#61

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:30
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #56
Zitat von passport im Beitrag #53
Zitat von Lutze im Beitrag #46
durften Fahrzeuge der Volkspolizei direkt
bis zur Grenzübergagsstelle fahren?
Lutze



Nein, in Marienborn nur bei Anforderung durch den Kommandanten bzw. seine Stellvertreter. Hierbei ging es um Verkehrsunfälle auf dem Gelände der Güst. Ansonsten war Stopp am og. KP 38

passport

Da wir in Drewitz keine VP Vorkontrolle hatten,durfte die VP bis zum DP 3 Vorkontrolle fahren,da die Leute die dort eingesetzt waren Grenzgenehmigungen besaßen.
Jan


Keine VP Vorkontrolle. Wer saß denn dann dort?



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#62

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:30
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #52
hattet ihr Personalmangel an den Grenzübergangsstellen?,
es gab doch eine Betriebsgewerkschaftsleitung,
bei euch auch?
Lutze

Angehörige der bewaffneten Organe Polizei, Stasi, NVA oder Zoll hatten kein Arbeitsrechtsverhältnis sondern ein Dienstverhältnis, d. h. theoretisch mußten sie, so lange sie nicht in Urlaub waren, jederzeit verfügbar sein. So wurden Überstunden, Sonn- und Feiertage nicht zusätzlich vergütet (war aber auch nicht nötig, weil die oben angeführten Organe gut verdient haben). Nur Zivilangestellte (Kantinenfrau, Raumpflegepersonal u. a. hatten gewerkschaftliche Rechte). Die ehemalige Polizeigewerkschaft in der DDR wurde bereits in den fünfziger Jahren aufgelöst!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#63

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:35
von elster427 | 789 Beiträge

Hallo Utkieker,
daß mit der Gewerkschaft stimmt so nicht ganz. Vor deinem Wehrdienst mußte man sich bei seiner Gewerkschaft zum Wehrdienst abmeldenund wurde als ruhendes Mitglied weitergeführt. Wenn der Dienst beendet war ,lief deine Mitgliedschaft automatisch weiter.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#64

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:42
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #24
Zitat von Lutze im Beitrag #22
Zitat von utkieker im Beitrag #21
Die kleine, schnuckelige und idyllisch gelegene GüSt Salzwedel kann man vieleicht nicht als Maßstab nehmen. Aber hier war ich ein Jahr lang im Sicherungszug! Von Zeit zu Zeit war ich Gehilfe vom DHO der GüSt, hatte dann meistens Botengänge zu absolvieren, da der DHO seine Diensträume 24 Std. nicht verlassen durfte. Auch wenn die PKE dem MfS angegliedert war der Komandeur der GüSt wurde von den Grenztruppen gestellt, d. h. in diesen ganz speziellen Fall mußte sich die Stasi dem MfNV unterordnen.
Ich behaupte ganz kühn, die PKE war keineswegs auf Schikane gebürstet, im Gegenteil sie wollten einen reibungslosen Reiseverkehr. Ich weiß nicht wie oft das Personal von PKE und Zoll angemotzt wurde aber dann galt der Grundsatz, welcher auch für uns galt, lasst euch nicht provozieren. In sehr seltenen Ausnahmefällen wurden Fahrzeuge zur Garage gewunken, wenn der Zoll Verstöße gegen die Zollbestimmungen der DDR vermutete. Aber solche Tiefenkontrollen habe ich nur einmal mitgekriegt.
Aber wie gesagt Salzwedel war nicht Marienborn! Die Leute von PKE und Zoll waren durchaus umgängliche Menschen und in der Kantine haben wir uns Witze erzählt oder über Fußball geplaudert.

Gruß Hartmut!

habt ihr euch auch politische Witze erzählt?
Lutze

Nun Lutze,

an Details kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Aber ich möchte es mal so formulieren: die PKE waren allesamt weder Chorknaben noch Pastorentöchter und halte sie schon für jede "Schandtat" fähig. An Eines kann ich mich sehr wohl erinnern die vom PKE wollten mich immer mit der Kantinenfrau "verkuppeln" und haben sich dabei ihren Spaß gemacht!

