#21

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 21:50
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #20
Zitat von Lutze im Beitrag #19
Zitat von ABV im Beitrag #16
Wenn du mal in der Gegend bist, schicke mir einfach eine PN Lutze. Für Unterkunft und gutes Bier wird gesorgt.

Gruß Uwe

kennst du Gramzow?,liegt bei Prenzlau,
dort bin ich aber nur für ein Wochenende untergetaucht,
war 1982 im Juni zum Dorffest,schöne Gegend,
ich danke dir für deine Gastfreundlichkeit,
eine Frage dazu,gibt es dieses Dorffest noch?,
dann könnte ich mir einen Besuch in deiner Ecke vorstellen
Lutze


Gramzow kenne ich nur vom Vorbeifahren. Auf der A 11. Welches Dorffest meinst du denn?

Gruß Uwe


das Dorffest war zu DDR-Zeiten immer am letzten Juni-Wochenende,
dort warst du noch nicht gewesen?,da haste was verpasst,
Gramzow gehörte früher zum Bezirk Neubrandenburg,
und heute zum Bundesland Brandenburg
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#22

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 21:55
von ABV | 4.202 Beiträge

Das lässt sich ja ermitteln, ob es das Dorffest in Gramzow noch gibt.
Nein, zu DDR-Zeiten bin ich nicht groß aus meiner Ecke rausgekommen. Da gab es mal eine mehrtägige Klassenfahrt in den Harz, vor der Jugendweihe. Das war der Höhepunkt. Während der Lehre habe ich mich mehr in der Lausitz rumgetrieben. Aber jetzt bin ich mindestens zweimal im Jahr in Prenzlau. Meine Lebensgefährtin stammt aus der Ecke und pflegt das Grab ihrer Oma auf dem Prenzlauer Friedhof.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#23

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 22:06
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #22
Das lässt sich ja ermitteln, ob es das Dorffest in Gramzow noch gibt.
Nein, zu DDR-Zeiten bin ich nicht groß aus meiner Ecke rausgekommen. Da gab es mal eine mehrtägige Klassenfahrt in den Harz, vor der Jugendweihe. Das war der Höhepunkt. Während der Lehre habe ich mich mehr in der Lausitz rumgetrieben. Aber jetzt bin ich mindestens zweimal im Jahr in Prenzlau. Meine Lebensgefährtin stammt aus der Ecke und pflegt das Grab ihrer Oma auf dem Prenzlauer Friedhof.

Gruß Uwe

ermitteln klingt immer nach Polizei,
herausfinden ist doch einfacher,
Gramzow hatte schon was
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
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#24

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 22:13
von Gelöschtes Mitglied
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Das Dorffest scheint es noch zu geben.

http://www.moz.de/galerie/uebersicht/g3/218355/


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#25

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 23:07
von Petra | 81 Beiträge

Bei dem peniblen Meldesystem, da konnte niemand untertauchen.


Jobnomade und connies9 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 23:09
von Petra | 81 Beiträge

Die RAF kann man hier nicht zählen. Meiner Meinung nach war das von der Politik in vier-Augen-Gesprächen geregelt worden.

Zitat von ABV im Beitrag #7
Doch die gab es in der DDR. Und die sind sogar untergetaucht. Aber mit staatlicher Hilfe!

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wo...0,10182436.html

Gruß Uwe


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 23:10
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #4
Hallo hauman,

das Spektrum an Straftaten war auch in der DDR breit gefächert und geht wohl vom Eierdiebstahl über Vergewaltigung bis zum Tötungsverbrechen. Auch wenn Mord die Ausnahme war, so etwas hat es auch in der DDR gegeben.
Beim Krimi im Fernsehen wird natürlich dramaturgisch nachgeholfen und dennoch, der "alte Polizeiruf" war doch sehr realitätsnah. Andersrum frage ich mich bei der Krimi- Reihe "Mord ist ihr Hobby", ist es wirklich möglich das eine biedere Frau mindestens 50 Morde erlebt hat?
Ansonsten viel Spaß im Forum!

Gruß Hartmut!


