#21

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:56
von utkieker | 2.920 Beiträge

Wenn wir nach der Frühschicht in den "Genuss" von Ausgang kamen haben wir der einzigen Dorfkneipe nicht nur Bier in Unmengen in uns reingefüllt sondern auch ordentlich gefuttert. Der Wirt wußte, worauf wir Jungs abfuhren. War Ausgangstag wußte der Kneiper bescheid, er war der Bruder vom Spieß. Also gabs Broiler mit Pommes! Wie Kinder waren unsere Vorlieben auf Pommes oder Spagetti mit Tomatensoße trainiert. Uns hat es jedenfalls geschmeckt. Allerdings wurden unsere Geschmacksknospen durch reichlich Alkohol getrübt.
Das Bio- Siegel ist für mich ein riesengroßer Schwindel. So lange der Viehbestand gesund ist, ist für mich jedes Öko- Label wurst. Es gibt ganz einfach Grundkriterien an landwirtschaftlichen Produkten. Leider gibt es in der Landwirtschaft viele schwarze Schafe, die den Ruf ehrlicher Bauern schädigen!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#22

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:58
von turtle | 6.961 Beiträge

Ja Heckenhaus Deinen Artikel habe ich auch vorher gelesen. Wieso hier ein Wort aus dem englischem Sprachraum.
Ach egal esst ihr Euren Goldbroiler ,ich esse mein Hähnchen.!


zuletzt bearbeitet 03.08.2013 10:01 | nach oben springen

#23

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 10:42
von furry | 3.576 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #10
Die Maßstäbe für die "Produktion" der Goldbroiler würden heute ein Bio-Siegel verdienen. Die späteren "hastig aufgepumpten" Broiler glichen dann schon eher den traurigen Ruinen, die man heute im Supermarkt und im Imbiss bekommt. Richtig Gutes in dieser Richtung bekommt man heute nur noch auf Märkten, die nicht das verlogene "Super" davorstellen.
ciao Rainman


@Rainman2, mit dem Bio-Siegel wäre ich mir nicht so sicher. Gab es da nicht KIM, das Kombinat industrielle Mast?
Da gab es schon die Haltungsform, unter der auch heute in der Geflügelhochburg "Oldenburger Münsterland" die Tiere gehalten werden.
Für Interessenten mal hier ein kleiner Einblick in eine Veröffentlichung des Forschungszentrums Dummerstorf (bei Rostock):
http://arch-anim-breed.fbn-dummerstorf.d...at00si1p106.pdf
(deutscher Text)


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 03.08.2013 10:43 | nach oben springen

#24

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 11:04
von Diskus303 | 485 Beiträge

Etwas Themennahes "OT"

Es muß so 1992 gewesen sein, Sommer, Kärnten in Österreich (wo sonst). Meine damlige LAG (eine halblütige Kärntnerin) und ich waren da in einer kleinen ländlichen Pension im Urlaub.
Schon nach wenigen Tagen konnten wir es mit unseren Wirtsleuten so gut, daß wir uns unser Halbpensionsgericht schon 1 , 2 Tage vorher aussuchen durften(es gab auschließlich regionales!! Essen)
So gab es denn auch eines Tages Brathähnchen. Ich muß sagen: ich habe weder davor, noch jemals danach ein Hähnchen /Hühnchen auf dem Tisch gehabt, wo soviel Fleisch dran war.
Und @Rainman2: das war auch noch richtig lecker, dazu gabs noch schönes kühles Gösser-Pils.... mmmhhhh.
Abschließend: zumindest das Hähnchen (Huhn) lief noch Tage vorher da auf dem Grundstück rum. Und auch die anderen (Fleisch-)gerichte kamen so erinnerlich aus der unmittelbaren Region.


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 03.08.2013 11:04 | nach oben springen

#25

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 11:19
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Wenn ich heute so die Goldbroilerverkaufswagen oder eben Hähnchenwagen irgendwo stehen sehe vergeht mir immer der Appetit. Da drehen die Dinger da drin unter wenig oder viel Elektrogrillerei und der Fahrer langweilt sich und die Dinger drehen und drehen und drehen also ich weiß nicht, da gehe ich dann lieber zum Bockwurststand.

Aber Hühner gibts genug, Deutschland beliefert ja mittlerweile (fast) die ganze Welt mit den Kühlcontainern voll von dem Zeugs, ich bleibe bei meiner Bockwurst. Meine Frau meint immer:"Du wirst noch mal zur Bockwurst, genau wie dein Vater" Ob das eine Anspielung von Ihr ist....das ich mich mal wieder...?

