#81

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 20.09.2013 21:41
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #79
Mit 17 Mio. von Dir hätten wir eine echte Alternative werden können.


Tja, aber man wollte mich ja nicht Und viele andere auch nicht.

Und mit der hier öffentlich geäußerten Meinung, das Menschen wie ich am Untergang der DDR schuld sein sollen, kann ich auch leben.

LG von der grenzgaengerin


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#82

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 20.09.2013 22:14
von Lutze | 8.039 Beiträge

über dieses Thema muß ich viele Jahre zurückdenken,
gerade als Jugendlicher habe ich kein Blatt vor dem Mund
genommen,unser Lehrmeister war auch nicht gerade begeistert,
wie ich die sozialistische Entwicklung sehe,
für mich war die Solidarnosc ein sehr streitbares Thema,
er meinte,warum ist der Walesa nur im Ausland zu sehen,
er kann doch in Polen seinen Landsleuten sagen,wo er hinausmöchte,
ja toll hab ich ihn erwiedert,dann sperren sie ihn ein,
und so war es auch,
über seinen Friedensnobelpreis habe ich mich getreut,
es stimmt @ Grenzgängerin,Sympatie hatte ich mit meiner Meinung
von anderen Lehrlingen,
es stimmt auch,keiner hat den Mund aufgemacht,
wenn es um dieses Thema damals in der Berufsschule ging,
da stand ich alleine da
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#83

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 23.09.2013 11:25
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Etwas verspätet aber hoffentlich nicht zu spät auch einen Beitrag zum Thema von mir.
@grenzgaengerin nahm eine Äußerung von mir aus einem anderen Thread, nämlich 'spinnerte Bürgerrechtsbewegte' mit zum Anlass um diesen Thread zu eröffnen.
Vielleicht sollte ich notwendigerweise mal erklären wieso ich auf diese Bemerkung und/oder Einschätzung eines Teiles dieser Menschen gekommen bin.

Zu DDR Zeiten hatte ich durchaus Randberührungen zu einem Teil derer welche Heute als "Andersdenkende" bezeichnet werden.

Mein persönliches Leben, einen Teil habe ich hier im Forum verstreut durchaus dargelegt aber wichtige Punkte möchte ich in Kurzform nochmals Zusammenfassen.
Meine Eltern haben mich nicht im und zum blinden Glauben an und für die herrschende Ideologie in der DDR erzogen sondern durchaus zu einem Menschen der sich seine eigene Meinung erarbeitet und auch bewahrt hat, was nicht immer auf Zustimmung seiner Umwelt traf.

Es gibt keinen "Punkt" in meinem Leben an dem ich festmachen könnte das meine teilweise kritische, aber nicht ablehnende, Sicht auf die Verhältnisse dazu führte das ich in "andersdenkende Gegnerschaft" ging .....
Bis zur 10. Klasse gab es kaum Probleme in der Schule, auch fleißiger Pionier/FDLer gewesen; Zwecks der "gesellschaftlichen Arbeit" welche sich in Beurteilungen immer gut machte ......
Prekärer wurde es in der Berufsausbildung/Abi wo die Stabülererin bei mir eine sehr starke negativ-bürgerlich-westliche Einstellung erkannte. Vielleicht hatte ich ihre Aufforderung über bestimmte Themen zu diskutieren insofern falsch verstanden da ich dachte sie will meine und nicht eine offizielle, politisch genehme Meinung mit meinen Worten hören.
Massiver Ärger ........
Studium, auch aus Idealismus, so sehe ich es heute, und vielleicht weil es auch "dazugehörte" damit sein "Bekenntnis" zum Staat etc. abzugeben, Kandidat der Partei geworden und nach einem Jahr die Hürde der 'Aufnahme' geschafft ......
Während des Studiums, so das Gefühl, noch eine relativ freie und ungezwungene Diskussion auch über heikle Themen ......
Nach dem Studium geriet ich Arbeits- und Parteimäßig in eine Atmosphäre, welche; anders kann ich sie nicht bezeichnen; vom Geiste Stalin durchweht war.
Entsprechende Konflikte waren Vorprogrammiert, was sich unter anderem Arbeitsmäßig in einer Vielzahl von Aktennotizen über Gespräche und Disziplinarmaßnahmen in meiner Kaderakte wiederspiegelte, neben den 'üblichen' Parteierziehungsmaßnahmen .......
Ein Beispiel:
Nachdem die Partei Anfang der siebziger "Erkannte" das lange Haare bei Jugendlichen weder die Weltrevolution noch den Staat DDR in ihren Grundfesten erschüttern schnitt ich mir die Haare millimertkurz ........
Bereits Mitte der Siebziger waren sehr kurze Haare bei männlichen Personen ein untrügliches Zeichen das diese Person rechtes Gedankengut vertritt bzw. mindestens mit ihm sympathisiert ........
Also eine Entwicklung vom bürgerlich-negativen Element zum Rechten .......
Trotzdem hielt ich auch diese Vorhaltungen für die Verwirrung einzelner Personen, welche allerdings, mein Pech, die hoheitliche Bestimmung über mein berufliches und parteiliches Weiterkommen hatten.

