#41

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 08:34
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #21
Es ist schon interessant, wie sich hier mal wieder die Geister scheiden. NSW-Reisen gehörten, wenn auch begrenzt zum Programm von "JT". Skandinavien mit Dänemark, Schweden und Finnland auch. Meine Frau weilte auch mit einer JT-Gruppe in Finnland und sie ist ihrem Parteisekretär nicht in und auch nicht aus dem Ar.. gekrochen. Einziger Nachteil, ich durfte nicht mitreisen. Ansonsten war es für meine Frau ein tolles Reiseerlebnis. Und damit mache ich mich auch hier wieder vom Acker. Muß nur immer wieder mit dem Kopf schütteln über soviel Insiderwissen.
Ich werde mich in der kommenden Woche mit Klaus Eichler noch einmal verständigen, denn er wurde 1974 Generaldirektor des FDJ-Reisebüros Jugendtourist. 1984 ging er ja dann zum DTSB.

Vierkrug



Wer mit dem Kopf über soviel Insiderwissen schüttelt, der sollte nicht vergessen, dass all diese Insider in der DDR gelebt haben, vielleicht in einer anderen Ebene der Gesellschaft, vielleicht mehr als Otto Normalverbraucher und nicht mit einer Vita, die von Kombinatsebene in der Schwarzen Pumpe bis zum Auslandskader in Mocambique und Kontakten zu Generaldirektoren des Jugendtouristen reicht. Möglicherweise bestanden da Unterschiede und was der eine als große Sche... empfunden hat, war für den anderen Einsicht in die Notwendigkeit und dem Aufbau des Paradieses der Arbeiter und Bauern geschuldet?
Man kann doch nicht die Erfahrungen der hunderttausend Leute, die diese Arbeiter und Bauern waren, vom Tisch wischen und meinen, die Reisefreiheit über Jugendtourist wäre da gewesen und alle die dies bestreiten oder abwerten, hätten keine Ahnung. Totschlagargument, ebenso, wie die Ursache der fehlenden Reisefreiheit wäre ein Ergebnis des II. Weltkrieges gewesen. Na bravo, wieso durfte der westliche Teil dann reisen, galten für den Paul Schulze aus Mannheim die Ergebnisse des Krieges nicht?
Selbst schon schallendes Gelächter, als jemand nach Vietnam wollte...
Da lass ich mich und mein Handy doch lieber heute in Rio de Janeiro orten und überwachen, als wieder und wieder um einen Urlaubsplatz im Harz betteln zu müssen.
Auch wenn dies spießbürgerlich sein sollte und der kommunistischen Sache abträglich, was soll’s...


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#42

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 09:52
von Rüganer (gelöscht)
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Hier mal etwas dazu, dass man ja ach so unbeschwert und ohne irgendwo raus oder rein zu kriechen reisen konnte.... mit Jugendtourist kann und wird das Procedere nicht anders gewesen sein.

http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...raumschiff.html


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#43

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 11:45
von Grenzgänger (gelöscht)
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... die Einwürfe zum "gerauchten Zeug" lasse ich mal weg (wir haben ja gerade noch zwei andere Raucherthemen)...
Je weiter wir im Thema kommen frage auch ich mich immer mehr, wieso nicht alle einfach Urlaub gemacht haben, wohin Jugendtourist Reisen angeboten hat.
Lag es daran, dass die erst relativ spät in den 70ern / 80ern angeboten worden sind ?
Oder war mein Paul Schulze zu alt für Jugendtourist ?
Hat das "Reisebüro der DDR" auch Westreisen für altere / andere Bürger wie unseren Paul angeboten ?

.. auf die Frage von ratata:

Zitat von ratata im Beitrag #38
.....Ist denn Paul Schulze in Dänemark geblieben ???????????????????....


.. natürlich ist er zurückgekommen.. wer sollte sich sonst um Haus und Hof kümmern ?
Die Schwiegereltern waren auch nicht mehr so gut zu Fuss... ganz normales Leben eben.

