#121

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 09.10.2013 20:03
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von GeMi im Beitrag #105
Zitat von Lutze im Beitrag #62
ich hatte das Gefühl,das manche Manager aus den alten Ländern,
die unsere Betriebe neu orientierten wollten,wenig Ahnung
von ihren Job hatten,
im Westen hatten sie versagt,und im Osten erst recht,
nicht alle,es waren viele
Lutze



Hallo Lutze,

kennst Du viele von diesen unfähigen Wessis persönlich?

Man darf bei dieser Leistungsbeurteilung der "Wessi-Konquistadoren" nicht vergessen, daß sie teilweise auf recht kampfeslustige Ossis getroffen sind. Diese wollten sich nicht vom Wessi erklären lassen, wie man richtig wirtschaftet. Also haben sie ihn auflaufen lassen.

Im Jahr 2012 war so etwas immer noch aktuell.
Da muss ein fähiger Wessi in einer Ascherlebener Maschinenfabrik einem ziemlichen Filz gegenüber gestanden haben. Ost gegen West. Rate mal, wer seinen Schreibtisch räumen musste?

Mein erster Westchef im schönen Rheinland-Pfalz musste seinen Platz räumen, weil er es nicht geschafft hat, 2 Firmen zusammenzulegen. Trotz nagelneuer Firma auf der grünen Wiese, hochmodernem Maschinenpark und guten Verdienstmöglichkeiten wollte kein Mitarbeiter der anderen Firma pro Tag 200km Fahrtstrecke mitmachen.
Man war sich in der Belegschaft einig. Es gab auf einmal viele Krankheitsfälle, Konstruktions- und Fertigungsprobleme.
Das Ende vom Lied war: Unsere Firma samt Geschäftsführer musste dran glauben.

Mancher Chef scheitert an seiner Belegschaft und nicht an der eigenen Dummheit.



Was würdest du tun ?
Bei 400 km Fahrtstrecke,dann vielleicht umziehen,hast wenn es so ist dein Haus gebaut und sollst dann Hals über Kopf alles stehen und liegen lassen,haette auch versucht mich dagegen zu wehren.


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#122

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 09.10.2013 22:07
von Moskwitschka (gelöscht)
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Wiki weiß vieles, aber nicht, wer Surfbretter als Konsumgut hergestellt hat. Ich bin mir ziemlich sicher der Waggonbau Dessau. Ich war da mal mit einer Delegation zur Betriebsbesichtigung. Ich habe vorher (1978) in der DDR noch nie so ein Teil gesehen und musste bei den unzähligen Fragen über diesen Sport nur die Schultern zucken. Und ich bin mir noch nicht einmal mehr sicher, ob es Konsumgut oder Exportartikel war.

Aber dafür hat mich wiki echt zum Lachen gebracht

Sprengstoffwerk Gnaschwitz stellte Fliegenklatschen her

http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumg%C3%...tion_in_der_DDR

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 09.10.2013 22:36 | nach oben springen

#123

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 09.10.2013 22:41
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #122
Wiki weiß vieles, aber nicht, wer Surfbretter als Konsumgut hergestellt hat. Ich bin mir ziemlich sicher der Waggonbau Dessau. Ich war da mal mit einer Delegation zur Betriebsbesichtigung. Ich habe vorher (1978) in der DDR noch nie so ein Teil gesehen und musste bei den unzähligen Fragen über diesen Sport nur die Schultern zucken. Und ich bin mir noch nicht einmal mehr sicher, ob es Konsumgut oder Exportartikel war.


LG von der grenzgaengerin


Zu Surfbrettern vielleicht ein interessanter Link:

http://www.foto-amateur.de/html/die_anfange.html

Übrigens war der Schauspieler Henry Hübchen auch mal DDR-Surfmeister.

