#2801

RE: Geisterbahnhöfe Dampf und DDR-Olympioniken

in Leben an der Berliner Mauer 10.12.2014 23:15
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Turmwache im Beitrag #2798
Zitat von Vogtländer im Beitrag #2780
inner winterlandschaft wie beim beispiel meißen ganz klare zustimmung für pro dampfe!


übrigens Dampf und so na ja ...
Als Rathenower Göre spielte ich auch gelegentlich bei meinem Kumpel auf dem Hof wo die späteren DDR-Olympioniken Jörg und Uwe Freimuth [url] https://www.google.de/search?q=j%C3%B6rg...ved=0CAgQ_AUoAQ [/url]
herkamen. Deren Vater war Lockführer auf Dampf und fuhr eine 52, die hübscheste von Rathenow. Zu erkennen war die schon von weitem an den wirklich immer roten Rädern und den verchromten Deckeln seitlich am Kessel und eine markante schwarze Ledermütze hatte der Vater immer auf.
Seine Jungs haben ja bekanntlich den Dampf in ihre Muskeln vererbt bekommen und in Ruhm und Ehre umgesetzt. Und eben mein Kumpel lernte dann in Wustermark als Lokschlosser auf Dampf und Wochenends beim Bier erzählte dann jeder aus seinem Fach und erinnerlich sind mir seine Schilderungen die Schubstangen und Messing oder Bronzelager zu wechseln bzw auch mannshohe Schraubenschlüssel .Dazu bekam ich eines Tages dann eine "passende" Mutter unten zugeschweißt als Ascher geschenkt. Er bekam dann später von mir die LP von AMIGA (LITERA?)mit den beschriebenen Geräuschen anfahrender oder vorbeifahrender Dampflocks in der DDR ( hier mal eine tragische Geschichte von Heute dazu [url] http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?16,7120234 [/url] wobei ich mir nicht sicher bin ob die verschenkte LP nicht anders aussah.
Gehört wurde die dann erstmals von mir auf meinem Belcanto ST2001 - die Züge fuhren wirklich an einem vorbei



Ich habe diese LP noch. Sie heißt: "Von 01 bis 99"

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#2802

RE: Geisterbahnhöfe Dampf und DDR-Olympioniken

in Leben an der Berliner Mauer 11.12.2014 07:35
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,....
Nur um der Weiterverbreitung von ach so beliebten Gerüchten vorzubeugen.
Der Diensteingang Zoll, also die Schleuse, befand sich natürlich nicht in der Herrentoilette der (unteren) Bahnhofshalle von Friedrichstraße. Wird ja immer wieder gern so kolportiert, bis hin zu -eine bestimmte (Sch...haus)Kabine. Das wäre für weibliche Wesen auch etwas problematisch gewesen.
Sondern: In den Räumen des ehemaligen Mitropa-Friseurs, welche allerdings über die Treppen zu den Toilettenanlagen zu erreichen waren. Wer sich’s anschauen möchte - da, wo jetzt McSchit (oder heißen die tatsächlich Mc Clean?) ist. (Treppe und Raumaufteilung sind weitgehend unverändert)
Der "Rest" : Also wo so alles Mögliche gelaufen sein soll - sorry, Leute, aber die meisten Geschichten davon sind verdammt viel Spekulation, die durch eine Menge Schreiberlinge -keineswegs nur Presse- einige supertolle Storys stammen aus Foren und so, von "Fachleuten"-regelrecht erzeugt sind. Bei vielen der Storys rollen sich die Fußnägel, einige besonders schöne sind ja mittlerweile hier gelandet. Allerdings sind solche Dinger sowas von zählebig-einfach nicht tot zu bekommen.
Mein Tipp dazu: Versucht doch mal, die ja notwendigerweise vorkommende Beschreibung der Örtlichkeit so ein bisschen abzugleichen. Erstaunlich, was dann so an Ortskenntnis rauskommt. Viele der Sensationsberichterstatter haben den Bahnhof doch nie gesehen- und beweisen das dann sogar in / mit ihren Texten.
Ums mal kurz zu machen: Definitiv (auch) zum Schleusen benutzt: Diensteingang Georgenstraße, Diensteingang Zoll, Ausreise Nord (die Dienstausreise) , Eingang Reichstagufer -der wird komischerweise kaum erwähnt.
Bei ein paar anderen Stellen hab ich so meine Zweifel, teilweise wegen der Räumlichkeiten - weil keine richtige Verbindung zum Westteil des Bahnhofes, teilweise wegen dem Charakter der Räumlichkeit.(Eine Schleuse-hochgeheim-in einem von der DR oder von der Mitropa genutzten Raum, in dem sich die "Organe" nicht oder Kaum aufhalten ? - na?)
Also immer schön weiterzweifeln, hinterfragen und so.
73, Hans
Nachtrag : Sorry- nicht auf die Überschrift geschaut, hätt ich sonst zurückgedreht. H.