Etwas verwundert und enttäuscht bin ich über vierkrugs Meinung.
Ich mag sonst ganz überwiegend seine fundierten, sachlichen Beiträge, die auch viel "Background" erkennen lassen .. aber hier scheint mir das "Erinnerungsraster" etwas zerkratzt zu sein... aber natürlich will ich ihn nicht umstimmen (würde auch kaum gelingen).

Aber vielleicht gelingt es ja noch, zu den Ursachen zu kommen, warum die Fiktion für unseren Paul Fiktion blieb.

Und es war doch nach der UNO- Erklärung über die Menschenrechte von 1948 alles so glasklar:

Zitat.
Artikel 13
(1) Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.

(2) Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.

Zitat Ende- keine Bedingungen, keine Einschränkungen...

.. aber die DDR "durfte" ja nicht in die UNO, weil sie kein Staat war (die Vertretung "aller Deutschen" hatte sich die BRD auf die Fahnen geschrieben)- deshalb galt das bis "Helsinki" nicht- oder ?

Danke bis hierher...

Siggi


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#44

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 11:58
von seaman | 3.487 Beiträge

Der Beitritt der DDR und der BRD als gleichberechtigte souveräne STAATEN zur UNO erfolgte 1973 zeitgleich.

Nach Klärung der deutsch-deutschen Beziehungen und der Abkehr der BRD von ihrem Alleinvertretungsanspruch gab es kein wesentliches Hindernis mehr für den Beitritt der beiden deutschen Staaten zur UNO.
1974 war die DDR bereits weitgehend diplomatisch anerkannt.
Bis Ende der 70er Jahre wurden diplomatische Beziehungen zu fast allen Staaten der Welt aufgenommen. 1980 bestanden Botschaften, Handels- und auch Militärmissionen der DDR in knapp 200 Ländern der Erde.

seaman


zuletzt bearbeitet 09.09.2013 11:59 | nach oben springen

#45

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 12:06
von Grenzgänger (gelöscht)
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Danke, seaman..
... aber unserem Paul hat es 1971 noch nichts genützt.
Hätte er es einfach, sagen wir mal 1978, nochmal versuchen sollen ?
Hätte das funktioniert ?
Hat die DDR also schon mit dem Beitritt 73 die Erklärung der Menschenrechte akzeptiert ?

Siggi
(der die Antworten natürlich nicht nur von seaman erhofft ..)


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#46

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 13:16
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Grenzgänger im Beitrag #45
Danke, seaman..
... aber unserem Paul hat es 1971 noch nichts genützt.
Hätte er es einfach, sagen wir mal 1978, nochmal versuchen sollen ?
Hätte das funktioniert ?
Hat die DDR also schon mit dem Beitritt 73 die Erklärung der Menschenrechte akzeptiert ?

Siggi
(der die Antworten natürlich nicht nur von seaman erhofft ..)


Ist die Frage ernst gemeint?


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#47

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 14:09
von Grenzgänger (gelöscht)
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Ja, natürlich, Schnatte...
nach seamans Beitrag (und unser aller Erinnerung) war doch die außenpolitische Welt für die DDR so ab 74/ 75 "in Ordnung"...
Und ich habe Paul einfach noch ein bisschen Karenzzeit gelassen... man muss ja nun auch wirklich nicht jedes Jahr im Westen Urlaub machen, oder ?