Gruss

icke

PS: Ach ja - in der DDR nannte sich das Ganze wohl Brettsegeln.



zuletzt bearbeitet 09.10.2013 22:42 | nach oben springen

#124

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 07:52
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Ein weiteres Problem erwuchs auch dadurch, dass sich neben der realen Wirtschaft eine Schattenwirtschaft entwickelte und sich jeder Kontrolle entzog, weil Ware gegen Ware getauscht wurde. Jeder, der meinte, ein knappes Gut zu besitzen, hat es massenhaft gehortet, um es gegen andere knappe Güter eintauschen zu können.
Ich war leidenschaftlicher Aquarianer und es war schier zum Verzweifeln, an Warmtonleuchtstofflampen ranzukommen. Als nach der Wende sich plötzlich Läger öffneten mit Waren, die man vorher nirgends bekam, weil die Besitzenden plötzlich auf ihrer nicht mehr knappen Ware sitzenbleiben könnten, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, im Nachbarort von mir gab es ein Großlager für Leuchtstofflampen u.a. begehrten Elektroartikeln, es war plötzlich im Überfluß vorhanden.
Nur, weil bestimmte Dinge versteckt wurden, damit man an der Obrigkeit vorbei seine eigenen Geschäftchen machen konnte.

In der DDR hat es Alles gegeben, nur nicht da, wo es gebraucht wurde.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#125

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 08:14
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #124
Ein weiteres Problem erwuchs auch dadurch, dass sich neben der realen Wirtschaft eine Schattenwirtschaft entwickelte und sich jeder Kontrolle entzog, weil Ware gegen Ware getauscht wurde. Jeder, der meinte, ein knappes Gut zu besitzen, hat es massenhaft gehortet, um es gegen andere knappe Güter eintauschen zu können.
Ich war leidenschaftlicher Aquarianer und es war schier zum Verzweifeln, an Warmtonleuchtstofflampen ranzukommen. Als nach der Wende sich plötzlich Läger öffneten mit Waren, die man vorher nirgends bekam, weil die Besitzenden plötzlich auf ihrer nicht mehr knappen Ware sitzenbleiben könnten, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, im Nachbarort von mir gab es ein Großlager für Leuchtstofflampen u.a. begehrten Elektroartikeln, es war plötzlich im Überfluß vorhanden.
Nur, weil bestimmte Dinge versteckt wurden, damit man an der Obrigkeit vorbei seine eigenen Geschäftchen machen konnte.

In der DDR hat es Alles gegeben, nur nicht da, wo es gebraucht wurde.



Es war praktisch ein Teufelskreis: Bestimme Artikel waren knapp, das ist klar wie Kloßbrühe. Wenn es diese dann gab, wurde gekauft, mehr als man spfprt oder überhaupt in der nächsten Zeit brauchte. Dadurch bekam ein anderer, der diesen Artikel wirklich sofort brauchte, keinen mehr. Er wurde dann als auch real knapp. Fahrzeugersatzteile ware da ein bekanntes Beispiel. In den Garagen lagen nicht selten die Einzelteile für ein Zweitfahrzeug rum. Habe selbst noch einige Trabi-Ersatzteile hier liegen (komplette Unterbrecherplatte, Zündspule, Bremsleitungen u.a. Kleinigkeiten), die ich mal bei Gelegenheit veräußern will. Nicht selten waren auch Fälle, wo eine Ware vorhanden war, im Laden im lager lag, der Verkäufer diese aber trotzdem zurückgehalten hat für seine Privatgeschäftchen. Flog das auf, konnte der sich natürlich warm anziehen. Tausch Ware gegen Ware war nicht nur in Privatbereich üblich. Auch in der Industrie wurde so verfahren. Mein Vater hat mit so mancher Möbelgarnitur, neuentwickelt und vorrangig für den Export so manche Tür geöffnet, um für den Betrieb etwas zu erreichen, ob es eine Behördliche Genehmigung war, eine Sozialleistung für die Beschäftigten oder eine Maschine für die Produktion. Mit eigenen persönlichen Vorteilen ist er sehr sparsam umgegangen, will sagen, er diese Möglichkeit nur selten genutzt. Das war gegen seine Einstellung zu diesen Dingen.



zuletzt bearbeitet 10.10.2013 08:15 | nach oben springen

#126

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 08:21
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Hallo DoreHolm,

da muss man vor Deinem Vater den Hut ziehen.