Lebensläufer


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#26

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 11:22
von furry | 3.576 Beiträge

Wie schrieb ich vor längerer Zeit: Die Gedanken einer Frau und der Inhalt einer (Bock)wurscht bleiben ewig unerforscht.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#27

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 14:48
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #13
Zitat von Rainman2 im Beitrag #2
Hallo Hans,

abgesehen davon, dass das Wort "Lecker" für mich ein absolutes Unwort darstellt, ...



Hallo guten Morgen Rainman, diese Feststellung von dir überrascht mich aber . Das wort lecker ist im rheinischen ein viel gebrauchtes Wort für besonders schmackhafte Lebensmittel. Es wird sogar auf weibliche Personen angewendet " lecker Mädche ". a lecker Mädche ist ein besonders gut aussehendes, eben appetitliches Mädchen. so, nu weisse beescheid.



Hallo Gert,

na dann machen wir erst einmal einen linguistischen Ausflug zum Herrn Kluge (etymologisches Wörterbuch):
"lecker Adjektiv (<14. Jahrhundert). Spätmittelhochdeutsch lecker, mittelniederdeutsch lekker, mittelniederländisch lecker. Zu lecken (im Sinne von 'mit der Zunge über etwas streichen') als 'was zum Lecken ist'. Im Nordwesten bedeutet lecker 'wählerisch im Essen', wie sonst leckerhaft. Dies zu mittelhochdeutsch lecker 'Tellerlecker, Schmarotzer'. Zu Lautstand und Bedeutung vergleiche noch ligurrio 'leckerhaft sein, naschen, lüstern sein'. Neuniederländisch lekker."

Das aber nur am Rande. Nach meiner Beobachtung begann der "Siegeszug" des Wortes "lecker" etwa um 1993. Plötzlich gab es keine differenzierten Beschreibungen mehr. Kaum hatte man etwas nicht innerhalb von 5 Minuten ausgekotzt, war es "lecker". Es ist ja nicht das Wort, es ist noch nicht mal die inflationäre Verwendung. Wir leben in einer Welt, in der Fastfood und Fertiggerichte mit größten geschmacklichen Scheußlichkeiten aufwarten. Jaja, das "Sitten- und Kulturverfall Geschwafel" des alten Mannes ... aber das gestatte ich mir. Künstliche, chemische Aromen dominieren zunehmend die Geschmackswahrnehmungen. Macht man sich mal die Mühe und kocht adäquate Aromen aus den entsprechenden Naturprodukten, dann lernt man den Unterschied kennen. Man lernt die Begriffe für Geschmacksrichtungen, man lernt genießen. Das sind Lernprozesse! Das funktioniert aber nicht, wenn man schon bereit ist, die Begrifflichkeit über Bord zu werfen und zu jeder Sache: "Boah, Lecker!" zu blöken. Man muss mit kleinen Schritten zufrieden sein. Unter meinen laufenden Nörgeleien, aber auch durch Vorbildwirkung beim Kochen, habe ich eine gute Freundin meiner Lebensraumteilerin stärker in Richtung natürlicher Aromen schubsen können. Früher waren Knorr und Maggi wesentliche Bestandteile ihrer Küche und sie lernte die schroffen Seiten meines Wesens kennen, wenn sie mir mit irgendwelchen Rezepten in dieser Richtung daherkam. Ihr Miracel-Spagetti-Tag war eine heilige Institution, an deren durch mich geäußerte Kritik fast Freundschaften zerbrachen. Sie gestand mir letztens, dass sie diesen Tag, nach Jahren der Abstinenz, mal wieder aufleben lassen wollte und schilderte ihr Entsetzen, das sie dabei gepackt hatte. Es schien ihr unvorstellbar, so etwas mal gemocht und gegen mich verteidigt zu haben. Wir kochen demnächst mal wieder zusammen: Selbstgemachte Ravioli mit einer Füllung aus Kaninchenleber und Steinplizen, dazu kleingewürfelte Tomaten, kurz in heißem Olivenöl geschwenkt mit frischen Kräutern aromatisiert, und darüber grob geriebenen Parmesankäse. Wenn jetzt dazu jemand sagt, das sei lecker, dann hat er meinen Segen. Denn es ist neben wohlschmeckend auch noch gut! Und darauf kommt es doch an.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 03.08.2013 14:50 | nach oben springen

#28

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 15:04
von Gohrbi | 575 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #11

die Broilerbar in der DSF-Straße,heute heißt sie wie früher
Friedländer Straße,ich kann nur sagen,die Broiler waren sehr lecker
Lutze


...ich meinte an dieser Stelle....zumindest 81 im November....

Angefügte Bilder:
Nbg.PNG

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