#1381

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 25.02.2014 23:42
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #1378
(...)
Beteiligte Betriebsstellen (Wärterstellwerke, Weichenposten) werden per Auftragstaste zu entsprechenden Handlungen beauftragt. Über den Bahnhofsblock wird die Ausführung bestätigt. Erst dann betätigt, der Fdl die Fahrstraßenfestlegung und die Weichen, Gleisperren werden verriegelt.
Wenn dies passiert ist, kann der Fdl oder beauftragte Stellwerkswärter das Hauptsignal auf"Fahrt frei" stellen. Und an dieser Stelle könnte die Zustimmung der Grenztruppen eingebaut sein.
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.
Gruß an alle, Steffen

Ich vermute eher, die "Zustimmung" der GT war die Bedienung (Umlegen) der Entgleisungsweiche. Erst dann konnte vom Stellwerk überhaupt eine Fahrstrasse eingestellt, mechanisch verschlossen und elektrisch festgelegt werden. Und erst dann konnte das Signal bedient und der Abfahrtsbefehl gegeben werden.
Hintergrund dieser Überlegung ist. Wenn die Weichen nicht alle in der "richtigen" Stellung sind, ist es nicht möglich eine Fahrstrasse einzustellen und somit ist auch keine Zugfahrt möglich.
Theo


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#1382

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 08:18
von chantre | 425 Beiträge

Durch intensives Suchen in den Tiefen des WWW bin ich auf diese Seite gestoßen. Sehr informativ und gut zum Thema passend.

http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/stellwerke/friw.php

Vor allem die Bilder von Dirk Riediger und Matthias Arndt geben eine gute Übersicht.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
Stringer49, eisenringtheo, Hans, Holtenauer und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.02.2014 12:21 | nach oben springen

#1383

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 08:23
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde...
Ach , Leute, Eisenbahndeutsch , Fachsprache , die eben außer Eisenbahnern kein Schwei---- versteht.
Cantres Erklärung ist richtig . Vereinfacht ausgedrückt , "der GTer "erlaubt" der Eisenbahner macht". Er ermöglicht also das Handeln !
Und - Um Gottes willen, wo eingebaut, an welcher Stelle - meine Kenntnisse über Signaltechnik sind begrenzt - dafür gibts bei der EB einen extra Berufsstand mit gelber "Waffenfarbe" die Signaler. Ich gehörte nicht dazu.
Und dann hat der Stringer auch noch eine DV 408 -Fahrdienstvorschrift !!!!!!!! Mönsch, ich hab schon ein paar mal überlegt, ob es überhaupt angeraten sei, solche Dienstvorschriften hier überhaupt zu erwähnen, weil - dann wirds noch komplizierter. Ist streckenweise nicht gerade einfach, das Ding.
Aber da die 408 schon zitiert wurde - sogar die zutreffende Stelle (! -Lob) - die 408 sagt doch genau das , was Chantre sagt - und was ich versucht habe, rüber zu bringen - Bedienen tut der GT - Offizier nicht --.
So . Schwere Geburt. Aber zu schaffen,sagte die Hebamme.
73 Hans
Und -Nachtrag : genau diese Seite meinte ich ein paar Beiträge weiter oben, ich war gestern Abend nur zu faul, selbst zu googeln . oder zu müde.
Hans.


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#1384

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 08:47
von tomek | 20 Beiträge

Kurz nach dem November 89 wurden die Bilder für das Buch "Geisterbahnhöfe" gemacht. Da waren noch Grenzer auf ihren Posten. Sehr empfehlenswert. Der Fotograf hält hier und da Vorträge über seine Erlebnisse (Micha Richter) z.B. im DDR-Museum. Wer interessiert ist, für den kann ich Kontakt zu ihm herstellen.