Nach einem Wechsel aus dem 'Stalindunst' in den von Honecker wurde es nicht besser sondern nur subtiler ........
Es dauerte gut vier Jahre bis ich nicht nur "weichgekocht" war, sondern auch meines Berufes und jeglicher Perspektive beraubt, mit Schimpf und Schande aus Arbeit und Partei gejagt mit der Perspektive Arbeitslos = Asozial in der DDR stand.
Die sich mir wiederholt andienende helfende Hand; wir regeln das für sie wenn sie mit uns zusammenarbeiten; habe ich auch in dieser Situation dankend abgelehnt ......

Irgendwie bin ich ohne auszureisen wieder auf die Beine gekommen.
Kontakte zu Bürgerbewegten, jeglichen Couleurs hatte ich aber doch sehr konspirativ und zurückhaltend .......
Der "Staat" hat mir demonstriert, auch in meinem Umfeld, was mit "Andersdenkenden" passieren kann, da war das ganze Programm bei, bis zur Abschiebung.

Einige aus meinem Bekanntenkreis sind ausgereist ......
Und da komme ich zu dem Zwiespalt der mich betrifft. Es waren in der Erinnerung nicht unbedingt Leute welche im Lande etwas verändern wollten und damit an Mauern stießen, sondern sie kamen mit sich selbst und ihrem Leben nicht zurecht und waren der irrigen Meinung das sich ihre ureigenen Probleme in einer anderen Gesellschaft in Wohlgefallen auflösen würden ......
Ein anderer Teil driftete in Richtungen wie 'New Age', Esoterik, Theosopie ab oder hing den Idealen einer konsequent basisdemokratischen Form; keine Mehrheitsentscheidung, sondern wir diskutieren solange bis alle davon überzeugt sind, nach .....

Alle (fast) im letzten Abschnitt genannten hatte ich im Auge als ich den Begriff 'spinnerte' verwendete. Es ist eine persönliche Sache, halt aus eigenem Erleben und Erfahrungen ......

Was die Problematik der "Andersdenkenden" im allgemeine oder grundsätzlich betrifft.
Viel zu schnell war man, sprich die vermeintlichen Entscheidungsträger des Staates, dabei diese in die Schublade der Gegner zu stecken.
Kritik wurde viel zu oft mit Gegnerschaft gleichgesetzt und entsprechend geandet.
Wobei ich hier ganz bewußt zwischen einer Kritik an bestehenden Verhältnissen und Verwerfungen und Gemeckere darüber am Frühstückstisch auf Arbeit oder Abends am Kneipentisch unterscheiden möchte.
Und selbst bei Kritik muß ich differenzieren ob die Kritik aus der konsequenten Ablehnung bestehender Verhältnisse heraus geäußert wurde oder in der Absicht bestehende Verhältnisse positiv zu verändern.
Da aber die "herrschende Partei" die einzig wahre Wahrheit gepachtet hatte betrachtete sie jegliche Kritik als Affront gegen sich und ahndete sie entsprechend.
Keine "Fehlerdiskussion", keine "Fraktionsbildung", in Zeiten des Bürgerkrieges in Russland was unter den damaligen konkreten Bedingungen eventuell berechtig war, wurde monolitisch und unverrückbar festgeschrieben für alle Zeiten und trieb kritische Geister entweder in die innere Emigration, Resignation und/oder außer Landes.

Ich gehe durchaus konform mit der Ansicht von St. Wolle welcher der Auffassung ist das die Ereignisse welche letztendlich den Umbruch im Herbst '89 herbeiführten, vorrangig von solchen Menschen vorangetrieben wurden welche zu dieser Zeit um die 40 Jahre waren.
Genau diese 40Jährigen hatten die Ideale und Vorstellungen eine Idee von 1968, nämlich die eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz für sich konserviert und versuchten sie mit 20jähriger Verspätung nochmal umzusetzen ......
.... und es ging wieder schief .......

