#1561

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 08.05.2014 22:26
von Hans | 2.166 Beiträge

Ach so : Noch was zum Auseinanderhalten von U- und S-Bahnhöfen. ( In meinen Geschreibsel.)
Ich halte mich da bei Bezeichnungen (fast) immen an die Betriebsregelung des jeweiligen Betriebes .
Also : Bf = Bahnhof -Reichsbahn ; Bhf = Bahnhof - U-Bahn ; Bahnhofsabkürzungen : Fr - Französische Straße -U-Bahn ; ORU - Oranienburger Straße (Unten) - S- Bahn. Man merkt den Unterschied? Wird aber tatsächlich von beiden Einrichtungen so praktiziert.
73 Hans
Und -nachträglich für Graf K. --- die (eine) allgemeine Beschreibung der Sicherungsmaßnahmen auf den Geisterbahnhöfen ist u.a. in #918 : Warum hatte Ede es auf den Geisterbahnhöfen so schwer ? vorhanden. Langsam muß mal eine Threat-Übersicht gefertigt werden - wegen der Navigation.
Hans


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zuletzt bearbeitet 09.05.2014 09:10 | nach oben springen

#1562

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.05.2014 09:55
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1561
... Langsam muß mal eine Threat-Übersicht gefertigt werden - wegen der Navigation.
Hans


Das wäre sehr hilfreich.
Der Thread ist eine Goldgrube,
aber die Nuggets werden durch die Masse teilweise wieder verschüttet.

Gruss Wolfgang



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#1563

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 12:05
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte, ist die Zeit , etwas für den Zusammenhalt von Körper und Seele zu tun, aber das heißt nicht , immer nur in sich hinein zu fressen……
Also was dieser „Pastor Holm-Spruch mit der U-Bahn zu tun hat , weiß ich auch nicht.
Die C-Linie der Geisterbahnhöfe, wie wurde sie gesichert?
Es geht hier also um das Stück der jetzigen U 6, welche zu Geisterbahnzeiten unter der Friedrichstraße/Chausseestraße entlangführte. Na gut, sie führt heute noch da lang….

