#1

Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 21.08.2013 22:55
von Marienborn89 | 862 Beiträge

Im August/September 1994 war der Abzug der ehemals sowjetischen Streitkräfte aus dem Gebiet der ehemaligen DDR vollzogen. Die Rechtsnachfolge der UdSSR übernahm die Russische Föderation.

Kann jemand Angaben über die Praxis der Auflösung der Sowjetarmee machen? Wie wurde die Armee aufgelöst? Zogen ehemalige, aus der SU ausgetretene Republiken ihre Soldaten/Staatsbürger sofort ab oder wurde die Armee nach und nach von einer GUS-Organisation abgewickelt?

Die Zeiten der Abwicklung müssen ja recht chaotisch gewesen sein - einmal in den GUS-Staaten selbst und einmal in der ehemaligen DDR, wo ich mich noch an riesige Flohmärkte(?) erinnern kann, wo massenhaft Militaria verkauft worden sind.


zuletzt bearbeitet 21.08.2013 23:02 | nach oben springen

#2

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 21.08.2013 23:30
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Nein chaotisch kann man den Abzug nicht bezeichnen. Er lief schon recht geordnet ab.Es ging schließlich um eine riesen Armee ca. 500.000 Mann mit sehr viel schwerer Technik. Das war schon eine gewaltige logistische Leistung. Konnte es teilweise in Schwerin und Neustrelitz miterleben. Das dabei einige ihr eigenes Süppchen(verkaufen was zu verkaufen ging) gekocht haben na ja...aber das war nur Kleinkram...einen T90 gab es sicher nicht auf dem Flohmarkt

Übrigens kenn ich einige Offiziere, die waren nach einem Jahr wieder hier und sind heute ehrenwerte deutsche Staatsbürger. teilweise wurden sie hinter den Ural mit ihren Einheiten und Familien verbracht. Gefiel ihnen da gar nicht


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#3

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 00:29
von Moskwitschka (gelöscht)
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Der chaotische Eindruck entsteht nicht zuletzt durch unzählige Dokumentationen über verlassene sowjetische/russische Standorte in der ehemaligen DDR. Zwar kann man den Standard von sowjetischen Kasernen nicht mit deutschen vergleichen, doch die Verwahrlosung ist in der Zeit danach entstanden.

Viele der ehemals in der DDR stationierten Soldaten und Offiziere stehen heute noch in Kontakt. Ich kenne 2 Foren, wo es einen regen Austausch über die Zeit der Stationierung in der DDR gibt. Ähnlich wie hier in diesem Forum. Und ganz besonderes Interesse besteht bei ihnen, was aus ihren Standorten und den Städten geworden ist, wo sie, wie mir ein Ehemaliger schrieb - "Zwei Jahre ihrer Jugend verbracht haben".

LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 22.08.2013 00:32 | nach oben springen

#4

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:00
von Marienborn89 | 862 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #2
Nein chaotisch kann man den Abzug nicht bezeichnen. Er lief schon recht geordnet ab.Es ging schließlich um eine riesen Armee ca. 500.000 Mann mit sehr viel schwerer Technik. Das war schon eine gewaltige logistische Leistung. Konnte es teilweise in Schwerin und Neustrelitz miterleben. Das dabei einige ihr eigenes Süppchen(verkaufen was zu verkaufen ging) gekocht haben na ja...aber das war nur Kleinkram...einen T90 gab es sicher nicht auf dem Flohmarkt

Übrigens kenn ich einige Offiziere, die waren nach einem Jahr wieder hier und sind heute ehrenwerte deutsche Staatsbürger. teilweise wurden sie hinter den Ural mit ihren Einheiten und Familien verbracht. Gefiel ihnen da gar nicht


Ja stimmt, das habe ich auch gehört und habe auch viele Fotos gesehen, die die Züge mit dem schweren Material zeigen.

Aber die Zustände in den ehemaligen Republiken sollen ja sehr unübersichtlich gewesen sein, jedenfalls wenn man den Berichten glauben darf: Generäle hatten plötzlich keine Vorgesetzten mehr und bewegten sich im rechtsfreien Raum, Sold wurde nicht ausbezahlt, keiner sah sich für manche Einheiten verantwortlich. Es gibt ja Beschreibungen über illegalen Waffenhandel - vor allem im Zusammenhang mit dem im letzten Jahr verurteilten Waffenhändler Wiktor But - wo viel Material von Soldaten verschachert wurde, teilweise einfach, weil sie keinen Sold bekamen und sich nicht anders zu helfen wussten.

Aber auch in Deutschland müssten doch Einheiten, die sich aus Soldaten aus allen Sowjetrepubliken zusammensetzten, ab 1992 umstrukturiert worden sein?! Ukrainer, Kasachen, Georgier usw. können doch 93/94 nicht immer noch Teil der russischen Streitkräfte gewesen sein, oder !?


