#101

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:52
von Mike59 | 7.959 Beiträge

Zitat von Runkel im Beitrag #99
Eine Minenanlage hatte zwei Zonen und pro Zone 9 Abschnitte. Also hatte eine Minenanlage 18 Abschnitte. Dies waren dann die Einschübe . Eine Minenanlage hatte eine optische und akustische Anzeige, das heist, das bei einer Minendet die jeweilige rote Leuchte im Zonen- und Abschnittseinschub aufleuchtete und gleichzeitig eine Klingel ertönte .
Nun lagerten auch die Schlüssel für diese Anlagen auf der Füst in dazu bestimmten petschierten Kästen aus Holz mit Glasscheibe.
Die Minenanlagen durften nur auf Befehl des Kdr des GB oder höher abgeschaltet werden. Als KGSi wurde bei Anmarsch eines Gewitters (wenn das bis auf etwa 10km heran war) um Erlaubnis beim Führenden im GB gebeten, die Minenanlagen außer Betrieb zu nehmen. Bestätigte dieser nun dieses, so konnte der KGSi die Anlagen abschalten, in dem er zuerst die Zonen abschaltete, dann die Anlage mit dem entsprechenden Schlüsselschaltern. Danach wurden noch die Zündspannungssicherung und die Betriebsspannungssicherung entfernt. Das ganze wurde dannnatürlich an den Vorgesetzten gemeldet und im Arbeitsbuch nachgewiesen. Bei wieder Einschaltung die selbe Prozedur, nur die Zündspannungssicherung wurde zuletzt eingeschraubt. Da erlebte man dann so manch ein blaues Wunder, wenn der ganze Kasten Rot leuchtete und es draußen rumpelte.

Haben wir nicht auch den Konverterblock gezogen?


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#102

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:53
von Runkel | 93 Beiträge

Was für einen Konverterblock?


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#103

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:55
von Mike59 | 7.959 Beiträge

Zitat von Runkel im Beitrag #102
Was für einen Konverterblock?

Den unteren Einschub - in dem war glaube ich, die Sicherung für die Zündspannung?


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#104

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:57
von Runkel | 93 Beiträge

Nöö da haben wir nur die Sicherung entfernt, war der nicht in der Mitte unten, rechts und links befanden sich zwei Schreiber, die selten funktionierten.


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#105

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Die Gewitter-Abschaltungen waren die zwingend Vorgeschrieben?
War zwar blos Schütze Popo vom letzten Glied, aber durch unser Sicherungssystem werd ich wohl an die 20 Schichten für 12 Stunden mit dem Befehlsmann auf der FüSt gesessen haben, an Gewitter-Hektik kann ich mich nicht erinnern.


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#106

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:05
von Mike59 | 7.959 Beiträge

Zitat von Runkel im Beitrag #104
Nöö da haben wir nur die Sicherung entfernt, war der nicht in der Mitte unten, rechts und links befanden sich zwei Schreiber, die selten funktionierten.

Ein paar Schreiber waren da, die hatten ein Federlaufwerk und mussten per Hand aufgezogen werden, wo die sich befanden kann ich nicht mehr sagen. Ich habe nur noch dunkel die Erinnerung das der Block mit der Si Zündspannung bei uns gezogen wurde - beim zuschalten wurde der wieder in den Block eingeschoben und dann versucht die Auslösungen in den Zonen zu löschen. Jeder Zonen Einschub hatte ja ein paar Knöpfe wo u.a. die Zündspannung geprüft werden konnte und um "technische" Auslösungen zu beenden. Waren da alle Lichter aus habe ich erst die Sicherung für die Zündspannung eingeschraubt und dann bei offener Tür vom FB 3 auf den zu erwartenden Dett gelauscht, welcher dann trotz allem noch möglich war.
Verbürgen möchte ich mich allerdings nicht für die Erinnerung.


MHL-er hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#107

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:06
von Runkel | 93 Beiträge

Bei uns ja. Hatte mal das Glück nach einer Abschaltung bei einen Gewitter, bei der Zuschaltung 80 Minen in die Luft gejagt zu haben. Das geschah wie folgt, Nach der Zuschaltung mussten alle Abschnitte wo das rote Lämpchen leuchtete wieder in Betriebsbereitschaft gebracht werden, in dem man, je Abschnitt gabs da einen Knopf, den man schnipsen musste, also es war wohl ein Taster. Damit bekam man meistens die Abschnittsanzeige sauber, es leuchtet das grüne Lämpchen. Hatte ich aber nicht geschafft und um irgend welchen Ärger aus dem Weg zu gehen schraubte ich die Zündspannungssicherung rein und dabei räumte es mir den Zaun ab, also hatte einer der Blitze vorher doch etwas an der Minenanlage bewirkt.


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#108

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:07
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Mein lieber Mann was du noch so weisst, aber es stimmt !

H.



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#109

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:09
von Runkel | 93 Beiträge

Danke, habe ja auch fast 10 Jahre mich fast nur auf Führungsstellen herumgetrieben.


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#110

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:14
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Manchmal waren die Zentralen "nervtötend" wenn du dich die ganze Nacht damit rumärgern mußtest.
Aber viele kennen das noch sicher.


VG H.



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#111

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:15
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Runkel im Beitrag #107
Bei uns ja. Hatte mal das Glück nach einer Abschaltung bei einen Gewitter, bei der Zuschaltung 80 Minen in die Luft gejagt zu haben. Das geschah wie folgt, Nach der Zuschaltung mussten alle Abschnitte wo das rote Lämpchen leuchtete wieder in Betriebsbereitschaft gebracht werden, in dem man, je Abschnitt gabs da einen Knopf, den man schnipsen musste, also es war wohl ein Taster. Damit bekam man meistens die Abschnittsanzeige sauber, es leuchtet das grüne Lämpchen. Hatte ich aber nicht geschafft und um irgend welchen Ärger aus dem Weg zu gehen schraubte ich die Zündspannungssicherung rein und dabei räumte es mir den Zaun ab, also hatte einer der Blitze vorher doch etwas an der Minenanlage bewirkt.


