49
Zitat von Pit 59 im Beitrag #39
Gut bei den Bewaffneten Organen war es etwas anders als drausen im zivilen Bereich da wurde es locker gesehen.Aus meiner Parteigruppe sollte einer eine Parteistrafe wegen dauernten Fremdgehen bekommen@schulzi

Eigentlich,jedenfalls für mich ist es doch nicht zu fassen,da mischt sich diese Partei in den intimsten Bereich eines Menschen ein
Naja ,auf der anderen Seite,wenn der Laden läuft kann man sich ja aus langer weile auch mal um Kleinigkeiten kümmern.

Das wusste ich noch nicht,woher auch,das sich diese Partei auch um so etwas kümmerte.

P.S. Jetzt ist mir aber klar warum mein SV immer noch die gleiche hat, das war Parteiauftrag


Grün: O.k. wenn diese intimsten Bereiche denn intim bleiben würden. Es wurde sich eingemischt, nicht weil er das getan hat, sondern weil er sich hat erwischen lassen und es dem äußeren Ruf dieser Organisation schädigt und die Parteilosen haben ganz genau hingesehen, wenn ein Genosse hier unmoralisch handelt. Es wurde den Genossen nicht hinterhergeschnüffelt, ob sie moralisch einwandfrei leben, aber wenn es dann offensichtlich wurde, mußte gehandelt werden. Aber wie hier schon rauskam, sehr unterschiedlich, je nachdem wie die Toleranzen der über ih zu Befindenden aussahen.

Siehe rot: mal wieder eine Pauschalisierung.
Mir als Parteiloser und sicherlich nicht nur mir, war es egal,total Schnuppe,was ein SED-Mann für Lebenswandel führte.
Egal ob der viel "Durscht" hatte oder wieviel Frauen.........
Es war sein Leben.
Da kenn ich aus meinem (Parteilosen) Umfeld niemanden,der an solchen Sachen Anstoß nahm.
Parteilose waren in dieser Beziehung doch auch nicht anders.....





Grün: Es reichte schon, daß es überhaupt publik wurde. Das heißt, es wurde darüber geredet. Natürlich war es so, daß da auch von Leuten Steine geworfen wurden, die selbst im Glashaus saßen. Ich kann Dir nur sagen, daß wir in dem geschilderten Fall allein wegen einiger Schreihälse gezwungen waren, hier was zu unternehmen. Es reicht, wenn von 200 Beschäftigten, die wir waren, drei davon ein großes Trara daraus machten. Es ist doch so. Sind 100 ruhig und drei machen ein großes Geschrei, dann sieht das so aus als ob alle schreien.



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#52

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:26
von Moskwitschka (gelöscht)
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Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hauptsächlich Parteistrafen wegen sex und Suff gab. Außer bei rainman, bei dem es sachliche Gründe gab im Zusammenhang mit dem Grenzdienst.

Gab es keine Parteistrafen wegen Schluderei oder nicht erfüllter Pläne in der Produktion? Denn die Partei war doch mitten drin, wie z.B. aus zahlreichen Beiträgen im thread verramschte DDR-Betriebe (7) hervorgeht.

LG von der grenzgaengerin


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#53

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:45
von katerjohn | 559 Beiträge

Habe sogar mal zwei Pateiausschlüsse mitgemacht : Im MSR 17 ein Oberleutnant ,stellv. SC ist im Westauto durch Halle gefahren und hat die Leute bei sich übernachten lassen und mein Parteisekretär beim Rat der SB Halle Ost ,war im Trabbi besoffen in Halle rumgefahren .....Polizeikontrolle .......Parteiausschluss .War übrigens auch noch Abteillungsleiter bei Inneres. Ich selbst hatte auch eine Parteistrafe wegen Thema Nr.1.Ist auf jeden Fall sehr Unangenehm vor zich Leuten zu sitzen und dann die Hosen runter zu lassen ( Selbstkritik )


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#54

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:45
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #52
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hauptsächlich Parteistrafen wegen sex und Suff gab. Außer bei rainman, bei dem es sachliche Gründe gab im Zusammenhang mit dem Grenzdienst.