Aber ihr sprecht die Misere des Systems an: Es wurde gehortet weil es nicht genug und vor allem zur richtigen Zeit gab. Es wurde und musste mit Tauschgeschäften "geschmiert" werden.

Letztendlich drehte man sich im Kreis. Man kam irgendwie nicht weiter.

Ich behaupte mal, wenn es diese Mangelwirtschaft nicht gegeben hätte und die Reisefreiheit vorhanden gewesen wäre würde es die DDR noch geben. Logischerweise gehört auch eine konvertierbare Währung dazu.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
DoreHolm und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#127

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 08:24
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Eine zentralistische Planwirtschaft ist nie in der Lage , die Bedürfnisse zu befriedigen. Einfach zu unflexibel. Man kann nicht alles planen. In einer Marktwirtschaft ist der Unternehmer immer auf der Suche nach Marktlücken und schließt diese schnellstmöglich.
Also das war ein Systemfehler.
Schwarzmarkt ist nicht die Ursache von Mangel ,sondern die Folge.


zuletzt bearbeitet 10.10.2013 08:26 | nach oben springen

#128

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:00
von Gelöschtes Mitglied
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Kleinere Nischenprodukte werden durchaus flexibel produziert. Große naturgemäß nicht, zumindest der große Rahmen ist geplant. Und da wird auch auf Halde produziert ohne Ende. Als Eisenacher sollte Dir da ein größerer Betrieb im Westen von Eisenach als ein Beispiel einfallen.

Man muss auch im Kapitalismus planen, weswegen Trends meistens auch gepuscht werden. Wenn VW heute keine VW Passat mehr verkauft, wird am Preis oder an der Ausstattung gearbeitet, bevor der Hersteller wirklich niedrigere Zahlen fährt. Woe ein solch großer Hersteller ja die Produktion in einigen Werken zugusnten anderer Typen umstellen kann. Das Einstellen eines Types innerhalb der geplanten Produktionszeit führt auch im Westen zu einem Desaster. Meistens für das zur Firmenpleite. Denn immerhin muessen für ein Projekt Vorleistungen erbracht werden, die man nicht eben mal in 3 Wochen machen kann.

Man schaue zu den Computern. Da gibts eine klare Roadmap, wie das in der Zukunft aussieht. Da ist schon Jahre vorher klar, was auf den Markt kommt. Zumal es Zukaufteile nicht von unmöglich vielen Herstellern gibt.

Wer alte Handys hat, sollte mal nachschauen. Oft kommen Apple und Sony-Erricson aus dem selben Werk, nämlich Foxcon China. Apple und Samsung bekämpfen sich, trotzdem sond viele Ei-Phon Teile Produktion von Samsung, auch der "Retina"-Display.

Interessant auch hier, das Trends zelebriert werden. Das Apfel Ei-Phon war immer als das Non-plus-Ultra angepriesen, tatsächlich hinkt es jedesmal der Konnkurenz hinterher (Hatte als letzter UMTS, festverlöteter Akku, festverlöteter Speicher usw.).

Oft kommt bei neuen Produkten nur alter Wein in neuen Fässern.

Wirklich Flexibel sind lediglich die Arbeiter, die Kundenberater und Werbetexter sowie die Medien.


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#129

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:01
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #126
Hallo DoreHolm,

da muss man vor Deinem Vater den Hut ziehen.

Aber ihr sprecht die Misere des Systems an: Es wurde gehortet weil es nicht genug und vor allem zur richtigen Zeit gab. Es wurde und musste mit Tauschgeschäften "geschmiert" werden.

Letztendlich drehte man sich im Kreis. Man kam irgendwie nicht weiter.

Ich behaupte mal, wenn es diese Mangelwirtschaft nicht gegeben hätte und die Reisefreiheit vorhanden gewesen wäre würde es die DDR noch geben. Logischerweise gehört auch eine konvertierbare Währung dazu.