Mord ist ihr Hobby kenne ich nicht. In den 80ziger Jahren gab es mal eine Krimiserie die hiess Hart to Hart, die lief fuer einige Jahre. Ein superreiches Ehepaar mit eigenem Butler und perfekter Ehe, aber jede Woche in jeder Episode wurden sie in einen Mordfall verwickelt. Wie schon gesagt, Hart to Hart liess fuer einige Jahre........

Aber zurueck zum Thema. Ob man in einer Gesellschaft erfolgreich untertauchen kann haengt davon ab a) wieviel Barvermoegen man besitzt oder ob es einen schwarzen Markt gibt wo man Arbeit finden kann. Viel Barvermoegen, ausser den fetten Parteibonzen, hatte in der DDR wohl keiner und ob man sich auf Dauer mit Schwarzarbeit in so einem totalen Ueberwachungsstaat durchschlagen konnte moechte ich bezweifeln.


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#28

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 23:10
von Petra | 81 Beiträge

Da war ein Machtvakaum.

Zitat von Mike59 im Beitrag #13
Zitat von glasi im Beitrag #12
Zitat von Eisenacher im Beitrag #3
Die Chancen zum Untertauchen waren da wohl minimal. Da war das Spinnennetz in der Gesellschaft zu gut gewebt , um da länger als ein paar Tage erfolgreich unterzutauchen. Das gilt jedenfalls für die Personen, die ernsthaft zur Fahndung ausgeschrieben waren.

Ich denke mal weil das Spinennetz der Gesellschafft so eng war lag die Erfolgsrate bei der Verbrechensbekämfung bei 100%. Das hat sich nach der Wende schnell geändert. Da war die Polizei lange Zeit der Dumme.


Einen Beleg zu dieser Aussage gibt es aber? Das gab es ja noch nicht einmal bei der Volkskammer Wahl.


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#29

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 23:14
von Petra | 81 Beiträge

Ich habe viel anderes zu tun.

Zitat von Lutze im Beitrag #15
Zitat von ABV im Beitrag #11
@Lutze
Wir können ja mal Susanne Albrecht oder Chrstian Klar fragen, ob die mit uns am Originalort ein Bierchen schlürfen.
Nein, aber im Ernst: Echte Zeitzeugen wirst du kaum finden. Wer über die Unterbringung der Terroristen in Briesen Bescheid weiß, wird sein Wissen mit ins Grab nehmen. Viele dürften ohnehin nicht über die Aktion Bescheid gewusst haben.
Selbst mir, als in relativer Nähe umherstreifenden ABV, haben die nichts erzählt.

Gruß Uwe

die Idee mit dem Treffen geht in Ordnung,
schade,das @Petra sich nicht mehr meldet
Lutze


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#30

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2013 23:31
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #27
Zitat von utkieker im Beitrag #4
Hallo hauman,

das Spektrum an Straftaten war auch in der DDR breit gefächert und geht wohl vom Eierdiebstahl über Vergewaltigung bis zum Tötungsverbrechen. Auch wenn Mord die Ausnahme war, so etwas hat es auch in der DDR gegeben.
Beim Krimi im Fernsehen wird natürlich dramaturgisch nachgeholfen und dennoch, der "alte Polizeiruf" war doch sehr realitätsnah. Andersrum frage ich mich bei der Krimi- Reihe "Mord ist ihr Hobby", ist es wirklich möglich das eine biedere Frau mindestens 50 Morde erlebt hat?
Ansonsten viel Spaß im Forum!

Gruß Hartmut!


Mord ist ihr Hobby kenne ich nicht. In den 80ziger Jahren gab es mal eine Krimiserie die hiess Hart to Hart, die lief fuer einige Jahre. Ein superreiches Ehepaar mit eigenem Butler und perfekter Ehe, aber jede Woche in jeder Episode wurden sie in einen Mordfall verwickelt. Wie schon gesagt, Hart to Hart liess fuer einige Jahre........

Aber zurueck zum Thema. Ob man in einer Gesellschaft erfolgreich untertauchen kann haengt davon ab a) wieviel Barvermoegen man besitzt oder ob es einen schwarzen Markt gibt wo man Arbeit finden kann. Viel Barvermoegen, ausser den fetten Parteibonzen, hatte in der DDR wohl keiner und ob man sich auf Dauer mit Schwarzarbeit in so einem totalen Ueberwachungsstaat durchschlagen konnte moechte ich bezweifeln.



