#21

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 11:52
von Ährenkranz | 839 Beiträge

Ich berichte jetzt nur von dem, wie ich es persönlich von den damaligen Studenten, die in meiner Seminargruppe waren, erfahren habe - wir haben uns schon für alles interessiert und sind auch mit allen ausländischen Stundenten sehr gut ausgekommen.

Das Studium war von August 1973 bis August 1976.

Wir hatten in der Gruppe 5 Vietnamesen, 2 weiblich, 3 männlich.
Alle hatten bereits eine Ausbildung als Lehrer, waren auch ca. 8 - 10 Jahre älter als wir, waren also um die 30 und beherrschten die deutsche Sprache in Wort und Schrift.
Da bis 1975 der Krieg in Vietnam war, wurde Anfang der 70 iger ein Vertag mit Vietnam geschlossen, um Fachkräfte in der DDR weiterzubilden,die aber bereits einen Bildungsabschluß hatten, aber nur Menschen aus Nordvietnam (nach Ende des Krieges dann auch aus Südvietnam - hatte mich wegen letzterem nur mal informiert damals).
Und da wurden diese 5 ausgewählt, finanziert wurde das Studium aus dem Staatshaushalt der DDR.

Ähnlich war es bei den Studenten aus Jemen und Palästina, da hatten wir je 2 männliche in der Gruppe.
Diese wurden vorrangig auch wegen der Kriegssituation in die DDR gebracht.
Da es mehrere Seminargruppen gab, waren ca. 30 Vietnamesen, 10 aus Jemen und 10 aus Palästina an der Fachschule.

Alle Studenten hatten vor Beginn einen Vertrag unterschrieben, dass sie nach Ende ihres Studiums wieder zurück in ihre Heimatländer kehren, unter der Voraussetzung, das kein Krieg mehr ist und sie dann beim Aufbau ihres Landes mit helfen sollten.
Und so erfolgte es auch.

Mit einer Mitstudentin aus Vietnam hatte ich noch paar Jahre brieflichen Kontakt und diese wurde wieder als Lehrerin in Vietnam gebraucht, hatte dann aber eben auch ein abgeschlossenes Maschinenbaustudium, wo sie nebenbei noch vielen Arbeiter ihr Wissen vermittelte, unentgeldlich.
Ihre Familienangehörigen kamen alle im Krieg um, kann mich auch gut erinnern, dass sie täglich auch an ihre Angehörigen gedacht haben und es schon für sie deshalb sehr schwer war.

Ich habe keine Ahnung, wie es an anderen Fachschulen und / oder Hochschulen in diesem Punkt abgelaufen ist, ich habe nur das geschrieben, was ich in persönlichen Gesprächen erfahren habe, unabhängig jetzt, welche Gesetze / Abkommen usw.da von Seiten der DDR - Führung getroffen wurden und sich an diese gehalten wurde oder auch nicht.
Und ob die DDR in irgendeiner Weise dafür doch Geld erhalten hat, weiß ich absolut nicht und es hat mich ehrlich gesagt auch nie interessiert und habe mir da auch nie Gedanken gemacht.

Die ausländischen Studenten erhielten alle das 3 - 4 fache an Stipendium und es war alles genauso kostenlos wie für uns auch (Wohnheim, Essen) und es mußte auch nichts zurückgezahlt werden.

Vielleicht erfahre ich hier von anderen noch was, welche Erfahrungen sie gemacht haben, ist doch auch jetzt noch nach so vielen Jahren recht interessant.
Gruß an alle!
Ingrid


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
damals wars und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 12:32 | nach oben springen

#22

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 14:20
von bürger der ddr | 3.579 Beiträge

Zitat von Ährenkranz im Beitrag #21
Ich berichte jetzt nur von dem, wie ich es persönlich von den damaligen Studenten, die in meiner Seminargruppe waren, erfahren habe - wir haben uns schon für alles interessiert und sind auch mit allen ausländischen Stundenten sehr gut ausgekommen.

Das Studium war von August 1973 bis August 1976.

Wir hatten in der Gruppe 5 Vietnamesen, 2 weiblich, 3 männlich.
Alle hatten bereits eine Ausbildung als Lehrer, waren auch ca. 8 - 10 Jahre älter als wir, waren also um die 30 und beherrschten die deutsche Sprache in Wort und Schrift.
Da bis 1975 der Krieg in Vietnam war, wurde Anfang der 70 iger ein Vertag mit Vietnam geschlossen, um Fachkräfte in der DDR weiterzubilden,die aber bereits einen Bildungsabschluß hatten, aber nur Menschen aus Nordvietnam (nach Ende des Krieges dann auch aus Südvietnam - hatte mich wegen letzterem nur mal informiert damals).
Und da wurden diese 5 ausgewählt, finanziert wurde das Studium aus dem Staatshaushalt der DDR.

