#221

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 27.10.2013 21:37
von werner | 1.591 Beiträge

Als ich Jan. 90 erstmals in der Friedrichstraße aufschlug, wurde - inoffiziell außerhalb der Dienstbesprechung - von den "Alt"- Zöllnern der Begriff "Tränenpalast" für den Bereich Ausreise verwendet. Schien mir auch nachvollziehbar: Viel Glas - wie beim PdR, viele Tränen, wenn z.B. der Westberliner sein Schneckchen zurücklassen musste.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#222

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 27.10.2013 23:41
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #220
Hm, ich frage mich bei aller Diskussion, warum der weiße Strich nicht auch noch über das nördliche Gleis der S-Bahn weitergeht? Na ja, so wichtig ist dieser weiße Strich sicher nicht, mir ist das nur so aufgefallen und daher fragt man eben nach....

Gruß Reiner

Wird bei betreffendem Foto gerade von der S-Bahn verdeckt. Kann mich an Schilderungen von AGT der SiK erinnern welche mit dem DHO der Güst zur Kontrolle bis zum Strich gegangen sind und sich daran erinnerten, dass dieser sehr nahe am Bahnsteig des Lehrter Stadtbahnhofes war.


zuletzt bearbeitet 27.10.2013 23:44 | nach oben springen

#223

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 27.10.2013 23:53
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von werner im Beitrag #221
Als ich Jan. 90 erstmals in der Friedrichstraße aufschlug, wurde - inoffiziell außerhalb der Dienstbesprechung - von den "Alt"- Zöllnern der Begriff "Tränenpalast" für den Bereich Ausreise verwendet. Schien mir auch nachvollziehbar: Viel Glas - wie beim PdR, viele Tränen, wenn z.B. der Westberliner sein Schneckchen zurücklassen musste.


Also ich war in den 70-ern so ein "Schneckchen" - nur Tränen habe ich nicht vergossen bzw. erst viel später. Und an einen "Tränenpalast" kann ich mich auch nicht erinnern.

Vielleicht lag das auch daran, das wir ein wenig "Normalität" versucht haben zu leben und uns immer irgendwo mitten in der Stadt getroffen und auch verabschiedet haben. Na ja und Westberliner war er auch nicht.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 27.10.2013 23:54 | nach oben springen

#224

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 28.10.2013 07:14
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen , Gemeinde...
So---Aller- aller u.s.w. letzter Kommentar meinerseits zum "Strich"----sonst diskutieren wir tatsächlich noch um des Kaisers Bart : Ich hab mit insgesamt 34 versch. Bilder von der Stelle angesehen, vergrößert, mit Lupe gesucht usw. Der Strich ist auf 5 Bildern zu sehen/ahnen/entdecken. Offensichtlich war er mal da und mal nicht. Verwunderts? Mich nicht.
Weitermachen! 73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#225

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 28.10.2013 12:33
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Und noch ein Luftbild:

RE: GÜST Friedrichstr.
Theo


Harzwanderer und GZB1 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#226

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 28.10.2013 13:03
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@eisenringtheo

ja, auf dem Luftbild erkennt man ganz gut, dass der Treppenabgang auf der Brücke in Höhe des Grenzverlaufs /Uferkante liegt


zuletzt bearbeitet 28.10.2013 13:05 | nach oben springen

#227

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 14:29
von der glatte | 1.356 Beiträge

Hallo in die Runde, nein, keine Angst es geht nicht schon wieder um den weißen Strich, sondern eher um das Buch "Bahnhof der Tränen".

Auf Seite 198 kommt der damalige Ostberliner U. Tempel zu Wort und berichtet von seiner Reise nach Erlangen zum 70. Geburtstag seiner Großmutter.
Interessant ist, das nach seinen Angaben, ihm genau am 9. November 1989, am Vormittag , der Reisepass der DDR + Visum nach der BRD für 5 Tage (ist mit Foto vom Pass belegt), ausgehändigt worden ist. Nach seinen Worten machte er sich sofort auf den Weg zum Bahnhof Friedrichstraße um sich vor der Reise nach Erlangen, noch die Stadt Westberlin anzusehen. Er passierte die Kontrollen, reiste aus und fuhr mit der S-Bahn in Richtung Zoo. Erst am Abend reiste er nach seinen Angaben mit dem Nachtzug nach Erlangen weiter.

