#161

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 19:06
von Gelöschtes Mitglied
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@ABV - Man kann es auch so ausdrücken - "Wenn ein jeder dich lobt, handelt es sich um dein Begräbnis. ...."

Vierkrug


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#162

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 19:13
von 94 | 10.792 Beiträge

Na zumindest die Johannstädter dürften eine ambivalente Meinung zum Hans Modrow gehabt haben, so soll doch die Konsum-Kaufhalle in der Pfotenhauerstraße etwas besser sortiert gewesen sein? ...
http://www.johannstadtarchiv.de/?article_id=131

Ansonsten sollte man aufpassen, das man bei der Bewertung der Persönlichkeit Modrows nicht in die gleiche Denkfalle tappt wie Anhänger des Knabe bei der Bewertung des MfS, um das es doch eigentlich geht, odär?

Auf Hänschen (und das ist jetzt NICHT despektierlich gemeint!) wird eine Menge draufprojiziert, wie auch in diesem nachträglich alles ganz genau wissenden Welt-Artikel ...
http://www.welt.de/politik/article431019...den-wollte.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#163

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 19:30
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

in der Kaufhalle in der Pfotenhauerstraße gab es auch nicht alles, war oft selbst dort


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#164

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 19:47
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #159

Hans Modrow wurde noch im Sommer 1989 in den Medien der Bundesrepublik offiziell als Reformer und SED-Hoffnungsträger gehandelt. Auf mich wirkte Hans Modrow damals, rein von der Ausstrahlung her, tatsächlich wie jemand, der dem Land positive Veränderungen bringen könnte.



Na ja, selbst der Spiegel lag am 03.07.1989 falsch, als sie Modrow als "Hoffnungsträger" für 1992 sahen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507060.html

4 Monate später schrieb der Spiegel am 20.11.1989

Ost-Berlin hat eine neue Regierung, aber noch keine starke Führung. Während Ministerpräsident Modrow Reformen versprach, ohne sie näher zu benennen, begab sich das Volk auf Westreise; es wird vom Verlangen nach wirklich freien Wahlen und nach Bestrafung der Schuldigen für die Wirtschaftsmisere nicht lassen.

Der promovierte Maschinenschlosser steht vor der Quadratur des Kreises. Persönlich unbelastet, aber Repräsentant der SED, soll er

* die SED an der Macht halten, gleichzeitig aber diese Macht durch freie Wahlen und Verfassungsänderung zur Disposition stellen;
*die staatliche Bespitzelei beenden, gleichzeitig aber die Kontrolle über das Volk nicht verlieren;
* die marode Wirtschaft sanieren, gleichzeitig aber die Herrschaft der Partei über die Produktionsmittel erhalten.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497792.html

blau Und da sollten wir wieder anknüpfen

LG von der grenzgaengerin

Mit dem persönlich unbelastet relativierte sich ja auch sehr bald.


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zuletzt bearbeitet 08.10.2013 19:54 | nach oben springen

#165

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 21:02
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #155
Zitat von KARNAK im Beitrag #138
Natürlich war das Sicherheitskonzept der DDR aus heutiger Sicht eine Katastrophe,Erich Mileke hätte EIGENTLICH das Bundesverdienstkreuz am Bande verdient,es haben nur wenige so viel dazu beigetragen,dass die DDR von der Bildfläche verschwindet und es zu Deutschland einig Vaterland kommt.


Manchmal frage ich mich bei deinen Aussagen immer ob wir beide tatsächlich Offiziere in demselben Organ waren!

Was war denn bitte schön das Katastrophale am Sicherheitskonzept der DDR? Sicher wurden da einige bearbeitet die im Grunde genommen gar keine Feinde waren sondern lediglich laute Kritiker, aber deshalb kann man doch ein Sicherheitskonzept, das bis zur Selbstaufgabe 1989 trotzt aller Umstände und Widrigkeiten 35 Jahre lang eine hohe Sicherheit und Ordnung gewährleistete, nicht insgesamt als katastrophal bezeichnen! Den Nachweis führst Du mir mal bitte erst.