Siggi


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#48

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 17:56
von Gelöschtes Mitglied
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Ich habe lange überlegt, ob ich mich zu dieser Thematik noch einmal äußere und entschied mich zum ja. Ich will und wollte hier keineswegs den Eindruck erwecken, dass in der ehemaligen DDR alles "rosarot" war. Auch will ich keine Tatsachen, die es zweifelsohne gab, negieren oder in Abrede stellen.
Fakt ist und bleibt jedoch die Tatsache, das es Reisen über Jugendtourist in das NSW gab. Über den Vergabemodus u.a. Dinge, die damit zusammenhingen kann man immer noch diskutieren.
Was die Reisefreiheit anbetrifft, so haben wir uns mit den Beschränkungen keinen großen Gefallen getan, eher einen Bärendienst erwiesen. Ich sage immer, wer A sagt, muß auch B sagen und C realisieren.
Wenn ich schon die Schlußakte der KSZE in Helsinki unterzeichne und damit auch den ungeliebten Korb III anerkenne, dann wecke ich auch in der eigenen Bevölkerung eine berechtigte Hoffnung und Erwartungshaltung, die sich aber bekanntlich nicht so erfüllte, wie viele Bürger der DDR es erwartet hatten. Alles wenn und aber, nützt heute keiner Seite mehr etwas. Die Realitäten sahen bekanntlich anders aus. Inwieweit es zu einem Abstimmungsergebis auf der Straße, wie im Herbst 1989, gekommen wäre, vermag ich nicht einzuschätzen, denn es spielten auch andere Entwicklungen eine Rolle. Aber mehr Großzügigkeit bei der Gewährung von Reisen in das NSW, hätte keinesfalls das Vertrauensverhältnis beeinträchtigt, dass wurde von anderer Stelle bereits gravierend zerstört.
Auch hätte man viele persönliche tragische Ereignisse verhindern können. Ein Beispiel, dass mich damals sehr betroffen gemacht hat.
Mein langjähriger Freund und Studienkollege wurde ein Opfer dieser Entwicklung. Nach dem Studium an der JHS nahm er innerhalb des Parteiapparates eine schnelle Karriere bis zum Parteiorganisator des ZK. Seine Eltern, die zwischenzeitlich das Rentenalter erreicht hatten und somit auch die Möglichkeit besaßen, ihre Verwandten in der BRD zu besuchen, deuteten ihm eines Tages an, dass sie von dieser Reisemöglichkeit auch Gebrauch machen würden. Er kam mit dieser Situation nicht zurecht und befürchtete für sich einen sogenannten Karriereknick. Alle Einwirkungen auf seine Eltern scheiterten und sie fuhren in die BRD. Er mußte daraufhin eine Stellungnahme abgeben und steigerte sich in der Folge in die absurdesten Gedanken. Er nahm irgendwann auch keinen freundschaftlichen Rat mehr an und griff dann zur Dienstwaffe, um das Problem auf diese Weise zu lösen.
Das konnte und sollte nicht die Lösung sein, denn er hinterließ eine Frau mit zwei Kindern und Eltern, die bis zu ihrem Tod mit Schuldgefühlen lebten.
Auch das Beispiel mit meiner Mutter konnte ihn nicht von dieser Handlung abbringen.
Meine Mutter scherte sich einen Kehrricht darum, ob ihre Söhne beim MfS waren. Mit Erreichung des Rentenalters nahm sie ihr Reiserecht in Anspruch und besuchte ihre Verwandten in der BRD. Ich habe mich dann an das Berichtsunwesen gehalten. Sie kam jedes Mal wieder zurück, auch wenn sie andere Optionen hatte. Sowohl meine Brüder, wie auch ich hatten keine diesbezüglichen Nachteile in unserer Tätigkeit - außer das man zusätzlich Papier beschrieb.

Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 09.09.2013 18:56 | nach oben springen

#49

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 18:18
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #26
Da ich ja ein unartiges Kind war,durfte ich natürlich nicht ins NSW reisen.Habe einmal den Versuch unternommen......
Aber meine damalige Freundin und heutige(wie wurde der Begriff so schön formuliert)Lebensraumteilerin,hat die Möglichkeit genutzt und ist nach
Österreich ,Finnland,Cuba in diesem Fall auch,da ,irgendwo in Kanada Zwischenlandung war.
Ich will es mal so sagen unmöglich war es nicht.

Ach so wollte noch anfügen,in keinster weise war sie in irgend einer Form System orientiert,oder überforteilt oder sonstiges.
Es war Einfach so,wie mit dem Raeucher Aal,den man in den Geschäften nicht kaufen konnte.(weil keiner danach gefragt hat.)
Man hat ja dafür auch keine Werbung gemacht.
Ich bin der letzte ,der in dieser Form den Märchen Onkel spielen würde.
Vielleicht finde ich auch noch die Unterlagen,dauert aber.