Mfg Berlin




Grün: Stimmt: Bessere Ökonomie = besseres Warenangebot = größere Zufriedenheit der Bevölkerung = weniger Ausreisewillige. Für die konvertierbare Währung hätte es auch wesentlich mehr weltmarktgerechter Produkte mit Devisenrentabilitäten > 1,0 bedurft.
Es hätte so schön sein können, aber eben "hätte" Vorausgesetzt, der Westen hätte uns politisch und wirtschaftlich so behandelt, wie jeden anderen Nachbarstaat Westeuropas, dann wäre diese o.g. Abfolge eventuell möglich gewesen.



4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:13
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #129
Zitat von berlin3321 im Beitrag #126
Hallo DoreHolm,

da muss man vor Deinem Vater den Hut ziehen.

Aber ihr sprecht die Misere des Systems an: Es wurde gehortet weil es nicht genug und vor allem zur richtigen Zeit gab. Es wurde und musste mit Tauschgeschäften "geschmiert" werden.

Letztendlich drehte man sich im Kreis. Man kam irgendwie nicht weiter.

Ich behaupte mal, wenn es diese Mangelwirtschaft nicht gegeben hätte und die Reisefreiheit vorhanden gewesen wäre würde es die DDR noch geben. Logischerweise gehört auch eine konvertierbare Währung dazu.

Mfg Berlin




Grün: Stimmt: Bessere Ökonomie = besseres Warenangebot = größere Zufriedenheit der Bevölkerung = weniger Ausreisewillige. Für die konvertierbare Währung hätte es auch wesentlich mehr weltmarktgerechter Produkte mit Devisenrentabilitäten > 1,0 bedurft.
Es hätte so schön sein können, aber eben "hätte" Vorausgesetzt, der Westen hätte uns politisch und wirtschaftlich so behandelt, wie jeden anderen Nachbarstaat Westeuropas, dann wäre diese o.g. Abfolge eventuell möglich gewesen.



ja ja... wieder mal sind die "Bonner Ultras" Schuld gewesen und nicht die "führende Klasse".


Gert und CASI haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:13
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Es hätte so schön sein können, aber eben "hätte" Vorausgesetzt, der Westen hätte uns politisch und wirtschaftlich so behandelt, wie jeden anderen Nachbarstaat Westeuropas, dann wäre diese o.g. Abfolge eventuell möglich gewesen.


Das war nicht gewollt, das Experiment Sozialismus sollte auf dem Scheiterhaufen der Geschichte landen, und das schon ab 1917. Die Angst vor dem, was da 1917 begonnen hatte, hielt sich bis in den kalten Krieg, bzw. bis absehbar wurde, dass sich das Experiment totlaufen wird. Bis dahin wurden alle Register gezogen, es zu behindern wo es nur ging!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#132

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:13
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Das man in einer Marktwirtschaft auch plant ist logisch. Jedoch findet sich in der Marktwirtschaft immer ein Unternehmer der schnellstens reagiert, wenn sich Marktlücken auftun und es einen Bedarf gibt.
In der DDR wurden staatlich vorgegebene Pläne erfüllt (oder auch nicht) ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf.
Das es heute auch Unternehmer gibt die Fehler machen und am Bedarf vorbei produzieren ist richtig. Die sind dann aber relativ schnell pleite.


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#133

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:33
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #129
Zitat von berlin3321 im Beitrag #126
Hallo DoreHolm,

da muss man vor Deinem Vater den Hut ziehen.

Aber ihr sprecht die Misere des Systems an: Es wurde gehortet weil es nicht genug und vor allem zur richtigen Zeit gab. Es wurde und musste mit Tauschgeschäften "geschmiert" werden.

Letztendlich drehte man sich im Kreis. Man kam irgendwie nicht weiter.

Ich behaupte mal, wenn es diese Mangelwirtschaft nicht gegeben hätte und die Reisefreiheit vorhanden gewesen wäre würde es die DDR noch geben. Logischerweise gehört auch eine konvertierbare Währung dazu.