Soweit meine Meinung dazu.

Ach so, ich betrachte mich für damals nicht unbedingt als "Andersdenkender", sondern eher als kritischen Geist mit eigener Meinung.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#84

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 23.09.2013 13:25
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
in welchen Kreisen der SED, der Behörden oder Staatsicherheit wurden denn wirtschaftspolitische ( damit sehr wichtige staatliche ) Fragen erörtert und diskutiert.

Ich denke z.B. an die Frage Grundmittel, also Investionen, in den Ausbau der Braunkohleverstromung und Brikettproduktion samt Transportkapazuzitäten

ODER

Investionen in die Effektivität der Fertigungsprozesse und Gebäude um damit den Stom- und Heizwärmebedarf je Industrieprodukt oder Wohnung zu senken?

Wer lieferte dazu Daten über Kosten, wer prüfte die, damit die Entscheidungen sachlich richtig wurden?



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#85

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 23.09.2013 13:46
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

In der SED- Kreisleitung gab es eine Abt. Wirtschaft, in der ich gearbeitet habe. Auch gab es eine Arbeitsgruppe Wissenschaft und Technik, deren Organisator ich auch war. Solche Themen, wie Du sie ansprichst wurden regelmäßig erörtert und politisch geführt. Daneben gab es beim Rat des Kreises entsprechende Abteilungen. Investitionsentscheidungen wurden in den Betriebs- oder Kombinatsleitungen getroffen, vorher aber in den Räten des Kreises (Kreisplankommission) und auch in den SED- Kreisleitungen vorgelegt und entschieden. Besondere Schwerkunktaufgaben standen unter strikter Kontrolle durch die jeweiligen Staatsorgane und die SED-Kreis- und Bezirksleitungen.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#86

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 23.09.2013 14:33
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #85
In der SED- Kreisleitung gab es eine Abt. Wirtschaft, in der ich gearbeitet habe. Auch gab es eine Arbeitsgruppe Wissenschaft und Technik, deren Organisator ich auch war. Solche Themen, wie Du sie ansprichst wurden regelmäßig erörtert und politisch geführt. Daneben gab es beim Rat des Kreises entsprechende Abteilungen. Investitionsentscheidungen wurden in den Betriebs- oder Kombinatsleitungen getroffen, vorher aber in den Räten des Kreises (Kreisplankommission) und auch in den SED- Kreisleitungen vorgelegt und entschieden. Besondere Schwerkunktaufgaben standen unter strikter Kontrolle durch die jeweiligen Staatsorgane und die SED-Kreis- und Bezirksleitungen.



wieviel Zeit ist vergangen, bis solche Entscheidungen diskutiert, getroffen und umgesetzt wurden ?
das würde mich mal interessieren.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#87

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 23.09.2013 14:48
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Das hing immer vom Umfang der Investition und dem jeweilgen Planungsaufwand ab. Auf jeden Fall hat es immer viel zu lange gedauert, das die Kapazitäten nie ausreichend zur Verfügung standen, insbesondere gab es die größten Engpässe immer in der Bauwirtschaft. Besondere Priorität hatten bei uns im Bezirk Dresden die Vorhaben auf dem Gebiet der Mikroelektronik, z.B. ZMD Dresden. Ich selbst habe miterlebt, wie bei uns die Fertigung von Hohlseide (für Dialysegeräte) umgesetzt wurde, was relativ schnell passierte, weil damit Importe abgelöst werden konnten.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#88

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 21.10.2013 22:06
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #85
In der SED- Kreisleitung gab es eine Abt. Wirtschaft, in der ich gearbeitet habe. Auch gab es eine Arbeitsgruppe Wissenschaft und Technik, deren Organisator ich auch war. Solche Themen, wie Du sie ansprichst wurden regelmäßig erörtert und politisch geführt. Daneben gab es beim Rat des Kreises entsprechende Abteilungen. Investitionsentscheidungen wurden in den Betriebs- oder Kombinatsleitungen getroffen, vorher aber in den Räten des Kreises (Kreisplankommission) und auch in den SED- Kreisleitungen vorgelegt und entschieden. Besondere Schwerkunktaufgaben standen unter strikter Kontrolle durch die jeweiligen Staatsorgane und die SED-Kreis- und Bezirksleitungen.



Soso,man lernt hier im Forum ja nie aus....

Buchempfehlung meinerseits....

1.)Handwoerterbuch der Wirtschaftswissenschadt (HdWW) hier findest Du auch die Unterstellungsmuster wer war wem direkt verantwortlich....