Pink: Na, wie fett waren sie denn, die Parteibonzen ? Und wieviel Geld hatten die denn auf dem Konto ? Weißt Du, was für einen pauschalen Rundumschlag ohne Sachverstand Du da eben rausgehauen hast ? Da war mancher parteilose Handwerker oder Künstler oder auch "Nebenbeiverdiener" reicher.



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#31

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2013 09:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #30
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #27
Zitat von utkieker im Beitrag #4
Hallo hauman,

das Spektrum an Straftaten war auch in der DDR breit gefächert und geht wohl vom Eierdiebstahl über Vergewaltigung bis zum Tötungsverbrechen. Auch wenn Mord die Ausnahme war, so etwas hat es auch in der DDR gegeben.
Beim Krimi im Fernsehen wird natürlich dramaturgisch nachgeholfen und dennoch, der "alte Polizeiruf" war doch sehr realitätsnah. Andersrum frage ich mich bei der Krimi- Reihe "Mord ist ihr Hobby", ist es wirklich möglich das eine biedere Frau mindestens 50 Morde erlebt hat?
Ansonsten viel Spaß im Forum!

Gruß Hartmut!


Mord ist ihr Hobby kenne ich nicht. In den 80ziger Jahren gab es mal eine Krimiserie die hiess Hart to Hart, die lief fuer einige Jahre. Ein superreiches Ehepaar mit eigenem Butler und perfekter Ehe, aber jede Woche in jeder Episode wurden sie in einen Mordfall verwickelt. Wie schon gesagt, Hart to Hart liess fuer einige Jahre........

Aber zurueck zum Thema. Ob man in einer Gesellschaft erfolgreich untertauchen kann haengt davon ab a) wieviel Barvermoegen man besitzt oder ob es einen schwarzen Markt gibt wo man Arbeit finden kann. Viel Barvermoegen, ausser den fetten Parteibonzen, hatte in der DDR wohl keiner und ob man sich auf Dauer mit Schwarzarbeit in so einem totalen Ueberwachungsstaat durchschlagen konnte moechte ich bezweifeln.



Pink: Na, wie fett waren sie denn, die Parteibonzen ? Und wieviel Geld hatten die denn auf dem Konto ? Weißt Du, was für einen pauschalen Rundumschlag ohne Sachverstand Du da eben rausgehauen hast ? Da war mancher parteilose Handwerker oder Künstler oder auch "Nebenbeiverdiener" reicher.

@DoreHolm es kommt nicht oft vor dass ich deinen Ansichten beipflichten muss, hier ist es aber so ( rot mark).
Da muss man aber auch die Frage stellen warum waren Handwerker in der DDR so gut bemittelt. Weil die SED alles Produktivkapital enteignet oder unter ihr Kuratel gestellt hat mit dem Ergebnis, dass sämtliche Waren und Dienstleistung in diesem Land unter permanenter Verknappung standen. Nun trat ein Marktgesetz des Kapitalismus in Kraft, das die SED nicht per Order de Mufti auschließen konnte. Verknappung = Preissteigerung. Das habe die Handwerker für sich genutzt und entsprechende Gewinne generiert einschließlich Gewinne in einer fremden Währung, die noch attraktiver war als ihr eigene. ( Blaue Kacheln hiess das wohl) Stimmst du mir hier auch ausnahmsweise zu ?


.
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#32

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2013 13:47
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #31
Zitat von DoreHolm im Beitrag #30
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #27
Zitat von utkieker im Beitrag #4
Hallo hauman,

das Spektrum an Straftaten war auch in der DDR breit gefächert und geht wohl vom Eierdiebstahl über Vergewaltigung bis zum Tötungsverbrechen. Auch wenn Mord die Ausnahme war, so etwas hat es auch in der DDR gegeben.
Beim Krimi im Fernsehen wird natürlich dramaturgisch nachgeholfen und dennoch, der "alte Polizeiruf" war doch sehr realitätsnah. Andersrum frage ich mich bei der Krimi- Reihe "Mord ist ihr Hobby", ist es wirklich möglich das eine biedere Frau mindestens 50 Morde erlebt hat?
Ansonsten viel Spaß im Forum!