Meine Frage dazu: Diese Art der Reise ist zwar möglich, doch denke ich, er hätte Probleme gehabt. Er reiste am Tage aus und war erst im Nachtzug wieder präsent. Hätte man da bei der immer wieder geschilderten strengen Kontrolle der PKE und MfS nicht einige Fragen an den Herren gehabt, wo er denn die ganze Zeit gewesen ist? Außerdem hatte er ein Visum nach der BRD und nicht nach Westberlin, dabei hätte man doch Unterschiede gemacht, oder nicht?

Komisch finde ich, dass auf dem Foto vom Pass auf Seite 199, keine Grenzübergangsstelle im Visum vermerkt war. Das war doch meines Wissens meist festgelegt?

Andere Frage, angenommen ich war in Braunschweig und fahre mit dem Zug wieder nach den Bahnhof Friedrichstraße. In Marinborn, wäre ich bestimmt von den Genossen kontrolliert worden. Also, in der DDR angekommen, weiter dann über Bahnhof Zoo und zum Bahnhof Friedrichstraße. Im Bahnhof Zoo, kommt mir die Idee auszusteigen und mir noch etwas Westberlin anzusehen. Ich steige am Bahnhof Zoo aus und gehe bummeln. Der Zug kommt also ohne mich im Bahnhof Friedrichstraße an. Alle Leute gehen zu den Einreiseschaltern und Reisen wieder ein, ich nicht. Wäre das den PKE nicht aufgefallen, dass ich da fehle?

Ich komme dagegen, weil ja mein Visum erst um 24:00 Uhr endet, so um 23:40 mit der S-Bahn an und gehe zum Einreiseschalter. Hätte es da keine Probleme gegeben? Ich hatte ja die Reise unterbrochen und war nach der Gesetzeslage der DDR in einem anderen Land (Besonderes politisches Gebiet Westberlin) gewesen?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#228

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 15:44
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #227


Andere Frage, angenommen ich war in Braunschweig und fahre mit dem Zug wieder nach den Bahnhof Friedrichstraße. In Marinborn, wäre ich bestimmt von den Genossen kontrolliert worden. Also, in der DDR angekommen, weiter dann über Bahnhof Zoo und zum Bahnhof Friedrichstraße. Im Bahnhof Zoo, kommt mir die Idee auszusteigen und mir noch etwas Westberlin anzusehen. Ich steige am Bahnhof Zoo aus und gehe bummeln. Der Zug kommt also ohne mich im Bahnhof Friedrichstraße an. Alle Leute gehen zu den Einreiseschaltern und Reisen wieder ein, ich nicht. Wäre das den PKE nicht aufgefallen, dass ich da fehle?

Ich komme dagegen, weil ja mein Visum erst um 24:00 Uhr endet, so um 23:40 mit der S-Bahn an und gehe zum Einreiseschalter. Hätte es da keine Probleme gegeben? Ich hatte ja die Reise unterbrochen und war nach der Gesetzeslage der DDR in einem anderen Land (Besonderes politisches Gebiet Westberlin) gewesen?

Gruß Reiner


Zumindest bei diesem Abschnitt ist ja ein Denkfahler, möglicherweise auch bei dem ersten. Es gab ja keine Zugbindung, und bei der Fahrt mit dem Transitzug befand sich der DDR-Bürger ja ebenfalls im Transit. Sprich, die Ausreise aus und die Einreise in die DDR erfolgte ja jeweils in der GÜST Friedrichstraße. Es kam also vermutlich nur darauf an, dass er dort ordnungsgemäß ein- bzw. ausreiste. Ein Zwischenstop in West-Berlin müsste von daher problemlos möglich gewesen sein.

Aber vielleicht ist ja einer hier, der diese Tour selber gemacht hat und es ganz genau weiss.

Gruss

icke



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#229

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 18:11
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #228
(...)