Ähnlich war es bei den Studenten aus Jemen und Palästina, da hatten wir je 2 männliche in der Gruppe.
Diese wurden vorrangig auch wegen der Kriegssituation in die DDR gebracht.
Da es mehrere Seminargruppen gab, waren ca. 30 Vietnamesen, 10 aus Jemen und 10 aus Palästina an der Fachschule.

Alle Studenten hatten vor Beginn einen Vertrag unterschrieben, dass sie nach Ende ihres Studiums wieder zurück in ihre Heimatländer kehren, unter der Voraussetzung, das kein Krieg mehr ist und sie dann beim Aufbau ihres Landes mit helfen sollten.
Und so erfolgte es auch.

Mit einer Mitstudentin aus Vietnam hatte ich noch paar Jahre brieflichen Kontakt und diese wurde wieder als Lehrerin in Vietnam gebraucht, hatte dann aber eben auch ein abgeschlossenes Maschinenbaustudium, wo sie nebenbei noch vielen Arbeiter ihr Wissen vermittelte, unentgeldlich.
Ihre Familienangehörigen kamen alle im Krieg um, kann mich auch gut erinnern, dass sie täglich auch an ihre Angehörigen gedacht haben und es schon für sie deshalb sehr schwer war.

Ich habe keine Ahnung, wie es an anderen Fachschulen und / oder Hochschulen in diesem Punkt abgelaufen ist, ich habe nur das geschrieben, was ich in persönlichen Gesprächen erfahren habe, unabhängig jetzt, welche Gesetze / Abkommen usw.da von Seiten der DDR - Führung getroffen wurden und sich an diese gehalten wurde oder auch nicht.
Und ob die DDR in irgendeiner Weise dafür doch Geld erhalten hat, weiß ich absolut nicht und es hat mich ehrlich gesagt auch nie interessiert und habe mir da auch nie Gedanken gemacht.

Die ausländischen Studenten erhielten alle das 3 - 4 fache an Stipendium und es war alles genauso kostenlos wie für uns auch (Wohnheim, Essen) und es mußte auch nichts zurückgezahlt werden.

Vielleicht erfahre ich hier von anderen noch was, welche Erfahrungen sie gemacht haben, ist doch auch jetzt noch nach so vielen Jahren recht interessant.
Gruß an alle!
Ingrid



rot - wo bleibt heute so eine Richtlinie, das würde das Elend vor Ort mildern!



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#23

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 14:52
von sentry | 1.077 Beiträge

Wir hatten im Studium verschiedene Kategorien Ausländer. Die "höchste" Form war der Dollarstudent.

Ich schreibe hier nur aus eigener Erfahrung aus einem eigenen kleinen Ausschnitt der Studienwelt in Dresden der späten 80er.

Unsere kamen aus Kamerun. Sie wurden in einem besseren Studentenwohnheim untergebracht als der große Rest der Studenten der gleichen Fachrichtung.
Jedem Dollarstudenten wurde ein einheimischer Betreuerstudent zugeordnet, der dann auch das "Privileg" der besseren Unterbringung genoss - allerdings auch getrennt von seiner Freundes-Zielgruppe hausen musste. So einer war auch ich.
Während die Deutschen meiner Fakultät im Wesentlichen in 6- bis 8-Mannzimmern wohnten, hatte der Dollarstudent ein Zweibettzimmer. 3 Zimmer gemeinsam teilten sich eine Küche und 2 Duschbäder. Jedes Zimmer hatte einen eigenen Kühlschrank.
Die einheimischen Studenten hatten diesen Komfort nicht. Es gab nur Massenküchen und Massenduschen.

Die Kameruner hatten nicht wirklich viel Ahnung über die DDR und die deutsche Teilung. Sie fuhren regelmäßig nach Westberlin oder nach Paris und konnten nicht verstehen, warum uns diese Möglichkeit verwehrt war.
Hier merkten wir schnell, dass Stabü-Unterricht und Politunterricht bei den Grenztruppen irgendwie doch ideologische und argumentative Grenzen hatten. Selbst mit guter Vorbildung geriet man bei deren unbedarften Fragen schnell ins Stocken.

