#21

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 15.08.2013 06:02
von KID | 234 Beiträge

Ich erinnere mich noch an den Rumaenien-Urlaub 1987: "Bitte die Uhren eine Stunde vorstellen, dafuer aber dreihundert Jahre zurueck..." sagte ich meinen Reisekameraden.

In Constanta gab es kilometerlange Benzinschlangen. Als die Tankstellen zumachten, verschliessen die Leute einfach ihre Autos, und liefen in der Dunkelheit nach Hause. Am naechsten Morgen ging es zureuck zur Schlange. Manche warteten Tage. Fuer Devisen war alles - auch Benzin - zu haben. Trabant-Ersatzteile lokalisierte ich am ersten Tag! Ein Ehepaar aus der BRD fragte mich, was sie tun sollten, als sie den Diebstahl ihrer Scheibenwischer und Seitenspiegel feststellten. Gluecklicherweise lernte ich zwei Tage vorher auf der Veranda des Hotels einen Kleinboss der rumaenischen Mafia kennen. (Ja, ich weiss.... ich schreibe es immer meinen Taetowierungen zu.) Auf Anfrage stellte es sich heraus, dass der Boss gerade die fehlenden Teile in Constanta 'auf Lager' hatte. Fuer 100 DM bekamen die Wessis zwei gebrauchte Scheibewischer und zwei Seitenspiegel, die 'ueberraschenderweise' perfekt passten. Ende gut, alles gut.

Im Saftladen Rumaenien konnte man aber alles kaufen. Ich schmuggelte (Ja, ja, ich weiss.... ) mehr als das Sechsfache an rumaenischen Lei, was einem DDR-Buerger sonst erlaubt war. (Ich hatte Beziehung bei der Staatsbank in der Spandauer Strasse, was allerdings nicht mit meinen Taetowierungen zu tun hatte.) Bei der Wiedereinreise in die DDR in Leipzig, kaute ein loyaler Hund des Zolls am Griff meiner neuen Tasche, was zu einer etwas intensiveren Ueberpruefung meiner Souvenire fuehrte. Am Ende wurde ich vom netten Zoellner zur Klaerung eines Sachverhaltes in den Dienstraum beordert, und dort ueber die illegale Ein- und Ausfuhr von DDR-Mark belehrt. Ich war wohl der Einzige, der aus der SRR mit einer vollen Tasche zurueckkam. Das fiel irgendwie auf...

Hatte nie Probleme in Ungarn mit Benzin gegen Forint. (OT- Forint hatte ich ja auch geschmuggelt... 10000 zusammengerollt und in Plaste eingeschweisst, dann in einer neuen Duosan-Tube versteckt. Leider platzte die Plastefolie waehrend der Fahrt , und die Geldscheine wurden mit dem Klebstoff durchtraenkt. Von Mosonmagyarovar bis Szentendre klebten 50 Forint-Scheine in den Kassen der Laeden..... Aber Benzin gabs!

Jens


Kurt und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2013 06:07 | nach oben springen

#22

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 15.08.2013 07:55
von Kurt | 933 Beiträge

Hallo,

Wir fuhren durch Rumänien immer zügig hindurch. Von Szeged nach Vidin war das auch locker zu schaffen.
Die 10 Liter-Kanister paßten sehr gut zu den Profilen im Unterbau des VW Bus, sodaß wir mit 120 Litern unterwegs waren - 60 Liter im Tank und 6x10 Litern am Fahrzeugboden hängend.
Nur ein Mal wurde in Rumänien übernachtet, und zwar im Donaudelta. Da kamen wir aus der Sowjetrepublik Moldawien und wollten nach Bulgarien.
Gestohlen wurde nichts. Toi, toi, toi....

Gruß,

Kurt


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#23

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 15.08.2013 15:30
von Grenzgänger (gelöscht)
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Hat jetzt nichts direkt mit Benzin zu tun, aber mit dem mehrfach beschriebenen "ein Nichts"- Status des DDR- Bürgers ohne Devisen.