Auf deinen Käse mit Mielke einzugehen lohnt schon fast gar nicht, denn wenn man die Berichte die wir geliefert haben, womit wir wieder beim Thema wären, beachtet und entsprechende Beschlüsse gefasst hätte, ja dann gäbe es die DDR wohl noch heute. Die entsprechende Aussage von ihm setze ich mal als bekannt voraus. Wie lange hätte die DDR den ohne das MfS bestanden, wohl wesentlich kürzer als mit Erich Mielke! Von daher ist deine gesamte Aussage Käse, es sei denn Du meinst mit Mileke jemand gänzlich anderes.

Edit:/ Eigene Rechtschreibung...



Danke, genau das war der Satz, den ich von dir vermisst habe.

Danke, du bist der Beste.

In Momenten der Hyperventilation zeigst du dein wahres Gesicht.

Danke

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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zuletzt bearbeitet 08.10.2013 21:19 | nach oben springen

#166

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 21:30
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Für neue Mitglieder:
Der Feliks und ich mögen uns schon sehr lange hier im Forum und es ist nicht nötig, um in den Forumsregeln zu blättern um einen (mich) vielleicht aus zu schalten.
Oder Feliks ??
Das Leben ist nicht immer Sonnenschein.
Austeilen und einstecken müssen sich die Waage halten.

Bis denne mal

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#167

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 21:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ist doch schön dass es Dich auch noch gibt, und eines noch, zur Hyperventilation besteht meinerseits gar kein Grund. Kristians Ansichten oder [unbedachten?] Äußerungen mögen mich zwar manchmal verwundern, aber wenn's nochmal drauf ankommen sollte...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#168

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 21:38
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #167
Ist doch schön dass es Dich auch noch gibt, und eines noch, zur Hyperventilation besteht meinerseits gar kein Grund. Kristians Ansichten oder [unbedachten?] Äußerungen mögen mich zwar manchmal verwundern, aber wenn's nochmal drauf ankommen sollte...




wird es nicht !!

Oss`n


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#169

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 21:41
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

So lange wir leben sicher nicht, es ging allein um den theoretischen Fall. Wie gesagt, hier gibt's schon lange keinen Grund mehr sich aufzuregen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#170

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 22:50
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Felix, waren wir anderen wirklich böse Menschen für dich?
Wie hast du dir die neue DDR mit deinem damaligen Wissen vorgestellt?


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#171

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.10.2013 23:00
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Mein ehemaliger Betriebsdirektor (er war im Mietshaus unser Nachbar und hat mich sozus. von meiner alten Firma abgeworben) hatte vorer bei MfS gearbeitet. Wegen ehelicher Untreue mußte er den Dienst quittieren und wurde so eben Chef unserer mittelständischen Firma. Einer der anderen Chefs sagte mal so beiläufig sinngemäß, daß der in Jedem erst mal einen potentiellen Gegner sieht wie auch ein Kriminalbeamter in jedem Bürger einen möglichen Ganoven. Wer ständig im Dreck wühlt, legt sich da möglicherweise ein bischen so eine Denke zu. Oder ist das nicht so ?



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#172

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 08:04
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #167
Ist doch schön dass es Dich auch noch gibt, und eines noch, zur Hyperventilation besteht meinerseits gar kein Grund. Kristians Ansichten oder [unbedachten?] Äußerungen mögen mich zwar manchmal verwundern, aber wenn's nochmal drauf ankommen sollte...



Ich überlege nur noch von welchem Ministerium ich mich dann anheuern lasse.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
connies9 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#173

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 09:58
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich habe mal in der BStU ein wenig geschmökert und habe folgendes Dokument vom 14.11.1989 gefunden:

Schreiben der SED-Grundorganisation in der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Erfurt an den Vorsitzenden des Ministerrates, Hans Modrow

Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Erfurt bezeichnen Mielkes Auftritt in der Volkskammer als "makabres Schauspiel". Sie fühlen sich "allein gelassen". Als Retter aus ihrer Not hoffen sie auf Markus Wolf.


http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/DDRGes...3AA838.2_cid344

Und vom gleichen Tag ein Text von Markus Wolf.