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
zuletzt bearbeitet 11.12.2014 07:44 | nach oben springen

#2803

RE: Geisterbahnhöfe Dampf und DDR-Olympioniken

in Leben an der Berliner Mauer 11.12.2014 09:40
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2802

...Eingang Reichstagufer -der wird komischerweise kaum erwähnt.



Also wenn man das mit den Erinnerungen von @Harzwanderer abgleicht, dann war das mit einiger Wahrscheinlichkeit der "Schlauch". Kann mich selbst daran erinnern, dass der nördliche Treppenaufgang des Bahnsteiges C (S-Bahn Linie Frohnau-Wannsee) zum Reichstagufer im Zwischengeschoß, dort wo der Verbindungsgang zur U-Bahn nach rechts weggeht, mit einer Stahltür verschlossen war. Der Treppenaufgang vom Zwischengeschoß zum Reichstagufer hoch war mit einer längeren Baracke überbaut und damit von der Straße aus nicht sichtbar. Es ist durchaus denkbar, das sich da drin wegen der verborgenen unterirdischen Zutrittsmöglichkeiten, Räumlichkeiten für konspirative Treffs befunden haben. M. E. haben alle schleusenden MfS-DE und sonstigen Apparate aus Gründen der Konspiration ihre eigenen Anlagen gehabt. In Fri war das sicher auch so.

In O. Teichert: Untersuchung der Steuerung der SEW durch die SED ist zum "Schlauch" folgendes zu lesen:

...Daraufhin fand anschließend eine Aussprache in dem sogenannten Schlauch in der GüSt Friedrichstraße statt. [...] Bei dieser Aussprache im Schlauch bat der Gen. Ziegler (SEW-Chef), dass die einreisenden Westberliner, die durch die Partei vorgeschlagen werden, ohne Zollkontrolle und gebührenfrei einreisen sollten. Alle Anwesenden [...] waren mit dieser Maßnahme einverstanden und daraufhin wirde die Maßnahme organisiert (MfS BdL II an HPF (Vorläufer der HA VI)). Infolgedessen gab es eine Anweisung der HA Passkontrolle und Fahndung (HPF), die bei uns vorliegt (Ordnung über die Abfertigung von Westberliner Bürgern, die aufgrund einer Sonderregelung ohne Grenzübertrittsdokumente in die Hauptstadt der DDR einreisen vom 22.09.1966) (aus: Tätigkeitsberichte der MfS-Verwaltung Groß Berlin/BdL II 1966-1968, 1972)

Die Frage ist, ob der Ausgang Reichstagufer damals auch schon überbaut war, oder ob sich der Besprechungsraum damals doch eher unter der Erde in einem Nebengelass des Tunnels befunden hat.

In W. Mensing: SED-Hilfe für West Genossen steht zur Schleuse der Abt.Verkehr folgendes:

...
Ein reichliches halbes Jahr später (1969) wiederholte Matern noch einmal die Anordnung, »dass die DKP sich vollkommen auf legale Art einstellen muss und damit in den üblichen Reiseverkehr eingeschlossen wird«. Da gab es allerdings Probleme, an die man im Politbüro nicht dachte, mit denen aber die Abteilung Verkehr umgehen musste. Man konnte die Schleuse an der Friedrichstraße für DKP-Genossen nicht einfach schließen. Gleich gab es Schwierigkeiten mit bisherigen KPD-Genossen, die diesen Weg über Jahre genommen hatten und selbstverständlich dort Einlass forderten, wie »Jan« (Gustav Müller, nun Gesellschafter und Geschäftsführer des Verlages Marxistische Blätter)683 oder Paul Neuhöffer, DFU-Funktionär und Leiter des Pahl-Rugenstein Verlages. Eine politische Festlegung war erforderlich: DKP und KPD stellten Listen der Genossen auf, die unbedingt geschleust werden mussten.684 Der bloße Transport von »Material« sollte als Begründung nicht ausreichen; das holten dann Mitarbeiter der Abteilung Verkehr ab. Und nach Hinterlegung von »Material« (Gepäckschleuse) konnte der normale Weg benutzt werden.685 Aber vor allem mochte man Geldkuriere nicht auf den Weg durch die DDR-Grenzkontrollen verweisen. So wurde angeordnet, dass bestimmte, namentlich genannte Kuriere berechtigt seien, die Schleuse zu benutzen.686
...