Zumindest bei diesem Abschnitt ist ja ein Denkfahler, möglicherweise auch bei dem ersten. Es gab ja keine Zugbindung, und bei der Fahrt mit dem Transitzug befand sich der DDR-Bürger ja ebenfalls im Transit. Sprich, die Ausreise aus und die Einreise in die DDR erfolgte ja jeweils in der GÜST Friedrichstraße. Es kam also vermutlich nur darauf an, dass er dort ordnungsgemäß ein- bzw. ausreiste. Ein Zwischenstop in West-Berlin müsste von daher problemlos möglich gewesen sein.

Aber vielleicht ist ja einer hier, der diese Tour selber gemacht hat und es ganz genau weiss.

Gruss

icke




Ich denke, das war wohl nicht so. Zum einen muss man bedenken, dass die Transitzüge nach der Güst Probstzella nur etwa zweimal im Tage fuhren. Längere Wartezeiten nach der Grenzkontrolle am Bahnhof Friedrichstrasse waren also denkbar. Doch niemand konnte die Reisenden daran hindern, nach der Grenzkontrolle mit der S-Bahn nach Westberlin zu reisen und dort auf die Abfahrt des Zuges zu warten.
Auf der Rückreise war ein Aussteigen im Bahnhof Zoo eher nicht möglich; fahrplantechnisch nicht zu erklären, denn kein Zug endete schon im Bahnhof Zoo, es fuhren alle (mindestens) bis Friedrichstrasse.
Theo


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 18:16 | nach oben springen

#230

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 18:24
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #228
Zitat von der glatte im Beitrag #227


Andere Frage, angenommen ich war in Braunschweig und fahre mit dem Zug wieder nach den Bahnhof Friedrichstraße. In Marinborn, wäre ich bestimmt von den Genossen kontrolliert worden. Also, in der DDR angekommen, weiter dann über Bahnhof Zoo und zum Bahnhof Friedrichstraße. Im Bahnhof Zoo, kommt mir die Idee auszusteigen und mir noch etwas Westberlin anzusehen. Ich steige am Bahnhof Zoo aus und gehe bummeln. Der Zug kommt also ohne mich im Bahnhof Friedrichstraße an. Alle Leute gehen zu den Einreiseschaltern und Reisen wieder ein, ich nicht. Wäre das den PKE nicht aufgefallen, dass ich da fehle?

Ich komme dagegen, weil ja mein Visum erst um 24:00 Uhr endet, so um 23:40 mit der S-Bahn an und gehe zum Einreiseschalter. Hätte es da keine Probleme gegeben? Ich hatte ja die Reise unterbrochen und war nach der Gesetzeslage der DDR in einem anderen Land (Besonderes politisches Gebiet Westberlin) gewesen?

Gruß Reiner


Zumindest bei diesem Abschnitt ist ja ein Denkfahler, möglicherweise auch bei dem ersten. Es gab ja keine Zugbindung, und bei der Fahrt mit dem Transitzug befand sich der DDR-Bürger ja ebenfalls im Transit. Sprich, die Ausreise aus und die Einreise in die DDR erfolgte ja jeweils in der GÜST Friedrichstraße. Es kam also vermutlich nur darauf an, dass er dort ordnungsgemäß ein- bzw. ausreiste. Ein Zwischenstop in West-Berlin müsste von daher problemlos möglich gewesen sein.

Aber vielleicht ist ja einer hier, der diese Tour selber gemacht hat und es ganz genau weiss.

Gruss

icke




Rot: Mag sein das es keine Zugbindung gab. Wurde denn im Zug nicht mehr kontrolliert?
Wenn ja, da hätte man ja auch die Reisenden registrieren können, nach dem Schema: Der ist in Marienborn per Zug eingereist (Reisepassnummer), Ankunft Bahnhof Friedrichstraße vom Zug ist zum Beispiel 20:45 Uhr. Die Person mit der Reisepassnummer ist aber um 23:30 Uhr noch nicht am Einreiseschalter auf dem Bahnhof Friedrichstraße eingereist. Berechtigte Frage, wo ist der abgeblieben???