Mfg Berlin




Grün: Stimmt: Bessere Ökonomie = besseres Warenangebot = größere Zufriedenheit der Bevölkerung = weniger Ausreisewillige. Für die konvertierbare Währung hätte es auch wesentlich mehr weltmarktgerechter Produkte mit Devisenrentabilitäten > 1,0 bedurft.
Es hätte so schön sein können, aber eben "hätte" Vorausgesetzt, der Westen hätte uns politisch und wirtschaftlich so behandelt, wie jeden anderen Nachbarstaat Westeuropas, dann wäre diese o.g. Abfolge eventuell möglich gewesen.


@DoreHolm
ja hätte , hätte, Fahradkette sagt man da neuerdings, früher wenn der Hund nicht ge.... hätte er den Hasen gekriegt. Ich lache mir 'nen Ast über alle die Szenarien und Verrenkungen einiger Foristen, die marode DDR Wirtschaft zu exhumieren und sie zu einer leistungsfähigen Volkswirtschaft zu erheben, natürlich alles ganz hypothetisch , nämlich hätte, hätte F..
DoreHolm schreib mir 'ne PN, wenn du zu der Einsicht gekommen bist, dass die sozialistische Wirtschaftstheorie einen genetischen Fehler hat und daher nie funktionieren wird. Ich gebe dir mein Indianerehrenwort, dass ich den Wortlaut dieser PN geheim halten also da kommst du ohne Gesichtsverlust raus.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 09:34 | nach oben springen

#134

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:38
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #127
Eine zentralistische Planwirtschaft ist nie in der Lage , die Bedürfnisse zu befriedigen. Einfach zu unflexibel. Man kann nicht alles planen. In einer Marktwirtschaft ist der Unternehmer immer auf der Suche nach Marktlücken und schließt diese schnellstmöglich.
Also das war ein Systemfehler.
Schwarzmarkt ist nicht die Ursache von Mangel ,sondern die Folge.

eine zentrale Aussage das Problem sozialistische Wirtschaft betreffend!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#135

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:45
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #129
Grün: Stimmt: Bessere Ökonomie = besseres Warenangebot = größere Zufriedenheit der Bevölkerung = weniger Ausreisewillige. Für die konvertierbare Währung hätte es auch wesentlich mehr weltmarktgerechter Produkte mit Devisenrentabilitäten > 1,0 bedurft.
Es hätte so schön sein können, aber eben "hätte" Vorausgesetzt, der Westen hätte uns politisch und wirtschaftlich so behandelt, wie jeden anderen Nachbarstaat Westeuropas, dann wäre diese o.g. Abfolge eventuell möglich gewesen.
Wie ist das zu verstehen? Heißt das, dass Sozialismus auf "kapitalistische" Staaten angewiesen ist?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#136

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 09:52
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Ökonomie ist Mathematik und keine Ideologie. Das selbe kranke System wie in der DDR erleben wir heute bei den sogenannten Erneuerbaren Energien. Das endet auch in einem Desaster.


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#137

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 10:32
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Heißt das, dass Sozialismus auf "kapitalistische" Staaten angewiesen ist?

Jeder Staat, egal welches Gesellschaftssystem ist auf internationale Arbeitsteilung angewiesen.

Man sollte den Industriestaaten mal den Hahn zu den billigen Rohstoffen und Halbprodukten abdrehen, dann wird man sehen, was dann passiert. Warum bekämpft man denn nicht wirklich wirksam das Elend in der dritten Welt, weil man sich sonst o.g. Hahn selbst zudrehen würde. Da sind ein paar im Mittelmeer Ertrunkene eben nur ein kleiner Kollateralschaden.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


Damals87 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 10:33 | nach oben springen

#138

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 10:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #137

Man sollte den Industriestaaten mal den Hahn zu den billigen Rohstoffen und Halbprodukten abdrehen, dann wird man sehen, was dann passiert.


Na ja, so was gabs ja schon mal. Ich erinnere an die Ölkrise Anfang der 70er Jahre und die durch die OPEC hervorgerrufene Preisexplosion von Rohöl bei gleichzeitiger Verknappung der Fördermengen.