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#5

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:05
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #2
Nein chaotisch kann man den Abzug nicht bezeichnen. Er lief schon recht geordnet ab.Es ging schließlich um eine riesen Armee ca. 500.000 Mann mit sehr viel schwerer Technik. Das war schon eine gewaltige logistische Leistung. Konnte es teilweise in Schwerin und Neustrelitz miterleben. Das dabei einige ihr eigenes Süppchen(verkaufen was zu verkaufen ging) gekocht haben na ja...aber das war nur Kleinkram...einen T90 gab es sicher nicht auf dem Flohmarkt

Übrigens kenn ich einige Offiziere, die waren nach einem Jahr wieder hier und sind heute ehrenwerte deutsche Staatsbürger. teilweise wurden sie hinter den Ural mit ihren Einheiten und Familien verbracht. Gefiel ihnen da gar nicht



Bin ich mir nicht so sicher.Nicht auf dem Flohmarkt, aber im Umfeld der Standorte hat manche Kaschi den Besitzer gewechselt.


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#6

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:28
von Stuelpner | 170 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #5


Bin ich mir nicht so sicher.Nicht auf dem Flohmarkt, aber im Umfeld der Standorte hat manche Kaschi den Besitzer gewechselt.


Mir haben sie eine für meinen Lada 2105 angeboten (1992).

Gruß Stuelpner


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#7

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:37
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #3
Der chaotische Eindruck entsteht nicht zuletzt durch unzählige Dokumentationen über verlassene sowjetische/russische Standorte in der ehemaligen DDR. Zwar kann man den Standard von sowjetischen Kasernen nicht mit deutschen vergleichen, doch die Verwahrlosung ist in der Zeit danach entstanden.

Viele der ehemals in der DDR stationierten Soldaten und Offiziere stehen heute noch in Kontakt. Ich kenne 2 Foren, wo es einen regen Austausch über die Zeit der Stationierung in der DDR gibt. Ähnlich wie hier in diesem Forum. Und ganz besonderes Interesse besteht bei ihnen, was aus ihren Standorten und den Städten geworden ist, wo sie, wie mir ein Ehemaliger schrieb - "Zwei Jahre ihrer Jugend verbracht haben".

LG von der grenzgaengerin


Ich kann mir ja vieles vorstellen aber das der einfache Soldat großes Interesse daran hat was aus seinen alten Standort geworden ist, wo viele der Soldaten fast wie Gefangene gelebt bzw. von den Vorgesetzten schikaniert wurden, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Ich habe mal vor einigen Jahren ein Bericht über eine aufgegebene Raketenbasis in Sibirien gesehen, die Doku nannte sich "die Stadt der Frauen". War wirklich erschreckend und auch kein Vergleich mit den stationierten Offizieren und Soldaten hier. Die Männer wurden versetzt ans andere Ende des Landes aber es gab keine Möglichkeiten Ihre Familien mitzunehmen, so lebten die Frauen und Kinder in Wohnblocks mitten in der Taiga wo es nichts weiter gab als Wildnis und mussten sehen das sie irgendwie über die Runden kamen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#8

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:47
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Wie war das eigentlich mit den Leistungen der Bundesrepublik bestellt, Wohnunterkünfte für ganze Truppenteile in der (noch...nicht mehr) UdSSR zu bauen? Gibt es darüber Dokumente, Ansichten mit Fotos etc? Und wurden diese Leistungen auch vertraglich voll erfüllt? Oder wurde da mancher Standortkommandeur dann zum Millionär?

Kennt sich da Einer aus?

Lebensläufer

Einen guten Tag allen ins Forum


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#9

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:49
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Duck im Beitrag #7


Ich kann mir ja vieles vorstellen aber das der einfache Soldat großes Interesse daran hat was aus seinen alten Standort geworden ist, wo viele der Soldaten fast wie Gefangene gelebt bzw. von den Vorgesetzten schikaniert wurden, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Ich habe mal vor einigen Jahren ein Bericht über eine aufgegebene Raketenbasis in Sibirien gesehen, die Doku nannte sich "die Stadt der Frauen". War wirklich erschreckend und auch kein Vergleich mit den stationierten Offizieren und Soldaten hier. Die Männer wurden versetzt ans andere Ende des Landes aber es gab keine Möglichkeiten Ihre Familien mitzunehmen, so lebten die Frauen und Kinder in Wohnblocks mitten in der Taiga wo es nichts weiter gab als Wildnis und mussten sehen das sie irgendwie über die Runden kamen.


Das eine schließt das andere nicht aus.

