#1

Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 18:46
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Kurz nach der Wende habe ich mal in Neu Zittau bei Gosen, also östlich von Berlin, einen noch sehr gut erhaltenen Übungsplatz besucht, auf dem -ziemlich versteckt an einem Wald- ein originales Stück Grenze aufgebaut war, ich meine sogar mit Wachturm. Das war die entfernteste Ecke in dem Gelände nordöstlich der Schleuse. Von einer benachbarten Landstraße sah es eher wie ein militärischer Fahrschulplatz o.ä. aus. Ich glaube, es standen auch ein paar alte T-34 drauf. Es gab auch ein paar Häuserkampfgebäude mit Tunnel und einen Kleinkaliberschießplatz mit einem Stadtmodell, auf das man aus so einer Art Hubschrauberkanzel zielen konnte. Das ist dann alles ziemlich schnell abgebaut worden. Ich habe es aber selber noch gesehen.

Da Gosen ein ziemliches Stasi-Nest (u.a. HVA-Hochschule) war, hat der genannte Platz vermutlich irgendwie zum MfS gehört. Vielleicht um auch Tschekisten dran auszubilden oder um sie an der Grenze auf die Probe zu stellen, ob sie abhauen? Gehörten solche Tests normalerweise zum Programm?

Lageplan:
http://wikimapia.org/21231110/de/Ehemaliger-Truppenübungsplatz-der-Grenztruppen-der-DDR


Wo gab es denn noch Übungsplätze mit der Mauer oder der Zaungrenze?


Habe gerade noch was zu "meinem" Ort gefunden. Es ging um die Tunnelfluchten in der Bernauer Straße und wie die DDR eine Wiederholung verhindern wollte:

Zitat
Künftig müsse nicht nur "modernste Technik" gegen Tunnelbauer eingesetzt werden, mahnte Honecker, "hinsichtlich der spezifischen Besonderheiten der Sicherung der Staatsgrenze in einer Großstadt" sei auch ein geeigneter Übungsplatz erforderlich. Der wurde zwischen Wernsdorf und Neu-Zittau südöstlich von Berlin eingerichtet - eine der makabersten Manöverzonen der DDR.

In einem 160 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet wurde eine Strecke von 1,8 Kilometern Beton aufgeschichtet: eine Kopie der Bernauer Straße, von der aus "Tunnel 57" gebohrt worden war, samt Grenzsperren, Erdbunkern und Todesstreifen mit allem Drum und Dran. Dort wurden fortan Grenzverletzungen und deren Bekämpfung simuliert. "Geschossen", erinnert sich Neu-Zittaus heutiger Bürgermeister Hartmut Wolter, "wurde Tag und Nacht."

Nach der Wende inspizierte Wolter das Geheimgelände, einige Ertüchtigungssprüche waren erhalten blieben. Auf einer Schießbahn las Wolter die Parole: "Treffen mit dem ersten Schuß". *HINWEIS: Ende



Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13488224.html

und noch was dazu:


Zitat
„Lehrgrenzen“ mit Grenzmauerelementen „für publikumswirksame und provokationsgefährdete Abschnitte insbesondere im GR 33, 35, 34“ – das waren die im Zentrum Berlins stationierten Regimenter – gab es etwa in Neu-Zittau und Germendorf. Standfestigkeit und Gestalt von Sperrelementen wurden hier ebenso wie die „beste“ und „effektivste“ Abfolge von Sperren getestet. Mitunter griff der Minister für Nationale Verteidigung persönlich in „Gestaltungsfragen“ der Grenzanlagen ein.

