#21

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 18:48
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Stimmt wohl. Obwohl der Tradition halber viel aus der Wehrmacht übernommen wurde, weil wir ja eine deutsche Armee waren, gab es den Dienstgrad Unterleutnant und Unterfeldwebel wie in der Roten Armee. Mit den Fähnrichen ist es ähnlich. Gab es in keiner deutschen Armee nur Fahnenjunker als s.g. Offz. Anwärter. Bei uns war Der Fähnrich wohl am ehesten mit dem Warrat Officer der US Army vergleichbar. Ein Spezialist der eigentlich ein Uffz. war. Habe für das Forum tatsächlich noch mein Handbuch Militärisches Grundwissen ausgegraben. Ich hoffe das Bild ist OK


zuletzt bearbeitet 15.07.2009 18:49 | nach oben springen

#22

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 18:50
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wer hat denn jetzt den amtlichen Durchblick ?



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#23

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 18:55
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Stimmt, hatte ganz vergessen das sich das am Ende meiner Dienstzeit von drei auf vier Jahre geändert hatte. Die Regel mit den Ufw war es nicht, aber gab es bei uns öfter. Hier nun auch das Bild

Angefügte Bilder:
Dienstgrade.jpeg

zuletzt bearbeitet 15.07.2009 19:04 | nach oben springen

#24

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 19:06
von tiroler (gelöscht)
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Halo dein 1945,

so meine ich das nicht.Ich will sagen, man wurde
von der Offiziersschule als Leutnant entlassen.Unterleutnant war genau so selten wie der Stabsgefreite.
Wir haben hier im Forum einige Offiziere.Fragen wir sie doch, ob sie den Unterleutnant übersprungen haben.

Tiroler


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#25

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 19:14
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Kann ich nicht bestätigen. Offiziere auf Zeit gab es häufig. Besonders wer nach dem Wehrdienst studieren wollte wählte diesen Weg. Das Stipendium war danach etwas höher. In der GK in der ich war. gab es mindestens einen meist jedoch zwei U-Boote und das über einen Zeitraum von 10 Dienstjahren. Die Staabsgefreiten gab es eher selten. Wie schon erwähnt hauptsächlich bei Willi Sänger und bei Felix. Der Staabsmatrose bei der Marine soll auch sehr häufig gewesen sein. Da fehlen mir aber die Kenntnisse.
Und bitte nicht verwechseln, Offizier auf Zeit oder Berufsoffizier sind zwei unterschiedliche Laufbahnen genau wie Unteroffizier auf Zeit und Berufsunteroffizier. Der Berufsoffizier wurde als Leutnant von der OHS entlassen der Offizier auf Zeit als Unterleutnant.


zuletzt bearbeitet 15.07.2009 19:18 | nach oben springen

#26

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 19:19
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von tiroler
Halo dein 1945,

so meine ich das nicht.Ich will sagen, man wurde
von der Offiziersschule als Leutnant entlassen.Unterleutnant war genau so selten wie der Stabsgefreite.
Wir haben hier im Forum einige Offiziere.Fragen wir sie doch, ob sie den Unterleutnant übersprungen haben.

Tiroler



Unterleutnante waren meißtens sogenannte OaZ (Offizier auf Zeit),Dienstzeit 3 Jahre , so selten waren die eigentlich nicht zu meiner Dienstzeit auf der GK hatten wir 2 Stück davon (Rainman2 kennt sie) als Zugführer.Bin mir sicher Rainman kann da einiges noch mehr dazu schreiben.

Gruß vom Rennsteig,maja


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#27

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 19:27
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Hm die Abzeichen sagen mir schon was,aber bitte,die Bezeichnung "Kokarde"-was ist das ?



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#28

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 19:29
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Wikipedia hilft auch hier du Experte.


zuletzt bearbeitet 15.07.2009 19:40 | nach oben springen

#29

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 19:59
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Jetzts habs ich auch



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#30

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 20:00
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Na also - gibt für alles eine Lösung


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#31

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 22:16
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo zusammen,

da maja64 mich hier in die Pflicht nimmt, also nochmal ein paar Sätze von mir dazu.

Ein Berufsoffizier (BO) verpflichtete sich für 25 Jahre Dienstzeit. Die Offizierhochschule schloss er bis Mitte der 80-er Jahre nach 3 Jahren, etwa ab Mitte der 80-er Jahre nach 4 Jahren mit der Ernennung zum Leutnant ab. Darunter gab es für ihn nur noch den Dienstgrad Soldat. Zum Unterleutnant wurden Berufsoffiziere nicht degradiert.

Ein Offizier auf Zeit (OaZ) verpflichtete für 3 Jahre (es mag später noch eine Regelung für 4 Jahre gegeben haben - ist mir aber nicht bekannt). Er schloss die Offiziershochschule nach einem Lehrgang von einem Jahr ab und wurde zum Unterleutnant ernannt. Am Ende seiner Dienstzeit wurde er in der Regel als Leutnant der Reserve entlassen.

Zu meiner Zeit an der Offiziershochschule (1979-1982) gab es pro Jahrgang 2 Ausbildungskompanien für Berufsoffiziere und 1 Ausbildungskompanie für Offiziere auf Zeit. Eine Ausbildungskompanie begann mit ca. 125 Mann. Bei den BO gab es über die 3 Jahre eine Fluktuation von ca. 25 Mann. Bei den OaZ weniger. Pro Jahr gingen also ca. 200 Leutnants und ca. 120 Unterleutnants von der Offiziershochschule an die Grenze. Unterleutnants wurden generell als Zugführer eingesetzt. Leutnants in der Regel auch, aber einige übersprangen diese Hürde auch einfach - z.B. ich, der ich nie Zugführer war. Ich wurde nach einem weiteren Lehrgang gleich Polit. Ab 1985 änderten sich diese Gegebenheiten, da die Berufsoffiziere mit einem Diplom abschließen sollten und somit 4 Jahre studieren mussten.