Der Text enthält scharfe Kritik an Mielkes Amtsführung, die als "absurder Absolutismus" bezeichnet wird, an seinem habituellen "Stalinismus" und an dem Feindbild der Staatssicherheit, der "ideologischen Diversion", mit dem jede kritische Äußerung kriminalisiert werden konnte. Wolf fordert einen Generationswechsel in der Stasi-Führung und eine öffentliche Auseinandersetzung mit Vergangenheit und die Rehabilitierung einiger Opfer aus den 50er Jahren.

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/DDRGes...html?nn=1930806

@KARNAK Die selbstkritische Auseinandersetzung begann also recht zeitnah zu den Ereignissen im Herbst 1989 .

Ich frage mich an welcher Stelle sie stehen geblieben ist? Oder aufgehalten wurde?

LG von der grenzgaengerin


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#174

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 11:15
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #173


@KARNAK Die selbstkritische Auseinandersetzung begann also recht zeitnah zu den Ereignissen im Herbst 1989 .

Ich frage mich an welcher Stelle sie stehen geblieben ist? Oder aufgehalten wurde?





Das ist ein recht komplexes Thema.Natürlich gab es ,im Mfs besonders,wie aber auch in allen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der DDR Leute, die man heute als"Betonköpfe"bezeichnet.Und auch hier sind die Gründe dafür vielfältig.Zumeist waren es Leute,die den Großteil ihres Lebens dem Staat und dem jeweiligen Organ oder Bereich treu gedient haben.Durchaus auch im besten Glauben und aus voller Überzeugung.Mit dem Ende der DDR sahen sie natürlich ihre"Lebensleistung"den Bach runter gehen,Verbitterung und prinzipielle Ablehnung war da natürlich vorprogrammiert und emotional auch nachvollziehbar,wenn auch letztlich nicht berechtigt,wenn sie ehrlich die Entwicklung des System DDR bis zum Ende analysiert hätten.Aber das geht eben den Menschen wie den Leuten,man sollte wenigstens versuchen das nachzuvollziehen,man muss es ja noch lange nicht gut heißen.Besonders erschwerend kam noch hinzu,dass man mit dem Mfs,für ALLE Anderen,den Buhmann der Nation gefunden hatte,die waren die"Antichristen"die gesetzmäßig Bösen und Menschenverachtenden in diesem Lande.Keiner wollte sich auf einmal mit denen die Finger verbrennen,keiner wollte mit denen mehr etwas zu tun haben,selbst die ehemals führende Partei mit dem Alleinvertretungsanspruch nicht.Obwohl sie der Auftraggeber und der eigentliche Chef der"Firma"war.Das Mfs hatte sich ja schließlich nicht als "Privatfirma"für Sicherheitsfragen des Staates gegründet.Das sich dann bei einigen,bei der sich entwickelnden Stimmung und grundsätzlichen Überzeugung und Meinung zu den ehemaligen Angehörigen des Mfs,so etwas wie"Wagenburgmentalität" entwickelt hat,wieso wundert man sich eigentlich deswegen?Ich schreibe aber bewusst,bei EINIGEN,die prägen natürlich maßgeblich den Gesamteindruck und der kann durchaus täuschen.Es gibt nämlich durchaus Leute aus der ehemaligen"Branche"die die Sache kritisch sehen und an sachlicher Aufarbeitung interessiert wären.NUR,die haben es besonders schwer,die ehemaligen"Kollegen",die"Betonköpfe"setzen alles daran ihnen nachzuweisen, dass sie Verräter,Schaumschläger,Wichtigtuer,Leute die ihre Tschekistenseele an den Klassenfeind verkaufen wollen sind, und die Anderen verlangen nur eines,sie sollen sich pausenlos entschuldigen,endlich zugeben,dass sie NUR Verbrecher waren und nichts anderes,dann können sie die "Bühne"der Aufarbeitung verlassen,möglichst im Büßergewand.Von wem will man eigentlich ernsthaft erwarten,das er sich das antut.Was meine Person angeht,ich "stochere "noch ein bisschen in der Geschichtsaufarbeitung herum,ziehe mir mal den Zorn von Denen und mal von Denen zu,bin aber mittlerweile zu der Überzeugung gelangt,WIR,MAN, hat die Chance für eine Aufarbeitung dieses Teiles deutscher Geschichte vertan/versaut,es wird letztendlich die biologische Lösung geben und dann ist der Käse gegessen.Und EIGENTLICH geht mir die ganze Sache am A.. vorbei,wie übrigens den Meisten der 91000 Ehemaligen,auch das muss mal gesagt werden.Die haben nämlich längst einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden,die paar Hanseln die sich in solchen Foren rumtreiben,oder in irgendwelchen Mfs-Insider Vereinen ihre alten Wunden lecken,sind eine absolute Minderheit,zeichnen nicht die Realität.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Kimble, grenzgänger81, ABV und connies9 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.10.2013 11:35 | nach oben springen