Der Dollarstudent war von allen unangenehmen Pflichten freigestellt. Er brauchte sich z.B. nicht an der Reinigung der Zimmer und Gemeinschaftseinrichtungen beteiligen. Dafür hatte er seinen...sorry...wir haben immer "Neger" gesagt.
Auch sonst regelmäßig zu besetzende Dienste (Einlasskontrollen im Wohnheim, Küchendienst in der Mensa usw.) musste er nicht wahrnehmen.

Der Posten des Betreuerstudenten war dem zu Folge der Loser des Studentenlebens. Man hatte weniger Kontakt zu seinen Kommilitonen als alle anderen Studenten, war also nicht so gut integriert bzw. es hat länger gedauert. Außerdem hatte man die oben beschriebenen Pflichten. Einziger Pluspunkt war, dass die Jungs hochintelligent waren, gerade im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, so dass sie bei diversen Hausarbeiten, Belegen und Seminarvorbereitungen äußerst hilfreich waren.

Ich habe über den Mauerfall hinweg studiert, habe also das kleine Chaos in DD voll miterlebt.
Mit Grenzöffnung in Ungarn wurden in der Neustadt unglaublich viele Wohnungen frei. Mit dem Zusammenbrechen der stark reglementierten Ordnung an den Hochschulen und Universitäten haben viele Studenten, insbesondere auch die Betreuerstudenten ruckartig die Wohnheime verlassen und entschieden, dass die zu Betreuenden jetzt auf eigenen Füßen stehen müssen.
So habe auch ich dann eine frei gewordene Wohnung bezogen und habe in einem Neustadt-Kiez mit vielen anderen (ehemaligen Betreuer-)Studenten die neue Freiheit genossen - zu Hause.

Ich schätze mal, dieses Bild der Integration, des Zusammenlebens im sozialistischen Staat und des Bildungswesens in der DDR wird nicht allen bekannt gewesen sein.
Aber ich nehme an, wir haben einen wertvollen Beitrag zur Devisenbeschaffung geleistet.

[edit: sinnentstellende Tippfehler beseitigt]


Moskwitschka, damals wars, vs1400 und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.06.2016 08:17 | nach oben springen

#24

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 15:17
von Ährenkranz | 839 Beiträge

@sentry

Das mit dem Betreuerstudenten kenne ich wirklich nicht.

Was du angesprochen hast, dass die ausländischen Studenten nach Westberlin reisen durften - das war bei uns auch so.
Alle sind da in regelmäßigen Abständen nach Westberlin und das hat vielfach bei einigen Einheimischen zu Frust schon geführt.
Gerade für diejenigen, die Westverwandtschaft hatten und diese nicht besuchen durften.

Mich hat das nicht gestört, wenn die da mit ihren Konservendosen und Bananen durch die Gegend gerannt sind.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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#25

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 18:11
von Freienhagener | 3.853 Beiträge

Es gab verschiedene Kategorien:

- Studenten aus "sozialistischen Bruderländern" und aus Dritteweltländern mit sozialistischer Orientierung

- studierende Exilanten, z. B. aus Chile

- "Dollarstudenten" aus Dritteweltländern

Von westlichen Studenten ist mir nichts bekannt außerhalb der kommunistischen Weiterbildung.


Einen Aspekt darf man nicht vergessen:

Die DDR-Abschlüsse waren in der alten BRD nicht anerkannt. Das erfolgte erst im Zuge der Wiedervereinigung.

Auch ohne dies waren die DDR-Universitäten im Westen "no name".

Bekanntlich ist es auch wichtig, an welcher Uni man seinen Abschluß macht. Im Extremfall strebte man nach Oxford und an keine "Karl-Marx-Universität".
Bei Letzterer hätte allein der Name auf dem Diplom abschreckend auf westdeutsche Arbeitgeber gewirkt.

(Übersiedler aus dem Westen mußten mit der BRD bis 1989 abschließen, so auch Merkel. Sie und Biermann wurden DDR-Bürger.
Ganz unberühmte "Wessis" hatten wir vereinzelt auch in unserem VEB. Das waren ganz normale Kollegen, ggf. mit anderem Dialekt, die über ihre Herkunft nicht redeten)


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 18:17 | nach oben springen

#26

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 18:17
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Freienhagener , ich vermute mal das Dir ein Denkfehler mit Deiner Aussage "Die DDR-Abschlüsse waren in der alten BRD nicht anerkannt." unterlaufen ist. Denn wenn es so gewesen wäre dann hätte kein Hochschulabsolvent, kein Facharbeiter der vor 1989 in die BRD wechselte dort eine Arbeit entsprechend seiner Qualifikation bekommen können .......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#27

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 18:23
von Freienhagener | 3.853 Beiträge

Anerkennung der DDR-Studien-Abschlüsse war ein Thema der Wiedervereinigung.