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#1385

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 11:03
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Thomas....
Da erwähnst Du einen "Klassiker".
Der Michael Richter und sein Co. haben sich ja Anfang 90 auf mehrere Geisterbahnhöfe und auf das dazugehörige Traporevier Friedrichstraße begeben und dort eben recht seltene Aufnahmen gemacht. Das er einiges dabei absolut in dem falschen Hals bekommen hat, nehm ich ihn auch nicht übel. Für ihn wars eben ein wenig Sensation - für die andere Seite der Arbeitsalltag. Über die jeweiligen Interpretationen zu den Bildern kann man aber Streiten.
(Beispiel: "Alarmzentrale" der Trapo - Toll - übrigens-meine Mütze liegt drauf- da sind 40 Alarmmeldepunkte max. möglich - und das war für 10 Bahnhöfe !
9 geschlossene U und S-Bahnhöfe und Friedrichstraße-der Revierbereich. Alarmzentrale ? na ja, Definitionsfrage.Es ist einfach der Arbeitsplatz des GDH-des Gehilfen des Diensthabenden -oder -despektierlich- des Schreib-Pips. Oder - Fundsache - Dienstanweisung der Trapo usw .... Na -gefunden? auf Alex ? zusammen mit nem Buchfahrplan- S-Bahn Anweisung? (s.Text imBuch) Sie, die DV- wurde ihm gezeigt ! Auf dem Revier. - Bemerkung -es ist keine VD -Nr. drauf - es ist also das Arbeitsmaterial des RL !.
Übrigens - man braucht das Herrn Richter nicht mehr "vorhalten" , er weiß es mitlerweile.
Zum Buch : Ich wollte hier keine Buchkritik veranstalten- aber .... Ein rundes - in sich stimmiges Stück Dokumentation einer Vergangenen Zeit, vor allem die Beiträge von Herrn Knobloch - einfach Klasse. Die "andere" Seite : Die Zeitzeugen. Also- ganz ehrlich - wenn ich den Zeitzeugenbeitrag von Herrn Brücke lese - dann rollern sich bei mir massiv die Fußnägel. Ich wiederhole das jetzt nicht - weiter oben kommt der Zeitzeuge vor - und meine Meinung dazu. Gut - sortieren wir mal in die Rubrik "Pech gehabt -den Falschen erwischt - ein.
Ansonsten : Damit es nicht falsch rauskommt : Das Buch ist gut. -eben mit kleinen Einschränkungen.
73 Hans


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Stringer49 und tomek haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1386

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 18:33
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1383

[...]

Bedienen tut der GT - Offizier nicht --.
So . Schwere Geburt. Aber zu schaffen,sagte die Hebamme.
73 Hans
Und -Nachtrag : genau diese Seite meinte ich ein paar Beiträge weiter oben, ich war gestern Abend nur zu faul, selbst zu googeln . oder zu müde.
Hans.


Guten Abend,

Danke für die Erklärungen. Ich habe etwas Arbeit zu hause gemacht.

Es gibt Jobs, wo wir vielen Menschen kennen. Dies hat mir ein deutscher Kollege geschickt (keine gute Qualität) :


Ich denke, dass das Bild eine Schlüsseltaste zeigt. Sie gehört normalerweise in ein Stellwerk oder auf einen Bahnsteig. Richtig ?
Sie wird normalerweise nur von Betriebseisenbahnern bedient. Richtig ?
Betriebseisenbahner haben eine Ausbildung und eine ständige Weiterbildung. Richtig ?
Die Schlüsseltaste wurde im Büro des verantwortlichen Offiziers installiert. Richtig ?
Der Offizier ist kein ausgebildeter Betriebseisenbahner (muss es nicht sein, er kann es sein). Durch Betätigung der Schlüsselbox wird er de facto zum Betriebseisenbahner, denn er machte eine Handlung, die NIchteisenbahner nicht ausführen können / für welche sie auch keine Qualifikation haben.

Kann ich das so schreiben ?
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#1387