Gab es keine Parteistrafen wegen Schluderei oder nicht erfüllter Pläne in der Produktion? Denn die Partei war doch mitten drin, wie z.B. aus zahlreichen Beiträgen im thread verramschte DDR-Betriebe (7) hervorgeht.

LG von der grenzgaengerin




@grenzgaengerin , den gleichen Gedanken hatte ich auch. Und wenn ich es aus meiner Sicht bewerte, so ist das dermassen kleinbürgerlich und piefig, passte irgendwie zu diesem Staat, denn der erschien mir auch so. Ok ist wieder mal negativ ausgefallen, meine Wertung aber ich finde nicht viel gutes an dieser "größten und schönsten DDR" der Welt.




.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 09:45 | nach oben springen

#55

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:47
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #52
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hauptsächlich Parteistrafen wegen sex und Suff gab. Außer bei rainman, bei dem es sachliche Gründe gab im Zusammenhang mit dem Grenzdienst.

Gab es keine Parteistrafen wegen Schluderei oder nicht erfüllter Pläne in der Produktion? Denn die Partei war doch mitten drin, wie z.B. aus zahlreichen Beiträgen im thread verramschte DDR-Betriebe (7) hervorgeht.

LG von der grenzgaengerin






Mensch Mädchen, die Pläne wurden immer erfüllt oder über erfüllt, du weißt doch wer schreibt der bleibt .
Und da ging die Partei immer vorne weg


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 09:48 | nach oben springen

#56

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 09:50
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von katerjohn im Beitrag #53
Habe sogar mal zwei Pateiausschlüsse mitgemacht : Im MSR 17 ein Oberleutnant ,stellv. SC ist im Westauto durch Halle gefahren und hat die Leute bei sich übernachten lassen und mein Parteisekretär beim Rat der SB Halle Ost ,war im Trabbi besoffen in Halle rumgefahren .....Polizeikontrolle .......Parteiausschluss .War übrigens auch noch Abteillungsleiter bei Inneres. Ich selbst hatte auch eine Parteistrafe wegen Thema Nr.1.Ist auf jeden Fall sehr Unangenehm vor zich Leuten zu sitzen und dann die Hosen runter zu lassen ( Selbstkritik )



Dann hättest du sie vorher mal nicht runter gelassen


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#57

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 10:14
von katerjohn | 559 Beiträge

Zitat von Harsberg im Beitrag #56
Zitat von katerjohn im Beitrag #53
Habe sogar mal zwei Pateiausschlüsse mitgemacht : Im MSR 17 ein Oberleutnant ,stellv. SC ist im Westauto durch Halle gefahren und hat die Leute bei sich übernachten lassen und mein Parteisekretär beim Rat der SB Halle Ost ,war im Trabbi besoffen in Halle rumgefahren .....Polizeikontrolle .......Parteiausschluss .War übrigens auch noch Abteillungsleiter bei Inneres. Ich selbst hatte auch eine Parteistrafe wegen Thema Nr.1.Ist auf jeden Fall sehr Unangenehm vor zich Leuten zu sitzen und dann die Hosen runter zu lassen ( Selbstkritik )



Dann hättest du sie vorher mal nicht runter gelassen

Der wertvolle Tipp kommt leider ca. 4 0 Jahre zu spät .


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#58

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 12:18
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #25
Zwangsvereinigung, Rachsüchtig...

Frage: Thema?


@Feliks D. die Internierung der aufsässigen SPD Genossen in den sowj. Speziallagern war doch eine Parteistrafe für ihre Widerborstigkeit ? Also sind wir doch im Thema


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 12:18 | nach oben springen

#59

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 13:27
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #52
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hauptsächlich Parteistrafen wegen sex und Suff gab. Außer bei rainman, bei dem es sachliche Gründe gab im Zusammenhang mit dem Grenzdienst.

Gab es keine Parteistrafen wegen Schluderei oder nicht erfüllter Pläne in der Produktion? Denn die Partei war doch mitten drin, wie z.B. aus zahlreichen Beiträgen im thread verramschte DDR-Betriebe (7) hervorgeht.