Ein paar Wochen vor Einführung der D- Mark sagte ein Kumpel in einer Gesprächsrunde:
"Wenn wir wirklich die D - Mark kriegen, fahre ich als erstes nach Bulgarien und lasse mir für 10 Mark den Arsch lecken"

Sein Ossi- Urlaubsfrust saß wohl sehr tief..

Siggi


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#24

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 15.08.2013 19:22
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Zitat
Ich fand es nicht so toll !
Egal wie ,man fühlte sich immer wie der letzte Dreck,weil man keine Devisen hatte.



Kann ich absolut verstehen. Nur wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte der nächste 1:20 getauscht. Ich habe die Knete wieder ausgegeben während die Profi´s richtig abgesahnt haben.

Die haben Zehntausende auf ein Konto in der DDR geparkt und das nach der Währungsunion 1.2 getauscht bekommen. Da hat sich manch einer ´ne goldene Nase verdient.

Mfg Berlin


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#25

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 15:37
von SET800 | 3.097 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #5
Zitat von Lutze im Beitrag #4
ein schönes Bruderland hatten wir,
und die DDR-Botschaft in Rumänien schaut nur hilflos zu
Lutze


Ungarn war nicht viel besser Lutze,da warste ohne harte Währung auch der letzte Dreck.Schade das sie Dich nicht gelassen haben hättesete Dich Überzeugen können.




Hallo,
ein alter Beitrag, aber gab es in der DDR ähnliches gegenüber den wenigen polnischen oder tschechoslowakischen KFZ-Touristen?

Ich kann mich erinnern daß an den 2-Takt-Zapfsäulen im Sommer 1987 Schlangen waren, nicht aber an Mengenbegrenzung. Als Besucher mit einem Golf-Diesel war das aber ganz locker ohne Warterei...



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#26

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 16:10
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Diesel und VK konntest Du immer und zu jeder Zeit tanken, ohne Schlange stehen. Bezahlen auch in M wenn Du Zwangsumtausch hattest.

Bleifrei war wimre in DM zu zahlen. Weiß ich aber nicht mehr genau.

MfG Berlin


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#27

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 18:32
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #26
Diesel und VK konntest Du immer und zu jeder Zeit tanken, ohne Schlange stehen. Bezahlen auch in M wenn Du Zwangsumtausch hattest.

Bleifrei war wimre in DM zu zahlen. Weiß ich aber nicht mehr genau.

MfG Berlin

Bleifrei war nur in Devisen erhältlich. Man muss berücksichtigen, dass Neuwagen in der BRD erst im Januar 1989 obligatorisch einen Kat haben mussten. In der DDR waren Kat-Autos WIMRE kein Thema, es gab ja auch keine Luftverschmutzung östlich der Elbe mit Ausnahme der selbständigen Einheit Westberlin... Zumindest in der Lausitzer Rundschau, welche meine Gastgeber abonniert hatte, wurde viel von der schlechten Luft in WB berichtet.
Theo


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#28

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 18:50
von der Anderdenkende | 1.186 Beiträge

Und die Luftverschmutzung blieb in Berlin (West),denn der antifaschistich-demokratiche Schutzwall beschützte Ostberlin vor Smog!
So sinngemäß eine Geographie-Lehrerin während einer Stunde an einem versmogten Tag in "Ost-Berlin".


zuletzt bearbeitet 13.07.2016 18:51 | nach oben springen

#29

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 18:58
von SET800 | 3.097 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #27
Man muss berücksichtigen, dass Neuwagen in der BRD erst im Januar 1989 obligatorisch einen Kat haben mussten. In der DDR waren Kat-Autos WIMRE kein Thema,.....
Theo


Hallo,
welche DDR-üblichen PKW brauchten den verbleiten Sprit ( Ventilsitze, Klopffestigkeit )? Meiner Meinung nach allgmein technishc halte ich bleifrei für einen sehr wichtigen Fortschritt, Katalysator aber nicht.