2.)Parteitreu,Plangem,Professionell "Generaldirektoren und das Prinzip der Einzelleitung"

Beitragsfrei zu gurgeln und als Gurgel Book lesbar

Gruessli BO


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#89

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 21.10.2013 22:22
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von SET800 im Beitrag #84
Hallo,
in welchen Kreisen der SED, der Behörden oder Staatsicherheit wurden denn wirtschaftspolitische ( damit sehr wichtige staatliche ) Fragen erörtert und diskutiert.

Ich denke z.B. an die Frage Grundmittel, also Investionen, in den Ausbau der Braunkohleverstromung und Brikettproduktion samt Transportkapazuzitäten

ODER

Investionen in die Effektivität der Fertigungsprozesse und Gebäude um damit den Stom- und Heizwärmebedarf je Industrieprodukt oder Wohnung zu senken?

Wer lieferte dazu Daten über Kosten, wer prüfte die, damit die Entscheidungen sachlich richtig wurden?



Nabend SET....

Alle Kombinate hatten Investabteilungen,alle hatten einen Bereich Oekonomie und alle hatten Hauptbuchhalter.....wobei der Hauptbuchhlter dem Finanzministerium unterstand....

Fuer Kombinatstypische in Ihren "Eigenheiten"gabs dann die Abteilungen Zweigtypische Ayusruestungen

Die Direktoren Wisschenschaft und Technik hatten die Vorgaben der Ministerien an die Generaldirektoren umzusetzen.

Beispiel.......

20 Betriebe eines Kombinates erarbeiten in Ihrem Hause einen Investplan um die Produktion von Produkt X demendsprechend zu steigern.
Sollte sich auch in DDR rechnen.

sagen wir mal Gesamtbedarf an Investitionen 200 Mill.DDR Mark
dvon Bau 40Mill DDR Mark
Anlagentechnik 160 Mill DDR Mark
davon Vakutamittel 62 Mill DDR Mark Verrechnungssatz 6.24 macht rund 1o Millionchen z.B Westmark

Nach 3/5 Jahren Planung und Stress,Valutamittel zusammengestrichen,jeder Betrieb bekommt ein bissle,aber die gesamte Linie steht meist nie oder Haeppchenweise.... Mach watt drauss!

Was uns nicht umbringt haertet uns ab....Vorwaerts immer rueckwaerts nimmer.....Willkommen in Absurdistan

Gruessli BO


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#90

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 21.10.2013 22:41
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #89
Zitat von SET800 im Beitrag #84
Hallo,
in welchen Kreisen der SED, der Behörden oder Staatsicherheit wurden denn wirtschaftspolitische ( damit sehr wichtige staatliche ) Fragen erörtert und diskutiert.

Ich denke z.B. an die Frage Grundmittel, also Investionen, in den Ausbau der Braunkohleverstromung und Brikettproduktion samt Transportkapazuzitäten

ODER

Investionen in die Effektivität der Fertigungsprozesse und Gebäude um damit den Stom- und Heizwärmebedarf je Industrieprodukt oder Wohnung zu senken?

Wer lieferte dazu Daten über Kosten, wer prüfte die, damit die Entscheidungen sachlich richtig wurden?



Nabend SET....

Alle Kombinate hatten Investabteilungen,alle hatten einen Bereich Oekonomie und alle hatten Hauptbuchhalter.....wobei der Hauptbuchhlter dem Finanzministerium unterstand....

Fuer Kombinatstypische in Ihren "Eigenheiten"gabs dann die Abteilungen Zweigtypische Ayusruestungen

Die Direktoren Wisschenschaft und Technik hatten die Vorgaben der Ministerien an die Generaldirektoren umzusetzen.

Beispiel.......

20 Betriebe eines Kombinates erarbeiten in Ihrem Hause einen Investplan um die Produktion von Produkt X demendsprechend zu steigern.
Sollte sich auch in DDR rechnen.

sagen wir mal Gesamtbedarf an Investitionen 200 Mill.DDR Mark
dvon Bau 40Mill DDR Mark
Anlagentechnik 160 Mill DDR Mark
davon Vakutamittel 62 Mill DDR Mark Verrechnungssatz 6.24 macht rund 1o Millionchen z.B Westmark

Nach 3/5 Jahren Planung und Stress,Valutamittel zusammengestrichen,jeder Betrieb bekommt ein bissle,aber die gesamte Linie steht meist nie oder Haeppchenweise.... Mach watt drauss!