Zu einer Vorführung von Grenzstreifenvarianten auf dem Übungsplatz Streganz im Januar 1965 wurden seine Anregungen festgehalten:

„Postenhaus, Rundblickturm, Signalzaun und Führungsbunker sind zweckmäßig. Man sollte noch mehr Betonfertigteile verwenden. Flächensperren sind wirksam aber sehr materialintensiv und arbeitsaufwendig. Mauer und Grenzzaun sind sehr kulturvoll. Mauer gefällt sehr, besonders durch die aufgesetzten Kanalisationselemente. Überwindung durch einzelne Personen nicht möglich, aber mit Unterstützung von Zweiten oder anderen Hilfsmitteln nur schwer möglich. Grenzzaun zweckmäßig (Rostschutzmittel).“

Des Weiteren machte der Minister u.a. folgende Vorschläge:

„Den um Mustergrenzabschnitt stehenden Rundblickturm zum Schießplatz umsetzen, um das Schießen vom Turm aus zu üben. Versetzen der Mauerabschnitte von der Mustergrenze zum Schießplatz, um den Soldaten die vertikale Feuerführung auf die Mauer anzuerziehen. (Wirklichkeitsnahe Ausbildung).“

Den Truppenübungsplätzen kam somit eine enorme Bedeutung für die militärische Ausbildung zu. Gerade für die Kampfausbildung der Grenzsoldaten waren sie von großer Wichtigkeit, und so wurde der Bestand des Übungsgeländes in Neu Zittau im Juli 1972 folgendermaßen aufgelistet:

- Infanterieschießgarten
- Artillerieschießgarten
- Artilleriefeuerdienstgarten
- Lehrgrenzabschnitt
- Sturmbahn, Sportanlagen
- Ausbildungsplatz für den Schutz vor Flamm- und Brandmitteln
- Ausbildungsplatz für Panzernahbekämpfung
- Schießstand Schützenwaffen (1972 fertiggestellt)
- Handgranatenwurfstand

Zur Erweiterung des Geländes und der Übungsanlagen waren für die Zeit zwischen 1974 und 1980 weitere Elemente vorgesehen:

- Platz Hinterhalt und Überfall mit Häuserkampfelementen
- Platz Brandmittelschutzausbildung
- Platz Panzernahbekämpfung
- Platz Grenzdienstausbildung
- Zugstützpunkt Mot-Schützen
- Aufklärungsgefechtsdienstplatz
- Platz Schutzausbildung
- Kreistrainingsanlage
- Gefechtsdienstplatz
- Platz Handgranatenwerfen

So muss auffallen, dass offensichtlich die Ausbildungsanlage für den eigentlichen Grenzdienst nachrangig ausgebaut wurde gegenüber denjenigen Anlagen, die zur Ausbildung für eine Kampfführung in der Großstadt erforderlich waren.



Quelle: http://www.mauergeschichte.de/index.php?id=7&items=44


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zuletzt bearbeitet 28.09.2013 19:24 | nach oben springen

#2

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 18:52
von Hansteiner | 1.410 Beiträge

Hallo Harzwanderer,
US-Nordhausen, Übungsgelände Petersdorf hatte eine Übungsgrenze.
Hier kam es sogar zu einer Festnahme beim " versuchten Grenzdurchbruch DDR-BRD", wurde erzählt.

H.



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#3

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:18
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #2
Hallo Harzwanderer,
US-Nordhausen, Übungsgelände Petersdorf hatte eine Übungsgrenze.
Hier kam es sogar zu einer Festnahme beim " versuchten Grenzdurchbruch DDR-BRD", wurde erzählt.

H.


Soll laut Gerüchten auch an anderen passiert sein

Kam sicher einmal vor . Dann wurde es zum Selbstläufer


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#4

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:26
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

An der völlig versteckten Stelle im Wald hätte doch wirklich niemand die Mauer vermutet. Das war wohl nur eine nette Anekdote. Umgekehrt mag es anders sein. Wenn man einen neuen Grenzer dort bei Nacht und Nebel im W50 hinfährt und sagt, der Wald gehört schon zu West-Berlin, hätte der es vermutlich geglaubt. Die Grenze war absolut komplett und original nachgebaut. Das hintere Stück lag einsam an einer Senke, dass die Mauer nur ein L-förmiges Stückchen war, sah man nicht.


zuletzt bearbeitet 28.09.2013 19:38 | nach oben springen

#5

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:34
von Ex-Huf (gelöscht)
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Im GAR-5 auf dem GAP nahe der Kreisstraße mit der Eiche in der Mitte gab es zu meiner Zeit eine Übungsgrenze, die die Situation an der "grünen" Grenze simulieren sollte.