#175

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 11:40
von Gelöschtes Mitglied
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@Karnak,Danke für die nachdenklichen und selbstkritischen Worte.


Kimble hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#176

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 11:47
von Kimble | 397 Beiträge

liebe Grenzgängerin,

was hätte es denn geändert, nur die MfS- Führung auszuwechseln?
Die Denke der Mitarbeiter hätte sich doch deßhalb nicht um 180 Grad gedreht.
Auch nicht durch Wolf, so sympathisch und charismatisch er zugegeben auch rüber kam.

Das waren alles nur letzte Versuche, so viel wie möglich in die neue Zeit zu retten.
Man hätte nur genau so viel Zugeständnisse gemacht wie nötig. Keinen Millimeter mehr.

All diese Berichte, die Meldungen der Stimmung in die Bevölkerung an die Parteiführung.
Das alles waren doch Hilferufe, jedoch nicht um eine bessere Gesellschaft auf den Weg zu bringen.
Man wollte es viel mehr wieder ganz gerne so wie früher haben. Beim ungestört Gott spielen.

Ein schönes Beispiel, von dem es leider die Hörversion nicht mehr als Download gibt:
www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/1058596/

Ich erkenne aus dem Text, daß die Stasileute sich über die zu lasche Haltung gegenüber den
Staatsfeinden ausgek.... haben. Weil sie nicht mit voller Härte zuschlagen konnten wie früher.

Klar, es ist ein von Journalisten zusammen geschnittener Beitrag, aber aus O- Ton Material.
Wie es wirklich bei der Mehrheit der MfS- Mitarbeitern in den Köpfen getickt hat, ist spannend.
---


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 09.10.2013 11:48 | nach oben springen

#177

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 13:27
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hallo Kimble,

heute geht es doch nicht um "Was wäre, wenn", sondern eher um die Frage, warum sich die kritischen Stimmen nicht durchgesetzt haben in der Aufarbeitung der Geschichte.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Schreibt hier jemand einen kritischen Bericht, dann verfallen nicht wenige ehemalige automatisch in eine Abwehrhaltung. Und nicht nur sie. Nicht selten werden sie von jungen Menschen unterstützt, die die DDR maximal als Kinder erlebt haben. Und gehen dann alle Argumente aus, dann wird Hubertus Knabe ins Feld geführt, dem scheinbar alle auf dem Leim gegangen sind.

Auf der anderen Seite ist die das Schweigen oder Verdrängen auch sehr gefährlich. Ich habe das persönlich in meiner Familie erlebt. Mein jüngster Sohn, 1990 geboren ist warum auch immer, sehr stolz noch in der DDR geboren zu sein. Seine Geburtsurkunde ist für ihn fast ein Heiligtum. Ich finde das nicht schlimm, eher gut. Bis zu einem Punkt, als er meinte, dass das mit der Stasi doch alles ganz normal war. Da hatte er ja nicht unrecht, doch erst da habe ich von der alltäglichen "Normalität" erzählt, wie ich sie erlebt habe. Das ist jetzt 6 Jahre her. Erst da ist bei uns in der Familie das Gespräch in Gang gekommen. Auch mit meinem Vater.