Der Einfachheit halber verwende ich mal die „alten“ Bahnhofsnamen. Von Norden nach Süden:
Stadion der Weltjugend (StW) ; Nordbahnhof (Nb) ; Oranienburger Tor (Tor) ; Friedrichstraße (Fri);
Französische Straße (Frz) und Stadtmitte (Mic). Die Trapo war dort für die Bhf. Nb, Tor und Frz zuständig, StW und Mic waren durch GT bewacht, und Fri gehörte zur Güst Friedrichstraße.
Also erst mal einfach : Die beiden GT-Bhf. Beide Bhf. lagen ja unmittelbar an einer GüSt, die sozusagen erste bzw. letzte Einstiegmöglichkeit, jeweils ein Notausstieg (Schacht) befand sich im Bereich der Güst. Auf der Strecke vor Mic befand sich ein Rollgitter, welches während der Betriebspause herabgelassen wurde.( #855) Dahinter dann ein „Trittbrett“ (#15,#477). Die Sicherung der Bahnhöfe durch die GT erfolgte aus einen Postenstand (seit ca.1964), jeweils auf der, der Grenze abgewandten Seite. Ob auf StW ein Rollgitter war, ist eine beliebte Streitfrage bei Bahnfans, m.M. nach nicht , nie gesehen und – die „Tunnelform spricht dort dagegen. Weiter – Zwischen dem jeweiligen GT-Bhf. und dem jeweiligen ersten Bhf. der Trapo war dann ein weiteres Trittbrett angebracht. Auflaufpunkt für eine Auslösung war der jeweilige GT-Bhf. Es gab keine weiteren Trittbrettanlagen.
Notausstiege : Gab es natürlich auch auf der C-Linie, sogar mehr als auf der D-Linie. Sicherung wie auf der D-Linie bzw. auf der S-Bahn.(#297)
Trapo-Bahnhöfe: Da muss man zwei verschiedene Arten der Sicherung unterscheiden. Bis ca. 1981, von Bhf. zu Bhf. unterschiedlich, sicherte die T. „auf der Platte“ also – einfach so zu sehen-oder auch nicht. Die Zugänge, jeweils 4, waren mit Blechen belegt, drei davon waren zu, einer diente als Dienstzugang. Übrigens, wenn man halbwegs mitteleuropäische Körpermaße hatte, konnte man drüber schauen, zumindest auf Zehenspitzen. Sehen konnte man aber kaum was.
Zugbeeinflussung: Ach ja , was hatte die Trapo da –laut Literatur und Storys im Net, für Tolle Möglichkeiten. Alles wunderschöne Beschreibungen, von Kurzschlußautomaten, Signalbeeinflussung, Stromunterbrechungen und, und ,und. Hatte weder die Trapo noch die GT.
Es gab natürlich die auf jeden Bahnhof vorhandenen Gefahrensignalschalter, womit man das Notsignal (Drei Mal Rot) sozusagen auslöste, und es gab die heute auch noch verwendeten Kurzschließer – von Hand zu bedienen . Das war`s.
Schon mal erzählt, daher Kurzfassung: Anfang der 80er Jahre bekam die Trapo dann ihre Stützpunkte –sie „verschwand“ von den Bahnsteigen. Die Zugänge erhielten eine Art Schleuse –Doppeltüren, die Bahnsteige bekamen links und rechts eine Lichtschrankenanlage –parallel zu den Gleisen, und zum Zwecke der Beobachtung bekam jeder Bhf. zwei Kameras samt Monitor. Türen, Klappen, Schächte und was weiß ich noch erhielten Alarmanlagen. Je nach Bahnhof so 10 bis 20 Stück. Auf der C-Linie reichten meist 10. Die Stützpunkte waren im Prinzip zwei Räume, meist die „Fahrkarte“ und lagen sozusagen in der Schleuse. –Übrigens – das so gern kolportierte Wort „zubetoniert“ ,das ja gern zur Beschreibung eingesetzt wird , trifft nur soweit zu, das die Vermauerungen der Eingänge und der Schleuse mit Gasbetonsteinen erfolgte.
Die Bhf. der C-Linie sind ja ziemlich gleich, die Beschreibung trifft also auf alle zu.
Die Lichtfrage: Klar, Kameras brauchen etwas mehr Licht als das Auge – es wurde also etwas mehr beleuchtet. Statt zwei Neonröhren pro Lampe dann drei. Das die D- Linie heller erschien, liegt m.M. nach allerdings an den baulichen Gegebenheiten- höhere und größere Bahnhöfe.
Was bleibt noch –Fri. Der U-Bahnhof war ja Bestendteil der GüSt Friedrichstraße. Eine besondere technische Sicherung- zum Tunnel hin, gab es da nicht. Aus zwei Gründen: Man hatte mal mit einer Trittbrettanlage experimentiert- aber die war anfällig, löste dauernd aus. (irgendwann Anfang 70er.)
Na warum bloß? Man konnte damit die Grenzer ärgern, na eigentlich die Trapo . Irgendwann wurde das Trittbrett dann abgebaut. Wie ich draufkomme? – Wir haben einen mal erwischt.
Der andere Grund ist eigentlich logisch – wer ist denn auf dem Bhf.Fri, und was soll der im Tunnel bewirken, erreichen. Mit der Einführung der Kameratechnik auf dem U-Bhf. Fri hatte sich dieses „Problem“ dann auch erledigt.
So, noch allgemein zur Besetzung, Ausrüstung : Pro Bhf. ein Postenpaar, Bewaffnung bis 79 MPi KmS, danach PM 63 ( „RAK“).Dazu dann eben der übliche Kram, den ein Polizist so rumschleppt.
73 Hans


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#1564

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 13:11
von Hans | 2.166 Beiträge

Sozusagen : Bildteil :
Es erwarte jetzt aber keiner Originalbilder aus Geisterbahnzeiten , da gibt`s kaum welche.
sozusagen : Karte von anno Schnulle
Französische Straße, einer der vermauerten Eingänge -in Ri. Mic Q- Conrat, Ausschnitt 1989
Fast der originalzustand 1990 - malern auf Nordbahnhof (Ausschnitt )
Der Notsignalschalter (einer) auf Frz. 1990 ,Eröffnung. Q-Ausschnitt U-Bahn-Seiten
Platzverhältnisse - das Bild ist aber von der D-Linie - zwischen den Stangen konnte man dann stehen.(Q. Berl Verkehrss. Ausschnitt.)
Und zum Schluß - eins der ganz wenigen Originalgeisterbahnfotos. Frz ca 1977 .
Q. Slng. HJM
mehr Qualität war da leider nicht drin.
73 Hans