Geruß Kalubke



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#2804

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 11.12.2014 10:56
von Hans | 2.166 Beiträge

Ach, Jörg,
Ohne das Modell im TP , das ja recht genau, aber eben keineswegs vollständig ist,(und gar nicht sein kann) ist da einfach nichts zu löten an der Holzkiste
Und dann spielt noch die Zeit eine Rolle. Die von dir zitierte Besprechung war irgendwann 66 -68. Da gab es die Ausreise Nord noch gar nicht. (Da war noch die „Bushaltestelle“) Diese ist die „Nord“: Der Treppenaufgang vom Zwischengeschoß zum Reichstagufer hoch war mit einer längeren Baracke überbaut und damit von der Straße aus nicht sichtbar. Übrigens - von der Straße nicht sichtbar - bis zur Eingangskontrolle konnte man ohne Probleme. ( Geliebte Polemik)
Der Zugang Reichstagsufer ist das aber nicht. Der befand/befindet sich am Reichstagufer, unter der Brücke über die Spree. Er gehört (auch heute) zum nicht öffentlichen Teil des Bahnhofes. Mit den dort befindlichen Fahrstühlen konnte man problemlos auf alle S-Bahnsteige und auf Bstg. A. Wurde daher auch für Aus/Einreise von Rollstuhlfahrern genutzt. (Daher manchmal der Begriff Rollstuhleingang.)
Ominöse Blechtüren: Nun ja - die am tollsten aussehende Stahltür, so ne Art "Panzertür" (Begriff nicht von mir!), wurde auch schon als Stasi-Zentrale und was weiß ich noch alles verkauft. War sogar mal in der seriösen Presse - mit den allerschlimmsten Vermutungen.( Frankfurter und Süddeutsche hab ich so in Erinnerung) Nur - was war wirklich dahinter? Es ist Lachhaft - es war das Zwischenlager der Mitropa, für die Shops auf der NS-Bahn. Es standen sehr viele ominöse Blechtüren auf dem Bahnhof rum, mit "geheim" hatten die wenigsten zu tun.
Im Übrigen - immer wenn im Bezug auf den Bahnhof Friedrichstraße das Wort "unterirdisch" kommt - Vorsicht! In den beiden, zweifelsfrei vorhandenen Kellergängen, längs unter dem Bahnhof, war alles Mögliche, vom Technikraum über Lager,jede Menge (!), Abstellräume, Bahnhofstechnik, auch zwei kleine Werkstätten der Bahnmeisterei, aber garantiert - keine geheimen Besprechungsräume, Abhörzentralen oder sonst so was. Publikumsverkehr fand da -im weitesten Sinne, nicht statt. Das heißt - wer nicht zum Bahnhof gehörte, hat diese Räume nie gesehen. Der "geheime" Raum der Trapo dort unten war übrigens das "Lager" für Sturmgepäcke der Truppen, also unsere "Elefantenportemoneies“, und für den restlichen Kram vom MvI (Spieß).Wer einmal die Möglichkeit hat, da lang zu gehen, gibt sofort jeden Zweifel in dieser Richtung auf-garantiert. Ich hoffe übrigens, das diese durchaus nötigen Räume bei der Bahnhofssanierung auch was abbekommen haben - die Belüftung da unten war unter aller Kanone.
Spekulation - ich nehme an, Hotte meint den Verbindungsgang von der S-Bahn zur U-Bahn, Rennsteig oder auch Wichser-Tunnel genannt.
73, Hans


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#2805

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 11.12.2014 15:57
von Kalubke | 2.296 Beiträge

..zur Illustration hier nochmal ein Lageplan. Die damaligen genauen Internbezeichnungen der einzelnen Zugänge sind mir natürlich nicht geläufig. Da wo der Nordausgang des Bahnsteiges der NS-Bahn rauskommt, heißt die Straße noch Reichstagufer.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 11.12.2014 18:42 | nach oben springen