Gruß Hartmut!

du hattest bestimmt immer eine große Portion an Essen
von dieser Kantinenfrau bekommen,
stimmt es,oder habe ich Recht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#65

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:44
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #34

Zitat
Da ist es wieder, das gleichsetzen von PKE und Zoll. Die Frage nach Funk ,Waffen und Munition kam vom Zoll.


Ich nehme jetzt einfach mal das ganze Grenzerlebnis, so wie man es in einem Rutsch hatte. Als was die Stasi nun am Grenzübergang jeweils verkleidet war, ist doch fast wurscht.



Demnach war für Dich jeder, der in einer Uniform an einer GÜST rumtanzte, einer von der Stasi ?



zuletzt bearbeitet 30.09.2013 20:54 | nach oben springen

#66

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:44
von elster427 | 789 Beiträge

Hallo Glasi,
da der Abstand zwischen Abfahrt Babelsberg und Güst drewitz so Kurz war für Vormeldungen, wurde diese Aufgabe durch den Dienstposten3 Vorkontrolle Ausreise PKE mit übernommen.Wir waren auf uns allein gestellt.
Es gab freundwärts einen Passknecht, der die Vorfeldbeobachtung Richtung DDR durchführte.
Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
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#67

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:49
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #63
Hallo Utkieker,
daß mit der Gewerkschaft stimmt so nicht ganz. Vor deinem Wehrdienst mußte man sich bei seiner Gewerkschaft zum Wehrdienst abmeldenund wurde als ruhendes Mitglied weitergeführt. Wenn der Dienst beendet war ,lief deine Mitgliedschaft automatisch weiter.
mfg Jan

Hallo Jan,

ja und doch wieder nein! Die Mitgliedschaft ruhte nur dann, wenn man vorher in der Gewerschaft Mitglied war. Für einen Offiziersbewerber, welcher nach dem Abitur eine Offiziershochschule besuchte galt diese Regelung natürlich nicht! Ansonsten galt das Dienstverhältnis für GWD- Leistende genauso wie für Berufssoldaten!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#68

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 20:51
von elster427 | 789 Beiträge

Entschuldige,du hast natürlich Recht. Mitgliedschaft ruhte wenn man Mitglied war. Man mußte natürlich erst eine Lehrstelle haben um Gewerkschaftsmitglied zu werden. EOS Schüler konnten dies natürlich nicht.
Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
zuletzt bearbeitet 30.09.2013 20:56 | nach oben springen

#69

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 21:22
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #60
Bei einer Führung auf der Güst Mbn/A. wurde durch die Führerin behauptet das hier ein Intershop nur für die hier arbeitenden Kontrolleure gab.
Auf meine Bemerkung hin, das ein solcher Laden hier nicht existierte erklärte sie ganz schnell daß das ein Delikat-Laden war.
Ich erhob Einspruch, auch eine solche Verkaufsstelle gab es nicht auf Marienborn. Das nächste "Ei" was diese Führerin los ließ, war das jeder Kontrolleur sofort bei Aufnahme dieser Tätigkeit 2000,- DDR Mark als Gehalt bekam

Naja, in diesen Stil ging es weiter. Bei neueren Führungen ist man jetzt vorsichtiger und macht solche extremen Aussagen nicht mehr. Lustig wird es bei der Erläuterung der Visaablagen. Ausländer, BRD und WB ist ja klar. Aber dann kommt der Schriftzug "Kairo". @KARNAK , @elster427
Da werden die wildesten Gerüchte in die Welt gesetzt. Ich muss mich immer am Anfang auf die Zunge beissen. Danach stelle ich meine Fragen, warum zB. wie behauptet, langhaarige Personen oder ehemalige DDR-Bürger unter die Kategorie "Kairo" fallen ? Die Antwort verblüfft mich jedesmal, man kenne ja schließlich diese Unterlagen

passport




@passport,

was bedeutet denn " Kairo"?