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 19:27
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde.....
Oh, Daniel , jetzt hab ich Dir durch die Verwendung eines Fachwortes einen Haufen Arbeit gemacht.
Völlig korrekt ist , das das eine Schlüsseltaste ist. Solche sind auf etlichen Stellwerken vorhanden, meist um Fahrstraßen von Nebengleisen festzulegen, die nicht dauernt geschaltet, umgestellt werden müssen.Das machte der DHO der GT aber nicht.
Ich denk mal, der obere Teil der eingestellten Seite 77 gibt die Tätikeit halbwegs korrekt wieder, - Bedienung ist erst nach Betätigung oder eben Freigabe des Schlüssels usw. möglich. Dazu diente die "Schlüsseltaste" des DHO. quasi "Erlaubnisserteilung" - ohne gehts nicht.
Die Schlüsseltaste des DHO war auch nicht dieses Bahnwunderwerk - die sind tatsächlich ganz fein gearbeitet, sondern ein Schalter mit einem Schloß drin, damit nicht versehentlich geschaltet werden konnte.Dummerweise-solche Dinger heißen auch Schlüsseltaste bzw.Schlüsselschalter. Hat aber mit dem Eisenbahnbegriff Schlüsseltaste nichts zu tun.
So legt man Leute rein - Mist.
Wie kann man es schreiben? Allgemeinverständlich - Der DHO gab die Erlaubniss- Zustimmung (mittels eines "Schalters") , ohne die der FDL den Fahrweg nicht festlegen, freigeben konnte - so formuliert es u.a. Bernd Kuhlmann . Ist wohl die genaueste Möglichkeit.
Die ganze Spekulation , ob nun Betriebseisenbahner oder nicht, findet man auch kaum bei den Profis , nur bei Pufferküssern, dort allerdings in jedweder Ausführung.
Schweres Thema - vieleicht kann Vogtländer-Frank dazu noch was sagen.
Dein "zusammenfassender Satz am Schluß" : Der Offizier ist kein ausgebildeter Betriebseisenbahner (muss es nicht sein, er kann es sein). Durch Betätigung der Schlüsselbox wird er de facto zum Betriebseisenbahner, denn er machte eine Handlung, die NIchteisenbahner nicht ausführen können / für welche sie auch keine Qualifikation haben.
Ich würde es nicht so schreiben, es ist zwar eine logische (quasi Juristische) Kette aufgebaut, aber sie setzt aktives (Be)Wirken voraus. Für mich steht da die Frage : Passiert was, wenn der DHO schaltet ? Bewirkt er einen eisenbahntechnischen Vorgang? Nein . . Sorry, aber mit der Juristerei hast Du angefangen- "Paragrafenmensch" nicht wahr? Ne , ist ein Scherz, ich versteh ja den Hintergedanken.
Allerdings muß ich auch zugeben, daß ich an dem Punkt wohl mehr oder weniger am Ende meines Wissens angekommen bin.
Mach mal was draus.
73 Hans


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#1388

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:02
von Vogtländer (gelöscht)
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Letztendlich ist der DHO nur ein gleichgestellter Betriebsfremder mit direkter Einflußnahme auf den Fahrdienst.
Ehrlich?Viel zu umständlich das ganze mit der Sicherungsweich.2 hydraulich höhenverstellbare Gleiskörper hättens auch gemacht.Fahrsignal Rot-Gleiskörper (die Metallschiene ist damit gemeint)über oder unter Normalniveau gefahren mittels elektrischem Signal und bei Grün/Gelb/Weiß etc. Normalniveau.
Der DHO war letztendlich nur Rahmenbeteiligter ohne Rechte,ein EINKnöpfleindrücker!Mher nicht im Eisenbahntechnichen Sinne.Wenn Stellwerker sagt,der Bock trudelt nicht los,dann hätte DHO auch zum Papst rennen können und der hätte es nicht änder können bzw. geändert!Der DHO hatte nur über eine Weichenstellung was mitzureden,mehr nicht.Er war das +.der eine Etage tiefe vonne DR das -,und das für eine Weiche!Beim Rest hatte DHO in Bezug auf Bahnbetriebsabläufe die beiden Kiefer geschlossen und die Hände unmillitärich in den Hosentaschen zu versenken.


zuletzt bearbeitet 26.02.2014 20:17 | nach oben springen

#1389

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:09
von Vogtländer (gelöscht)
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Ich stell mir gerad vor:
Ein Bupo kommt heuer aufs Stellwerk und will Taste drücken.Der schaffts nicht bis zur Tür,der fliegt gleich durchs Fenster!(im etwas übertriebenen Sinne,aber grundsätzlich haben die da ohne DA schon mal garnüscht zu suchen.Und DA heißt,da war irgendow ein Unfall oder Eingriff in den Schienenverkehr.Aber zu Schaltvorgängen sind die garnicht berechtigt.Nur zum Empfang/Beschlagnahme Unterlagen etc. im Rahmen der Beweissicherung.)