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Gruessli BO

Grün: Da solche Gründe meist nicht als Entschuldigungen angesehen wurden, wurden kreative Lösungen gesucht und vielfach auch gefunden. Sozus. aus Sch... Bonbons machen. Nicht ohne Grund wird dem erfahrenen DDR-Bürger heute auch vom westlichen Nachbarn bescheinigt, sich vielfach selbst helfen zu können, wo erfahrene Altbundis das Telefon nehmen und auf den Service warten.










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#91

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 21.10.2013 22:46
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #90
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #89
Zitat von SET800 im Beitrag #84
Hallo,
in welchen Kreisen der SED, der Behörden oder Staatsicherheit wurden denn wirtschaftspolitische ( damit sehr wichtige staatliche ) Fragen erörtert und diskutiert.

Ich denke z.B. an die Frage Grundmittel, also Investionen, in den Ausbau der Braunkohleverstromung und Brikettproduktion samt Transportkapazuzitäten

ODER

Investionen in die Effektivität der Fertigungsprozesse und Gebäude um damit den Stom- und Heizwärmebedarf je Industrieprodukt oder Wohnung zu senken?

Wer lieferte dazu Daten über Kosten, wer prüfte die, damit die Entscheidungen sachlich richtig wurden?



Nabend SET....

Alle Kombinate hatten Investabteilungen,alle hatten einen Bereich Oekonomie und alle hatten Hauptbuchhalter.....wobei der Hauptbuchhlter dem Finanzministerium unterstand....

Fuer Kombinatstypische in Ihren "Eigenheiten"gabs dann die Abteilungen Zweigtypische Ayusruestungen

Die Direktoren Wisschenschaft und Technik hatten die Vorgaben der Ministerien an die Generaldirektoren umzusetzen.

Beispiel.......

20 Betriebe eines Kombinates erarbeiten in Ihrem Hause einen Investplan um die Produktion von Produkt X demendsprechend zu steigern.
Sollte sich auch in DDR rechnen.

sagen wir mal Gesamtbedarf an Investitionen 200 Mill.DDR Mark
dvon Bau 40Mill DDR Mark
Anlagentechnik 160 Mill DDR Mark
davon Vakutamittel 62 Mill DDR Mark Verrechnungssatz 6.24 macht rund 1o Millionchen z.B Westmark

Nach 3/5 Jahren Planung und Stress,Valutamittel zusammengestrichen,jeder Betrieb bekommt ein bissle,aber die gesamte Linie steht meist nie oder Haeppchenweise.... Mach watt drauss!

Was uns nicht umbringt haertet uns ab....Vorwaerts immer rueckwaerts nimmer.....Willkommen in Absurdistan

Gruessli BO

Grün: Da solche Gründe meist nicht als Entschuldigungen angesehen wurden, wurden kreative Lösungen gesucht und vielfach auch gefunden. Sozus. aus Sch... Bonbons machen. Nicht ohne Grund wird dem erfahrenen DDR-Bürger heute auch vom westlichen Nachbarn bescheinigt, sich vielfach selbst helfen zu können, wo erfahrene Altbundis das Telefon nehmen und auf den Service warten.


Das war sicher so(und viele Westmonteure und Serviceleute erkannten nach geraumer Zeit Ihre Ablagen fast nicht wieder)nur die Schlacht in der Oekonomie wird an der oekonomischen Front geschlagen und nicht in der SED Kreisleitung!

Sodann BO

Und damit wir nicht so weit vom eigentlichen Thema abweichen und wie schnell die "Karriere"eines Direktors zu Ende sein konnte inne DDR kommt nu!


Bilanzanteil in Megawattstunden Strom z.B 88MW Verbrauch im Dez, eines Jahres X 102....Besuch vom Energetiker des Rates des Kreises,was ist hier los,sie haben den Stromverbrauch um einige MW ueberzogen,das darf einer Stellungnahme vor der Kreisparteileitung.....

Jojo. so die Antwort des Direktors,wir wurden auch zu einigen Sonderschichten ...zur besseren Versorgung der Bevoelkerung verdonnert und somit werden wir Mehrverbrauch ausweisen muessen und nu hau ab Du Dummkopf,nee...er hat wohl Idiot gesagt.....