Gruß Hartmut!


Mord ist ihr Hobby kenne ich nicht. In den 80ziger Jahren gab es mal eine Krimiserie die hiess Hart to Hart, die lief fuer einige Jahre. Ein superreiches Ehepaar mit eigenem Butler und perfekter Ehe, aber jede Woche in jeder Episode wurden sie in einen Mordfall verwickelt. Wie schon gesagt, Hart to Hart liess fuer einige Jahre........

Aber zurueck zum Thema. Ob man in einer Gesellschaft erfolgreich untertauchen kann haengt davon ab a) wieviel Barvermoegen man besitzt oder ob es einen schwarzen Markt gibt wo man Arbeit finden kann. Viel Barvermoegen, ausser den fetten Parteibonzen, hatte in der DDR wohl keiner und ob man sich auf Dauer mit Schwarzarbeit in so einem totalen Ueberwachungsstaat durchschlagen konnte moechte ich bezweifeln.



Pink: Na, wie fett waren sie denn, die Parteibonzen ? Und wieviel Geld hatten die denn auf dem Konto ? Weißt Du, was für einen pauschalen Rundumschlag ohne Sachverstand Du da eben rausgehauen hast ? Da war mancher parteilose Handwerker oder Künstler oder auch "Nebenbeiverdiener" reicher.

@DoreHolm es kommt nicht oft vor dass ich deinen Ansichten beipflichten muss, hier ist es aber so ( rot mark).
Da muss man aber auch die Frage stellen warum waren Handwerker in der DDR so gut bemittelt. Weil die SED alles Produktivkapital enteignet oder unter ihr Kuratel gestellt hat mit dem Ergebnis, dass sämtliche Waren und Dienstleistung in diesem Land unter permanenter Verknappung standen. Nun trat ein Marktgesetz des Kapitalismus in Kraft, das die SED nicht per Order de Mufti auschließen konnte. Verknappung = Preissteigerung. Das habe die Handwerker für sich genutzt und entsprechende Gewinne generiert einschließlich Gewinne in einer fremden Währung, die noch attraktiver war als ihr eigene. ( Blaue Kacheln hiess das wohl) Stimmst du mir hier auch ausnahmsweise zu ?