#2806

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 11.12.2014 16:57
von Hans | 2.166 Beiträge

Jetzt verstehe ich was - Du betrachtest den Bahnsteig der NS-Bahn als C ! Daher die "Verwirrung". (in Maßen) Der heißt , so seit 90 ,Bahnsteig D. Vorher nur NS-Bahn oder auch -sinnigerweise-Kellerbahn. C ist der nördliche Bahnsteig oben - wo (jetzt) die S-Bahn fährt, früher der Bahnsteig in Ri, Alex, auch S-Bahn.
Man sieht - Wir kriegen alles raus !
73, Hans


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#2807

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 11.12.2014 18:36
von Kalubke | 2.296 Beiträge

... habe mich mit der Bezeichnung an Deinem Beitrag #279 (unterstes Bild) orientiert. Das müsste doch der Abgang zur NS-Bahn in Fri sein, oder ist mir da ein Fehler unterlaufen?

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 11.12.2014 18:39 | nach oben springen

#2808

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 12.12.2014 17:42
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Es dürfte am Bf. Friedrichstraße mehrere Grenzschleusen gegeben haben, nicht alle für die gleichen Stasi-Abteilungen und nicht alle zu jeder Zeit. Das kann man ja hier im Forum auch sehen, wenn es um Schleusen an anderen Orten geht. Von daher ist es vermutlich müssig, "die eine" Schleuse suchen, finden oder sonstwas zu wollen. Es gibt aber von mehreren glaubhafte Beschreibungen.
Hier sind jedenfalls noch zwei Artikel zu dem Thema:
http://www.horch-und-guck.info/hug/archi.../heft-55/05503/

http://www.welt.de/geschichte/article118...se-nutzten.html

Und hier reisten die Normalen, wie ich, ein:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...richstrasse.jpg


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zuletzt bearbeitet 12.12.2014 17:53 | nach oben springen

#2809

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 12.12.2014 23:46
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #2808
Es dürfte am Bf. Friedrichstraße mehrere Grenzschleusen gegeben haben, nicht alle für die gleichen Stasi-Abteilungen und nicht alle zu jeder Zeit. Das kann man ja hier im Forum auch sehen, wenn es um Schleusen an anderen Orten geht. Von daher ist es vermutlich müssig, "die eine" Schleuse suchen, finden oder sonstwas zu wollen. Es gibt aber von mehreren glaubhafte Beschreibungen.
Hier sind jedenfalls noch zwei Artikel zu dem Thema:
http://www.horch-und-guck.info/hug/archi.../heft-55/05503/

http://www.welt.de/geschichte/article118...se-nutzten.html

Und hier reisten die Normalen, wie ich, ein:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...richstrasse.jpg


Und genau mit dem "Glauben" ist das meist so eine Sache.

Ich bin davon überzeugt, dass solche "glaubhaften Beschreibungen" immer mehr und mehr werden, wetten?

Also mein Rat zum Thema, alles genau lesen und nicht immer auf den Punkt vertrauen was da geschrieben wird, eher alles kritisch hinterfragen. Man muss sich in die Thematik langsam vortasten, eine eigene Meinung anlesen und auch einmal einen "alten" Artikel dazu nochmals lesen und vergleichen. Dabei nicht vergessen, alles hinterlässt Spuren, diese gilt es zu finden.