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zuletzt bearbeitet 11.05.2014 13:12 | nach oben springen

#1565

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 13:19
von icke46 | 2.593 Beiträge

@Hans :

Das letzte Bild - ist das ein Jugendfoto von Dir?

Und mal eine andre Frage zur Absicherung der Bahnsteige in Friedrichstraße: Eigentlich hätte es doch für die Damen, die in den Intershops auf den Bahnsteigen gearbeitet haben, problemlos möglich sein müssen, in dem Massengeschiebe, dass da teilweise herrschte, unauffällig eine S- oder U-Bahn nach West-Berlin zu besteigen? Das ist aber, soweit ich weiss, nie vorgekommen.

Gruss

icke



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#1566

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 13:47
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Nun ja, gilt im Grunde auch beispielsweise für das Speisewagenpersonal im Transitzug, als der Zoo hielt. Ich nehme mal an, dass das auch nicht (immer) Westler waren.


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#1567

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 14:13
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde......
Ja, das sind so die Probleme...... Mit der heute herschenden Meinung. (O.K. Icke ,ich weiß, das Du da nicht zu den üblichen Verdächtigen gehörst.)
Für jeden Beschäftigten auf dem Bf.Fri war es relativ problemlos möglich, in die U-oder S-Bahn zu steigen. Zumal - wenn man dort gearbeitet hat, kannte man eben auch die Ecken, wo -zu Zeiten, wo die vielen Kameras dort rumhingen- die toten Winkel dieser Einrichtung waren. Und eben die anderen "Schwachpunkte". Aber das geht eben in die Richtung, das eben alle in den goldenen Westen wollten.
Soviel ich weiß, wollten ,zu meiner Zeit , drei dahin. (Insgesamt- nicht nur Mitropa) Und sind auch angekommen. Und zu Graf K. - such mal den User Oberkellner seine Beiträge- der schreibt da über die Abläufe und das Personal der Mitropa-Speisewagen. Sozusagen "aus der Praxis".
73 Hans


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zuletzt bearbeitet 11.05.2014 14:15 | nach oben springen

#1568

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 14:18
von Hans | 2.166 Beiträge

Glatt übersehen....
Das Foto ist aus der selben Serie wie mein Atavar. Und , ja, da war ich noch etwas neuer als Heute.
73 Hans


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#1569

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 14:52
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #1565
Und mal eine andre Frage zur Absicherung der Bahnsteige in Friedrichstraße: Eigentlich hätte es doch für die Damen, die in den Intershops auf den Bahnsteigen gearbeitet haben, problemlos möglich sein müssen, in dem Massengeschiebe, dass da teilweise herrschte, unauffällig eine S- oder U-Bahn nach West-Berlin zu besteigen? Das ist aber, soweit ich weiss, nie vorgekommen.

Doch, aber nur sehr selten. Es wurde doch nur handverlesenes Personal eingesetzt, die dreimal mit Erfolg geimpft waren.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 11.05.2014 14:53 | nach oben springen

#1570

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 15:21
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit...
Ach weste, Wolfgang.... Ich mach ja selten auf Meinungs und Auslegungsauseinandersetzung.....
Aber auf den Satz von Dir trifft mein erster, sozusagen "Einleitungssatz" aus # 1567 wirklich voll zu.
Beim nächsten "Bahnhofsrentnertreffen werd ich den mal verkünden, ich glaub, meine Lieblingschrista macht sich ins Höschen.
- Ach so- im Unterschied zu Tatsachenbehauptung - das war jetzt Meinungsäußerung von
Hans 73


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#1571

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 16:12
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von GrafKrolock im Beitrag #1566
Nun ja, gilt im Grunde auch beispielsweise für das Speisewagenpersonal im Transitzug, als der Zoo hielt. Ich nehme mal an, dass das auch nicht (immer) Westler waren.