Schoenen Abend BO











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zuletzt bearbeitet 21.10.2013 22:52 | nach oben springen

#92

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 12:09
von grenzergold | 187 Beiträge

Alle Abnehmer (außer Bürger,Organisationen,und religiöse Gemeinschaften) wurden zur Energieplanung verpflichtet.Hier hatten sie monatliche Mengen und Spitzenleistungen zu beantragen. Wurde das Kontingent überschritten,nahm das Ministerium Kürzungen vor.Die Einhaltung war gesetzliche Pflicht.Energieinspektoren waren berechtigt,Stromkontingente in Betrieben zu sperren.Zur Durchsetzung der energiewirtschaftlichen Pflichten wurden Zwangsgelder und Ordnungsstrafen verhängt.

gg


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#93

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 13:45
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #5
Ich fragte warum dürfen nur Personen im Rentenalter und Invaliden in die BRD fahren?.




Hallo,
und wem war nicht klar, dir nicht als Fragesteller, daß es um die, oder gegen die, Abwerbung von qualifizierten Arbeitskräften ging, Menschen die für das Volk und den Staat der DDR im Lande benötigt wurden?



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#94

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 13:54
von Pit 59 | 10.152 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #93
[quote=turtle|p289793]Ich fragte warum dürfen nur Personen im Rentenalter und Invaliden in die BRD fahren?.




Hallo,
und wem war nicht klar, dir nicht als Fragesteller, daß es um die, oder gegen die, Abwerbung von qualifizierten Arbeitskräften ging, Menschen die für das Volk und den Staat der DDR im Lande benötigt wurden?[/quote]

Na dann muss man sich doch aber Fragen was für "Pfeifen" (Ich Eingeschlossen) übrig geblieben sind.Nach Deiner Aussage waren ja die benötigten nicht mehr da um das Schiff auf Kurs zu halten.


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#95

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 14:15
von thomas 48 | 3.569 Beiträge

Bolleronkel,
ich war ja in einer Blockpartei und habe keine Ahnung von euch.
Die Genossen haben sehr hohen Parteibeitrag bezahlt.
Du wirst viel Ahnung haben, wie viele Mitarbeiter hatte eine Kreisleitung gehabt? Wie viele Mitarbeiter hatte die SED insgesamt gehabt, was habt ihr verdient, von wem wurdet ihr bezahlt, von der Partei oder vom Staat?
Ich selber war Kassierer und Ordner und kenne die Beiträge, die Wohnung vom Kreissekretär und die Kreisleitung


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#96

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 14:20
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #36
[

Habe das wohl schon irgendwo hier mal niedergeschrieben.......
Deshalb nur nochmal Kurzform/Stichpunkte zu DDR-Bürgern "Andersdenkmensch":

Habe diese "Andersdenkmenschen" erlebt in HH als die Mauer fiel.

-Als Menschen,die sich wie Affen mit Bananen füttern liessen....

-Trabbis,mit heruntergekurbelten Fenstern zielgerichtet vor den Supermärkten parkend,in die man wie in Briefkästen,Schokolade und andere"Spenden" einwarf....

-Trabbis,die mit entsprechenden Plakaten und einsitzenden "DDR-Widerstandskämpfern" als Selbstanbieter vor den Geheimdiensten postierten...

- DDR-Bürger die mit Kind und Kegel sich mit betrügerischer Absicht Begrüssungsgeld erschleichen wollten....

-DDR-Bürger die anrückten und alles aus ihrer Familientraditon für ein Appel und Ei verscherbelten,Briefmarken,Silberbesteck,WKII-Alben von Familienangehörigen,Ess-und Kaffeservices,historische Bücher bis Meissener Porzellan....

-Aus den Parkbuchten der Freudenmeilen (St.Pauli,St.Georg) stöhnte es aus den Wartburgkombis in den Dialekten der befreiten Regionen,von sächsisch bis thüringisch.Knackige FDJ-lerinnen,die am 7.Oktober 89 noch irgendwo defilierend an irgendwelchen Ehrentribünen am 7.Oktober ihre unverbrüchliche Treue.....

-Na ja,dann noch der Kompaniechef mit seinem Polit,die den Aktenkoffer mit GVS u.ä.Unterlagen an den Mann bringen wollten und mussten....

-Die erste Welle von gescheiterten Existenzen aus der DDR,vorbestraft,arbeitsscheu und versoffen,die erstmal das Bild des Lebens von DDR-Bürgern,speziell und im allgemeinen,den überwiegend(DDR betreffend) unwissenden Bundesbürgern verklickerten.....

Ich lass es einfach mehr aufzulisten.

Hoffe,die "Andersdenkmenschen" unterstellen mir jetzt nicht ich wäre ein Ewiggestriger.
Habe lediglich zu einer bestimmten Klientel ehemaliger DDR-Bürger eine spezielle Sicht.
Menschen in anderen historischen Situationen hatten mehr Ehre im Leib.
Für die Leute,die den Staat DDR ehrlich reformieren wollten,waren dies Typen kontraproduktiv.

seaman





Da kann man mal sehen was 40Jahre DDR angerichtet haben.
Dumme , geldgeile, traditionslose, bananenfressende Verräter.