Gruß Reiner

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#2810

RE: Geisterbahnhöfe

in Leben an der Berliner Mauer 13.12.2014 07:10
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte,....
An euren beiden Beiträgen, Hotte und Reiner, ist ja mit ziemlicher Sicherheit was dran.
Das Thema "Schleuse" ist nun mal beim breiten Publikum von Interesse. Leider -das führt zu einem kaum überschaubaren Wust von allen möglichen Informationen, Thesen, Behauptungen. Und wenn man mal auf einen Beitrag stößt, Presse mal als Beispiel, und ganz konkret Herr Kellerhoff,(Hottes Link) und den Beitrag mal mit dem "Ursprungsbeitrag" von vor X Jahren vergleicht, (geht ja manchmal ganz gut ) dann fällt ja auf, es wird immer mehr, immer breiter.
Aller neuen Rechercheergebnisse ? Glaub ich nicht so richtig. Manchmal ist dann auch deutlich zu bemerken, das mehrere, ursprünglich unterschiedliche "Ereignisse", Orte und so miteinander verschmelzen, zu einem anderen oder etwas neuem werden. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite - der Zeitablauf. Fast 30 Jahre war Friedrichstraße eine Güst, und während dieser ja recht langen Zeit passierte natürlich so einiges. Logischerweise auch an den unterschiedlichsten Orten. Daher kommt auch sehr viel durcheinander.
Ein anderes Problem ist die Vorstellung, das eine Schleuse eben so was wie eine ganz geheime Tür oder ein noch geheimerer Tunnel (oder so was) sein muss. Schön, klein Moritz findet das sicher spannend, aber war das so? (Die geheime Tür, wo ganz schnell mal einer rein gelassen wurde, und sonst nichts- beherrscht doch die Fantasie etlicher Leute ) Diese Vorstellung ist genauso spannend wie falsch. Alles, was bisher als Schleuse hier erwähnt wurde, diente eben ganz profanen Zwecken, "Schleuse war eben nur nebenbei". Nun ja, für Spiogöntenfülme nicht so geeignet, aber eben wesentlich praktischer und eben Realität. Da hilft Sensationshascherei nur wenig oder gar nicht.
Meinung dazu : Der einzige Teil zum Thema Schleuse, der korrekt wiedergegeben ist,in der seriösen Presse, ist die Beschreibung der Gepäckschleusung.( Also des prinzipiellen Ablaufs) Nun ja, vielleicht glauben alle Presseschreiber dem Herrn Stiller,-in den Fall liegen sie damit richtig. Bei den anderen, beschriebenen Abläufen - na ja -üblicherweise sind da eben immer so kleine "Hacker" drin.
So -zur Übersichtlichkeit. Die –bekannte - Skizze von der Güst, leicht aufgebessert mit ein paar Ortsbeschreibungen, wo die erwähnten Schleusen nun waren.
Q: Wiki
73, Hans


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#2811

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 13.12.2014 11:04
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #2754
BR 106 durfte aus Profilgründen nicht in den Tunnel. Es durften nur die BR 101/102 eingesetzt werden, 70 t Anhängelast je Lok.


.............stimmt BR 102. Mein Fehler.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#2812

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 13.12.2014 15:51
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Grundsätzlich wird wohl niemand alle Schleusen und sonstigen Schleusungen am Bahnhof Friedrichstraße und sonstwo kennen können. Das MfS hat die meisten Informationen ja sorgfältig selbst vor den eigenen Leuten verborgen, selbst Mielke hatte nochmal sein eigenes Geheimarchiv. Niemand kann also einen Gesamt-Überblick haben. Ist auch kein Problem.
Was spricht dagegen, einfach mal alles zusammen zu tragen und sich dann selbst Gedanken darüber zu machen, was man für plausibel hält? Vielleicht wird auch mal ein Doktorand im Stasi-Archiv fündig, dann hätte man natürlich bessere Originalquellen. Dass man jede Quelle kritisch betrachtet, versteht sich von selbst. Ob es einem eine alte Oma erzählt oder ein stolzer Ex-Stasi oder ob man selber mal irgendwann stutzig geworden ist, ist zunächst mal egal dafür.

Der DKP-Genosse beim Geldabholen oder Weisungsempfang wird sicher nicht die gleiche Route genommen haben, wie z.B. ein Stiller oder PLO-Terrorist.

Das Thema Schleusen an so einem derartig abgeschotteten Ort finde ich durchaus interessant. Kein Wunder, dass sich da jede Menge Legenden drum ranken. Man wusste es ja auch schon damals, und jeder hat geguckt, wo es denn vielleicht sein könnte.


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zuletzt bearbeitet 13.12.2014 15:53 | nach oben springen

#2813

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 00:54
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #2657
Zitat von Kalubke im Beitrag #2652
[quote=Hans|p417216]
...
Letzter Punkt- Es gab vor 84 – danach weiß ich nicht, tatsächlich eine Möglichkeit, von der Ostseite in den Bahnhof Wollankstraße zu kommen. Die „berühmte“ Blechtür, um die sich so viele Storys ranken. Allerdings – nie benutzt das Ding, W. war nicht mein Bereich.
73, Hans
...