Grün: Klar stimme ich Dir hier zu. Ich kenne es als "blaue Fliesen", was das Gleiche ist. 100,-DM-Scheine waren damit gemeint, weil die wohl blau aussahen. Es war so und ein Handwerker, der "arm" war, was immer man in der DDR darunter verstehen konnte, hatte irgendwas falsch gemacht. Es gab viele Möglichkeiten, sich legal eine "zusätzliche Mark" zu machen, nicht nur für Handwerker. Marktwirtschaftliche Gesetze konnten auch in der DDR nicht außer Kraft gesetzt werden und es wurde m.E. auch etwas so gesehen, daß private Initiativen auch bestehende Bedürfnisse befriedigen und somit zur Zufriedenheit der Bürger beitrugen, gleichzeitig wurde aber auch etwas scheel geguckt, wenn jemand noch zusätzlich was privat verdiente. Es durfte eben nicht übertrieben werden, da wurde auch das Finanzamt wach. Z.B. bei Volksfesten wurden die Hobbygruppen aufgerufen, sich zu beteiligen und ihre Objekte zum Kauf anzubieten. Da gab es einen recht großen Markt, den kein VEB oder PGH befriedigte. Die Aquarianer boten Fische und Wasserpflanzen, die Philatelisten waren dabei und die Numismatiker, die Hobbytöpfer und -drechsler und -schneider, die Kakteenzüchter und auch wir, die Mineralienfreunde. Für alle war es eine Gelegenheit, die Haushaltskasse aufzufüllen oder ihr Hobby zu finanzieren helfen. Auf der ega (damals iga) hatten wir als Kakteenzüchter ein Pavilon, der in der Saison ständig besetzt war, wir uns da reinteilten und wo unsere Pflanzen verkauft wurde. Getrocknete Datteln gekauft (die gab es), die Kerne in die Erde und wenn dann zwei oder drei Blätter gesprossen waren, für einige Mark dort verkauft. Hätte Jeder auch selbst machen können, aber nein, auf die Idee kamen die meisten nicht oder waren zu bequem.
Meine Haupteinnahmequelle waren allerdings die Mineralien. Ein leerer Pralinenkasten, in jedes Fach ein kleines Stück eines Minerals (einen großen Brocken zerklopft) mit Zettel und vorn ein Hinweis "Anfängersammlung, (z.B.) 12 verschiedene Minerale" und der Kasten ging weg für 12,-Mark. Schneekopfkugeln gepalten oder geschnitten und poliert. Mein Hauptangebot waren aber Schmuckstein-Anhänger. Preisgenehmigung vorhanden (20,- bis 30,-M/St.). Ich war DDR-weit wohl der Einzige, der diese doch etwas aufwändige Schliffart herstellte (ca. eine Stunde Arbeitsaufwand/Stück). Ich konnte den Bedarf nicht decken. Rohmaterial entweder selbst gesammelt, von anderen Sammlern eingetauscht (z.B. Chrysopras aus Polen, ein apfelgrüner Schmuckstein) oder über drei Ecken für meine eingetauschten DM zusammen mit den Furnituren aus der BRD "bezogen". Ich mach keinen Hehl daraus, daß ich damals etwa genauso viel noch mal dazuverdiente, wie mein Gehalt als Ing. war. Allerdings saßen andere da schon einige Stunden vor der Röhre, als ich noch im Keller gearbeite habe. Hänge hier mal eine Auswahl der Schmucksteine als Foto dran. Von links nach rechts:
Obere Reihe:
1. heller Rauchquarz mit dünnen Rutilnadeln, Brasilien (in 333er Gold gefasst)
2. Tigerauge/Falkenauge, Südafrika
3. Korallenachat, Freiberg/Sa. Eigenfund
4. Lapislazuli, wahrscheinlich Baikalgebiet (die afghanischen sind dunkler und feinkörniger)
5. Bergkristall, Sachsen, Eigenfund
6. Malachit, Zaire
7. Blutjaspis, Elbingerode/Harz, Eigenfund
8. Fossil-Kalkstein, Australien

Mittlere Reihe:
9. Karneol, Fundort unbek.
10. Amethyst, Brasilien oder Uruguay?
11. Blutstein(Hämatit), Thüringer Wald, Eigenfund
12. heller Achat, Afrika ?
13. Tscharoit, Sibirien
14. Rutilquarz, Brasilien
15. Moosachat, Fundort unbek.

Untere Reihe:
16a. Onyx
16. Chrysopras, Polen (eingetauscht)
17. Achat, Riesengebirge, Eigenfund
18. Zoisit, Tansanie
19. Rhodochrosit, Argentinien
20. Heliotrop, Fundort unbek.
21. Bandjaspis, Gnandstein nördl. Chemnitz, Eigenfund
22. heller Rauchquarz, Erzgebirge



seaman und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.10.2013 14:24 | nach oben springen

#33

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2013 18:10
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #18
Zitat von glasi im Beitrag #12
Zitat von Eisenacher im Beitrag #3
Die Chancen zum Untertauchen waren da wohl minimal. Da war das Spinnennetz in der Gesellschaft zu gut gewebt , um da länger als ein paar Tage erfolgreich unterzutauchen. Das gilt jedenfalls für die Personen, die ernsthaft zur Fahndung ausgeschrieben waren.

Ich denke mal weil das Spinennetz der Gesellschafft so eng war lag die Erfolgsrate bei der Verbrechensbekämfung bei 100%. Das hat sich nach der Wende schnell geändert. Da war die Polizei lange Zeit der Dumme.


So war das Glasi. Die Ursachen dafür, dass die Polizei sehr oft nur " zweiter Sieger" war, liegen auf der Hand. Wir wurden damals von einer regelrechten Kriminalitätswelle überrollt. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen, was da so abging. Von einem Tag auf den anderen wurde die Polizei mit Kriminalitätsformen konfrontiert, welche die meisten vorher nur aus dem Fernseher kannten. Für deren Verfolgung uns die notwendige Erfahrung, das Fachwissen und die Technik fehlten. Mit dem guten alten VP-Lada einen PS-starken BMW zu verfolgen, ist ein ungemein frustrierendes Erlebnis.
Das ganze änderte sich erst im Laufe der Jahre. Wenn heute irgendwo aus einem Schuppen ein Rasenmäher geklaut wird, wollen die Leute gleich eine Bürgerwehr gründen. Vor zwanzig Jahren wäre deswegen nicht einmal ein Streifenwagen hingefahren. Nicht aus Faulheit oder Ignoranz. Sondern weil die Kollegen anderweitig gebunden waren.