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#50

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 18:50
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #47

nach seamans Beitrag (und unser aller Erinnerung) war doch die außenpolitische Welt für die DDR so ab 74/ 75 "in Ordnung"..

Siggi


Mein Beitrag enthält nichts über die Wahrnehmung der aussenpolitischen Welt für die DDR.

Die UN-Mitgliedschaft und Anerkennung als Staat war die Antwort auf Deine Aussage:

Zitat:
. aber die DDR "durfte" ja nicht in die UNO, weil sie kein Staat war (die Vertretung "aller Deutschen" hatte sich die BRD auf die Fahnen geschrieben)- deshalb galt das bis "Helsinki" nicht- oder ? Zitat Ende

seaman


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#51

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 19:06
von Grenzgänger (gelöscht)
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Entschuldige, seaman, wenn ich dir da eine Aussage unterstellt habe (oder es dir so erscheinen muss).
Ich habe deine Antwort zu UNO-Beitritt und völkerrechtlicher Anerkennung so "lax" interpretiert, dass zunächst mal danach die "Welt... in Ordnung" gewesen sei.
Die DDR hat ja lange darauf hingearbeitet, genau diesen Status zu erreichen (ich finde auch, berechtigterweise, denn es war ja nun mal ein Staat)
Zsfsg.
Die Aussage "... Welt in Ordnung" stammt von mir und nicht von seaman !
Ist das OK ?

Siggi


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 19:40
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #48
I
Auch hätte man viele persönliche tragische Ereignisse verhindern können. Ein Beispiel, dass mich damals sehr betroffen gemacht hat.
Mein langjähriger Freund und Studienkollege wurde ein Opfer dieser Entwicklung. Nach dem Studium an der JHS nahm er innerhalb des Parteiapparates eine schnelle Karriere bis zum Parteiorganisator des ZK. Seine Eltern, die zwischenzeitlich das Rentenalter erreicht hatten und somit auch die Möglichkeit besaßen, ihre Verwandten in der BRD zu besuchen, deuteten ihm eines Tages an, dass sie von dieser Reisemöglichkeit auch Gebrauch machen würden. Er kam mit dieser Situation nicht zurecht und befürchtete für sich einen sogenannten Karriereknick. Alle Einwirkungen auf seine Eltern scheiterten und sie fuhren in die BRD. Er mußte daraufhin eine Stellungnahme abgeben und steigerte sich in der Folge in die absurdesten Gedanken. Er nahm irgendwann auch keinen freundschaftlichen Rat mehr an und griff dann zur Dienstwaffe, um das Problem auf diese Weise zu lösen.
Das konnte und sollte nicht die Lösung sein, denn er hinterließ eine Frau mit zwei Kindern und Eltern, die bis zu ihrem Tod mit Schuldgefühlen lebten.


Vierkrug




Vierkrug,

und dieses schlimme Ereignis, diese Tat, die hat Dich nicht zum Nachdenken über das System gebracht? Da hast Du keine Fehler entdeckt, kein eigenen Schlüsse draus gezogen und Dich nicht abgewandt?
Wenn die Eltern schon Schuld gewesen sein sollen, weil sie "nur" in den Westen fuhren - dies war für Dich auch normal?
Du musst darauf nicht antworten - ich kenne die Antwort aus Deiner Vita heraus.
Je mehr ich nach der Wende von der Welt gesehen habe, um so mehr bin ich zu der Erkenntnis gekommen, was hat man uns in der DDR doch damals alles vorenthalten, wie hat man uns nur in Punkto Reisen und dem Kennenlernen anderer Menschen und deren Länder an der Kandare gehabt. Heute ist das Angeln in Norwegen Normalität, früher konnte man nur in Ausnahmefällen organisiert und vorher gesiebt auf die Ostsee.
Ich kann mir dies mit dem Alleinvertretungsanspruch und der Devisenknappheit durchaus schönreden, nein - die DDR hatte Angst, dass ihr die Menschen wieder ausreißen würden, so wie sie von dern Urlauberschiffen und Schwedenfähren sprangen. Die DDR hat den Großteil ihrer Menschen nicht überzeugen können und vielleicht hätten sie da auch dem Staat den Rücken gekehrt... vielleicht... So, wie man heute auch aus Deutschland weggehen kann, wenn man es hier satt hat..