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#70

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 21:38
von passport | 2.639 Beiträge

Der Name sagt es eigentlich schon, KAIRO

Es handelt sich um eine operative Maßnahme zur Kontrolle und Überwachung von Bürger(Innen) arabischer Staaten und Israel die in Verdacht stehen Gewalt und Terrorakte gegen die DDR oder anderen sozial. Staaten zu unternehmen.
Dabei hatte der Schutz ausländindischer Missionen, insbesondere von arabischen Staaten, hohe Priorität.
Das erkennen dieses Personenkreises wurde durch umfangreiche operative Fahndungs- und -Kontrollmassnahmen innerhalb der Grenzpassage sichergestellt.

Das Erkennen Terroristen war damals schon hochaktuell, damals wie auch heute !

passport


Batrachos und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.10.2013 21:01 | nach oben springen

#71

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 22:57
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
wo ich im November 1989 nach Hamburg fuhr,
viel mir auf die A 24 dieses Schild auf,gleich dahinter stand
ein großer Turm,der sollte angeblich als Brandbeobachtungsturm gedient haben,
waren dort auch Beobachtungsposten der Grenzübergangsstelle?
Lutze



Wo hast Du denn das geträumt? Sie letzte Ausfahrt war Wittenburg. Da stand kein Turm. Zarrentin wurde erst Anfang 1990 für den allgemeinen Verkehr (wimre) eröffnet, war wohl vorher eine Aus- Auffahrt für die Mitarbeiter der Güst Zarrentin.

Ein Tür stand, wimre an der Ausfahrt der F/ B 321. die 321 war, glaube ich, Teil der Transitstrecke von Dänen, Schweden, etc.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#72

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.09.2013 23:07
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Hatten wir das Thema nicht gerade ?

Ich hatte da geschrieben:

Zitat
Moin,

ich auch nicht.

Ich hatte mal ein tolles Erlebnis, da gab es für "nichts" ´nen Anschiss und eine "Kontrolle" bei der Ausreise Transit, die hatte es aber in sich.

Vielleicht kann Passport oder Alfred oder ein damals Verantwortlicher etwas dazu sagen?

Doch der Reihe nach: Ich kam spät Abends/ Nachts an der Güst Horst an, Transit aus Berlin mit PKW.

So 50 m vor der Güst stand ein Posten, GT? Der wies wimre in die Spuren ein.

Unmittelbar vor dem Posten stand eine Ampel, die auf Rot stand, der Posten draußen vor dem Kabuff. Ich hatte nun die Frechheit, nicht am Haltestrich stehen zu bleiben sondern rollte bis direkt zum Posten heran.

Der Anschiss erfolgte sofort, ich weiß es noch wörtlich und das nach über 30 Jahren. "Ham Se die rote Ampel nich gesehn?" Ich: Doch, aber ich dachte, da hier ja nichts los ist (ich war das einzige Fzg dort) rolle ich gleich zu ihnen vor. Der Posten." Das ham Se aber nur gedacht. Fahrn Se mal da vor das Tor." (ca. 5 m rechts davor)

Nach ca. 30 min gab es die Pässe zurück mit der Anweisung der Spur. In der Zwischenzeit kamen 3 andere Fzge, der Posten stand fast nur vor seinem Kabuff, kam ab und zu die 5 Schritte bis zu meinem Auto heran, sah in die Heckscheibe, ging zurück. Ob telefoniert wurde konnte ich nicht sehen.

In der Güst dauerte es dann extrem lange, dass Fzg wurde sehr genau angesehen, ich wurde sehr genau angesehen. Schließlich gab es die Pässe zurück und ich durfte ausreisen.

1 h für einen Sch****, eigentlich für nichts. Klar, es war nicht korrekt aber genau das war immer der Punkt. Die Damen und Herren waren in meinen Augen überkorrekt. Mit etwas Augenmaß hätte man darüber hinweg sehen können da keine böse Absicht dahinter steckte. Ein Verhalten mit Augenmaß hätte viel zu Entspannung beitragen können. Es fehlte den Herrschaften die Eigenschaft: Mensch sein.

Ganz anders habe ich es in der Güst Zarrentin erlebt, ich führte einen Privattransport mit Anhänger im Transit nach Berlin durch. Hatte ´nen Warenbegleitschein dabei, in Gudow vom Zoll abgestempelt. Nach der Passkontrolle dann der Zoll, sehr nett, auch da weiß ich noch jedes Wort weil es eben völlig anders lief. Man konnte sich mit dem Zöllner unterhalten, er war nicht unterkühlt sondern Mensch.