VG Ex-Huf


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#6

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:36
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Die Grenztruppen hatten im Ernstfall einen klaren Kampfauftrag, aushalten, bis reguläre Truppen eintreffen. Wir haben einmal im Ausbildungshalbjahr eine Übung dazu gehabt, mit unserer Technik und Struktur waren wir ein kleines Mot.- Schützen Regiment mit allem, was dazu gehört. Und Häuserkampfausbildung angesichts von Berlin erklärt sich von selbst.
Übungsgrenzen hatten wir natürlich auch.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#7

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:45
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Wo waren denn Eure?


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#8

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:47
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

das weiß ich leider nicht mehr genau, wir hatten mehrere Übungsplätze, außerdem hatten wir mehr technische Ausbildung mit unseren SPW- Fahrern


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#9

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 19:54
von Schramm | 34 Beiträge

An das Übungs gelände in Neu Zittau kann ich mich auchnoch erinnern.
und alte T34 standen auch dort !



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#10

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 20:06
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #7
Wo waren denn Eure?

Auf'm Friedberg bei Suhl, heute geht die A73 knapp dran vorbei.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#11

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 20:12
von Hansteiner | 1.410 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #3
Zitat von Hansteiner im Beitrag #2
Hallo Harzwanderer,
US-Nordhausen, Übungsgelände Petersdorf hatte eine Übungsgrenze.
Hier kam es sogar zu einer Festnahme beim " versuchten Grenzdurchbruch DDR-BRD", wurde erzählt.

H.


Soll laut Gerüchten auch an anderen passiert sein

Kam sicher einmal vor . Dann wurde es zum Selbstläufer


Pitti53, ich möchte dich mal daran erinnern wo Nordhausen überhaupt liegt. Vom Übungsgelände in Petersdorf zur Staatsgrenze West waren es nur 10 km Luftlinie ! In Sangerhausen stieg die Trapo ein und führte eine Personenkontrolle durch. Die damalige F80 durch NDH führte direkt zur Grenze.NDH war Grenzkreis in der DDR.
Mir sind noch mehr VK bekannt zu diesen Thema. Die meisten "GV" wurden noch im eigenen HL von anderen Kräften gestellt !
Die fehlende Ortskenntnis vieler war unser großer Vorteil, sonst hätten die uns die "Bude" eingerannt. Und da können schon mal einige Sachen schieflaufen.

H. Nachtrag: DieTrapo stieg in Züge der DR nach Arenshausen



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zuletzt bearbeitet 28.09.2013 20:14 | nach oben springen

#12

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 20:26
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #11
Zitat von Pitti53 im Beitrag #3
Zitat von Hansteiner im Beitrag #2
Hallo Harzwanderer,
US-Nordhausen, Übungsgelände Petersdorf hatte eine Übungsgrenze.
Hier kam es sogar zu einer Festnahme beim " versuchten Grenzdurchbruch DDR-BRD", wurde erzählt.

H.


Soll laut Gerüchten auch an anderen passiert sein

Kam sicher einmal vor . Dann wurde es zum Selbstläufer


Pitti53, ich möchte dich mal daran erinnern wo Nordhausen überhaupt liegt. Vom Übungsgelände in Petersdorf zur Staatsgrenze West waren es nur 10 km Luftlinie ! In Sangerhausen stieg die Trapo ein und führte eine Personenkontrolle durch. Die damalige F80 durch NDH führte direkt zur Grenze.NDH war Grenzkreis in der DDR.
Mir sind noch mehr VK bekannt zu diesen Thema. Die meisten "GV" wurden noch im eigenen HL von anderen Kräften gestellt !
Die fehlende Ortskenntnis vieler war unser großer Vorteil, sonst hätten die uns die "Bude" eingerannt. Und da können schon mal einige Sachen schieflaufen.