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#1390

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:16
von Hans | 2.166 Beiträge

Man sieht , der Frank sagts drastisch!
Aber eben - so ist es - und so war das auch zu DDR -Zeiten.
Stellwerke sind so was wie Heiligtümer - zu Recht - und da gibts nur einen Gott, den FDL. Na gut , man sah ab und zu "niedere Götter".(Stellwerker,Weichensteller usw.)
Ansonsten darf man - jeder- höflich Fragen, und hoffen.Manchmal mit Erfolg.
Na ja, ich hab immer höflich gefragt.

73 Hans


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#1391

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:23
von Vogtländer (gelöscht)
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Hans,Du kennsts doch auch noch von ganz früher: Schmerzfrei-ein Bahnerleben!
Stell Dir vor,es rollt kein Bock (egal,ob Güter-,Regio- oder Fernverkehr!)!Ein Szenario vom Feinsten!Nicht für die Kunden!Mich wunderts,das bei einigen Privatbahnen,speziell in meinem Heimibereich,das noch rollt bei der wenigen Knete im Zwiebelleder!


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1392

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:26
von Vogtländer (gelöscht)
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Ja,Hans,das mit dem Fragen ist das eine.Die Uhrzeit das andre.In ner betreibsarmen viertel Stunde hat man eher mal das Glück als im Stresstackt.


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#1393

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:33
von Hans | 2.166 Beiträge

Ja - und auch noch von beiden Seiten - Als EB und als Trapo . Daher wohl auch das "Verstehen" beider Seiten. Logo.
Allerdings hab ich auch schon mehrfach massiv den Kopf geschüttelt bei einigen "neueren" Bahnentscheidungen. Na , da bin ich ja nicht der Einzige.
Parole : Hoch lebe Mehdorn - ach ne , der baut ja jetzt irgendwo ganz schnell mal nen Flughafen , wo war das gleich ?
Oh - sowas von OT - schnell wider zum Thema, gleich mal Eisenbahnromantik ankucken.
73 Hans
Und auf das letzte : Ein richtig betriebsames Stellwerk - oh Schotter , da stört ne Fliege an der Wand. Seh ich so-ist auch so.
73 Hans


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#1394

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:45
von Vogtländer (gelöscht)
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naja,bei mir ists gelernter KE (Kommunikationselektroniker-früher wars mal nahrichtenfuzzi mit fernmeldeschlag!) mit weiterentwicklung instandhalter/inbtriebnehmer sfz pz und genetischer vorbelastung lokschlosser/signaler/bahnhofsvorsteher!von daher schon ne gesunde macke bei der erschaffung gehabt.da hätte auch keine grüne wiese geholfen,weil ein frosch mit bahnermütze unschön aussieht!
who the f..k is määääääähkorn?


zuletzt bearbeitet 26.02.2014 20:46 | nach oben springen

#1395

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:46
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Hier mal ein Eindruck, wie das mit der Grenzsicherung in Berlin Wannsee lief, auch Grenzbahnhof. Es gab ein viertes "Zustimmungsfeld".

Zitat
Wie oben schon angedeutet, war Wannsee nach dem 13. August 1961 der letzte Bahnhof in Berlin-West an der Wetzlarer Bahn. Die nächsten Bahnhöfe Griebnitzsee und Drewitz lagen im Bezirk Potsdam auf DDR-Gebiet. Die übertriebenen Sicherheitsbedürfnisse der DDR verlangten die grundsätzliche Überwachung der Ferngespräche zwischen den Fahrdienstleitern. Ein kleines Pläuschchen am Rande war nicht möglich, denn die Grenztruppen der DDR hörten die Zugmeldungen mit.

Das war aber nicht alles. Die Sicherungsanlagen wurden den Erfordernissen der Grenzsicherheit angepasst.

Zwischen Wannsee und Griebnitzsee gab es einen besonderen Streckenblock. Normalerweise ist auf eingleisigen Strecken der Felderblock Bauform C eingerichtet. Er besteht aus drei Blockfeldern: Anfangs-, Erlaubnis- und Endfeld. Das Erlaubnisfeld stellt sicher, dass nicht zwei Züge entgegengesetzt auf die eingleisige Strecke einfahren können.