Diese 40 Jahre DDR rücken zwar immer weiter in die Ferne, aber ich finde es wichtig, dass meine Kinder wissen, wo ihre Wurzeln sind. Warum unsere Familiengeschichte sich so entwickelt hat, um ihnen nicht einen Ballast zu hinterlassen. Vieles wird natürlich sehr subjektiv weiter gegeben, doch man sollte auch ehrlich zu sich selbst sein und sich um Objektivität bemühen, um nicht neue Feindbilder auf zu bauen.

Und um wieder zum Thema zurück zu kehren. Daher ist es meiner Meinung wichtig, dass man versucht in solchen Foren alle zur Sprache kommen zu lassen, vom Betonkopf, über die Zweifler und Kritiker bis hin zum anders denkenden. Es wäre schade, wenn sie in der Masse untergehen.

LG von der grenzgaengerin


Hans und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#178

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 13:57
von Kimble | 397 Beiträge

"Normal" war das mit der Stasi sicher nicht, aber Normalität als leider nicht kurzfristig zu ändernde Tatsache.
Die Stasileute konnten eben nicht anders. Die wenigen Kritiker unter den Stasis auch nicht.

Ich wollte mit meinem Beitrag darauf hinweisen, daß Kritiker innerhalb der Stasi sich vorwiegend um ihren
eignen Machterhalt (zurecht) sorgten. Das waren eben keine Reformer die mit ihrer Kritik was gutes zum Ziel hatten.
Und diese Feststellung kommt mir immer viel zu kurz, wann immer der smarte Wolf heute als Reformer zitiert wird.

Es war auch durchaus normal so. Warum sollten sie plötzlich ausgerechnet im Sinne der Bürgerrechtler handeln.
Hätte ich an Stelle der Stasis damals auch nicht getan.
---


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
grenzgänger81 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.10.2013 13:59 | nach oben springen

#179

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 15:11
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #174
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #173


@KARNAK Die selbstkritische Auseinandersetzung begann also recht zeitnah zu den Ereignissen im Herbst 1989 .

Ich frage mich an welcher Stelle sie stehen geblieben ist? Oder aufgehalten wurde?