Kohlenwasserstoffe und NOx zerfallen wieder, Blei schlägt sich aber auf Äckern und Gärten nieder und wird in Körpern resorbiert.

Katalysator hat den deutlichen Nachteil den Verbrauch zu erhöhen.



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#30

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 19:42
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Nun, alle die im 4 Taktverfahren liefen. Also z.B. der LO, Moskowitsch, Lada, Wolga, etc.

Hatten die Kraz LKW nicht auch einen Benzinmotor?

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#31

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 20:05
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Bleifreies Benzin ist teurer in der Produktion als benzinhaltiges. Das ist der Grund, warum sich die Erdöllobby in Europa so lange gegen das Bleifrei-Obligatorium gewehrt hatte. In der Übergangsphase, als beides angeboten wird, bleihaltig und bleifrei, tankten die meisten doch das billigere (ausser die wenigen, die schon einen Kat hatten). Das wäre auch in der DDR so gewesen, deshalb gab es bleifrei nur gegen Devisen
Theo


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#32

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 20:05
von DHH GR44 | 48 Beiträge

Zitat
Hatten die Kraz LKW nicht auch einen Benzinmotor?



Nein Sil und Ural und Gaz hatten Benzinmotoren der Kraz war ein Diesel sogar ein Zweitaktdiesel.

https://de.wikipedia.org/wiki/KrAZ#Modelle

VG Hubi


zuletzt bearbeitet 13.07.2016 20:09 | nach oben springen

#33

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 20:19
von Lutze | 8.032 Beiträge

Kraz mit 2-Takt Diesel?und dann noch in einem V8 Motorblock?
naja,Lärm hatten diese Ungetüme schon gemacht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#34

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:01
von SET800 | 3.097 Beiträge

Zitat von DHH GR44 im Beitrag #32

Nein Sil und Ural und Gaz hatten Benzinmotoren der Kraz war ein Diesel sogar ein Zweitaktdiesel.
https://de.wikipedia.org/wiki/KrAZ#Modelle
VG Hubi



Wie auch der Krupp-Titan ( anfangs offizilell "Südwerke", Krupp war "verboten" ) aus Kulmbach mit einem Motor nach dem Junkersprinzip.



DHH GR44 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:22
von DHH GR44 | 48 Beiträge

Zitat

Zitat
Kraz mit 2-Takt Diesel?und dann noch in einem V8 Motorblock




Nein war ein Sechszylinder Reihenmotor mit Direkteinspritzung. V8 Motor allerdings Benzin gabs im Ural und Sil.

VG Hubi


zuletzt bearbeitet 13.07.2016 21:35 | nach oben springen

#36

RE: kein Benzin für DDR-Bürger in Rumänien

in DDR Zeiten 14.07.2016 00:56
von StabsfeldKoenig | 2.625 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #29
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #27
Man muss berücksichtigen, dass Neuwagen in der BRD erst im Januar 1989 obligatorisch einen Kat haben mussten. In der DDR waren Kat-Autos WIMRE kein Thema,.....
Theo


Hallo,
welche DDR-üblichen PKW brauchten den verbleiten Sprit ( Ventilsitze, Klopffestigkeit )? Meiner Meinung nach allgmein technishc halte ich bleifrei für einen sehr wichtigen Fortschritt, Katalysator aber nicht.

Kohlenwasserstoffe und NOx zerfallen wieder, Blei schlägt sich aber auf Äckern und Gärten nieder und wird in Körpern resorbiert.

Katalysator hat den deutlichen Nachteil den Verbrauch zu erhöhen.


Unter Voraussetzung der gleichen Oktanzahl konnten Zweitakter problemlos bleifrei fahren. Der LADA vertrug ebenfalls bleifreies Benzin und konnte mit einbem KAT (ungeregelt) nachgerüstet werden. Statt dem Bleitetraetyl muß bleifreiem benzin ein anderes Antiklopfmittel zur Erhöhung der Oktanzahl zugesetzt werden. Niederoktanige Benzine (Wasch- und Feuerzeugbenzin) waren immer bleifrei.



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