#1421

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 01.03.2014 13:05
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

ich habe in meinen Papieren gesucht. Dort habe ich Kopien gefunden von einem Eisenbahnbuch. Es geht darin auch um den Grenzpunkt Probstzella :
ROCKELMANN Ulrich. NAUMAN Thomas : Die Frankenwaldbahn. Die Geschichte der Steilrampe über den Frankenwald : EK-Verlag (Freiburg i. Br.) 1997, p. 143 - 153 [ISBN 3-88255-581-5]; Es gibt sehr interessante Fotos .

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#1422

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 01.03.2014 21:45
von chantre | 425 Beiträge

Weil ja nicht jeder gleich das Buch kaufen will oder kann:
http://frankenwaldbahn.de.tl/Geschichte.htm


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#1423

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 01.03.2014 22:01
von Vogtländer (gelöscht)
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Ja,@Hans,so ein privates Weckkomando in Uniform bekommt nicht jeder!Wenn es dann noch eine holde Dame ist,welche einen mit Küsschen weckt,dann kann ein Tag anfangen auf gute Art und Weise!Vorausgesetzt,das die Dame Jung un schön und schwarzhaarig!


zuletzt bearbeitet 01.03.2014 22:02 | nach oben springen

#1424

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 01.03.2014 22:34
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1415

[...]

Dann habe ich noch die "Interzonenzüge" Bebra-Gerstungen und weiter benutzt, allerdings nur vier mal. Da gings mit DB Diesel bis Gerstungen, Lokwechsel auf DR Diesel und ab Weimar oder Erfurt, dort Wechsel auf E-Lok.
Theo



Guten Abend,

Das ist eine Frage, welche ich im Rahmen meines Textes behandeln musste. Bis Sommer 1973 fuhren Dampflokomotiven von Erfurt bis Bebra. In Gerstungen wurden keine Lokomotiven bei Reisezügen gewechselt. Im Sommer 1973 benutzte die Reichsbahn russische Diesel-Lokomotiven ohne Heizungseinrichtungen. Diese Lokomotiven hatten keine AWS/ATP (PZB 80 ??), so dass die Bundesbahn der Fahrt von Grenze bis Bebra nicht zustimmte. Von dieser Zeit wurde dann in Gerstungen die Lokomotive getauscht. Man hat mir alte Dienstfahrpläne für diese Strecke (ich meinte, es sei Weissenfels - Gerstungen (Bebra) geschenkt.

Eisenbahner haben mir gesagt, dass mit diesen russischen Lokomotiven spezielle Wagen für die Heizung der Züge verwendet wurden.

Ich habe dann noch ein Buch gelesen, was sehr präzise diesen Grenzpunkt bei Eisenbahnen beschreibt: SCHUSTER-WALD Dieter. Interzonenverkehr Bebra - Eisenach. Geschichte - Erinnerungen - Zeitdokument 1945 bis 1989: In: EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte, Band 9: EK-Verlag (Freiburg i. Br) 1996 [ISBN 3-88255-420-7]. Ich denke, dass ich noch einige kopierte Seiten besitze, welche diese Themen behandeln.

Marienborn kenne ich, Gerstungen habe ich erst viele Jahre nach dem Ende der DDR besucht (man spricht wohl von Lokaltermin)

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#1425

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 08:38
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #1424
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1415

[...]

Dann habe ich noch die "Interzonenzüge" Bebra-Gerstungen und weiter benutzt, allerdings nur vier mal. Da gings mit DB Diesel bis Gerstungen, Lokwechsel auf DR Diesel und ab Weimar oder Erfurt, dort Wechsel auf E-Lok.
Theo



Guten Abend,

Das ist eine Frage, welche ich im Rahmen meines Textes behandeln musste. Bis Sommer 1973 fuhren Dampflokomotiven von Erfurt bis Bebra. In Gerstungen wurden keine Lokomotiven bei Reisezügen gewechselt. Im Sommer 1973 benutzte die Reichsbahn russische Diesel-Lokomotiven ohne Heizungseinrichtungen. Diese Lokomotiven hatten keine AWS/ATP (PZB 80 ??), so dass die Bundesbahn der Fahrt von Grenze bis Bebra nicht zustimmte. Von dieser Zeit wurde dann in Gerstungen die Lokomotive getauscht. Man hat mir alte Dienstfahrpläne für diese Strecke (ich meinte, es sei Weissenfels - Gerstungen (Bebra) geschenkt.