Ist mir eben einmal so durch den Kopf gegangen als ich die Erzählung im Buch gelesen habe. Es wird ja auch immer darauf hingewiesen, dass man in der DDR alles genau überwachte. Theoretisch hätte ja dann jeder der mit dem Fernzug in die BRD reisen durfte, auch einen still geduldeten Abstecher nach Westberlin machen? Eventuell kennt sich da ja noch einer aus?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#231

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 18:50
von Hans | 2.166 Beiträge

Au, Reiner-das ist ja ne Frage----zum Zähneausbeißen.
Hi, Gemeinde übrigens....
Auf eine ganz genaue Antwort müssen wir wohl warten, bis sich ein PKEer hierher verirrt.
Zu bedenken möchte ich aber geben das 1. die Überwachung sicher niemals so "Toll" und total war, wie das manche Historiker gern unter die Leute bringen,und andere dann gern glauben. 2.Technische Machbarkeit ! Aus dem fahrenden Transiter? Damals! Und letztens: Eine Zuglaufbindung und ähnliches gab es sicher nicht. Ich schließe mich also Icke und Theo an-----Schön gesagt-wieso denke ich jetzt an den alten Witz mit "Um meine ganz pers.Meinung zum Ausdruck zu bringen, übersende ich...... na, kennen ja alle.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#232

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 21:50
von passport | 2.639 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #230
Zitat von icke46 im Beitrag #228
Zitat von der glatte im Beitrag #227


Andere Frage, angenommen ich war in Braunschweig und fahre mit dem Zug wieder nach den Bahnhof Friedrichstraße. In Marinborn, wäre ich bestimmt von den Genossen kontrolliert worden. Also, in der DDR angekommen, weiter dann über Bahnhof Zoo und zum Bahnhof Friedrichstraße. Im Bahnhof Zoo, kommt mir die Idee auszusteigen und mir noch etwas Westberlin anzusehen. Ich steige am Bahnhof Zoo aus und gehe bummeln. Der Zug kommt also ohne mich im Bahnhof Friedrichstraße an. Alle Leute gehen zu den Einreiseschaltern und Reisen wieder ein, ich nicht. Wäre das den PKE nicht aufgefallen, dass ich da fehle?

Ich komme dagegen, weil ja mein Visum erst um 24:00 Uhr endet, so um 23:40 mit der S-Bahn an und gehe zum Einreiseschalter. Hätte es da keine Probleme gegeben? Ich hatte ja die Reise unterbrochen und war nach der Gesetzeslage der DDR in einem anderen Land (Besonderes politisches Gebiet Westberlin) gewesen?

Gruß Reiner


Zumindest bei diesem Abschnitt ist ja ein Denkfahler, möglicherweise auch bei dem ersten. Es gab ja keine Zugbindung, und bei der Fahrt mit dem Transitzug befand sich der DDR-Bürger ja ebenfalls im Transit. Sprich, die Ausreise aus und die Einreise in die DDR erfolgte ja jeweils in der GÜST Friedrichstraße. Es kam also vermutlich nur darauf an, dass er dort ordnungsgemäß ein- bzw. ausreiste. Ein Zwischenstop in West-Berlin müsste von daher problemlos möglich gewesen sein.

Aber vielleicht ist ja einer hier, der diese Tour selber gemacht hat und es ganz genau weiss.

Gruss

icke




Rot: Mag sein das es keine Zugbindung gab. Wurde denn im Zug nicht mehr kontrolliert?
Wenn ja, da hätte man ja auch die Reisenden registrieren können, nach dem Schema: Der ist in Marienborn per Zug eingereist (Reisepassnummer), Ankunft Bahnhof Friedrichstraße vom Zug ist zum Beispiel 20:45 Uhr. Die Person mit der Reisepassnummer ist aber um 23:30 Uhr noch nicht am Einreiseschalter auf dem Bahnhof Friedrichstraße eingereist. Berechtigte Frage, wo ist der abgeblieben???

Ist mir eben einmal so durch den Kopf gegangen als ich die Erzählung im Buch gelesen habe. Es wird ja auch immer darauf hingewiesen, dass man in der DDR alles genau überwachte. Theoretisch hätte ja dann jeder der mit dem Fernzug in die BRD reisen durfte, auch einen still geduldeten Abstecher nach Westberlin machen? Eventuell kennt sich da ja noch einer aus?