Diese letzte Situation war wie die andere prägend und ist mir deshalb so im Gedächtnis geblieben. Auch im Transit LKW lief es entspannter, so mein Eindruck.

Das galt jedoch nicht für die Sheriff´s bei Kontrollen auf der Transitstrecke, die waren immer übergenau und Korinthenkackerisch. Hat denen ja auch viel Geld gebracht.

Wie Uwe oder auch RudiEK mal schrieb: Mensch bleiben. Das vermisste man und das führte zu der Angst, die manche hatten.

Mfg Berlin



Beitrag 2 dazu:

Zitat

Im allgemeinen bedeutet eine rote Ampel - Stop. Daran hat sich nun mal jeder Verkehrsteilnehmer, auch jetzt, daran zu halten. Ich glaube man wird heute mit Punkten und 4 Wochen Fahrverbot bestraft.



Sehe ich im Normalfall ganz genauso. Ich hatte auf dem Brenner und auch danach in Zarrentin nie wieder ein Problem.

Horst war klein, eng. Die rote Ampel machte erstens keinen Sinn, da alles frei. Zweitens, sie stand genau vor dem Posten, der Haltestrich war aber 5 m vor dem Posten. Gehalten habe ich, nur 4 m zu spät und dafür gab´s den Anpfiff.

Man hätte andere Worte wählen können und alles wäre gut. Ist ja nicht so das ich uneinsichtig wäre und war.

Du wirst mir sicher zustimmen, dass es einen Unterschied gibt, nach dem Motto:Wie sag´ ich´s meinem Kinde.........und wie wir hier festgestellt haben, kamen die bewaffneten Organe selten "gut weg".

Selbst Uwe gibt es zu das da nicht immer alles optimal lief.

Mfg Berlin



Edit: Beitrag 2:


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 30.09.2013 23:15 | nach oben springen

#73

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 09:05
von elster427 | 789 Beiträge

Morgen Berlin 3321,
wenn ich das so lese, nachts, vielleicht alleine und dein Auto hing hinten etwas runter, würde ich sagen , man wollte dich zu einer Verdachtskontrolle vorschlagen. Das schauen durch das Rückfenster geschah meist um abzuklären, ob dort Lüftungsschlitze oder der selben vorhanden waren.
Nach einer überprüfung bei der Abt. VIII/4 ( Beobachtung), wirst du wohl unterwegs nicht aufgefallen sein und durftes ausreisen.
So würde ich die Sache sehen. Das überfahren der Ampel wird der Kollege wohl als Nervosität angesehen haben.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#74

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 09:51
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #30
es gab doch diese Schilder,
letzte Abfahrt für DDR-Bürger,
eine Frage hab ich dazu,wenn ein DDR-Fahrzeug weiterfuhr,
war man dann schon ein Republikflüchtling?,
waren an diesen Stellen schon Vorposten einer Grenzübergangsstelle?
Lutze

Das ist oft genug passiert.Besonders wenn der DDR-Bürger bei starkem Verkehr auf der linken Seite fuhr und mit seinem Trabbi keine Chance hatte die Spur zu wechseln.Er landete dann im Bereicht DPIII,Vorkontrolle Ausreise.Das ganze wurde dann abgehandelt als Verstoß Grenzordnung.Natürlich hat man sich schon dafür interessiert ob die Leute irgendwelche Dokumente oder ähnliches mithaben.Hinweise eben auf eine eventuell geplante Flucht.Rein rechtlich waren die Leute auch vorläufig festgenommen,aber man hat ihnen das so gar nicht mitgeteilt,also ich zumindest nicht.Es gab an diesem Dienstposten eine Wendemöglichkeit,dort wurden die Fahrzeuge zurückgeschickt.Das Problem an der Sache war nur,wurde die Sache exakt abgewickelt gingen auch entsprechende Fernschreiben ab.Unter anderem an die zuständige Kreisdienststelle.Was mit Sicherheit bedeutete dort wurde zu der Person ein entsprechender Aktenvermerk gemacht,der sich bei einer Jahre später durchgeführten Überprüfung nicht unbedingt positiv ausgewirkt haben dürfte.Mir hat der Gedanke damals nicht gefallen,einigen meiner "Kollegen"auch nicht.Außerdem bedeutete die exakte Abhandlung ein Haufen Papierkram,sprich Arbeit.Die ganze Sache musste immer auch über den Kommandanten der Güst,das war ein höherer Offizier der GT,abgehandelt und abgestimmt werden.War das einer der die Dinge nicht so verkniffen sah,auch dort gab es solche und solche,hat man sich mit ihm abgestimmt und die Leute einfach zurück geschickt,in dem Fall ohne den"großen Dienstweg.Man hatte weniger Arbeit und das gute Gefühl,die Leute bekommen keinen Aktenvermerk,wenn die Sache des Verfahrens eindeutig war.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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zuletzt bearbeitet 01.10.2013 09:52 | nach oben springen