Eisenbahner haben mir gesagt, dass mit diesen russischen Lokomotiven spezielle Wagen für die Heizung der Züge verwendet wurden.

Ich habe dann noch ein Buch gelesen, was sehr präzise diesen Grenzpunkt bei Eisenbahnen beschreibt: SCHUSTER-WALD Dieter. Interzonenverkehr Bebra - Eisenach. Geschichte - Erinnerungen - Zeitdokument 1945 bis 1989: In: EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte, Band 9: EK-Verlag (Freiburg i. Br) 1996 [ISBN 3-88255-420-7]. Ich denke, dass ich noch einige kopierte Seiten besitze, welche diese Themen behandeln.

Marienborn kenne ich, Gerstungen habe ich erst viele Jahre nach dem Ende der DDR besucht (man spricht wohl von Lokaltermin)

Stringer49


@Stringer49 , hier http://de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_130 ist das Problem mit der elektrischen Zugheizung erklärt.

Die 80 Maschinen der Baureihe 130 besaßen zwar Drehgestelle für 140 km/h, ohne Heizung waren sie aber für den schnellen Reisezugverkehr wenig geeignet und wurden somit vorwiegend im schweren Güterzugdienst eingesetzt, wofür sie aber wegen der Übersetzung für 140 km/h und der dadurch geringeren Zugkraft auch nicht optimal geeignet waren. Daher wurde später bei drei Loks das Getriebe modifiziert und die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h herabgesetzt. Diese Loks wurden fortan als BR 131.1 geführt. Geplante weitere Umbauten unterblieben aber.

Ab 1973 war der Hersteller endlich in der Lage Lokomotiven mit elektrischer Zugheizung zu liefern.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#1426

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 10:43
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #1425

@Stringer49 ,
[...]




Guten Tag, @Furry,

Danke für diesen Hinweis. Es ist schlimm, doch mit jeden posting interessiert mich die Eisenbahn mehr. Aber ich kann wohl nicht alles tun in dem Leben. The Undiscovered Country*

Stringer49

*StarTrek VI


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 02.03.2014 10:44 | nach oben springen

#1427

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 14:29
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde…..
Jetzt hat der Chantre ja einen Thread Verständigung usw. aufgemacht, bei dem es um die notwendige Zusammenarbeit zwischen Ost und West quasi über den Stacheldraht hinweg geht. Bleibt natürlich –für diesen Thread die Frage – Wie lief das eigentlich auf den Geisterbahnhöfen? (Ein quasi „Beispiel“ ist in der # 15 von Kooperation bzw. Zusammenarbeit an der Grenze zwischen Ost und West.)
Bei allen Transportunternehmen ist ja Kommunikation zwischen den Beteiligten ein Muss. Geht nicht anders. Selbstverständlich gab es also diese Möglichkeit. Wie?
Bei der U-Bahn hatten die beiden „Kommandostellen“ DZU (Dispatcherzentrale U-Bahn der BVB) und die VMU –(Verkehrsmeisterei-U der BVG) einen „heißen Draht“ also eine Direktverbindung untereinander. Selbstverständlich „hochoffiziell“ und genauestens geregelt. Wobei man da wohl davon ausgehen muss, das Seitens der BVB das hochoffiziell betont wurde, seitens der BVG war´s wohl eher „Wat jeht mir der Osten an“ (Zitat von einem Verkehrsmeister). Große Liebe war da von beiden Seiten nicht zu erwarten, aber sie konnten Zusammenarbeiten. Soweit also der „Große Weg“.
Alles klarstes geregelt in DV (BVB) oder DAnO (BVG) . Sofern eine Absprache Polizei –Trapo notwendig war, - das kam selten vor, aber passierte eben, lief es über diesen Weg.
Bleibt der „Kleine Dienstweg“. Selten, aber kam auch vor, weil eben manchmal notwendig. Bei betrieblichen Ereignissen geht’s nicht anders, schließlich muss man notwendige Maßnahmen absprechen, sonst geht’s nicht. Beispiele existieren ja schon.
Und an dieser Stelle kommen eben die „Stoffhunde“ ins Spiel. Die gab es auf beiden Seiten.
Trafen also zwei Stoffhunde aufeinander, und beide hatten ihre jeweilige Dienstvorschrift unterm Arm, dauerte das jeweilige, eigentlich zu behebende Theater meist lange. Waren zwei „Pragmatiker“ vor Ort, ging es meist schneller. Drei oder vier Stoffhunde – gute Nacht. (Das geht ganz locker- 1 X BVG-Fahrmeister, 1 X Trapo, 1 X BVB Verantwortlicher, 1 X GT „Kommandante“ vor Ort. Selbst erlebt- und ich war NICHT der Trapo-Stoffhund) Hat also eine Weile gedauert.
Geht aber auch anders. In „Tegel-Zurückbleiben bitte“ von Bosetzky/Poppel sind Beispiele zu finden. Für beide Varianten.
Da arbeitet man einfach –wohlgemerkt unter Beachtung der jeweiligen Vorschriften-miteinander, und dann klappt`s auch mit dem Nachbarn. Na ja – die ganz große Liebe war`s nicht-aber es ging.
Für die Verbindung –notwendig- zwischen dem kleinen und dem großen Dienstweg gab`s übrigens Streckentelefone so alle 100 m, und ähnliche Einrichtungen, schon immer –nicht erst zu Geisterbahnzeiten. Die wurden natürlich auch genutzt.
73 Hans