Weiss noch jemand, ob man auf Westberliner oder BRD-Gebiet überhaupt bedient wurde?
Theo


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#1572

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 17:47
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde...
Der User Oberkellner hat da doch mal was längeres drüber geschrieben. Hier ? oder beim Thema Transit / Interzonenzüge ?
73 Hans


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#1573

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 18:00
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Es gab immer mal wieder "Ostler" bei der Reichsbahn in West-Berlin, das war damals nicht ungewöhnlich. Einer der beiden täglichen US-Militärschnellzüge der Amerikaner von Lichterfelde-West (von und nach Frankfurt/Main Ost und Bremerhaven/Kaiserhafen) wurde zum Beispiel von 132ern des BW Magdeburg mit Magdeburger Personalen gefahren. Das war natürlich ausgesuchtes Personal (Lokführer ab Inspektor aufwärts) auf ausgesuchten Loks. Die kamen auch nicht vom Bahngelände in West-Berlin runter. Rangierten kurz, stellen den Zug bereit, Bremsprobe und los.
Aber "Ostler" im Westen gab es bei der DR eben öfter. Umgekehrt könnte ich mir auch einzelne West-Berliner DR-Angestellte auf den West-Bahnsteigen in Friedrichstr. vorstellen. Die DR war an solchen Stellen auf eigentümliche Weise gesamtdeutsch oder wenigstens gesamtberlinerisch.


zuletzt bearbeitet 11.05.2014 18:03 | nach oben springen

#1574

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 18:53
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend...
Stimmt, Hotte ! Wobei auf Fri hatten wir definitiv keinen Westler, der einzige , den ich pers. kenne, war in der AlM (Anlagenmeisterei) NOB , einer der Bauing. Na , und ums rund zu machen - der langjährige S-Bahn-Chef, Hr. Kittlaus, war ja schließlich auch aus Westberlin. ( Beim "Kennen" mal die Kutscher von NOB ausgenommen, da waren auch welche dabei ) Hat sich eben historisch entwickelt, versteht man aus heutiger Sicht nur, wenn man dabei die Geschichte der DR in Berlin kennt.
73 Hans


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Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1575

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.05.2014 21:02
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Mal eine Frage an Hans.
Vor ein paar Tagen war ich im Märkischen Museum bei einer Gesprächsrunde über die Erinnerungen an West-Berlin. Dabei war auch ein U-Bahnkutscher der U 6. Der sprach von den 3 Weisen, die Nachts nach Betriebsschluss die Volltrunkenen vom Bhf Friedrichstr. in die U-Bahn beförderten. Das sollen alles Recken von der Statur her gewesen sein. Bist Du da auch einer von gewesen? Das interessiert
Peter, den Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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#1576

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.05.2014 00:47
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde......
Ja, Pennerweitwurf....... Bei den "Sittenbildern" hab ich ein wenig davon erzählt.
Aber auf der U 6 (C) war das die Aufgabe der GT-Sicherungskompanie der Güst. Die Trapo hatte zu dieser Uhrzeit meist ein anderes Spielfeld- die "untere" Bahnhofshalle. Und das man für solche Aufgaben eben nicht die Gartenzwerge der Kompanie nimmt, ist ja auch logisch. Die drei Weisen - damit meint er die -eine der beiden- Dreierstreifen der GT.
Na ja, 190 cm bin ich auch lang..... Und - die meisten Verweisungen - damaliger Begriff für Platzverweis, liefen über die S-Bahn.
73 Hans


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#1577

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.05.2014 19:33
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von GrafKrolock im Beitrag #1566
Nun ja, gilt im Grunde auch beispielsweise für das Speisewagenpersonal im Transitzug, als der Zoo hielt. Ich nehme mal an, dass das auch nicht (immer) Westler waren.

Es gab Umläufe die mit Ost-Personal (Mitropa) und andere die mit West-Personal (DSG) bestückt waren. Inwieweit diese Mitropa Fahrzeuge auch mit Personen betrieben wurde, die in West-Berlin wohnhaft, aber bei der Mitropa angestellt waren, ist mir nicht bekannt.