Gruß Uwe


Also kann mann sagen das die VP der DDR schlecht ausgestattet war? Für Krminalität der DDR hat es noch gereicht? Oder fandet ihr da schon eurer Ausrüstung schlecht? Lg Glasi.



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#34

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 07.10.2013 12:48
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Untertauchen beschränkte sich ja nicht nur auf Bürger der DDR, mir ist noch ein Fall erinnerlich in dem sich ein Bürger verantworten musste weil er einen der Freunde untertauchen lies. Aufgrund der Festlegung der sowj. Justiz kam er dann mit einem blauen Auge davon.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#35

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 17.10.2013 02:58
von West_Tourist (gelöscht)
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Manche Polizeiruffolgen sind leicht Dramaturgisch. Leicht Theatralisches Verhalten der Darsteller. War damals eine andere Zeit...mit anderen Menschen. Krimnalitaet gabs in der DDR auch genug. Aber keine Oeffentliche Gewaltkriminalitaet wie zur gleichen in der BRD. Nachts waren die Strassen wie ausgestorben aber sicherer als in der BRD, Oder Berlin-West. Die meisten Delikte in der DDR waren zb. Korruption und Unterschlag, zb. von Betriebseigentum. Sowie Scharzarbeit. Kapitalverbrechen , Koerperverletzungs und Notziucbtdelikte meistens Privatangelegenheiten, wo Opfer und Taeter sich kannten. Auch hauefig Ehe und Familiendramen. Wie auch im Westen. Aber sonst war die DDR ein sehr sicheres Reisel und Urlaubsland. Andere Ostblocklaender viel Gefaehrlicher fuer Westliche Reisende.


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#36

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 17.10.2013 03:03
von West_Tourist (gelöscht)
avatar

Zitat von glasi im Beitrag #33
Zitat von ABV im Beitrag #18
Zitat von glasi im Beitrag #12
Zitat von Eisenacher im Beitrag #3
Die Chancen zum Untertauchen waren da wohl minimal. Da war das Spinnennetz in der Gesellschaft zu gut gewebt , um da länger als ein paar Tage erfolgreich unterzutauchen. Das gilt jedenfalls für die Personen, die ernsthaft zur Fahndung ausgeschrieben waren.

Ich denke mal weil das Spinennetz der Gesellschafft so eng war lag die Erfolgsrate bei der Verbrechensbekämfung bei 100%. Das hat sich nach der Wende schnell geändert. Da war die Polizei lange Zeit der Dumme.


So war das Glasi. Die Ursachen dafür, dass die Polizei sehr oft nur " zweiter Sieger" war, liegen auf der Hand. Wir wurden damals von einer regelrechten Kriminalitätswelle überrollt. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen, was da so abging. Von einem Tag auf den anderen wurde die Polizei mit Kriminalitätsformen konfrontiert, welche die meisten vorher nur aus dem Fernseher kannten. Für deren Verfolgung uns die notwendige Erfahrung, das Fachwissen und die Technik fehlten. Mit dem guten alten VP-Lada einen PS-starken BMW zu verfolgen, ist ein ungemein frustrierendes Erlebnis.
Das ganze änderte sich erst im Laufe der Jahre. Wenn heute irgendwo aus einem Schuppen ein Rasenmäher geklaut wird, wollen die Leute gleich eine Bürgerwehr gründen. Vor zwanzig Jahren wäre deswegen nicht einmal ein Streifenwagen hingefahren. Nicht aus Faulheit oder Ignoranz. Sondern weil die Kollegen anderweitig gebunden waren.

Gruß Uwe


Also kann mann sagen das die VP der DDR schlecht ausgestattet war? Für Krminalität der DDR hat es noch gereicht? Oder fandet ihr da schon eurer Ausrüstung schlecht? Lg Glasi.