Denkbar ist aber folgende Situation: Der Fahrdienstleiter Griebnitzsee (Gbs) blockt den Zug ordnungsgemäß zurück. Es könnte doch ein Zug von Wannsee hinterherfahren. Zwar wäre das ein Verstoß gegen die Fahrdienstvorschrift (Zugmeldeverfahren), weil der Zug dem Fahrdienstleiter Gbs nicht angeboten worden ist. Aber durch Nachlässigkeit (oder gar gewollt?) kann die Situation eintreffen. Damit diese grenzgefährdende Situation nicht eintreffen kann (ein Flüchtling könnte auf den vor dem Bahnhof wartenden Zug aufspringen), wurde der Streckenblock um ein viertes Feld erweitert: dem Zustimmungsfeld.

Wie lief denn das nun ab?
- Das Zustimmungsfeld war in der Grundstellung beim Fahrdienstleiter Ws immer rot und geblockt. Auch wenn der Fahrdienstleiter Ws blocktechnisch gesehen mit der bei ihm vorhandenen Erlaubnis hätte fahren können, so verhinderte die Fahrt die nicht vorhandene Zustimmung.

- Nachdem die Zugfahrt vereinbart wurde, blockte der Fahrdienstleiter Gbs das Zustimmungsfeld. In Ws war das korrespondierende Feld weiß und entblockt.

- Nach der Ausfahrt des Zuges kam die Besonderheit bei der Bedienung des Blocks zum Tragen: Erst musste das Zustimmungsfeld, dann erst das Anfangsfeld nach Gbs geblockt werden. Somit wurde das Nachfahren eines Zuges wirksam verhindert. Wurde die Reihenfolge beim Blocken nicht eingehalten, hatte dies eine Blockstörung mit dementsprechenden Auswirkungen für den Zugverkehr zur Folge. Gleichzeitig waren die zuständigen Signalwerker nicht gerade erfreut über diesen blocktechnischen Grenzzwischenfall. Kam es nun doch zu einer Signal- oder Blockstörung konnte der Fahrdienstleiter Ws das Ersatzsignal Zs 1 ebenfalls nicht frei bedienen. Auch für diese Handlung bedurfte es einer Zustimmung aus Gbs.



Stammt alles von der Top-Seite:
http://www.berliner-stellwerke.de/stellwerke-t-z/ws.html


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.02.2014 20:47 | nach oben springen

#1396

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:51
von Vogtländer (gelöscht)
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Ich sag ja,wenn der FDL/Stellwerker nee sagt zum abfahren,da hätte der DHO nüscht machen können!Habs halt in Kurzform gemacht.
Wobei im Zitat ein Fehler ist.Die Grenztruppen an sich hörten nicht die Zugmeldungen mit.


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#1397

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 20:55
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Über Friedrichstr. haben sich schonmal ein paar andere ganz interessant ausgetauscht:

Zitat
In den Grenzbahnhöfen gab es neben der üblichen Schutzweichen zur
Vermeidung von Flankenfahrten ins Hauptgleis noch folgende weitere
Schutzweichen:
− je eine Schutzweiche im Hauptgleis oder in den Hauptgleisen aus und in
Richtung Grenze
− Schutzweichen gegen Nachfahren zu jedem Gleis hin, aus dem Richtung
Westen ausgefahren werden konnte
Im Bahnhof Berlin Friedrichstraße gab es angeblich Gleissperren in den
Ferngleisen (die lagen in der Mitte), da es keinen Platz für
Schutzweichen gab.
Durchfahrten waren grundsätzlich nicht möglich (Fahrstraßenausschluß),
ebensowenig gleichzeitige Ein− und Ausfahrten.
Die Schutzweichen im Hauptgleis Richtung Westen lagen unter Verschluß der
Grenztruppen, diese wurden erst freigegeben, wenn der restliche Fahrweg
incl. aller relevanter Schutzweichen frei und die Fahrstraße gesichert
war. Dadurch wurde gewährleistet, daß die Zeit, in der eine Fahrstraße
Richtung Westen lag, so kurz wie möglich war.