Bis zu meiner Flucht aus der DDR war ich bei der Mitropa beschäftigt, hatte aber nicht die "höheren Weihen" um nach dem Westen fahren zu dürfen. Nach meiner Flucht in den Westen habe ich bei der DSG (Deutsche Schlaf- und Speisewagen Gesellschaft) in Frankfurt angeheuert und bin im internationalen Speisewagen-Verkehr (Holland, Frankreich, Schweiz, Belgien) tätig gewesen. Hauptsächlich im TEE später IC Rheingold (Frankfurt - Amsterdam - Genf - Amsterdam - Frankfurt).

Wir hatten (von Frankfurt) nur zwei Routen nach dem Osten, einen Schlafwagen und einen Speisewagen von Frankfurt nach Berlin. Diese Tour bin ich nur 2 oder 3mal gefahren. Auf dieses ganze Theater bei Ankunft und Abfahrt in Ost-Berlin hatte ich keinen Bock, da liefen die Grenzpassagen in die westlichen Nachbarstaaten wesentlich entspannter ab. Für das Speisewagenpersonal gab es da überhaupt keine Einschränkungen, nicht einmal Passkontrollen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 12.05.2014 19:52 | nach oben springen

#1578

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.05.2014 20:21
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von rei im Beitrag #1522
Zitat von Hans im Beitrag #1507
Morgen, Gemeinde.....
Da der Rei ja ein Dackellenker war, hat er sich an den Stellen, wo es einen mehr oder weniger intensiven Kontakt zwischen meinen Haufen und den GT gegeben hat, sicher nur selten rumgetrieben. Und ich hab mich auch nur selten bis zum Friedhof vorwärtsbewegt, da mußte schon der berühmte "Ausnahmefall" eintreten. Es sei denn, Rei war ab und zu mal in der Kantine des S-Bw, da kamen die Gakel samt Hund gern mal hin, aber -seine "Historie" spricht dagegen. Aber "den Rücken hab ich ihm fleißig freigehalten" !
73 Hans

Danke,Hans!
Bis in die Kantine bin ich nicht gekommen,aber auf die Toilette.
Gruß Rei

Hallo Hans!
Jetzt muß ich Dich mal was fragen,wurden in deinen Bereich die S-Bahnen gereinigt?Ich kann mich noch errinnen,das unten im BW,die Züge gereinigt wurden.Dort haben wir immer die Zeitungen mitgenommen.
Gruß Rei