Pit 59 und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 19:51
von Gelöschtes Mitglied
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@Rüganer - Du bekommst eine Antwort. Sicherlich deutet die Vita auf absolute Linientreue. Ja die gab es zur Sache und zum Ziel, aber nicht zu den eingeschlagenen und praktizierten Wegen dorthin. Linientreue bedeutet nicht, dass man sich als Person so verbiegt, das man sich nicht mehr selber erkennt. Ein kritischer Begleiter war ich schon, aber kein "Widerstandskämpfer", wie sich einige ehemalige Mitstreiter heute sehen. Damit muß ich leben und kann ich auch leben.
Auch ich habe mir nach 1989 mit zahlreichen Reisen die Welt weiter erschlossen - warum auch nicht.

Vierkrug


Pitti53, Kurt und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#54

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 10.09.2013 07:49
von schnatterinchen (gelöscht)
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Wenn es 1971 für Paul Schulze aus Jüterbog normal gewesen wäre seinen Urlaub in Dänemark zu verbringen , hätte es bald keine DDR mehr gegeben.
Zum einen , wegen der Abwanderung der Menschen und zum anderen wäre das Feindbild des Westens , das die Existenz der DDR legitimierte nach und nach zerbröselt und hätte viel früher zu politischen Aufweichungen in der Gesellschaft geführt.
Die rigide Haltung der Genossen zu Fragen der Freizügigkeit seiner Bürger war in Bezug auf ihren Machterhalt konsequent und folgerichtig.


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#55

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 10.09.2013 08:13
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Hmm, ich habe Vierkrug ja persönlich kennen lernen dürfen und dabei auch gut zugehört. In verschiedenen Beiträgen auch schon über seine Ehrlichkeit geschrieben, auch hier muss ich wieder sagen:

Hut ab für die Ehrlichkeit.

Leider, leider sind die Dinge der Helsinki Schlussakte nicht umgesetzt worden, ob das allein allerdings zu einem anderen Ergebnis als das im Jahr 89 geführt hätte ist Spekulatius. Ich meine nein, es wäre wohl eher zum geeinten Deutschland gekommen.

Aber das ist meine persönliche Meinung und die ist nicht maßgebend und vielleicht auch falsch. Möglicherweise auch OT.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#56

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 10.09.2013 22:27
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #53
@Rüganer - Du bekommst eine Antwort. Sicherlich deutet die Vita auf absolute Linientreue. Ja die gab es zur Sache und zum Ziel, aber nicht zu den eingeschlagenen und praktizierten Wegen dorthin. Linientreue bedeutet nicht, dass man sich als Person so verbiegt, das man sich nicht mehr selber erkennt. Ein kritischer Begleiter war ich schon, aber kein "Widerstandskämpfer", wie sich einige ehemalige Mitstreiter heute sehen. Damit muß ich leben und kann ich auch leben.
Auch ich habe mir nach 1989 mit zahlreichen Reisen die Welt weiter erschlossen - warum auch nicht.


Vierkrug


letztes rot mark : schön für dich ,wer es sich leisten kann ? ich konnte es nicht ! bin auch in keinen fall neidisch !!
aber , linientreu , sich nicht mehr selber erkennen , kritischer begleiter und 'ehemalige mitstreiter' dann als 'widerstandskämpfer'
zu beschreiben ist für mich neben der 'spur' , herr wiederstandskämpfer !!!
auch ich hatte zu manchen dingen eine andere auffassung , aber in die hand beißen von wo du dein brot bekommst , hätte damals keiner , schon gar nicht bei uns , genauso wie heute !!!