Die wenigen DDR-Flüchtlinge hat man zuvor wohl aus Prinzip untergebracht - mit schlechteren Aufstiegschancen - ganz gewiß.

Aber es wurde nach Westdeutschen an DDR-Unis gefragt.
Für die wäre ein DDR-Abschluß schlecht für die Karriere gewesen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 18:26 | nach oben springen

#28

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 18:45
von eisenringtheo | 9.158 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #27
Anerkennung der DDR-Studien-Abschlüsse war ein Thema der Wiedervereinigung.

Die wenigen DDR-Flüchtlinge hat man zuvor wohl aus Prinzip untergebracht - mit schlechteren Aufstiegschancen - ganz gewiß.

Aber es wurde nach Westdeutschen an DDR-Unis gefragt.
Für die wäre ein DDR-Abschluß schlecht für die Karriere gewesen.


So pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt überall wissenschaftliche Koryphäen. Wer einen Doktortitel erlangen will, sollte möglichst einen Doktorvater finden, der in der Welt der Wissenschaft ein hohes Renommée geniesst. Das ist gut für die eigene Karriere. Ein Doktortitel einer naturwissenschaftlichen Fakultät der DDR oder in Ingenieurwissenschaft muss also nicht zwangsläufig schlecht für die Karriere sein. Es stellt sich natürlich die Frage, ob es in der DDR Wissenschaftler/Professoren mit Weltruf gegeben hat.
Theo


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#29

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 18:55
von Freienhagener | 3.853 Beiträge

Theo, Du selbst hast keine Infos. Tatsächlich waren DDR-Unis im Westen doch "no name".

Koryphäen sind immer die Ausnahme.
Und es geht gerade nicht um damals übergesiedelte DDR-Akademiker mit Berufserfahrung und gutem Ruf und schon gar nicht um heutige Karrieren.
Abgesehen vom Rechtlichen war der Ruf der DDR-Akademiker im Westen auch nach 1990 erst mal nicht gut - ein Vorurteil.

Es geht um die Frage von westdeutschen Studenten an DDR-Universitäten, die erst mal was werden wollten und sich mit ihrem Abschluß bewerben mußten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 18:56 | nach oben springen

#30

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 19:22
von eisenringtheo | 9.158 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #29
Theo, Du selbst hast keine Infos. Tatsächlich waren DDR-Unis im Westen doch "no name".
(...)


Das denke ich auch. Es sind wohl am ehesten Germanistik Studenten aus nichtdeutschen Ländern in die DDR gekommen. Ein Studienjahr in der DDR war wesentlich billiger als in der BRD oder in Österreich.
Theo


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#31

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 19:36
von Freienhagener | 3.853 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30

Das denke ich auch. Es sind wohl am ehesten Germanistik Studenten aus nichtdeutschen Ländern in die DDR gekommen. Ein Studienjahr in der DDR war wesentlich billiger als in der BRD oder in Österreich.
Theo


Ja, Germanistik - aber noch mehr in technischen Fächern.
Woher, darüber habe ich oben geschrieben.

Persönliche (private) Erfahrung: Nordkoreanische und vietnamesische Freunde bei den Germanisten (neben afrikanischen Studenten) und vietnamesische Kommilitoninnen in meiner Ingenierschule. Meine vietnamesische Frau woanders, im Fach Polygrafie.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 19:41 | nach oben springen

#32

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 20:35
von seaman | 3.487 Beiträge

Dollarstudenten gab es sogar bei der NVA.
Durften während ihrer z.t. 4 jährigen Ausbildung nicht in das NSW reisen und waren später in ihren Ländern führende Militärs, bis heute.
So schlecht war die Ausbildung garantiert nicht.Nautische Marineoffiziere ,Maschinen Ings, und Kampfschwimmer.
Ähnliches könnte ich über die Seefahrtsschule Wustrow berichten.

seaman


damals wars, Lutze und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 20:37 | nach oben springen

#33

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 20:50
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Freienhagener im Beitrag #27
Anerkennung der DDR-Studien-Abschlüsse war ein Thema der Wiedervereinigung.

Die wenigen DDR-Flüchtlinge hat man zuvor wohl aus Prinzip untergebracht - mit schlechteren Aufstiegschancen - ganz gewiß.

Aber es wurde nach Westdeutschen an DDR-Unis gefragt.
Für die wäre ein DDR-Abschluß schlecht für die Karriere gewesen.


So pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt überall wissenschaftliche Koryphäen. Wer einen Doktortitel erlangen will, sollte möglichst einen Doktorvater finden, der in der Welt der Wissenschaft ein hohes Renommée geniesst. Das ist gut für die eigene Karriere. Ein Doktortitel einer naturwissenschaftlichen Fakultät der DDR oder in Ingenieurwissenschaft muss also nicht zwangsläufig schlecht für die Karriere sein. Es stellt sich natürlich die Frage, ob es in der DDR Wissenschaftler/Professoren mit Weltruf gegeben hat.
Theo


Lehrer wurden gern genommen und dann wohl noch mal nachgeschult.
Auch Ärzte wurden gern gesehen.
So ne Säuferleber sah im Westen auch nicht besser aus.
Und Manne durfte im Westen auch gleich wieder auf den Bock


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 20:52 | nach oben springen

#34

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 20:57
von eisenringtheo | 9.158 Beiträge

Aus welchen Staaten kam die Dollarstudenten der NVA? Libyen? Die hatten Devisen und auch ein Meer....

Bundesarchiv Bild 183-K1102-032, Berlin, Brandenburger Tor, Yasser Arafat.jpg
Von Bundesarchiv, Bild 183-K1102-032 / Franke, Klaus / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5434699


Theo


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#35

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 21:00
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #34
Aus welchen Staaten kam die Dollarstudenten der NVA? Libyen? Die hatten Devisen und auch ein Meer....
Von Bundesarchiv, Bild 183-K1102-032 / Franke, Klaus / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5434699
Theo


Richtig, aus Libyen zum Beispiel.
seaman


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 21:02
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #22
Zitat von Ährenkranz im Beitrag #21
Ich berichte jetzt nur von dem, wie ich es persönlich von den damaligen Studenten, die in meiner Seminargruppe waren, erfahren habe - wir haben uns schon für alles interessiert und sind auch mit allen ausländischen Stundenten sehr gut ausgekommen.

Das Studium war von August 1973 bis August 1976.

Alle Studenten hatten vor Beginn einen Vertrag unterschrieben, dass sie nach Ende ihres Studiums wieder zurück in ihre Heimatländer kehren, unter der Voraussetzung, das kein Krieg mehr ist und sie dann beim Aufbau ihres Landes mit helfen sollten.
Und so erfolgte es auch.


Gruß an alle!
Ingrid



rot - wo bleibt heute so eine Richtlinie, das würde das Elend vor Ort mildern!



Wo bleibt auch nur ein sinnvoller Beitrag von Dir?

Jetzt wird er wieder meinen Satz umstellen, mehr kann man auch nicht erwarten...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#37

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 21:06
von damals wars | 12.113 Beiträge

Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#38

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 22:34
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

1984 auf der Leipziger Messe: "Ihr Problem - unsere Lösung - Wissen, Technologie und Leistungen aus der DDR". Angeboten wurden 30 Grundrichtungen in der kommerzuiellen Aus - un Weiterbildung mit einem differenzierten Angebot für westliche und Entwicklungsländer. So zu lesen in Studenten aus der Dritten Welt in beiden deutschen Staaten https://books.google.de/books?id=irhVi0g...r%20DDR&f=false

Und wenn man ein wenig weiterbuddelt, dann kommt man auf den Begriff Export immaterieller Leistungen https://www.deutsche-digitale-bibliothek...MTY5VSX674JFBBO

Und ob wirklich das Wissen und die Erfahrungen von Universitäten und Hochschulen im "Westen" links liegen gelassen wurden, bezweifle ich. Auf wissenschaftlicher Ebene gab es sehr viele Kontakte.

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

Ährenkranz hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 22:35 | nach oben springen

#39

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 23:28
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Etwas OT, aber weil sich meine Schule in unmittelbarerer Nähe der Hochschule für Ökonomie in Berlin befand ( mit vielen ausländischen Studenten ) und mein Schulweg täglich an dessen Gebäudekomplex vorbei führte, hier mal ein Blick auf ein Studentenwohnheim aus unterschiedlichen Winkeln:

https://www.howoge.de/fileadmin/user_upl...he-FOTOBAND.pdf

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

zuletzt bearbeitet 06.06.2016 23:35 | nach oben springen

#40

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 07.06.2016 21:07
von furry | 3.562 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #38


Und ob wirklich das Wissen und die Erfahrungen von Universitäten und Hochschulen im "Westen" links liegen gelassen wurden, bezweifle ich. Auf wissenschaftlicher Ebene gab es sehr viele Kontakte.
Moskwitschka


Erinnert sei auch an die Fachbücher (z.B. Fischer Verlag), denen man bei den westdeutschen Berufskollegen wieder begegnete und das sicher nicht nur des Preises wegen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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