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#97

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 14:48
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #96
Zitat von seaman im Beitrag #36
[

Habe das wohl schon irgendwo hier mal niedergeschrieben.......
Deshalb nur nochmal Kurzform/Stichpunkte zu DDR-Bürgern "Andersdenkmensch":

Habe diese "Andersdenkmenschen" erlebt in HH als die Mauer fiel.

-Als Menschen,die sich wie Affen mit Bananen füttern liessen....

-Trabbis,mit heruntergekurbelten Fenstern zielgerichtet vor den Supermärkten parkend,in die man wie in Briefkästen,Schokolade und andere"Spenden" einwarf....

-Trabbis,die mit entsprechenden Plakaten und einsitzenden "DDR-Widerstandskämpfern" als Selbstanbieter vor den Geheimdiensten postierten...

- DDR-Bürger die mit Kind und Kegel sich mit betrügerischer Absicht Begrüssungsgeld erschleichen wollten....

-DDR-Bürger die anrückten und alles aus ihrer Familientraditon für ein Appel und Ei verscherbelten,Briefmarken,Silberbesteck,WKII-Alben von Familienangehörigen,Ess-und Kaffeservices,historische Bücher bis Meissener Porzellan....

-Aus den Parkbuchten der Freudenmeilen (St.Pauli,St.Georg) stöhnte es aus den Wartburgkombis in den Dialekten der befreiten Regionen,von sächsisch bis thüringisch.Knackige FDJ-lerinnen,die am 7.Oktober 89 noch irgendwo defilierend an irgendwelchen Ehrentribünen am 7.Oktober ihre unverbrüchliche Treue.....

-Na ja,dann noch der Kompaniechef mit seinem Polit,die den Aktenkoffer mit GVS u.ä.Unterlagen an den Mann bringen wollten und mussten....

-Die erste Welle von gescheiterten Existenzen aus der DDR,vorbestraft,arbeitsscheu und versoffen,die erstmal das Bild des Lebens von DDR-Bürgern,speziell und im allgemeinen,den überwiegend(DDR betreffend) unwissenden Bundesbürgern verklickerten.....

Ich lass es einfach mehr aufzulisten.

Hoffe,die "Andersdenkmenschen" unterstellen mir jetzt nicht ich wäre ein Ewiggestriger.
Habe lediglich zu einer bestimmten Klientel ehemaliger DDR-Bürger eine spezielle Sicht.
Menschen in anderen historischen Situationen hatten mehr Ehre im Leib.
Für die Leute,die den Staat DDR ehrlich reformieren wollten,waren dies Typen kontraproduktiv.

seaman





Da kann man mal sehen was 40Jahre DDR angerichtet haben.
Dumme , geldgeile, traditionslose, bananenfressende Verräter.



mein Schwiegervater ist 1958 freiwillig in die DDR gezogen,
meine Weltanschauung konnte er nicht verstehen,
meine Meinung über die DDR-Politik hat er sich angehört,
wir konnten immer sachlich über die Probleme der DDR
diskutieren,jeder hatte seine eigene Meinung dazu,
ich konnte ihn verstehen,mit seiner Meinung,
nach der Wende hat er mir oft Recht gegeben
Lutze


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#98

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 16:19
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von grenzergold im Beitrag #92
Alle Abnehmer (außer Bürger,Organisationen,und religiöse Gemeinschaften) wurden zur Energieplanung verpflichtet.Hier hatten sie monatliche Mengen und Spitzenleistungen zu beantragen. Wurde das Kontingent überschritten,nahm das Ministerium Kürzungen vor.Die Einhaltung war gesetzliche Pflicht.Energieinspektoren waren berechtigt,Stromkontingente in Betrieben zu sperren.Zur Durchsetzung der energiewirtschaftlichen Pflichten wurden Zwangsgelder und Ordnungsstrafen verhängt.

gg


Nicht nur die Stromkontingente wurden geplant. Sogar der Diesel für den innerbetrieblichen Transport. Ich kann mich an eine Situation in meiner Firma erinnern das wir Stillstandszeiten hatten und 2Tage die Produktion stand, weil das Dieselkontingent für den Betriebs-LKW aufgebraucht war und somit für die Produktion erforderlichen Rohmaterialien, nicht von einem Betriebsteil zum anderen transportiert werden konnten.
Wegen 100M für eine Tankfüllung, hat man 10 000M verpulvert. Eben sozialistische Planwirtschaft. Da bleibt kein Auge trocken.
Wo Sozialisten herrschen, feiert die ökonomische Dummheit Orgien.