Die Zustimmung der Grenztruppen erfolgte blockelektrisch (die saßen
Re: Grenzbahnhoefe DB − DR 1989/90 1
Re: Grenzbahnhoefe DB − DR 1989/90
räumlich getrennt), wenn der Zug kontrolliert war und alle
Voraussetzungen für die Abfahrt gegeben waren.
Nach Ausfahrt des Zuges waren die Schutzweichen im Hauptgleis unmittelbar
in Grundstellung zu bringen. Erst wenn diese wieder unter dem Verschluß
der Grenztruppen lagen, ließ sich die restliche Fahrstraße auflösen.
Wenn in ein Gleis eingefahren wurde, ließ sich die Ausfahrstraße erst
verzögert einstellen, dadurch sollte ein zu kurzer Aufenthalt oder der
Versuch einer Durchfahrt verhindert werden.
SÄMTLICHE Zugfahrten in und aus dem Grenzbahnhof bedurften der Zustimmung
der Grenztruppen, angeblich soll es in Staaken (Gleisbildstellwerk) für
jede Fahrstraße Zustimmungstasten der Grenztruppen gegeben haben.




http://newsgroups.derkeiler.com/pdf/Arch...01/msg00010.pdf


zuletzt bearbeitet 26.02.2014 20:58 | nach oben springen

#1398

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 21:07
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend.....
Also, den Link muß ich mir mal in Ruhe und komplett reinzihen.
Allerdings pauschalisiert der Autor hier - man muß also auseinanderklamüsern, was nun konkret Fri ist und was allgemein. Mach ich in Ruhe.
Eine Schutzweiche hatte Fri ja....... und ich weiß auch wieso er "angeblich Gleissperren "schreibt. Das liegt eindeutig an den etlichen Varianten, die da rumgeistern. Aber - zumindest was Lage , Zeitraum,und ANZAHL (!) angeht, nähern wir uns der Realität. Damit währen wir schon weit.
wird schon.
73 Hans
Ed. Fehler


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zuletzt bearbeitet 26.02.2014 21:12 | nach oben springen

#1399

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 21:15
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1387
(...)
Ich würde es nicht so schreiben, es ist zwar eine logische (quasi Juristische) Kette aufgebaut, aber sie setzt aktives (Be)Wirken voraus. Für mich steht da die Frage : Passiert was, wenn der DHO schaltet ? Bewirkt er einen eisenbahntechnischen Vorgang? Nein . . Sorry, aber mit der Juristerei hast Du angefangen- "Paragrafenmensch" nicht wahr? Ne , ist ein Scherz, ich versteh ja den Hintergedanken.
Allerdings muß ich auch zugeben, daß ich an dem Punkt wohl mehr oder weniger am Ende meines Wissens angekommen bin.
Mach mal was draus.
73 Hans
(....)



Ja man müsste wissen, ob und wenn ja, was die Bedienung des Schlüssel konkret inbezug auf die Stellwerkstechnik bewirkt. Diese Frage wird hier im Forum wohl offen bleiben, denn beantworten könnte sie nur ein Wartungstechniker, der an einem Güst-Bahnhof tätig war: Das ist ein ganz enger Personenkreis. Der DHO hat den Schalter bedient, wenn der Zug grenztechnisch "abgefertigt" war und das Eisenbahnpersonal hat den Zug bahntechnisch abgefertigt, wenn (vermutlich) irgendein Lämpchen aufgeleuchtet hat. Die Armee und die Eisenbahn handeln nach Dienstvorschriften und die Mitarbeiter müssen diejenigen Vorschriften kennen und anwenden, die sie betreffen. Stellwerktechnische Detailkenntnisse dieser "DHO-Weiche" brauchten aber weder die Grenztruppen noch das Eisenbahnpersonal auf dem Stellwerk - und hatten sie wohl auch nicht: Die entsprechende Dienstvorschrift war sicher eine "Verschluss-Sache" nur zur ausschliesslichen Kenntnisnahme der Wartungstechniker.., aber keinesfalls für Trapo, Grenztruppen usw. bestimmt..
Theo


Hans und Stringer49 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1400

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.02.2014 21:19
von Hans | 2.166 Beiträge

Hm........
Es soll aber die sogenannten Neugirigen geben.
Ist was dran, Theo.
Eigendlich gehts ja auch nur noch um "Detais" und "Auslegungen". Das Prinzip ist ja klar - mein ich jedenfalls.
73 Hans


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