#1

Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 13:34
von karl143 (gelöscht)
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Man konnte im Westen ja immer wieder über den unheimlich hohen Grad der Gefechtsbereitschaft bei der NVA lesen. Das bedeutete, eine sehr kurze Vorlaufzeit bei irgendwelchen Lagen. Der Nachteil für die Soldaten: sehr wenig freie Wochenenden, kaum Familienheimfahrten, wenig Ausgang. Während die Bundeswehr auch in Zeiten des kalten Krieges über dreiviertel der Soldaten am Wochenende zur Familie schickte (Bundeswehrralley) waren im Osten die Kasernen auch am Wochenende belegt. Das muß doch auch frustrierend gewesen sein. Unsereiner fand es schon schlimm, wenn am Wochenende mal eine Grenzstreife, Wache, oder ein Einsatz an einem Atomkraftwerk oder ä. stattfand. Obwohl es dafür auch noch einen tollen Ausgleich sowie finanzielle Zuwendungen gab.


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#2

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 14:18
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

ja @karl143, dieser hohe grad der gefechtsbereitschaft (über 80 des personals musste verfügbar sein) sorgt heute noch, wegen der damit verbundenen persönlichen nachteile (bereits von dir benannt), für unmut bei allen soldaten.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#3

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 14:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Na ja, die Mehrzahl von uns kam gar nicht auf die Idee, es könnte bei euch anders sein. Schließlich haben wir schon aus Prinzip praktisch jederzeit mit eurem Angriff zur Bic-Mäc Agression gerechnet. Und wer weiß, vielleicht habt ihr eure Leute nur deshalb so unfair in´s Wochenende geschickt, um daheim eine ungeheure Armee aufzubauen. Na gut, klingt ein bischen nach Radio Jerewan.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 15:27
von NPKCA (gelöscht)
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Nicht zu vergessen die Situation zu den Feiertagen. Da wurde "großzügig" die Hälfte der Einheit Weihnachten und die andere Hälfte Silvester nach Hause geschickt. Der jeweilige Rest hat dann 12h Schichten im GD geschoben oder Objektwache im GAR. Das ging im GAR zugweise. Also hat es immer einen angeschi...- die Familienväter wenn sie erst Silvester fahren durften und die Ledigen wenn sie Weihnachten mussten (Silvester war zu Hause mehr Party). Später auf der Einheit konnte man grob seine Wünsche äußern und mit etwas Glück ist man auch so dran gekommen oder konnte tauschen.


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#5

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 15:37
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von NPKCA
Also hat es immer einen angeschi...

Oftmals war sogar noch viel mehr Anschi... möglich. Bei uns z.B. konnte nur ein Drittel der Einheit in Urlaub gehen. Da gab's dann auch ein paar arme Vögel, die zwar Urlaub hatten, aber weder Weihnachten noch Silvester zu Hause waren. Hauptgewinn sozusagen.
Ich hab's im Ausbildungshalbjahr Silvester nach Hause geschafft (Ich war Single ).
Ein Jahr später war ich dann Weihnachten zu Hause, hatte aber dann als Postenführer Grenzdienst in der Silvesternachtschicht (Ich war immer noch Single )


zuletzt bearbeitet 02.07.2009 15:38 | nach oben springen

#6

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 15:44
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

na da konntest du ja keine frau finden.und in marienborn war die auswahl seeeehr mager


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#7

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 15:57
von bruno | 598 Beiträge

während meiner 3 monatigen ausbildung, hätte ich 2mal in den ausgang gekonnt.
beim ersten mal war gorbi zum staatsbesuch im westen ---also erhöhte alarmbereitschaft---ausgang gestrichen
beim zweiten mal hatte ich mir 6 stunden vordem ausgang den fuß verstaucht.
pro ausbildungskompanie (ca. 90 mann) durften immer nur 5 mann in den ausgang.


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#8

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 21:11
von muts | 89 Beiträge

In der Ausbildung hatte ich nie Probleme mit Ausgang. Das war sogar ein bißchen wie Urlaub. Meine Freundin wohnte 45 Zugminuten entfernt, so daß sie eigentlich jeden Sonntag da war. Merkwürdigerweise wollten recht wenige den langen Sonntag-Dienstfrei-Ausgang nutzen, so daß ich mich fast jeden Sonntag mit meiner Freundin außerhalb der Kaserne treffen konnte.
Sorry, an Die die weiter weg wohnten und dieses Privileg nicht nutzen konnten.