#75

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 09:56
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #31
Die PKE waren in den achtzigern durchaus "korrekt", allerdings merkwürdig von oben herab und unherzlich bis gefühlskalt.

Dann reise doch mal in die USA ein,mal sehen was Du dann für einen Eindruck hast.


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#76

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 10:12
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #75
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #31
Die PKE waren in den achtzigern durchaus "korrekt", allerdings merkwürdig von oben herab und unherzlich bis gefühlskalt.

Dann reise doch mal in die USA ein,mal sehen was Du dann für einen Eindruck hast.

Hallo KARNAK,

ich denke mal, an jeder Grenze kann man in Situationen geraten, die die Stimmung umschlagen lassen. Auch bei der Einreise in Kanada erlebte ich ein "Umschalten" der Beamten, als wir auf die Frage nach unseren Vorhaben im Urlaub zunächst mit den Schultern zuckten und offen sagten: Ausruhen, Wandern, Kajak fahren oder Rad fahren mal sehen. Dass wir auch noch "zugaben", kein Auto fahren zu wollen, ließ uns augenscheinlich durch alle Raster fallen. Die Stimmung wurde dienstlicher, die Fragen präziser und es dauerte. Dem guten Englisch meiner Lebensraumteilerin verdanken wir, dass wir recht schnell aus dem Sumpf des Verdachts, illegal einreisen und uns einen Job suchen zu wollen, heraus kamen.

Ich denke, dass viele nachträglich über die Grenzübergangsstellen geäußerte Meinungen eher aus der speziellen Wahrnehmung von Zeit und Umfeld kamen, als aus dem unmittelbaren eigenen Erleben. Es kommt ja auch immer wieder in den Filmbeiträgen: "Schon als wir an diese Grenzanlagen heranfuhren ...", "Unser Vater sagte uns, dass wir nun ganz ruhig zu sein hatten ..." etc. ... Mythen, wie die vielen Sachsen an den Grenzübergangsstellen und die "Gänsefleischfrage" trugen auch nicht sonderlich zur Objektivierung des Bildes bei.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Damals87 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.10.2013 10:13 | nach oben springen

#77

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 10:25
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #54
Wie wurde man denn PKE und was hatte man für Privilegien? Gab es Zuschläge? Forum-Schecks oder so? Konnte man auch wieder weg, "normalen" Stasi-Dienst machen? Hätte man z.B. trotz Scheidung PKE bleiben können oder war man dann unzuverlässig?

Im Bereich der BV Potsdam gab es für die Güst Drewitz ein Synonym "Die Galeere".Wirklich freiwillig wollte dort keiner hin,also zumindest wenn er die ganzen Umstände kannte den der Dienst dort mit sich brachte.Und das Mfs hatte über die Jahre mit dem Personalbedarf der Güsten ein riesen Problem .Der Reiseverkehr stieg ständig an,besonders nach dem Transitabkommen.Die DDR bekam für die Abwicklung des Reiseverkehrs nicht unerhebliche Zahlungen in Devisen von der BRD und die hatte natürlich dann auch entsprechende Forderungen,die bei den regelmäßigen Tagungen der Transit Kommission auch eingefordert wurden.Es wurde immer schwieriger genügend Personal für die Abt.VI zu bekommen und so hat man sich einiges einfallen lassen.Operative Abteilungen bekamen die Auflage so und so viele Mitarbeiter für die VI zu werben.Erfüllten sie die"Quote"nicht,mussten sie Mitarbeiter aus der Abteilung an die VI abgeben.Da keiner auf die "Galeere " wollte hat man sich schon Mühe gegeben.Das alles hatte etwas von Werben von Landsknechten.Auch ich bin letztlich so dort gelandet.Die zweite Variante,die Söhne von Angehörigen des Mfs haben an den Güsten im Prinzip ihren Wehrdienst abgeleistet und sind im Anschluss mit Einfluss des Papa wieder auf"angenehmere Posten verschwunden.
Wie auch immer,eines kann man glauben,der Dienst an einer Güst war für die Passkontrolleure kein Zuckerschlecken,es war eine "Knochenmühle"