Zu den Offizieren jetzt alles klar?

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#32

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 07:46
von tiroler (gelöscht)
avatar

Hallo Raimann2,
Jetzt ist alles klar.War aber doch nicht so einfach.


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#33

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 08:42
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@rainman, kurz nochmal zu der von dir angesprochenen fluktuation an der offiziershochschule. kannst du sagen ob die 20 % fluktuation repräsentativ für alle jahrgänge waren? was waren die gründe?

danke für deine mühe


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#34

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 09:11
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo GilbertWolzow,

ja, das dürfte in etwa repräsentativ für die Jahrgänge sein, die ich selbst an der Offiziershochschule erlebt habe. Die Gründe sind schwer zu benennen. Es gab in der Regel starke Auseinandersetzungen um die Frage einer Entpflichtung. Leute, die bereits Parteimitglieder waren, wurden in der Regel mit Parteiverfahren rausgeschmissen. Der Grund: Kapitulantenhaftes Verhalten. Dies hatte zur Folge, dass kaum persönliche und schon gar keine politischen Gründe angeführt wurden. Viele versuchten "objektive" Gründe vorzuschieben, mit denen man sie nicht oder nur schlecht "weichklopfen" konnte. Einige versuchten es mit alternativen Möglichkeiten: z.B. Kleindiebstähle. Einige versuchten es mit "Schocktherapie". Einer in unserer Kompanie erklärte zum Beispiel Knall auf Fall, dass seine Motivation, Offizier der Grenztruppen zu werden, die Tatsache war, dass sein Großvater der Kommandant des ersten Panzers gewesen war, der zu Adolfs Zeiten auf Österreichisches Territorium gefahren war. In einer Richtung hatte er Erfolg: Ihn versuchte man nicht zum Bleiben zu bewegen. Was da hinter den Kulissen abging, weiß ich nicht.

Am Anfang merkten viele schnell, dass die Armee nichts für sie war und schmissen die Sache hin. Zum Ende hin war es dann oft auch die Furcht vor der Konsequenz, Offizier zu werden. Immerhin sahen wir ja an einigen verkrachten Existenzen an der OHS, wohin dieser Weg auch führen konnte. Gesundheitliche Gründe waren es wohl seltener. Einen Todesfall hatten wir auch, im Urlaub mit dem Motorrad. In die Mühle der politischen Auseinandersetzung mit dem Grenzerberuf ging, soweit ich es mitbekam, wohl keiner direkt. Ein wichtiger Grund war natürlich auch die Partnerschaft. Es gab durchaus resolute Frauen, die klar machten: Der Beruf oder ich. Inwiefern dieser Grund auch vorgeschoben wurde, um den oben genannten Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, kann ich nicht beurteilen. Ich vermute es aber. Das Klima innerhalb der Einheiten spielte augenscheinlich auch eine Rolle. Heute würde man es Mobbing nennen. Aber das gab es auch. Es gehört schon eine Menge Mumm dazu, sowas 3 Jahre durchzuhalten.

Ich glaube, dass ist zunächst alles, was ich dazu sagen kann.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#35

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 10:35
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

vielen dank @rainman, du hast meine frage äusserst umfangreich beantwortet. war mehr als erwartet...
nochmals danke


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#36

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 15:42
von Mike59 | 7.977 Beiträge

@ rainman

Ich kann das nur bestätigen was du geschrieben hast. Hatte selbst eine Entpflichtung eingereicht, da war ich schon in der GK, daraufhin durfte ich für etliche Monate in deiner späteren Kompanie im Stab GR 3 Dienst verrichten. Nach etlichen Monaten war ich so fertig, dass ich es zurückgezogen habe. Ich durfte jeden Morgen beim Regimenter antanzen und ihm huldigen. Erstaunlicher Weise war der gute Mann ja ein paar Monate später selber Fahnenflüchtig geworden. Nachdem er wieder zurückgeholt wurde, waren die Gründe für die "Kurzschlussreaktion" den meinen für das Entpflichtungsgesuch gar nicht so unähnlich.
Je länger ich mich in diesem Forum aufhalte um so mehr Sch... fällt mir ein. Ich hatte den ganzen schlechten Müll so schön verdrängt


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#37

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 16:54
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Mike59,

das mit den Erinnerungen ging mir hier im Forum genauso. Und das macht ja auch die Faszination aus, hier zu schreiben und zu lesen.

Bis neulich im Forum!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#38

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 17:41
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Abgesehen vom Thema "Stabsgefreiter" gab es ja einen Dienstgrad, der noch seltener
war: der des Marschalls der DDR
Den hatte, soweit ich weiß, niemand inne.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#39

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 17:49
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Ja ja ist schon klar. Nach meinen Informationen war der nur für dem E-Fall (Ernstfall) vorgesehen. Da der nicht in diesem Sinne eingetreten ist, wurde der vermutlich nie verliehen. wat een Glück


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#40

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.07.2009 18:41
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Klingt bei dem Beitrag Rainman ein wenig so ,das man als Untergebener den Entscheidungen der Vorgesetzten auf Gedeih und Verderb
ausgesetzt war-wenn ich es mal ein wenig überspitzt und allgemein so formulieren darf,kaum Rechte und viele Pflichten ?



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