In der Grenzkompanie war das dann vorbei.
Eigentlich war man nur am Tage zählen.
Wieviele Tage bis zum nächsten Urlaub? Wieviele Tage bis zum Heimgang ?
Die Zahlen waren immer viel zu groß, gerade für Männer oder Jungs im besten zeugungsfähigen Alter.
Frustrierend war das schon, wenn man bedenkt, daß der Soldat im Grundwehrdienst Anspruch auf neun mal Urlaub in 18 Monaten hatte. Dabei war jeder Urlaub eigentlich nicht mehr als ein verlängertes Wochenende.
Aber als Trost den Soldaten der Sowjetarmee ging es da noch viel schlechter.

Gruß
Matthias


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#9

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 02.07.2009 21:14
von PF75 | 3.292 Beiträge

In der GA in potsdam hatten wir in einem bestimmten Rythmus diensthabende einheit,da hat man sozusagen ständig auf dem Sprung gestanden man durfte noch nichtmal ins Kino,war im nebengebäude,koppel hing mit allem drum und drann ständig griffbereit am bett.Mit diensten an feiertagen hatte ich auch immer glück,heiligabend Nachtschicht(zugführer für bescherung zu hause absetzen,vor der tür warten und dann anschließend ab in den bereich,silvester tagschicht konnte man wenigsten in der kompanie noch mit Cola anstoßen).urlaub hatte ich ersze weihnachtsrate,also bis zum 20.12.(VKU)und während der letzten festagsrate in der ersten januarwoche hatten wir eine Lage(von der GÜSt war einer abgehauen 4tage Hälftediesnt davon 3 nachtschichten).außerdem kamen dann noch die normalen A-gruppe dazu so das man teilweise fast 2tage im dienst war.


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#10

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 03.07.2009 21:19
von NPKCA (gelöscht)
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Zitat von muts

Aber als Trost den Soldaten der Sowjetarmee ging es da noch viel schlechter.

Gruß
Matthias


Stimmt, die armen Schweine waren deutlich schlechter dran. Die taten mir wirklich leid. Ich hatte das "Vegnügen" am Heiligabend '87 am Tor Wache zu schieben und die sowjetische Abordnung von der benachbarten Panzereinheit Halberstadt rein zu lassen. Die waren zu einer kleinen Feier mit bunten Tellern usw. eingeladen. Ich glaube, die haben bei uns ein richtiges Festmahl gehabt.
Komischerweise gab es sonst keine Kontakte zum "Waffenbruder".


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#11

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 03.07.2009 21:57
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Aber als Trost den Soldaten der Sowjetarmee ging es da noch viel schlechter.

Gruß
Matthias
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Das stimmt---In Halberstadt-Spiegelsberge habe ich selber gesehen,mussten sie einen Waggon mit Kohle mit bloßen Händen entladen.Obwohl 30m weiter ein Greifbagger stand.In Magdeburg sah ich wie so ein Offizier mit seiner Matroschka auf den Bahnsteig lief und in würdigen Abstand musste der Moschkote den sein Gepäck hinterher schleppen.Nur weil diese faule Socke von einen Offizier zu faul war sein Gepäck selber zu tragen.Nun muß man sich mal vorstellen,das in der Öffentlichkeit,was der Moschkote für Gedanken im Kopf gehabt haben muß.Er muß sich gefühlt haben,wie ein Leibeigener.
In der GK kamen mal welche aus Hagenow,gegen die haben wir Fußball gespielt.Wir, wie üblich in rotgelb und Turnschuhe--die anderen in ihrer Ausgangsuniform.Ergebniss möchte ich eigendlich nicht nennen,aber wir haben so lange gespielt bis sie gewonnen haben.Danach gab es Kaffee,Club Cola und Zigaretten.Man hat es den Moschkoten angesehen,die waren so was von Glücklich aus ihren Saustall mal rauszukommen.


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#12

RE: Der hohe Grad der Gefechtsbereitschaft der NVA

in Grenztruppen der DDR 04.07.2009 09:52
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@ rostocker, dieses adjudantenwesen gab es in deutschland noch bei der wehrmacht. jeder offizier hatte einen pagen zum stiefelputzen, koffer tragen etc.
in den bewaffneten organen der ddr wurdes dieses zum glück nicht übernommen.
in der sowjetarmee wurde jedoch dieses relikt aus den dortigen zarenzeiten weiter geführt und zeigte uns, beim erkennen, doch mittelalterliche zustände an.
in meinen augen vertrug sich das pagen-wesen auch nicht mit den grundwerten des sozialismus.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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