Und was ist passiert? Die Weltwirtschaft bekam eine Delle, von der sie sich wieder erholt hat. Gleichzeitig wurden durch den hohen Ölpreis kapitalintensive Explorationen interessant, die sich vorher nie gerechnet hätten. Andere, neue Lieferanten sprangen in die Bresche, die Märkte wurden versorgt und die OPEC ist Geschichte.

Es wurde alles nur etwas teurer - und das war es dann.

Dabei solle auch nicht vergessen werden, dass die Industrieländer nicht nur Konsumenten oder Produzenten ausschließlich für den Eigenbedarf sind, sondern auch vom Export in Dritt- und Schwellenländer leben. Und ob denen wirklich damit geholfen ist, wenn sie durch Produktionsengpässe in den Industrieländern nicht mehr beliefert werden, ist eher fraglich.

Natürlich gibt es auch Exportartikel, deren Nutzen für die im Empfängerland lebende Bevölkerung mehr als fraglich ist, Waffen zum Beispiel. Aber davon rede ich nicht, sondern von Investitions- und Verbrauchsgütern, die die Entwicklung des betreffenden Landes verbessern.
.


CASI hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#139

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 11:22
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #137
Heißt das, dass Sozialismus auf "kapitalistische" Staaten angewiesen ist?

Jeder Staat, egal welches Gesellschaftssystem ist auf internationale Arbeitsteilung angewiesen.

Man sollte den Industriestaaten mal den Hahn zu den billigen Rohstoffen und Halbprodukten abdrehen, dann wird man sehen, was dann passiert. Warum bekämpft man denn nicht wirklich wirksam das Elend in der dritten Welt, weil man sich sonst o.g. Hahn selbst zudrehen würde. Da sind ein paar im Mittelmeer Ertrunkene eben nur ein kleiner Kollateralschaden.


Wer bitte ist man?
Das Einstellen der Lieferung von Rohstoffen durch einen Staat bedeutet doch letztendlich, dass ein anderer Lieferant einspringt und der ehemalige Lieferstaat sich um die Einkünfte bringt, die er bestimmt für seine Volkswirtschaft benötigt - Folge ist, dass es den eigenen Leuten noch schlechter geht. Dadurch wird dieser Staat die Verelendung nicht stoppen können.
Und wenn kein anderer Lieferstaat in Sicht ist, dann gehört das Unternehmen, dass die Rohstoffe fördert, mit Sicherheit ausländischen Investoren oder zumindest einem Konsortium mit starker ausländischer Beteiligung und die werden ihre Rechte schon wahrnehmen. Wenn alles nicht mehr hilft, dann kommen die Fremdenlegion oder die Marines. Die Industrienation wird daran garantiert nicht kaputt gehen....


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#140

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 10.10.2013 12:45
von ddr-bürger (gelöscht)
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Die Betriebe wurden wirklich teilweise "verramscht". Als beispiel, es gab neben dem "alten maroden" AWE auch neue Betriebsteile auf dem entsprechenden Weltniveau. Die Zylinderkopffertigung auf VW Basis und der Karosseriebau mit Punktschweißrobotern.

Über eines bin ich nachfdenklich geworden, lt. Marx siegt die Gesellschaft mit der höheren Produktivität....
Wir dachten das in der soz. Produktion erhebliche Impulse durch Wissenschaft und der Zusammenarbeit mit der "Neurerbewegung" gegeben wären. Leider war dem nicht so, jde Ideologie und Gesellschaft ist so gut wie die Menschen als Träger.
Durch die überzogene Subventionspolitik und auch durch menschliche Schwächen wie Schluderei ging der Schuß nach hinten los. Die Führung wollte sich nicht eingestehen, das der Mensch eigentlich nicht reif für eine solche Gesellschaft war, also Augen zu und durch (bis zum Ende...)

Für mich die Erkenntnis, eine Gesellschaft die nicht nur alle Resourcen gnadenlos ausbeutet (egal ob soz. oder kap.) sondern auch noch den Menschen als Arbeitskraft ist produktiver....
Eine schöne Theorie, schei..... Praxis.


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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