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#1428

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 14:47
von Harzwanderer | 2.940 Beiträge

Kurz mal OT:

Zitat
„Tegel-Zurückbleiben bitte“


Das "Bitte" nach dem "Zurückbleiben" ist neumodische Nachwendefreundlichkeit.

Die "richtige", rest-preußische BVG kannte früher kein "Bitte" im Zusammenhang mit "Zurückbleiben". Ist ja auch so eine Art Warnung und Befehl zugleich. Türen gehen direkt zu und der Zug fährt ab. Nur davor, beim "Einsteigen", wurde mit "Bitte" dekoriert.

Eine richtige Bahnsteigaufsicht, die es damals ja noch überall gab, schnauzte dann eher so mit 100 dB(A) in die schlechte Lautsprecheranlage: "Surrückblaim! -- SURRÜCKBLAIM HABICKJESACHT!!!!"
Hat uns auch nicht geschadet.


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zuletzt bearbeitet 02.03.2014 14:51 | nach oben springen

#1429

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 14:54
von Hans | 2.166 Beiträge

Stimmt.
Es gibt noch drastischere Beispiele. Aber der Autor Bosetzky --vieleicht auch dem einen oder andere als ...ky -Krimiautor- bekannt, hat das Buch nun mal so genannt.
73 Hans


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#1430

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 14:55
von Harzwanderer | 2.940 Beiträge

Der Mann ist auch schwer in Ordnung und über jeden Zweifel erhaben.


zuletzt bearbeitet 02.03.2014 14:55 | nach oben springen

#1431

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 14:57
von Hans | 2.166 Beiträge

Auch OT - aber trotzdem : Er ist auch ein sehr guter Lehrer an der Verwaltung und Recht -FH .( - na -war , er ist ja "älter" )
73 Hans


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#1432

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 15:04
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1428


[...]

Die "richtige", rest-preußische BVG kannte früher kein "Bitte" im Zusammenhang mit "Zurückbleiben". Ist ja auch so eine Art Warnung und Befehl zugleich. Türen gehen direkt zu und der Zug fährt ab. Nur davor, beim "Einsteigen", wurde mit "Bitte" dekoriert.

Eine richtige Bahnsteigaufsicht, die es damals ja noch überall gab, schnauzte dann eher so mit 100 dB(A) in die schlechte Lautsprecheranlage: "Surrückblaim! -- SURRÜCKBLAIM HABICKJESACHT!!!!"





Jawoll, ja, papier schnell! Disziplin! Achtung, verboten!

Das sind Archetypes, aber so ein bisschen gibt es noch in Berlin. Ich wurde einmal furchtbar angeschrien, weil ich den U-BF Klosterstrasse gefilmt habe (1999). Ich bin zu der Dame gegangen und habe gesagt: «Jawoll, verstandennn. Eiserne disziplin. »

Sie wurde ganz still und hat schnell die Tür geschlossen von ihrem Bunker auf dem Bahnsteig...