... wurde vom MfS (wahrscheinlich HA VIII) als operative Grenzschleuse genutzt. Hinter der Tür ging es durch die Aufenthaltsräume des Bahnhofspersonals in die südliche Vorhalle. In A. Damerow "Operation Sweety" ist das genauer beschrieben. Es gab auch einen zweiten Schleusungsweg, und zwar über den nördlichen Zugang zum Bahnsteig. In der Grenzmauer war auf Höhe der S-Bahnbrücke Wollankstraße ein Schlupftor ins Vorgelagerte (armierte schwenkbare Betonplatte in der Grenzmauer, die in einem Eisenrahmen eingelassen war) eingebaut. So eins kann man heute noch in den Mauersegmenten, die vor dem Märkschen Museum aufgestellt sind, bewundern.















Gruß Kalubke






Hallo in die Runde.
Ich möchte hier einfach nochmals auf die "berühmte Blechtüre" vom S-Bahnhof Wollankstraße eingehen. Mir ist da heute ein Plan, nach langem Suchen, wieder in die Hände gefallen. Diese Blechtüre war ja auf der östlichen Seite vom Bahndamm. Um zum S-Bahnhof zu gelangen, hätte man eine gute Strecke unter Tage (Tunnel?) zurücklegen müssen. Man hätte außerdem dabei zuerst das ehemalige Gütergleis zum Gsr unterqueren müssen (siehe Foto).



Fotoquelle: Ausschnitt eines Fotos von 1976, Sammlung Kuhlmann

Wenn schon eine Schleuse, wieso dann nicht den Tunnel zwischen dem ehemaligen EG zur DDR-Seite, wie er in der Zeichnung vorhanden ist?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#2814

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 08:38
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Der auf Deiner Skizze dargestellte nördliche Zugang zum Bahnsteig des S-Bhf Wollankstraße war der von A.Damerow beschriebene 2. Schleusungsweg. Der ging über eine Treppe vom Tunnel auf den Bahnsteig. Die Treppe war für den öffentlichen Verkehr gesperrt und auf der Bahnsteigebene mit einer Metallplatte verschlossen, in die eine Ausstiegsluke eingebaut war.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 14.12.2014 10:36 | nach oben springen

#2815

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 08:43
von Kalubke | 2.296 Beiträge

.. in Ergänzung zu #2803 eine Luftaufnahme von Fri von der Spree aus (1990). Links im Bild neben dem Tränenpalast ist die langgezogene Baracke zu sehen, die über dem nördlichen Ausgang der NS-Bahn am Reichstagufer steht. Sie entstand zeitlich nach der von Hans erwähnten und im "Welt"-Artikel von @Harzwanderer in #2808 abgebildeten "Bushaltestelle".


Gruß Kalubke



Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.12.2014 10:28 | nach oben springen

#2816

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 11:30
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,…….
Also weiter mit dem Geheimnisvollen.
Und gaaaaanz Vorsichtig und ganz langsam. Reiner, Du beziehst dich da, mit dem eingestellten Ausschnitt, auf Kuhlmann, Züge durch Mauer und Stacheldraht. Na, jetzt muss ich wieder „Madigmachen“. Gerade in diesem Kapitel schreibt B.Kuhlmann doch auch über den Bf. Wollankstraße: „ Dieser S-Bf. geriet bereits am 26/27.Januar 62 in die Schlagzeilen, als Beschäftigte der DR einen unter den Bahnanlagen gegrabenen Tunnel entdeckten, der mehrfach zur Flucht nach Westberlin genutzt wurde. Die DR sprach von….“ Zit. Ende. Zu finden auf Seite 72, also nur eine Seite weiter hinten, und im unmittelbaren Zusammenhang. Toll. Wo ist denn dieses Wissen her? Aus der einzigen (zumindest einzigen mir bekannten) Quelle „ Akte 13.8.61…“ von Günter Jakobson ? Das ist ein (noch dazu mieser, na bitte Geschmackssache) Roman, der mit Realität nichts, gar nichts zu tun hat. (War schon mal in #1098 und Drumherum Thema) Ach ja, Wahrheit und Literatur. Fachfrage: Wie viele Leute flüchteten gleich durch diesen –nie fertiggestellten Tunnel?
Und dann – huch –Jörg aber auch- kommt der Spiogent aus einer Blechabdeckung über einem Zugang raus gekrabbelt? Wie betont unauffällig. (Sorry, aber das ist lachhaft, da kann ich echt nicht anders.) Eines muss man allerdings anerkennen. Frau Damerow hat eine ausgeprägte Phantasie. Bleiben wir besser bei der Realität, die ist viel interessanter als manch Roman.
Letzter Teil. Die langgezogene Baracke war`s nicht. Das Gebäude dahinter, auf dem Foto hell zu erkennen, ist die Ausreise Nord. Die Baracke endet vor dem Abgang zur S-Bahn. Zeichnung: Das kleine Viereck am Ende des orangen Striches ist der Abgang.Das, was Du als Bestandteil der Baracke ansiehst, ist nur das Dach über dem Zugang.
Q: Plan des Bf.Fri, DR, mit Eintragungen der PKE , Ausschnitt, bearbeitet.
73, Hans
Ed. Zeichnung hat geklemmt.