Gruß Reiner


@der glatte

@Hans


Wir haben zwar keinen Eisenbahn-Passkontrolleur im Forum aber ich versuche mal Licht in das Dunkel zu bringen.

Wenn ein DDR-Bürger den Transitzug nach WB benutzte reiste er nicht im Transit. Ein DDR-Bürger kann nun mal nicht im eigenen Land Pass - und Visamässig Transit reisen. Er wird also immer rechtlich Ein - und Ausreisen unabhängig vom Transportmittel. Entscheidend war die Ausstellung der Gültigkeit sowie der Geltungsbereich des Visum.


das abgebildete Visa ist gültig für die BRD und WB



passport


eisenringtheo und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 21:59 | nach oben springen

#233

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 21:59
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Im Zug wurde zwischen Friedrichstr. und Babelsberg nicht kontrolliert, nicht mal Fahrkarten. Am Zoo (oder in Wannsee) konnte man völlig problemlos aussteigen und wieder einsteigen. Man brauchte dazu nur eine Fahrkarte oder eine Bahnsteigkarte, die man aber kaufen konnte. Wannsee ging ohne alles. Man wurde nirgends aktenkundig.
WB als Ausflug war überhaupt kein Problem. Am Zoo war man auch noch mitten im Getümmel. Alle Kaufhäuser und Attraktionen in der Nähe.

Viele Ostler haben das Reisen auch noch anders ausgereizt: Die sind scheinbar "nur" nach WB gereist, aber dann von Tegel aus an alle möglichen Orte geflogen, nachdem sie sich bei den West-Berliner-Behörden einen, ihnen -da Deutsche im Sinne des Grundgesetzes- ganz normal zustehenden Reisepass geholt hatten. Den gab es auch kurzfristig. Die waren dann ungesehen in Paris. Rom oder London oder sonstwo. Und kehrten dann ganz unscheinbar zurück. Viele Ostler hatten ja Verwandte im Westen, besonders in Berlin, die bei sowas geholfen haben.


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 22:04 | nach oben springen

#234

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:02
von icke46 | 2.593 Beiträge

Die spannende Frage ist doch:

Wie war das komplette Verfahren? Also, der DDR-Bürger erhält für die Ausreise einen Visa-Stempel in den Reisepass, reist nun über die GÜST Friedrichstraße aus der DDR aus. An dem Punkt gibt es doch mehrere Optionen - zb. will er nur nach West-Berlin, dann ist eigentlich alles klar. Will er nun meinetwegen weiter nach Köln, hat er wieder mehrere Möglichkeiten: Entweder den Transitzug nutzen, oder er hat einen reichen Onkel bzw. Tante im Westen, die ein Flugticket spendiert. Die zweite Variante ist nun auch kein Problem.

Die Frage ist nur: Wenn er den Zug benutzte, wie wurde der Pass bei der Wiedereinreise in Griebnitzsee behandelt? Bei Bundesbürgern war es ja so, dass man einen Stempel in den Pass und ein Visum als EInlage bekam, bei Westberlinern gab es nur die Einlage und keinen Stempel. Wurde nun bei DDR-Bürgern die Transit-Einreise in diesem Visastempel vermerkt, oder bekamen sie nur diese Transiteinlage?

Fragen über Fragen.

Gruss

icke



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#235

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:20
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #234
(..)
Die Frage ist nur: Wenn er den Zug benutzte, wie wurde der Pass bei der Wiedereinreise in Griebnitzsee behandelt? Bei Bundesbürgern war es ja so, dass man einen Stempel in den Pass und ein Visum als EInlage bekam, bei Westberlinern gab es nur die Einlage und keinen Stempel. Wurde nun bei DDR-Bürgern die Transit-Einreise in diesem Visastempel vermerkt, oder bekamen sie nur diese Transiteinlage?

Fragen über Fragen.