Das ist ein recht komplexes Thema.Natürlich gab es ,im Mfs besonders,wie aber auch in allen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der DDR Leute, die man heute als"Betonköpfe"bezeichnet.Und auch hier sind die Gründe dafür vielfältig.Zumeist waren es Leute,die den Großteil ihres Lebens dem Staat und dem jeweiligen Organ oder Bereich treu gedient haben.Durchaus auch im besten Glauben und aus voller Überzeugung.Mit dem Ende der DDR sahen sie natürlich ihre"Lebensleistung"den Bach runter gehen,Verbitterung und prinzipielle Ablehnung war da natürlich vorprogrammiert und emotional auch nachvollziehbar,wenn auch letztlich nicht berechtigt,wenn sie ehrlich die Entwicklung des System DDR bis zum Ende analysiert hätten.Aber das geht eben den Menschen wie den Leuten,man sollte wenigstens versuchen das nachzuvollziehen,man muss es ja noch lange nicht gut heißen.Besonders erschwerend kam noch hinzu,dass man mit dem Mfs,für ALLE Anderen,den Buhmann der Nation gefunden hatte,die waren die"Antichristen"die gesetzmäßig Bösen und Menschenverachtenden in diesem Lande.Keiner wollte sich auf einmal mit denen die Finger verbrennen,keiner wollte mit denen mehr etwas zu tun haben,selbst die ehemals führende Partei mit dem Alleinvertretungsanspruch nicht.Obwohl sie der Auftraggeber und der eigentliche Chef der"Firma"war.Das Mfs hatte sich ja schließlich nicht als "Privatfirma"für Sicherheitsfragen des Staates gegründet.Das sich dann bei einigen,bei der sich entwickelnden Stimmung und grundsätzlichen Überzeugung und Meinung zu den ehemaligen Angehörigen des Mfs,so etwas wie"Wagenburgmentalität" entwickelt hat,wieso wundert man sich eigentlich deswegen?Ich schreibe aber bewusst,bei EINIGEN,die prägen natürlich maßgeblich den Gesamteindruck und der kann durchaus täuschen.Es gibt nämlich durchaus Leute aus der ehemaligen"Branche"die die Sache kritisch sehen und an sachlicher Aufarbeitung interessiert wären.NUR,die haben es besonders schwer,die ehemaligen"Kollegen",die"Betonköpfe"setzen alles daran ihnen nachzuweisen, dass sie Verräter,Schaumschläger,Wichtigtuer,Leute die ihre Tschekistenseele an den Klassenfeind verkaufen wollen sind, und die Anderen verlangen nur eines,sie sollen sich pausenlos entschuldigen,endlich zugeben,dass sie NUR Verbrecher waren und nichts anderes,dann können sie die "Bühne"der Aufarbeitung verlassen,möglichst im Büßergewand.Von wem will man eigentlich ernsthaft erwarten,das er sich das antut.Was meine Person angeht,ich "stochere "noch ein bisschen in der Geschichtsaufarbeitung herum,ziehe mir mal den Zorn von Denen und mal von Denen zu,bin aber mittlerweile zu der Überzeugung gelangt,WIR,MAN, hat die Chance für eine Aufarbeitung dieses Teiles deutscher Geschichte vertan/versaut,es wird letztendlich die biologische Lösung geben und dann ist der Käse gegessen.Und EIGENTLICH geht mir die ganze Sache am A.. vorbei,wie übrigens den Meisten der 91000 Ehemaligen,auch das muss mal gesagt werden.Die haben nämlich längst einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden,die paar Hanseln die sich in solchen Foren rumtreiben,oder in irgendwelchen Mfs-Insider Vereinen ihre alten Wunden lecken,sind eine absolute Minderheit,zeichnen nicht die Realität.


Ich brauch dem nichts hinzufügen !!!
Du sprichst mir aus der Seele !


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#180

RE: das MfS,und ihre Informationen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.10.2013 15:51
von Moskwitschka (gelöscht)
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Kimble, ich kann nicht beurteilen, warum man im Herbst 1989 auch beim MfS "mutig" geworden ist. Machterhalt, Überzeugung, Opportunismus, Einsicht, Erfahrung oder einfach Existenzangst. Die Gründe waren wahrscheinlich vielfälltig.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die wenigen auch sehr schnell wieder eingefangen wurden. Und die Frage, die ich schon eingangs stellte, von wem?

Ausführungen von Ministerpräsident Hans Modrow anläßlich der Diensteinführung von Generalleutnant Wolfgang Schwanitz als Leiter des Amtesfür Nationale Sicherheit in Berlin am 21. November 1989

http://www.2plus4.de/chronik.php3?date_v...89&sort=008-000

Nach ihm spricht Schwanitz Ihm geht es vor allem um einen Prozess des Umdenkens, der unvermeidlich ist, dessen Konturen aber nicht recht deutlich werden. So sollen "Andersdenkende" nicht mehr bekämpft werden, wohl aber "Verfassungsfeinde". Wie die einen von den anderen zu unterscheiden sind, erklärt er nicht. Das "inoffizielle Netz" müsse unbedingt geschützt und wieder aktiviert werden.

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/DDRGes...9136_list%253D3

Ich denke an der Stelle nahm die "unendliche" Geschichte des MfS, die teilweise noch bis heute wirkt, seinen Lauf. Als ob es nichts anderes in der DDR gegeben hätte als Grenze und Stasi.

Ich habe übrigens in der Umbruchzeit keine Stasizentrale gestürmt, sondern meine Kaderakte gesichert. Und die war viel interessanter. Und darauf wollte ich ursprünglich hinaus.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 09.10.2013 15:52 | nach oben springen



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