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#57

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 10.09.2013 22:50
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #38
Mit Beendigung der Armeezeit ,habe ich auch keinen Pfennig für die FDJ ausgegeben , einmal wurde ich von meiner FDJ .Leitung darauf angesprochen . Meine Begründung 1972 , suche eine Wohnung . jetzt hatte ich sie ,auf mich aufmerksam gemacht . Immer wenn damals Arbeitskräfte für Stralsund , Schwedt ,Eisenhüttenstadt gebraucht wurden , mussten Betriebe Leute delegieren . Immer wieder wurde ich darauf zur Leitung gerufen . Aber eine Reise über Jugendtouristik ins NSW hätte ich gerne für immer angenommen . MfG ratata

Ist denn Paul Schulze in Dänemark geblieben ???????????????????


was hast du nach deiner armeezeit mit der FDJ zu tun ?
irgendwie habe ich hier wohl was verpasst !!!



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#58

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 11.09.2013 07:11
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von frank im Beitrag #56
Zitat von Vierkrug im Beitrag #53
@Rüganer - Du bekommst eine Antwort. Sicherlich deutet die Vita auf absolute Linientreue. Ja die gab es zur Sache und zum Ziel, aber nicht zu den eingeschlagenen und praktizierten Wegen dorthin. Linientreue bedeutet nicht, dass man sich als Person so verbiegt, das man sich nicht mehr selber erkennt. Ein kritischer Begleiter war ich schon, aber kein "Widerstandskämpfer", wie sich einige ehemalige Mitstreiter heute sehen. Damit muß ich leben und kann ich auch leben.
Auch ich habe mir nach 1989 mit zahlreichen Reisen die Welt weiter erschlossen - warum auch nicht.


Vierkrug


letztes rot mark : schön für dich ,wer es sich leisten kann ? ich konnte es nicht ! bin auch in keinen fall neidisch !!
aber , linientreu , sich nicht mehr selber erkennen , kritischer begleiter und 'ehemalige mitstreiter' dann als 'widerstandskämpfer'
zu beschreiben ist für mich neben der 'spur' , herr wiederstandskämpfer !!!
auch ich hatte zu manchen dingen eine andere auffassung , aber in die hand beißen von wo du dein brot bekommst , hätte damals keiner , schon gar nicht bei uns , genauso wie heute !!!



@Frank,

wenn Du Vierkrug's Beitrag um 22.27 Uhr gestern Abend nicht mehr begreifen konntest, dann ist dies nicht weiter schlimm...
Immerhin hast Du mit Deinem Post auf seine Antwort ein bleibendes Dokument des Unverständnisses geschaffen, über welches man köstlich lachen kann und mich wundert es dann nun nicht, dass Du Dir diese Reisen nicht leisten konntest.
Hattest Du wieder Deinen verbitterten Abend?


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#59

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 11.09.2013 08:15
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Rüganer im Beitrag #58


@Frank,

wenn Du Vierkrug's Beitrag um 22.27 Uhr gestern Abend nicht mehr begreifen konntest, dann ist dies nicht weiter schlimm...
Immerhin hast Du mit Deinem Post auf seine Antwort ein bleibendes Dokument des Unverständnisses geschaffen, über welches man köstlich lachen kann und mich wundert es dann nun nicht, dass Du Dir diese Reisen nicht leisten konntest.
Hattest Du wieder Deinen verbitterten Abend?




Im ersten Moment war ich auch eher belustigt, aber das Lachen blieb mir dann doch im Halse stecken wegen der Tragik welche in diesen Zeilen zu lesen ist.
Ich verstehe die Verbitterung der ehrlichen Menschen , die ohne Vorteile in ihrer damaligen Funktion an ihre Sache glaubten und von ihrem System einfach ausgespuckt wurden und den Hohn und Spott der Gesellschaft ertragen mußten.
Was ich jedoch nicht verstehe ist, daß das Tolerieren des kollektiven Versagens der gesamten Führungsriege der DDR heute von vielen ehemaligen Genossen als Linientreue dargestellt wird.


frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: 1971 - Paul Schulze aus Jüterbog macht mit seiner Familie Urlaub in Dänemark

in DDR Staat und Regime 11.09.2013 08:26
von Gelöschtes Mitglied
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@Frank, hatte mit 20 meine Armeezeit hinter mir , in Großbetrieben gab es damals echte FDJ -Sekretäre usw .Da war man begehrt für diesen Verein . ratata


frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
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