Und genauso wie hier im Forum Erinnerungen von einfachen Wehrdienstleistenden ausgetauscht werden, passiert das auch in Russland. Ihr könnt hier bei Lust und Laune die ehemaligen Wirkungsstätten aufsuchen. Aus dem fernen Russland ist das schon schwieriger.

Ich würde hier gerne die links zu den Foren reinstellen. Aber bei dem "Russenhass", der hier vereinzelt im Forum durchschimmert, spare ich mir das. Angriffe aus Deutschland brauchen die Jungs nicht.

LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 22.08.2013 12:50 | nach oben springen

#10

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 12:55
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Mir könntest du die Links per PN bitte zukommen lassen. Der Rainer interessiert sich sehr dafür, was mit Hintergrund meiner 15 Jahre Arbeit in den Kasernen der GSSD gut zu begründen wäre.

Danke im voraus Grenzvergaengerin

Lebensläufer


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#11

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 13:06
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #9
Zitat von Duck im Beitrag #7


Ich kann mir ja vieles vorstellen aber das der einfache Soldat großes Interesse daran hat was aus seinen alten Standort geworden ist, wo viele der Soldaten fast wie Gefangene gelebt bzw. von den Vorgesetzten schikaniert wurden, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Ich habe mal vor einigen Jahren ein Bericht über eine aufgegebene Raketenbasis in Sibirien gesehen, die Doku nannte sich "die Stadt der Frauen". War wirklich erschreckend und auch kein Vergleich mit den stationierten Offizieren und Soldaten hier. Die Männer wurden versetzt ans andere Ende des Landes aber es gab keine Möglichkeiten Ihre Familien mitzunehmen, so lebten die Frauen und Kinder in Wohnblocks mitten in der Taiga wo es nichts weiter gab als Wildnis und mussten sehen das sie irgendwie über die Runden kamen.


Das eine schließt das andere nicht aus.

Und genauso wie hier im Forum Erinnerungen von einfachen Wehrdienstleistenden ausgetauscht werden, passiert das auch in Russland. Ihr könnt hier bei Lust und Laune die ehemaligen Wirkungsstätten aufsuchen. Aus dem fernen Russland ist das schon schwieriger.

Ich würde hier gerne die links zu den Foren reinstellen. Aber bei dem "Russenhass", der hier vereinzelt im Forum durchschimmert, spare ich mir das. Angriffe aus Deutschland brauchen die Jungs nicht.

LG von der grenzgaengerin





Findest Du das hier "Russenhass" im Forum durchschimmert? Hmm woran das wohl liegt? Ich für meine Person bin weder das eine noch das andere und das soll es von mir zu diesem Thema auch gewesen sein.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#12

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 13:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #10
Der Rainer interessiert sich sehr dafür, was mit Hintergrund meiner 15 Jahre Arbeit in den Kasernen der GSSD gut zu begründen wäre.





Da isser wieder, der AKüFi.

Ich geb ja zu, dass es hier nur wenige Ex-Wessis gibt. Und ich vermute mal, dass 90 % deer hier Lesenden oder mehr mit der Abkürzung etwas anfangen können. Dennoch: Denkt bitte an die armen Wenigen, denen der Kompass durch den Abkürzungsdschungel fehlt.

Ich beantrage Minderheitenschutz !!


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#13

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 13:12
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Duck im Beitrag #11


Findest Du das hier "Russenhass" im Forum durchschimmert? Hmm woran das wohl liegt? Ich für meine Person bin weder das eine noch das andere und das soll es von mir zu diesem Thema auch gewesen sein.



Ich wollte Dich mit meinem Beitrag nicht persönlich ansprechen.Entschuldigung.

Es ist meine persönliche Wahrnehmung nach Beiträgen zu unterschiedlichen Themen, die mich hindert die links zu veröffentlichen.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 22.08.2013 13:12 | nach oben springen

#14

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 13:15
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Entschuldige Dandelion. GSSD heißt glaube so viel wie "Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland"

Lebensläufer


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#15

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 13:33
von damals wars | 12.145 Beiträge

Der "Abzug" begann schon bei Gorbatschow. Da duften die zukünftigen Studenten in die Heimat.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#16

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 14:23
von Gelöschtes Mitglied
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Der Abzug der Sowjetarmee hinterließ auch in unserer Familie seine Spuren. Vordergründig traf es dabei die jüngste Schwester meiner Mutter. Sie war Angehörige der Sowjetarmee und versah ihren Dienst als Major in den rückwärtigen Einheiten der Roßlauer Garnison. Am 14. Dezember 1990 zogen die letzten sowjetischen Truppen der hier stationierten 7. Gardepanzerdivision ab. Tage zuvor wurde meine Tante nach über 30-jähriger Dienstzeit mit allen militärischen Ehren aus den Reihen der Sowjetarmee verabschiedet. Das bedeutete für sie zugleich der Gang in die Arbeitslosigkeit. Dolmetscher für Russisch, damals unvorstellbar. Hinzu kamen Beschimpfungen und Beleidigungen aus dem Umfeld der schlimmsten Art. Sie hat in der Folge psychisch diese Umstände nicht verarbeitet, ist stark depressiv geworden und nach einigen Jahren viel zu früh verstorben.