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#1579

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.05.2014 20:23
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte,……
Schon ein paarmal vorgekommen, angesprochen-aber immer in einem anderen Zusammenhang….
Also jetzt mal „für sich“ Der Klostertunnel und der Waisentunnel.
Die beiden Tunnel sind ja recht bekannt, man kann sie (teilweise) an „Tunneltagen der BVG betrampeln, und solch Bauwerk mal von innen bestaunen. Außerdem ist da eben noch ein alter Bunker eingebaut. Also- ein paar Bemerkungen zu diesen Bauwerken aus meiner Sicht. Übrigens: #407 –Ein Fall von professionellen Respekt- das war dort.
Warum eigentlich zwei Tunnel ? Ist doch nur einer? Nicht ganz. Der Klostertunnel wurde erst 52 eröffnet. Warum?
Auf Grund der Teilung der BVG im Jahre 1949 in Ost und West BVG verfügte die damalige BVG-Ost über keine eigene Betriebswerkstatt für Kleinprofilfahrzeuge. Die vorhandene Werkstatt in Friedrichsfelde der U-Bahnlinie E (heute U5) konnte auf dem Schienenwege nicht erreicht werden. Die BVG-Ost entschloss sich so dann ab Bahnhof Klosterstraße einen Verbindungstunnel zum Waisentunnel anzulegen der die U-Bahnlinie E mit D verband und auch heute noch verbindet. (U5 - U8)
Dieser Verbindungstunnel genannt - Klostertunnel - wurde zu Beginn der fünfziger Jahre , im Jahre 1952 seiner Bestimmung übergeben und war zugleich der erste U-Bahnneubau nach dem zweiten Weltkrieg. Da der Klostertunnel einen Stromschienenlosen Gleisabschnitt aufweist, kann dieser keinem Profilnetz zugewiesen werden. Er führt vom Bhf. Klosterstraße in den Waisentunnel.
Auf dem Stromschienenlosen Abschnitt können die Stromabnehmer der Kleinprofilfahrzeuge demontiert werden, man kann dort auch die Stromabnehmer „wechseln, wird bei „Museumsfahrten“ heute noch gemacht.. Mittels Stromwagen, sozusagen ein „zurechtgemachter“ spezieller U-Bahn-Wagen, wurden die Kleinprofilfahrzeuge von und nach Friedrichsfelde überführt.
Der andere „Teil“, der Waisentunnel, ist viel älter, er ist faktisch ein Umplanungs-Unfall beim Bau der D-Linie, heute U 8, damals GN-Bahn. (Jetzt haben wir schon wieder die überaus beliebten „Umbenennereien“ vor uns.) Er führt von der Linie D, (U 8)kurz hinter dem Bhf. Jannowitzbrücke, zur Abstellanlage der Linie E des Bhf. Alexanderplatz. Durch diese Tunnel führte also der betrieblich notwendige „Transport der Kleinprofilwagen der Linie A zur Linie E und dann zur Betriebswerkstadt. Der „Rest“ des Tunnels – der zur Linie D (U 8) führte, blieb ungenutzt. Bis auf das Abstellen von Zügen und ein paar Betriebsfahrten, z.B. Baumaterial für den Gleisbau und so was. Außerdem erfolgten zwei Mal Überführungen von U-Bahn –Zügen, die die BVB bei der BVG gekauft hatte, auf dieser Strecke ( 1972 Kleinprofilwagen ,nach dem Alex-Brand, und 1988/89 „Stahldoras“ ) Jeweils mehrere Fahrten , mehrere Nächte lang. Das kann man bei Interesse auf den „Berliner Verkehrsseiten“ recht genau und ausführlich nachlesen.
So – Besonderheiten –Merkwürdigkeiten, Anmerkungen: Der Waisentunnel ist ja über seine ganze Länge 4“zweigleisig“ gebaut, -er sollte ja mal eine „richtige“ Strecke werden. Trotzdem ist er über einen Großteil der Strecke eingleisig und recht schmal. Die Ursache dafür ist der Bunkereinbau auf bzw. in den Rohbau des geplanten Bhf. Voltaire-Straße. (Über den Namen streiten sich die Götter auch, aber egal.) Dieser befindet sich unter der Littenstraße, ca. „Letzte Instanz“ bis Feuerwache. Die „restliche Tunnelröhre, die zweite sozusagen“, liegt ohne Gleis usw. tot neben dem benutzten Teil. Zu besichtigen ist sie nicht. Die Trennung des Tunnels in zwei unabhängige „Röhren“ liegt an der Notwendigkeit, den damals faktisch nicht ganz fertigen „Alttunnel“ zum Zwecke des Bunkereinbaus sozusagen abzudichten. Die Spreeunterfahrung war wohl nicht ganz dicht, man zog „eine weitere „Schale“ ein. Der Bunkereinbau entstammt übrigens dem Zivilschutzprogramm unter dem GröFaZ, liegt recht „flach“ unter der Erde-zumindest der obere Teil des zweistöckigen Einbaus. Die vielen „Nachnutzungs-Gerüchte“ dieses Baus sind übrigens – bis auf die Berichte über eine Champignon-Zucht dort, erfunden, erdichtet. Die gab es in den Bunkerräumen tatsächlich – von 1956 (ca.) bis 1969.Besichtigung des Bauwerkes (Bunkereinbau) lohnt