Gruss

icke



Ich habe (als Schweizer) bei der Reise über die Transitstrecke nach Westberlin zur Einreise in die DDR kein Transitvisum, sondern schon im Zug gegen den Berechtigungsschein ein Einreisevisum erhalten. DDR Bürger hatten in Friedrichstrasse wohl schon ein Ausreisevisum im Pass und bekamen vermutlich auch nur die Kontrollstempel. Die Reise in die DDR oder aus der DDR über die Transitstrecke galten offenbar nicht als Transit durch die DDR. Macht irgendwie auch keinen Sinn.
Theo


nach oben springen

#236

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:25
von passport | 2.639 Beiträge

[quote=icke46|p300329]Die spannende Frage ist doch:

Wie war das komplette Verfahren? Also, der DDR-Bürger erhält für die Ausreise einen Visa-Stempel in den Reisepass, reist nun über die GÜST Friedrichstraße aus der DDR aus. An dem Punkt gibt es doch mehrere Optionen - zb. will er nur nach West-Berlin, dann ist eigentlich alles klar. Will er nun meinetwegen weiter nach Köln, hat er wieder mehrere Möglichkeiten: Entweder den Transitzug nutzen, oder er hat einen reichen Onkel bzw. Tante im Westen, die ein Flugticket spendiert. Die zweite Variante ist nun auch kein Problem.

Die Frage ist nur: Wenn er den Zug benutzte, wie wurde der Pass bei der Wiedereinreise in Griebnitzsee behandelt? Bei Bundesbürgern war es ja so, dass man einen Stempel in den Pass und ein Visum als EInlage bekam, bei Westberlinern gab es nur die Einlage und keinen Stempel. Wurde nun bei DDR-Bürgern die Transit-Einreise in diesem Visastempel vermerkt, oder bekamen sie nur diese Transiteinlage?

Fragen über Fragen.

Gruss

icke


@icke46

Der DDR-Bürger benutzte die Zählkarte "Gelb". Reiste der DDR-Bürger aus wurden beide Teile der Zählkarte A + E Teil mit dem PKS vesehen und das Ausreisevisa oben links mit dem PKS eröffnet. Das A-Teil der Zählkarte verblieb an der Ausreise-Güst und das E-Teil bei den Reisenden. Bei Wiedereinreise wurde das E-Teil der Zählkarte mit einen 2. PKS entwertet. Fuhr der DDR-Bürger von WB in die BRD und den gleichen Weg zurück wurde dieser Vorgang 4x ausgeführt, da der DDR-Bürger genau so oft die Grenze passierte. Bei der letzten Einreise bzw. Ablaufdatum des Visa wurde diese oben rechts mit dem PKS geschlossen.


passport


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#237

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:36
von icke46 | 2.593 Beiträge

Danke für die ausführliche Info.

Nur - ich will ja nicht meckern - aber was um Himmels willen ist PKS?

Gruss

icke



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#238

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:42
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #235


Ich habe (als Schweizer) bei der Reise über die Transitstrecke nach Westberlin zur Einreise in die DDR kein Transitvisum, sondern schon im Zug gegen den Berechtigungsschein ein Einreisevisum erhalten. DDR Bürger hatten in Friedrichstrasse wohl schon ein Ausreisevisum im Pass und bekamen vermutlich auch nur die Kontrollstempel. Die Reise in die DDR oder aus der DDR über die Transitstrecke galten offenbar nicht als Transit durch die DDR. Macht irgendwie auch keinen Sinn.
Theo


Der Vorteil der Prozedur bei Dir ist mir aber auch nicht ganz klar. Du bekommst also im Transitzug ein Einreisevisum für die DDR, fährst mit diesem Zug bis Friedrichstraße, und an der GÜST im Bahnhof winken sie dich dann einfach durch mit dem Visum - oder wie muss man sich das vorstellen?

Gruss

icke



zuletzt bearbeitet 29.10.2013 22:43 | nach oben springen

#239

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #237
... - aber was um Himmels willen ist PKS?

Das Teil, welches der abkürzende Nutzer als Avatarbild wählte ...
http://files.homepagemodules.de/b150225/...38da55-2720.jpg
(Quelle: runde-ecke-leipzig.de)


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 22:46 | nach oben springen

#240

RE: Bahnhof der Tränen - Die Grenzübergansstelle Berlin - Friedrichstraße

in DDR Grenze Literatur 29.10.2013 22:45
von passport | 2.639 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #237
Danke für die ausführliche Info.

Nur - ich will ja nicht meckern - aber was um Himmels willen ist PKS?

Gruss

icke




Schau mal mein Avatarbild an

passport


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