Vierkrug


Jobnomade, Marienborn89 und Lebensläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 16:16
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #9
Zitat von Duck im Beitrag #7


Ich kann mir ja vieles vorstellen aber das der einfache Soldat großes Interesse daran hat was aus seinen alten Standort geworden ist, wo viele der Soldaten fast wie Gefangene gelebt bzw. von den Vorgesetzten schikaniert wurden, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Ich habe mal vor einigen Jahren ein Bericht über eine aufgegebene Raketenbasis in Sibirien gesehen, die Doku nannte sich "die Stadt der Frauen". War wirklich erschreckend und auch kein Vergleich mit den stationierten Offizieren und Soldaten hier. Die Männer wurden versetzt ans andere Ende des Landes aber es gab keine Möglichkeiten Ihre Familien mitzunehmen, so lebten die Frauen und Kinder in Wohnblocks mitten in der Taiga wo es nichts weiter gab als Wildnis und mussten sehen das sie irgendwie über die Runden kamen.


Das eine schließt das andere nicht aus.

Und genauso wie hier im Forum Erinnerungen von einfachen Wehrdienstleistenden ausgetauscht werden, passiert das auch in Russland. Ihr könnt hier bei Lust und Laune die ehemaligen Wirkungsstätten aufsuchen. Aus dem fernen Russland ist das schon schwieriger.

Ich würde hier gerne die links zu den Foren reinstellen. Aber bei dem "Russenhass", der hier vereinzelt im Forum durchschimmert, spare ich mir das. Angriffe aus Deutschland brauchen die Jungs nicht.

LG von der grenzgaengerin





Aber interessant wuerde das schon sein !
Wieso Russenhass ?habe ich so nicht festgestellt,in welcher Form denn ?
Oder bin ich wieder einer der nicht wissenden ?


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#18

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 16:17
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #16
Der Abzug der Sowjetarmee hinterließ auch in unserer Familie seine Spuren. Vordergründig traf es dabei die jüngste Schwester meiner Mutter. Sie war Angehörige der Sowjetarmee und versah ihren Dienst als Major in den rückwärtigen Einheiten der Roßlauer Garnison. Am 14. Dezember 1990 zogen die letzten sowjetischen Truppen der hier stationierten 7. Gardepanzerdivision ab. Tage zuvor wurde meine Tante nach über 30-jähriger Dienstzeit mit allen militärischen Ehren aus den Reihen der Sowjetarmee verabschiedet. Das bedeutete für sie zugleich der Gang in die Arbeitslosigkeit. Dolmetscher für Russisch, damals unvorstellbar. Hinzu kamen Beschimpfungen und Beleidigungen aus dem Umfeld der schlimmsten Art. Sie hat in der Folge psychisch diese Umstände nicht verarbeitet, ist stark depressiv geworden und nach einigen Jahren viel zu früh verstorben.

Vierkrug


Warum wurde sie beschimpft und beleidigt ?


zuletzt bearbeitet 22.08.2013 16:28 | nach oben springen

#19

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 16:24
von Gelöschtes Mitglied
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Sie ist mit den Beschimpfungen und Beleidigungen aus dem Lebens- und Wohnumfeld nicht klar gekommen - man hatte ja gewußt, wo sie beschäftigt war - schließlich trug sie die Uniform der Sowjetarmee. Sie hat sich immer mehr zurück gezogen und ist dann seelisch regelrecht zerfallen. Ich weiß nicht, ob ich diese Art von Beleidigungen und Beschimpfungen so lange ertragen hätte.
Jeder Leprakranke wird würdevoller behandelt.

Vierkrug


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#20

RE: Auflösung und Abzug der Sowjetarmee

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 22.08.2013 16:44
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #19
Sie ist mit den Beschimpfungen und Beleidigungen aus dem Lebens- und Wohnumfeld nicht klar gekommen - man hatte ja gewußt, wo sie beschäftigt war - schließlich trug sie die Uniform der Sowjetarmee. Sie hat sich immer mehr zurück gezogen und ist dann seelisch regelrecht zerfallen. Ich weiß nicht, ob ich diese Art von Beleidigungen und Beschimpfungen so lange ertragen hätte.
Jeder Leprakranke wird würdevoller behandelt.

Vierkrug


Kann das nachvollziehen.
Jeder schafft das nicht.
seaman


zuletzt bearbeitet 22.08.2013 16:44 | nach oben springen



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