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
elster427, Rainman2, eisenringtheo, Feliks D. und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.10.2013 10:32 | nach oben springen

#78

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 11:19
von Alfred | 6.850 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #77
[quote=Harzwanderer|p292410].Da keiner auf die "Galeere " wollte hat man sich schon Mühe gegeben.Das alles hatte etwas von Werben von Landsknechten.Auch ich bin letztlich so dort gelandet.Die zweite Variante,die Söhne von Angehörigen des Mfs haben an den Güsten im Prinzip ihren Wehrdienst abgeleistet und sind im Anschluss mit Einfluss des Papa wieder auf"angenehmere Posten verschwunden.
Wie auch immer,eines kann man glauben,der Dienst an einer Güst war für die Passkontrolleure kein Zuckerschlecken,es war eine "Knochenmühle"



Ja, nur die Leute der VI haben gearbeitet. Die anderen Diensteinheiten des MfS lagen den ganzen Tag auf dem Beutel und haben sich ausgeruht. Ein Glück, dass das MfS Karnak hatte.


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 11:20
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von KARNAK im Beitrag #75
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #31
Die PKE waren in den achtzigern durchaus "korrekt", allerdings merkwürdig von oben herab und unherzlich bis gefühlskalt.

Dann reise doch mal in die USA ein,mal sehen was Du dann für einen Eindruck hast.


Bei meiner ersten Einreise in die USA kam ich auch ganz schön ins . Auf das Prozedere hatte ich mich zwar mental eingestellt, aber es kam doch schlimmer als gedacht und vermutet - das Frage- und Antwortspiel wollte und wollte kein Ende nehmen. Letztendlich haute der Kontrollierende mit der Bemerkung "damned sauerkraut" dann doch den Sichtvermerk in den Pass. Beim nächstem Mal ging es denn schon etwas einfacher über die Bühne.

Vierkrug


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#80

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.10.2013 12:09
von elster427 | 789 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #78
Zitat von KARNAK im Beitrag #77
[quote=Harzwanderer|p292410].Da keiner auf die "Galeere " wollte hat man sich schon Mühe gegeben.Das alles hatte etwas von Werben von Landsknechten.Auch ich bin letztlich so dort gelandet.Die zweite Variante,die Söhne von Angehörigen des Mfs haben an den Güsten im Prinzip ihren Wehrdienst abgeleistet und sind im Anschluss mit Einfluss des Papa wieder auf"angenehmere Posten verschwunden.
Wie auch immer,eines kann man glauben,der Dienst an einer Güst war für die Passkontrolleure kein Zuckerschlecken,es war eine "Knochenmühle"



Ja, nur die Leute der VI haben gearbeitet. Die anderen Diensteinheiten des MfS lagen den ganzen Tag auf dem Beutel und haben sich ausgeruht. Ein Glück, dass das MfS Karnak hatte.


Das waren wir auch, sonst hätten wir am Tage nichts zu lachen gehabt.
Aber mal Spass bei Seite, es gab Zeiten ,da wurden bei Verkehrshöhepunkten ,die Leute von der VI durch Mitarbeiter der BV in der Abfertigung unterstützt.und die Leute von der PKE entlastet. Diese Maßnahme wurde dann gestrichen. Wenn es um die VI ging, sind alle soschnell wie möglich verschwunden.. Nach dem Motto Nur nicht ich!!!!
mfg Jan


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