zuletzt bearbeitet 22.10.2013 16:20 | nach oben springen

#99

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 17:26
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #98
Zitat von grenzergold im Beitrag #92
Alle Abnehmer (außer Bürger,Organisationen,und religiöse Gemeinschaften) wurden zur Energieplanung verpflichtet.Hier hatten sie monatliche Mengen und Spitzenleistungen zu beantragen. Wurde das Kontingent überschritten,nahm das Ministerium Kürzungen vor.Die Einhaltung war gesetzliche Pflicht.Energieinspektoren waren berechtigt,Stromkontingente in Betrieben zu sperren.Zur Durchsetzung der energiewirtschaftlichen Pflichten wurden Zwangsgelder und Ordnungsstrafen verhängt.

gg


Nicht nur die Stromkontingente wurden geplant. Sogar der Diesel für den innerbetrieblichen Transport. Ich kann mich an eine Situation in meiner Firma erinnern das wir Stillstandszeiten hatten und 2Tage die Produktion stand, weil das Dieselkontingent für den Betriebs-LKW aufgebraucht war und somit für die Produktion erforderlichen Rohmaterialien, nicht von einem Betriebsteil zum anderen transportiert werden konnten.
Wegen 100M für eine Tankfüllung, hat man 10 000M verpulvert. Eben sozialistische Planwirtschaft. Da bleibt kein Auge trocken.
Wo Sozialisten herrschen, feiert die ökonomische Dummheit Orgien.


um das Problem etwas zu entschärfen wurden bei uns in der Firma 2 Zugmaschinen angeschafft. Die standen nur in der Ecke und wurden zur Ersatzteilgewinnung benutzt. Aber für die 2 gab es halt das Dieselkondigent das gebraucht wurde. Das war anfang der 80er Jahre und die Maschinen auch bald so alt

Gruß Hapedi



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#100

RE: Die Andersdenkenden in der DDR

in Leben in der DDR 22.10.2013 17:56
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #63
Ich habe mich oft gefragt, was eigentlich die Ursache für den Mißerfolg dieser Gesellschaftsidee war. Ich musste lange darüber nachdenken. Heute habe ich einigermaßen Klarheit darüber. Wenn man mal die äußeren Einmischungen abstrahiert, dann ist es einfach so, dass es solange es eine Spezies von Mensch nicht gibt, die bereit ist (ich wiederhole mich), die eigenen Interessen unter die Interessen der Gemeinschaft zu stellen, jede kommunistische Idee in der Realität zum Scheitern verurteilt ist. Der Kapitalismus war deshalb erfolgreicher als wir, weil der Mensch, der aus der Überzeugung handelt, das was er tut, tut er zu allererst nur für sich und seinem eigenen privaten Reichtum, in der heutigen Zeit produktiver ist, als ein Mensch, der das aus Überzeugung tut. .

Da sich die Gesellschaftsform der DDR als Wissenschaft verstand, die von den Wissenschaftlern Marx, Engels, Lenin und Stalin entwickelt wurde, hätte man das Ganze besser erst einmal unter Laborbedingungen an Versuchstieren testen sollen, wie das bei ernsthaften Wissenschaftlern üblich ist und nicht gleich als einen Feldversuch mit Millionen Menschen starten sollen.

Die Logik der DDR habe ich ohnehin nie verstanden. Warum hat man den Aufbau des Sozialismus mit Menschen gestartet, die dieser Sache ablehnend gegenüberstanden und hat sie gezwungen daran teilzunehmen obwohl sie das nicht wollten ? Es wäre doch auf jeden Fall erfolgversprechender gewesen, wenn man die neue Gesellschaft nur mit denen aufgebaut hätte, die das ebenfalls anstrebten. Warum hat man sich mit denen belastet, die dieser Entwicklung grundsätzlich ablehnend gegenüberstanden und nur "Sand im Getriebe" waren. Die hätte man doch einfach ziehen lassen sollen, dann hätte das System wesentlich besser funktioniert, weil alle am gleichen Strang gezogen und niemand "quergeschossen" hätte.

Die eigenen Interessen zum Wohle der Gemeinschaft zurückzustellen hatte man auch schon früher (bei den Nazis) versucht, da hieß es "Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Funktioniert hat das auch nicht, dazu ist der Mensch nicht gemacht.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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