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zuletzt bearbeitet 14.12.2014 11:39 | nach oben springen

#2817

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 12:21
von eisenringtheo | 9.172 Beiträge

Ich frage mich immer, wie konspirativ eine Schleusung via Friedrichstrasse eigentlich sein konnte. Überall, wo man im West- oder Osttteil des Bahnhofes herauskommen konnten, hielten sich Personen auf. Denn ein Bahnhof ist nicht unbedingt die einsamste Stelle in einer Stadt.
Theo


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#2818

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 12:52
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Theo
Ja, Konspirativ. Wenn man von den Möglichkeiten , die der Duden so anbietet, also :geheim, gesetzwidrig, illegal, im Untergrund arbeitend, ungesetzlich, verschwörerisch; es sind wohl noch mehr, mal nur das hier gemeinte "geheim" nimmt, dann erscheint mir das Schleusen auf Fri -inmitten von "Menschenmassen" - eigentlich logisch. Wo bleibt denn der einzelne Mensch am unauffälligsten? In einer ganz leeren, freien Ecke? Oder doch in der Menge von wie viel tausend anderen ? "Zu sehen- daher nicht mehr geheim" - halte ich für einen Trugschluss. Sehen reicht da nicht - das "herausfinden" zählt. Und das dürfte sehr schwer gewesen sein.
Die andere Variante wäre: Da lang, wo es kein Mensch sehen kann. Gibt es solch Stelle in Berlin? Sicher nur ganz wenige.
73, Hans


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#2819

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 14:05
von diefenbaker | 584 Beiträge

An anderer Stelle hier im Forum wurde auch schon über Schleusungen berichtet / spekuliert / philosophiert.
Ich kann nicht jeder Überlegung so ohne weiteres folgen.

Einen hohen Stelllenwert scheint aber die Konspiration gegenüber dem "normalen" Abfertigungspersonal von PKE und Zoll an den GÜST gehabt zu haben. Ansonsten hätte doch der PKW-Verkehr über Ein-/Ausreise oder Transit mit regulär im Westen zugelassenen Fahrzeugen ausgereicht, Transporte von Mensch und Material vom Westen unkontrolliert in beiden Richtungen abzuwickeln. Auf der Westseite gab es i.d.R. keine Kontrollen außer gelegentlich die Frage nach Intershopware. Es gab noch keine automatische Kennzeichenerfassung oder Gesichtserkennung.

Gruss Wolfgang



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#2820

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 14.12.2014 19:39
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2816

...
Und dann – huch –Jörg aber auch- kommt der Spiogent aus einer Blechabdeckung über einem Zugang raus gekrabbelt? Wie betont unauffällig. (Sorry, aber das ist lachhaft, da kann ich echt nicht anders.)
...



Wir bräuchten zur Verifizierung mal eine Luftaufnahme vom S-Bhf. Wollankstraße aus den 80ern oder ein Befliegungsvideo eines alliierten Hubschrauberpatroullienfluges. Das "Mauerflugvideo" hört ja leider an der Bornholmer Brücke auf. Wärn se doch mit ihrer INTERFLUG Mi-8 bloß mal 2 km die Grenze entlang weiter nach N geflogen.

Gruß Kalubke



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14 04.02.2014 20:13goto
von rei • Zugriffe: 5320
Eine Fahrt mit der Berliner U-Bahn durch die Geisterbahnhöfe von Ost berlin
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
29 22.09.2011 15:57goto
von StabsfeldKoenig • Zugriffe: 22408
Eine Fahrt mit der West-Berliner S-Bahn entlang der Mauer 1990 Teil 2
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
3 27.04.2009 08:40goto
von Grete85 • Zugriffe: 3891

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