H. Nachtrag: DieTrapo stieg in Züge der DR nach Arenshausen


Grün:. Etwa ein Jahr nach meiner Grenzzeit dachten mal ein paar von der Trapo auf dem Bahnhof Nordhausen, daß sie mit mir einen GV festnehmen könnten. Mitten in der Nacht, allein, Lederoljacke und Jeans, Rucksack und dann vor ihren Augen eine Landkarte aufgefaltet und dabei genüßlich mein Brötchen kauend. Na, wenn das nicht nach GV riecht. Ich galube, vor längerer Zeit habe ich mal dazu berichtet. Ich muß sagen, daß ich die Trapo damals mit Absicht provoziert und aus der Reserve gelockt habe. Als alter Grenzer wußte ich ja, was die bei so einem Individuum denken. War mir sozusagen ein "Innerer Parteitag" und ich habe tüchtig in mich hinein gegrinst.
Ach ja, das muß 1969/70 gewesen sein.



Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.09.2013 20:28 | nach oben springen

#13

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 20:48
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Wieweit hast Du es getrieben und wie hat sich die Sache dann wieder aufgeklärt?
Wenn ein Freund von mir aus (Ost-)Berlin abends nach Wernigerode in den Harz zurück gefahren ist (DR), ist er ab Halberstadt fast immer streng kontrolliert worden. Es ging wohl manchmal schon in Magdeburg los, dann in den Zügen und immer wieder. Dabei wohnte der in Wernigerode und sah nicht nach Flucht aus. Kein Gepäck oder so.


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zuletzt bearbeitet 28.09.2013 20:52 | nach oben springen

#14

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 21:07
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1
...
.... Ich habe es aber selber noch gesehen.

Da Gosen ein ziemliches Stasi-Nest (u.a. HVA-Hochschule) war, hat der genannte Platz vermutlich irgendwie zum MfS gehört. Vielleicht um auch Tschekisten dran auszubilden oder um sie an der Grenze auf die Probe zu stellen, ob sie abhauen? Gehörten solche Tests normalerweise zum Programm?

...

....



Ja - unbedingt. Wer nach 24h nicht abgehauen war wurde dann genommen - egal für was.


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#15

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 21:22
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #13
Wieweit hast Du es getrieben und wie hat sich die Sache dann wieder aufgeklärt?
Wenn ein Freund von mir aus (Ost-)Berlin abends nach Wernigerode in den Harz zurück gefahren ist (DR), ist er ab Halberstadt fast immer streng kontrolliert worden. Es ging wohl manchmal schon in Magdeburg los, dann in den Zügen und immer wieder. Dabei wohnte der in Wernigerode und sah nicht nach Flucht aus. Kein Gepäck oder so.