Well done, Private Stringer. Stand at ease.

Stringer49


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zuletzt bearbeitet 02.03.2014 15:04 | nach oben springen

#1433

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 15:10
von Hans | 2.166 Beiträge

Nun ja.....
Daniel - Berlin !!!!!!! Preußische Tradition !!!!!!! das rottet man doch nicht aus !!!!!! Außerdem sind gerade Aufsicherinnen (S-Bahn) und Zugabfertigerinnen (U-Bahn) ,sowie ihre männlichen Ausgaben, vom Aussterben bedroht ! Die stehen unter ARTENSCHUTZ ! (Ihre Macken auch)
so ist das
73 Hans
Ach so : Rürt Euch ! (vergessen)


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#1434

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 16:11
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1433
Nun ja.....
Daniel - Berlin !!!!!!! Preußische Tradition !!!!!!! das rottet man doch nicht aus !!!!!! Außerdem sind gerade Aufsicherinnen (S-Bahn) und Zugabfertigerinnen (U-Bahn) ,sowie ihre männlichen Ausgaben, vom Aussterben bedroht ! Die stehen unter ARTENSCHUTZ ! (Ihre Macken auch)
so ist das
73 Hans
Ach so : Rürt Euch ! (vergessen)


World Wildlife Fund, gut, dann sollte ich sie bewahren und hüten.
Daniel


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#1435

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 16:15
von Hans | 2.166 Beiträge

Scherz beiseite, es werden tatsächlich immer mehr davon weggespart. Mit den bekannten Folgen. Nun ja - be Berlin, leider.
73 Hans


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#1436

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 16:36
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1435
Scherz beiseite, es werden tatsächlich immer mehr davon weggespart. Mit den bekannten Folgen. Nun ja - be Berlin, leider.
73 Hans


Paris RER und RATP. Es gibt keinen Ponçonneur des Lilas (chanson von Gainsbourg, Ehemann von Jane Birkin) mehr, und auch die Videokameras verhindern nicht alles... (OT)
Daniel


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#1437

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 19:08
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #1424
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1415

[...]

Dann habe ich noch die "Interzonenzüge" Bebra-Gerstungen und weiter benutzt, allerdings nur vier mal. Da gings mit DB Diesel bis Gerstungen, Lokwechsel auf DR Diesel und ab Weimar oder Erfurt, dort Wechsel auf E-Lok.
Theo



Guten Abend,

Das ist eine Frage, welche ich im Rahmen meines Textes behandeln musste. Bis Sommer 1973 fuhren Dampflokomotiven von Erfurt bis Bebra. In Gerstungen wurden keine Lokomotiven bei Reisezügen gewechselt. Im Sommer 1973 benutzte die Reichsbahn russische Diesel-Lokomotiven ohne Heizungseinrichtungen. Diese Lokomotiven hatten keine AWS/ATP (PZB 80 ??), so dass die Bundesbahn der Fahrt von Grenze bis Bebra nicht zustimmte. Von dieser Zeit wurde dann in Gerstungen die Lokomotive getauscht. Man hat mir alte Dienstfahrpläne für diese Strecke (ich meinte, es sei Weissenfels - Gerstungen (Bebra) geschenkt.

Eisenbahner haben mir gesagt, dass mit diesen russischen Lokomotiven spezielle Wagen für die Heizung der Züge verwendet wurden.

Ich habe dann noch ein Buch gelesen, was sehr präzise diesen Grenzpunkt bei Eisenbahnen beschreibt: SCHUSTER-WALD Dieter. Interzonenverkehr Bebra - Eisenach. Geschichte - Erinnerungen - Zeitdokument 1945 bis 1989: In: EK-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte, Band 9: EK-Verlag (Freiburg i. Br) 1996 [ISBN 3-88255-420-7]. Ich denke, dass ich noch einige kopierte Seiten besitze, welche diese Themen behandeln.