sich für Bunkerfreaks und solche Leute, die sowas noch nie gesehen haben, ansonsten-na ja-. Das trifft aber auf die Tunnel selbst nicht so zu- solch unterirdische Kathedrale wie die Ausfädelung Linie A/Klostertunnel muss man gesehen haben. Wer es nicht kennt, wird staunen. Wenn man an der Tunnelführung der BVG teilnimmt-übrigens eine lobenswerte Art von Imagepflege / Reklame der BVG-wird einem am „Kehrpunkt im Tunnel“ bevor es in den Bunker geht, auch ein Schütz gezeigt. In diesem Fall das Klappschütz am Notausgang 15.Es liegt –wo sonst- unmittelbar vor der Spreeunterfahrung. Bei seinem einzigen „Einsatz“ 1945, S-und U-Bahn Flutung, ist es leider „oben“ geblieben, war also leider wirkungslos. Kurz dahinter –leider nur zu erahnen-nicht zu betrampeln, ist die Schadstelle unter der Spree – bzw. die Reparaturstelle zu sehen. Dort war ein Bombendurchschlag, allerdings nicht ganz als Krater oder so, sondern mehr „Risse“, durch welche Wasser ins U-Bahn-System eindrang.
Mecker an der Führung: -Darf ja nicht fehlen- Leider wird das Klappschütz als das Schütz, die Schützanlage von NA 14 verkauft, über welches der o.a. angeführte, einzige erfolgreiche Grenzdurchbruch auf der U-Bahn stattfand. Da geht’s aber gar nicht .Naja – der Kumpel von der BVG, der dort den Erklärbär machte, wusste es wohl. Jedenfalls war die Frage von meiner Seite nichts Neues für ihn,- aber –der NA 14 liegt eben (jetzt, war nicht immer so) nicht im Bereich der Führung. („Mann, die Leute wollen die Story doch hören!“) Schade, weil beim Betrachten des Fallschützes erschließt es sich einfach nicht, wie das gelaufen seien soll. Der NA 14 samt Übergang zur D-Linie ist in #407 u.a. beschrieben. Es gibt auch massenhaft Bilder von der Anlage, die Übrigens beide „Teile“ also den Waisentunnel und die Linie D, vor Wassereinbrüchen schützt. Die Wehrkammern sind aber getrennt, die vielen schönen Farbfotos zeigen den Teil über der D-Linie. Der technische Aufbau ist allerdings sehr ähnlich. Da befindet sich über jedem Gleis ein massives Falltor, welches mittels einer Windenanlage herabgelassen werden kann. Die ganze Anlage hat faktisch drei Stockwerke, ist also recht groß. Das Herablassen geht-so man will-, auch von Hand, mit dementsprechenden Kurbeln, hochziehen mit den Kurbeln-na ja- da braucht es wohl ein paar Bären.
Sicherung zu Geisterbahnzeiten : Waisentunnel/Klostertunnel waren kein Postenbereich, bestreift wurden sie nur bei besonderen Anlässen. Storys wie – Am Waisentunnel ist ein Postenhäuschen (das vom Weichensteller, uralt) in dem einer von der Trapo saß (nie), der hatte dort ein rotes Telefon – na das war da, die Nr. war 3055, aber rot war`s nicht, und –laut BVB –Telefonliste –Verbindungstelefon Waisentunnelschütz –Stellwerk Jb. (Ich stell das Original der Story nicht ein-ist ne Müllkiste.), kann man getrost vergessen. Sie sind sowieso unausrottbar. Ach so, die vielen Zigarettenstummel der Trapo sollen dort auch noch liegen. Das Schütz (Wehrtor) des NA 14 war zu Geisterbahnhofzeiten heruntergefahren und trennte die Linie D vom Waisentunnel ab. Auf eine „Bildbeilage“ verzichte ich mal….. sozusagen sackweise vorhanden,auch hier im Thread.
73 Hans


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Holtenauer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1580

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.05.2014 20:27
von Hans | 2.166 Beiträge

Und zu Rei -
Klar - Innen und Außenreinigung fand in der größeren der beiden Hallen- der Wagenhalle-die andere war die "Schmiede" statt.Oder meinst Du jetzt die "Schellreinigung" unten auf dem S-Bahnhof-in der Abstellgruppe? Die gabs nicht allzu lange.
Also - dann hätten wir uns eben doch über die Füße hüpfen können. Na-was solls.
73 Hans


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zuletzt bearbeitet 12.05.2014 20:29 | nach oben springen


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Eine Fahrt mit der Berliner U-Bahn durch die Geisterbahnhöfe von Ost berlin
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
29 22.09.2011 15:57goto
von StabsfeldKoenig • Zugriffe: 22408
Eine Fahrt mit der West-Berliner S-Bahn entlang der Mauer 1990 Teil 2
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
3 27.04.2009 08:40goto
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