Grün: Gut, dann will ich die ganze Geschichte hier noch mal zum Besten geben.
1969 trat ich der Hobbygruppe "Geologie und Mineralogie" im Kulturbund in Erfurt bei. Für jüngere Hobbygeologen war in dieser Zeit in Neustadt im Harz eine Wochenendtagung mit Exkursionen organisiert. Ich hatte mich gemeldet und erhielt als Ormig-Abzug die Einladung und das Programm. Dazu mußte ich an einem Freitag Abend dort anreisen, denn Sonnabend ging es gleich los. Mit dem Zug bin ich von EF nach NDH, natürlich leicht schofelig bekleidet, wie schon geschrieben. Als Hobbygeologen rammelt man ja in alten Steinbrüchen und ähnlichen dreckigen Stellen herum. Durch meine Dusseligkeit hatte ich den Anschlußzug, die Harzquerbahn (Kleinspurbahn) verpasst und mußte auf den ersten Zug am nächsten Morgen warten. Irgendwann machte die Mitropa zu und ich saß nun in der Bahnhofshalle rum. Da bemerkte ich drei Uniformierte von der Trapo und daß sie zu mir rüberschauten. Wie oben schon geschrieben, wußte ich, was die denken. Da ich ein bischen so veranlagt bin und zu 100% wußte, daß die mir eigentlich gar nichts anhaben können, habe ich eben diese kleine Provokation gestartet. Ich holte mein Brötchen raus und faltete eine Landkarte auf. "Wo wollen wir denn hin ?" war keine Minute später die Frage. Ich kaute weiter und erzählte ihnen von der Veranstaltung in Neustadt und daß ich den Zug verpasst hatte und kaute dabei weiterhin seelenruhig auf meinem Brötchen. "Hm !" kam dann nur und sie gingen wieder weg. Dauerte nicht lange und sie kamen wieder. Ob ich das irgendwie belegen kann, was ich ihnen erzählt hatte. Ich holte meine Ormig-Einladung raus und gab sie ihnen zum Lesen. Wieder "Hm !". Sie gingen wieder, aber sie ließen mich bis zur Abfahrt des Frühzuges nicht mehr aus den Augen. Pech für sie. Nichts war mit Belobigung ! Ich weiß, für den Fall, daß sie mir ernsthafte Scherereien gemacht hätten, von wegen auf die Wache nehmen und verhören, wäre ich recht krepelig geworden, denn ich wußte, daß ich eben hier 100%ig auf der sicheren Seite war. Vieleicht hätten sie mich dann noch mit dem Dienstwagen nach Neustadt gefahren.



Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.09.2013 21:24 | nach oben springen

#16

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 21:56
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Im Pöllwitzer Wald, in der Nähe von Wellsdorf war so eine Übungsgrenze aufgebaut.Fast der ganze Wald war bis 1990 Armee-Sperrgebiet. Danach konnte jeder dort rein. wir waren da auch zum Pilzesuchen. Wir haben ganz schön gestaunt, als da Wachtürme, Kfz-Sperrgraben und Zäune waren. Wer in Plauen stationiert war, der kennt mit Sicherheit das Übungsgelände im Pöllwitzer Wald.



zuletzt bearbeitet 28.09.2013 22:29 | nach oben springen

#17

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 22:28
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Die Reste der o.g. Übungsgrenze sind bei Google auf der Satellitenansicht noch sehr gut zu erkennen. Auf 10 Uhr von Wellsdorf aus gesehen im Wald.



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#18

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 22:38
von Greso | 2.377 Beiträge

Wir wurden im März 1966 nach Marienborn zur Grenzsicherung gebracht.Im nachhinein,wurde uns geflüsstert,es sei eine Scheingrenze gewesen.
Greso


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#19

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 22:40
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #13
Wieweit hast Du es getrieben und wie hat sich die Sache dann wieder aufgeklärt?
Wenn ein Freund von mir aus (Ost-)Berlin abends nach Wernigerode in den Harz zurück gefahren ist (DR), ist er ab Halberstadt fast immer streng kontrolliert worden. Es ging wohl manchmal schon in Magdeburg los, dann in den Zügen und immer wieder. Dabei wohnte der in Wernigerode und sah nicht nach Flucht aus. Kein Gepäck oder so.



grün----Kann ich so bestätigen,bin zwei Jahre alle 14Tage -- Wochenende von Warnemünde in den Harz gefahren.Meistens Nachts,da war schon Kontrolle der Personalien ab Magdeburg angesagt. Aber das fand Nachts statt,am Tage selten.


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#20

RE: Übungsgrenzen, wo gab es sie?

in Grenztruppen der DDR 28.09.2013 23:45
von suentaler | 1.923 Beiträge

Weitere Lehrgrenzen gab es in
- Germendorf / Oranienburg
- Groß-Glienicke (erst ab 1987)
- OHS in Suhl


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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