Marienborn kenne ich, Gerstungen habe ich erst viele Jahre nach dem Ende der DDR besucht (man spricht wohl von Lokaltermin)

Stringer49


(grün mark)

Bis zum Sommerfahrplanwechsel setzte die DR wahrlich Dampflokomotiven zwischen Erfurt und Bebra ein. Vorzugsweise ihre Paradepferde der Baureihe 01.5, die s. g. Reko- 01. Die Diesellokomotiven, von denen Du sprichst, war in der Tat die sowjetrussischen die BR (Baureihe) 120 (s. g. Taigartrommel), 130 und 131 (Güterzugvariante der s. g. Ludmilla).

de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_130

Diese Lokomotiven verfügten anfangs nicht über eine Zugheizvorrichtung und ihre Höchstgeschwindigkeit war auf 100 km/h begrenzt. Hatten aber die nötige Leistung, die schweren Interzonenzüge zu befördern. Die fehlenden 20 km/h bei der Höchstgeschwindigkeit vielen vermutlich nicht so ins Gewicht, auf Reichsbahngleisen waren damals sowieso nur 120 km/h zugelassen. Dazu waren Streckenabschnitte mit 120 Km/h auch eher selten. Meines Wissens nach war es Anfang der 70- er Jahre, der kalte Krieg war noch nicht so recht zu Ende, auch ein politisches Problem für die Bundesrepublik, russische Lokomotiven in ihren Bereich einfahren zu lassen.

Bei der später daraus entstandenen Baureihe 132 (spätere DB - Baureihe 232, 233, 234) war die elektrische Zugheizvorrichtung des deutschen Systems 16 /2/3 Hz serienmäßig eingebaut, hatte nur den Nachteil, das diese Zugheizeinrichtung auf Strecken mit automatischem Streckenblock, kurzum, auf den Strecken, mit mmoderner elektronischer Stellwerkstechnik sehr viel Störungen durch Fehlerstrom und andere induktive Störungen auslöste. Und dies nicht nur bei der DB-, auch bei der DR- Stellwerkstechnik. Die Ursache war schwer zu finden und blieben vom LOkführer gänzlich unbemerkt. Man rüstete die Lokomotiven dann mit einem Störüberwachungsgerät aus, was dann die elektr. Zugheizung sofort abschaltete. Lokomotiven ohne oder mit defektem Störungsüberwachungsgerät mußten in bestimmten Streckenabschnitten die elektr. Zugheizung- und Stromversorgungseinrichtung generell ausschalten. Diese Anweisung galt noch bis nach der Wende.

Ein weiteres Problem war der nicht gerade geringe Leistungsverlust, denn der Nebengenerator für die Heizung und Stromversorgung des Zuges fraß etliche PS auf, das man im Winter bei niedigen Außentemperaturen und hoher Heizleistung öfter Schwierigkeiten hatte, die Fahrzeiten zu halten.

josy95
.


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#1438

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 19:29
von Harzwanderer | 2.940 Beiträge

Bei den Transitzzügen nach Berlin waren lange Zeit vor allem DR 118 im Einsatz, die nur Dampfheizung hatten. Und bis 1981 sogar immer noch ganz vereinzelt Dampfloks (01.5!) zu Spitzenzeiten, wie im Osterverkehr. Als die DB-Wagen immer weniger Dampfheizung hatten, wurde auf die DR 132 umgestellt. Die war aber zu schwer für die marode Viaduktstrecke der Stadtbahn in Berlin. Die DR hat die Strecke völlig verlottern lassen und mit den überschweren Russenloks wurde es immer schlimmer. Habe damals als Bahnfan die immer dicker werdenden Verzeichnisse mit dem Langsamfahrstellen der Rbd. Berlin gesammelt. Nach der Wende wurde die Strecke als erstes grundsaniert und elektrifiziert.