Die DDR Polizei war fuer Ostblockverhaeltnisse gut Ausgeruestet. Das waren keine Dorfpolizisten. Verstoscht Ibne?


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#37

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 17.10.2013 10:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Untertauchen in der DDR war bestimmt schwieriger als in der BRD. Zur Aufmerksamkeit wurden schon junge Pioniere erzogen. Jede Person musste sich bei einem etwas längeren Besuch in das Hausbuch eintragen, da wurde schon darauf geachtet das kein Fremder unbemerkt blieb. Überhaupt die Hausgemeinschaft in der DDR war ausgeprägter. Kann mir da nicht vorstellen dass eine Verstorbene Person über Monate nicht vermisst wurde. Dazu kommt noch das es genügend IMs gab,. die durchaus effektive Arbeit leisteten Helfer der Volkspolizei wurden zusätzlich angehalten gezielt .bei Fandungsmaßnamen die Augen offen zu halten. Untertauchen wenn überhaupt war aber mit staatlicher Hilfe möglich. ( RAF Mitglieder oder auch der in diesem Forum bekannte KID z.B. Natürlich gab es in der DDR auch Morde und andere schwere Verbrechen. Allerdings war es bedeutend schwieriger an Waffen zu kommen und im Drogenwahn zu Morden (Alkohol mal ausgenommen) war praktisch nicht vorhanden. Beschaffungskriminalität aus Drogenabhängigkeit war somit kein Thema. Allerdings denke das Beschaffungskriminalität aus Mangelwirtschaft ein großes Problem war. Da wurde mit Sicherheit das Wort Volkseigentum missverstanden. Den Betrieben muss sehr großer Schaden entstanden sein.. Kriminalität durch aus dem Ausland stammenden Organisationen und Personen wie im Rotlicht Milieu oder Drogenhandel war auch praktisch null, Schutzgelderpressung ebenso. Natürlich hatte das auch damit zu tun das die DDR kein Zuzugsland für so genannte Wirtschaftsflüchtlinge war, die nur das Ziel hatten in der Kriminalität ihr Geld zu machen. Untertauchen in der DDR wäre für diese Personen auch aus oben genannten nicht einfach möglich gewesen. Die DDR Mark war auch nie lukrativ. Obskure Sekten hatten auch keine Chance. Auf Grund der anderen Medien Politik wurde die Kriminalität in der DDR nicht zum Aufreißer in der Presse. Mein Fazit Ich bin davon überzeugt das die Menschen in der ehemaligen DDR heute bedeutend mehr Ängste vor allen Möglichen kriminellen Machenschaften haben. Jedenfalls habe ich das aus vielen Gesprächen heraus gehört.. Je größer die Freiheit umso größer die Kehrseite der Medaille.
Ich bin kein Experte für Kriminalität, was ich hier geschrieben habe ist nur wie ich darüber denke.


Jobnomade, seaman, exgakl und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.10.2013 12:02 | nach oben springen

#38

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 17.10.2013 11:46
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Beim Lesen des Titels geistert mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf.

Ist nicht ein ganzes Volk in der DDR untergetaucht, das für viele 1989 wie ein Wunder wieder aufgetaucht ist?

Ich weiß, OT.

LG von der grenzgaengerin


Gert und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 17.10.2013 13:10
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Es gab schon Kriminalität in der DDR, man schaue sich nur alte Folgen vom Polizeiruf oder Der Staatsanwalt hat das Wort" an. Die meisten Geschichten hatten reale Hintergründe.

Ab 1990 wurden mit Kripo live ungeklärte Kriminalfälle an die Öffentlichkeit gebracht.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#40

RE: Untertauchen in der DDR

in Leben in der DDR 17.10.2013 14:50
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #30
Da war mancher parteilose Handwerker oder Künstler oder auch "Nebenbeiverdiener" reicher.

Erste Frage des Handwerkers war: "Forum geht's denn ?"

Meinen Führerschein konnte ich auch ohne die normale Wartezeit in kürzester Frist machen,
hat mich lediglich 100 DM (West) Prämie für den Fahrlehrer gekostet.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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