LG von der grenzgaengerin




Parteistrafen wegen Alkoholdelikte und andere Verstöße gegen die "sozialistische Moral", wie sie auch benannt wurden, waren nun mal schneller bekannt und im Umlauf, wie Parteiverfahren und -strafen in höheren Führungs- und Leitungsebenen. Sie gab es und sie waren oftmals recht gepfeffert im Vergleich zu anderen Vergehen. Oftmals waren sie auch mit Absetzungen und Rückversetzungen in der Führungs-und Leitungshierachie verbunden.
Das beste Beispiel hierfür ist Klaus Siebold, ehemaliger Minister für Kohle- und Energiewirtschaft (MKE), der im Ergebnis des Winters 1978 / 79 auch von seiner Funktion entbunden wurde. Siebold hatte im Januar 1979 u.a. die Flächenabschaltungen in der DDR angeordnet, wie auch andere Fehlentscheidungen im Bereich des MKE getroffen. Der Sturz war gewaltig - er wurde danach als Werkdirektor des BKW Welzow eingesetzt. Ich könnte hier weitere Beispiele anführen, wo stellvertretende Minister und Generaldirektoren nicht nur Parteistrafen erhielten, sondern in andere Führungs- und Leitungsfunktionen zurück versetzt wurden. Belasse es beim Beispiel von Klaus Siebold, denn dieses Forum ist ja nicht die Außenstelle der Klatsch- und Tratschseite der Bild-Zeitung.

Vierkrug


DoreHolm, Jobnomade und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 13:27 | nach oben springen

#60

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 13:34
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #58
... die Internierung der aufsässigen SPD Genossen in den sowj. Speziallagern war doch eine Parteistrafe für ihre Widerborstigkeit ? Also sind wir doch im Thema

Nein, Gert,

war es nicht und ich denke, das weißt Du auch. Es war Machtmissbrauch, Rechtsbeugung, ein Verbrechen ... Parteistrafen im eigentlichen Sinne des Wortes und auch im Sinne der Frage waren lediglich die drei hier bereits genannten samt ihrer Mechanismen. Aber sei es. zersägen wir wieder mal ein Thema.

Eines der großen Probleme der Parteiarbeit war das mechanistische Menschenbild bzw. die mechanistische Auffassung der Menschenentwicklung. Getreu dem Satz: "Das materielle Sein bestimmt das gesellschaftliche Bewusstsein", wurde davon ausgegangen, dass der von der Ausbeutung befreite Mensch sich automatisch von der Duckmäuserei und Dekadenz der kapitalistischen Gesellschaft befreit. Die Überraschung war groß, als sich der Mensch im Sozialismus so nicht zeigte. Anstatt nun über das Menschenbild nachzudenken, versuchte man, den Menschen zu formen. Das ist der entscheidende Schritt, an dem der quasi als Lokomotive gedachte "bewusste und organisierte Vortrupp der Arbeiterklasse" (also die Partei) zum Unterdrückungsinstrument wurde. Das betraf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, von der politischen Mitbestimmung über die Kunst bis hin zur Sexualität. Es dominierte ein von kleinbürgerlichem Puritanismus geprägtes Bild von der Gesellschaft und dem Menschen. Der "Bitterfelder Weg" zeigte z.B. sehr deutlich, wie die als "beständig dekadent und westlichen Werten anhängende" Kunst in die Schranken sozialistisch, kleinbürgerlicher Kunstauffassung gezwängt werden sollte.

Das ist der Boden, auf dem sich die Partei in alle Gebiete des Lebens einmischte. Sie berief sich auf den obersten Grundsatz der Mitgliedschaft: "Das einzige Recht des Genossen ist es, voranzugehen." Das ist der Boden, auf dem viele dieser Parteiverfahren wuchsen. Es ist ein Gemenge aus Kleinbürgerlichkeit und gewolltem Revolutionärem Geist. Ich habe nicht ein einziges Verfahren erlebt, bei dem es um das Privatleben des jeweiligen Genossen ging. Ideologische Abweichung, kapitulantenhaftes Verhalten (Entpflichtungsgesuch von Berufssoldaten), Nicht- oder mangelnde Erfüllung von Dienstpflichten bzw. Parteiaufträgen und auch Straftaten - das waren die Gründe für Parteiverfahren, die ich miterlebte, die Gründe für Parteistrafen und Ausschlüsse.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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