Da hast du ja ein nicht unerhebliches Vermögen des DDR-Staates "verknallt", im wahrsten Sinne des Wortes. Die 90 Teile konnten aber doch sicher nicht sofort ersetzt werden? Oder waren die Planungen der Planwirtschaft da ausnahmsweise mal an allen möglichen denkbaren Szenarien in der Realität angepasst?



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#112

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 19:26
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Das war doch keine Seltenheit, daß beim Einschalten der Anlage soetwas vorkam. Selbst bei den Minentrupps ist das vorgekommen.
Die Anlagen waren doch etwas "unberechenbar" auch für uns!
meine Meinung.

H.



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#113

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 21:13
von jecki09 | 422 Beiträge

Ich habe ein Billd von "Willi" gefunden. Da sieht man die 501 von "feindwärts".

Angefügte Bilder:
Minensperre 501 in Bereich Ifta etwa 1983 - von Willi -.jpg

zuletzt bearbeitet 01.11.2013 21:14 | nach oben springen

#114

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 22:35
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #85
[...]
In einem aktuellen Buch wird bereichtet, dass es an der Mauer "eine automatische Schießanlage" gegeben haben soll. [...]

Hallo Reiner,

um welches Buch handelt es sich dabei?

Danke und Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#115

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 23:50
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ein Buch über das Leben von Prof. Otto Prokop. Gerade auf den Markt gebracht.

Mir haben beim lesen gleich die Haare zu Berge gestanden. Doch es steht so drin, leider.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#116

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 02.11.2013 10:14
von Häuptling | 77 Beiträge

Zur schönsten Winterzeit (1978-1979) war zum Höhepunkt der GZ I in manchen Bereichen komplett verschneit und auch die Anlage 501, welche natürlich abgeschaltet war. Das war im Bereich Valluhn, heute A 24. Als der Spuk (Schnee) vorbei war, hatte 80% der Minen eine Schalterauslösung. Beim Versuch des "Scharfschaltens" wurde gleich ein ganzer Bereich gesprengt. Bis Mitte 1979 benötigte man auch keine Berechtigung zum bedienen der Anlage. Danach musste jeder eine Bedienungsberechtigung machen, um in Abschnitten mit 501/701 auf der FÜSt zu sitzen.


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#117

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 02.11.2013 10:34
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Wir mussten zum Lehrgang zum Umgang mit der Anlage 501 ins Bat.
Ich glaube der ging einen Tag. Danach extra Belehrung und Unterschrift im GVS-Dokument, einen anderen Nachweis haben wir nicht gehabt!
Das war 1975.

H.

Abschaltung erfolgte nur bei Gewitter.



zuletzt bearbeitet 02.11.2013 11:16 | nach oben springen

#118

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 02.11.2013 11:27
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #115
Ein Buch über das Leben von Prof. Otto Prokop. Gerade auf den Markt gebracht.

Mir haben beim lesen gleich die Haare zu Berge gestanden. Doch es steht so drin, leider.

Gruß Reiner

Hallo Reiner,

besten Dank für die Information.
Otto Prokop, eine besondere Persönlichkeit. Auch wenn seine Arbeit sich gelegentlich durch die Existenz der Mauer ergab, wird diese für den Autor wohl eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Insofern eher ein Randdetail.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#119

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 02.11.2013 11:54
von Häuptling | 77 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #117
Wir mussten zum Lehrgang zum Umgang mit der Anlage 501 ins Bat.
Ich glaube der ging einen Tag. Danach extra Belehrung und Unterschrift im GVS-Dokument, einen anderen Nachweis haben wir nicht gehabt!
Das war 1975.

H.

Abschaltung erfolgte nur bei Gewitter.


Ja, möglich, dass es einen gesonderten Kurs gab, aber ab Mitte 1979 wurde alles mögliche in den WDA eingetragen (selbst der Aufenthalt im Erholungsheim Schierke ;-)), selbst die Bedienungsberechtigung fürs GAB-2 und 1983 als die neuen Klingelkästen kamen, selbst diese...


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#120

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 02.11.2013 14:55
von Runkel | 93 Beiträge

Ja man brauchte eine Bedienungsberechtigung für die Minenanlage 501 bzw 701. War ein Lehrgang, 1 Tag mit Prüfung. Die Prüfung war aber sinnlos, denn wenn man durchgefallen war, musste man trotzdem weiter als KGSi in Abschnitten mit Minenanlagen führen, weil es einen Kräftemangel gab.
Auch ist es richtig, das in bestimmten Abschnitten Minenanlagen im Winter außerbetrieb gesetzt wurden, wie in den Abschnitt der GK Frankenheim, wo ich am meisten war. Ursache dafür waren die Schneemassen. In strengen Wintern sah man nicht mal mehr den GSZ bzw den GZ1 weil diese zugeweht waren.
Auch musste man ja die X Zeiten einhalten, war wohl X+5 min wo der eingesetzte GP an einer Minendet -Stelle sein musste, das war im Winter nicht gewährleistet. Also hatte man all die Jahre versucht hier in Frankenheim mit einer Raupe Typ T100 den Kolonnenweg zu schieben, was nicht immer gelang, das Schild der Raupe konnte man wohl nicht schräg stellen und bei zuviel Schnee streikte schließlich die Technik.


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