Die DR 118 fuhr noch relativ lange vor den Alliierten Militärzügen nach Berlin, bevor auch die auf neue Wagen und 132 vom BW Magdeburg umgestellt wurden. Die Wagen, meistens DB-standardmäßige Liegewagen, gehörten den Alliierten direkt.


zuletzt bearbeitet 02.03.2014 19:31 | nach oben springen

#1439

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 20:06
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde.....
Hi, Josy 95 , Du bist ja sicher dichter dran am Problem als ich, aber bist Du sicher , das nach den Traktionswechsel die BR 120 für Bebra/Gerstungen eingesetzt war ?
Ich war immer der Meinung, das das BW Erfurt (Erfurt 1 ?) von der 01.5 direkt auf die BR 130 umgestellt wurde. Oder lieg ich da schief - und -die fuhren doch Bebra/Gerstungen (-gemeinsam mit den Saalfeldern ?)
73 Hans


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zuletzt bearbeitet 02.03.2014 20:06 | nach oben springen

#1440

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2014 20:47
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1439
Abend, Gemeinde.....
Hi, Josy 95 , Du bist ja sicher dichter dran am Problem als ich, aber bist Du sicher , das nach den Traktionswechsel die BR 120 für Bebra/Gerstungen eingesetzt war ?
Ich war immer der Meinung, das das BW Erfurt (Erfurt 1 ?) von der 01.5 direkt auf die BR 130 umgestellt wurde. Oder lieg ich da schief - und -die fuhren doch Bebra/Gerstungen (-gemeinsam mit den Saalfeldern ?)
73 Hans


@Hans,

ich möchte es jetzt nicht mit Sicherheit behaupten, das Interzinenzüge anfangs auch mit der BR 120 (Taigatrommel) gefahren wurden. Bin och beim recherchieren. Meine aber, darüber mal etwas gelesen zu haben. Soll aber auch nur eine kurze Zeit gewesen sein. Und die 130-er, 131-er und auch die 132-er machten ja anfangs sehr viel Störungen und hoch war die Ausfallquote. Transitverkehr hatte sehr hohe Priorität und da wurde dann genommen, was da war. Oft mussten auch benachbarte Bahnbetriebswerke einspringen und aushelfen.
Die Probleme mit den Ludmillas wurden erst dann weniger, nachdem man sie mehr und mehr "eingedeutscht" hatte. Klingt jetzt ein wenig komisch, ist aber so. Das ging schon bei der Beschriftung einzelner Baugruppen, Relais, Schütze, Ventile usw., Bedien- und Schaltelementen los, ging weiter über Stromlauf- und Störsuchpläne. Wir hatten zwar alle mal in der Schule russisch, aber bei der Mehrzahl der Lokführer haderte es dann doch in der Praxis.

@Harzwanderer, Du hast schon recht mit den Problemen mit maroden Brückenbauwerken usw. in und um Berlin. Das Problem der BR 130, 131 und 132 war aber mehr die Achsanordnung in den Drehgestellen. Diese waren 3- achsig ausgebildet, dazu kam die hohe ungefederte Last der sehr schweren elektrischen Fahrmotoren, s. g. Tatzlagerfahrmotoren, die diekt auf den Achsen montiert waren. Diese Konstellation war für den damals weithin oft maroden Oberbau fast der Garaus. Auch gab es sehr viele Beschwerden wegen der Geräuschkulisse. Die Russen nahmen`s halt nicht so genau.

Hier von Ilsenburg fuhr morgens um 6 immer ein Eilzug nach Leipzig, Oft bis zu 12 Wagen! Der passte kaum in manchen Bahnhof. Dieser Zug fuhr bis fast zum Ende der Dampftraktion im Bw Halberstadt Mitte der 80-er von Ilsenburg bis Halberstadt mit einer 50-er Dampflok, weil er besonders in der kälteren Jahreszeit nicht warm zu bekommen war. Als dann das Aus für die Dampflok kam, wurde der auch mit Ludmillas gefahren. Die fast 1 Stunde, die der Zug in Ilsenburg vor der Abfahrt stand und vorgeheizut werden musste, wurde der aus dem Bahnhof auf die Strecke nach Stapelburg geschoben, weil die Anwohner auch des weiteren des Bahnhofsumfeldes sich massiv über den Motorenlärm der Ludmillas beschwert hatten. Ein Freund von mir wohnt dort am Bahnhof. Hab das einmal miterlebt, es klapperten wirklich die Gläser und Tassen in den Schränken...

Für den Laien, elektrische Fahrmotoren bei einer Diesellok?

Ja, klar. Diese Baureihe ist ein klassischer Vertreter der s. g. dieselelektrischen Kraftübertragung. Also Dieselmotor - Generator - Fahrmotoren.

josy95


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zuletzt bearbeitet 02.03.2014 20:48 | nach oben springen


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